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Wikileaks - Die Kreditkarten der Mossad-Agenten

Mittwoch, 29. Dezember 2010 , von Freeman um 10:00

Bei einer Depesche vom 24. Februar 2010, die Wikileaks am 25. Dezember 2010 veröffentlichte, geht es um die Kreditkarten welche die Mitglieder des israelischen Killerkommandos für die Zahlung ihrer Flüge, Hotelzimmer usw. in Dubai benutzt haben. Darin meldet die US-Botschaft in Abu Dhabi an das Aussenministerium in Washington, die Behörden der Vereinigten Emirate (UAE) hätten um Hilfeleistung bei der Aufklärung des Mordes von Hamas Anführers Mahmoud Al-Mabhouh bei den Behörden wie das FBI gebeten. Sie führten die MasterCard Kreditkartennummern auf, die von den Mossad-Agenten benutzt wurden, ausgestellt von der MetaBank in Iowa USA.

Hier der Inhalt der Depesche im Original, die als "geheim" eingestuft ist:

S E C R E T ABU DHABI 000103

NOFORN
SIPDIS
FOR NEA/ARP

E.O. 12958: DECL: 2020/02/24
TAGS: PREL PINS CJAN AE
SUBJECT: UAE REQUEST FOR USG ASSISTANCE IN INVESTIGATION OF KILLING OF MAHMOUD AL-MABHOUH

CLASSIFIED BY: Doug Greene, DCM; REASON: 1.4(D)

¶1. (C/NF) On the margins of a meeting with visiting Secretary Chu, on Feb 24 MFA Minister of State Gargash made a formal request to the Ambassador for assistance in providing cardholder details and related information for credit cards reportedly issued by a U.S. bank to several suspects in last month's killing of Hamas leader Mahmoud Al-Mabhouh in Dubai.

According to a letter Gargash gave the Ambassador (which transmitted details of the request from Dubai Security authorities to the UAE Central Bank), the credit cards were issued by MetaBank, in Iowa. Embassy LEGATT is transmitting the request and associated details to FBI HQ. Gargash asked that Embassy pass any reply to the director of the General Directorate of State Security (GDSS) in Dubai.

¶2. (S/NF) Comment: Ambassador requests expeditious handling of and reply to the UAEG request, which was also raised by UAE Foreign Minister Abdullah bin Zayed in a February 23 meeting with Secretary Clinton in Washington.

¶3. (C/NF) Text of letter from GDSS to the Governor of the UAE Central Bank:

Excellency Sultan Al-Suwiadi

UAE Central Bank Governor

Subject: Credit Cards

MC 5115-2600-1600-6190
MC 5115-2600-1600-5317
MC 5301-3800-3201-7106

General Management of The State Security offers greetings, and asks your Excellency to direct the money laundry and suspicious transactions unit at the Central Bank to urgently obtain details of the above credit cards, in addition to details for purchases, accounts, and payments on those cards, as the users of those cards were involved in the murder of Mahmoud Mabhouh. Those cards were issued by META BANK in the state of Iowa, USA.

Thank you for your kind cooperation.

END TEXT

Zur Erinnerung, am 19. Januar 2010 wurde Mahmoud al-Mabhouh in seinem Zimmer im Hotel Al Bustan Rotana ermordet. Insgesamt wurden 27 Personen, die als Mitglieder des Killerkommandos teilnahmen, mit gefälschten europäischen und australischen Reisepässen identifiziert. Es wurde die Identität von real existierenden Personen gestohlen, die vorher nach Israel eingereist waren, wobei ihre Pässe bei der Grenzkontrolle kopiert wurden und damit als Vorlage dienten.

Im Februar und März berichteten US-Medien, die Teilnehmer am Mordkomplott hätten Verbindungen zu israelischen und amerikanischen Firmen und nach der Abreise aus Dubai wäre ein Teil von ihnen in die USA geflüchtet.

Am 24. Februar berichtete ABC News, die Polizei in Dubai hätte 15 Verdächtige des Mordkommandos identifiziert und das "vierzehn der Verdächtigen, Kreditkarten der MetaBank benutzt hätten, eine amerikanische Regionalbank, um für Hotelzimmer und Reisearrangements zu zahlen ... Die Polizei von Dubai zeigte auch eine Verbindung der MetaBank zur in New York beheimateten Firma Payoneer auf, welche die 'prepaid' MasterCard Kreditkarten der MetaBank herausgab. Laut ihrer Webseite hat Payoneer ein Zentrum für Forschung und Entwicklung in Tel Aviv."

Auf Anfrage eines Reporters bei der Zentrale der MetaBank in Storm Lake Iowa, warum die Bank an 14 der mutmasslichen Mitglieder des Killerkommandos Kreditkarten ausgestellt hätte, antworte Lisa Binder, Vizepräsidentin für Investor Relations und Corporate Communications:

"Die in Frage kommenden Meta-Karten wurden im Zusammenhang mit dem Meta Zahlungsprogramm ausgestellt, nicht durch eine Bankfiliale. Das Meta Zahlungssystem, welches 150 Millionen prepaid Karten herausgibt, vermarktet ihre Salär-Karten durch verschiedene Programmanbieter - in diesem Fall durch Payoneer - um US-Firmen Salär-Karten mit Eigenmarken anzubieten, mit denen die amerikanischen Firmen ihre im Ausland und in den USA lebenden Mitarbeitern und Subunternehmern zahlen können. Die in Frage kommenden Karten wurden von den Firmen mit Guthaben 'geladen', durch direkte Überweisungen für Gehälter, Auslagen und andere Vergütungen."

Laut Payoneer eigenen Angaben, handelt es sich bei dieser Firma um einen "Zwischenhändler" von MasterCard, der im Voraus bezahlte Kreditkarten (prepaid) und Zahlungsdienste für Firmen anbietet, die ihren eigenen Markennamen auf den Karten haben können. Die Firma ist im Privatbesitz und bei ihren Investoren handelt es sich um Greylock Partners, Carmel Ventures und Crossbar Capital. Alle drei sind sogenannte "venture capital" Firmen und haben enge Verbindungen zu Israel, teilweise mit Hauptquartier und Standort dort, und israelischen Gründungsmitglieder und Chefs.

Die US-Behörden sind aber der Bitte um Hilfe seitens Dubai, den Mordanschlag aufzuklären, nicht nachgekommen. Warum wohl? Es sieht so aus, wie wenn Payoneer eine "joint venture" zwischen der CIA und Mossad ist, um einerseits Geld zu waschen und andererseits den "Sold" ihre Agenten und die Kosten ihrer Geheimoperationen zu bezahlen. Genau so wie 'prepaid' Handys gerne für fragwürdige Handlungen genutzt werden, ist es bei dieser Art von vorbezahlten Kreditkarten scheinbar auch der Fall. Es garantiert einigermassen die Anonymität, da keine Rechnung zugestellt wird und man irgendeine Adresse angeben kann.

Der Chef von Payoneer, Yuval Tal, ist ein ehemaliges Mitglied der IDF und Moshe Mor, Gründer von Greylocks Partner, war sechs Jahre in der israelischen Armee als Hauptmann im militärischen Geheimdienst tätig. Die "venture capital" Firmen arbeiten aus Herzliya in Israel, dem Hauptquartier des israelischen Geheimdienstes Mossad.

Greylock scheint seit Jahrzehnten enge Verbindungen zur CIA und dem Pentagon zu haben. Zum Beispiel war Howard Cox, der ab 1971 zu Greylocks stiess, vorher zwei Jahre im Büro des US-Verteidigungs- ministers tätig. Er war ehemaliger Vorsitzender der "National Venture Capital Association", dient im Unternehmensbeirat des Verteidigungs- ministers und ist auch im Vorstand von In-Q-Tel, ein Venturekapitalfonds der CIA.

Trotz dieser ganzen Verbindungen, hat die US-Regierung, aber auch die Massenmedien, gar kein Interesse die Hintergründe des Dubai-Mord aufzuklären. Das erklärt auch warum MasterCard sehr schnell Wikileaks den Geldhahn zugedreht hat. Die Verbindung der Firmen untereinander ist offensichtlich. Andererseits werden die Geldtransaktionen der Verdächtigen am Mordkomplott bis heute nicht veröffentlicht, sondern geheim gehalten.

Die Behörden von Dubai sagen, andere Mitglieder des Mordkommandos hätten Kreditkarten von der DZ Bank AG in Deutschland, Nationwide Building Society in Swindon England und von der IDT Financial Service Ltd. in Gibraltar benutzt.

Passend dazu noch diese Nachricht: Der neue Chef des Mossad, Tamir Pardo (57), will sich im Januar für den Missbrauch von britischen Pässen für den Mordanschlag in Dubai bei der Regierung in London entschuldigen, wie der Telegraph am 26. Dezember meldete. Das Verhältnis ist seit Februar getrübt und der Stationsleiter des Mossad in London wurde des Landes verwiesen. Die Zeitung zitiert ungenannte Quellen und schreibt, Pardo plane eine Reise nach London für nächsten Monat "um die Beziehungen zu erneuern". Wenn das stimmt, dann gibt ja Israel zu, den Mord begangen zu haben.

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insgesamt 5 Kommentare:

  1. caramba sagt:

    Jaja, aber solcher Verbrecher wollen von uns, unsere SWIFT-Daten. Lachhaft.
    Angeblich zur Aufklärung usw..
    Nutze seit Jahren selbst ne Prepaid-Kreditkarte aus nem EU-Land für Bestellungen im Netz.
    Nix anonym, Name steht ja auf Karte.
    Ok, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wird das vllt. anders gehandhabt mit diesen Karten.
    Aber die sind doch sonst so hinter solchen Daten her.... Ohne Worte.

  1. xabar sagt:

    Sehr entlarvend! Well done, Freeman!

    Wikileaks entlarvt auch die israelische Mafia, mit Mossad an der Spitze. Man erinnere sich an die Verdächtigungen einiger Schreiber, so auch hier, die Julian Assange als einen möglichen 'Mossad-Agenten' bezeichneten. Das würde bedeuten, dass ein 'Mossad-Agent' seine eigene Organisation entlarvt. Man braucht dafür schon eine sehr verschlungene Verschwörungstheorie.

    Nicht nur die Wikeleaks entlarven das geheime Zusammenspiel zwischen USA und Israel, zwischen ihren Geheimdiensten, ihren Diplomaten, ihren Kreditkarten-Firmen, ihren Politikern ... Man kann heutzutage auch ganz normale Bücher lesen, um der Holding USrael auf die Schliche zu kommen und wie sie zum Beispiel vorgingen, um den Irak-Krieg von langer Hand vorzubreiten. Wie sie, die Neocons - und das sind verkappte Zionisten - vorgingen, um einen Dummy und Ex-Alkoholiker wie George W. Bush um den Finger wickelten, und sich diesen Mann, der nie ein Buch gelesen hat und nicht den Unterschied zwischen der Slowakei und Slowenien kannte und nicht vier Staatsmänner anderer Staaten der Welt aufzählen konnte, für ihre Zwecke einzuspannen:

    Die Quelle:

    Stephen J. Sniegoski, 'The Transparent Cabal', etwa: 'Das durchsichtige Spiel' über die Agenda der Neocons, den Krieg im Mittleren Osten und das nationale Interesse von Israel, Norfolk, Virginia, 2008.

    Die Quintessenz:

    Der Irak-Krieg wurde von den USA wegen Israel geführt, nicht wegen des irakischen Öls und schon gar nicht, um freedom & democracy in den Irak zu bringen. Nach dem Irak-Krieg sollte der Iran, danach sogar ein Land wie Saudi-Arabien an die Reihe kommen, um den Mittleren Osten im Interesse Israels völlig neu zu ordnen, im Sinne der New Middle East Israel-Order. Natürlich alles im Interesse der 'Sicherheit' von Little Israel, der 'einzigen Demokratie im Nahen Osten'.

    So weit reichen die Wikileaks nicht zurück. Also auch mal ein Buch lesen oder sich so etwas für das Neue Jahr mal vornehmen.

  1. Und wie zu erwarten, gibts nur Echo bei den alternativen Kanälen im Internet.

    Nix reuters, nix dpa, nix cnn.

    Und irgenwie mangelt es weder an Story, noch öffentliches Interesse, noch Relevanz für die Allgemeinheit.

    Was Wikileaks doch für eine gemeingefährliche Terrororganisation ist. ;-) Nur wurden die im Gegensatz zu AL Q. nicht vom CIA aufgebaut. Das ist wohl das Hauptproblem bei der Sache.

    Happy new year.

    Free Manning!

  1. xabar sagt:

    Man stelle sich vor, der iranische Geheimdienst hätte mit den Pässen westlicher Bürger gearbeitet, so wie es der israelische gemacht hat, um damit seine Hitteams für einen Mord an einem zionistischen Politiker im Ausland auszustatten, und er wäre dann auch noch von dem Land, in dem der Mord stattfand, überführt und die Hitleute gefilmt worden.

    Was für ein Geschrei in den Medien über Wochen hinweg erhoben worden wäre! Die Schlagzeilen kann man sich vorstellen: 'Das antisemitische Mullahregime exportiert seinen Terror'; 'Stoppt den iranischen Terror', 'Der Westen muss jetzt handeln!' ...

    Die USrael hätten natürlich sofort den UN-Sicherheitsrat eingeschaltet, um sich dort eine Resolution für ein militärisches Eingreifen gegen den Iran zu holen. Und Russland und China hätten sich mal wieder angeschlossen oder enthalten.

    Die Reaktion Englands im Fall Mahbouds: Der Mossadvertreter wurde aus London ausgewiesen und gegen einen anderen ausgetauscht. Das war's. Die Reaktion Berlins: noch nicht einmal das. Nur ein gemütlicher Plausch mit der israelischen Vertretung. Also geht alles so weiter.

    Und im Handel mit der EU wird Apartheid-Israel weiterhin die Meistbegünstigungsklausel eingeräumt ...

    Komplizenschaft ist genauso schlimm wie Täterschaft.

  1. Casaouia sagt:

    Bin schon gespannt was noch alles raus kommt. Warte schon jeden Tag auf Neuigkeiten.