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Schüsse auf Bahrain Demonstranten

Mittwoch, 16. März 2011 , von Freeman um 12:05

Das folgende Video zeigt mit welcher Brutalität die Polizei in Bahrain gegen die Demonstranten vorgeht. Ein Schuss in den Kopf aus kürzester Distanz.

Seit über einen Monat wird im Golfstaat gegen die Regierung demonstriert und die Absetzung des Königs verlangt. Die schiitische Mehrheit im Land wird von der sunnitischen Minderheit systematisch unterdrückt und von allen Ämtern ferngehalten. Der Perlenplatz in Manama ist der Mittelpunkt und das Symbol der Demonstrationen und seit Wochen besetzt.

In den vergangenen Tagen sind die Ereignisse immer gewalttätiger und blutiger geworden. Am Montag ist Saudi Arabien mit Truppen einmarschiert, um das Regime an der Macht zu halten. Die Schiiten nennen diese Besetzung des Landes einen "Kriegsakt" und der König von Bahrain hat den Ausnahmezustand ausgerufen.

Wenn man das Resultat der Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Polizei analysiert, dann muss man zum Schluss kommen, die Sicherheitskräfte haben den Befehl tödliche Schüsse abzugeben.

Am Dienstag starben sechs Menschen und 1'000 wurden verletzt, als die Regimegegner mit der Polizei zusammenstiessen. Und am Mittwoch hat das Militär und die Polizei eine gross angelegte Operation gestartet, um die Besetzer des Perlenplatz zu verjagen, bei der fünf Menschen getötet wurden.





Übrigens, die Saudis sind im Auftrag der USA in Bahrain einmarschiert, damit Washington nicht selber intervenieren muss und dann schlecht da steht. Ist doch klar, das sie ihre strategische Position mit der Stationierung der 5. Flotte verteidigen und Angst haben, wenn das ihnen hörige Regime gestürzt wird, müssen sie möglicherweis ihre Basis aufgeben. So ziehen sie wieder eine Show ab, rufen vordergründig die Regierung von Bahrain zu mehr "Demokratie" auf, um im Hintergrund mit den Saudis genau diese zu verhindern.

insgesamt 19 Kommentare:

  1. MastaFu sagt:

    Zu Lybien:

    Seyfulislam Gaddafi hat bekannt gegeben, dass Lybien 2007 den Wahlkampf von Sarkozy finanziert hat. Er werde in den nächsten Tagen die Belege, die den Geldtransfer beweisen, veröffentlichen. Darüberhinaus verlangt er von Sarkozy, dass er das Geld der lybischen Bevölkerung zurück gibt, weil Sarkozy Lybien enttäuscht hätte.

    So soo... Das Geld, das der lybischen Bevölkerung gehört?? Aber damals, als sie den Sarkozy finanziert haben, was war denn da?? Hat das Geld nicht der lybischen Bevölkerung gehört? Wieso jetzt auf einmal? Und überhaupt, den Sarkozy zu finanzieren ist eine Frechheit!

  1. Weltkrise sagt:

    ich würd mal sagen , die amis können ihren 5flotte stützpunkt vergessen.

    tyranei hat nie gesiegt , besonders gewalt hilft nicht dagegen.

    Was meinte SED damals , wäre das Volk mit Raketen,Bombem gekommen, hätte die Stasi gesiegt , aber wenn sie mit Kerzne und und betend kommen und man sie umbringt , verliert man !!!!!

    Das Volk wird siegen , besonders die chiiten die unterdrückt werden :/ gegen US bewaffnete armee tzz..

    wiso zeigt spiegel,rtl,ard sowas nichts in tv ?

    ach ja ich weiß es weil saudis,bahrain,oman nach der pfeife von USA tanzen, während Lybien das ÖL nicht verschenken wollte !!!!!!!

  1. xabar sagt:

    Die saudischen Truppen haben heute das Krankenhaus von Manama besetzt, verhindert, dass Notarztwagen rausfahren konnten, haben mit Maschinengewehren Ärzte des Krankenhauses bedroht und die Kontrolle übernommen. Und die USA sind der Meinung, dass man 'nicht von einer Besetzung sprechen' könne. Von Apachee-Hubschraubern aus (made in US) wurde auf wehrlose Demonstranten geschossen und einige ermordet; das Dorf Sirte wurde von Vigilantes angegriffen. Sie ziehen alle Register, um die Pro-Demokratie-Bewegung, die von Schiiten UND Sunniten unterstützt wird, zu unterdrücken, was ihnen höchstens zeitweilig gelingen wird, denn die Menschen sind bereit zu sterben, um ihre Ziele durchzusetzen. Sie fürchten den Tod nicht.

    Die Schiiten werden nicht von 'den Sunniten' unterdrückt, sondern von einer korrupten Monarchie, die jahrzehntelang dieses Apartheids-Spiel 'Schiiten gegen Sunniten' gespielt hat, um den Widerstand zu spalten nach der Devise 'Teile und herrsche'.

    Dies ist die zweite Besetzung eines arabischen Landes durch ein anderes. 1990 besetzte Saddam Hussein mit dem stillschweigenden Einverständnis der US-Botschafterin Kuwait und tappte so in die ihm gestellte Falle. Der erste Golfkrieg ließ nicht lange auf sich warten. Auch diesmal gab wieder eine US-Regierung grünes Licht, die des 'Friedens'nobelpreisträgers Obama. 'Verteidigungs'minister Robert Gates war erst vorgestern in Bahrain und dürfte das angeordnet haben, und schickt, feige wie er ist, die Saudis vor, vielleicht auch, um dieses Mal den Iran in eine Falle zu locken und ihn zum Eingreifen zu veranlassen.

    Aber diese Rechnung wird nicht aufgehen. Mahmoud Ahmadinejad ist nicht Saddam Hussein. Er verurteilte heute ebenso wie der Sprecher des iranischen Parlaments, Ali Larijani, diesen 'ungeheuren Gewaltakt, der zum Scheitern verurteilt' sei.

    Kein Militär, keine Besatzung wird über den Freiheitswillen eines geeinten Volkes, das der Bahrainis, siegen können!

    Long live the people of Bahrain!
    Long live their struggle for democracy!

  1. freethinker sagt:

    So wie der arme Demokrat erschossen wurde, so sehen die tatsächlichen "Menschenrechte" der US-Besatzer in Bahrain aus.

  1. nyso sagt:

    Das sieht aus und hört sich an nach nicht-tödlicher Munition. Die Waffe die der eine Polizist auf den Kopf abfeuert ist z.B. so eine. Quasi eine Schrot mit Gummigeschoss. Bei 1000 Verletzten und 6 Toten kommt das sehr gut hin, unter einem Prozent Sterblichkeitsrate ist bei diesen Waffen normal.

    Wollen wir hoffen das sie erstmal bei dieser Munition bleiben. Sonst ließt man hier bald von 200 Verletzten und 1000 Toten.

  1. Fatima sagt:

    Die Lage in Bahrain ist so ernst, dass sogar Ayatollah Sistani protestierte, der sich ja sonst eher aus Politik raushält.

    Top Shia cleric Grand Ayatollah Ali al-Sistani has called on Bahraini authorities to end a violent crackdown on anti-government protesters in the kingdom.


    Expressing grave concerns about Manama's harsh measures against unarmed civilians over the past few days, the highly influential Ayatollah Sistani emphasized Wednesday on the necessity to resolve problems in the Shia-majority country “through peaceful means,” his spokesman Hamad al-Khaffaf, told AFP.

    http://www.presstv.ir/detail/170284.html

  1. inshallah

    US-Außenminister Robert Gates hat vor wenigen Tagen Bahrain aufgefordert, den Demokratiebewegungen des Volkes mehr Entgegenkommen zu schenken; kurz darauf entsenden die Emirate wie auch die Saudis über Tausend Soldaten mit verschiedensten mobilen Panzerfahrzeugen dorthin, genehmigt durch den Golf-kooperationsrat, der ausschließlich aus Abgeordneten der monarchischen Königshäuser besteht (Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, Qatar, V.A.E. und Oman).
    Wem die mächtige US-Marinebasis mit über 6300 Soldaten, mehreren Kriegsschiffen und Flugzeugträgern auf Bahrain bekannt ist, weiß aber, dass dieser durchgeführte "Beschluss" des Golfrates niemals ohne den klaren Befehl des Weißen Hauses stattgefunden hätte und jetzt noch würde.
    Heuchelei und Zinkerei der Öffentlichkeit wie sie die Tagesordnung verlangt.
    Einigen auslädnischen Medienberichten zufolge sollen bahrainische Abgeordnete vom König verlangen, das sofortige Kriegsrecht auszuhängen, um "Sicherheit und Ordnung" wiederherzustellen.

    Ganz wichtig ist, dass es sich Nicht um eine Auseinandersetzung oder einen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten handelt, kein wahrhaft gläubiger Sunni würde eine Gruppe oder Menschen bewusst unterdrücken, Leid zu fügen, ermorden, foltern oder die Zukunft verbauen, und genauso verhält es sich umgekehrt.
    Wenn diese Königshäuser wirklich an den Islam glauben würden, sowie ihn die Pilger in Heiligen Stadt Mekka gemeinsam praktizieren und auch zelebrieren, würden sie auf Ruhm, Rang, Macht und Eitel verzichten, wenn sie sich ihrer Unterdrückung bezüglich dessen bewusst wären.
    Ganz im Sinne des Propheten Mohammed (s.a.s.)

  1. NuID sagt:

    Ohne Worte: Welche Menschen, erzeugen solche Menschen. Ein Trauer was in der Welt geschieht. Mein Herz weint.

  1. Traurig!

    Der Einmarsch von Soldaten des Golf-Kooperationsrates in Bahrain fand weitgehend unter Ausschluß der internationalen Öffentlichkeit statt. Bei allem Verständis für für die japanische Katastrophe.. hat dies die mediale Aufmerksamkeit so sehr auf sich gezogen, daß selbst die aktuellen Geschehnisse in der arabischen Welt als Randerscheinungen wahrgenommen werden. Leider wird es erst mal so weitergehen.An der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vorbei werden die USA und andere weiterhin ihre Pläne durchziehen.Wer denkt und redet ncoh an Ägypten, Jemen, Afghanistan und.....HAITI!!!
    Ein bischen Libyen-Nachrichten,Bharain und viel über Japan das wars schon...

  1. xabar sagt:

    Das bahrainische Regime wird direkt von den USA und Großbriannien kontrolliert. Gates, der Sonntag in Bahrain war, hat die Intervention angeordnet, um zu verhindern, dass sich der Flächenbrand der Demokratiebewegung auf Saudi Arabien ausdehnen kann. Man hat aus den Vorgängen in Ägypten gelernt und möchte, dass sich so etwas nicht wiederholt.

    Diese Sache erinnert mich an die Intervention der indonesischen Regierung 1975 in Ost Timor, wo eine antiimperialistische Bewegung die ehemalige portugiesische Kolonie kontrollierte. Henry Kissinger (Friedensnobelpreisträger) und Gerald Ford, der damalige Präsident, der gar nicht gewählt worden war, sondern Nixons Nachfolge angetreten hatte als dessen Vizepräsident, tauchten in Jakarta auf und einen Tag später verübte das indonesische Regime mit amerikanischen Waffen auf der Insel ein kolossales Massaker an Tausenden von Menschen, um die antiimperialistische Bewegung unter Führung der Frelimo auszuradieren. Etwa 100.000 Menschen kamen ums Leben.

    Die USA stecken direkt hinter der Invasion der Saudis und sind unmittelbar verantwortlich für die entsetzlichen Morde, die dort jetzt an wehrlosen Menschen passieren. Die sog. Sicherheitskräfte schießen aus ihren Fahrzeugen oder aus Hubschraubern heraus auf an der Straße stehende Menschen; sie erschießen kaltblütig Menschen, die 'Allah Akbar' rufen und die Hände nach oben strecken und sich mitten auf die Straße stellen. Was für Helden hat Bahrain! Was für ein tapferes, mutiges Volk! Hoch lebe das mutig kämpfende bahrainische Volk!

    Es sind faschistische Killer am Werk, die direkt von den USA und Großbritannien angeleitet werden, die diese Mörderbanden ausgebildet und mit allem Nötigen für die Unterdrückung des eigenen Volkes ausgerüstet haben.

    Mehrere Anführer der Demokratiebewegung sind festgenommen worden. Wir wissen, dass in bahrainischen Gefängnissen gefoltert wird, so wie in ägyptischen Gefängnissen gefoltert wurde. Die Zelte der auf dem Pearl-Platz campierenden Demonstranten wurden angezündet. Nervengas wurde gegen Protestierende eingesetzt, denen man nicht ansehen kann, ob sie Schiiten oder Sunniten sind, was überhaupt keine Rolle spielt.

    Der Iran wird sich nicht provozieren lassen: Der iranische Verteidigungsminister Vahidi gab eine Stellungnahme ab, aus der nichts dergleichen zu schließen war. In Teheran fand vor der saudischen Botschaft eine Massendemonstrationen statt, auf der die Invasion verurteilt wurde. Auch im Libanon und im Irak gab es große Protestkundgebungen, über die heute oder morgen nichts in unseren Zeitungen zu lesen sein wird.

    Aber hier steht es!

  1. Fatima sagt:

    @xabar und alle, die telnehmem möchten: Es findet am Samstag vor der Botschaft von Bahrain in Berlin eine Demo statt. Leider kann ich nicht teilnehmen, weil ich schon anderweitig einen Termin habe.

    Ort: Klingelhöferstrasse 7
    10785 berlin
    bus: 100, 106, 187

    Ort: Klingelhöferstrasse 7
    10785 berlin
    bus: 100, 106, 187

    Uhrzeit: 14.00-16.00 Uhr

  1. xabar sagt:

    @Fatima

    Danke für den Hinweis.

    In London findet gerade eine Demonstration vor der bahrainischen Botschaft statt. Eine Teilnehmerin berichtete von der Lage in Bahrain, dass das Regime jetzt den Notstand ausgerufen habe; die Menschen dürften nicht mehr ihre Wohnungen verlassen; Soldaten würden in die Wohnungen eindringen usw., alles Dinge, die wir eher vom israelischen Militär auf der West Bank oder in Gaza kennen.

    Auf Press TV hieß es, dass eine bahrainische Krankenschwester auf dem Weg ins Krankenhaus von saudischen Heckenschützen erschossen worden sei; das Salamaniya-Krankenhaus stehe unter dem Befehl eines Militärs, Personal, Ärzte seien entlassen worden; Verletzte werde der Zutritt zum Krankenhaus verweigert. In dem Dorf Deih westlich von Manama wurden Menschen auf dem Weg in die Hauptstadt von saudischem oder bahrainischem Militär mit scharfer Munition unter Beschuss genommen.

    Die Brutalität gleicht der des chilenischen Pinochetregimes, das 1973, nach dem 11. September, ähnlich brutal gegen die demokratischen Kräfte der Unidad Popular Salvador Allendes vorging, nachdem der von den USA gesponserte CIA-Putsch unter Federführung von Henry Kissinger erfolgreich war. Ich werde die Szenen von damals nie vergessen: Dem Sänger Victor Jara, der im Stadion von Santiago, das man in ein großes KZ umgewandelt hatte, seine Freiheitslieder auf seiner Gitarre sang, hackte man die Hände ab; Tausende Menschen verschwanden einfach in irgendwelchen Kellern...

    Die irakische und syrische Regierung haben den Einmarsch klar verurteilt; auch der UN-Menschenrechtsrat und Amnesty International. Der syrische Außenminister befindet sich auf dem Weg nach Teheran zu Konsultationen. Der Iran hat angekündigt, humanitäre Hilfe zu leisten.

    Morgen nach den Freitagsgebeten wird in den arabischen Staaten wieder einiges los sein, und die Proteste werden diesen Einmarsch mit Sicherheit thematisieren.

    Die USA haben dem saudischen Regime erst kürzlich militärische Ausrüstung in Höhe von 60 Milliarden Dollar (!) zukommen lassen, in weiser Voraussicht auf das, was kommen würde - sechzig Milliarden, die dem saudischen Volk gestohlen wurden, um damit auch die eigene Bevölkerung in Schach zu halten, die auch morgen wieder protestieren wird.

  1. Fatima sagt:

    @xabar: Und in den Medien kommt darüber überhaupt nichts! Eine Sondersendung nach der anderen über Japan, ist ja auch in Ordnung, was dort passiert ist und noch passiert, ist furchtbar.
    Das zweite beherrschende Thema ist Libyen. Aber über Bahrain kommt gar nichts oder nur eine Randmeldung.

    Ich möchte nicht wissen, was los gewesen wäre, wenn die Hizbollah damals in Iran einmarschiert wäre, um dem Staat gegen die Grünen beizustehen. Aber hier marschieren die Saudis mit Panzern in ein Nachbarland ein, und NICHTS passiert, außer einem "dududu" von Westerwelle ("Westerwelle fordert ein Ende der Gewalt"). Das wird die Könige und Prinzen wohl kaum jucken, es ist ja sowieso nicht ernst gemeint.

  1. Roman-K sagt:

    In mir entbrennt solch ein Zorn, wenn ich diese Bilder sehe, wie einfach auf Menschen geschossen wird als ob sie Vieh wären! Und die sollen gegen diese brutale Staatsgewalt was ausrichten können?

    Einige Leute hier glauben ja dass jegliches Militär machtlos ist gegen den Willen und den Kampfgeist des Volkes für die Demokratie.
    Das ist doch absurd.
    Man schaue sich die Demonstranten an, die laufen da herum wie die durchgescheuchten Hühner, während hinter ihnen schwerbewaffnete Soldaten mit Maschienengewehren stehen.
    Ich wünsche es dem Volk in Bahrain wirklich von ganzem Herzen, dass sie demokratische Strukturen in ihrem Land aufbauen können.
    Nur sehe ich die Sache realistisch und weiß, dass diese Demonstrationen resultatloses Blutvergießen bedeuten!
    In Ländern wie Ägypten, Libyen oder Tunesien ist es etwas anderes da dort die Umstände nicht ganz so harsh sind - aber in Ländern wie Saudi-Arabien oder Bahrain wird einfach alles plattgewalzt und niedergeschossen was zwei Beine hat und zu nahe kommt.
    Das einzige was m.M. nach hier noch helfen würde, wenn man den Bahrainischen Protestanten militärische Unterstützung aus dem Ausland anbieten würde. Wenn sie dem zustimmen würden, hätte das Saudische Militär wenigstens einen Gegner auf Augenhöhe, nicht die kleinen Bürger in ihren T-Shirts auf den Straßen. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass in Saudi-Arabien demokratische Strukturen entstehen. Ziemlich traurige Sache.

  1. xabar sagt:

    @Romn-K.

    Wie hat Indien seine Unabhängigkeit von Großbritannien durchgesetzt? Durch einen bewaffneten Befreiungskampf? Nein, durch völlig gewaltfreie Aktionen unter Führung eines charismatischen Mannes namens Mahatma Ghandi. Wie hat der Iran seine Unabhängigkeit von den USA erkämpft? Durch einen gewaltfreien, religiös betonten Widerstand unter Führung des charismatischen Khomeini.

    Nehmen wir ein Gegenbeispiel: Den bewaffneten Befreiungskampf der Farc-Rebellen in Kolumbien, der nun schon Jahrzehnte andauert, ohne dass diese FARC der Befreiung einen Millimeter näher gekommen ist - und dass obwohl sie über ganz gute Waffen verfügt.

    Auch Che Guevarra setzte auf einen bewaffneten Befreiungskrieg und scheiterte, weil er nicht die Unterstützung der bolivischen Bauern fand. Auch die Palästinenser versuchten es mit Selbstmordattentaten und Terror. Sie scheiterten und setzen inzwischen voll und ganz auf den unbewaffneten, friedlichen Widerstand und den zivilen Ungehorsam.

    Der gewaltfreie, friedliche Widerstand wirkt in die Breite und zieht nach und nach immer mehr Menschen in den Bann des Widerstandskampfes. Eines Tages gibt es Risse in der herrschenden Klasse und sie zerbricht wie ein Tonkrug. Und übrig bleiben die Scherben, die man dann ins Geschichtsmuseum stecken kann.

    Der gewaltfreie Widerstand dauert lange, aber er führt zum Ziel, vorausgesetzt, er wird konsequent und zielstrebig fortgesetzt. Er ist wie das weiche Wasser, das, wenn es nur lange genug gegen den harten Stein fließt, diesen erst aushöhlt und dann eines Tages zerbricht.

  1. Fatima sagt:

    @xabar:

    Es ist nicht nur die Art und Weise des Widerstands, der Indien und Iran zur Unabhängigkeit verholfen hat, sondern auch diese beiden Führungsfiguren. Sowohl Gandhi als auch Imam Khomeini lebten das vor, was sie glaubten. Beide zeichneten sich durch extrem bescheidene Lebensführung aus und waren nicht abgehoben, sondern lebten unter und mit ihren Völkern, kannten ihre Sorgen und Nöte, im Gegensatz z.B. zur sogenannten "palästinensischen Autonomiebehörde", deren Funktionäre in Luxuskarossen herumfahren, während das Volk Not leidet. Solche "Vorbilder " sind nun mal nicht glaubwürdig. Die Hamas hat auch von Hizbollah gelernt, die niemals Attentate auf Zivilisten verübten. Auch der Hizbollah ist es trotz enormer waffentechnischer Unterlegenheit gelungen, die israelischen Besatzer aus dem Land zu vertreiben.

  1. xabar sagt:

    In Bahrain fanden heute erneut große Kundgebungen statt: in Deraz, in Hamad-City und anderswo fanden sich wieder Tausende zusammen und trotzten den sog. Sicherheitskräften unter Lebensgefahr. Die Beerdigung eines erschossenen jungen Bahraini wurde zu einer machtvollen Kundgebung gegen das landesverräterische Regime und seine ausländischen Komplicen. Welch einen Mut die Bahrainis zeigen!

    Auch Qatar beteiligt sich an der ausländischen Intervention gegen die von Sunnis und Schiiten getragene Pro-Demokratiebewegung. In Manama, auf dem Perlenplatz, wurde das Freiheitsdenkmal zerstört und der Platz mit den Zelten geschleift, damit es dort keine zentralen Demonstrationen mehr gibt. Dafür gibt es jetzt woanders sit-ins.

    In Saudi Arabien hat es in gleich sieben oder acht Städten Sympathiekundgebungen mit Bahrain und gegen die militärische Intervention gegeben: in Qatif, im Osten des Landes, wo die Polizei zehn Demonstranten schwer verletzte, in Omran und anderswo.

    König Abdullah hat eine Rede gehalten und 'handouts' verkündet: Mehr Lohn, mehr Sozialleistungen, um die Menschen ruhigzustellen, gleichzeitig aber gedroht, dass gegen Proteste rigoros durchgegriffen werde, weil sie 'unislamisch' seien.

    Der saudische König glaubt, dass man sich mit Geld alles kaufen kann, dass man nur mit ein paar Dollarnoten zu wedeln braucht, um die Menschen davon abzubringen, für ihre elementarsten Rechte einzutreten.

    Es ist die erbärmliche Denkweise von korrupten Potentaten, deren Zeit abgelaufen ist.

    Kein Volk, das etwas auf sich hält, lässt sich seine Würde abkaufen, auch nicht das saudische.

  1. Roman-K sagt:

    @xabar:

    Ich stimme dir zu, dass man oft mit friedlichen Demonstrationen und zivilem Ungehorsam mehr erreichen kann als mit roher Gewalt gegen die Militärmaschinerie des Staates!

    Nur, wir reden hier nicht von Indien. Wir reden hier von einem Land namens Saudi-Arabien. Das härteste und brutalste Land in der Welt! Ein Land in dem man schon niedergeknüppelt wird, wenn man nur seine Lippen über den König kritisch bewegt. Von Versuchen, Proteste zu organisieren oder an ihnen teilzunehmen wollen wir erst gar nicht sprechen! Da wird man direkt aus nächster Nähe erschossen!

    Auch ziviler Ungehorsam nützt in Saudi-Arabien nichts! Dafür kommt man bestenfalls in den Knast.

    Es gibt eben Länder auf der Welt bei denen man sagen kann, dass mit friedlichen Demos (sofern nicht gleich niedergeschossen) etwas erreicht werden KANN!
    Absolute Monarchien wie Saudi Arabien werden niemals zulassen, dass sich ein gleiches Szenario wie in Indien ereignet!

    Falls ich in meinem Leben je erleben sollte, dass in SA eine Demokratie entsteht *kopfschüttel*, dann sitze ich aber mit klaffendem Unterkiefer vor dem Monitor!

  1. xabar sagt:

    @Roman-K

    Indien war damals nicht Indien, sondern eine britische Kolonie. Und die damalige größte Kolonialmacht wurde besiegt - eine Macht, die ein riesiges Weltreich besaß, in dem die Sonne nicht mehr unterging.

    Wenn aber eine aus dem 2. Weltkrieg siegreich hervorgegangene Weltmacht durch friedlichen Protest und zivilen Ungehorsam der breiten Massen besiegt werden kann, warum kann dann eine viel kleinere Macht, die auf der Macht von nur 8000 Prinzen basiert, nicht besiegt werden?

    Entscheidend sind folgende Dinge:

    1. Die Einheit und Geschlossenheit des Widerstands ungeachtet religiöser, sozialer oder politischer Unterschiede;

    2. Ein klares politisches Programm, das dieser Einheit dient und die Ziele und die Gegner klar benennt;

    3. Eine charismatische Persönlichkeit, die den Kampf symbolisiert und die Massen noch stärker zusammenführt.

    4. Die Ausdauer und Disziplin der Proteste, die sich auf Monate ununterbrochenen, friedlichen Protest vorbereiten muss und aus den Abläufen ununterbrochen lernt und neue Strategien entwickelt.

    Die moralische Überlegenheit darf nie aufgegeben werden. Man muss sich von vorneherein von Provokateuren, Anarchisten, Gewalttätern, Plünderen distanzieren und darf sich nie provozieren lassen.

    Durch einen solchen gewaltlosen Widerstand in den USA wurde der Vietnam-Krieg beendet. Und es gibt zig andere Beispiele, dass diese Art von Widerstand die einzig erfolgversprechende ist.

    Gegen das geeinte Volk, das entschlossen vorgeht und bereit ist, Opfer zu bringen, in den Tod zu gehen, ist jede Militärmacht machtlos.

    Ist erst einmal die Angstschwelle überwunden, dann kann man diese Massen nicht mehr durch Massaker aufhalten. Man kann Massaker anrichten wie jetzt im Jemen, aber das nützt den Mächtigen nichts, weil sie nicht ein ganzes Volk umbringen können.

    Eines Tages gehen dann Teile der frustrierten herrschenden Klasse zum Widerstand über und liefert sogar die Waffen.