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Autoverkäufe brechen dramatisch ein

Montag, 18. Oktober 2010 , von Freeman um 22:18

Wie heisst es noch, die Autobranche ist der Motor der deutschen Wirtschaft und ein guter Konjunkturindikator. Wenn das stimmt, dann läuft dieser Motor auf der Hälfte der Zylinder und stottert nur noch.

Der Automarkt ist in Deutschland im September um 17,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen und der war schon um 50 Prozent weniger als der Vormonat 2009 nach Ablauf der Abwrackprämie. Die Zahlen von Januar bis September sehen für Deutschland noch schlimmer aus, nämlich ein Minus von 27,5 Prozent.

Am 14. April 2009 schrieb ich meine Bedenken: „Wem dient die Abwrackprämie? Werden damit deutsche Autos verkauft und Arbeitsplätze gesichert, oder ist es nur ein Strohfeuer als Wahlkampftaktik (Bundestagswahl), die zu noch mehr Verschuldung der Bürger (und des Staates) und Problemen führt?“ Die Antwort auf diese Frage haben wir jetzt.

Mit dem Betrag von insgesamt fünf Milliarden Euro hatte die Bundesregierung den Kauf von zwei Millionen Neu- und Jahreswagen bezuschusst. Jetzt ist ein gähnendes Loch im Automarkt und auch in der Staatskasse. Was für eine durchsichtige Konjunkturpolitik, die von völlig unfähigen aber machtbesessen Idioten in Berlin beschlossen wurde, die nur kurzfristig wirkt und sich jetzt rächt. Jeder der normal denken konnte wusste, durch das Vorziehen der Käufe wird danach das Loch um so grösser sein.

Aber nicht nur in Deutschland ist der Automarkt eingebrochen, in ganz Westeuropa sank die Zahl der Neuanmeldungen um 10,5 Prozent und in der ganzen EU um 9,7 Prozent, wie der europäische Herstellerverband ACEA mitteilt, was den kontinuierlichen Rückgang der Neuwagenverkäufe in den letzten sechs Monaten fortsetzt.

In Spanien sieht es ganz schlimm aus. Dort bracht der Markt um sagenhafte 27,3 Prozent ein, gefolgt von Italien -18,9 Prozent, Grossbritannien -8,9 Prozent und Frankreich -8,2 Prozent.

Diese Zahlen sind ein Spiegel wie die jeweilige Konjunktur läuft, nämlich miserabel.

Den grössten Rückgang hatte Bulgarien mit -37,8 Prozent und die grösste Zunahme Irland mit 52,3 Prozent. Nur, die 28'000 Auto mehr in Irland in sechs Monaten sind bedeutungslos, bei insgesamt 10,251,140 verkauften Fahrzeugen in der EU von Januar bis September.

Weltweit sieht es anders aus, speziell in Asien und Russland. In Indien zogen die Auto-Verkäufe im September um knapp 29 Prozent an. Auf dem chinesischen Markt legten die Verkäufe um 22 Prozent zu. In Russland stieg der Verkauf von Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen um mehr als die Hälfte, um sagenhafte 55 Prozent!!!

Sogar in den USA haben die Verkaufszahlen nach einem katastrophalen Tief der auch mit einer Abwrackprämie gestützt wurde wieder stärker zugelegt. Dort wurden im September 956'200 Autos verkauft, ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem sehr schwachen Vorjahreswert.

Das heisst aber nicht, sie haben nur deutsche Autos gekauft und damit den Rückgang in Europa kompensiert. Andere Mütter haben auch schöne Töchter und die sind preiswerter, wie die Autos aus Indien und China.

In der Schweiz haben die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,7 Prozent zugenommen, ohne das es eine Abwrackprämie gab, was man als gutes Zeichen werten könnte.

Wie können dann die Bundesregierung und die Medien von einem Aufschwung in Deutschland reden, wenn die so wichtigen Autoabsatzzahlen einen völligen Absturz zeigen und die Leute beim Neuwagenkauf drastisch sparen? Tatsache ist, die Menschen werden immer ärmer und können sich kein neues Auto leisten. Da wird schöngeredet und gelogen wie es nur geht, um der Bevölkerung etwas vorzumachen was gar nicht stattfindet.

Das perverse ist noch, die preiswerteren Occasionen die gesucht werden sind durch die Abwrackaktion im Schredder gelandet und weg. Eine unglaubliche Wertevernichtung.

insgesamt 18 Kommentare:

  1. TommyHB sagt:

    Ich habe mir den Artikel sehr genau durchgelesen und bin ein wenig verwundert über die Daten.

    Zu mir, ich arbeite hier in Bremen bei einer Logistikfirma die, den Werksverkehr für das Daimler Werk abwickelt. Hier in Bremen gibt es nach wie vor nicht die geringsten Anzeichen darauf, dass eventuell ein Einbruch stattfinden könnte, ganz im Gegenteil. Es werden Sonderschichten gefahren, eingestellte Nachtschichten werden wieder eingeführt und mehrere hundert Leiharbeiter müssen hinhalten für die Personalpolitik des Unternehmens und werden nun eingestellt.

    Also von Krise im Automobilsektor ist hier in Bremen, gerade bei diesen sehr teuren Autos, nichts zu merken.

    Soweit nun der Stand der Dinge hier in Bremen, bis heute...

    Es ist aber, und so sagte ich es auch den Angestellten des Konzerns klar, dass eine sog. wirtschaftliche Förderung, hier die Abwrackprämie, dafür das viele die Dollarzeichen in den Augen hatten und naiv wie sie waren zugriffen. Soweit mir aber bekannt, war dann der Neuwagenkauf weniger das Auto Deutscher Hersteller, sondern eher die ausländischen konnten sich erfreuen.Ich habe auch gesagt, das ich meine, dass viele Autos schon bald aufgrund der Situation in Deutschland sehr schnell wieder beim Gerichtvollzieher landen werden.

    Nun ob der Staat sich mit den Milliarden Ausgaben übernommen hat, sollte man einfach mal gegenrechnen.

    Nehmen wir nur ein Auto mit einem Durchschnittswert von 12.000 Euro. Wie wurde dann gerechnet...??

    12.000 sbzgl. Abwrackprämie 2000 = 10.000 Kaufsumme. Darauf 19% Umsatzsteuer = 1900,00 Euro die wieder an den Staat zurück geführt werden. Das ganze mal 2 Mio. Neuanschaffungen, plus der Gebühren die anfallen für an und Abmelden usw. dann hat der Staat sicherlich einen Gewinn gemacht. Schreibt mir wenn ich falsch liege oder das ganze falsch sehe.

    Als nächstes stelle ich mir die Frage, wie um alles in der Welt Autohersteller wie Daimler und vor allem VW mit einem Mal in den Aktienkursen derart gut dastehen und diese Rekordgewinne vermelden.

    Entweder werden derzeit nur offene Aufträge aus 2009 abgearbeitet in den Werken, oder aber man produziert auf Halde.

    Auf einer Betriebsversammlung allerdings sagte der Werksleiter aus Bremen sehr klar, dass der Export bommen würde, vor allem in und nach Asien usw.

    Frage ist, was und wem kann man noch trauen.

  1. Freenet sagt:

    Ich beobachte seit Jahren, dass auf den Strassen immer mehr Autos mit leichten Schäden rumfahren die nicht mehr ausgebessert werden. Inzwischen ist es gar nicht mehr selten ein Auto mit Beule, gebrochenem Teil, geklebtem Scheinwerfer ... zu sehen. In meiner Jugend war das noch anders, da war das sehr selten. Heute ist damit aber auch nicht mehr so eine Abwertung wie damals verbunden. Es wird inzwischen akzeptiert, dass es genug Leute gibt, die es schwer haben ihre Groschen zum Leben zusammen zu bekommen. Da ist es klar, dass der Service am Auto, der u.a. wegen schlechterer Qualität und auch allgemeiner Teuerung gestiegen ist, hinten ansteht. Es gibt wichtigere Dinge! Und so ist auch der "Wert Auto" in der Bevölkerung denke ich gesunken. Das muss einen auch nicht verwundern, nachdem das Auto eigentlich immer zum Sündenbock für alles gemacht wurde: Ölknappheit, Schwefel, Blei, jetzt die CO2-Lüge ...

    Man hat den Automarkt immer wieder strapaziert indem man DAS SCHLECHTE IM AUTO UND WAS MAN UNBEDINGT "ABSCHAFFEN" MÜSSTE im Volk artikuliert hat. Dann hat man neue Gesetzesauflagen gemacht um diese Schlechtigkeit einzuschränken, das "Monster Auto" in Ketten zu legen. Da müssen dann sowieso auch Geschwindigkeitsbeschränkungen her und natürlich an allen Ecken und Enden Blitzanlage her weil das Auto natürlich ein lebensgefährliches Geschoss ist. Sehr glaubwürdig war diese Politik nicht, eher erkannten die meisten Bürger das Wegelagertum was dem zugrunde liegt. Um glaubwürdig zu sein, hätte an anderen wirklich gefährlichen Stellen Korrekturen gemacht werden müssen, die hätten aber Geld GEKOSTET (AUSGABE NICHT EINNAHME!) und damit passierte DA wo es wirklich gefährlich war nichts.

    Ich habe damals am Auto noch einen Spass gehabt, heute nervt mich das Teil inzwischen! Ich freue mich, wenn ich NICHT in die Stadt damit muss, wenn ich mir also ersparen kann schon wieder keinen Parkplatz und einen Strafzettel zu kassieren.

  1. Freenet sagt:

    Wenn Ihr es aufmerksam beobachtet, versuchen sie uns jetzt das E-Auto aufzuschwätzen, wegen der CO2-Klimaerwärmungskatastrophe versteht sich. Die Hersteller betonen alle wie CO2-arm ihre Autos wären. Jeder der normal denken kann, erkennt heute, dass die CO2-Sache so nicht stimmen kann, also auch und erst recht diese Hersteller. Warum portieren sie dann dieses CO2-Märchen so eifrig weiter, machen sich damit sogar lächerlich, weil die ganze Welt bald weiss, dass das eine Lüge ist?

    Absatz, koste es was es wolle, ob dann in den Akkus ca. 20 kg "seltene Erden" sind, die noch viel viel seltener sind als das Öl (?), Sch.... drauf. Der Markt muss weiter gehen und dazu muss jetzt das "böse Karbon" herhalten und Atomkraftwerke klammheimlich gefördert werden. Der Westblock mit seinem "real existierenden Kapitalismus" und seiner "real existierenden Demokratie" wird immer perverser wie im vorigen Beitrag ja auch bzgl. Gesundheitswesen diskutiert. Absatz koste es was es wolle und wenn damit die grössten Lügen pseudowissenschaftliche verbreitet werden, Krankheit wichtiger wird als Gesundheit, Streit und Krieg wichtiger als Frieden. Das ist die schöne heile Welt des Westblocks und das wird immer schlimmer werden, wenn wir nicht irgendwann den richtigen Glasnost und Perestroika West Zug in eine neue Zeit finden.

  1. Thunderbolt sagt:

    Es ist tatsächlich so, dass die gesteigerten Absatzzahlen in Asien, Russland, Indien die Rückgänge der Binnennachfrage mehr als ausgleichen.

    Das ist natürlich kein gesundes Zukunftskonzept und wird irgendwann Platzen. Bis allerdings der Markt in Asien und Indien gesättigt ist, geht unser Lohnniveau noch weit in den keller.
    Man muss ja Wettbewerbsfähig bleiben...

  1. Aus sicherer Quelle weiß ich, das der (amerikanisierte ) Zuliefer Textron-Kautex(Bonn-Hangelar) für PKws die Benzintankproduktion wieder seit ca. 6 Monaten normal produziert.Also keine Kurzarbeit mehr.Das sagt allerdings garnichts, da damit ja auch auf Halde produziert werden kann...
    Ausserdem, die EU-PKWs werden dort in den USA preisswerter(versteckte Subvention?) verkauft!
    Die Abwrackprämie, eine kurzatmige Luftnummer auf Kosten der Steuerzahler..die sich kein Atuo gekauft haben oder konnten!
    Die Chinesen kaufen wie verrückt, allerdings werden die z.größten Teil durch im Lande produzierte PKW bedient(Audi, VW etc.)und chines. Eigenentwicklungen....
    Die Amis...kaufen sicherlich wieder ...zum größten Teil auf PUMP--wie gehabt!

  1. Dieter sagt:

    @TommyHB, ich nehme mal wieder Bezug auf deine Aussage :-)
    Mein Bruder arbeitet bei einer großen Anhängerfirma hier im Münsterland...Cargo Bull. Erst verlor er 2009 seinen Job dort wegen stark weg gebrochenen Aufträgen. Die entliessen dort seiner Zeit über 2 Tsd Leute. Dieses Jahr aber bekam er einen Anruf das er wieder anfangen könne. Er selbst sagt auch das sie viel zu tun hätten, die arbeiten dort im 3 Schicht Betrieb. Und das geht ebendso bis heute so dort...von Einbruch auch dort keine Spur.

    Ich frage mich natürlich auch inwieweit die weltweiten Konjunkturpakete da noch eine Rolle spielen. Einen Crack up Boom darf man natürlich auch keinesfalls aus den Augen verlieren und danach sieht es mir zumindest verdammt nach aus. Die Zeit wird allein zeigen was dies derzeit zu bedeuten hat, aus der Krise sind wir meiner Ansicht nach nicht raus sondern stehen erst richtig davor. Die Staatsschulden sind niemals mehr zurückzahlbar und die Schulden werden weiter exponentiell ansteigen, daß Wachstum kann da natürlich nicht bei Schritt halten, aber das ist auch gut so, denn ansonsten schreitet die Umweltzerstörung auch immer weiter mit voran.

  1. soopaflyguy sagt:

    Also mal ehrlich leutz, wer sich mit autos auskennt der weis was für ein schrott "vorallem die Illuminaten staaten" bauen... das ist reinste versklawung die sich die leute auch noch selber um den halz legen.

    da ist alles vorprogramiert das es auch immer schön kaput geht.
    vorallem diese blöde canbus technik lässt ja den besitzer ohne einen speziellen computer für das auto keine freiheiten mehr zu... mann kan nix alleine an den kisten machen.

    wusstet ihr eigentlich das sich die eueronormen im grossen und ganzen nur in der warmlaufzeit eines motors unterscheiden!?

    wenn der motor dann warm ist stosst er gennau so viel co2 aus wie ein anderer motor mit ner niedrigeren euronorm aus.

    und von russpartikelfilter und so nem scheiss will ich erst garnicht anfangen...

  1. Ch. sagt:

    Dafür sehen aber soviel ich hörte die Zahlen der Deutschen Autofirmen extrem viel besser aus in China und auch in den USA haben die Deutschen gut gearbeitet. Es soll sogar von Deutschland nach China importiert worden sein, weil z.Bsp. Daimler nicht mehr liefern konnte. Sh. auch https://www.investor-verlag.de/reports/?page=tad-10-40&code=TAD5340&ref=kaz&ehkz=enl5241&nlid=dos

  1. Ich kann nicht sagen, ob das was wegbricht oder nicht - aber ich kann für mich persönlich sprechen.
    Ich selbst habe ein 14 Jahre altes Auto, wenn was kaputt geht, dann kauf ich (dank Abwracken gibts Ersatzteile en masse) beim Schrotthändler das Ersatzteil und verbaue es meist selbst oder mit Hilfe. Warum fahre ich ein altes Auto ohne jeden Komfort? Ohne elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Entertainmentschnickschnack? Richtig - weil ich zwar überdurchschnittlich verdiene aber das Leben einfach zu teuer geworden ist (Miete frisst fast die Hälfte schon weg). Daher spare ich dort wo es mir am wenigsten weh tut - nicht beim Essen, sondern beim Auto.
    Wenn mein alter Ford Fiesta mit 50PS mal nicht mehr fährt und er weg muss, dann kauf ich mir wieder ein Auto für maximal 1200€.
    Was ich aber auch sehe, wenn ich zur anderen Hälfte meienr zahlreichen Verwandtschaft nach Südostasien schaue: Dort will jeder ein Auto. Erst waren es Vespas (das einzige wahre Moped für Vietnamesen) - jetzt das Auto. Deutsch muss das Auto sein, auf jeden Fall, alles andere zählt nicht. Es geht um Prestige, Status, Schwanzlängenvergleich - auf diesen einfachen Nenner kann man das bringen. Fahr einen BMW in Hanoi und Du bist jemand, auch wenn Du Dir das Geld zusammengeliehen hast - egal.
    Daher glaube ich schon, gerade der asiatische Markt - gerade Schwellenländer - sind ein beachtenswerter Absatzmarkt für deutsche Wägen der gehobenen Mittelklasse bis Oberklasse.
    In vielen asiatischen Ländern kommt obendrein nur ein Neuwagen in Frage - aus zwei Gründen:
    1) Im Gebrauchtwagen sind die Ahnengeister der Vorbesitzer, daher müsste ein Gebrauchtwagen immer teuer neu eingerichtet werden - ganz extrem ist das in Japan.
    2) In Vietnam ist die Einfuhr von Autos älter als drei Jahre generell verboten - man will hier kein zweites Afrika - was ich verstehen kann.

  1. Josephine sagt:

    ich möchte mal in den Tenor von TommyHB und Dieter einstimmen.

    Nachdem was ich gelesen habe, war nie die Rede davon, dass der Binnenmarkt von Autos wieder boomt. Jedem war klar, dass die Nachfrage, insbesondere nach der Abwrackpremie sinkt.

    Mit der Abrwackpremie ging es alleine darum, den Übergang zu schaffen und die Autoindustrie so lange am Leben zu halten, wie im Ausland wieder Nachfrage herrscht und das ist derzeit der Fall, wie hier zu lesen und auch in zahlreichen Artikeln im Web, werden auch durchaus deutsche Autos sehr gerne im Ausland gekauft. Reiche Menschen gibts halt überall ;)

    Ich war gegen die Abwrackpremie, aber im Nachhinein, war es eine kluge Entscheidung, wie man jetzt sieht. Ob der Export auf Dauer funktioniert muss man sehen. Aber hier wurde halt diesem Industriezweig die Chance gegeben sich auf kommendes vorzubereiten, das ist doch gut.

    Und die ach so "bösen" Konzerne werden ja keine Arbeiter zum Schein beschäftigen, oder? ;)

    Grüße Josephine

  1. Das ist nur ein Resultat dieser Meuterei auf Regierungsebene. Viele in meinem Bekanntenkreis kaufen sich ganz billig Autos, die evtl. noch etwas länger den TÜV haben und danach werden diese PKWs dann auch wieder abgestoßen.
    Die Realitätsferne der "DA OBEN" kann das sicher nicht nachvollziehen und am liebsten würden sie die Menschen für einen Euro, 20 Stunden am Tag arbeiten schicken und für die restliche Zeit würde man sie mit Busse in die Konsumtempel karren. Natürlich sollen die Menschen 10 mal mehr ausgeben, als sie tatsächlich verdienen.

  1. drdre sagt:

    Meines Erachtens sind die Zuwächse in der Neuwagenbranche dem Export zuzuordnen. Noch. Der Inland Markt ist wie Du richtig gesehen hast schon lange durch Präkäre Beschäftigungen etc. eingebrochen. Das Strohfeuer der Abwrackprämie ist erloschen. Im nächsten Jahr werden möglicherweise die Firmen feststellen, dass diese für die Halde produzieren und dann geht das heulen und zähneklappern los.
    Denn auch in den noch boomenden Asiatischen Ländern ist irgendwann die Nachfrage gedeckt.
    Zumal sich die dort für den Weltmarkt mit Billiglohn schuftenden Arbeiter/innen sich beileibe von Ihrem Verdienst keinen Wagen leisten können und auch in Zukunft dies nicht zu sehen ist.
    Dies bleibt der Ober und Mittelschicht sowie der Funktionärsebene vorbehalten.
    Aber ich denke dass Deine Analyse weitgehend so richtig ist.

  1. truthman sagt:

    Luxusautomobile sind die deutschen Exportschlager. So ein Statussymbol will jeder auf der Welt haben der Geld gekommen ist und da die Reichen immer reicher werden verkaufen sich die Dinger immer gut.
    Das Problem ist Binnennachfrage besonders die (untere) Mittelschicht bricht immer weg und die Untersicht wächst. 10% also knapp 8 Mio der deutschen Bevölkerung lebt von Hartz IV zusätzlich kommen die prekär Beschäftigten die aus falschem Stolz auf Transfergelder verzichten, Arbeitslosengeld1-Empfänger, Sozialhilfeempfänger, Studenten, Rentner mit wenig Rente usw. Nur noch ein Bruchteil der deutschen Bevölkerung hat noch einen klassischen Arbeitsplatz von dem man leben kann nicht überleben. Wenn die Regierung behauptet es gäbe nur 3 Mio. Arbeitslose, dann ist das eine glatte Lüge. Denn Arbeitslose die einen 1Eurojob oder eine andere "Qualifizierungs"-Maßnahme machen oder Menschen die einen 400Eurojob nachgehen werden aus der Statistik gestrichen. Die Stellenanzeigen bestehen Hauptsächlich nur noch Leiharbeitsfirmen, Aushilfsjobs für 4-5 Euro die Stunde und Drücker/Hausierer Arbeit. Tatsächlich gibt es aber mindestens 10 Mio. Arbeitslose.

    Diese Menschen können sich kein Auto mehr leisten. Einem Hartz IV Empfänger stehen gerademal 22,78 € für Verkehr zu. Damit kann man sich nicht mal eine vergünstigte Monatsmarke(dies weiten Teilen Deutschlands nicht gibt) leisten. Wie soll sich dieser denn ein Automobil leisten? Neben den Anschaffungskosten kommen noch die laufenden Kosten wie Benzin, Steuern, Versicherung, Reparaturen, Wartung, Garage etc. pp. Ein PKW mit allem drum und dran kostet teilweise mehr als ein Hartz IV Empfänger zum Leben (Regelsatz + Miete = ca. 700 Euro) gestattet wird. Wer kann sich denn heutztage in Deutschland schon einen "Volkswagen" für 30.000 Euro und mehr leisten.

  1. und der motor kommt noch viel stärker ins stottern. der wird noch so absaufen der motor, das er kaum wieder in gang kommt.
    und warum ??? weil die autos viel viel viel zu teuer sind. ein golf kostet doch schon ca.30.000 euro, also in d-mark ca. 60.000 DM. das ist doch totaler wahnsinn und da wundert sich die gierige autoindustrie wenn die märkte einbrechen, die sind genau so verblödet, wie die politiker und die hochfinanz, die glauben immer mehr aus dem volk rauspressen zu können.
    na ja, irgendwann werden auch die schlauen autohersteller feststellen, das sie ihre völlig überteuerten boliden eher selber fressen müssen, bevor die noch einer kauft. alle macht dem volk !!!

  1. Tismo sagt:

    Ich liebe deine Seite und habe auch meistens dieselbe Meinung zu vertreten. Ich möchte zu diesem Thema aber auch zu bedenken geben, dass in Deutschland vermehrt Werbung für neue Technologien gemacht wird. Sei es Hybrid oder Elektro. Jeder potenzielle Käufer der nicht dringend ein neues Fahrzeug benötigt wartet zunächst ab, sehr wahrscheinlich gibt es in 1-2 Jahren neue, umweltfreundlichere und effektivere Elektro- und/oder Hybridfahrzeuge. Ich arbeite in einer Entwicklungsabteilung für Motormanagement des größten deutschen Automobilzulieferer und plaudere quasi aus dem Nähkästchen.
    In Asien allerdings werden vergleichsweise "billige" Benziner und teilweise Dieselfahrzeuge nun in höheren Stückzahlen verkauft, da dort eine massive Unterversorgung an Fahrzeugen herrscht.
    Dieser Zustand wird aber genausowenig von Dauer sein, wie die Stagnation der Verkaufszahlen in Deutschland.
    Dennoch stimme ich überein, dass eine gewisse Sättigung des Marktes zu verzeichnen ist.

  1. TommyHB sagt:

    @ josephine...

    Ich freue mich natürlich wenn man meine Meinung teilt.

    Meine Meinung ist aber unbedeutend, da ich hier nur das wiedergebe und versuche zu erklären, was ich derzeit erlebe.

    Hier geht es darum das "Autoverkäufe dramatisch einbrechen"

    Die "Abwrackprämie" hier in der BRD war eines der schädlichsten Mittel. Sie hat bewirkt das "Altfahrzeuge" früher aus dem Verkehr gezogen wurden und der Anreiz zum "Neuwagenkauf" geschaffen wurde. Ein Anrzeiz, der bei vielen dazu führte ihren "alten" Wagen gegen für sie vermeintliche "Gute Konditionen" aufzugeben und sich erneute in Schulden zu stürzen.

    Mich würde daher sehr interessieren welche angemeldeten Fahrzeuge BAR bezahlt wurden und welche nach den preisgegebenen Konditionen auf "PUMP" angeschafft wurden.

    Erst einmal ist für den Hersteller das Fahrzeug verkauft, die Autobank übernimmt mit Vorkasse den Kaufpreis und zahlt das Fahrzeug. Der Kunde steht bei der Bank in der Kreide.

    Das Fahrzeug ist hergestellt... soweit so gut, das Werk hat keine Probleme damit. Die Probleme beginnen dann, wenn das Fahrzeug am Ende wieder beom Gerichtsvollzieher landet.

    Bis es dazu kommt, ist es ein langer Weg, aber in dieser Zeit ist für ein Unternehmen das Fahrzeug montiert worden und verkauft. Am Ende steht nicht das Werk, das den Wagen produziert schlecht da, sondern die Banken und zwar in Geldeswert.

    Also ein Unternehmen wie Daimler, VW, BMW usw. können ohne Ende Autos bauen. Am Ende zählt die Finanzierung durch Banken und die Sicherheit ob der Käufer zahlt, zahlen kann oder nicht mehr zahlen kann. Dann aber sind die Autos produziert und auf dem Markt und somit hat das Werk, welches die Autos herstellt nicht das Problem.

  1. Roman sagt:

    @ Tommy,

    ich teile deine Meinung was die Abwrackprämie betrifft. Es war ein versuch das Volk ruhig zu halten und zu sagen "schaut her... wenn ihr jetzt ein Auto kauft dann lohnt es sich richtig"... Dumme Leute sind direkt losgerannt und haben noch alles schön finanziert. Wann bekommt man schon 2500€ geschenkt.*lol*

    Sorry aber was geht den Leuten im Kopf vor. Halte von Finanzierung eh nicht viel. Das einzige was ich finanzieren würde wäre ein Haus. Jeder sollte sich ein Auto kaufen was er sich leisten kann. Aber auch dieses Kaufverhalten ist typisch für die amerikanische Lebensweise die auch immer mehr hier und allgemein in Europa Einzug hält. Man zeigt was man hat... Es zählt nur noch größer, schneller und weiter...

    Bei den heutigen Gehältern frage ich mich wie Familien nochmal so eben 20.000€ oder noch mehr € für einen Golf übrig haben. Das kann nicht bar bezahlt sein. Mich würde mal intressieren wie hoch die Finanzierungsrate bei neuverkauften Fahrzeugen in Deutschland ist. Vielleicht findet sich ja hier einer der da eine Antwort drauf geben kann. Ich tippe mal blind das 80% der Neuwagen finanziert sind!

    @ Josephine. Klar ist es gut wenn ein Staat versucht Unternehmen in der Krise zu "helfen" - oder wie man auch sagen könnte, sich selber zu helfen:)
    Wenn du aber weiter liest und siehst das es ja letztlich auf die Finanzierung der Fahrzeuge ankommt so fällt es letztlich wie beschrieben auf die Banken zurück. Und dann wären wir wieder da (zumindest im kleinen) wo wir nach der Finanzkrise auch waren. Oder sehe ich das falsch?!

    Naja soviel Dazu...

  1. @ Josephine

    Die Abwrackprämie war einfach mal wieder die Chance, dem Volk zu zeigen, wer hier priviligiert ist. Da ich Fußgänger bin und ich ein Fahrrad/öffentliches Verkehrsmittel nutze habe ich weder ein neues Bike bekommen, noch wurden mir neue Schuhe spendiert. Es ist einfach fragwürdig, warum das Geld nicht in wichtigere Haushaltsposten eingeflossen ist. Nahezu täglich zeigt uns diese verkorkste Regierung um Merkel, was die Lobbyisten in der Lage sind zu leisten und dann sind solche "Entscheidungen" auch kein Mysterium mehr. Wenn sich ein Autohersteller am Markt nicht mehr behaupten kann, dann sollte dieser mal schauen, was er verbockt hat und nicht durch Subventionen durchgefüttert werden.