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Die grösste Bank Afghanistans wird gestürmt und muss gerettet werden

Sonntag, 5. September 2010 , von Freeman um 00:05

Seit drei Tagen stehen schon die Kunden vor der grössten Bank Afghanistans in der Schlange und es findet ein Sturm auf die Schalter statt, nach dem zwei oberste Kaderleute wegen Korruption und Misswirtschaft entlassen wurden. Über die Kabul Bank werden alle Gehälter der Staatsangestellten bezahlt und die Aufdeckung grosser Verluste haben zur Befürchtung der Kunden geführt, die Bank wird zusammenbrechen. Möglicherweise muss schlussendlich das US-Schatzamt die Bank mit hohen Geldmitteln retten.

Um eine landesweite Finanzkrise abzuwenden, versuchte die afghanische Regierung Geld für die Kabul Bank am Samstag zu beschaffen, während aufgebrachte Menschen ihre Ersparnisse abheben wollten. Die Zentralbank Afghanistans und das US-Schatzamt helfen bei der Lösung der Liquiditätsprobleme aus. Bisher wurden über 200 Millionen Dollar abgezogen und die Angst geht um, es wird ein Wirtschaftskollaps stattfinden, wenn das Geld fehlt.

Die Menschen drängten in die Bank, mussten aber mit leeren Händen wieder gehen. „Was soll ich euch geben wenn ich nichts habe?“ sagte ein Kassierer einem zornigen Kunden. Um 13:00 Uhr am Samstag standen 2'000 vor dem Eingang der Zentrale in Kabul. Ähnliche Szenen wurden von den Niederlassungen aus anderen Städten Afghanistans berichtet. Insgesamt hat die Kabul Bank 68 Filialen im ganzen Land und die Regierung zahlt die Gehälter an alle Beamten, Lehrer, Polizisten und Soldaten darüber aus.



Die Panik begann am Mittwoch, als die Zentralbank den Aufsichtsratsvorsitzenden und Direktor der Kabul Bank entliess, nach dem entdeckt wurde, die Bank hat einen grossen zweistelligen Millionenbetrag verloren. Es wird vermutet, viel Geld floss an Alliierte von Präsident Hamid Karzai, in faule Kredite für gescheiterte Projekte und in riskante Immobiliengeschäfte in Dubai, wo der Markt zusammengebrochen ist.

Einer der Aktionäre der Bank ist der Bruder des Präsidenten, Mahmoud Karzai, der in Dubai lebt und 7 Prozent der Anteile besitzt. Er verlangt die Rettung der Bank, notfalls durch den amerikanischen Steuerzahler, denn 250'000 Staatsangestellte bekommen darüber ihren Lohn und wenn diese nicht bezahlt werden, wie die ganzen Sicherheitskräfte, werden die Taliban davon profitieren.

Nach der Invasion und Besetzung Afghanistan durch amerikanische Truppen und Vertreibung der Taliban-Regierung 2001, wurde ein neues Finanzsystem mit Hilfe von Washington aufgebaut. Für die afghanische Bevölkerung waren Banken praktisch unbekannt, deshalb hat man die Sparer mit allerlei Tricks als Kunden versucht anzulocken, wie mit einer Lotterie und der Chance Preise zu gewinnen, wenn man ein Konto eröffnet und sein Geld einzahlt.

Um den aktuellen Ansturm zu bewältigen, hat die afghanische Regierung ca. 300 Millionen Dollar an Guthaben von der Federal Reserve Bank in New York abgezogen, plus Gelder welche die Zentralbank ausserhalb der USA hält, wie ein Offizieller der Obama-Regierung bestätigte. Angeblich soll bisher noch kein Geld der USA selber geflossen sein.

Das US-Schatzamt hat ein Team nach Kabul geschickt, um die Regierung dort zu beraten, wie sie die Krise meistern kann. Bisher hat die Zentralbank nur ausgeholfen, die Kabul Bank noch nicht selber übernommen, ist aber bereit es zu tun, sollte die Panik weiter anhalten.

Die korrupte Marionettenregierung der Amerikaner in Afghanistan und ihre Handlanger haben es offensichtlich masslos übertrieben und die Bank völlig ausgeplündert, das Geld der Kleinanleger für den eigenen Gebrauch oder riskante Geschäfte genommen.

So soll die regierende Elite sich luxuriöse Villen in Dubai damit gekauft und ihre Familienangehörige dort untergebracht haben. Ausserdem wurde das Geld angeblich für den Wahlkampf von Präsident Karzai verwendet.

Der entlassene Aufsichtsratsvorsitzende der Bank, Sherkhan Farnood, ist ein bekannter Pokerspieler der im Turnierzirkus sich tummelt. Direktor Khalilullah Frozi ist eine schillernde Figur, der sein Haar blond färbt und mit Pelzmantel herumläuft. Beide besitzen 28 Prozent der Aktien.

Ein Insider sagte: „Sie betrachteten das Geld der Bank als ihr eigenes, aber es gehört nicht ihnen, es gehört den Kontoinhabern.

Dann hat die Kabul Bank hohe Summen an Kredite vergeben, ohne sie in den Büchern zu notieren. Bei den Kreditnehmern handelt es sich vielfach um gescheiterte Geschäftsbetriebe, die ihre Darlehen nicht mehr zurückzahlen können.

Geld wurde auch für verlustreiche Projekte ausgegeben, wie für die Pamir Airlines, die Fluglinie welche von Frozi geleitet wurde und in die grösste Zementfabrik des Landes investiert, die von Mahmoud Karzai geführt wird.

Wenn die Kabul Bank zusammenbricht, dann steht Afghanistan vor einer Finanzkrise,“ sagte Ahmad Masood, Wirtschaftsprofessor an der Universität von Kabul. „Meine Frau hat 400 Dollar dort und ist sehr besorgt, seit dem sie die Nachricht hörte. Andere werden auch sich Sorgen machen.

Viele Afghanen sagen, damals unter den Taliban gab es keine Korruption und auch keinen Drogenhandel, aber mit Karzai hat beides ein riesen Ausmass erreicht. Eigentlich müsste Afghanistan seit der NATO-Besetzung "Korruptistan" heissen. So wie die regierende Elite sich benimmt, betrachtet sie das Land wie ein Selbstbedienungsladen zur eigenen Bereicherung. Die Bevölkerung hat nicht nur das Vertrauen in die Regierung verloren, die nur durch eine von den Amerikanern geduldete Wahlfälschung an der Macht ist, sondern jetzt auch in das Geldsystem.

Ein Umweltingenieur mit Namen Hamid meinte, es handelt sich nicht um eine Panik von dummen Leuten, wie fälschlich von den Finanzverantworlichen dargestellt. Er selber hatte fünf Stunden vor der Zentrale auf eine Auszahlung gewartet und einen Sack mit 100'000 Dollar seiner ganzen Ersparnisse gefüllt.

"Ich vertraue meiner Regierung nicht," sagt er, in dem er den Sack ganz fest hielt. "Sie lügen und ich habe genug Erfahrung im Leben um zu wissen wie diese Regierung ist."

Möglicherweise muss der amerikanische Steuerzahler auch die Kabul Bank mit einem "Bailout" nun retten.

Hier eine TV-Werbung der Kabul Bank die erstaunlich ist:

insgesamt 11 Kommentare:

  1. ring of fire sagt:

    da bin ich ja mal froh, dass so etwas bei uns nicht passieren kann!
    unsere banken sind zum glück sicher!
    unseren finanzinstituten kann man blind vertrauen!

  1. Naguziel sagt:

    Brauchen wir ja nicht groß Worte drüber zu verlieren das diese Finanzsituation mit Absicht und purer Berechnung der FED herbeigeführt wurde.

  1. ich.bin44 sagt:

    Wenn die Bevökkerung dort Amok läuft, wenn dort das Chaos ausbricht, dann dürfen die Amis mit ihren Freunden wohl noch länger bleiben. Wahrscheinlich ist das das Ziel. Sie werden bleiben um Bürgerkrieg zu verhindern ...

  1. T.N.T. sagt:

    Die 250 Millionen drucken die Amis doch in ner halben Stunde. Aber sie müssen natürlich erst noch überlegen, was für Zugeständisse sie den Afghanen dafür abpressen können.

  1. Milton sagt:

    Teil 1

    Dein Text hier hat mich zunächst schockiert, Freeman, aber nachdem ich nun das Video mit den zwei schönen Frauen in der Werbung gesehen habe, glaube ich, dass die Kabul-Bank doch eine sehr gute Bank sein muss. Würden solch schöne Frauen ihr Geld etwa einer schlechten Bank anvertrauen? Und wie lieblich der Name Kabul-Bank doch aus deren Mündern erklingt. Ich glaube, ich bringe mein Geld auch dorthin. Mein Denken sagt nun "nein" zu dieser Bank, aber meine Gefühle sagen "ja".

    Hier können wir das grundlegende Prinzip von gedanklicher Kontrolle erkennen. Zunächst einmal haben wir einen sachlichen Text mit der Faktenlage, die besagt, diese Bank sei nicht sicher, und man solle sein Geld doch so schnell wie möglich in Sicherheit bringen. Für uns etwas intellektuellere Bürger mag ein solcher Text nun sehr ansprechend sein, aber das gemeine Volk kann damit nicht viel anfangen, vor allem dann nicht, wenn der Text auch noch komplex ist und Expertenjargon enthält.

    Ganz anders hingegen verhält es sich mit der Werbung, dort wird der Zuschauer nicht gefordert komplexe Zusammenhänge zu erkennen, und ermüdende, weil anspruchsvolle Texte durchzuarbeiten. Diese Werbung basiert schlicht auf dem Prinzip der Identifikation: Man sieht darin Rollenmodelle, also Menschen, mit denen man sich identifizieren kann, und mit schönen Menschen identifizieren wir uns immer gerne, nicht wahr? Und wenn solch schöne und auch intelligent wirkende Menschen eine derart gute Meinung über jene Bank zum Ausdruck bringen, dann kann sie doch nur gut sein. Würden schöne Menschen etwa lügen?

    Der einfache Bürger reagiert bedauerlicherweise wesentlich stärker auf solche konstruierten audiovisuellen Stimuli, als auf sachliche Texte, und mit den zukünftigen 3-D Bildschirmen wird es den Demagogen noch viel leichter gemacht werden. Auch in Computerspielen können raffiniert subliminale Botschaften und Werbung eingeflochten werden, um ahnungslose Kinder und Jugendliche zu manipulieren.

  1. Milton sagt:

    Teil 2

    Der einfache Bürger kann kaum etwas mit sachlichen Texten anfangen, man muss ihn quasi emotional im Kontext seiner spezifischen Lebensumstände ansprechen, oder auf seine primitiven Instinkte Bezug nehmen. Ist der Mensch etwa nur ein intelligentes Tier?

    Ma stelle sich diese zwei hübschen Frauen vor, die mit wohlklingender Stimme erläutern, der Anschlag auf das WTC sei ein inside Job gewesen. Man kombiniert also sexuelle Reize mit politischen Botschaften, und schafft so eine angenehme und somit vom Subjekt akzeptierte Assoziation zwischen Information und Emotion.

    Hier stellt sich aber die bekannte moralische Frage: Ist es moralisch haltbar, wenn wir, also diejenigen, die an die Propagation von Wahrheit glauben, dieselben propagandistischen Methoden anwenden, wie dies die Machtelite tut? Heiligt der Zweck wirklich die Mittel, oder wäre es nicht vielmehr unsere Aufgabe, den Menschen die Fähigkeit zu vermitteln, eine Wertschätzung für sachliche Texte zu vermitteln? Sollen wir wirklich Formen der emotionalen Manipulation anwenden, um den Menschen die Augen zu öffnen?

    Die nächste Stufe der Manipulation bestünde dann in der Anwendung von Hypnose, um den Menschen unsere Sicht der Dinge zu suggerieren, und dann wären wir bestimmt auf der Schiene der dämonischen Demagogie angekommen. Ist es nicht vielmehr unsere Aufgabe, den Menschen zu einem selbstbestimmten und autonomen Denken zu verhelfen? Geht es wirklich darum, welche Meinung man hat, oder geht es nicht vielmehr darum, ob man sich diese Meinung autonom und selbstbestimmt erarbeitet hat?

    "Immer, wenn mir alle Leute recht geben, dann habe ich das Gefühl im Unrecht zu sein."

    So ist es.

  1. Andy sagt:

    Ich sehe den Ansturm nicht als Vorteil sondern als extreme Gefahr für die amerik. Interessen:
    Wenn die Soldaten und Beamten nicht mehr bezahlt werden, werden sie sofort ihren Job beenden. Die werden nicht verzweifeln wie wir, sondern einfach die Seiten wechseln. Und wenn dann die Afghanen nicht mehr die Drecksarbeit machen, sondern den Feind unterstützen, kämpft die NATO vollkommen alleine gegen die gesamte Bevölkerung. Das wird ein Spass! Mein Tipp an die Aggressoren: Bezahlt die Söldner und Beamten oder kauft euch neue Leichensäcke.

    @Milton:
    Die Reizpunkte des Menschen zu benutzen, um seine Ziele zu erreichen ist meiner Meinung nach überhaupt nicht unmoralisch. Das machen wir alle jeden Tag.
    Gehst du auf Partnersuche mit deinen schlechtesten Klamotten, nur um dem Argument "die/der mag mich wegen meines Outfits" aus dem Wege zu gehen?
    Bist du nicht manchmal bewußt nett zu jemanden, von dem du etwas willst?
    Das sind überall verwendete Methoden. Ausserdem könnten unsere Gegner uns das wohl schlecht vorwerfen, wenn Sie diese Methoden selbst verwenden.
    Vorsicht ist allerdings geboten bei denjenigen, die bereits Interesse an der Wahrheit haben. Die würden sich verarscht fühlen, wenn du Ihnen deine Position mit mehr als den Fakten schmackhaft machen wolltest.
    Ich denke die Werbung in ihrer üblichen Form ist ein legitimes Mittel, um Aufmerksamkeit von der Bevölkerung zu bekommen.

  1. xabar sagt:

    @Ich.bin44

    " ... wenn das Chaos ausbricht, dann dürfen die Amis mit ihren Freunden wohl noch länger bleiben."

    Nein. Das Chaos ist nicht gewollt, es ist aufgezwungen.

    Das Chaos ist schon ausgebrochen. Was läuft in der Hauptstadt Kabul noch normal? Nur ein paar Stunden am Tag Strom, nur noch zwei Stunden Unterricht am Tag, ständig Anschläge.

    Diese Situation ist natürlich nicht von den Kolonialherrn und ihren Söldnertruppen aus 41 Ländern gewollt. Sie würden ja gerne wieder 'Ordnung und Sicherheit' schaffen, aber sie können es nicht mehr, ähnlich wie dies damals in Südvietnam gegen Ende des Krieges der Fall war, als das Thieu-Regime, die Marionette der USA, dann immer schwächer und korrupter wurde und immer weniger in der Lage war, die Lage noch unter Kontrolle zu halten. Es waren dann die Vietcong, die nach ihrem triumphalen Einmarsch die Sicherheit und Ordnung wieder herstellten.

    Ein Bankenzusammenbruch hätte zur Folge, dass tatsächlich noch mehr sich dem Widerstand anschließen würden. Deshalb wird dies auch nicht stattfinden, sondern rechtzeitig ein Bail-out mit US-Geldern organisiert werden. Wie das geht, hat man ja jetzt genug geübt.

    Trotzdem werden sich die Krise und das Chaos weiter zuspitzen, je stärker der Widerstand wird. Die Krise in der Hauptstadt ist das Resultat des Widerstandes auf dem Land und in den übrigen Regionen,die inzwischen zu 70% von den Taliban und den mit ihnen verbündeten Widerstandskräften kontrolliert werden.

    Es gibt Gebiete in Afghanistan, die inzwischen schon wieder aufgebaut werden und der Iran leistet Aufbauhilfe, baut Straßen usw. Auch so, ohne einen einzigen Soldaten zu schicken, kann man Einfluss ausüben und ausweiten.

    Der Iran wird der große lachende Dritte dieses Krieges sein.

  1. WK sagt:

    ....Möglicherweise muss schlussendlich das US-Schatzamt die Bank mit hohen Geldmitteln retten.....
    das machen die ohne irgend welche Gewissensbisse zu bekommen. Der Federal-Reserve-Act von 1913 ermöglicht der FED bis heute Geld ohne Gegenwert Geld zu schaffen. Der "US-Staat" muß dann nur für seine Staatsausgaben das Geld leihen. Für die Zinszahlungen treibt er "Einkommensteuer" ein, die es laut Verfassung nicht geben dürfte. Damit der "Staat" geschäftsfähig bleibt dienen seine Bürger als "Sicherheit". Die 1933 eingeführten Geburtsurkunden sind Bankbürgschaften die sich aus Arbeitsleistung, kreativen Ideen, Konsum und damit verbundenen Steuerzahlungen und durchschnittlicher Lebenszeit errechnen. Die rote Nummer auf der Rückseite der US-Geburtsurkunde ist der Registrierungscode eines an der Börse gehandelten Wertpapiers.
    Das ist (Volks-)Verarsche im ganz großen Stiel!

  1. Fahrenheit sagt:

    Das US-Schatzamt hat ein Team nach Kabul geschickt, um die Regierung dort zu beraten, wie sie die Krise meistern kann.

    BLOSS NICHT! Kannst dir ja vorstellen was die für ein Chaos veranstalten werden. Haben ja Erfahrung.
    Ausserdem müssen sie erst China fragen ob sie etwas vom Taschengeld ausgeben dürfen...

  1. drdre sagt:

    Ja wer wundert sich da noch. Haben doch der Karzai Klan und sein Vize schon 35 Mill. Dollar in Kisten ausser Landes gebracht. Da erstaunt dies hinter diesem Hintergrund nicht mehr. Mehr kann man ja nicht tun auf dem Weg den Taliban Vorteile zu verschaffen. Und wieder muss der gebeutelte Amerik. Steuerzahler dafür herhalten, wie schon in Baghdad unter Paul Bremer. Wo auch Mill. an Bargeld die zum Aufbau gedacht waren verschwanden.
    Ja, die Freiheit und Demokratie wird eben am Hindukusch würdig verteidigt.
    Na, denn....