Nachrichten

Weniger Autos auf den Strassen Amerikas

Montag, 16. März 2009 , von Freeman um 11:12

Ein Zeichen wie schlecht die Situation in Amerika ist, speziell für die Autoindustrie, die Anzahl Autos auf den Strassen wird das erste Mal seit mehr als 50 Jahren zurückgehen. Und es sind nicht nur einige tausend Fahrzeuge weniger, sondern der Rückgang geht in die Millionen.

Im letzten Jahr ist die Menge an Fahrzeugen auf den Strassen der USA noch um 1.3 Millionen gestiegen, 15.3 Millionen wurden neu verkauft und 14 Millionen verschrottet. In diesem Jahr sagen Analytiker, wird die Anzahl Neufahrzeuge nur noch 10 Millionen sein. Wenn die Amerikaner weiter ihre alten Autos loswerden, weil sie es sich nicht mehr leisten können, dann werden ca. 4 Millionen weniger auf den Strassen herumfahren. So ein Rückgang hat es seit dem II. Weltkrieg nicht gegeben.

Heisst es bald BUS ONLY?

Angesichts wachsender Angst um ihre Arbeitsplätze schaffen Millionen US-Bürger offenbar ihre Autos ab. Die Zahl der angemeldeten Wagen dürfte bis zum Sommer 2009 um 1,6 Prozent auf 238,3 Millionen Stück zurückgehen, erwartet das Marktforschungsunternehmen Polk einem Bericht des TV-Senders CNN zufolge.

Künftig werde manche Familie auf Zweit- oder Drittwagen vermutlich verzichten, erwartet Polk-Berater Dave Goebel CNN zufolge. "Die Leute haben erkannt, dass sie zu viele Autos besassen und besinnen sich auf das Nötige." Der Markt werde länger darunter zu leiden haben.

Die einheimischen Marken verkaufen nur noch die Hälfte.

Der schwer angeschlagene Konzern General Motors beispielsweise setzte auf dem heimischen Markt zuletzt 50 Prozent weniger Pkw ab als im Februar des Vorjahres. GM kündigte dann auch prompt eine Produktionsdrosselung um rund 34 Prozent im zweiten Quartal an. Und Ford verkaufte 48,4 Prozent weniger Fahrzeuge als vor Jahresfrist.

Das Abssatzminus der deutschen Hersteller rangiert unter dem Strich zwischen 12 und 35 Prozent verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresmonat. Weltmarktführer Toyota verkaufte im Februar in Amerika zuletzt sogar fast 40 Prozent weniger Autos.

Genau wie in der amerikanischen Immobilienbranche ist auch in der Autobranche die Blase geplatzt, sagt Joe Baker, ein Industrieberater. Die Verkaufszahlen für Neufahrzeuge werden in den nächsten Jahren bei 10 Millionen pro Jahr verharren, einfach weil es weniger Bedarf gibt und die Menschen sich anders besinnen. Der radikale Einschnitt könnte für die Autoindustrie aber auch für die ganze mobile Gesellschaft langfristig gravierende Folgen haben.

Aus Mangel an Käufern gehen nagelneue Autos direkt auf Halde:

insgesamt 23 Kommentare:

  1. Anonym sagt:

    Freie Strassen für freie Bürger, vom allem in Deutschland - davon habe ich schon immer geträumt!

    Endlich verschwinden die ganzen fahrbaren mit 60 bis 150 PS bestückten Untersätze, keine notorischen Möchtegern-Schumis und Links- sowie Mittelspurfahrer mehr, keine Staus und auch kein Stress mehr.

    Herrlich, wenn dieser eine Traum in Erfüllung ginge... Wrummmmmmm....

  1. Anonym sagt:

    Ohne Auto in den USA ? Ganz unmöglich !! Wirtschaftskrise hin oder her, ein Amerikaner ohne Auto ist wie ein Cowboy ohne Waffe. Das wird Obama niemals zulassen. ^^

  1. Anonym sagt:

    Kann mich 12:25 nur anschließen, ich als passionierter Radfahrer träume auch von einer Welt ohne Autos...genau mein ding :)

  1. Anonym sagt:

    Leicht Off-Topic, aber höchst interessant:

    Ich habe eben durch die Schweizer Botschaft in Griechenland erfahren, dass für den Fall von "Problemen??" ein Unterstützungsnetz für Auslandschweizer aufgezogen wird (Kontaktpersonen, Adressen Telefonnummern etc.) Ich lebe schon seit 15 Jahren in GR und das ist das erste Mal, das sowas passiert. Wurden Auslandschweizer in anderen Ländern auch in dieser Hinsicht kontaktiert? Wäre interessant zu wissen.

  1. Anonym sagt:

    @16. März 2009 12:30

    Ach obama!!!
    Lass die Marionette.
    Der sagt nur:

    Yes we can.

  1. Harry M. Kleinlich sagt:

    Was zur Zeit alles abgeht in der Autobranche ist wirklich sehr interessant. Ich spreche nicht nur von der US-Autobranche, sondern auch von jener in Deutschland.

    Jetzt wo das Geld knapp wird, jetzt erkennt man endlich, dass man jahrelang über den Verhältnissen gelebt hat. Jetzt merkt man, dass es bisher viel zu einfach war, an einen Neuwagen heranzukommen. Seien wir doch mal ehrlich, von all den Mercedes', BMWs und Audi Limousinen, die auf Europas Strassen unterwegs sind, ist doch nicht einmal die Hälfte komplett abbezahlt. Stichwort: Leasing. Es fand sich bisher immer eine Bank, welche nur zu gerne bereit war, das Geld für den fahrbaren Untersatz bereit zu stellen.

    Regierungen auf der ganzen Welt, versuchen nun mit Milliarden ihre Autofirmen zu retten. Es dürfe nicht passieren, dass jedes Jahr nicht mehr 50% sondern vielleicht noch 10% neue Autos verkauft würden. Der Umsatz, die Verkaufszahlen dürfen nicht zurückgehen.
    Aber die Politiker aller Länder sind zu dumm um zu realisieren, dass man bisher über seine Verhältnisse gelebt hat und die Entwicklung (also der Rückgang der Verkaufszahlen von Neuwagen) eine absolut logische und nachvollziehbare Entwicklung ist.

    Ich selbst habe zwar kein Auto (ich wohne in einer Stadt mit sehr gut ausgebautem ÖV), aber ein ehemals guter Bekannter meiner Familie hat mir bereits vor etwa 10 Jahren ein schönes Beispiel aufgezeigt.
    Er musste JEDES JAHR ein brandneues Auto fahren. Es musste stets das neuste Modell sein, und nach einem Jahr "stinken" die Sitzpolster sowieso und der Aschenbecher ist auch voll. Also muss jedes Jahr ein neues Auto her. Dummerweise beträgt der Verlust (Abschreibung) im ersten Jahr bekanntlich am meisten...
    Resultat: seine Frau hatte kaum noch Haushaltsgeld um für die Familie (2 Kinder) etwas zu kaufen. Essen, Kleidung, usw.

    Wie war es bisher möglich, dass man sich dermassen verschulden konnte, ohne dass jemand die Notbremse gezogen hat??

    Die Verkaufszahlen für Neuwagen werden noch weiter zurückgehen. Aber nicht für lange, denn die Politiker oder Bankster werden auch da wieder eine Lösung finden, den Leuten noch mehr Schulden aufzudrücken. Die Menschheit wird erneut rein gar nichts daraus lernen.

    Ich bin nur froh, dass wir in der Schweiz keine Automobil-Industrie haben, sonst hätten wir denen auch noch Milliarden hinterher geworfen!

  1. BUS ONLY sagt:

    Wer mehr als 2 Tage in USA gelebt hat, weißt, dass "BUS ONLY" dort völlig unmöglich ist.

  1. Anonym sagt:

    Bus Only???

    Die Amerikaner koennen nicht ohne ihre Autos leben!!!

    Ich sage das einfach aus Erfahrung mal ganz pauschal:
    Die Amerikaner brauchen ihr Auto um von ihrem Haus zum Arbeitsplatz zu fahren. Oeffentliche Verkehrsmittel gibt es meistens dafuer nicht.

    Die koennen sich dafuer auch nicht umstellen. So ein oeffentliches Verkehrsmittelnetz wie in der Schweiz oder Deutschland gibt es dort nicht und das kann auch nicht so schnell aufgebaut werden.

    Die Strecken die dort zurueckgelegt werden sind viel grosser als in Europa.

    Der Benzinpreis ist EXTREM niedriger als in Europa.

    Die Amis sind am kaputt gehen!
    Die Menschen verarmen und ich spreche nicht von morgen!!!!

    Der Prozess wird in diesem Jahr abgeschlossen sein. Die werdern von ganz ganz unten wieder anfangen muessen.

  1. Anonym sagt:

    Habe mich am WE mit einem Banker unterhalten (in der oberen Hierarchie angesiedelt).
    Sehr interessant wie unempfänglich die für die ganzen Entwicklungen sind. Da ist nichts von Angst zu spüren (obwohl er nicht bestreitet, dass auch Deutschland bankrott gehen könne, nur das es sich niemand vorstellen kann). Amerika fliegt zwar gerade auf die Schnauze und es wird sicher noch schlimmer weltweit, aber im Gegensatz zu den ständig jammernden Deutschen, wird das die Mehrzahl der US-Amerikaner nicht großartig in Wallung setzen. Denn es reicht wenn ein "change" kommt und alle stehen wieder bereit um hart zu arbeiten und ganz von vorne anzufangen.

    Es ist den Bankstern auch bekannt, wo überall Blasen schlummern, die irgendwann platzen müssen (Stichwort China). Aber es wird eben gezockt - thats part of the game! Und da die Bankenwelt angeblich die meiste Kohle bewegt, darf diese auch nicht von den Regierungen fallengelassen werden (Opel dafür schon und wen kümmern schon die Arbeitslosen).

    Darüber hinaus interessieren sich die Menschen eh nicht für die Probleme der anderen und die Devise nach mir die Sintflut ist anscheinend sehr weit verbreitet.

    Die Prognose dieses Bankers: In 5 Jahren ist wieder alles business as usual. Darüber hinaus sei es völlig egal was wo wie passiert. Das ganze Geldsystem beruhe auf hohe Psychologie, die dafür verantwortlich sei, ob der Rubel gut oder schlecht rollt. Die Wahrheit über den tatsächlichen Zustand spielt weniger eine Rolle.

    Auf meinen Einwand, dass wir uns aber schon einig seien müssten, das diese Welt endlich sei und somit das ganze System nicht bis in alle Ewigkeit funktionieren könne erhielt ich die Antwort: "Wen interessiert denn, was in 200 Jahren los ist" - ich musste dabei spontan an unsere Enkel und Urenkel denken.

  1. Anonym sagt:

    Tja, laut diesen Berechnungen müssten ja in den vergangenen 2 Jahren unheimlich viele Karren kaputt gegangen sein, weil jetzt die Straßen leer sind.

    Ganz logisch ist das für mich nicht. ´

    Trotz hoher Spritpreise (immer noch geringer wie hier bei uns) haben die Amis weiterhin ihre Benzinschleudern gefahren. Es hat sie keiner davon abgehalten. Des Weiteren haben sie ihr Gewissen mit Mülltrennung beruhigt und fleissig Rabattmarken gesammelt.

    Irgendwann hat man sich selbst ein Ei gelegt, indem man behauptet man müsse die Umwelt schützen. Vorher wurde natürlich noch richtig abgesahnt. Die Ölbranche und Automobilbranche boomte. Jetzt werden Steuergelder eingesammelt um "neue umweltfreundlichere " Technologien zu entwickeln, dabei sind sie bereits vorhanden. Und ich meine damit nicht die Vernichtung von Lebensraum und Nahrungsmittel in der 3. Welt für Bio-Sprit.

    Man hat die Menschen doch gern über ihre Verhältnisse leben lassen.Damit hat man sie abhängig gemacht um sie leichter gefügig zu machen. Alle haben den Traum vom ewigen Wachstum, unbegrenzter Freiheit und Luxus geträumt. Soweit standen wir immer wieder. Das letzte Mal am 11.September 01, bei der dotcom Blase, Ölkrise etc.

    Jedesmal dachte man "schlimmer gehts nicht mehr", aber es geht immer schlimmer.

    Selbst wenn wir diese Krise überstehen, wird sich spätestens in 10-15 Jahren eine erneute Blase zerplatzen lassen. Die Auswirkungen werden noch schlimmer sein wie jetzt.

    DAS SYSTEM IST SO AUFGEBAUT!

    Und der Mensch ist zu bequem etwas daran zu ändern.
    Das sieht man daran, wie viele Menschen ein Auto besitzen welches der Bank gehört.

    Ich habe kein Auto und ich habe auch keinen Kredit. Ich habe gesunde Beine und ein Fahrrad.

    Ich habe mich sowieso immer gefragt, wie die so viele "Neuwagen" verkaufen können.

    Rechnet global die verkauften Automobile von jedem Anbieter zusammen + die vorhandenen Fahrzeuge und teilt das durch die Weltbevölkerung. Ihr werdet erstaunt sein, wie viele Menschen ein Auto haben.

  1. Anonym sagt:

    "Zitat:Die Prognose dieses Bankers: In 5 Jahren ist wieder alles business as usual. Darüber hinaus sei es völlig egal was wo wie passiert. Das ganze Geldsystem beruhe auf hohe Psychologie, die dafür verantwortlich sei, ob der Rubel gut oder schlecht rollt. Die Wahrheit über den tatsächlichen Zustand spielt weniger eine Rolle."

    Ich denke ebenso, dass es in 5 Jahren ausgestanden ist und wir uns mehr als auf einem steigenden Berg befinden. Dennoch mein Einwand, Psychologie spielt zwar in diesem System eine große Rolle, aber auch nur nach außen hin. Da gibt es andere Dinge, die diese Psychologie beeinflußt, oft getragen durch die Medien.

  1. Anonym sagt:

    ...die Luft wird dünner, aber besser!

  1. keltisch klang sagt:

    in 5 jahren ists nicht ausgestanden... das system collapst..
    apropos für 2012 sind sonnenstürme angesagt die stärker als die von 1856 sein sollen, dazu ist das magnetfeld der erde noch schwach...heißt ein emp trifft auf ein schwaches schutzschild, viel spaß uns in den nächsten 5 jahren

  1. Anonym sagt:

    Wenn Freeman möchte, schicke ich ihm Fotos von Neuwagen, die in Philadelphia, Valencia, Bristol usw. vergeblich auf Weitertransport warten.

    Von der Spediteurbranche weiß ich, dass sie bis zu 30 % weniger Fuhren haben, dazu gehören auch Lebensmitteltransporte. Sie überlegen, LKW abzustoßen, weil sie auf Dauer die Kosten der leerstehenden Fahrzeuge nicht tragen können.

    Erinnert sich noch jemand an die autofreien Sonntage? Als Kinder sind wir mit den Rollschuhen über die Straße gesaust. Heissa! Für die Amis ist das bei den Entfernungen fatal. Ich habe keine Probleme aufs Rad umzusteigen, aber für Leute die beruflich aufs Auto angewiesen sind.....

    Also, ich schau morgen nach, ob ein Feedback von Freeman kommt, weil ich ihm nicht den Server unerwünscht mit Dateien belasten will.

    Zu den Auslandsschweizern, ohne der Schweiz zu nahe treten zu wollen: ich habe mal gelesen und von Betroffenen gehört, dass in Krisenzeiten die Schweiz sehr rigoros sein kann und sie nach Hause schickt. Stimmt das?

  1. Freeman sagt:

    Die Bilder der übervollen Abstellhalden sind durch die Medien gegangen, kannst ja deine zusätzlich an meine Mail wie oben unter Kontakt schicken, danke.

  1. Ella sagt:

    Ich lebe in einer US. Kleinstadt von c. 35.000 Einwohnern. Ohne Auto geht gar nichts. Das liegt auch an den Zoning Laws, da hier jeder irgendwie in die Pampa bauen kann.
    Die Leute hier sind stolz auf ein Bussystem das von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr lauft.
    Ach ja und es gibt einen Greyhound der zweimal am Tag morgens und nachmittage in die naechstgroessere Uni stadt mit Flughafen faehrt und zu den70 Meilen mit Haltestellen 2 1/2 Stunden braucht.
    Es gibt eine zentrale Bushaltestelle hier am Centralsquare und davon ausgehend vier Loops. Die Busse fahren jede Stunde einmal. Es gibt nur zwei/drei haltestellen an jeder Loop. Ansonsten haelt man einfach den Bus an, when man ihn sieht. Auch ist es wichtig einen Fahrplan zu Hause zu haben, denn an den Haltestellen sind keine.

    Ich habe es nach mehreren Versuchen aufgegeben mit dem Bus zu fahren.
    Grund waren folgende Erlebnisse: Einmal wartete ich bei 20 Grad Minus ca. 20 Minuten (war kein Fahrplan an der Haltestelle)
    Dann hatte einen Arztermin ca. 2 Meilen entfernt vom Centralsquare und kannte die Stadt noch nicht so gut. Der Bus fuhr puenktlich los aber er brauchte 40 Minuten(da waere ich schneller gelaufen), da jeder an jeder Strassenkreuzung ein oder aussteigen kann. Der Bus hielt sogar vor einzelnen Hausern von alten Leuten. Im Bus waren ueberwiegend Rentner und Behinderte und Homeless Persons. Jeder hatte sowas wie seinen festen Platz. Das merkte ich als ich mir einen Platz aussuchte. Ubrigens kein Ami der was auf sich haelt faehrt Bus. (Ausser vielleicht in Chicago oder NY City oder DC ,wo man oeffentlich Verkehrsysteme gewohnt ist und passable Metros)

    Als ich in Kansas City zu Besuch war und aeusserte mit dem Bus fahren zu wollen, wurde ich ausgelacht und gewarnt, das ich ja gemuggt werden koennte. In DC nahm ich den Bus von Walter Reed (Pensylvania Avenue) zu Unionstation und war die einzige Weisse im Bus.

    Als ich den Bus zur Mall hier in meiner Kleinstadtt nahm fand ich nach einigem Warten heraus. das der Bus irgenwelche Runden um die Mal herum drehte um Leute aufzusammeln , doch war keinerlei System erkennbar. Zum ca 1 Meile weiter gelegenen Walmart fuhr er
    nicht, da dieseer ausserhalb des Citybereichs in einer anderen Town liegt.
    Fuer alte Leute oder Behinderte ist das ein Gefaengnis.
    Falls sie niemanden haben, der sie herumfaehrt brauchen sie ein Taxi oder muessen noch mit 90 Jahren im Auto herumzockeln und zur Gefahr fuer sich und andere werden.
    Hier in der "Innenstadt" gibt es einen Lebensmittelladen und drei Gasstations /Conviencestores. Das ist alles. Es ist nicht wie in Deutschland alles um die Ecke.

    Mein Mann und ich haben nur ein Auto und das ist 14 Jahre alt, deswegen werden wir schon fast als asozial angesehen.
    Wir suchten uns ein Haus ziemlich in der Innenstadt, damit wir mehr laufen oder radfahren koennen. Radfahren ist jedoch hier lebensgefaehrlich erstens wegen der vielen Schlagloecher und der Unerfahrenheit der Amiautofahrer mit Radfahren und zweitens gibt es keine Radwege.
    Die Gehwege muessen von den Hausbesitzern selbst gezahlt und gebaut werden und sind meistens nur 90cm breit und oft in so schlechtem Zustand, dass man kaum drauf laufen, geschweige den fahren kann, wenn sie ueberhaupt existieren.
    Die vielen Amerikaner die in Suburbs oder in the wild wohnen sind sowieso aufs Auto angewiesen , wie sollen sie denn zur Arbeit, zum Einkaufen , zum Arzt usw. kommen?
    Was mich allerdings jedesmal irkt sind die vielen Autos auf dem Parkplatz der Highschool. Scheinbar hat jeder 16jaehrige ein Auto. Das brauchen sie angeblich wegen der Jobs und der Unabhaengigkeit. Dazu ist die Fuehrerscheinlicense hier ein Joke im Vergleich zu D.
    Die Unfallraten fuer diese Altersgruppe sind extrem hoch und diese Fahrer machen mir noch mehr Angst als die Alten, die mit 30 Meilen vor mir her zockeln.

    Man fragt sich natuerlich warum diese Students nicht mit den Schulbussen fahren koennen, aber das wuerde ja ein totales Umdenken erfordern. Dies faellt schwer, wenn man nur Schwarz/Weiss und nicht querdenken kann, weil man schon im Mutterleib mit fluroid Wasser versorgt wurde. (Und dies meine ich nicht ironisch, sondern bedauernd)
    fuer ca. 370 Schueler in einem Nachbarort stehen ca. 30 Busse bereit und muessen vom Schulsteuerzahler finanziert und unterhalten werden.
    Dies ist jedoch ein anderes Thema:Verschwendung von oeffentlichen Geldern, deswegen habe ich auch nicht viel Hoffnung, dass das Stimuluspaket viel aendert. Es wird halt dazueingeladen wieder mal Geld oder Grantsdas man ploetzlich erhaelt schnell fuer unnuetze Dinge (vielleicht noch nen Swimmingpool oder 3 neue Busse auszugeben.
    Obama wollte doch mit seinem Stimuluspakt was fuer die oeffentliche Infrastruktuer tun. Wenn er damit oeffentliche Verrkehrsysteme meint, dann gibt es viel tun um die USA auf europaeische Standards zu bringen.

    Auch das Personenzugsystem ist veraltet uund existiert nur noch als Armtrak auf den Hauptstrecken zwischen den grossen Staedten. Es kann mit der europaeischen Puenktlichkeit und Technik nicht konkurieren. In 2005 fuhren wir von der Ostkueste ueber Chicago bis nach Portland Oregon.
    Der Zug war jedesmal ca. 1 stunde zu spaet :Er hatte auf die Frighttrains zu warten. da diesen Gesellschaften die Schienen gehoeren. Wir mussten in Chicago und in Portland umsteigen. Wir waren von Dienstag abend bis Samstag morgens unterwegs. Der Zug fuhr nie schneller als 120 km, when ueberhauptund hatte mitten auf der Strecke einen mehrere Stunden dauernden Stromausfall. Die Amis schien das alles nicht zu stoeren, sie sind gewohnt zu warten. Der Zug stoppte mehrere Male in kleinen Bahnhoefen fuer Rauchpausen!! der Passagiere.
    Wenn man Zeit hat ist das ein Erlebnis: Schlafkabine mit Schaffner, der sogar die Betten macht. Essen inkl. Weinprobe. Aussichtswagen mit Bar und Kinofilmen am Abend. Bei den Zwischenaufenthalten: Lounge und Gebaeckaufbewahrung mit Aufsicht.

    Auch sind wir sehr interessanten Menschen begegnet. (Vielleicht die Abenteurer unter den Amis)

    Jetzt bin ich zwar etwas nostalgisch geworden Ich wollte aber damit beschreiben wie unterschiedlich die Systeme hier und in Europa sind Es nicht so einfach moeglich europaeische Denkweisen bezueglich der Verkehrsysteme auf amerikanische Verhaeltnisse zu uebertragen.

  1. Anonym sagt:

    Positiv sehen.

    Weniger Autos => bessere Luft

    Weniger Autos => weniger Spritverbrauch => Sprit wird billiger

    Außerdem, wer braucht schon einen dritt Wagen!?

  1. Ilka sagt:

    @ella: Da hat sich ja nach Dorothy und Toto nicht allzuviel geändert! :D
    Ich hab heut eine "Reportage" über La Toya Jackson gesehen, welche sich Villen im zigstelligen Millionenbereich angeguckt hat. Oh Gott, diese Innenausstattung! Sowas steht hier zum Teil draußen beim Sperrmüll, Einrichtung wie bei Omi, 90 Jahre, dazu aber dann Marmor vom feinsten und Küchen die keiner nutzt weil die meisten Amis (Engländer aber auch) gar nicht kochen können.
    Ihr armen Leute da!
    Jetzt auch noch ohne Autos...
    Sucht ihr da Inneneinrichter? :)

  1. Anonym sagt:

    In den USA ist zurzeit der Roller total in, kein Wunder...

    Früher nach dem Krieg hatten auch die meisten ein Motorrad weil es billiger war als ein Auto, ich habe es seit langem auch so gemacht, auto abgeschaftt, fahr nur noch mit meiner Enduro...

  1. Ella sagt:

    zu meiner Post hier:
    Muss heissen der Bus geht von ^8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends.

    Zu meinen Erfahrungen als Buspassagier und damit das nicht als rassistisch rueberkommt, was ich geschrieben habe, moechte ich hinzufuegen,das meine angeheiratete Famile Farbige Amerikaner sind.

  1. Anonym sagt:

    also ehrlich
    usa ist fast 31mal grösser als brd
    und hat nur 3,7 mal mehr menschen als in brd. das muss man erstmal realisieren.
    wenn man schon hier teilweise nicht immer ohne auto auskommt dann ist man dort total aufgeschmissen!!! think big! tja die amerikaner werden jetzt gezwungen sein umzudenken, die zeiten wo sich jeder ein v8 smallblock leisten kann sind vorbei. das passt den amirikanern natürlich nicht in den kragen, bleibt also abzuwarten was passiert. entweder zerreissen die obama oder sie zerreisen "der rest der welt"

  1. Anonym sagt:

    New York geht ja noch
    ;-)))Stell mir gerade L.A ohne Autos vor ....
    Tja,was solls mehr Platz für Bikes(macht eh mehr Spass,zumindest dort wo das Wetter passt)

    Hoffentlich muss ich nächstens nicht mit dem Fahrrad raus auf die
    Florida Keys fahren,das wäre schon heavy.

    mfg.v

  1. Ella sagt:

    @Ilka
    Ist alles mehr Schein, als Sein.

    Und das nicht nur in Bezug auf Moebel, Kuechen und Auto's

    Hauptsache schoen protzig auch wenna's aus billigsten Sperrholz ist und nach spaetestens einem Jahr zusammenfaellt oder man auf der riesenraumfuellenden Chouch nach kurzer Benutzungszeit am Boden sizt.
    Dann wird schnell was Neues billig bei China-mart gekauft und das alte Zeug wird landet auf der Strasse oder in irgenwo im Gruenen, nach bester Wegwerfkonsummanier. Umweltbewusstsein ist hier erst am Anfang und manche Leute wechseln Moebel und auch Haeuser wie Klamotten.
    Das billige Zeug hat so viele giftige Baustoffe, das man es erst mal mehrere Woche ausduensten lassen muss. (Und das wird sogarin der Gebrauchsanweisung empfohlen}


    Ja, viele Leute sind sogar stolz drauf ,dass sie nicht kochen wollen oder nicht kochen koennen. Ein "homecooked" Meal ist was ganz besonderes. Obwohl ich auch schon zu "homecooked" Meals eingeladen war, die sich dann als Spagetti mit Tomatensosse oder Pizzadelivery entpuppten, und das unbenommen von sozialen Status oder finanziellen Moeglichkeiten.

    Ja die Kuechen sind oft wirklich nur Vorzeigeobjekte, in denen nur die Mikrowelle benutzt wird und im Kuhlschrank herrscht, von MIlk,Soda, Wasser und Bier mal abgesehen, die grosse Leere. Als Ausgleich dazu,ist der Kuehlschrank gigantisch und eignet sich gut zum Vorzeigen. Und die Kabinetts sind mit Klamotten gefuellt.
    In den Laeden den gibt es lange Reihen Kuehleinheiten mit sogenannten TV Diners bestueckt. Allein hier in meiner Stadt gibt es bestimmt 15Pizzabaeckereien und 6 China take outs, die nur von Hausdelievery leben. Nicht zu vergessen, die ganzen Fastfood-und Kettenresturants.
    Waehrend der Lunchzeit oder auch zur Dinnertime sind die Parkplaetze der Kettenresturants und Dinners uebervoll. Ich bin immer wieder erstaunt,wieviel die Leute hier fuer Essen gehen ausgeben. Also scheinbar ist die Wirtschaftskrise hier noch nicht angekommen.
    Im Fruehstuecksfernsehen und bei Oprah werden die Grundkenntnisse des Kochens, Haushalttens und Bevorratens gelehrt.
    Machmaal ist das schon unfreiwillig komisch: z.B. Reste vom Vorabend wirft man nicht weg, Oh nein! die kann man, man stell sich das vor, am naechsten Tag zum Lunch mitnehmen oder noch mal verwenden.
    (Das sagt ja uebrigens auch viel ueber die hier uebliche Lebensmittelverschwendung aus)
    Das nennt sich Rezessionsberatung
    Da werden Dinge geraten, die fuer uns voellig logisch sind nicht scheinbar jedoch nicht fuer Amerikaner.

    Inneneinrichter kann man studieren muss aber wie beim Contractor nicht sein. Man braucht meines Wissens nur eine License. Also ist das wieder einfacher als in D. Es zaehlt nicht die Ausbildung sondern eher die Werbung, also wie gut man sich verkaufen kann (Selbstlob und Selbstdarstellung wird den Amerikanern scheinbar in die Wiege gelegt, also keine Probleme hier)
    Du Ilka haettest ,bestimmt gute Chancen vor allem mit europaeischer Ausbildung und Berufserfahrung.
    Alles was europaeisch ist gilt hier in Kreisen, die sich Inneneinrichter leisten koennen als sophisticated und schick. Damit kann man seinen guten Geschmack beweisen und zeigen das man herumgekommen ist.
    Wenn man erst mal Auftraege hat, geht natuerlich viel ueber Beziehungen und Weiterempfehlung.

    zu 16.03 @ 00:26
    Die Vorstellung in LA (Groesse von Saarland ) und auf den Florida keys mit dem Fahrrad herum zu gurken finde ich auch sehr amuesant.
    Und LA waere endlich mal seinen Smog los.

    zum amerikanischen Transportsystem noch ein weiteres Erlebnis:
    Wir fuhren 2003 ca. 2000 Meilen nach KC mit dem Greyhound.
    Die Busse ,ausser der Nachtbus von Columus Ohio nach St Louis, Missouri, waren total veraltet eng und die Sitze durchgesaessen bis auf die Federn. Jeder Schulbus in Deutschland ist dagegen Luxustandard.
    Statt Bar und Fernseher gab kurze Zwischenhalte bei Mc Donalds.

    Einer der Busfahrer fuehrte sich auf wie ein Gefaengniswaerter: ja keine Arme oder Fuesse im Gang und es wurde streng per Rueckspiegel ueberwacht und zur Ordnung gerufen. (Jeder Typ in Uniform sein kleiner Sheriff, auch wenns nur die Busfahreruniform ist.)
    Ein weiterer Fahrer betaetigte sich als Reisefuehrer,der jedoch mehr mit der Unterhaltung seiner Passagiere beschaeftigt war als mit dem Steuer.
    Ein anderer Fahrer schmiss einen der Passagiere auf offener Strecke raus, weil der betrunken war.(kein Alkohol erlaubt im Bus)
    Ein weiterer Fahrer war dafuer um so menschenfreundlicher und hielt auf dem Interstate an irgendwelchen Bruecken an, um nette alte Leute rauszulassen, die von dort abgeholt wurden.(Man stelle sich das mal auf der Autobahn vor) Das fuehrte natuerlich wieder zu Verspaetungen,was alle gelassen hinnahmen.

    Bei jedem Umsteigen( fuenfmal on one way), bedeutete es, alles Gepaeck raus aus dem Bus holen ,im Busbahnhof warten. Einmal durchsucht werden wie auf dem Flughafen und mit Schnueffelhund und dann wieder alles Gebaeck zum naechsten Bus schleppen.
    Die Passagiere waren sehr interessant von Amishschen Familienverbaenden,Veteranen Druggies bis zu einem Geisteskranken war alles dabei. Letzterer wurde nach Bombendrohung (Er hatte angeblichh eine Bombe im Gebaeck im Laderaum) von der voellig ueberreagierenden Polizei aus dem Bus geholt. Also wieder Verspaetung und Gepaeckkontrolle.
    Was mich immer wieder wunderte war die Gelassenheit mit der die Passagiere auf dieses scheinbar alltaegliche Chaos reagierten. (das Wasseer?)
    Und wieder fanden es meine Schwaegerinnen aeussert seltam und typisch europaeisch romantisch dass sich jemand eine Fahrt im Greyhound antun wuerde und boten mir an das Rueckflugticket zu bezahlen. "Das machen doch nur Leute aus religioesen Grunden oder die, die sich den Flieger nicht leisten koennen"
    Das zur Realitaet des amerikanischen oeffentlichen Transportwesens und warum hier keiner auf sein Auto verzichten will und kann.