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Südkorea greift chinesisches Fischerboot an

Sonntag, 19. Dezember 2010 , von Freeman um 16:00

Die Mannschaft eines chinesischen Fischtrawler wurde von einem südkoreanischen Patrouillenboot angegriffen und das Schiff versenkt, dabei wurde der Kapitän getötet und zwei Fischer werden noch vermisst. Der Zusammenstoss ereignete sich beim Versuch chinesische Fischerboote am angeblich illegalen Fischen vor der Südwestküste von Südkorea zu hindern. Das Ereignis fand 72 Meilen ab der Insel Eocheong statt.

Zwei südkoreanische Patrouillenboot nährten sich dem Trawler um 13:00 Uhr am Samstag und enterten das chinesische Schiff. Die Besatzung versuchte die Eindringlinge mit Stöcken und Schaufeln abzuwehren. Eines der 300 Tonnen schwere Patrouillenboote stiess dabei mit dem nur 62 Tonnen Trawler zusammen und versenkte es. Zehn Fischer fielen ins Wasser, acht wurden aus dem Meer geborgen, aber der 28-jährige Kapitän starb dann später.



China hat ein Rettungsschiff in das Gebiet entsendet, um die beiden vermissten Fischer zu finden. Es sollen sich ungefähr 50 chinesische Fischerboote in den Gewässern aufgehalten haben, sagte Ji Kwan-tae, der Sprecher der südkoreanischen Küstenwache.

Am 8. September stiessen bereits zwei Schiffe der japanischen Küstenwache mit einem chinesischen Trawler in der Nähe der Senkakus Inselgruppe zusammen, unbewohnte Inseln die im Ostchinesischenmeer von beiden Ländern beansprucht werden. Dabei wurde der Kapitän Zhan Qixiong verhaftet. Seit dem sind die Beziehungen zwischen China und Japan erheblich abgekühlt. Der Kapitän wurde zwei Wochen später freigelassen.

Der jüngste Angriff kommt mitten in den Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Südkorea hat weitere Militärmanöver vor der Nase der Nordkoreaner für Montag angekündigt und will Schiessübungen mit ihrer Artillerie durchführen, eine weitere Provokation.

Mittlerweile hat Südkorea zugegeben, beim letzten Schlagabtausch mit dem Norden zuerst geschossen zu haben, was die Medien völlig anders darstellten. Damit wird mein Bericht "Die andere Seite des Korea-Konflikt" bestätigt.

Nach dem der Süden angekündigt hat, wieder Schiessübungen mit scharfer Artilleriemunition auf der umstrittenen Yeonpyeong Insel durchzuführen, hat der Norden eigene Artillerieeinheiten mobilisiert.

Russland und China haben Südkorea aufgefordert das Manöver abzusagen und die UNO gebeten einzugreifen. Der UNO-Sicherheitsrat hat eine Dringlichkeitssitzung einberufen, um die eskalierende Krise zwischen dem Süden und Norden zu beruhigen.

Mit diesem erneuten Manöver, dem Angriff und der Versenkung eines chinesischen Fischerbootes, wobei mindestes ein Fischer getötet wurde, zeigen die Südkoreaner wer wirklich der Aggressor ist und einen Konflikt will. Und die Amerikaner unterstützen diese Provokationen, mit ihrer ständigen Präsenz von Flugzeugträgern und Kriegsschiffen vor der Küste Chinas im Gelben Meer. Aber wie immer stellen die Medien den vom Westen gestützten Süden als "armes" Opfer und den Norden als "bösen" Täter dar.

Hier Aufnahmen der südkoreanischen Seite, welche die Abwehr der chinesischen Mannschaft zeigen. Man sieht wie die Südkoreaner Tränengasgranaten auf die Fischer schiessen. Die Bilder der Versenkung wurden von Südkorea nicht veröffentlicht:


Bei diesen westlichen Provokationen geht es hauptsächlich wie immer um Innenpolitik, nämlich die von Amerika, Südkorea und Japan. Es geht um Ablenkung der Bevölkerung von den echten Problemen, wie von der Finanzkrise. Mit der Behauptung, es gebe eine "äussere Bedrohung" seitens Nordkorea aber auch Chinas, wird auch die Notwendigkeit für mehr Rüstungsausgaben zur "Verteidigung" begründet. Ausserdem wird die Opposition gegen eine weitere Besatzung durch amerikanische Truppen im asiatischen Raum damit im Keim erstickt.

In Japan und Südkorea wurden die Stimmen zu laut, welche einen US-Abzug nach 65 Jahren Beatzung forderten. So kann Washington seine Präsenz und Truppenstationierung rechtfertigen. Ohne künstlich erzeugter Krise gebe es keinen Grund für eine weitere "Schutzfunktion". Es geht hier nicht um einen Krieg, sondern um Gründe für eine Vormachtstellung Amerikas in diesem Gebiet zu erfinden. Eine riesige Propagandashow läuft hier ab und die Medien verkaufen diese Lüge über einen "Bösewicht".

insgesamt 8 Kommentare:

  1. Anon5y2U8UPe sagt:

    Sollte sich China entscheiden Nord Korea wieder stärker zu unterstützen oder sich durch diese Aggresionen selber angegriffen zu fühlen kann der "freie" Westen einpacken. Den Chinesen gehört bereits die Hälfte der USA und unsereins kommt ja ohne "Made in China" garnicht mehr aus. Ich denke selbst wenn der Westen der größte Importeur chinesischer Ware ist kommen die auch gut ohne uns klar und könnten uns genausogut militärisch asubeuten

  1. DragonLee sagt:

    Ich raff auch nichts mehr.Was würde denn dort ein eskalierender Konflikt bringen?

  1. ..78oe sagt:

    @DragonLee - einen Haufen Tote und Zerstörung für die Bevölkerung und einen Haufen Kohle und Macht für die Finanzhoschies. So wie immer
    Und natürlich: Angst - und das ist fast das wichtigste für die Regierenden

  1. xabar sagt:

    Diesmal bin ich mit Freeman voll einverstanden. Ein guter Artikel. Wenn ich das nicht immer bin, und einiges kritisch sehe, ist das nicht weiter schlimm, sondern nur ganz natürlich. Aber wir sollten Unterschiede zulassen und uns dann wieder zusammenraufen.

    Die USA schicken ihre Vasallen (Südkorea, Japan und andere vor), um künstlich eine Krise anzufachen, um sich als unverzichtbare 'Schutzmacht' in dem Raum behaupten zu können. Das Pentagon hat ein Interesse an Spannungen, an Rüstungsexporten, die in einem solchen Klima gedeihen und daran, wie Freeman richtig schreibt, von der Finanzkrise abzulenken. Obama braucht Erfolge, um in zwei Jahren wiedergewählt zu werden und setzt auf die Außenpolitik, weil er innenpolitisch bereits ein 'Lame-Duck-Präsident' geworden ist, auch angesichts der veränderten Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus.

    Das größte Hindernis für die USA: die konstruktive, auf Entspannung abzielende Politik Chinas und Russlands. Diese beiden Staaten sollten noch enger zusammenrücken und den USA Paroli bieten, sich aber nicht auf die hinterhältigen Spielchen von Clinton und Obama einlassen und sich auch nicht gegen den Iran instrumentalisieren lassen.

  1. YanErawan sagt:

    @DragonLee Wann immer die USA ihre Präsenz in dieser Region erneuern/ rechtfertigen wollen, enstehen solche Konflikte. Zumal auch noch die immer wachsende Marineflotte Chinas im Pazifik macht sie besonders nervös.

  1. wheezzl sagt:

    Danke für die News die sich sonst wieder nur schlecht finden lässt. Du schreibst das Südkorea zugegeben habe, zuerst geschossen zu haben? Hast du da einen Link oder so? Habe mit Google und sonst im Netz nichts dazu gefunden, alles voller Propaganda gegen Nordkorea.

  1. Freeman sagt:

    Manchmal komme ich mir wie eure Nanny vor, die euch alles vorkauen und mundgerecht servieren muss. Hier die Meldung von Reuters darüber: http://www.reuters.com/article/idUSTOE6AM05P20101123

  1. wheezzl sagt:

    Danke für den Link, ist ja nicht so, dass ich vorher nicht selber gesucht hätte, aber bei den vielen Meldungen zu dem Thema ist es nicht so einfach die richtigen zu finden. Referenzen in Artikeln helfen da sehr.

    Ich dachte du fändest es gut wenn wir uns mehr interessieren und Dinge genauer nachlesen wollen...

    Danke trotzdem :)