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Ein Schwarm an fliegenden Robotern

Donnerstag, 23. September 2010 , von Freeman um 12:05

An der École Politechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) haben Schweizer Forscher ein System mit fliegenden Drohnen entwickelt, welche als ganze Schwärme in der Luft rumfliegen und sich selber aus dem Weg gehen. Das Swarming Micro Air Vehicle Network (SMAVNET) Projekt besteht aus fliegenden Robotern, welche die Kommunikation in Katastrophengebieten ermöglichen sollen, wie eine Relaisstation am Himmel, wo es keine Bodenantennen gibt. Die kleinen Flugzeuge bilden einen Schwarm und kreisen über das Gebiet, übermitteln die Funksignale zu den Einsatzkräften die sonst nicht kommunizieren können.

Die kleinen fliegenden Roboter wiegen nur 420 Gramm, haben eine Spannweite von 80 cm, sind aus Polypropylene (EPP) gebaut und mit einem elektrischen Motor ausgestattet. Sie haben einem Autopiloten der die Fluglage steuert und können für 30 Minuten in der Luft sein. Der Schwarm wird von einem Laptop am Boden gesteuert. An Bord befindet sich auch ein Radiosender und Empfänger der die Kommunikation übermittelt.

Um den Schwarm an Flugzeugen zu kontrollieren wurde auf die Natur zurückgegriffen und das Verhalten der Ameisen nachgeahmt. So werden sogenannte Pheromon-Pfade benutzt, um den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Drohnen zu ermöglichen. Jedes Flugzeug gibt durch wo es ist, hinfliegt und herkommt, genau wie Ameisen es tun. Das heisst auch, der Schwarm bewegt sich immer in die beste Position über die Hilfskräfte am Boden, wo er benötigt wird um die Verbindung aufrecht zu erhalten.

Den Schwarm an Flugzeugen kann man dann zurück beordern und sie landen automatisch am Ausgangspunkt.



Schon interessant was es alles gibt. Sicher wird eine militärische Anwendung der eigentliche Grund für diese Entwicklung sein. Das SMAVNET Projekt wird ja auch von der Armasuisse, dem Kompetenzzentrum des Bundes für die Beschaffung von technologisch komplexen Systemen und Materialien, sicherheitsrelevante Technologien des Eidg. Departements für Verteidigung (VBS) finanziert.

Gerade Truppen in unwegsamen Gelände ohne lokaler Infrastruktur können so etwas gebrauchen und auf Drohnen sind sie ja in letzter Zeit ganz scharf. So werden in den USA zu Zeit mehr Piloten für die Steuerung von Drohnen ausgebildet als für herkömmliche Flugzeuge. Ist ein Bombengeschäft im sprichwörtlichen Sinne. Vor dem Bildschirm sitzen und aus der Ferne Bomben und Raketen mit dem Joystick auf Zivilisten abfzueuern ist attraktiver, als an der Front zu sein und Flak abzukriegen.

insgesamt 6 Kommentare:

  1. Zur Überwachung von...millitärischen Aktionen, bei Naturkatastrophen und Überwachung und Steuerung von ...Demonstrationen.
    Schöne neue Überwachunfswelt!Keine Sience fiktion mehr sondern längst Realität!

  1. Hotzenplotz sagt:

    Schon erschreckend was es alles gibt - und das sind "nur" die Sachen, die man zeigt.
    Ich wette da gibt es noch ganz andere "tolle" Sachen...

    Bei der hier gezeigten Aktion kann man sich durchaus auch folgendes Szenario vorstellen:
    Ein oder zwei Flieger markieren ein Ziel und die anderen schießen drauf (mit was auch immer). Versagt ein Objekt, übenimmt sofort ein Anderes dessen Aufgabe. Echt perfide!

  1. Da bald eh die ganze Welt ein Katastrophengebieten sein wird, werden wir viele dieser Dinger bald über unseren Köpfen fliegen sehen. Kotz..

  1. Andy sagt:

    Also das Video war echt wunderschön!
    Ich bin beeindruckt was es gibt. Besonders die Nähe zur Natur sollte eines der Ziele neuer Roboter sein. Die Flieger bewegten sich neben dem Vogel in der Luft fast natürlich. Man gebe Ihnen eine natürliche Form und Aussehen und schon könnte man sie unbemerkt einsetzen.
    Es gibt aber bestimmt neben der militärischen auch andere humanitäre Anwendungen. Seid bitte nicht Anti-fortschrittlich eingestellt nur weil es militärische Anwendungen gibt. Neue Technologien sind meist "jungfräulich", es ist die Anwendung die entscheidet. Das Thema was bei der Atomenergie Leuten wie Oppenheimer erst später bewußt. Allerdings muss man da zwischen den Wissenschaftlern unterscheiden. Denn viele Wissenschaftler haben an der Atombombe gebaut, während andere nur an den Grundlagen, welche auch für den Atomreaktor oder die Strahlentherapie verwendet werden können, geforscht haben.

  1. drdre sagt:

    Das ist wirklich interressant, wie weit wir schon in der Technik der Überwachung sind. Na und dann erstmal die Einsatzmöglichkeiten. Da wird jedem Innenminister warm uns Herz.
    Wobei hier die Kosten eh keine Rolle spielen den schliesslich zahlt das ja der Bürger. Seine eigene Überwachung.
    Na wenn das kein Zynismus ist.

  1. Turbo sagt:

    Also zur Militärkommunikation ist das sicher nicht gedacht, bei UKW- und Kurzwellenfunkgeräten der mobilen Einsatztrupps oder Vorgeschobenen Beobachtern, weil die sehr viele Kilometer weit reichen; dies ist also eine erkennbare falsche Spur, d.h. Lüge!

    Zur kommunikativen Notlagenkoordination ist das auch nicht (s.o.) zu gebrauchen, da gibt es weit Besseres, schon im Einsatz Befindliches (Außerdem würde eine einzige kleine Drohne mit entsprechender Funkausrüstung, z.B. Transponder, auch für weiteste Gebiete völlig ausreichen!).

    Bleibt die zivile Überwachung à la George Orwellschem „1984” von Bürgern bzw. „Ansammlungen von Verdächtigen”, die unauffällig ausgespäht werden sollen.

    Kreiselstabilierte CCD-Kleinstkameras mit Vielfach-Zoom haben mittels GPS-Koordinaten-Abgleich ihre Zielpersonen lückenlos im Visier (Demos, „Schwarze Blöcke”, sonstige „unliebsame” Ansammlungen), wobei elektronische Richtmikrophone (z.B. Sennheiser!) Erstaunliches dazu beitragen können, heutzutage.
    Wenn dann noch die auf die Flügel lückenlos aufgedampften Solarzellen mit höchstem Wirkungsgrad (das breite Sonnenfrequenz-Spektrum gezielt nutzend!) den Elektropropeller antreiben, dann können die Ultra-Ultra-Leichtfliegerchen auch bei trübem Wetter noch unbegrenzt tagsüber ihrem Job nachgehen.

    Sicher wird noch eine tödtliche Variante „unter der Hand” gehandelt werden, die Zielpersonen per Bleistift-Kleinem Laser „markiert” oder gleich „blendet”, bzw. sonstwie von dieser Gefechts-Platform „außer Gefecht” setzen kann...

    Um mit Aldous Huxley zu reden: eine „Schöne Neue Welt”, die uns spätestens bei der NWO blühen wird!