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Deckeneinsturz hat die Kernbrennstäbe freigelegt

Dienstag, 29. März 2011 , von Freeman um 12:05

Die neuesten Luftaufnahmen vom Fukushima Atomkraftwerk vom vergangenen Sonntag zeigen sehr bedenkliche Schäden. So ist die Decke über Reaktor 1 un 3 eingestürzt und somit auch der Kran drauf gefallen, mit dem die Brennstäbe herausgezogen und ins Kühlbecken verlagert werden können. Ausserdem sieht man wie radioaktiver Dampf aus allen Öffnungen in die Umwelt entweicht.

Professor Naoto Sekimura der Tokyo Universität wurde gefragt, was dieser Zusammensturz der Dächer und der Decken bedeutet, die durch die Wasserstoffexplosionen verursacht wurden. Er sagte, der Kran könnte die Schutzhülle der Reaktoren beschädigt und die Brennstäbe freigelegt haben, was eine Freisetzung von radioaktiven Stoffen in die Umwelt bedeutet.

Bei den Brennstäben handelt es sich um MOX oder Mischoxid-Brennelementen, die aus Urandioxid und Plutoniumdioxid bestehen. Das heisst, es könnte Plutonium freigesetzt worden sein.



In den Aufnahmen sieht man auch den Zustand von Reaktor Nr. 4 mit dem gelben Reaktorgehäuse. Der Deckel des Gehäuses steht offen, da dieser Reaktor zum Zeitpunkt des Erdbebens gewartet wurde.



Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers Tepco wurde an mehreren Stellen ausserhalb des Meilers Plutonium entdeckt. Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sprach mit Blick auf das Reaktorunglück und die Schäden durch das Erdbeben und den Tsunami im Osten des Landes von der "schwersten Krise Japans" seit dem Zweiten Weltkrieg.

Im Nordosten der USA sind im Regenwasser Spuren von Radioaktivität entdeckt worden. Nach solchen Funden in den US-Bundesstaaten Massachusetts und Pennsylvania wurden nach Behördenangaben am Montag auch in Ohio erhöhte Strahlungswerte in Regenwasser nachgewiesen. Forscher der Case Western Reserve University in Cleveland erklärten, sie hätten eine kleine Menge Jod 131 aus Japan im Regenwasser auf dem Dach eines Campus-Gebäudes gefunden.

Bereits seit 18 Tagen strömen radioaktive Substanzen in die Umwelt und werden in der ganzen nördlichen Hemisphäre verteilt. Ausserdem ist das Meer rund um das Atomkraftwerk radioaktiv verseucht, denn das Meerwasser, welches zur Kühlung verwendet wird, fliesst zurück ins Meer. Damit ist das Hauptnahrungsmittel der Japaner, Fische, Krebse, Muscheln und auch die Algen, an der Ostküste ungeniessbar.

Diese Katastrophe hat ungeahnte Konsequenzen, nicht nur für die Japaner, sondern auch für uns.

TV-Sender ziehen Simpson-Folgen zurück

Wie alle Fans der Serie wissen, arbeitet das Familienoberhaupt Homer Jay Simpson im Atomkraftwerk von Springfield als Sicherheitsinspektor im Sektor 7G, obwohl er nahezu keinerlei Qualifikation für diesen Beruf besitzt.



Die Fernsehsender der Schweiz, Österreich und Deutschland sichten deshalb die Simpson-Folgen nach "unpassenden" Szenen über Atomunfälle und senden diese nicht mehr, wie 20min.ch berichtet. Der ORF hat bereits die Folge 66 "Marge Gets a Job" und Folge 364 "On a Clear Day I Can't See My Sister" gestrichen. Wie "rücksichtsvoll" von ihnen unsere "Gefühle" nicht zu verletzen.

Verwandter Artikel:
Der persönliche Notfallplan

insgesamt 14 Kommentare:

  1. Zu den Decken der Reaktorgebäude gibt es einen sehr interessante Entdeckung von Henning Kemner in seinem youtube Video (ab min. 14)

    http://www.youtube.com/watch?v=yWgrukmKOx0

  1. henny sagt:

    9. Den vorzeitigen Tod von drei Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 zu verursachen

  1. nightblue sagt:

    Danke freeman, für die wie immer ausführliche und ehrliche Berichterstattung. Auf der Homepage der ARD spricht man "gefahrenlos"noch von einer teilweisen Kernschmelze-das war´s! Alles schön runter-kochen nur nicht die Wahrheit sagen. Die Manager von Tepco haben 15 wertvolle Tage verschlafen um an einem "Plan B" für die Bürger zu arbeiten. Deutlich mehr engagenent hatte Tepco für die "Nachwirkungen". Wie aus heiterem Himmel meldet man heute, dass Tepco sehr wahrscheinlich verstaatlicht wird. Das ist doch der Gipfel der Perversitäten! Somit haftet auch noch der Bürger/Steuerzahler für diese unfahigen Manager.

  1. ich.bin44 sagt:

    Was würden wir ohne dich tun, Freeman?
    Wahrscheinlich verzweifeln.
    Wahrscheinlich will jetzt die EU den Japanern einen Freundschaftsdienst erweisen, damit man dann beim Wiederaufbau beteiligt wird.

    http://umweltinstitut.org/radioaktivitat/allgemeines/grenzwerte-nahrungsmittel-864.html

    Wahrscheinlich werden sie dann unsere Lebensmittel nach Asien exportieren.

  1. Ourpassion sagt:

    ja..die Betreiberfirma lügt munter weiter....

  1. schnibble sagt:

    Hab über ein Gegenmittel bei radioaktiver Exposition gehört:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1423007/

    Zu schade nur, dass das Gegenmittel erst noch über einen langwierigen Prozess freigegeben werden muss, zumindest für den Pöpel

  1. Merkwürdig dass man im mainstream nach der wahl nimmer so bombardiert wird mit fukushima-meldungen...auch die n24 endlos fukushima schleife is weg...naja jetzt hat es seinen zweck ja erfüllt könnte man sich denken und nun sollen sie schön weiter konsumieren ?!

  1. Ricardo sagt:

    Sicher kommt bald die LIDL - Japan Woche, da mit irgendwelchen Produkten...
    Klar ! Die Werbung noch dazu -
    "Sushi von der Dose : Jetzt mit Radioktiver Power RP011 !" ... für ein Euro neunundetwaszig, usw ...

    Gruss
    R.

  1. IrlandsCall sagt:

    Grenzwerte radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus Japan erhöht - Bundesregierung informiert Öffentlichkeit nicht" http://die-rote-fahne.eu/headline110343.html

  1. Hotzenplotz sagt:

    @ Ricardo & newwakeuporder

    „Auch wenn man gut konsumiert, kann man dahinvegetieren.“
    Rudi Dutschke

    Der Konsumterror läuft trotzdem immer weiter... leider.
    Viele unserer Mitmenschen fallen Ihm zum Opfer - größtenteils unbewusst.
    Der äußere Schein zählt leider viel zu viel... dabei sind viele im Inneren (Seele) ausgebrannt.

    Meine Gedanken...

  1. bernd sagt:

    Leute esst Miso (das was man hier kaufen kann wird in Europa hergestellt)Miso soll sich positiv gegenüber Radiaktivität verhalten!

  1. Wäre es nicht so ernst, ich würde mich weiterhin aufregen.
    Es ist auch für uns wichtig zu wissen:
    Eine Naturkatastrophe, ein Krieg, eine Epedemie hat zum Zeitpunkt des Geschehens die meisten Opfer verursacht. Danach kommt die Erhohlung und der Wiederaufbau.
    Es ist wie eine Pyramide aus Opfern. Irgendwann ist die Spitze erreicht und die Pyramiede überwunden.

    Ein Nuklearer Unfall(Vorsatz) hat keine Opfer zu verzeichnen, wenn es geschieht.
    Es ist die umgedrehte Pyramiede.

    Es gibt nichts zu berichten. Die Angst ist erst groß, geht ins Leere und vergeht, weil die Angst nicht dem unsichbaren Schrecken gerecht werden kann, der jedes höhere Lebewesen auf dem Planeten nun ausgesetzt wird.
    In 5-30 Jahren werden dann sehr viele Menschen krank und sterben. Immer mehr werden es, die vor der Zeit gehen müssen, die zerstörung des Körpers an ihre Kinder weitergeben. Nicht nur durch Fehlgeburt und Missbildung. Unfruchtbarkeit, frühst Erkrankung an Leukämie.
    Die gehört zu einer ganz "natürlichen" Krankheit. Zweithäufigste Todesursache schon heute.
    Die durch radioaktivität geschädigten Zellen sind eine Zeitbombe. Wenn sie explodiert, interessiert es keinen Mehr, was in Fukuschima war.
    Was in jedem AKW auf der Welt möglich ist und bleiben wird.

    Wir leben in Mittel und Osteuropa nun 26 Jahre MIT Tschernobyl. Und hat sich seit dem was Verändert? Warum wohl nicht?
    Die waren damals nicht hysterisch genug, die meisten haben sich schnell einlullen lassen, weil sie die Gefahr nicht sehen konnten, nicht fühlen. Es gibt keinen Sensor für Radioaktivität. Wer würde ruhig zusehen, wenn unser Land ständig feuer fängt und vor sich hin brennt?
    Effektive Veränderungen können wir nur jetzt durchsetzen. Doch auch 2 Wochen "danach" ist das "Interesse" schon abgeebbt. Was nun?

  1. Ricardo sagt:

    Seid Ihr bereit fürs erste bösartige Tumor ?
    Oder wollt Ihr was dagegen tuen ?

    Tue was oder hör auf zu meckern :

    http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article1838255/Experte-Strahlen-Grenzwerte-fuer-Lebensmittel-gelockert.html

    Gruss,
    R.

  1. pacino sagt:

    Nun, daß diese akws keine erdbeben und flutwellen standhalten wissen wir jetzt,…und das konnten sich die ingeniere wohl vorher nicht vorstellen dass solch ein gau passieren könnte, diese stümper haben blut an ihren händen, sie schädigen die ganze welt, sie sollte man für immer wegschließen, so 10 jahre knast mit anschließender sicherheitsverwahrung!
    Und ich mag mir gar nicht ausmalen was noch alles passieren kann, was ist wenn…die erde durch einen meteoritenschauer durchfliegt, sonnenstürme die erde treffen…ach ja, das sind dinge die kommen nicht so oft vor, ja das stimmt, aber unmöglich ist es nicht.
    Aber ein akw in einem gebiet zu bauen wo man weiß dass verheerende erdbeben möglich sind…man sind das stümper, diese leute müssen bestraft werden! Und die politik muss verantwortung tragen und eben auch in den knast!