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Moskau nicht im Litvinenko Mord involviert

Montag, 13. Dezember 2010 , von Freeman um 00:05

Eine der neuesten Depeschen die Wikileaks vom 26. Dezember 2006 veröffentlicht hat, zeigt den Inhalt des Treffen vom 7. Dezember zwischen dem US-Botschafter Henry Crumpton und dem speziellen Repräsentanten des russischen Präsidenten, Anatoliy Safonov. Darin kommt zum Ausdruck, der russische Geheimdienst war nicht in der Ermordung von Alexander Litvinenko involviert, was unter der "Pulonium-Affäre" bekannt ist.

Dann steht weiter, die Russen und die Briten waren beide über die Präsenz von radioaktiven Material in London informiert. Die Russen verfolgten sogar die Mörder von Alexander Litvinenko, wurden aber von den britischen Behörden zurückgepfiffen, mit der Begründung, sie hätten die Personen unter Kontrolle und würden selber den Anschlag verhindern. Das geschah aber nicht und die Vergiftung fand statt.

Die Medien waren danach voll mit der Behauptung, Putin selber hätte den Mord befohlen und es brach ein diplomatischer Streit zwischen London und Moskau aus. Die westliche Verleumdungspropaganda lief voll an und wirkt bis heute.

Dann zählt Safonov die Länder auf, die seiner Meinung eine Terrorgefahr darstellen, wie die "üblichen Verdächtigen" Nordkorea, Pakistan, Libyen und Iran ... aber auch Südafrika, Indien und Israel!

Damit wird bestätigt, was ich bereits am 27. August 2007 berichtet habe, der Mord wurde von Feinden des Kreml durchgeführt. Vermutlich von Boris Beresowski, oder wie er nach einer Namensänderung heisst, Platon Elenin. Siehe "Russenmafia ... oder wer ist Platon Elenin?"

Als Putin im Jahre 2000 an die Macht kam, mit Unterstützung auch von Beresowski, hat dieser ziemlich schnell die korrupten Geschäfte und den Ausverkauf der Heimat, der staatlichen Vermögenswerte, seines Vorgängers Yeltsin rückgängig gemacht. Er wollte das Volksvermögen wieder den Russen zurückgeben, dass ihnen durch die Yeltsin Regierung und den Gangstern gestohlen wurde.

Natürlich haben die Oligarchen, welche durch diese Korruption gigantische Vermögen angehäuft haben, dies nicht ohne Widerstand akzeptiert. Putin hat aber mit harten Bandaschen sich durchgesetzt, die Verbrecher zuerst aufgefordert das Vermögen freiwillig zurückzugeben, und als sie es nicht machten, angeklagt. Sie wurden enteignet, sind entweder im Gefängnis gelandet oder mussten flüchten. So auch Beresowski, der sich nach England absetzte wo er Schutz bekam.

Bereits im Jahre 1996 hat das Forbes Magazine einen Artikel mit der Überschrift „Pate des Kreml“ publiziert, wo der Autor Paul Klebnikov, Beresowski als Mafia Boss während der Yeltsin Ära beschrieb, der alle seine Feinde die ihm im Wege standen ermorden liess. Beresowski verklagte die Zeitschrift und nach langem Gerichtsverfahren einigten sich die Parteien und der Artikel wurde zurückgezogen.

Klebnikov erweiterte aber den Artikel in ein Buch mit dem Titel, „Godfather of the Kremlin”, welches Beresowski aber nicht vor Gericht angefochten hat. Klebnikov wurde später der Chefredakteur des Forbes Magazines für Russland und wurde ... was für ein Zufall ... am 9. Juli 2004 in Moskau ermordet.

Hier der Textausschnitt vom Originaldokument. Bei den von mir unterstrichenen Passagen geht es um das Thema:

2. (S) In a December 7 dinner meeting with Ambassador-at-Large Henry Crumpton, Russian Special Presidential Representative Anatoliy Safonov welcomed several proposals aimed at extending bilateral counterterrorism (CT) cooperation. Safonov opened the meeting by expressing his appreciation for U.S./Russian cooperative efforts thus far. He cited the recent events in London - specifically the murder of a former Russian spy by exposure to radioactive agents - as evidence of how great the threat remained and how much more there was to do on the cooperative front. (Comment: The implication was that the FOR was not involved, although Safonov did not offer any further explanation.) Safonov noted the daunting number of countries that posed particular terrorism threats, mentioning North Korea, Pakistan, South Africa, Libya, Iran, India, and Israel (sic?). He described a range of dangers, stressing the more immediate threats posed by nuclear and biological terrorism, but also acknowledging the risks of chemical terrorism. Safonov highlighted coverage of transit corridors as one of the most promising areas of U.S./Russian CT cooperation and commented that the U.S. and Russia should continue to refine this effort.

10. (S) In the course of their exchange, Safonov made the following passing statements:

--Safonov claimed that Russian authorities in London had known about and followed individuals moving radioactive substances into the city but were told by the British that they were under control before the poisoning took place.

insgesamt 4 Kommentare:

  1. Schurke sagt:

    Auffällig ist immer wieder mit welcher Leichtigkeit dieses Pack ihre Namen ändern (dürfen).
    Sollte mal einer von uns, einfache "Bürger", dies versuchen: die $chwierigkeiten wären fast unüberwindbar ...

  1. Lieber freeman, ganz grosses Lob für Deine Berichte mit Russlandbezug. Es ist unbedingt notwendig, solche Berichte zu bringen, denn wir leben heute HINTER dem eisernen Vorhang, was die Berichte über die Welt da draussen anbelangt. Während wir von den Mainstreammedien mit virtuellen Obama-Devotionalen überschüttet werden, wird über die Bemühungen von Putin und Medwedew das Riesenreich geordnet in die Zukunft zu bringen nicht berichtet. Die MSM sind voll von tendenziösen Berichten, wie wir nicht erst seit dem skandalösen Verdrehungen des Putin-Interviews von Thomas "mit den Scherenhänden" Roth von der ARD wissen. Obamas Wasserhund war DAS Thema in allen Medien nach der TTT-Methode, Tiere, Tränen, Titten. Hat Obama eins auf die Fresse bekommen erfahren wir sogar mit wievielen Stichen er genäht wurde. Die Kriecherei ist unerträglich, aber ein gutes Beispiel weshalb Nachrichtengestaltung und Entertainment auch Politik ist. Es geht um die emotional positive Darstellung des Herrschers von Guantanamo. Das soll die Sicht auf Kriege, Putsche, Folter und Geheimgefängnisse verstellen. Ich habe Deinen Artikel heute wieder in meinem Blog verlinkt und eine längere Betrachtung zum Thema gemacht. (http://hinter-der-fichte.blogspot.com/2010/12/putin-hat-auch-einen-sussen-hund.html) Wie auch immer, es ist wichtig, die Wahrheit über die Entwicklung im Osten zu berichten. Der Litvinenko-Fall ist sowohl false flag als auch klassische Verschwörung.

  1. Ich finde nicht das Original Dossier bei Wikileaks.org die Korrespondenz muss doch noch weitergehen. Kann mir jemand einen Tipp geben?

    Das wäre auf jedenfall ein Projekt für Operation Leakspin.

    Danke Freeman und dein Blog von 2007, es tut gut im Nachhinein bestätigt zu sein.

    Was für ein Infowar.

  1. artikl sagt:

    Ob Diese Depeche auch in mainstreammedien Auftaucht ??

    Das mag ich zu bezweifeln, das verstösst doch gegen RF bashing regel !!