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Iran gewinnt, Amerika verliert

Dienstag, 8. März 2011 , von Freeman um 16:00

Aus einer geopolitischen Betrachtung gesehen, sind die Ereignisse auf der arabischen Halbinsel viel wichtiger, als was in Libyen gerade passiert. Der Fokus der Weltöffentlichkeit ist jetzt auf Libyen gerichtet, aber der Ausgang der Demonstrationen in den Ländern am Persischen Golf ist eigentlich entscheidend. Die Unzufriedenheit in Bahrain, Saudi Arabien, Oman, Jemen und auch neu in Kuwait, darf nicht ausser Acht gelassen werden und was dort passiert ist massgebend für die Region und für die Welt. Die grosse Frage lautet, wird Washington dadurch seinen Einfluss dort verlieren und der Iran seinen erweitern?

Seit dem Fall des Osmanischen Reich, hat der Westen versucht den Einfluss des Iran auf die Golfregion einzudämmen. Zuerst Gross- britannien und dann die Vereinigten Staaten, die kontinuierlich die Länder auf der arabischen Halbinsel beeinflusst und deren Machthaber am Ruder gehalten haben. Es ging nicht nur um die wichtigen Ölressourcen, sondern auch um eine vermeintliche Dominanz des Iran zu verhindern. Das gipfelte in der Entfernung der demokratisch gewählten iranischen Mossadeq-Regierung und Einsatz des prowestlichen Diktators Schah Mohammad Reza Pahlavi, ein Umsturz bekannt unter dem Namen „Operation Ajax“ der CIA.

Es war immer schon die Politik der Westmächte, die Region aufzuspalten und gegeneinander aufzuhetzen. Deshalb wurde auch die Marionette des Westens, Saddam Hussein, dazu animiert, einen Krieg gegen den Iran anzuzetteln. Es ging darum, den Iran mit einem Krieg zu schwächen. Sie lieferten dem Irak alle erdenkliche Unterstützung, mit Waffen, Logistik und Beratung, um den Krieg der acht Jahre andauernde zu führen, der Millionen von Opfern auf beiden Seiten kostete.

Als Saddam nicht mehr mitspielen wollte und der Irak selber geschwächt war, haben sie ihn zum bösen Diktator umgemünzt, ihn als grosse Gefahr für die Nachbarländer hingestellt und den Irak mit der Lüge der Massenvernichtungswaffen angegriffen und besetzt. Geleichzeitig gelang es den Amerikanern, ihre Militärbasen auf der arabischen Halbinsel massiv auszubauen. So konnten sie ihre Präsenz in der Region begründen und die Scheichs haben ihnen alle Türen geöffnet und das US-Militär in ihre Länder reingelassen. Es ging dabei aber immer nur um den Iran.

Trotz der Hochrüstung der Staaten am Golf durch die USA, sind diese Länder schwach und in der Bevölkerung rumort es. Die absolute Herrschaft eines königlichen Despoten nach dem anderen wird dort in Frage gestellt und damit auch die Präsenz des US-Militär.

Die Iraker selber wollen sie endlich loswerden und deshalb hat Washington quasi einen Rückzug per Ende 2011 angekündigt. Das Vakuum könnte der Iran füllen, der jetzt schon sehr viel Einfluss auf die irakische Politik hat. Die Iraker haben erkannt, von Amerika „demokratisiert“ zu werden bringt nur Unheil, Tod und Zerstörung. Viele wünschen sich die Zeit von Saddam Hussein zurück, da funktionierte wenigstens die Infrastruktur und die Sicherheit war gewährleistet. Das totale Chaos kam erst mit der „Befreiung“ durch Washington.

Wer Amerika als Freund hat, hat den schlimmsten Feind im Haus, wissen mittlerweile alle Araber und nicht nur die.

Die Menschen in den arabischen Ländern haben realisiert, die USA hat nur eigene egoistische Interessen und will keine wirkliche Demokratie. Sie haben erlebt, wie Washington die brutalen Diktatoren seit Jahrzehnten gegen ihren Willen an der Macht halten, wie diese Königsfamilien das ganze Vermögen der Länder nur für sich nutzen, wie die Einnahmen aus dem Öl verprasst werden und wie diese Parasiten wie Maden im Speck leben, während sie unterdrückt und in Armut gehalten werden. Diese verfehlte Aussenpolitik Amerikas rächt sich jetzt. Die Machtbalance in der Region dreht sich gegen Washington, zum Vorteil des Iran.

Der Iran muss gar nicht gross etwas dabei tun, sondern nur zuschauen, wie die Bevölkerung in den arabischen Ländern ihren aufgestauten Frust und ihre Wut zum Ausdruck bringen und einen Wandel verlangen. Sogar unter dem restriktivsten aller Regime in Saudi Arabien kocht es. Das Herrscherhaus versucht mit drakonischen Massnahmen, wie mit einem totalen Demonstrationsverbot und massiven Polizei- und Militär- aufmarsch, jedes Aufbegehren im Keim zu ersticken. Am kommenden Freitag den 11. März ist dort ein landesweiter „Tag des Zorns“ geplant, der mit aller Macht verhindert werden soll.

Auch die Bestechungsversuche mit Geld und anderen Massnahmen von “Brot und Spiele” funktioniert nicht mehr, denn die Protestwelle hat Kuwait erfasst. Jugendgruppen verlangen Mitsprache und demokratische Freiheiten. Nach dem Vorbild der Aufstände in Tunesien und Ägypten fordern sie die Absetzung des Ministerpräsidenten und mehr politische Freiheiten. Die jungen Kuwaiter sind trotzt Demonstrationsverbot auf die Strasse gegangen. Im einer der engsten Verbündeten Washingtons gibt es nicht mal die Möglichkeit Parteien zu gründen und das Parlament ist eine Farce. Die selbe Herrscherfamilie regiert schon seit 250 Jahren.

Bemerkenswert ist, beim ersten Golfkrieg den Vater Bush inszenierte und dadurch begann, in dem er Saddam in eine Falle gelockt hat, liessen sich junge Amerikaner töten, um dieses kuwaitische Regime wieder an die Macht zu bringen.

Aber der Testfall ist Bahrain. Dort wird die Bevölkerungsmehrheit der Schiiten massiv unterdrückt und nur die sunnitische Oberschicht geniesst alle Privilegien. Historisch gesehen gehört der Inselstaat aber zum Iran. Die Briten haben nach dem II. WK eine prowestliche Marionette daraus gemacht, die selbstverständlich nur ihren strategischen Interessen dient.

Mittlerweile haben die Amerikaner dort übernommen und es ist der Heimathafen der 5. Flotte der US Navy, dessen Hauptzweck ist, den Iran in Schach zu halten. Bahrain hat keine Ölquellen, sondern lebt hauptsächlich von den Einnahmen als Finanzzentrum. Faktisch ist es ein Teil von Saudi Arabien und das Haus von Saud betrachtet es so.

Ein Sturz der Regierung von Bahrain, durch die unterdrückte schiitische Mehrheit, würde die schiitische Minderheit in Saudi Arabien stärken. Ausserdem würde es die militärische Präsenz der USA in der Region schwächen. Der Hass auf die Despoten würde sich automatisch auf die Amerikaner im Land übertragen, denn nur sie sind es, welche die Unterdrückung toleriert, ermöglicht und gutgeheissen haben. Ein erzwungener Rückzug aus der Region wäre ein mögliches Resultat. Der Iran würde davon profitieren und als lachender Dritter herauskommen.

Die Iraner lachen jetzt schon und gewinnen, denn der steigende Ölpreis durch die Aufstände in den arabischen Ländern spühlt ihnen als einer der grössten Öl- und Gasproduzenten der Welt mehr Geld in die Kassen. Auf der anderen Seite ziehen die hohen Benzinpreise den amerikanischen Bürgern mehr Geld aus der Tasche, es bleibt weniger für den Konsum übrig, die Wirtschaft stagniert und das Handelsdefizit steigt noch mehr.

Sollten die Saudis in Bahrain mit eigenen Militär intervenieren, um einen Machtwechsel zu verhindern, dann würde es die Position des Iran noch mehr stärken. Sie hätten das perfekte Argument um zu zeigen, wer wirklich demokratische Bestrebungen verhindert und würden noch mehr Sympathie in der arabischen Welt gewinnen. Egal wie, die Amerikaner verlieren so oder so.

Sie sind in einem Dilemma. Wenn sie den Machthabern dabei helfen, den Demokratisierungsprozess niederzuschlagen, verlieren sie. Wenn sie ihn zulassen, verlieren sie auch. Denn egal wer dann regiert, die Menschen werden nicht vergessen, wem sie die bisherigen Freiheitsein- schränkungen durch ihre Despoten zu verdanken haben.

Was in Bahrain passiert ist der Schlüssel zu allen weiteren Ereignissen und hat weitreichende Auswirkungen, könnte sogar zum Fall des saudischen Regimes führen, das Kernland auf der arabischen Halbinsel. Das würde die Situation in der Region dramatisch verändern und den Iran als Sieger dastehen lassen.

Aber Washington hat sich diese mögliche Niederlage selber zuzuschreiben. Man kann nicht jahrzehntelang brutale Diktaturen, die ihre Bevölkerung unterdrücken, an der Macht halten, ohne irgendwann die negativen Konsequenzen daraus zu kassieren.

Die Türkei hat sich bereits schon länger kritisch gegenüber der verfehlten Politik Washingtons in der Region geäussert, hat seine eigene Stärke erkannt und sieht kein Problem mit dem Nachbarn Iran zusammenzuarbeiten. Das strategisch wichtige Ägypten mit ihrem besten Freund Hossni Mubarak ist ihnen abhandengekommen, Ben Ali aus Tunesien auch, in Marokko und Algerien gärt es, in Libyen findet gerade ein blutige Revolution statt, der Thron in Jordanien wackelt und die ganze arabische Halbinsel ist in Aufruhr.

Mit dieser realistischen Betrachtung der Situation, ist es sehr verwunderlich wie jemand behaupten kann, die Amerikaner haben diese Umwälzung in der arabischen Welt gewollt oder stecken sogar dahinter. Logisch ist wohl eher, sie wollen alles andere, als ihre mit Billionen an Dollar und in Jahrzehnten aufgebaute „Stabilität“ gefährden, sind durch die Ereignisse völlig überrascht und müssen mit Schrecken feststellen, ausgerechnet der Iran könnte davon profitieren. Jetzt brennt es an allen Ecken und sie müssen zuschauen, wie ihr strategisches Kartenhaus im Nahen Osten zusammenbricht. Egal was sie jetzt machen, es ist falsch.

Um die Priorität Washingtons zu deuten muss man nur schauen, wo die Flugzeugträger im Augenblick stationiert sind. Die Enterprise ist im Roten Meer, die Carl Vinson im Arabischen Meer, die anderen im Pazifik oder in ihrem Heimathafen. Es gibt keinen Flugzeugträger im Mittelmeer. Das heisst, zwei sind um die arabische Halbinsel platziert, dort scheint es wichtig zu sein. Vor Kreta liegt nur der Hubschrauberträger Kearsarge. Mit dem alleine kann man keinen Angriff auf Libyen machen und eine Flugverbotszone sowieso nicht.

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat gerade geäussert, wer eine Flugverbotszone über Libyen will, dem muss klar sein, das bedeutet ein neuer Krieg. Und er sagte weiter, wer dem Präsidenten noch einen Krieg empfiehlt, der muss seinen Kopf untersuchen lassen. Das heisst, die Amerikaner sind kriegsmüde, völlig pleite und tanzen schon auf zu vielen Hochzeiten, sprich führen zu viele Kriege und müssen Drohkulissen in alle Richtungen aufrecht erhalten, sind damit völlig überfordert.

Ein gesamtes Verteidigungs- und Kriegsbudget von realistisch 1,2 Billionen Dollar, ja, 1'200 Milliarden pro Jahr, ist nicht mehr finanzierbar. So viel kostet diese Militärmaschinerie. Von jedem Dollar den sie ausgeben, müssen sie 40 Cents sich borgen. Die Chinesen machen das nicht mehr länger mit. Washington hat für den Monat Februar ein Defizit von 223 Milliarden Dollar eingefahren, das grösste in der Geschichte. Ich wiederhole, ein 223 Milliarden Defizit nur in einem Monat, das fast so hoch ist wie die gesamten Steuereinahmen der BRD in einem Jahr!!!

Die USA sind so was von bankrott, nicht nur finanziell, sondern auch moralisch, es übersteigt jede Vorstellungskraft.

Das kommt davon wenn man meint, eine Weltherrschaft aufbauen zu müssen, überall präsent zu sein und sich in allem einzumischen. Der Grössenwahn hat zur Selbstzerstörung geführt. Diese schmerzhafte Lektion haben schon ganz andere Imperien erlebt, die alle früher oder später verschwunden sind.

Heute wie damals, gibt es die Annahme, weil das amerikanische Imperium beeindruckend und allmächtig erscheint, kann es alle „Feinde“ nur mit militärischer Stärke besiegen und alle Völker seinen Willen aufdrücken, ausbeuten und beherrschen. Nur ihre arrogante, überhebliche und egoistische Denkensart ist die richtige, ist gut und gerechtfertigt, ausserdem siegen sie immer. Die Römer haben gleich gedacht, denn die letzten Münzen die geprägt wurden hatten den Spruch darauf „Roma Invicta“, Rom ist unbezwingbar, nur dann war Schluss.

insgesamt 20 Kommentare:

  1. Hans sagt:

    Eine seltsame Geschichte mit Amerika. Vor dem ersten Weltkrieg hat man Außenpolitisch keinen Einfluss. Per "Zufall" wird man in den ersten Weltkrieg miteinbezogen worauf die von Amerika unterstüzte Seite gewinnt. Der zweite Sieg dann im zweiten Weltkrieg hat ihnen wohl dann den rest gegeben. Seitdem hält sich Amerika für Gott höchstpersönlich, so hat es den Anschein. Doch seitdem sind sie meiner Meinung nach auch immer mehr am Versagen. Zwar konnten die Amerikaner mehr oder weniger ihre Vorherrschaft bis heute halten doch jetzt werden sie den Preis dafür zahlen müssen. Wo Größenwahn hinführt hat uns die Geschichte schon tausend mal gezeigt...

  1. Der Niedergang Amerikas ist offenbar, das Imperium zerfällt und andere ringen um den Einfluss. Auch wenn die Revolitionen im Nahen Osten originär aus dem Volk kommen, so kann man kaum einschätzen, wer alles hinter den Kulissen um Einfluss ringt.

    Eigentlich ist das, was derzeit im Nahen Osten passiert, genau das, wovon Bush damals sprach: Der Domino-Effekt, die Welle der Demokratie, die sich über die Region ausbreitet. Nur wurde es mit anderen Mitteln erreicht.

    Ich halte es nicht für abwegig, dass sowohl globale als auch amerikanische Interessen schon im Vorfeld der Demonstrationen in irgendeiner Form eingewirkt haben (hier könnten die Depeschen aus dem Nahen Osten vielleicht Einblicke liefern). Das ägyptsiche Militär hat sich relativ schnell von Mubarak verabschiedet, und die Verbindungen auf militärischer Ebene zwischen den USA und Ägypten sind Jahrzehnte alt und besser als alle politischen (Militärs stellen sich keinen Wahlen, sie pflegen oft jahrzehnte lange persönliche Beziehungen über Ländergrenzen hinweg). Eine Krise im Nahen Osten treibt dazu den Ölpreis in die Höhe, was von der Dollarschwäche ablenkt. Bei einem Preis von 150 oder 170 Dollar für Öl wird die Weltwirtschaft wieder zusammenbrechen, und die Regierung der USA könnte die Verantwortung für das Ende des Dollars von sich weisen. Und nicht zuletzt lenkt eine außénpolitische Krise von innenpolitischen Problemen ab.

    Außerdem, wie George Soros gesagt hat, hegt man die Hoffnung, dass der Iran am Ende der Dominokette steht. Damit wäre man ein weiteres Problem los.

    Hinzu kommt, dass Ägypten als Hegemonialmacht im Westen Arabiens (wann werden sie wohl Truppen nach Lybien schicken?) durchaus interessant für den Westen wäre.

    Und man wäre auch alle Despoten los ist, mit denen man die ganzen dreckigen Deals gemacht hat - alle Verpflichtungen werden hinfällig. Die vielen Dollars, die in die Taschen der Despoten geflossen sind, werden einfach verschwinden. Schulden müssen nicht zurückgezahlt werden (die Despoten haben Jahrzehntelang die Schulden gekauft, die die USA für das Öl gemacht haben - das war der Deal)

    Auch wenn ich durchaus glaube, dass die Revolutionen derzeit vom Volke ausgehen, schon jetzt sind überall die Manipulatoren ausgeschwärmt, um die neue Ordnung zu gestalten, die sich aus dem Chaos ergibt. Und derzeit werden alle Mittel darangesetzt, dass die Nationalisten - denn das waren die Despoten - durch Globalisten ersetzt werden.

    Es ist müßig darüber zu streiten, wie die Revolution begann - inzwischen dürften sich altebekannten Spieler in Stellung gebracht haben. Derzeit weiss sicherlich niemand, wie es ausgehen wird. Aber es ist zumindest ein gutes Zeichen, dass sich viele im Nahen Osten der NWO bewusst sind.

  1. Stephan sagt:

    der ami fault von innen heraus, er ist pleite und sein politisches system morbide, einzig der kapitalismus lebt, dem geht´s aber ejtzt auch ans leder und wenn der sprithahn erst mal nur noch tröpfelt, tja, dann muß er ami die 5. flotte nach hau so.se rudern, bei wasser und brot und es ist gut

  1. appe sagt:

    Danke Freeman
    "deine Analyse ist unübertrefflich"
    Interessant wie du uns die ganze Zeit auf die Flugzeugträger hinweist ;)
    ----------------
    letztmalig in einem Bericht von dir
    kam im hervorschein das die iransiche Flotte seid Jahrzehnten das erstemal durch den Nil schifften !

    das nenne ich einen teilerfolg,sowie das abbröckeln alle Intuitionen die von amerikanischen imperialistischen nach Kriegsgeshcichten resultierten
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    esist der eerste Schritt zur Geneshugn allen Übelst,die Amerikanische Führung muss nun eingestehn, Ihre Einschätzung
    strategisch über Leiche gehn z müssen, zeigt nun uns allen wer der wirkliche Feidn ist, die Politik in diesem Machtbessesenen ScheinDemokratie
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    Danke für den äußerts gelungen informatieven Weitblick dir Freemans

  1. skywalker sagt:

    nicht nur daß das weltweite Kriegstreiben der USA ein reines Kostenproblem für das Imperium stellt, die Moral der Soldaten schwächt sich immer mehr, der wahre Sinn des Ganzen wird vielen US-Soldaten bewusst und hinterfragt: wofür machen wir das eigentlich? Ist der Wille und die Moral der Truppe erstmal geschwächt, dann gewinnt man keinen Kampf mehr...

  1. lothar sagt:

    Ich möchte einen weiteren Aspekt anbringen insbesondere zum Thema Beteilgung der USA.

    Ich gebe Freemann vollkommen recht, dass das nicht von der US-Administration ( die ja nicht die USA ist ) gesteuert ist. Vielleicht jedoch von Kräften auch aus den USA. Die NWO will ja eine NWO sein und da stört eine Grossmacht wie die USA auf Dauer, weshalb diese Revolutionen, ob gemacht oder nicht, durchaus dazu genutzt werden können, um auch die USA vom Sockel zu stossen.

  1. Im Prinzip der Ablauf, wie in Paul Kennedys erfolgreichen Buch von 1987 beschrieben ("Aufstieg und Fall der großen Mächte").

    Alle Mächte befinden sich innerhalb des gleichen Rythmus:

    1. Aufstieg
    2. Überdehnung
    3. Erschöpfung
    4. Abstieg

    So war es in großen und ganzen bei allen Großmächten der Geschichte, egal ob sie Rom, Byzanz, Osmanisches Reich oder Britisches Empire, Spanien und Sowjetunion hießen.

    Die USA dürften sich wohl zwischen Phase 3 und 4 befinden, und eine Verzettelung in verschiedene Kriegsschauplätze war stets ein Zeichen für einen beginnenden Abstieg. So waren die römischen Legionen die mächtigsten Einheiten ihrer Zeit, konnten aber nicht gleichzeitig im Westen und Osten des Reiches agieren. Die britische Flotte war zwar Herrscherin der Meere, konnte aber alleine das Empire auf allen Weltmeeren nicht gleichzeitig aufrechterhalten. Und auch die USA haben in Weltgeschichte nicht aufgepasst, und ihre Ressourcen für eine weitere Kriegführung sind im Prinzip erschöpft oder zumindest stark überspannt.

    Nebenbei: Nach dem Fall der Sowjetunion rückte Kennedys Buch wieder in den Mittelpunkt des Interesses, da er ja den Untergang der UdSSR quasi vorhergesagt hat. Damals hieß es allerdings, einem demokratischen, freien Staat wie der USA könne dies aber nicht passieren...
    Da fragt man sich nun, hatten die anderen Historiker unrecht oder kann man das als Beweis ansehen, das die USA eben kein demokratischer, freier Staat ist? ;-)

  1. ali.iklil sagt:

    Die Sowjet's die Japaner, Chinesen, Afghaner, Araber, Iraqer und Vietnamesen werden diese Chance nützen und Amerikazerschlagen.

    Amerika sollte jetzt sofort mit allen aussenpolitischen Interventionen aufhören und hoffen dass ihre Feinde gnädig sind.

    Libyen gibt es eh schon paar Kriegsschiffe der USA, nur eine Frage de Zeit bis das jemand angreift und die USA zurückfeuern und die anderen wieder feuern und es immer so weiter geht.

  1. Reiner sagt:

    "Wer Amerika als Freund hat, hat den schlimmsten Feind im Haus"

    Wir sollten dabei immer Differenzieren zwischen den Menschen und der Politik in diesem Land. Dieser Staat ist gegründet auf Millionen Toten Ureinwohnern. Bis heute ist man dort nicht bereit diese Verbrechen einzugestehen und das bildet die Ursache seine Verbrechen weiter zu führen. Ich wäre froh, wenn die USA zusammen brechen würde. Ob sie daraus lernen würden ist aber fraglich, denn sie wollen nicht lernen.

    Deutschland hat nicht nur den Krieg verloren, sondern wurde von den Siegern kolonialisiert. Russland hat sich nun zurück gezogen und die USA haben sich erweitert. Erst wenn die USA zusammenbricht, besteht die Chance wieder ein eigenständiger Staat zu werden.

    Jetzt wäre es an der Zeit endlich sich wie im Grundgesetz steht Verfassung zu geben.

    Artikel 146
    Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

    Das wäre der erste Schritt sich von der US Kolonialisierung zu befreien.

    Ich bin nicht Rechts und nicht Links sondern Freidenker.

  1. xabar sagt:

    Was in dem Beitrag nicht angesprochen wird, ist die Stellung Israels im Mittleren Osten, dem Vorposten der USA in der Region, der jedoch auch eigene Interessen hat.

    Der neue ägyptische Außenminister, dessen Namen ich vergessen habe, hat angedeutet, dass er die Blockade Gazas für überholt hält, dass sie aufgehoben werden muss. Das bedeutet: Dass der Raffah-Übergang, den Ägypten kontrolliert, wohl in absehbarer Zeit (vorausgesetzt, dass ägyptische Militär lässt es zu!) geöffnet wird und die Palästinenser ihrer Befreiung aus dem 'biggest open air prison' näher kommen. Damit wäre die israelische Politik gegenüber der Hamas gescheitert.

    Auch in Jordanien brodelt es. Sollte es auch dort zu einem Wandel kommen, sieht sich der Apartheidsstaat einer ganz neuen strategischen Lage gegenüber, was innenpolitische Auswirkungen haben wird und die pro-Friedenskräfte in Israel selbst stärken könnte.

    Im Libanon gibt es ebenfalls eine neue politische Situation nach dem Abgang des pro-amerikanischen ehemaligen Präsidenten Hariri und dem Erstarken des Widerstands unter der Führung von Sayyed Hassan Nasrallahs Hisbollah.

    Die arabischen Aufstände und Revoltionen haben also unmittelbare Auswirkungen auch auf Israel und seine Apartheids- und Landraubpolitik. Noch nie sah sich dieser Kolonialstaat seit seiner Gründung am 15. Mai 1948 einer so bedrohlichen Situation gegenüber.

    Auch die Zeit der Befreiung der Palästinenser rückt näher, denn auch sie sind Araber und auch sie verstärken ihren Widerstand. Jeden Freitag gibt es auf der West Bank Proteste gegen die Siedlungen und gegen die Apartheidsmauer.

    Es lebe der palästinensische Widerstand!

  1. Die USA sind auf dem Weg der Selbstzerstörung durch übermäßige Gier. Nun können sie ihre Bastionen nicht halten. Das macht Schule und wird sich über die arabischen Staaten hin zu den asiatischen Partnerstaaten bis hinauf nach Europa ausweiten. Denn auch in Europa wird sich die Anti-NWO-Welle erheben. Das will nur noch keiner sehen.

  1. Die USA sind spürbar auf dem absteigenden Ast. Das Weltreich bröckelt - zuerst an den Füßen (Afrika), dann an den Knien (arabische Welt), dann an den Händen (Asien und Südamerika) und schließlich an den Hüften (Europa und die im Osten anschließenden ehemaligen Sowjetrepubliken). Das ist unaufhaltsam und der Großteil der Europäer wird erst aufwachen, wenn es vor der eigenen Hütte brennt - in Frankreich, Portugal, Spanien, Italien, wir können nur hoffen, dass die deutschsprachigen Länder halbwegs ruhig bleiben. Aber weg müssen die Amerikaner auch da. Sie werden vielleicht abgezogen, um den inneramerikanischen Bürgerkrieg zu regulieren.

  1. W. Wallace sagt:

    Und mal angenommen die USA ist in absehbarer Zeit wirklich "gestürzt";

    WER GIBT DER BUNDES-ANGIE bzw. DER BRD DANN DIE KOMANDOS?

    Besteht in diesem weiteren Verlauf die Möglichkeit auf eine Souveränität eines deutschen Staates?

    Aber bei aller Vorfreude darüber, dass es den Amis momentan so richtig an den Kragen geht, habe ich die selben Bedenken wie mein Vorberichtserstatter (Wirtschaftsweiser), getreu des Sprichwortes "des einen Leid, ist des andren Freud!".
    Zunächst freut sich hier der Iran... zurecht!
    Aber nochmal 3,- Euro ins Phrasenschwein: "Wer zuletzt lacht..." -bitte keine NWO.

  1. m. sagt:

    Der Artikel passt in meine Überlegungen. Ich sehe das quasi genau so.
    Drann bleiben..

    Grüße

  1. xabar sagt:

    Wie die deutsche Linke die Vorgänge in Libyen sieht:

    Heute steht ein Artikel in der jungenWelt von dem linken Bremer Abgeordneten Rainer Rupp, der der Meinung ist, dass die Behauptung, Gaddafi würde auf Zivilisten schießen lassen und Massaker anrichten, 'reine Einbildung' und 'Kriegspropaganda' des Westens sei. Schließlich habe 'Russia Today' auch so etwas verlauten lasssen.

    Dabei pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass Gaddafi die Zivilbevölkerung von Zawija und Ras Lanuf mit Heckenschützen und Panzern angreift. In Ras Lanuf wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus bombardiert, Zawiya ist von seinen Panzern eingekreist und Snipers feuern dort von den Dächern auf Revolutionäre. Alles nur Einbildung.

    Rupp, ein Altkommunist, der heute noch hartnäckig die DDR verteidigt, sollte sich mal nach Ras Lanuf begeben, statt Pro-Gaddafi-Sprüche zu verbreiten.

    Wieder einmal mehr zeigt es sich, dass Die Linke nicht in der Lage ist, die Revolutionen in Nord-Afrika und im Mittleren Osten realitätsgerecht einzuschätzen, sondern an alten Dogmen festhält.

    Der 'Antiimperialist' und 'Revolutionsführer' Gaddafi war ja immer einer von uns.

    Umlernen fällt schwer.

  1. dave sagt:

    Spätrömische Dekadenz.

    Nur das diesmal nicht die Ärmsten unsere Gesellschaft gebrandmarkt werden.
    Es kommt das Ende der Neoliberalen Denkweise? Ich glaub nicht, aber man darf ja noch hoffen...

    Ein kompletter Artikel


    Danke Freeman

  1. Fatima sagt:

    @ Xabar: Zu Israel, es würde mit fallen, sobald die USA kollabieren. Ohne USA könnte dieser aggressive Zwergstaat gar nicht existieren.

    Jaja, mit den Altkommunismus sagst du was. Die Haltung mancher "Linker" zu Gaddafi irritiert mich auch sehr, muss ich sagen. Rainer Rupp schreibt an sich gute Texte, aber das , was du da zitierst, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
    Da wird teilweise der Sozialstaat Libyens gelobt . Gut mag sein, das war Irak auch. Trotzdem war Saddam ein Teufel, der mit dem Beelzebub ausgetrieben werden sollte. Genauso wie jetzt mit Gaddafi. Ich bin auf jeden Fall GEGEN eine militärische Intervention, wie auch im Falle Irak. Dennoch heißt das nicht, dass ich FÜR Gaddafi bin. Der Feind meines Feindes ist nicht notwendigerweise mein Freund.

  1. UNSCrupulous sagt:

    @ appe: die iranischen Schiffe sind nicht durch den Nil gefahren, hehehe
    ---
    Iran ist ein Schwellenland, das kurz davor steht zur Industrienation aufzusteigen. Das iranische Wirtschaftssystem, das selbst teilweise vom chinesischen inspiriert ist, dient der ganzen Erdölregion als Vorbild. Das Ziel ist eine Selbstversorgung und wirtschaftl. Unabhängigkeit von Rohstoffexporten. Als Kapital in China dienen die billigen Arbeitskräfte mit ihrer indoktrinierten Arbeitsmoral, während in den verwöhnten Erdölstaaten das Erdöl hinhalten muss. Man muss einfach mehr produzieren, als man konsumiert, damit man den technologischen Fortschritt von innen heraus finanzieren kann und dabei politisch unabhängig bleibt/wird. Und dabei ist es wichtig, dass parallel nicht in Palästen und Luxusgüter investiert wird, sondern besonders in die Bedürfnisse der arbeitenden Klasse.
    Da man im Westen von den Erdölstaaten abhängig ist, kann man sie sich politisch-unabhängig nicht leisten. Bisher hat man diese „Emanzipation“ mit dem Einsetzen von hörigen Herrscherfamilien oder mit künstlichen Konflikteskalationen unterdrückt. So sind die Erdölfördernden Staaten mehr vom Erdöl abhängig als die westlichen, die immer mehr in Richtung Erdölunabhängigkeit hinarbeiten (s. Atomkraft-Wiederbelebung, erneuerbare Energien und E10).
    Die Emirat-Staaten, die scheinbare Fortschritte zu verzeichnen hatten, wie am Bauboom zu sehen war, werden nach der kommenden Öl-Krise total zusammenbrechen. Dann nutzt ihnen die ausgebaute Infrastruktur nichts mehr. Die Dienstleistungswirtschaft vor Ort, wie das Bankensystem, hat ohne Öl keinen Sinn mehr… Produzieren tun sie nichts sonst… konsumieren dafür umso mehr…
    ---
    Ich hab letztens geschrieben, sie haben ein Ass im Ärmel: Israel. Sie haben sich mit dem Zionismus eine gefährliche Ideologie geschaffen und sie als Kontrapart zur „arabischen Erdöl-Emanzipation“ militärisch gemästet. Sie drohen sogar der neuen ägyptischen Regierung mit einer Eskalation... Ein anderes Problem, was sie z.B. im Irak versuchen zu manifestieren, ist das zwischen Sunniten und Schiiten.
    ---
    Diese Emanzipation kommt aus Sicht der USA zu früh. Denn der Westen ist noch immer abhängig von billigem Öl… Man hat hochgepokert, man wollte den Rohstoff Erdöl solange billig beziehen, bis praktisch nichts mehr da wäre… Dann hätte man einerseits noch höhere Gewinnspannen eingefahren und andererseits wäre die Entwicklung der Erdölstaaten ausgeblieben (weniger Konkurrenz auf den Weltmärkten)… Nach der Emanzipation können die Erdölexportierenden Staaten dann diese Gewinne einfahren und sich gemeinschaftlich entwickeln… Man stelle sich mal vor, dass diese Emanzipation auf ganz Afrika übertritt...
    ---
    Meine Frage ist: Wieso geht ihr von einer Niederlage der USA/Israel aus?
    Meine Meinung: Es wird eher auf einen großen Krieg in der Region hinauslaufen, da USA/Israel mit dem Rücken an der Wand stehen... das westliche Wirtschaftssystem wird zusammenbrechen, wenn die Energiepreise zu schnell steigen…

    Und im Gegensatz zu den Römern damals, können USA/Israel mit ihren Massenvernichtungswaffen die ganze Region ausradieren, dafür brauchen sie nichtmal mehr Geld, das sind nur paar Knopfdrücke!!!
    USA ist dabei in seinen Landesgrenzen militärisch nichtmal wirklich gefährdet. Das einzige was sie zu verlieren haben, ist Israel, was sie nicht weiter interessieren wird, wenn es kein Erdöl mehr gibt... Das größte Risiko hierbei ist die nationalistische(wenn nicht rassistische) Ideologie in Israel. Wir werden uns in einem Krieg wiederfinden, dessen Resultat nur Profit für die USA bietet. Die Frage ist nur welche Bündnisse involviert sein werden… UN, NATO, Russland, China, Türkei???

  1. braveheart sagt:

    Wenn USA fällt, fällt auch Israel; dem kann keiner widersprechen.
    Aber denen traue ich auch zu den 3. Weltkrieg anzuzetteln bzw. eine A-Bombe zu werfen um alles mit sich zu reißen, wenn`s den Bach runter geht.

    Das hier sehr viele Leute meinen die Elite sei hinter den ganzen Aufständen ist schon lachhaft. Es wurden ja auch ausreichend qualifizierte Kommentare diesbezüglich abgegeben. Die elite mag sehr mächtig sein mit Ihren ganzen Instutitionen und Ausgaben in Milliarden Höhe. Aber sie sind nicht allmächtig. Sie mögen einen Plan haben, aber der ALLMÄCHTIGE hat auch einen Plan.
    Wir sollten diesem Abschaum nicht mehr Macht zusprechen als Sie überhaupt haben können.

    Sehr oft sind es sehr "banale" Sachen die zu großen veränderungen führen.

    Ich glaube, dass:
    1. "ONE MINUTE" von Erdogan in Davos 2009 ein wesentliches dazu beigetragen hat, dass die Menschen in diesen Ländern mehr Selbstvertrauen gewonnen haben. Erdogan ist in der arabischen Welt viel beliebter als die eigenen Politiker. In vielen Häusern hängen mitunter neben den Portraits der jeweiligen Machtinhaber des Landes auch ein Portrait von Erdogan. Bei den Aufständen in Tunesien und Ägypten haben Jugendliche öfters den wunsch geäußert, Erdogan als Präsidenten haben zu wollen.
    Hier ein Link zu Davos 2009 für die, die es noch nicht kennen:
    http://www.youtube.com/watch?v=nYVEzTRJnT4&feature=related

    2. die türkische Serie Tal der Wölfe, in dem die Machenschaften hinter den Kulissen dargestellt und die verräterischen Marionetten in den Geheimdiensten entblöst werden. Die Serie wirkt sehr realitätsnah. Sie hatte in der Türkei die höchsten einschaltquoten. Auch in den arabischen Ländern von VAE bis Marokko ist diese Serie sehr beliebt.
    Im Sommer war ich in Marokko in einem Basar in Fes. Der Basar war voller Menschen. Innerhalb kurzer Zeit war die Menschenmenge deutlich reduziert. Ich hatte es wahrgenommen hatte aber keine Erklärung dafür, bis ich die Filmmusik von dieser Serie hörte.
    Sowohl Verkäufer als auch Kunden haben sich zurückgezogen um die Serie nicht zu verpassen.

    Ja, es ist schon erstaunlich mit welch einfachen Mitteln man der Elite einen Strich durch die Rechnung machen kann.
    Die Geschichte hat uns gelehrt, dass "David gegen Goliath" sehr wohl immer wieder siegreich hervor gehen kann, sofern das RECHT auf deren Seite ist.

    Es lebe der Aufstand, mögen diese mutigen Menschen die Politiker bekommen deren sie würdig sind

  1. Quantum sagt:

    Stimmt alles,
    kann man auch bei Peter Scholl Latour nachlesen!