Nachrichten

Die schmutzigen Tricks eines Pharmakonzerns

Freitag, 10. Dezember 2010 , von Freeman um 15:00

Jeden Tag kommen neue Erkenntnisse ans Licht, welche die Wikileaks-Veröffentlichung der Diplomaten- depeschen zeigen. So auch über schmutzige Tricks, wie der grösste Pharmakonzern der Welt Agenten eingesetzt hat, um in der Vergangen- heit des Justizminister von Nigeria nach belastbaren Beweisen zu graben, damit sie ihn möglicherweise erpressen können und er eine Klage fallen lässt, wie der Guardian berichtet.

Pfizer wurde von den nigerianischen Behörden verklagt, weil Kinder durch das neue Antibiotikum Trovan gesundheitliche Schäden während einem Versuch davon getragen haben. Dieser medizinische Versuch an Kindern fand während einer Meningitisepidemie im Bundesstaat Kano im Norden von Nigeria 1996 statt.

Vergangenes Jahr hat der Konzern sich mit der Regierung von Kano über eine Zahlung von 75 Millionen Dollar geeinigt. Die Depeschen zeigen, dass der Pharmagigant diese Einigung möglicherweise erzwungen hat, da die ursprüngliche Schadensersatzsumme viel höher war.

Eine Nachricht vom 9. April 2009 über ein Treffen zwischen dem Niederlassungsleiter von Pfizer, Enrico Liggeri, und US-Offiziellen in der Botschaft von Abuja steht:

Laut Liggeri hat Pfizer eigene Ermittler angeheuert, um Verbindungen der Korruption zu Justizminister Michael Aondoakaa aufzuspüren, um ihn blosszustellen und um Druck auf ihn auszuüben, damit er den Fall der Bundesregierung fallen lässt. Er sagte, die Ermittler von Pfizer würden die Information an die lokalen Medien weitergeben.

Eine Serie an schädlichen Artikeln, welche Details über Aondoakaas 'angeblichen' Korruptionsverbindungen berichteten, wurden im Februar und März veröffentlicht. Liggeri sagte, dass Pfizer noch weitere schädliche Informationen über Aondoakaa hat und dass die Kumpanen von Aondoakka ihn aufforderten, die Klage fallen zu lassen, bevor weitere negative Artikel erscheinen.

Die Ärzte von Pfizer behandelten 200 Kinder, die Hälfte mit Trovan und die anderen mit Ceftriaxone, dem besten Meningitis-Medikament welches in den USA zu der Zeit angewendet wurde. Fünf Kinder starben an Trovan und sechs an Ceftriaxone, was für die Firma ein gutes Ergebnis darstellte, schreibt der Guardian.

Später wurde behauptet, Pfizer hätte nicht die Zustimmung der Eltern gehabt, um das experimentelle Medikament an ihren Kindern auszuprobieren und es gab Fragen über die Dokumentation der Testreihe. Trovan war für die Anwendung an Erwachsenen in Europa zugelassen, wurde aber später zurückgezogen, wegen der Befürchtung der Lebervergiftung.

In der Nachricht steht weiter, dass Liggeri sagte, Pfizer wäre nicht glücklich über die Einigung mit der Regierung von Kano gewesen, da die Tests ordentlich durchgeführt wurden und die Todesfälle ein Resultat der Meningitis selber seien, "aber sie wären zum Ergebnis gekommen, dass die 75 Millionen Dollar angemessen wären, da der jahrelange Prozess Pfizer 15 Millionen pro Jahr für Anwälte und Ermittler kosten würde.

In der Nachricht steht auch, Liggeri hätte weitere Details der geheimen Operation gegen Aondoakaa mitgeteilt und er unterstellte, die Klage gegen Pfizer wäre “nur aus politischen Gründen“ geführt worden.

Er behauptete, dass „Médecins sans Frontières“ (MSF) hätte im gleichen Spital in Kano „Trovan den anderen Kindern während der Meningitis- epidemie 1996 verabreicht und die Regierung von Nigeria hätte nicht gehandelt.

MSF – die als erste Bedenken über die Versuche vorbrachten – wiesen entschieden diese Behauptung zurück. Jean-Hervé Bradol, der ehemalige Präsident von MSF in Frankreich, sagte: “Wir haben noch nie mit dieser Familie an Antibiotika gearbeitet. Wir wenden sie nicht für Meningitis an. Deshalb waren wir auch schockiert, diesen Versuch im Spital zu sehen.

Ursprünglich belief sich die Klagesumme auf 6 Milliarden Dollar. Deshalb führte die Rücknahme der Klage im Oktober 2009 zum Verdacht, der Justizminister wäre unter Druck gesetzt worden. Die nigerianische Zeitung „Next“ veröffentlichte einen Artikel im vergangenen Monat mit der Überschrift „Aondoakaas geheime Abmachung mit Pfizer“.

Pfizer und die nigerianischen Behörden haben eine Vertraulichkeits- vereinbarung unterschrieben. Im Artikel stand, „die Rückname der Klage, sowie die Einigungsklauseln, sind ein streng geschütztes Geheimnis zwischen den Parteien.

Aondoakaa drückte sein Erstaunen über die Behauptungen die in den Botschaftsdepeschen stehen aus, als der Guardian ihn damit konfrontierte. „Ich bin sehr erstaunt zu hören, ich wurde ein Objekt, was sehr schockierend für mich ist,“ sagte er. „Es war mir nicht bewusst, Pfizer durchleuchtete meine Vergangenheit. Wenn sie es gemacht haben, dann ist das eine ernste Sache. Ich wurde das Ziel eines multinationalen Konzerns, sie sollten Verständnis für mich haben. Sollte es stimmen, werde ich vielleicht rechtliche Schritte unternehmen.

Pfizer sagt gegenüber dem Guardian, sie hätten die Dokumente der US-Botschaft noch nicht gesehen, aber die Aussagen darin wären völlig falsch.

Bisher sind 1'269 von 251'287 Botschaftsdepeschen veröffentlicht worden. Das sind 0,5% ... 99.5% sind noch zu bearbeiten. Wikileaks braucht unsere Unterstützung.

FREE ASSANGE!

insgesamt 12 Kommentare:

  1. frohnatur sagt:

    "Bei entsprechendem Profit ist Kapital sehr kühn. 10 % sicher garantieren seine
    Anwendung überall; 20 % sicher erzeugt Lebhaftigkeit; 50 % positive Waghal-sigkeit;100 % bringt es dazu, auf allen menschlichen Gesetzen herumzutram-peln; 300 %, und es gibt kein Verbrechen, das es scheut, und kein Risiko, das es nicht eingeht, selbst auf die Gefahr, dass sein Besitzer gehenkt wird. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide vorantreiben.“ /1/

    /1/ Marx/Engels: Werke Bd. 23, S.16

  1. TALisMAN sagt:

    Es ist schön zu sehen, dass jeden Tag mehr Wahrheiten ans Licht kommen. Vielleicht erleben wir gerade jetzt die dringend benötigte "Reinigung". Hab mich auch mal bei wikileaks.ch versucht. Weiss aber noch nicht so richtig wo ich anfangen soll ;(

  1. mya sagt:

    Unbedingt ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=6JaIHPMMaRQ

  1. TALisMAN sagt:

    Es ist schön zu sehen, dass jeden Tag mehr Wahrheiten ans Licht kommen. Vielleicht erleben wir gerade jetzt die dringend benötigte "Reinigung". Hab mich auch mal bei wikileaks.ch versucht. Weiss aber noch nicht so richtig wo ich anfangen soll ;(. Vielleicht können wir uns da organisieren. MfG

  1. Ella sagt:

    Nigeria scheint eh ein Versuchslabor fuer die NWO zu sein, da die Leute sich nicht wehren koennen.
    Doch auch die US ist ein Versuchlabor von Big Pharma , nur, muessen die Konzerne, da mit hoeren Schadenersatzklagen rechnen.
    Und war dieses Land nicht unter der Aufsicht Condies, als sie noch im Aufsichtrat von Exxon sass, falls ich mich recht erinnere?

  1. TALisMAN sagt:

    Es können sich ja alle die Lust und Zeit haben Daten auszuwerten bei Freeman melden. Wenn wir organisierte Auswertung betreiben, sollten wir den Grad an Wahrheit, der veröffentlicht wird, deutlich steigern können. So können wir unseren WikiLeuten, die im Moment wohl eher auf ihre Sicherheit besorgt sind, ein wenig Arbeit abnehemen.

  1. Das "durchleuchten"von Politikern, etc. von Pharmakonzernen(eher der Pharmamafia!) ist nicht neu ...eine kleine aktuelle Geschichte, die mir ein Freund (60J.)kürzlich erzählte:Er ist Pharmareferent der als älterer Mitarbeiter noch ein paar Monate zu arbeiten hat.Er und Kollegen werden von Privatdetektiven vefolgt-(erwiesen!)Wenn er sich was zu Schulden kommen läßt(z.B.ein paar Minuten zu spät beim Kunden ist) könnte man ihm locker kündigen.Das bedeutet 3 Jahre kein Gehalt für den Vorruhestand, arbeitslos usw.Der Druck wird in dieser Branche enorm erhöht.Mobbing von oben und untereinander...da bin ich froh nur ein kleiner Selbständiger "Krauter" zu sein.

  1. drdre sagt:

    Hier wird doch klar, dass die Pharmaindustrie die sog. dritte Welt als Versuchslabor ansieht und auch gebraucht.

    Das erinnert uns doch stark an die Versuche von Mengele und Konsorten für die IG Farben.

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
  1. Nila sagt:

    und damit munter weiter gesext werden kann und nur die niederen triebe ausgelebt werden, kam von genau diesen verbrechern von pfitzer die kleine blaue pille auf den markt.

    selbstverständlich aus humanitären gründen...

  1. Raish sagt:

    Übrigens ein typischer Pharma-Versuch - neuer Impfstoff wird mit altem Impfstoff verglichen. Eine Vergleichsgruppe mit Placebo Mitteln gibt es nicht.

    Können sie sich auch nicht leisten, sonst würde sich wohl rausstellen, dass der beste Impfstoff Salzwasser ist.

  1. Gerd sagt:

    Menschen als Versuchstiere, Dokumentarfilm von Paul Jenkins habe ich gerade in der Wh. vom 10. Dez. 2010 gesehen ... siehe youtube ... da kann man zum dokujunkies werden.