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Israel will Einsatz von Phosphorbomben beenden

Dienstag, 30. April 2013 , von Freeman um 15:00

Laut einem Artikel der israelischen Zeitung Maariv's vom vergangenen Donnerstag, will die israelische Armee (IDF) sich von weissen Phosphor verabschieden, wegen "der weltweiten Kritik und Rufschädigung". Ein ranghoher Offizier erklärte: "Wie wir während der Operation "Gegos- senes Blei" gelernt haben, fotografiert es sich nicht gut, deshalb reduzieren wir den Bestand und werden nichts mehr über dem was wir bereits haben kaufen." Ja ihr habt richtig gelesen, laut IDF sind die Fotos die den Einsatz von Phosphorbomben zeigen nicht gute Propaganda wenn man sie über bewohnte Gebiete wie Gaza auf die Zivilbevölkerung runterregnen lässt.







Aber Moment mal, Phosphorbomben sind verbotene Chemiewaffen. Ich dachte nur böse Diktaturen wie in Syrien setzen diese gegen die eigene Bevölkerung ein und werden deshalb mit einem Krieg durch den Westen bedroht. Die "moralischte Armee der Welt" gibt jetzt zu, es auch getan zu haben? Mann bin ich enttäuscht. Dabei ist der Einsatz laut Zusatzprotokollen von 1977 zu den Genfer Abkommen von 1949 VERBOTEN!

Ach, ich hab vergessen, Israel und die USA haben das betreffende Protokoll nicht unterzeichnet. Das ist dann was anderes, denn die haben dadurch einen Freibrief. Deshalb haben beide die Bomben eingesetzt. Die USA im Irak und Israel warf sie im Libanon während des Krieges 2006 ab und im Januar 2009 im Gazastreifen. Syrien hat unterschrieben und darf das nicht. Versteht das endlich. Ihr seid ja schwer von Begriff!

Es läuft gleich wie mit dem Atomsperrvertrag (NPT). Israel hat diesen nicht unterzeichnet und hat deshalb ein Atomwaffenprogramm und ein Arsenal von midestens 200 Atombomben. Sie erlauben auch keine UN-Inspektoren der IAEA die Atomanlagen zu prüfen. Der Iran hat den NPT unterschrieben, hat keine Atomwaffenprogramm, keine Atombombe und erlaubt Inspektionen. Der Iran wird dafür mit schärfsten Sanktionen bestraft und Israel selbstverständlich nicht.

Völlig logisch, oder?

Laut Wikipedia: Weißer Phosphor ist die reaktivste Modifikation des Phosphors. Er entzündet sich selbst allein durch den Kontakt mit dem in der Luft enthaltenen Sauerstoff (pyrophor) brennt dann mit einer 1.300 Grad Celsius heißen Flamme unter starker Entwicklung von weißem Rauch (Phosphorpentoxid), der in größeren Mengen gesundheitsschädlich ist.

Neben der Brandwirkung und den schwer heilenden Verletzungen, die ein Hautkontakt schon bei geringen Mengen verursacht, sind weißer Phosphor und seine Dämpfe hochgiftig. Für einen Erwachsenen sind bei direkter Aufnahme schon 50 mg tödlich. Der Tod tritt erst nach 5 bis 10 Tagen ein, die Giftwirkung beruht auf einer Störung der Eiweiß- und Kohlenhydratsynthese.

Ja die israelische Armee hat weissen Phosphor über das bewohnte Gebiet von Gaza eingesetzt, daran erinnern sie sich plötzlich. Es waren nur 200 Bomben die völlig unabsichtlich und nur rein zufällig abgeworfen wurden. Hey, die IDF hat sogar eine Untersuchung danach eingeleitet. Obwohl sie sehr gründlich alles untersuchten, haben sie nichts verbotenes und verwerfliches dabei gefunden.

Wenn die IDF sich selber untersucht, ist noch nie jemand bestraft worden, so moralisch sind sie wenn sie schiessen. Sieht man ja an dem Piratenakt auf die Gaza-Flotille. Hey, das war ein reiner Akt der Selbstverteidigung, bei dem 9 wehrlose Aktivisten  ermorded, ich meine getötet wurden. Schiffe die in internationalen Gewässern fahren und Hilfsgüter an die notleidende Bevölkerung von Gaza liefern wollen, sind aber so was von einer Bedrohung für Israel.

Ausserdem, was spielt das für einen Rolle wenn Dutzende Palästinenser einen fürchterlichen Tod beim Phosphoreinsatz erlitten haben, darunter Frauen, Kinder und Babys? Noch mehr hatten ganz schlimme Verbrennungen, wobei die Haut und das Fleisch bis auf die Knochen verkohlte. Ärzte wussten gar nicht wie sie die ihnen unbekannten Verletzungen behandeln sollten. Erschwert wurde die Behandlung weil Phosphorbomben auf das Al-Quds Hospital fielen und dabei die obersten zwei Stockwerke völlig zerstörten.




In der Tat, die Fotos von verbrannten Leichen kamen nicht gut an, haben Proteste bei den Gutmenschen ausgelöst und deshalb vier Jahre später will die IDF weissen Phosphor nicht mehr einsetzen. Hey, Public Relations und wie Israel in den Medien dargestellt wird ist das wichtigste im Kriegsgeschäft. Schliesslich muss man ewiges Opfer bleiben und nicht Täter sein, auch wenn es so ist.

Die Lektion aus der Berichterstattung über den Krieg gegen Gaza 2009 und dem Bericht der Goldstone-Kommission darüber floss bei der nächsten Bombardierung mit Namen "Operation Wolkensäule" am vergangenen November ein. Da wurden zuerst Rauchbomben abgeworfen, um die Sicht für die Fotografen zu versperren, damit man dahinter richtig brutal zuschlagen konnte. Was man nicht sieht, nicht in Bildern festhält und in den Medien zeigen kann, ist nicht passiert.

Wichtig ist nicht die Realität, sondern wie die Realität dargestellt wird, wissen wir doch schon lange. Zu dieser Erkenntnis ist auch die IDF gekommen, der Krieg findet nicht nur auf dem Schlachtfeld statt, sondern wird auch in den Medien geführt. Wer die kontrolliert hat gewonnen. Die Zensur der Journalisten durch das israelischen Militär wenn sie Palästinenser töten funktioniert mittlerweile recht gut.

Man hat vergangenes Jahr gemerkt, das Medieninteresse hatte deutlich nachgelassen und es wurde beim letzten Krieg gegen Gaza gar nicht gross darüber berichtet. Was, die Israelis haben Gaza erst vor 5 Monaten bombardiert? Das hab ich gar nicht mitgekriegt. Hunderte Opfer gab es trotzdem, aber wir wissen ja spätestens seit Boston, ein Toter im Westen ist mindestens so viel wert wie 200 tote Araber. Nein, das ist kein Rassismus, sondern wir sind die Guten und sie die Bösen.

Vielleicht ist das überhaupt ein toller neuer Beruf. Waffen und Bomben zu entwickeln dessen tödliche Wirkung auf Fotos und Videos gut ankommen. Man kann ja nicht alles verstecken wenn man Krieg führt und lästige Fotografen dabei sind. Wie kann man massenweise Menschen töten und es trotzdem gut aussehen lassen? Der Werbe-Slogan könnte an den Waffenmessen heissen: "Kaufe unsere Tarnkappen-Bomben, sie töten für Kameras unsichtbar". Hab ich gerade einen neuen lukrativen Geschäftszweig erfunden?

insgesamt 13 Kommentare:

  1. Butterfly sagt:

    Danke für deine Arbeit!
    Sie wird die Welt nicht verändern, aber die "Halbwachen" vielleicht noch wach rütteln. Das kann doch alles nur passieren, weil sie etwas " Großes" hinter sich haben?

  1. xabar sagt:

    Israel fürchtet schlechte PR und möchte seine Opferrolle und seine angebliche moralisch weiße Weste nicht ablegen, aber trotzdem seine verbrecherischen Akte gegen die Zivilbevölkerung in Gaza oder auf der West Bank fortsetzen.

    Aber da muss sich das Regime in Tel Aviv schon mehr einfallen lassen, denn seine Verbrechen in Gaza und anderswo sind sehr detailliert dokumentiert und wer sich dafür interessiert, hat Zugang zu diesen Informationen.

    Eine der besten Dokumentationen ist zweifellos der Goldstone-Bericht, aber es gibt auch das Tagebuch von Vittorio Arrigoni, der das Gaza-Massaker 2008/9 als internationaler Helfer aus Italien selbst miterlebte. Arrigoni wurde später von einer Al Qaida-Gruppe in Gaza ermordet.

    In 'Gaza - Stay Human' beschreibt er jeden einzelnen Tag unter den israelischen Angriffen.

    Ich nehme nur mal Auszüge aus zwei Tagebucheintragungen als Beispiel. Es ist der 14. Januar 2009. Er schreibt (meine Übers.)unter der Überschrift 'Kinder eines minderwertigeren Gottes':

    "Am Sonntag, den 11. Januar um 3 Uhr morgens bombardierten die F 16-Maschinen das Waisenhaus der Dar al Fadila-Organisation, wozu eine Schule, ein College, ein Computercenter und eine Moschee in der Taha Hussein-Straße gehörte...Die Schule half 500 Waisenkindern."
    (S. 64).

    Zwei Tage davor, am 12. Januar, schreibt er in sein Tagebuch:

    "Seit ein paar Tagen wurden sogar Beerdigungen Ziele der israelischen Luftwaffe, so als ob ermordete Palästinenser noch eine zusätzliche Strafe auch im Tode verdienen würden."

    Das was Israel sich inzwischen an Schuld aufgeladen hat, ist so haarsträubend und so monströs, dass es durch solche Tricks wie mit dem weißen Phosphor nie und nimmer wieder eine weiße Weste bekommt. Die bekommt es nur, wenn es mit zwei Grundübeln aufräumt: Mit der Besatzung Palästinas und dem Zionismus - einer Herrenmenschenideologie.

    Ohne dies wird es kein friedliches Zusammenleben mit den Palästinensern geben können.

  1. Gut sind sie, das muss man Ihnen lassen....: Sie haben die Lektion gelernt, dass die öffentliche Diskussion jede noch so gute Aktion ins Gegenteil verkehren kann.

    Sabra und Shatila - nicht vergessen. Mavi Marmara - nicht vergessen.

    Deswegen ist dies hier auf ASR so wichtig!! Es reicht übrigens schon, dass darüber geschrieben wird, um die Warnlampen der Kriegsgurgeln aufleuchten zu lassen.

    Nun, sie lernen daraus und werden besser: Die Kriegführung wird auf allen Ebenen optimiert.

    Ekelhafte Bande, die eine ganze Glaubensrichtung in den Tod mitreissen wird... Und nur so nebenbei: Jede, die mitmacht, auch in der Israelischen Botschaft und in jeglichem Gremium, das beiträgt, weiss dieses ganz genau und wird in einer stillen Stunde ein schlechtes Gewissen haben. Und dann, was machst du draus? Jetzt liest sie mit in der Botschaft - und dann? Schlaf gut, du MItläuferin. Mögen dich die Furien holen... Ich gebe dir nicht das Stichwort, das dich wieder fest glauben lässt, Nein, Ich mache dir diesen Vorwurf nicht - du weisst schon was: Der Aufrechte Gang fehlt dir.

    ASR ist beileibe nicht allein, viele stehen in tollen Netzwerken und zusammen sind es bereits zu viele. Ich bin optimistisch, Schulbildung braucht auch viele Jahre. Schaut nur mal die Vielzahl toller Blogs und Kommentare. ALso bleibt optimistisch und bleibt dran.

    Und Tschüss,
    Gruss an Manfredo: "heb dir Sorg"

  1. Eckart sagt:

    Etwas zu diesen U-Booten:
    Deutschland hat zwar den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben, doch was soll es – ist doch alles nur Papier. Wir liefern trotzdem Waffenträger mit denen man Atomwaffen abfeuern kann, was eigentlich nach besagten Vertrag uns nicht erlaubt ist.
    Die Geschichte lehrt uns aber: der große Manitu kriegt sie irgendwann alle am Hintern.

  1. Ingo Löhr sagt:

    Als Nachfahre einer Familie aus Wuppertal-Elberfeld berührt mich das besonders.Etwa 3/4 der Verwandtschaft brachten die Ami´s innerhalb einer Nacht mittels Phosphor-Bomben um. Meine Oma hat mir geschildert, wie sie versuchte ihre Brüder / Neffen / Schwäger usf. vorgefunden hat.
    Danke auch, ich sehe keinen Unterschied zwischen dieser damaligen Vorgehensweise (Fight Hitler for Democracy) und den aktuellen Aktivitäten der IDF ...
    Beides verstieß / verstößt gegen geltendes Kriegsrecht.
    Als ehemaliger Soldat könnte ich kotzen ...

  1. Ja der Macht und ihr liebstes Kind, die Täuschung.

    -Im ersten WK nannte man die Kriegspsychose PTS Granatfieber oder Zitterkrankheit, hörte sich nicht nett an, hörte sich Krieg und Tod. Daher heute Posttraumatische Störung ist so schön neutral und unverbindlich.
    ( http://www.angriff-auf-die-seele.de/ptbs/grundlagen/ptbs/377-geschichte-einer-diagnose.html )

    -In den Vereinigten Staaten hieß das Verteidigungsministerium (United States Department of Defense) bis 1947 noch Kriegsministerium ( United States Department of War ).
    Hört sich bedeutend angenehmer an. So, wird aus angriff Verteidigung, nichts leichter als das.

    -Ein weiteres schönes Beispiel, das gute CS-Gas auch bekannt als Reizgas, wird beispielsweise in den internationalen Verträgen als chemisches Kampfmittel betrachtet. Aber die Polizei hat kein Problem damit.

    „Diese juristische Definition führt zu der seltsamen Situation, dass zwar die Polizei Reizgas zur Selbstverteidigung und zur Auflösung von Steine werfenden Menschenmengen einsetzen darf, so wie das praktisch in der ganzen Welt praktiziert wird, eine Armee von Unterzeichnerstaaten in bewaffneten Konflikten hingegen ein polizeilich übliches Reizgas nicht zum Auseinandertreiben wild von mit Maschinengewehren und Panzerfäusten um sich schießenden Gegnern einsetzen kann, ohne sich dem Vorwurf auszusetzen, im Krieg verbotenerweise chemische Kampfmittel eingesetzt zu haben, während in der gleichen Situation der Beschuss der bewaffneten Gegner mit Granaten oder Hellfire-Raketen als zulässig erachtet würde. Richtig kompliziert wird die moralische Bewertung von Reizgas dadurch, dass die Wirkung von Reizgas sehr unterschiedlich sein kann, es etwa von der Mischung, der Konzentration, der Gesundheit der dem Reizgas ausgesetzten Menschen und den Umständen des Einsatzes abhängt, ob Reizgas tödliche Folgen hat oder nicht, und Reizgas natürlich auch mit anderen chemischen Kampfstoffen versetzt werden kann. Aber auch hochkonzentrierte Reizgasmischungen, die nur aus Stoffen bestehen, wie die Polizei sie verwendet, können sehr wohl eine tödliche Waffe sein, insbesondere in geschlossenen Räumen.“
    (Quelle: http://nocheinparteibuch.wordpress.com/2013/04/28/wie-die-israelische-regierung-und-andere-zionisten-versuchen-die-usa-mit-lugen-in-einen-offenen-angriffskrieg-gegen-syrien-zu-treiben/)

    Die Täuschung täuscht bis sie getäuscht wird...

    Public Relation ist das A und O unserer heutigen Zeit, wenn man das Kind jedoch beim Namen nennen würde nämlich -Propaganda- wären die Menschen etwas sensibler und aufgeschlossener dem Thema gegenüber.
    Aber seit ca. 100 würde dem Menschen eingetrichtert, das Public Relation gut und Propaganda schlecht ist.

    Und was dem Public Relation betrifft, leistet die US Propaganda-Abteilung 'Office of Global Communications' (OGC ca. 2003 von Bush gegründet) hervorragende Arbeit.

    Zum Beispiel werden keine Bilder von gefallen US-Soldaten und heimkehrend Särge mehr im Fernsehn oder den Printmedien gezeigt. Aus den Augen aus den Sinn. Daher haben viele US-Bürger kein Bezug mehr zu den vielen Kriegen an denen US-Soldaten beteiligt sind. Sie existieren schlicht und einfach nicht, da nicht präsent wie damals während den Vietnam-Krieg.

    Folglich verständlich, dass die israelische Regierung die gelungene Propaganda der US-Regierung übernehmen und zukünftige negativ Schlagzeilen verbannen wollen.

  1. Sledgehammer sagt:

    Da imperiale Kriege schon lange weitgehend unter Ausschluß der Öffentlichkeit geführt werden, allenfalls als ein, als humanitär bezeichnetes Ereignis in einer bestimmten Region - mit Bildmaterial unterlegt, das kaum einen Unterschied zwischen Kriegsschauplätzen und weichgezeichnetem Geschehenem erkennen läßt,in den Medien rudimentär aufbereitet werden, kam mir der nachfolgende, dem Dichter Lucillus (Satire)gewidmete Gedanke:
    Da Kriegsgreuel in ihrer ganzen perversen Brutalität das ästhetische und moralische Empfinden der meisten Menschen überfordert, könnte man doch, ähnlich wie beim Food-Design, tatsächliche Kriegsschauplätze im nachhinein bollywoodmäßig ausgestalten bzw. herrichten, dass jeder, der die aufbereiteten und freigegebenen Bilder in der Tagesschau goutiert, es fast schade fände, nicht selbst Teil dieses Wahnsinns im Dienste der immerwährenden Humanität und der Rohstoffbeschaffung für uns alle zu sein.

  1. Nina z sagt:

    Toller Artikel Freeman, aber nachdem ich die Bilder gesehen habe konnte ich keinen einzigen Satz mehr lesen... Warum tut man sowas?

  1. xabar sagt:

    Einsatz von weißem Phosphor gegen ein Krankenhaus in Gaza während Israels Gaza-Massaker 2008/9

    Aus dem Tagebuch des internationalen Helfers Vittorio Arrigoni (5. Januar 2009):

    "...
    Vor zwei Tagen brach über das Roter Halbmond-Krankenhaus im Flüchtlingslager von Jabaliya keine Nacht mehr herein.

    Apachee-Hubschrauber kreisen ständig über unseren Köpfen und decken uns mit Leuchtmunition ein, so dass wir bald nicht mehr den Unterschied zwischen Tag und Nacht feststellen können.

    Durch das ständige Kanonenfeuer durch einen Panzer, der weniger als einen Kilometer vom Krankenhaus entfernt Stellung bezogen hatte, wurde eine Wand des Gebäudes schwer beschädigt, aber sie hielt noch einigermaßen durch bis zum nächsten Morgen.

    Ungefähr zehn Bomben mit weißem Phosphor gingen auf das anliegende Grundstück nieder, und Maschinengewehrfeuer war allgegenwärtig in der Umgebung.

    Für die Ärzte des Roter Halbmond-Krankenhauses war dies eindeutig eine klare Botschaft von Seiten der Israelische Armee, die sofortige Evakuierung des Krankenhauses vorzunehmen oder aber das Gebäude würde ganz zerstört werden. Wir brachten die Verwundeten in andere Krankenhäuser..."
    (Vittorio Arrigoni, 'Stay Human', mit einem Vorwort von Ilan Pappe, S. 22).

    Israel hat weißen Phosphor, ein illegales, international geächtetes und hochgiftiges Kampfmittel gegen ein palästinensisches Krankenhaus eingesetzt - natürlich aus Gründen der 'Selbstverteidigung'.

    Die Ärzte, die Menschen mit Brandwunden durch weißen Phosphor eingeliefert bekamen, wussten nicht, wie man die Wundenn behandeln sollte, weil sie noch nie solche Verletzungen gesehen hatten.

    Weißer Phosphor wird in den USA hergestellt, und wurde Israel für seinen Krieg gegen Gaza geliefert. Die USA haben sich damit mitschuldig an einem Akt des Kriegsverbrechens gegen eine schutzlose Zivilbevölkerung gemacht.

    Die gleiche US-Regierung verdächtigt die syrische Regierung, 'chemische Waffen einzusetzen'...

  1. Finster ! Ich wusste überhaupt nichts von Phosphor-Waffen!
    Danke Freeman wieder einmal mehr für deine Aufklärungsarbeit und für den Artikel zu diesem wichtigen Thema!

    Wie grausam und unmenschlich können Menschen bloß sein...
    Anscheinend geht es immer noch schlimmer! Wie Feige und erbärmlich solche Waffen einzusetzen.

    Aber wenn es so weiter geht wie jetzt dann gibt es eh keine Medien wie Press TV oder Russia Today (RT)...
    ...dann brauchen die auch keine Tarnwaffen ....

    den die Mainstream Medien scheinen über solche Ereignisse gänzlich hinweg zusehen und zu schweigen und keinerlei Berichterstattung für nötig zu halten.

    Aber Deutschland verkauft dann an solche kranke Regierungen Waffen über Waffen.

  1. MastaFu sagt:

    Gaza und der Besuch von Erdogan

    Erdogan wird nach seiner Reise in den USA am 16. Mai anschließend den Gazastreifen besuchen. Das Ziel ist es, die Versöhnung zwischen den Gruppen in Palästina und deren Zusammenarbeit zu erreichen. Al Fatah und die Hamas müssten die Fehde untereinander beenden und zukünftig zum Wohle Palästinas und der Palästinenser gemeinsam an einem Strang ziehen. Dieser Plan wird in Tel Aviv mit Sorge beobachtet. Tel Aviv verfolgt nämlich einen ganz anderen Plan: die Zerspaltung Palästinas in mehrere Lager und die Trennung von Westjordanland und Gaza. Daher versucht Israel die Parteien gegeneinander auszuspielen. Israel arbeitet nur mit Al Fatah zusammen und unterstützen Al Fatah und Mahmoud Abbas auch finanziell. Israel hat kein Interesse daran, dass Al Fatah und Hamas zusammenarbeiten, weil dies würde bedeuten, dass eine Zwei-Staaten-Lösung weiter näher rückt. Ein vereintes Palästina entspricht nicht dem Plan Israels.

    Ein weiteres Problem für Israel ist Obama, denn Obama ist ebenfalls für eine Zwei-Staaten-Lösung. Israel würde sehr gerne die Unterstützung von Obama und seiner Regierung in der Palästina-Politik für sich gewinnen. Der Besuch Erdogan’s in Gaza ist gar nicht willkommen. Über John Kerry hat Tel Aviv versucht, den Besuch zu verhindern. Kerry war vor ein paar Wochen in der Türkei und hat gesagt, dass ein Besuch in Gaza im Augenblick nicht angebracht sei und zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden solle. Erdogan und der Außenminister haben daraufhin gesagt, dass keiner vorschreiben kann, wer wohin einen Besuch abstattet! Des Weiteren stellt die USA der Hamas einige Forderungen, um am Verhandlungstisch dabei sein zu können. Demnach soll die Hamas 1. Israel anerkennen, 2. den bewaffneten Widerstand aufgeben, 3. das Oslo-Abkommen einhalten. Die USA weiß ganz genau, dass die Hamas Israel nie anerkennen wird und daher wird sie keine Verhandlungen mit der Hamas führen. Die Türkei jedoch sagt, dass ohne die Hamas kein Friedensabkommen möglich sei. Die USA sieht die Hamas als eine Bedrohung für Israel. Obwohl die USA sich offiziell für eine Zwei-Staaten-Lösung einsetzt, ist sie indirekt für ein gespaltenes Palästina und unterstützen somit die Palästina-Politik Israels. Die USA geht weiter und möchte von der Türkei, dass sie Hamas überzeugt und Hamas die gestellten drei Forderungen akzeptiert.

    Die Türkei will den Frieden und die Zwei-Staaten-Lösung durch einen Dialog erreichen, wobei alle Gruppen in Palästina vertreten sind. Sie ist der Meinung, dass ein Abkommen zwischen Israel und Al Fatah alleine keinen bleibenden Frieden gewährleisten würde. Erdogan wird bei seinem Besuch in Gaza versuchen, ein Friedensabkommen zwischen Hamas und Al Fatah zu erreichen, damit Palästina geeinigt und gestärkt am Verhandlungstisch sitzt. Al Fatah hat die Macht über das Westjordanland und Hamas in Gaza. Mahmut Abbas ist zwar das Oberhaupt Palästinas, aber traut sich nicht mal Gaza zu besuchen! Daher hat Erdogan Abbas vorgeschlagen, dass sie gemeinsam Gaza besuchen. Vor dem Gaza-Besuch wird Erdogan die USA besuchen und Obama treffen. Dort wird er an der Zwei-Staaten-Lösung festhalten, aber um das zu ermöglichen, ist die Einbeziehung der Hamas in die Verhandlungen von enormer Bedeutung!

    Am 23. April besuchte Abbas die Türkei und hat Erdogan getroffen. Erdogan hat Abbas über den Besuch in Gaza informiert und sich für eine endgültige Versöhnung von Al Fatah und Hamas eingesetzt. Im Gegenzug hat Abbas Erdogan über die Gespräche mit Hamas informiert.

    In ein paar Wochen werden wir sehen, ob der Plan der Türkei erfolgreich wird, oder ob Israel weiterhin durch die Fehde zwischen Al Fatah und Hamas profitieren wird.

  1. MastaFu sagt:

    Mahmud Abbas hat vor wenigen Tagen China besucht und den Staatspräsidenten Xi Jinping getroffen (Netanjahu besucht nun ebenfalls China). In der Palästina-Frage setzt sich Jinping für Palästina ein und hat entsprechend ein Vier-Punkte-Plan vorgelegt.

    1. Entschlossenheit für ein unabhängiges, eigenständiges Palästina. Wichtigste Bedingung und ein natürliches Recht der Palästinenser ist die Souveränität Palästinas in den Grenzen von 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Israel soll im Gegenzug anerkannt werden.

    2. Die Palästina-Frage soll auf friedlichem Wege gelöst werden. Beide Länder sollen zum Frieden beitragen. Zu allererst muss der Bau von neuen Siedlungen gestoppt werden, Gewaltanwendung gegen das unschuldige Volk muss beendet werden, Gaza-Blockade muss beendet werden, das Problem der palästinensischen Gefangenen muss gelöst werden, damit angemessene Bedingungen für ein Dialog und Verhandlungen möglich werden.

    3. Die Rückgabe des Territoriums nach UNO-Vorgaben und entsprechend der Initiative der Arabischen Liga.

    4. Internationale Gesellschaft muss in den Friedensbemühungen die Rolle als Garantiemacht übernehmen, sie muss die Verantwortung tragen und das Dringlichkeitsempfinden für einen baldigen Frieden erhöhen. Die internationale Gesellschaft muss Palästina finanzielle Hilfe leisten.

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    Schön, dass China hinter Palästina steht und einen angemessenen und akzeptablen Plan vorgelegt hat. Hoffentlich wird Netanjahu nicht so erfolgreich bei seinen Verhandlungen...

  1. israel konnte schon immer machen was es wollte und es wird immer machen können was es will!!!