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Warnung an Studenten sich Wikileaks fernzuhalten

Samstag, 4. Dezember 2010 , von Freeman um 09:00

Die Studenten der Columbia Universität in den USA haben eine Rundmail von der SIPA-Alumni erhalten, in dem sie gewarnt werden, ja nicht Wikileaks und Cablegate „anzufassen“, denn das würde ihre zukünftige Karriere schaden. Die SIPA ist die „School of International and Public Affairs“, also dort wo Studenten zu zukünftigen Diplomaten ausgebildet werden.

Hier die Übersetzung der Mail:

Vom: “Büro für Karrieredienst” „

Datum: November 30, 2010 15:26:53 ESTTO:

Hallo Studenten,

Wir haben heute einen Anruf von einem SIPA-Alumni erhalten, der im US-Aussenministerium arbeitet. Er hat uns gebeten die folgende Information an alle weiterzuleiten, die für eine Stelle beim Staat sich bewerben werden, da alle einer Hintergrundprüfung unterzogen werden und in einigen Fällen eine Sicherheitsfreigabe.
Die Dokumente die in den letzten Monaten von Wikileaks veröffentlicht wurden, werden immer noch als geheime Dokumente eingestuft. Er empfiehlt, dass ihr NICHT Links zu diesen Dokumenten postet oder Kommentare auf den sozialen Webseiten schreibt, wie Facebook oder Twitter. Wer sich in solchen Aktivitäten engagiert würde seine Fähigkeit, vertrauliche Dokumente zu bearbeiten, in Frage stellen, was Teil der meisten Positionen beim Staat beinhaltet.

Grüsse

Büro für Karrieredienst

Die Frage lautet, wird so eine Warnmeldung, ja nicht das "heisse Eisen Wikileaks" anzufassen, in den anderen Unis auch verbreitet, die als Rekrutierungszentren für den Staatsdienst dienen? Werden die Studenten damit eingeschüchtert und genötigt sich wie Opportunisten zu benehmen, die als Duckmäuser ihren Mund halten sollen?

Das heisst, die Internet-Vergangenheit der zukünftigen Bewerber wird durchleuchtet und was man an freie Meinung geäussert hat, wird gegen einen verwendet. Das darf doch in einer angeblichen Demokratie nicht passieren, die sich ja noch so nennt. Aber die USA ist schon lange keine mehr, sondern ganz klar ein Polizeistaat, das sehen wir jetzt immer mehr. So einen krimminellen Staat würde ich gar nicht dienen wollen.

Leute, es geht um unsere Freiheit. Die Faschisten und ihre Mitläufer kommen jetzt alle aus ihren Löchern gekrochen. Sie wollen uns den Mund verbieten und einschüchtern. Sie wollen uns vorschreiben was wir lesen dürfen und was nicht. Mit Wikileaks müssen sie ihre Fassade fallen lassen. Sie schliessen alles was uns den Zugriff auf die Informationen ermöglicht. Sie schüchtern ein und erpressen. Spätestens jetzt wird klar, wer auf unserer Seite steht oder wer der Feind ist. Wer sich für die Wahrheit einsetzt oder sie unterdrückt.

Jetzt muss klar Position bezogen werden!

insgesamt 15 Kommentare:

  1. Bat sagt:

    Ja windervoll, und auch die amerikanischen Soldaten im Irak wurden von allen großen Nachrichtenseiten (!!!) ausgesperrt damit sie ja nichts über Wikileaks lesen.
    http://gawker.com/5705639/us-military-in-iraq-tries-to-intimidate-soldiers-into-not-reading-wikileaks
    Der Krieg gegen Informationen ist voll im Gange.

  1. xabar sagt:

    Man kann Studenten nicht so leicht einschüchtern. Man sieht anhand ihrer Proteste gegen die Studiengeührenanhebungen in Italien und Großbritannien, dass sie nicht so leicht zurechtzubiegen sind. In dem Alter herrscht noch eine gesunde 'Jetzt- Erst-Recht-Haltung' vor, eine Haltung, die man oft später aus Gründen der Anpassung aufgibt.

    All diese Versuche, Wikileaks zum Schweigen zu bringen, werden den Bekanntheitsgrad dieser hervorragenden Truppe nur noch erhöhen und ihre Dokumente werden nur noch mehr wie warme Semmeln weggegehen.

    Der Geist ist aus der Flasche. Man soll mal versuchen, Zahnpasta, die entwichen ist, wieder in die Tube zu drücken. Viel Spaß, Clinton!

    Wenn du noch einen Funken an Anstand besitzen würdest, würdest du jetzt zurücktreten!

  1. knock sagt:

    In letzter zeit muss ich immer öfter an das lied denken:
    "Die Gedanken sind frei"
    Doch selbst im kopf werden grenzen gezogen über die man nicht hinaus denken "darf" unter dem mantel von political correctness und ähnlichen mitteln die eine selbstzensur verlangen. Sich über diese schranken hinwegzusetzen ist eine oft vergessene unerwünschte tugend. Sie soll anscheinend langsam ausgerottet und erstickt werden.

  1. drdre sagt:

    Richtig, ich denke dass spricht doch Bände, hier will man offensichtlich eine Elite von Ja Sagern heranzüchten. Freie Meinungsäusserung sowie freie Information zur Meinungsbildung ist in dieser "Demokratie" offensichtlich nicht mehr angesagt.

    Hier sind mehr die politischen Opportunisten gefragt..

  1. Moe sagt:

    Jetzt wurde auch die Spendenmöglichkeit mit Paypal gesperrt. Paypal ist eine Tochtergesellschaft von Ebay. Das Ebay da mitspielt, wundert mich eigentlich nicht.

  1. Michael sagt:

    Dazu gibt es zwei Effekte:
    Junge Leute insbesondere Studenten sind besonders scharf drauf "was verbotenes" zumachen. Das macht´s nur interessanter!
    und:
    Die "jungen Diploaten" hätten die Chance was zu lernen und zwar wie man´s nicht macht. Das State department als schlechtes Beispiel für eine bessere Zukunft!

    Armes Amerika

  1. Nichtkampf sagt:

    All die Dinge um Assange und Wikileaks herum, die konzertierte demokratische Maulkorbdoktrin, der Aufruf zum Mord an Assange, sein nichts vorschrifftsmäßiger Präservativ-Sex mit den zwei Prominuttenschlammschlachtschlampen.
    Nur ein bißchen von diesem Zusammenhalt der Mafiosi-Demokraten in Richtung Höhlenbewohner Osama bin Laden und die Welt wäre wieder sauber. Könnte man denken.

    Helmut Schmidt spricht es offen aus: *Ich würde mir dringend einmal einen Putsch der Parlamentarier wünschen, damit sie das Prinzip der Demokratie in der EU wieder zum Leben erwecken. Aber vielleicht muss man dafür andere Leute nach Brüssel und Straßburg schicken.*
    Hört hört!

  1. ..78oe sagt:

    das krasse bei dem paypal ding ist ja, paypal schließt die benutzung seiner dienste aus, wenn dadurch "illegale aktivitäten unterstützt, begünstigt oder bereitgestellt" würden.
    wenn das die begründung ist, dann müssten sie auch die konten all jener löschen, welche für wikileaks gespendet haben. das sollen sie doch mal tun...

  1. Rockwater sagt:

    Nun wurde der Krieg gegen Wikileaks ausgerufen. Jeder der es unternimmt die Freiheit der Presse und Information zu verteidigen ist Terrorist. Sympathisanten müssen mit deftigen Strafen rechnen.
    In Kürze werden die dafür nötigen Gesetze im US Senat
    bestimmt verabschiedet.
    Sie werden nun unverhüllt ihr wahres Gesicht zeigen.

    Danke !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  1. El. sagt:

    Who is ?

    "Die SIPA ist die „School of International and Public Affairs“, also dort wo Studenten zu zukünftigen Diplomaten ausgebildet werden."

    Auf der Columbia gibt es auch naturwissenschaftliche Fakultäten, die sich weniger mit der Diplomatie befassen, glücklicherweise sind die Naturgesetze weniger von der Diplomatie betroffen, sie funktionieren auch ohne.

    Machen wir aber eine kleine Whois-Abfrage.

    Die Routing zu den wikileaks Server ist ziemlich seltsam, aber eines ist klar:

    wikileaks.nl wird nach Schweden geroutet direkt über bahnhof.net [85.24.151.27], seine Geburtsurkunde:

    "Bahnhof AB (BAHNHOFA738), Box 6220, Stockholm, , 10234 SE,
    Record created: 2006-03-18 01:58:28, Record expires: 2011-04-17 00:00:00"

    auch wikileaks.org wird nach Schweden geroutet. Wir erinnern uns, Schweden sucht heftig nach einem von den Mitarbeiter von Wikileaks.

    wikileaks.org ist selbst an "John Shipton c/o Dynadot Privacy; PO Box 701, San Mateo, CA, US, Phone:+1.6505854708, privacy@dynadot.com" gemeldet, Dynadot ist ein Domäenenanbieter in USA.

    wikileaks.ch ist zwar über http-Protokoll erreichbar, aber die Routing zu wikileaks.ch ist gar nicht möglich, das kann man so machen, dass ein Knoten fängt die http-Aufträge gezielt ab und schaltet auf einen anderen Server, sehr unüblicher Vorgang. Man muss natürlich guter Zugang zu dem Betreiber des Knoten haben, dazu noch diskret. Die IP-Adresse für wikileaks.ch (213.251.145.96) wurde bei einem französischen Hoster Iconeweb-Multimedia gemietet.

    Signed El.

  1. toz sagt:

    bestimmt krieg ich eins auf den deckel, weil man ja damals und heute nicht vergleichen kann. aber:
    die seele des menschen ist unabhängig von der geschichte, die reaktionsmuster auf bestimmte situationen waren auch schon in der steinzeit dieselben wie heute.

    selbst wenn die moderne welt anders tickt als die vergangene und man nicht ohne weiteres 2 verschiedene sachverhalte gegenüberstelen kann (vor allem wenn man die ns-zeit als vergleich heranzieht), so halte ich die flugblätter der "weißen rose" für erschreckend aktuell. klar, unsere regierungen haben vielleicht noch nicht ganz so viele verbrechen begangen wie die nazis, aber ich befürchte, das war erst der anfang.

    guckt mal rein, wer wahrheit verkündet lebt gefährlich! damals wie heute:
    http://www.dkp-karlsruhe.de/geschichte/antifa/weisse_rose_flugbl.html

  1. Der Überwachungsstaat ist im Westen offenbar mehr etabliert als im Osten. Wikileaks ist uneingeschränkt zu unterstützen. http://hinter-der-fichte.blogspot.com/2010/12/wo-finde-ich-wikileaks.html Wer kann jetzt noch die Psalmen von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung singen, wo unsere Internetkontakte überwacht und sogar die IM der Amerikaner bei der FDP weiter beschäftigt werden?

  1. Joachim sagt:

    Ich kann den bisherigen Hype um Wikileaks und das Theater um Herrn Julian Assange noch nicht ganz nachvollziehen.
    Es ist ja gut und begrüßenswert, dass endlich mal etwas von den kleinen schmutzigen Geheimnissen der USA herausgekommen ist.
    Und ich hoffe und bete, dass Wikileaks noch lange dazu in der Lage sein wird, seine segensreiche und gesellschaftlich wichtige Arbeit fortzusetzen.
    Aber welche Konsequenzen hat die Veröffentlichung tausender Dokumente bisher erbracht?
    In Deutschland war davon jedenfalls noch nicht viel zu sehen. Außer, dass Außenminister Westerwelle seinen Büroleiter entlassen musste, weil er ein Maulwurf der USA ist.
    Dadurch wird sich aber weder die Politik der Bundesregierung, noch die der FDP ändern.
    Und die paar unhöfflichen Kommentare von US-Botschaftsmitarbeitern über deutsche Politiker. Ach Gott, da haben unsere Medien schon mehr geboten.
    Also dafür, dass die USA mit offensichtlich gefälschten Beschuldigungen an Julian Assange zu kommen versuchen und ein offenbar verhaltensgestörter Professor namens Tom Flanagan, Julian Assange gleich umbringen lassen will, sind mir die Wellen, die die Wikileaks-Veröffentlichung international schlagen, aber noch recht seicht.
    Wenn man bedenkt, welches Kaliber die menschenverachtenden Gräueltaten der USA eigentlich haben, dann sind die bisherigen Wikileaks-Veröffentlichungen nur die Berichte von ein paar Schüssen aus der Erbsenpistole.
    Ich will gar nicht behaupten, dass diese ganze Wikileaks-Aktion die Welt nur von den wirklichen Schweinereien der Amis ablenken soll.
    Aber trotzdem erwarte ich bei so einer Aktion, dass den USA mal richtig die Hosen runtergezogen werden.
    Genügend Material dafür sollte doch wohl vorhanden sein, oder?
    Mein Herzenswunsch wäre natürlich, dass Wikileaks belegen könnte, wer hinter 9/11 wirklich steckt. Das wäre mir zumindest wichtiger, als ein paar Berichte über UFO’s. Aber, ob dieser Wunsch jemals in Erfüllung gehen wird?
    Na ja, es ist ja bald Weihnachten. Die Zeit, in der bekanntlich die Wünsche in Erfüllung gehen sollen.

  1. ..78oe sagt:

    @Jo Achim
    Es geht doch darum, das mal ein paar Menschen aufwachen. Und das tun sie, auch wenn sich nur ein wenig regt - dann muss man halt noch mal anstupsen...

  1. Elite7 sagt:

    Andere Frage ist, ob ich unter solchen Voraussetzungen überhaupt eine Staatsposition bekleiden wollte. Studenten gelten bis heute zu immer als Revolutionäre und ich glaube das wird sich auch durch eine solche Mail nicht ändern. Ich denke eher würden sie sich in den Dienste Wikileaks stellen, als in Amerikanische Dienste. Nur man weiß nicht wie weit der "Arm des Gesetzes" reicht, dass vielleicht ihr ganzes Leben zerstört wird? Sie keine Versicherung mehr nimmt und kein Arbeitgeber?

    Dass man gegen Menschen, die Geheimdokumente nicht geheim lassen können natürlich Vorbehalte hat und ihnen keine Staatsstelle gibt ist natürlich irgwie klar.