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US-Botschafter warnt die Schweiz über Asyl für Assange

Sonntag, 5. Dezember 2010 , von Freeman um 09:00

US-Botschafter Donald Beyer mischt sich in die Asylpraxis der Schweiz ein und warnt davor, Julian Assange Asyl zu geben. "Seine Lecks sind ein Risiko für viele, viele Menschen," erzählte er der Zeitung "Der Sonntag" und er sagte weiter, "die Schweiz wird sehr sorgfältig überlegen müssen, ob sie jemanden, der vor der Justiz flüchtet, Unterschlupf gewähren möchte."

Was fällt diesem Typen überhaupt ein, sich in die inneren Angelegen- heiten der Schweiz einzumischen? Ausserdem, ein Risiko ist die Veröffentlichung der Dokumente nur für die US-Regierung, weil damit herauskommt, was für eine kriminelle Organisation das Aussen- ministerium ist, in dem zum Beispiel die Chefin Hillary Clinton ihre Diplomaten beauftragt hat, die UNO-Offiziellen auszuspionieren. Ein ungeheuerlicher Vorgang, der alle diplomatischen Prinzipien bricht und den Status der UNO in Frage stellt.

Einige Schweizer Politiker wären bereit, Assange aufzunehmen. "Assange soll Asyl bekommen", fordert Juso-Präsident Cédric Wermuth gegenüber dem "Sonntag". "Die Schweiz soll ihm Schutz bieten", sagt auch der grüne Nationalrat Bastien Girod. Als einzige Partei fordert die Piratenpartei bereits seit drei Wochen Asyl für Julian Assange.

Hier meine Botschaft an den Botschafter auf Englisch:

"Listen Mr. Beyer, is that a threat? Why don't you just shut up. Thats non of your f... business who Switzerland gives asylum to or not. Don't dare and tell us what to do. We are not one of your puppet states."

Wenn ich der Bundesrat wäre, dann würde ich diesen Botschafter zitieren und ihm ordentlich die Meinung sagen. Wie zum Beispiel: "Wir benötigen keine Ratschläge von Ihnen, mischen Sie sich nicht in unsere inneren Angelegenheiten ein. Und wenn Sie es noch mal wagen, dann können Sie ihre Koffer packen und abfahren." Nur, das ist Wunschdenken, denn die Politiker haben ja kein Rückgrad und kuschen nur vor den USA.

Auslieferungspraxis in der Vergangenheit

Jetzt schauen wir uns mal an, wem die Schweiz in der Vergangenheit quasi "Asyl" gewährte, den die amerikanische Justiz mit Haftbefehl gesucht hat. Ja, da fällt mir spontan der Marc Rich ein, mit gebürtigen Namen Marcell David Reich, der wegen "Kollaboration mit dem Feind", nämlich wegen verbotener Ölgeschäfte mit dem Iran, die er 15 Jahre lang betrieben hat, und wegen Steuerhinterziehung, auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher des FBI stand.

Er konnte unbehelligt in seiner riesigen Villa im Kanton Zug residieren und seine Rohstoffgeschäfte machen. Ist ja auch klar, mit einem Vermögen von 1,5 Milliarden Dollar kann man sich "Protektion" erkaufen. Hat sich der US-Botschafter damals so vehement um eine Auslieferung von Marc Rich eingesetzt? Natürlich nicht. Und die Schweizer Behörden haben ihn gerne als guten Steuerzahler gesehen.

Das hat Assange nicht als armer Schlucker. Da sind keine Steuer- einnahmen für den Wohnkanton zu erwarten, nur Ärger. Dehalb wird die Zustimmung für einen Asylantrag eher unwahrscheinlich sein. Wenn er ein Vermögen hätte, wäre das ganz was anderes.

Na ja, mit einer angeblichen Vergangenheit als Mossad-Agent und einem spanischen und israelischen Pass, genoss Reich gewisse Privilegien von der "Sippe". Die einzige Einschränkung die er hatte, er durfte sich nicht ausserhalb der Schweiz aufhalten.

Dann passierte folgendes. Als letzte Amtshandlung von Präsident Clinton, wurde er auf wundersame Weise von ihm begnadigt. Ja, so viele Freunde haben sich für ihn eingesetzt, da er so ein grosszügiger Spender für wohltätige Zwecke war. Die grösste Spende ging an Clinton selber. Man spricht von 100 Millionen Dollar. So viel kostet ein Präsident nunmal. Damit ist die Frage beantwortet, wieso Hillary ein Vermögen von dreistelligen Millionen angeben kann.

insgesamt 21 Kommentare:

  1. Looking sagt:

    "Seine Lecks sind ein Risiko für viele, viele Menschen..."!!!

    IN DER TAT sind sie das. ;=p
    Wen genau meint der Herr Botschafter denn mit "viele" ?

  1. chris sagt:

    genau!! was denkt der sich eigentlich? als ich deine englische antwort gelesen habe, erinnerte ich mich spontan an diesen netten dialog: http://static.thepiratebay.org/apple_response.txt
    ;-)

  1. Dani sagt:

    Ja die beiden Linken Wermuth und Girod wollen Julian Assange Asyl gewähren.
    Schon vergessen, dass gegen Assange ein int. Haftbefehl wegen Verdacht auf Vergewaltigung vorliegt.

  1. Rockwater sagt:

    Hier kann man sehen, das der US Imperialismus jedem den Krieg ( erst verbal und dann Sanktionen - das nennt man Nötigung) erklärt der es wagt sich ihre Interessen entgegen zu stellen. Diese arroganten anmaßenden Drecksäcke muss man entschlossen entgegen treten.
    Wir sollten offen unsere Solidarität mit WikiLeaks offenbaren.

  1. Justa Ment sagt:

    Mensch, dass die USAner insbesondere als demokratisch getarnte Diktatur mit Weltherrschaftsanspruch daherkommen ist doch eigentlich ein alter Hut.

    [[Es ging doch immer nur darum, dass auf irgendeine Weise Herrschaft von Herrschaften über mal Sklaven, mal Leibeigene, mal Dritter (bzw.) Vierter Stand, in letzter Zeit auch ab und zu Bürger genannte Untertanen bestand, bzw. erhalten blieb/bleibt. Noch folgte seit der Neolithischen Revolution vor 9000 Jahren auf eine Herrschaft immer nur einen Herrschaft nach. Die einzige und, die Schweizer mögen mir das bitte nachsehen, in dieser Hinsicht vollkommen unwichtige Ausnahme von dieser Permaherrschaft, ist seit ein paar Jahrhunderten die Schweiz - wobei die auch nicht wirklich frei von Herrschaft ist. Wahrscheinlich gibt es keine zehn SchweizerInnen die den Unterschied zwischen Anomie und Anarchie auch nur gedanklich erfassen geschweige denn begreifen können? Zur Beruhigung: in der mehr als zehnmal so großen sog. Bundesrepublik Deutschland sind es sicherlich auch nicht mehr als zehn!]]

    Dass also die USA sich gar nicht diplomatisch gebärden, sollte also niemanden überraschen - auch Dich nicht! Mach doch mal bitte statt dessen einen Beitrag:

    Wieso eigentlich die UNO nicht ihren Hauptsitz in der Schweiz hat? Was ist damals (schief) gelaufen?

    Wenn wir wissen wollen, was die Zukunft wohl bringen wird, müssen wir den Blick zurück (bis zu den Wurzeln) richten. In diesem Fall solltest Du als (glücklicher) Schweizer die Geschichte der UNO insbesondere seit dem I. Weltkrieg (ersten!) doch gewissermaßen zum Greifen nahe haben.

    Und ja, die USAner spinnen - und leider nicht nur die, die an der Regierung spinnen, mittlerweile ist der Wahnsinn auch in den Köpfen der Untertanen (siehe oben) angekommen. Also, worüber wunderst Du Dich?

  1. das pro-diktatur hetzportal "welt"online hat, wie sooft, die kommentarfunktion zum neuesten bericht "Die Verräter werden zu Gejagten abgeschaltet".
    die macher kommen anscheinend mit der zensur nicht mehr hinterher :-)

    freeman, auch ich habe jetzt damit angefangen, meiner verachtung gegen das system ausdruck zu verleihen. leider bin nicht so wortgewaltig wie du und mache es deshalb kurz und bündig.

    mein erstes video lautet:

    Geissler Yoda - Der Schlichter und die Hochfinanz

    das nächste hamdelt von den pädophilen.

    schau mal :-)

    http://www.youtube.com/watch?v=9bRTt0SSWH8

  1. Bat sagt:

    Unglaublich, die sollen endlich ihren selbstverordneten Sheriffstern ablegen.

    Superinteressanter Artikel in der Washington Post
    [url=http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/12/03/AR2010120306312.html]Prosecuting WikiLeaks? Good luck.[/url]

    Rechtsanwalt, der gerade einen ähnlichen Fall bearbeitet hat erzählt über die (geringen) Chancen Wikileaks /Assange vor Gericht zuverurteilen.

  1. xabar sagt:

    @JustaMent

    "Die Geschichte der UN seit dem ersten Weltkrieg"

    Die UNO wurde erst 1945 gegründet, und zwar im Oktober. Davor gab es, nach Ende des Ersten Weltkrieges, den Völkerbund, der dann kurz nach der Gündung der Vereinten Nationen, aufgelöst wurde.

    Warum nicht Sitz in der Schweiz?

    In der Schweiz selbst, in Genf, gibt es ja eine ganze Reihe von UN-Organisationen, wie z. B. die UNHCR, den Hochkommissar für das Flüchtlingswesen oder die WHO, die Weltgesundheitsorganisation und viele andere internationale Organisationen. Auch die WTO, World Trade Organisation, hat ihren Sitz in Genf, sowie das Rote Kreuz.

    Damit sollte eigentlich der Hunger der Schweizer nach Internationalität gestillt sein.

    Die UN hat ihren Hauptsitz in New York, in einem Gebäude, dass 1949 gebaut und im Frühjahr 1951 bezogen wurde. Es war David Rockefeller junior, der das Gründstück dafür kaufte.

    Es gibt, und da hast du sicherlich recht, gute Gründe, diesen Hauptsitz woanders hin zu verlegen. Ich würde Brasilia, die Hauptstadt Brasiliens vorschlagen, weil dieses Land in den letzten Jahren diplomatisch, politisch, wirtschaftlich und kulturell ungemein unter Lula da Silva an Bedeutung gewonnen hat.

    Aber noch mehr Gründe gibt es, die Organisation gründlich zu reformieren, das Vetorecht im 'Sicherheitsrat' und diesen von den USA dominierten Rat selbst abzuschaffen und die UN-Vollversammlung zum höchsten Entscheidungsorgan zu machen, ohne dass dort eine Supermacht ein Vetorecht haben darf.

    Nicht auf den Sitz kommt es an, sondern auf die Struktur, die völlig unzeitgemäß geworden ist.
    So aber es ist möglich, dass eine Nation wie Großbritannien im Sicherheitsrat vertreten ist und ein viel größeres Land wie Indien nicht, was ein Anachronismus ist.

    Die Schweiz vertritt, und dies nur als Anmerkung, die Interessen der USA im Iran.

  1. navy sagt:

    Wie lange lassen sich die Staaten, von diesen kriminellen US Banden, ohne Moral, noch sowas gefallen. Das ist ja wohl das allerletzte.

  1. Ella sagt:

    Hier Auschnitte aus einem sehr nlangen Artikel gestern in unserer Zeitung von Ann Wollner,die den Artikel von Bloomberg News uebernommen hat.

    " Wikileaks founder beyond US Law"

    Attorney General Eric Holder. wants as all to know that the Justice Department has began a dead serious probe in to Wiki leaks release of hundreds of thousands of government documents, many of them classifed.

    President Obama Spokesman Robert
    Gibbs went further.
    Robert Gibbs called those responsible crimanls first and foremost. You can say that Wikileaks founder Julian Assange is reckless and dangerous for making the documents public.....
    But before you call someone acriminal, you have to have a law that you can say he broke.
    Holder is going to have a hard time doing that with Assange......

    Yes Congress can pass new laws and amend old ones and wpould no doupt happy to do so, if it meant locking up Assange, but it wouldnt. New laws can't criminalize past conduct.
    The constitution clearly bans so called ex post facto laws, so the government cant toss someone in jail for something that was legal at the time,when it was done.....

    Presented with these question. Holder told reporters that no one's foreign citizenship or residence would prevent them from beeing targeted.But that brings us back to the question on which charges could he be indicted?

    Without that Assange could live next Door to Holder and wave at him daily without fear of arrest.

    No law criminalizes civilan release of classifed information, except in rare circumstances such revaeling the name of an undercover agent or disclosing secret codes.
    Britain has an Offical Secrets Act but prosecutions are hard to mount, difficult to win and easy to lambaste as politcally motivated.

    All we got is tha WWI Spy law the Espionage act of 1917.
    Rep. Peter King, NY Rep. and next chairman of tht House home security Committee send Holder a letter this week urging him to use the law to charge Assange.

    The best shot at making that work would be by proving Assange encouraged the leak and conspired with his inside source to disgorge the documents.
    A Army private first class ( Manning) has been charged under militaery law with some of the leaks.

    And even if investigators can find a clear conspiracy between the two a ruling by a federal judge in another case, shows it isn't easy to use the spy law to prosecute civilians.

  1. Ella sagt:

    Teil 2:

    "The government would still have to prove it was potentially damaging to national security, that he ( Assange) knew ti was potentially damaging , that he understood that his conduct was unlawful ", says Baruch Weiss a former federal prosecutor, who helped defend two lobbyists charged with violating the law.

    Any proseduction of Assange would come up against the FIRST AMENDMENT ( Heraushebung von mir) issues.
    How can you criminalize speech, especially political speech. especially on matters of grave public importance?
    That would seem to fly in the face of the Constitution's promise of free press and free speech.

    The adminstration's best chance of getting Assange behind bars would be to get someone else to do it.

    The Daily Beast website reported in August, that American Officals were pitching the idea of Great Britain, Australia and Germany arguing, that their troops are too, have been harmed by the leaks.

    Those are the countries without the clear constitutional guarantees of free speech, that the US has.
    It might work, but there's a reason why the founder insisted on free speech and free press.

    What ever harm the leaks have caused, slipping it around the First Amendment isn't the way to fix it.

  1. Asgard sagt:

    Die Arroganz der Amerikaner konnte ich im Original erleben. In Saudi Arabien war ich Berater für ein größeres arabisches Projekt. An der Ausschreibungsphase beteiligte sich eine große US Firma. Bei der Präsentation des Angebots dieser US Firma in Rhiad vor der arabischen Delegation kam auf einmal der US Botschafter in den Saal gestürmt und lies einen Abgeordneten libanesischer Herkunft entfernen, da bei der Präsentation angeblich technische US Geheimnisse vorgestellt wurden. Diese Argumentation war im übrigen absoluter Schwachsinn.
    Aber diese Arroganz muss man sich erst mal bewusst machen.

  1. Ella sagt:

    Und hier was die isrealische Haaretz aus den Wikileaks infos veroeffentlicht bzw. herausliest.

    . Um sich eine Meinung zu bilden ist es ja wich tig moeglichst viele unterschiedliche MSM/Blogs zu lesen und zu sehen wie die Wikiinfos jeweils ausgelegt bzw. bewertet werden.

    Haaretz.com
    Wikileaks anklicken.

    1. Artikel:
    Wikileaks: US frustrated by continued funding of terrorists by Reuters
    "Donors in Saudiarabia constitute the most significant source of funding to Sunni Groups worldwide", according to classifed Memo.

    2. Artikel vom 5.12.10
    Wikileaks exposes the true Mid East Conflict by Ari Shavit

    He is not merely undermining the world order - Assange is dangerous because he has shattered accepted dogma the Middle East

  1. xabar sagt:

    @Ella

    Warum schreibst du nicht auf Deutsch, dann können wir es alle verstehen? Kannst du den Text vielleicht uns mal übersetzen?

    Ein Fragezeichen von mir:

    "...Germany. Those are the countries without clear constitutional guarantees of free speech, which the US has."

    Deutschland hat keine verfassungsrechtlichen Garantien, was die Redefreiheit angeht?

    Deutschland hat ein Grundgesetz. In diesem Grundgesetz wird die Meinungs- und Informationsfreiheit eindeutig garantiert! Art. 5.

  1. AndreasGrosz sagt:

    Laut und schallend habe ich gelacht, als ich oben lesen konnte:

    US-Botschafter Donald Beyer mischt sich in die Asylpraxis der Schweiz ein und warnt davor, Julian Assange Asyl zu geben. ... "die Schweiz wird sehr sorgfältig überlegen müssen, ob sie jemanden, der vor der Justiz flüchtet, Unterschlupf gewähren möchte."

    Wofür sonst ist denn das Asylrecht gemacht worden, als um zu Unrecht verfolgten einen Schutz vor dieser Verfolgung zu bieten. Der Missbrauch des Asylrechts besteht ja darin, ohne Verfolgung und ohne Not ein Asyl zu beantragen.

    Im Grunde hat der US-Botschafter mit diesem Appell die überzeugende Basis dafür geschaffen, dass die Schweiz nun dem Julian Assange Asyl gewähren MUSS, wenn es nicht sein Asylrecht im Ganzen über den Haufen werfen will.

    Wenn die Schweiz schon nicht das Asylrecht einem von der USA Verfolgten gewähren kann, welches Land sonst würde sich das erlauben können?


    Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: US-Botschafter warnt die Schweiz über Asyl für Assange http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/12/us-botschafter-warnt-die-schweiz-uber.html#ixzz17KHoEAHd

  1. Justa Ment sagt:

    @xabar
    Zitat: "Die UNO wurde erst 1945 gegründet, und zwar im Oktober. Davor gab es, nach Ende des Ersten Weltkrieges, den Völkerbund, der dann kurz nach der Gründung der Vereinten Nationen, aufgelöst wurde."
    Die Geschichte der UNO seit 1945 wäre ungefähr so sinnvoll wie die Geschichte eines Baumes seit dem der Samen auf den Boden gefallen war - eine solche Geschichte ist streng genommen ungeschichtlich, weil sie gar nichts erklärt, z.B. warum der Samen dorthin gefallen ist und nicht hierhin. Oder, warum ein Buchecker und nicht eine Eichel?
    Wenn man also die Geschichte der UNO auch in ihrer grauen Vorzeit, also vor ihrer eigentlichen Existenz beginnt, wird z.B. verständlich warum sich die Welt nach 1945 bis 1989-91 in einem sog. Kalten Krieg befand. Es würde auch erkennbar, dass im Grunde in der Zeit von 1914 bis 1944/45 ein zweiter Dreißigjähriger Krieg und erneut in der Mitte Europas (also hauptsächlich Deutschland) stattfand und erneut als kriegerische Auseinandersetzung über Kernelemente von Gesellschaftspolitik und ihrer staatlichen Umsetzung.
    Wenn man sich nicht auf die immer vom Sieger kriegerischer Auseinandersetzung vorgegebene Sichtweise, sowohl der UNO, als auch ihrer Vorgeschichte und damit des von mir als zweiten Dreißigjährigen Krieg bezeichneten Konfliktes, reduzieren lässt, würde ziemlich verständlich warum sich die UNO in New York und eben nicht in der Schweiz, warum sie sich in dieser Weise entwickelt hat und nicht in einer demokratischeren (Komparativ) Weise.
    Die freiwillige Reduzierung des eigenen Verständnis der UNO als bloßes plötzlich vorhandenes Objekt ab 1945, ist vor allen Dingen ein freiwilliges Scheuklappenanlegen.

    Und damit nicht zu viele Missverständnisse aufkommen: nein, ich bestreite nicht eine ganz wesentliche Schuld dessen was man Deutschland nannte/nennt an sowohl dem, was 1914-1918, als auch 1933-1945, als auch z.B. im Zusammenhang mit dem Völkerbund in der Zeit dazwischen anbelangt. Ich lass' mir jedoch von den damaligen Siegern nicht heute noch vorschreiben, wie ich die Geschichte begreife, wahrnehme. Und was die beiden damaligen ... Sieger anbelangt: sowohl UK/GB schon bis 1945-50, als mittlerweile (2010) auch die USA, haben sich durch wohl hauptsächlich eigenes Verschulden zu Verlierern gewandelt - das nennt man dann Dialektik.

  1. Justa Ment sagt:

    @xabar
    Zitat: "Die UNO wurde erst 1945 gegründet, und zwar im Oktober. Davor ... den Völkerbund, der dann ... aufgelöst wurde."
    Die Geschichte der UNO seit 1945 wäre ungefähr so sinnvoll wie die Geschichte eines Baumes seit dem der Samen auf den Boden gefallen war - eine solche Geschichte ist streng genommen ungeschichtlich, weil sie gar nichts erklärt, z.B. warum der Samen dorthin gefallen ist und nicht hierhin. Oder, warum ein Buchecker und nicht eine Eichel?
    Wenn man also die Geschichte der UNO auch in ihrer grauen Vorzeit, also vor ihrer eigentlichen Existenz beginnt, wird z.B. verständlich warum sich die Welt nach 1945 bis 1989-91 in einem sog. Kalten Krieg befand. Es würde auch erkennbar, dass im Grunde in der Zeit von 1914 bis 1944/45 ein zweiter Dreißigjähriger Krieg in der Mitte Europas (also hauptsächlich Deutschland) stattfand und erneut als Auseinandersetzung über Gesellschaftspolitik und ihrer staatlichen Umsetzung.
    Wenn man sich nicht auf die immer vom Sieger kriegerischer Auseinandersetzung vorgegebene Sichtweise, sowohl der UNO, als auch ihrer Vorgeschichte und damit des von mir als zweiten Dreißigjährigen Krieg bezeichneten Konfliktes, reduzieren lässt, würde verständlich, warum sich die UNO in New York und eben nicht in der Schweiz, warum sie sich in dieser Weise und nicht in einer demokratischeren Weise entwickelt hat.
    Die freiwillige Reduzierung des eigenen Verständnis der UNO als bloßes seit 1945 plötzlich vorhandenes Objekt, ist vor allen Dingen ein freiwilliges Scheuklappenanlegen.

    Und damit nicht zu viele Missverständnisse aufkommen: nein, ich bestreite nicht eine ganz wesentliche Schuld dessen was man Deutschland nannte/nennt an sowohl an dem, was 1914-1918, als auch 1933-1945, als auch z.B. im Zusammenhang mit dem Völkerbund in der Zeit dazwischen anbelangt. Ich lass' mir jedoch von den damaligen Siegern nicht heute noch vorschreiben, wie ich die Geschichte begreife, wahrnehme.

  1. Stephan sagt:

    Der Botschafter soll doch mal analysiren, weswegen Assange gesucht wird.

    Es hat ÜBERHAUPT NICHTS mit dem zu tun, was der da quasselt.

    Dies ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die USA nichts gegen Assange in der Hand hat.
    Ich denke man kann Assange glauben, dass er kein Vergewaltiger ist.

    Mfg

  1. xabar sagt:

    @Justa Ment

    Bevor man wertet, muss man die Fakten haben. Zu diesen Fakten zählt, dass die UN auf Initiative von FDR (Franklin D. Rosevelt), nach zahlreichen Gesprächen mit der sowjetischen Führung unter Stalin (ab September 1941) gegründet wurde, wobei etwa 50, mit Polen 51, Staaten zu den Gründerstaaten gehörten, womit der alte Völkerbund, der keinen einzigen internationalen Konflikt regeln und verhindern konnte, obsolet war.

    Dass es ein internationales Gremium geben muss angesichts zahlreicher Konflikte heutzutage ist unbestritten. Zumindest haben so die Vertreter auch kleinerer Nationen über die UN-Vollversammlung eine Plattform, auch wenn die reale Macht in den Händen der USA liegt, d.h. im Sicherheitsrat liegt, wo die USA gegen jede fortschrittliche Beschlussvorlage ihr Veto einlegen können, was sie in der Vergangenheit immer wieder getan haben, wenn es z. B. darum ging, Israel in Schutz zu nehmen.

    Dass die US es heute nötig haben, sogar UN-Generalsekretär Ban Ki-Mun und andere UN-Vertreter zu bespitzeln, zeigt ihre schwindende Macht, ihr Misstrauen selbst gegenüber einem Mann, den sie ursprünglich mal gehypt haben. Die Machtverhältnisse ändern sich und das wirkt sich auch auf die UN aus, wo die USA ebenfalls ständig an Einfluss verlieren.

    Was wir brauchen heute ist eine neue Weltordnung, aber eine, die das gewandelte Kräfteverhältnis berücksichtigt und zum Ausdruck bringt, keine NWO im Sinne des USsrael-Imperialismus, wie sie von der US/zionistischen Finanzelite angestrebt wird. Daraus wird nichts mehr werden, so wie es aussieht.

    Wir brauchen heute neue internationale Organe eben für diese neue NWO, wozu der iranische und der venezuelanische Präsident und andere schon Vorschläge, sogar direkt in der UN-Vollversammlung, gemacht haben.

    Zu solchen alternativen Zusammenschlüssen gehört z. B. das südamerikanische Bündnis ALBA und andere Organisationen auf dem amerikanischen Kontinent (auch die Banco Sur), die ohne Beteiligung der USA und Kanada ihre Arbeit aufgenommen haben und die sich bereits frei gemacht haben von den imperialen Dominanzgehabe des US-Imperiums und die eine Organisation wie die OAS obsolet machen.

    Diesen Weg müsste auch die UN gehen. Also wir brauchen, um es noch einmal zu sagen, neue internationale Strukturen, die auf der Basis der Gleichberechtigung und der Nichteinmischung arbeiten.

    Sollte es tatsächlich dazu kommen, brauchte man eigentlich nichts mehr gegen die UN zu haben.

  1. Ella sagt:

    @xabar:

    Nun bringe ich mal was Postives ueber Assange, naehmlich dass es aufgrund des First Amendments schwer wird fuer die US ihn wegen der Wikileaks veroeffentlichungen zu verurteilen und was passiert?

    Kann es sein, dass Du einfach nachetwas suchst um mich zu kritisieren und wenn es nicht der Inhalt ist dann die Form? ( englisch)
    Nur weil Dir meine kritische Meinung nicht in Dein Weltbild passt?

    Ich habe schon oft in Freemansblog Artikel uebersetzt oder Ausszuege daraus, (was Du ja auch kritisierst hast in einem anderen Thread: Es waere aus dem Zusammenhang gerissen,obwohl ich den Link zum ganzen Artikel brachte.) Ich habe auch schon gelegentlich englische Artikel in meinen Posts abgeschrieben, doch noch nie hat mich ein Mitautor hier gebeten, dass in deutsch zu uebersetzen.

    In diesem Fall( Assange) und da ich nicht wieder kritisiert werden will, habe ich einfach das Orginal abgeschrieben ( Oft kann man ja auch ein englisches Wort mit 3 bis 4 deutschen Begriffen uebersetzen, was schon eine leichte Veraenderung bedeutet.

    Auch denke ich dass die meisten hier des Englischen soweit maechtig sind um den Sinn und Inhalt zu erfassen.

    Wenn ich mehr Zeit habe werde ich wieder uebersetzen oder kriege ich Honorar dafuer? ;-)


    Ich bin halt der Meinung ,dass man alle Seiten und Meinungen zu den Wikileaks Veroeffentlichungen lesen sollte, und was die draus machen.
    Deswegen z.B. auch mein Hinweis an Haaretz.com oder Jerusalem Post.

    Und ich danke @Freeman dafuer, dass er meine zweite Post mit den Zeitungstiteln und Hinweis auch veroeffentlicht hat.

    Das Zitat, das Du aus dem Artikel heraus gegriffen hast, ist nicht meine Meinung!!!

    Doch denke, ich dass das First Amendment weitgreifender ist als Artikel 5. oder wie steht's bezueglich der Meinungsfreiheit zu den Opferzahlen des Holocaust?

    Hier erscheinen Leserbriefe in den Zeitungen( sogar in unserer Ortszeitung. die in D nie gedruckt wuerden, doch dass nur als Beispiel.

    Sicher sind die BS Medien kontrolliert und Einheitsbrei, doch kommt man hier an Infos heran die in D nur schwer zu erhalten waren, besonders wenn man kein Internet hatte und das Wissen aus Buechern bezog ( wie ich)

  1. Elite7 sagt:

    Ist natürlich unglaublich wie die amerikanische Botschaft sich da einmischt, aber auch wie sehr die Politiker vor der USA kuschen, wie du so schön sagst. Amerika ist die "Weltmacht" heißt es immer. Ja wenn das wirklich stimmt, dann läuft hier echt was schief. Dann wären die doch eigentlich das erste Ziel, welches ich zusammenstauchen würde. Und es wiederspricht doch auch (meiner Meinung nach, sry wenns nicht stimmt) ein wenig den Prinzipien der Schweiz, Verfolgten Unterschlupf zu gewähren.