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Interview mit dem Botschafter des Iran

Freitag, 21. Januar 2011 , von Freeman um 09:00

Am 19. Januar hatte ich die Gelegenheit mit dem Botschafter der Islamischen Republik Iran in der Schweiz, seine Exzellenz, Herr Alireza Salari, ein Interview zu führen. Das Gespräch dauert ca. 2 1/2 Stunden, dabei gab uns der Botschafter einige sehr interessante Information über sein Land. So hatte der Iran bis Ende 2010 den niedrigsten Benzinpreis der Welt, mit 7 Eurocent pro Liter. Dieser wurde stark subventioniert, was aber jetzt aufgehoben wurde, weil zu kostspielig und um Energiesparmassnahmen zu fördern. Der Liter kostet nun 28 Eurocent.



Der Iran investiert viel in alternative Energien. So sind in den letzten Jahren zahlreiche Wasserkraftwerke, Solaranlagen und sogar Erdwärmekraftwerke welche die Geothermie ausnutzen erstellt worden. Der Iran hat eine Einwohnerzahl von 74 Millionen und ist von der Fläche her ca. 4 1/2 grösser als Deutschland. Der Botschafter meint, das Bruttoinlandsprodukt welches in den westlichen Publikationen angegeben wird ist viel zu niedrig mit 383 Milliarden Dollar. Tatsächlich liegt der BIP über 1 Billion Dollar und der Iran ist führend in vielen Bereichen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Iran wird völlig unterschätzt.

Was mir jedenfalls positiv aufgefallen ist, wie offen und freundlich wir in der Botschaft empfangen wurden, völlig konträr zu dem was man beim Besuch anderer offizieller Vertretungen des Westens erlebt. Da wird man wie ein Terrorist behandelt und ihr wisst wen ich meine. Das Interview wurde live geführt, ohne irgendwelche Vorbedingungen. Eigentlich ging es um ein Gespräch um sich kennen zu lernen. Auf die Frage ob ich ein Interview mit ihm führen kann, hat Herr Salari spontan ja gesagt und so kam es zustande.

Freeman: Vielen Dank Herr Botschafter für die Möglichkeit mit Ihnen ein Interview zu führen. Das erste was mich bereits beeindruckt, ist wie offen sie uns empfangen haben. Es gab kein besonderes Protokoll, wir wurden sehr freundlich begrüsst. Ist das so wie der echte Iran ist, ein offenes und freundliches Land?

Botschafter: Die Schweiz ist für uns keine Bedrohung, deshalb, warum sollen wir uns Sorgen machen. Wir sind immer offen für unsere Brüder und Schwestern aus der Schweiz, mit denen wir viele gemeinsame Prinzipien teilen und wir sind der Meinung, wir sollten mehr und mehr kooperieren und das Verständnis erhöhen und gute Beziehungen pflegen.

Freeman: Ich habe die Daten studiert und möchte Sie fragen, können Sie uns etwas über die Fähigkeiten des Iran erzählen und wie sich das Land in den letzten Jahren entwickelt hat?

Botschafter: Mit Gottes Segen hat sich der Iran, der vor 40 Jahren ein sehr unterentwickeltes Land war, zu einem bedeutenden Entscheidungsträger in der Welt gewandelt und speziell zu einem guten Partner in unserer eigenen Region. Wir Iraner erinnern uns noch an die Zeit vor der Revolution, wo wir 6 Millionen Fass Öl pro Tag exportiert haben und dafür alle benötigten Güter und Dienste aus dem Ausland importierten.

Aber jetzt produziert der Iran die meisten Notwendigkeiten selber, die meisten Güter und Dienste welche die iranische Bevölkerung benötigt. Wir sind ein bedeutender Produzent sehr wichtiger Güter geworden, die in der Industrie und im Bausektor verwendet werden. Wir stehen an 12. Stelle in der Liste der Hersteller von Automobilen auf der Welt, was tausende andere Zulieferbetriebe entstehen lies. Der Iran produziert fast 1,5 Millione Fahrzeuge pro Jahr, was die Leistungsfähigkeit der untergeordneten Betriebe die dazu notwendig sind zeigt.

Wir sind der fünfgrösste Produzent von Zement auf der Welt, was zeigt, wie viel im Land gebaut wird. Dann sind wir der achtgrösste Produzent von Eisen auf der Welt, was wiederum zeigt, wie breit gestreut unsere Fähigkeiten geworden sind. Dieser Erfolg wurde erreicht, trotz 32 Jahre Sanktionen, 8 Jahre eines blutigen Krieges der uns aufgezwungen wurde und die schlimmsten Terroraktivitäten die von ausländischen Mächten unterstützt wurden; und das kam dabei heraus. Jedes mal wenn wir mehr gegen die Wand gedrängt werden, lernen wir mehr auf den eigenen Füssen zu stehen und werden Selbstversorger in den verschiedenen Bereichen.

Freeman: Das heisst, die Sanktionen haben geholfen ihre Wirtschaft zu stärken und selbstständig zu werden?

Botschafter: Ja. Die Sanktionen waren am Anfang sehr unangenehm, denn sie entzogen uns die berechtigten Grundlagen des täglichen Lebens. Das war kurzfristig gesehen. Mittel- und Langfristig zwangen sie uns selbstständig zu werden, machten es notwenig unsere Muskeln zu stärken.

Freeman: Haben Sie das Gefühl, unfair von der Welt behandelt zu werden, dass die Weltöffentlichkeit ein völlig falsches Bild vom Iran hat und was das Land für die eigenen Menschen will? Glauben Sie das Bild ist völlig verzerrt?

Botschafter: Sprichwörtlich. Das Bild des Iran ist ständig verzerrt worden, weil eines unserer Motto lautet, Unabhängigkeit ... und Neutralität, betreffend vieler Themen der Welt. Selbstverständlich nicht eine Neutralität gegenüber Unterdrückung. Wir haben alle Menschen die unterdrückt werden unterstützt, so wie es unsere Verfassung verlangt. Das ist die Hauptsünde des iranischen Volkes, weil sie die unterdrückten und unterprivilegierten Menschen der Welt gegen den Willen der Unterdrücker helfen. Deshalb haben die Unterdrücker entschieden etwas gegen diese Kraft zu unternehmen, die aus steigender Unabhängigkeit besteht, die sich nicht ihrer Macht beugt.

Freeman: Sie sagen also damit, weil der Iran sich nicht den Mächten unterwirft und gehorcht, wird er als schwarzes Schaf bezeichnet.

Botschafter: Genau. Der Druck dem wir ausgesetzt sind, ist klein beizugeben. Sie wollen das wir uns diesen schlechten Prinzipien und der Unterdrückung, die auf der ganzen Welt ausgeübt wird, unterordnen. Wir sagen aber Nein dazu, denn wir haben unsere eigenen Prinzipien, unsere eigene Unabhängigkeit, was von diesen Mächten ignoriert wird. Dieses Problem haben viele andere Länder, die auch unabhängig sein wollen. Die Schweiz ist ein Beispiel dafür. Jeden Tag kommt es mehr und mehr unter Druck, wegen seiner Unabhängigkeit.

Freeman: Welchen Zwang muss sich der Iran unterwerfen? Ist es der Befehl, das Land muss die globalen Konzerne ins Land lassen, damit sie die Ressourcen ausplündern können? Oder ist es der Zwang, die westliche Kultur ungehindert ins Land zu lassen?



Botschafter: Es ist eine Mischung aus all diesen Sachen. Es gibt nicht nur eine Facette der Wirtschaft für diese Welt. Wir stellen uns nicht den berechtigten Interessen der Weltkonzerne oder Ländern entgegen. Nur, nach unserer Meinung enden diese egoistischen Interessen an der Grenze eines Landes und man sollte ein ausgewogenes Interesse für Alle auf der Welt einhalten. Man darf nicht die eigenen nationalen Interessen anderen Länder aufzwingen, denn dann ist das Resultat eine Unterdrückung und das sehen wir ja überall. Wir sind völlig dagegen. Wir wollen das Recht der Völker sich selber zu regieren erhalten, die Unabhängigkeit und das Recht auf Souveränität.

Freeman: Die Prinzipien die Sie nennen widersprechen aber völlig den Mächten, denn sie wollen Unterwerfung.

Botschafter: Genau. Sie wollen Diener auf der ganzen Welt, die ihren Befehlen gehorchen. Was aber einige Länder wie der Iran unter keinen Umständen akzeptiert. Wir werden nie unsere Unabhängigkeit aufgeben und uns diesen unterdrückenden Mächten unterwerfen.

Freeman: Was sagen sie zu dieser ganzen Rhetorik, die schon seit Jahren andauert, die Drohungen gegen den Iran, sogar mit Krieg. Ist das nur ein Bluff oder ist das eine echte Drohung?

Botschafter: Wenn es etwas Weisheit hinter diesen Drohungen gibt, dann werden sie zu Bluffs reduziert. Aber wer weiss, vielleicht gibt es verrückte Leute die meinen sie können ihr Glück versuchen. Nur, das wird sie selber treffen, wird sie zurückwerfen, wenn sie so einen Selbstmord begehen. Darin sind wir uns sicher. Denn wir haben Recht, wir wollen nur unsere eigenen Interessen erhalten und keine anderen Interessen verletzen. Und wir halten uns streng and das internationale Recht. Wir halten uns an die Abkommen, die wir mit verschiedenen Ländern und internationalen Organisationen eingegangen sind.

Leider verabschieden die Mächte diese Resolutionen und Sanktionen gegen uns, die eine Art Bestrafung sind. Welche Sünde oder Verfehlung hat der Iran begangen? Wenn es wegen der Berichte der IAEA ist und unseren nuklearen Aktivitäten, dann ist das falsch. Die IAEA hat bisher nur unsere friedliche Nutzung der Atomenergie feststellen können. Deshalb, warum werden wir bestraft, wenn wir keine Sünde begangen haben oder Verfehlung bewiesen wurde? Was hier abläuft ist eine typische Form der Unterdrückung.

Freeman: Das heisst ja, die Westmächte erzählen die selben Lügen wie sie damals über Saddam Hussein erzählt haben, über seine angeblichen Massenvernichtungswaffen und machen das gleich mit Euch.

Botschafter: Das stimmt. Die Länder, die selber Massenvernichtungswaffen haben, geniessen die besten Beziehungen mit den Mächten, die diese Drohungen und Sanktionen gegen uns aussprechen. Gegen den Iran, der gar keine solche Waffen hat und sogar offiziell bestätigt hat, dass die Entwicklung, Herstellung und Anwendung von Massenvernichtungswaffen, speziell von Atomwaffen, ausdrücklich verboten ist. Deshalb, wir stehen genau dieser Unterdrückung gegenüber, in dem wir grundlos und ohne rechtlicher Grundlage bestraft werden.

Freeman: Was glauben Sie ist die Zukunft des Iran, was die Wirtschaft und die Bevölkerung betrifft und auch die Rolle auf der Weltbühne? Glauben Sie die Wahrheit wird irgendwann siegen und die Lüge aufgedeckt werden? In welche Richtung wird es gehen?

Botschafter: Ich bin sehr optimistisch. Erstens verlassen wir uns auf die omnipotente Macht der einen Entität, nämlich auf Gott. Und wir versuchen diesen Weg den Gott uns zeigt zu folgen. Und wir versuchen das umzusetzen was er uns sagt mit seiner Weisheit. Das ist der richtige Weg.

Freeman: Glauben Sie Gott beschützt den Iran?

Botschafter: Gott beschützt jeden der den richtigen Weg einschlägt und hat das auch denen versprochen die nicht andere unterdrücken. Jetzt, die andere Seite macht die ganze Unterdrückung auf der Welt, deren Zeugen wir sind. Der Iran hilf nur den Unterdrückten, das ist unsere grösste Sünde.

Freeman: Sie glauben also der Iran hat eine gute Zukunft vor sich, weil das Land erstens sich selber versorgen kann und zweitens weil es auf dem richtigen Weg ist?

Botschafter: Wir sollen optimistisch sein, laut unserem islamischen Glauben und den Weg den Gott uns vorgibt folgen. Wir müssen keine Angst haben. Und wir hoffen, wenn Gott es so will, dass die welche gegen uns sind, gegen unsere Unabhängigkeit, zur Weisheit gelangen, was sie machen ist nicht richtig, das es ihnen selber mehr schadet als uns. Wenn sie von ihrem falschen Weg abgehen und Einsicht zeigen, sind wir sicher, wird die Wahrheit siegen, die für jeden Wahrheitssucher jetzt schon sichtbar ist.

Freeman: Sind sie der Meinung es wäre eine gute Idee, wenn die Menschen aus dem Westen den Iran besuchen, mit eigenen Augen sehen was dort wirklich passiert, um sich eine eigene Meinung zu bilden?

Botschafter: Sicher. Wir heissen jeden willkommen, der mit einer offenen Einstellung zu uns kommt. Wir haben sogar unsere Nuklearanlagen diese Woche für Besucher geöffnet. Für alle Repräsentanten der wichtigsten Länder, um sich selber zu überzeugen. Die meisten haben diese Einladung angenommen und haben selber gesehen was in den Anlagen passiert. Wir glauben, dass die Weisheit alle diese Probleme und Verzerrungen überwinden wird, welche die unterdrückenden Mächte auf der Welt verursachen.

Freeman: Und aus Sicht des Tourismus, sollen die Menschen in den Iran kommen und die Schönheit und Gastfreundschaft des Landes kennen lernen?

Botschafter: Ja, wir heissen alle willkommen, aus den uns freundlich gesinnten Ländern, aus den neutralen und unabhängigen Ländern, um sich selber ein Bild zu machen. Dann können sie als Botschafter die Wahrheit zurückbringen und verbreiten.

Freeman: Weil es gerade aktuell ist, was sagen Sie über den Stuxnet-Wurm und dass die New York Times berichtet hat, dieser wurde von den USA und Israel entwickelt und gegen den Iran eingesetzt. Hat er eigentlich einen Schaden angerichtet?

Botschafter: Erstens, diese Enthüllung von ihnen selber zeigt, sie sind die wirklichen Schuldigen. Es ist eine Art von Terrorismus. Sie sagen, sie bekämpfen den Terrorismus, dabei stecken sie hinter allen Formen des Terrorismus. Zweitens, glauben wir hat der Wurm keinen nennenswerten Schaden an den Anlagen im Iran verursacht. Vielleicht benötigen sie diese Art von Propaganda um zu zeigen, alles was sie vorher behauptete haben, der Iran nähere sich einer Atomwaffe, stimmt nicht, wir sind jetzt weit entfernt davon. Dabei haben die eigenen Geheimdienst noch in der Bush-Ära bestätigt, wir entwickeln keine Atomwaffen. Also lassen wir sie mit ihrer neuen Propaganda glücklich werden und wir gehen unseren richtigen Weg.

Freeman: Sie meinen also, sie benutzen diese Propaganda um sagen zu können, der Iran ist jetzt sogar drei oder fünf Jahre entfernt von einer Atombombe, also noch weiter weg?

Botschafter: Ja, man kann es positiv sehen. Seit 25 Jahren sagen sie, in einem oder zwei Jahren hat der Iran Atomwaffen. Dann wenn diese Zeit abgelaufen ist, sagen sie es wieder und dann wieder, 25 Jahre lang. Wie kann das sein? Jetzt haben sie wenigstens die Zeit auf fünf Jahre verlängert und machen sich nicht dauernd lächerlich.

Freeman: Wir sind gerade Zeugen der Revolution in Tunesien. Das Volk hat den Diktator abgesetzt und er ist geflüchtet. Was meinen Sie dazu, könnte das ansteckend werden auf andere arabische Länder?

Botschafter: Wir sehen es nicht gerne, wenn Zusammenstösse und Probleme auf andere Länder sich verteilen. Wir wünschen uns, dass die Regierungen die Sorgen und Nöte der Bevölkerung verstehen, das es eine gute Übereinkunft gibt zwischen dem was der Staat als notwendig erachtet und was die Menschen für Sehnsüchte haben.

Was wir hier an Tatsachen nun sehen ist, alle sogenannten demokratischen Länder des Westens, welche die Freiheit so hoch halten, haben die aller besten Beziehung mit dieser Regierung gehabt. Das zeigt den totalen Widerspruch des Westens und ist eine andere Form der Unterdrückung gegen die wir sind. Wir hoffen, die Nachbarländer sehen das als Lektion und es gibt einen friedlichen Wandel in diesen Ländern.

Freeman: Es berichten viele der westlichen Medien negativ über den Iran, die Bevölkerung wird dort unterdrückt, sie können nicht demokratisch wählen und sie zeigten die Bilder über die Demonstrationen nach der letzten Wahl in Teheran. Wie sehen sie den Grad an Demokratie und Freiheit im Iran, im Vergleich zu anderen Ländern?

Botschafter: Der Iran ist eine Demokratie seit der Gründung als islamische Republik bis heute. Wir hatten einen richtigen Diktator vorher, bis er durch diese Revolution vor 32 Jahren gestürzt wurde. Alle diese westlichen Mächte, die immer sagen, sie wären für Demokratie, haben diesen Diktator unterstützt. Es ist sogar so: Einer unserer grössten Sünden ist der Sturz dieses Diktators. Seit Beginn der Revolution haben diese Mächte gesagt, das ist keine Demokratie, so darf es nicht laufen und diese Propaganda verbreiten sie seitdem um uns zu unterdrücken.

Wir hatten eine Wahlbeteiligung von 85 Prozent bei der letzten Präsidentschaftswahl, was die höchste auf der Welt ist bei irgendeiner Abstimmung so viel ich weis. Diese Zahl wurde von allen Parteien, einschliesslich der Opposition, akzeptiert. Vor zwei Monaten hat eine Denkfabrik aus den USA eine Fernumfrage im Iran durchgeführt. Dabei haben mehr als 60 Prozent der Befragten gesagt, sie befürworten die amtierende Regierung des Iran. Bei der letzten Wahl hat der Präsident 63 Prozent der Stimmen erhalten. Zwei Jahre später kommt eine unabhängige Denkfabrik zum ähnlichen Ergebnis. Das zeigt, das Resultat der Wahl war nicht verzerrt, wie behauptet wird. Das einzige was verzerrt wurde war die Berichterstattung im Ausland über die Wahl.

Wir wissen, die US-Regierung hat ein Budget von mehreren hundert Millionen Dollar vorgesehen, für sogenannte pro-demokratische Aktivitäten im Iran. Dies manifestierte sich dann in der Schaffung von Gruppen, die gegen die Wahlen waren und ihren Propagandasprüchen und sogar antiiranischen Sprüchen, die sie von sich gaben. Sie verbreiteten die Gerüchte, mit der Wahl stimme etwas nicht. Die Realität ist eine andere. Alle Wahlen im Iran werden von der ganzen Nation überwacht. Die Resultate auch und sogar vom Ausland. Es sind die echten Zahlen.

Freeman: Was mich bei den Demonstrationen nach den letzten Wahlen gewundert hat, wo kamen diese vielen Plakate plötzlich her, die sehr professionell gemacht und alle gleich aussahen, die auch noch Sprüche auf Englisch zeigten? Die englischen Sprüche waren doch nicht für die Iraner bestimmt, sondern für die TV-Zuschauer im Westen.

Botschafter: Völlig richtig. Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Das müsste man mehr bekannt machen. Diese Plakate wurden als Propaganda für das Ausland gemacht, um das Bild des Iran zu verzerren. Wenn der Iran nicht demokratisch regiert wird, dann würde das Volk die Regierung stürzen, genau so wie sie die Diktatur vorher ganz alleine ohne Hilfe aus dem Ausland gestürzt hat.

Das Volk litt 32 Jahre lang unter den schärfsten Sanktionen, sie erlitten 8 Jahre Krieg durch den Irak, dann noch die schlimmsten Terrorangriffe im Inland, welche die ausländischen Mächte veranlassten. So hat keiner dieser Mächte die Ermordung der iranischen Wissenschaftler verurteilt. Das zeigt, sie befürworten die Terroraktivitäten gegen den Iran. Deshalb, wenn der Iran keine Demokratie wäre, nach all diesen Aktivitäten gegen den Iran, wenn die Menschen im Iran nicht die Regierung unterstützen würden, wer unterstützt sie dann? All diese ausländischen Mächte sind doch gegen die Regierung. Wie kann sie sich halten, wenn das Volk sie nicht will?

Es gibt keine Zweifel, der Iran hat eine echte Demokratie und sie wird vom Volk getragen.

Freeman: Der Unterschied zwischen der iranischen Demokratie und der im Westen, ist das Verhältnis zwischen Staat und Kirche. Im Iran gibt es keine Trennung. Jetzt gehen auch hier die Kritiker her uns sagen, das ist schlecht. Was sagen Sie dazu?



Botschafter: Ja, das ist wieder eine andere Dimension der vorher erwähnten Verzerrung. Was soll daran falsch sein? Die Menschen im Iran haben bei einer Wahl dafür gestimmt. Wir haben die legitimste Regierung, die legitimste Verfassung und Gesetze im Iran. Das ist die einzige Revolution in der Menschheitsgeschichte, wo nur 40 Tage nach dessen Sieg, es ein überwältigendes Referendum gab. Dabei haben 98,2 Prozent der Bevölkerung für die Errichtung einer islamischen Republik gestimmt. Und damals gab es noch gar keine staatlichen Institutionen, die irgendwie hätten darauf Einfluss nehmen können. Es wurde der Wunsch der Bevölkerung umgesetzt. Was hätten wir denn sonst tun sollen?

Was bedeutet eine islamische Republik? Es ist eine Republik mit den Gesetzen des Islam.

Jetzt sind einige Regierungen, Denkfabriken und Intellektuelle im Ausland hergegangen und haben einfach behauptet, Staat und Kirche passen nicht zusammen und deshalb muss das Resultat des Referendums verworfen werden. Wir sollen was das Volk will ignorieren. Nur, das ist unmöglich. In einer Demokratie zählt der Volkswille, gibt es Regeln, Gesetze und Prinzipien, die eingehalten werden müssen.

Dann, nach diesem ersten Referendum, hatten wir ein Jahr später ein zweites Referendum, bei der die neue Verfassung der islamischen Republik mit deutlicher Mehrheit vom Volk angenommen wurde, in der Staat und Religion zusammen sind. Es kann sein, dass diese Abneigung des Westens für eine Einheit von Kirche und Staat daher kommt, weil die christliche Welt damit in dessen Geschichte schlechte Erfahrung gemacht hat. Aber das hat mit der Islamischen Republik Iran und dem Islam und dessen Gesetze nichts zu tun.

Wir haben deshalb die ausländischen Kritiker aufgefordert, den Wunsch der Iraner zu respektieren. So denken die Iraner und so wollen sie ihren Staat haben. Sie haben so dafür gestimmt. Lasst sie doch ihr eigens Land so führen wie sie es wollen.

Freeman: Nur wir wissen ja, der Westen ist nur so lange für Demokratie, wenn so gewählt wird wie die Macht es wünscht. Wenn das Resultat einer Wahl anders ist, dann wird es nicht akzeptiert. Ein gutes Beispiel ist Gaza, wo die demokratische Wahl der Hamas vom Westen nicht geduldet wird und die Palästinenser deshalb einer brutalen Kollektivstrafe unterzogen werden. Wenn man das falsche wählt, dann wird man bestraft.

Botschafter: Richtig.

Freeman: Noch eine Sache die gerne benutzt wird um den Iran zu kritisieren, ist die Situation der Frauen oder wie sie behandelt werden. Wie sehen die Iraner die Rechte der Frauen?

Botschafter: Wieder eine grosse Propaganda und Verzerrung des Bildes. Im Iran ist es eine Tatsache, die Frauen entwickeln sich mehr als die Männer. So besteht die Mehrheit der Studenten an den Universitäten aus Frauen. Was zeigt uns das? Es zeigt das Potenzial zur Entwicklung ist grösser für die Frauen. Jahr für Jahr ist der Anteil der Frauen in der Arbeitswelt, in den höheren Ebenen der Gesellschaft gestiegen. Und in all diesen Wahlen, die ich vorher beschrieben habe, haben die Frauen teilgenommen. Die Frauen haben selber dafür gestimmt. Was ist also falsch? Heisst das, nur wenn die Frauen im Iran alle Regeln des Islam missachten und sich so geben wie im Westen, ist das richtig? Nein.

Wir glauben nicht, dass wir in allen Bereichen perfekt sind. Wir haben auch Unzulänglichkeiten. Aber wir sind eine Gesellschaft im Wandel. Für 2'500 Jahren waren wir unter der Herrschaft von Königen und Diktatoren. Seit nur 32 Jahren, mit all den Störfaktoren aus dem Ausland, verfolgen wir etwas von dem wir meinen, dass es gut für unsere Gesellschaft ist. Aber sie lassen uns nicht unseren eigenen Weg gehen.

Freeman: Gibt es etwas was sie meinen Lesern zum Schluss als Botschaft mitgeben wollen?

Botschafter: Islam bedeutet Frieden. Eine Islamische Republik sollte eine für den Frieden sein. Wir wollen nicht andere unterdrücken und wir wollen selber nicht unterdrückt werden. Das ist das Hauptprinzip welches wir verfolgen. Wir beten dafür, dass die ganzen Mächte dieser Welt, die gegen unseren Weg sind, die Situation des Iran verstehen. Wir fühlen keinerlei Animosität gegenüber irgendeinem Land. Wir beten dafür, dass die Mächte die Probleme der Welt friedlich lösen, ihre zerstörerische Kraft nicht einsetzen und in einen Zustand kommen der ihnen gerecht wird.

Wir haben in den letzten 400 Jahren bewiesen, dass wir niemanden angreifen. Auch in den vergangenen 1'500 Jahren unserer Geschichte, haben wir nur geantwortet wenn wir angegriffen wurden. Wir sind eine friedliche Nation, die nur ihren Weg gehen will. Jeder soll in Frieden Leben können und mit Weisheit.

Freeman: Herzlichen Dank für das Interview.

© Copyright 2011: Freeman - Alles Schall und Rauch Blog

Wer Herrn Alireza Salari einen Kommentar abgeben oder seine Meinung oder Dank ausdrücken will, kann es über diesen Link machen.

insgesamt 56 Kommentare:

  1. Nnn sagt:

    Super, Freeman! Das ist guter Journalismus. Vielen Dank.

  1. m. sagt:

    Ich hätte gerne mehr zur Energiefrage gehört.
    Also was unternimmt Iran, über den Bau von Atomkraftwerken hinaus, in Sachen Energieproduktion.

    Ist der Iran nicht geradezu prädistiniert dazu, diese mit regenerativer Energie, ich denke jetzt speziell an Solarenergie, in großem Umfang einträglich zu gestalten.

    Über das Sinnvolle hinaus, würde es Iran, wenn er das Intensiv betreiben würde und auch kommuniziert, weitere Sympathie bringen, die ich ihm von Herzen gönnen würde.

    Ansonsten, schön das der Botschafter des Staates Iran, ich sag jetzt mal, mit ganz normalen Menschen auf Augenhöhe spricht ...

  1. ArthurDent sagt:

    Hallo Freeman,

    trotz vieler Meinungsverschiedenheiten möchte ich dieses Interview loben.
    Das knüpft wieder an die gewohnte Qualität an.
    Mehr davon.

    Grüße

  1. xabar sagt:

    Danke, lieber Freeman, dass du das Interview geführt hast, das sehr zur Aufklärung über den Iran beiträgt!

  1. Ich war wegen der im 19. Jahrhundert am meisten verschriebenen Arzenei, Cannabis, in iranischer Haft und habe sehr positive Erfahrungen gemacht. Ich wurde sehr zuvorkommend behandelt..eine Story für sich..aber es ist beschämend, welches falsche Image hier vom Iran gepflegt und vebreitet wird. Der WEsten ist derart primitiv...aber "warte warte noch ein Weilchen" geht ein Volkslied.

    Wir gehen spannenden Zeiten entgegen

  1. kieselsteine sagt:

    Ich glaube man muss jede Regierung auf der ganzen Welt kritisieren können.
    Wenn man das aber so intensiv macht wie mit der Regierung im Iran, gehörte es eigenlich zum guten Stil, daneben auch Verterter dieser Regierung zu Wort kommen zu lassen.
    Darum finde ich es grossartig, dass Du das Interview gemacht hast. Noch grossartiger wäre es allerdings auch das Schweizer Radio und Fernseh würde Deinem Beispiel folgen.
    Wenn der Botschafter von Iran die Gelegenheit erhält, die Sachlagen aus seiner Sicht zu schildern, heisst das ja noch lange nicht, dass man nun mit allem einer Meinung sein muss. Man kann getrost weiterhin gegen die Todesstrafe sein nur als ein Beispiel.
    Man lässt ja auch Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika zu Wort kommen und kann daneben die Praxis der Todesstrafe in der USA trotzdem ablehnen.

  1. Mirko sagt:

    Hmm ich hätte mir mehr kritische Fragen gewünscht..auch wenn Reza Schah Pahlavi ein von westlichen Kräften unterstützter Mann gewesen ist so hat er für das Land zahlreiche Verbesserungen bewirkt (Industralisierung,Bildung, Straßen udn Eisenbahnen, Reformierung des Rechtssystem, usw. usw.) Nach der Islamischen Revolution wurden zwar viele Sachen fortgeführt, aber die Rechte der Frauenm Bildung usw beschränkt. Ausserdem wurde die Scharia eingefügt. Insofern zeichnet sich meines Ermessens keine wirliche Verbesserung im Iran ab. Unabhängig davon hat ein Freund den Iran besucht und war erstaunt über die Freundlichkeit der Menschen. Sie baten ihm dem Westen mitzuteilen das sie keine Terroristen sind....

  1. Der 4. Weg sagt:

    Der Iran liegt richtig und hat ein Recht auf Souverenität. Das zeigen auch die guten Beziehungen mit Südamerika das sich langsam die unverschämten und lügenhaften Vereinigten Staaten vom Leibe schaffen will. Möge es ihnen gelingen.

  1. KPAX sagt:

    Ja sehr gut.
    Wenn es so weitergeht muss der ein oder andere von noch Asyl im Iran beantragen.

    Scheint wohl einer der wenigen NWO Trutzburgen,aber wie lange noch ?

  1. MB sagt:

    Interessant wäre es auch gewesen, was seine Exzellenz der Botschafter zu den 57 Hinrichtungen zu sagen hat, die allein im Januar 2011 exekutiert wurden.

  1. Cabernet sagt:

    Super Interview. Vielen Dank Freeman.

    Kerem

  1. M.A. sagt:

    Herzlichen Dank für das Interview! Über Iran würde ich gerne noch viel mehr hier lesen und erfahren!

    Eine gute Seite, die ich zu Iran-Themen empfehlen kann ist irananders.de !

    Bitte mehr zum Thema Freeman! Ich glaube, dass Iran das Zukunftsland der Region Nahost ist!

  1. pourdoc sagt:

    Als Iraner kann ich vielem was gesagt wurde zustimmen.
    Muss Freeman und alle Leser jedoch in dem Glauben bremsen, dass alles im Iran rosig wäre.

    Eine wirkliche Demokratie haben wir AUCH im Iran nicht. Und das weiß der Herr Botschafter auch.

    Ich war vor 3 Wochen im Iran und kann berichten, dass von der Stadtbevölkerung (die immerhin den Großteil der 75Mio ausmacht) ca. 80-90% für Mousavi gestimmt haben.
    Die Wahl war natürlich getürkt. Darüber gibt es keinen Zweifel.

    Was aber positiv ist, ist die Tatsache, dass sich dennoch im Land viel Positives getan hat. Wie es im Interview auch richtig gesagt wird.

    Nur warne ich jeden Freiheitsliebenden Menschen davor Sympathien einer Regierung entgegen zu bringen, die weder besser noch schlechter als die Regierungen sind, über die wir uns hier bei Schall und Rauch sonst negativ äußern.

  1. Nnn sagt:

    @pourdoc
    Ja, klar! Ich denke aber, es geht in unserer Diskussion primär um die Souveränität eines Landes, eines Volkes. Es ist von hier aus schwer zu beurteilen, was Propaganda ist und wie die Verhältnisse wirklich sind im Iran.

    Das jedoch der Iran das Recht zur friedlichen Atomnutzung hat, ist undiskutierbar und entspricht vollauf dem internationalen Recht. Und wie der Botschafter gesagt hat, schon 25 Jahre wird immer wieder behauptet, diese Atombombe sei bald da.

    Auch die Wahlen westlicher Länder werden ständig manipuliert. Halt mit anderen Mitteln d.h speziell den gekauften Medien.

    Dieses Kriegsgezettere gegen den Iran (und auch die anderen illegalen, teils mörderischen Aktionen) müssen endlich aufhören. Der Iran scheint zum Dialog bereit. Also sollten die arroganten Grossmächte endlich diesen Dialog fair führen.

    Sollten die Iran Embargos nur auf Lügen aufgebaut sein - und danach sieht es aus - dann ist/war das Ganze völkerrechtlich total illegal. Und wahrscheinlich stimmt auch, was der Botschafter sagt betreffend Stuxnet - der Schaden wahr - eher - gering. Die US/Israel Propaganda Maschine will uns wohl da nur weismachen, dass sie so qualifiziert seien.

    Also für mich ganz klar, ich positioniere mich nicht zum Iranischen Regime. Ich weiss ganz einfach nicht, wo die Wahrheit liegt. Zurzeit geht es primär darum, dieses fanatische Kriegsgeschrei zu beenden und dem iranischen Volk etwas Respekt zu zollen. Wenn man dann die fanatischen Christen in den USA hört, wirkt der Iran fast gemässigt. Uns wird seit Jahrzenten eingetrichtert, dass der Iran was Böses sei, so dass wir gar Angst haben, ihn zu besuchen, über ihn mehr zu wissen etc. WIESO? Denn was ich schon OFT gehört habe, ist das die Menschen im Iran gebildet, respektvoll und herzlich sind. Der Propoganda gegen den Iran ist jedoch auch gegen das Volk gerichtet, bzw. ganz speziell gegen dieses. Denn dieses leidet ja primär unter Repressalien, Terror und Krieg. Das sollte inzwischen klar sein.

    Und wie wäre Freeman wohl von der US Botschaft empfangen worden???

  1. Freeman sagt:

    @MB Klar frag ich das. Dir überlasse ich dann die selbe Frage an den US-Botschafter zu stellen, über die 46 vollstreckten Todesurteil im Jahre 2010 in den USA und 3 bereits in diesem Jahr. Von den Zehntausenden die sie ihn ihren Kriegen töten gar nicht zu sprechen. Das ist Massenmord.

    Und was Israel macht sind ja nur Todesurteile zu vollstrecken, in dem sie jeden Tag Palästinenser ohne Gerichtsverhandlung einfach so ermorden. Und die Opfer ihrer Kriege gegen in die Tausende.

    Dann auch noch die Frage über die 64 Exekution in der DDR bis 1981 und die Bundesrepublik hat in Afghanistan auch schon über 100 Zvilisten getötet.

    Und Japan wäre auch ein Kandidat, die haben die Todesstrafe neu eingeführt und in der EU quasi auch, mit dem Lissabon-Vertrag.

    Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

  1. xabar sagt:

    "Die Wahl war natürlich getürkt"

    Dies stimmt nicht.

    Die Präsidentschaftswahl vom 12. Juni 2009 ist in jeder Beziehung fair und korrekt verlaufen.

    Hier die Gründe:

    1. Mahmoud Ahmadinejad erhielt bei einer Wahlbeteiligung von 85% (auch im Ausland lebende Iraner durften wählen; Wahlrecht ab 16 Jahre) weit über 40 Millionen Stimmen, gleich 63% der Stimmen; Moussavi erhielt etwas über 25 Millionen Stimmen. Dieser große Stimmenabstand konnte unmöglich durch Wahlmanipulationen entstehen. Nur in einer Großstadt, in Teheran, hatte Moussavi mehr Stimmen als Ahmadinejad. Die Nord-Teheraner Bourgeoisie wählte Moussavi.

    2. Alle Vertreter der vier Kandidaten waren in den Wahlbüros an der Überwachung der Auszählung beteiligt und mussten die Protokolle der Auszählungen unterschreiben, was sie taten. Erst nach Bekanntwerden des Wahlergbnisses rückte man wieder davon ab, weil das Ergebnis nicht nach dem Geschmack der Moussavi-Leute war.

    3. Die Nachzählung von 10% der abgegebenen Stimmen ergab sogar noch kleinere Korrekturen zugunsten Ahmadinejads.

    4. Die Vertreter aller Kandidaten waren vom Wächterrat eingeladen worden, an der Kontrollauszählung teilzunehmen, was die Vertreter von Moussavi und Karroubi jedoch ablehnten. Sie hatten scheinbar kein Interesse daran, ihre Niederlage bestätigt zu finden.

    Noch eine Anmerkung:

    Moussavi hatte sich kurz vor Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses einfach zum Wahlsieger erklärt und begründete dies mit ihm zugegangenen Gerüchten über die Stimmabgabe.

    Was soll man dazu sagen?

    Auch der Wahlkampf verlief fair. Ich habe selbst die Fernsehduelle verfolgt. Ahmadinejad hatte es insofern schwerer als die anderen drei, da diese eine gemeinsame Front gegen ihn bildeten. Es war ein Drei-zu-eins-Verhältnis. Insofern war die Wahl 'unfair'. Dennoch machte er bei den Duellen den überzeugensten Eindruck.

    Außer in Teheran erhielt Ahmadinejad überall die Mehrheit der Stimmen, vor allem aber bei der ärmeren Bevölkerung. Moussavi hatte den Rückhalt von Oligarchen wie Rafjansani und die Unterstützung der westlichen Medien. 40 Sender aus dem Ausland versuchten, durch ihre Sendungen das Wahlergebnis zu beeinflussen, konnten aber den Wahlsieg Ahmadinejads nicht verhindern. Auch Botschaften mischten sich ein, z. B. die britische, die mithalf, Protestdemonstrationen gegen die Wahl zu organisieren, was als unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten angesehen werden muss.

    Moussavi war ihr Kandidat, der Kandidat des Westens. Deshalb erhoben die westlichen Medien das ganze Geschrei, weil das Ergebnis nicht in ihrem Sinne war.

  1. Marco sagt:

    Kann mich pourdoc nur anschließen. Soviel Positives aus den Gesprächen auch hervorklang, soviel Negatives gibt es noch über den Iran zu berichten.
    Der Herr Botschafter ist Nutznießer seiner eigenen skrupellosen Regierung und genießt seinen Status Quo mit Sicherheit ausgiebig - Diplomaten leben nicht schlecht, sagte man mir mal.
    Natürlich wird er sich hüten, etwas Gegenteiliges über die Wahlen oder die Unterdrückung von Volksgemeinschaften im eigenen Herkunftsland zu erzählen.
    Insofern ... Ball flach halten.
    Allem anderen kann ich nur beipflichten. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere eigenen Regierungen transparenter werden und auf internationaler Ebene sich nicht mehr wie die Kolonialherren von einst aufführen.

  1. IrlandsCall sagt:

    Der Botschafter hat seinen Jobzu Recht. Er scheint intelligent, charmant und diplomatisch zu sein. Aber er stellt auch die Position des Iran und des iranischen Volkes und des Islam kurz und deutlich vor.
    Ich würde gerne mal den Iran besuchen. mein Bruder war als Ingenieur dort, ziemlich abgekapselt, aber er kommte auch nur positives berichten. Der Iran und seine Menschen erschienen ihm al freundliches und friedliches Land.

  1. pourdoc sagt:

    @Nnn
    volle Zustimmung zu deinem Beitrag.
    Genauso ist es!

    und was die iranische Bevölkerung angeht. Ich habe die 3 Wochen in diesem (meinem) Land genossen.
    Als ich wieder in Deutschland war hatte ich das Gefühl alle wären emotionslose Zombies.
    Es ist echt ne andere, viel liebevollere Welt dort. Man fühlt das Menschsein dort viel mehr als hier im "kalten" Europa.

    Die iranische Bevölkerung hat den Scheiss, der über sie gesagt wird und die Sanktionen ganz sicherlich nicht verdient.

    Ich kann jedem Nicht-Iraner eine Reise in dieses Land empfehlen. Man wird es nicht bereuen.
    Und Leute redet mit den Menschen dort (die meisten sprechen gutes Englisch). Hört euch an, was sie zu sagen haben.....

  1. pourdoc sagt:

    @xabar
    blabla blubb.
    das ist eben der genaue Wortlaut derer, die sich Vorteile ergaunert haben.

    Niemals verlief die Wahl korrekt. Dazu reicht es wie bereits erläutert mit den Menschen aller Schichten im Iran zu sprechen.

    Nur mit Dorfbewohnern hatte ich nicht das Vergnügen. Diese Tatsache kann das Verhältnis aber niemals soweit kippen, dass plötzlich Ahmadinejad die Wahl gewinnt.

    In meiner Familie gibt es auch viele sehr religöse Personen. Selbst diese haben nicht Ahmadinejad gewählt.

    Es ist im Iran völlig absurd an einen korrekten Wahlsieg Ahmadinejads zu glauben. Wer das dort behauptet bekommt nen Vogel gezeigt.

  1. monjo sagt:

    Nettes Interview.
    Aber mich stört immer noch, dass die "Gesetze des Islam" gelten.. Also wieder dieser Glaubensquatsch.. Allgemein fällt das Wort "Gott" viel zu oft... D.h. wenn man nicht an Gott glaubt, braucht man dort gar nicht erst Urlaub machen..?

  1. xabar sagt:

    @pourdoc

    So so, ich habe mir Vorurteile ergaunert und bla blubb. Sind das deine 'Argumente'? Du bist nicht auf ein einziges meiner Argumente eingegangen, sondern kommst nur mit deinen Freunden und was die sagen. Aber Hörensagen ist kein Argument. Entscheidend sind die Fakten und ist die Logik und beide stehen wohl kaum auf deiner Seite.

    Und diese Fakten sprechen eindeutig dafür, dass

    1. Der Wahlvorgang fair war, zumal Vertreter aus den unterschiedlichsten Schichten den Wahlvorgang begleitet und kontrolliert haben.

    Am Tag der Wahl konnte man auf PressTV, der die Wahl übertrug, genau beobachten, wie gewählt wurde und welche Vorkehrungen getroffen worden waren, um eine Wahlfälschung, z. B. um ein Doppeltwählen zu verhindern.

    2. Heute, anderthalb Jahre nach der Wahl, der 10. Präsidentschaftswahl im Iran, kann man bei Auftritten des gewählten Präsidenten, z. B. in der Provinz, erleben, wie populär Ahmadinejad ist. Regelmäßig kommen Tausende, um seine Reden zu verfolgen und er wird stürmisch empfangen wie erst vor drei Tagen. Aber diese Bilder findet man nicht in unseren Zeitungen.

    Und Moussavi?

    Von ihm, dem einstigen Ministerpräsidenten des Iran, ist nichts mehr zu sehen und zu hören. Außer von seiner Frau, die vor etwa einem Jahr in der französischen 'Le Monde' ein Interview gab (dass sie es darf, zeugt davon, dass wir im Iran eine Demokratie haben). In diesem Interview, das zwei Seiten dieser Zeitung füllte, die bekannt ist für ihre Gegnerschaft gegen die Islamische Revolution von 1979, behauptete sie dreist, dass der Iran heute ein 'Gefängnis' sei.

    Hier zeigt sich wieder, dass der Westen Moussavi und Co. unterstützt und immer noch die grüne Bewegung unterstützt, die in London unlängst mit Israel-Freunden und der rechtsradikalen English Defense League zusammen gegen die 'Islamisierung' Englands demonstrierte.

    Der Versuch, im Iran 2009 eine Farbenrevolution zu inszenieren wie 2004 in der Ukraine oder in Georgien mit Geldern aus George Soros Fonds, ist gescheitert und wird auch in Zukunft scheitern.

  1. Tobias1974 sagt:

    Bemerkenswertes Interview. Danke, Freemann!

  1. pourdoc sagt:

    was denn für Fakten?
    du stellst lediglich Behauptungen auf....

    da muss man erst gar nicht Gegenargumentierungen.

    jeder kann sich im Iran von der Wahrheit überzeugen. Wenn man die Möglichkeit hat, dann ist es also sehr einfach.
    Jeder kann sich sein eigenes Bild machen.

    Der Iran ist ein wunderschönes Land, mit tollen Menschen....
    die Regierung ist aber, wie in so vielen (wenn nicht allen) Ländern nicht mehr und nicht weniger als eine verbrecherische Bande.

    Wer Menschen einsperrt, sie foltert und tötet, verdient es nicht als Mensch bezeichnet zu werden.

  1. Magista sagt:

    Klasse gemacht!!!
    Ich finde, uns kann es doch egal sein, mit was für einer Religion Iran und deren Regierung zusammenknüpft. Die Menschen dort müssen damit glücklich werden, und nicht wir hier.
    Wenn die Wahlen so legal gelaufen sind wie es uns hier dargestellt wird, kann Deutschland sich eine Scheibe an dieser Demokratie abschneiden. Nebenbei bemerkt, die haben da wohl eine Demokratie, wir haben dagegen eine Diktatur mit offensichtlich permanent gefälschten Wahlergebnissen. Denn soviel Humbug aufeinmal kann garnicht gewählt werden.
    Wie sie dort Ihr Leben gestalten... muss für uns erstmal 2.rangig sein. Ich möchte sagen wir haben hier erstmal ganz andere Prioritäten.
    Meine Meinung: Die Terroristen sollen die Finger von Iran lassen, und sie Leben lassen wie sie glücklich sind.

  1. marius sagt:

    Jede Regierung verfolgt nur ihre eigenen Interessen. Wer glaubt andere Staaten wären besser als Staat x oder z ist naiv. Egal ob China, Russland, Schweiz oder Iran - es geht immer nur um Geld und Macht. Um was bitte sonst?

  1. skywalker sagt:

    auch von mir ein grosser Dank Freeman!!! Wirklich sehr gutes Interview mit wahrhaftigem Inhalt, der Botschafter redet mit seiner Seele.

    @ xabar
    "Der Versuch, im Iran 2009 eine Farbenrevolution zu inszenieren wie 2004 in der Ukraine oder in Georgien mit Geldern aus George Soros Fonds, ist gescheitert und wird auch in Zukunft scheitern."

    Das sehe ich auch so!

    PS: Den Iran werde ich auch noch besuchen, ich kann wirklich jedem die persische Küche empfehlen, für mich die beste der Welt.

  1. m. sagt:

    apropo Wahlen...
    Kann sich noch jemand an die Goscinny&Uderzo Wahlen in den USA erinnern? Bush-Brüder?

    -Erst wirft man die Wahlzettel in die Urne, dann wirft man die Urne ins Meer, dann gibt es eine Prügelei, und der stärkste wird Häuptling-

    Und genau die Gestalten haben die größte Klappe wenn es darum geht den Islamischen Staat Iran wegen Demokratiedefiziten vorzuführen.

    Finger weg vom Iran, seinem Volk und seiner großen Kultur!

  1. Freenet sagt:

    Ich war in Marokko und war positiv überrascht, ich erlebe den türkischen Friseur in der Stadt und er ist prima, ich war beim Tag der offenen Tür vor Ort bei den Moslems und da konnte man sich informieren, Fragen stellen ...

    Und ich wette, wenn ich in den Iran fahre, werde ich ebenfalls mit einem positiven Eindruck zurück kommen.

    Viele Probleme wären vermutlich mit einer gewissen Dialogbereitschaft, Aufrichtigkeit und Kompromisshaltung lösbar. Man sollte sich fragen wer hier massive Defizite aufweist. Ich habe den Eindruck, dass der Westen das deutlich grössere Defizit hat. Wer blockt, wer ist nicht bereit zum Dialog, wer will nur seinen Kopf und seinen Willen durchsetzen? Wer will die andere Seite gar nicht zu Wort kommen lassen? Putin sagte mal, dass die neue Zeit eine multipolare sein wird und nicht eine in der jeder nach der Pfeife einer Weltmacht tanzt. Auch Russland kommt wie der Iran in der westlichen Propaganda schlecht weg. Auch der Botschafter hat diesen Zusammenhang im Interview gut beschrieben.

    Rom hat ein Ende gefunden und so wird es auch den USA ergehen. China wird die USA überholen, andere derzeitige Barbarenvölker entwickeln sich besser als erwartet. Das mit der unipolaren Weltherrschaft ist ein alter Hut und der geht letztendlich schief.

    Daher, tolle Leistung von Dir, Freeman auch die anderen Seiten zu Wort kommen zu lassen. Mach weiter so !!!

  1. MastaFu sagt:

    Freeman,
    Danke für das tolle Interview. Schön wäre es, wenn die MSM auch mal so ein Interview führen könnten. Hier haben wir leider nur eine einseitige Darstellung des Iran. In der türk. Presse wird der Iran allerdings positiv dargestellt.

    Ich glaube dem Botschafter aufs Wort. Iran ist im Gegensatz zu Israel ein demokratisches Land. Es gibt keine Indizien dafür, dass die Wahl manipuliert wurde. Wenn man nur im Bekanntenkreis 10 Personen fragt, wen sie gewählt haben, kann man dieses Ergebnis nicht auf die gesamte Bevölkerung hochrechnen. Da müsste man schon um 1 Mio. Menschen befragen, damit man annähernd ein glaubwürdiges Ergebnis erhält.

    Ich glaube an die friedliche, zivile Nutzung der Atomenergie. Daran habe ich keine Zweifel. auch die Türkei gat bereits mit den Russen und Südkoreanern (?) Verträge über den Bau von Kernkraftwerken geschlossen. Die sind nur für zivile Zwecke - sprich Energiegewinnung - gedacht. Die Türkei und der Iran brauchen und wollen keine Atomwaffen.

    Ich würde auch mal den Iran besuchen. Habe absolut keine Scheu vor Iran. Bin durch das Interview sehr neugierig geworden.

  1. freeman.. ist ein interessantes Intview!
    Auch ich bin dafür miteinander zu reden..(wer redet- schiesst nicht aufeinander)so solltenes die Westmächte auch tun.Die Iraner sollen ihr Land regieren und gestalten wie sie es wollen.Auch die sogen.farbige Revolution bzw. Demonstrationen dort in der jüngsten Zeit waren sicherlich von den westlichen "Diensten" unterstützt und angestossen.Ja, die Angloamerikaner mischen sich seit Jahrzehnten dort ein. Erst die Engleänder und Russen dann die USA!Der Schah war ja auch erst(!)ein Vasall des Westens und meinte die USA dann austrixen zu können und ist dann von denen wie eine heisse Kartoffel fallen gelassen worden.
    Unter dem Schah sind aber nachweislich weniger Menschen umgekommen und das Land war schon gut entwickelt.Persische Freunde meiner Eltern sind in den Wirren der Umstürzes an die Wand gestellt worden...und wieviele Iraner sind unter Khomeini umgekommen?Wie ist das zu entschuldigen?
    Das heutige Regime ist auf einem Blutsee aufgebaut worden-um welchem Preis?

  1. drdre sagt:

    Ein gutes und aufschlussreiches Interwiev. Allerdings vermisste ich die Frage über den Einfluss der Revolutionären Garden. Diese verbreiten immer noch ein gewisses Angstpotential in Dörfern und Städten.
    Also ich denke es würde zu weit führen den Iran als eine wirkliche Demokratie zu bezeichnen. Möglicherweise sind diese auf dem Weg dahin.

  1. Nnn sagt:

    In 20min steht heute, 'Laut US-Geheimdokumenten ist der Iran der grösste Drogenhändler der Welt. Kräftig in die schmutzigen Geschäfte involviert sind staatliche Behörden. Iran soll den Grossteil der afghanischen Opiumproduktion aufkaufen und daraus Heroin herstellen'

    Soso. Während die Tabilan in Afganistan 'herrschten' wurde die Drogenproduktion fast zerstört - und jetzt, wo zig Allierten Truppen (auch viele Deutsche) über Afganistan wachen, ist die Opiumproduktion die grösste je - und schuld ist der Iran?

    Macht das irgendwie logisch Sinn? Oder soll der Iran wieder mal als böser Bube herhalten?? Werfe die Frage mal so in den Raum.

  1. Danke für das interessante Interview!
    Wer auch Interesse an Iran hat, dem empfehle ich die folgende Bildergalerie mit faszinierenden Bildern:
    http://picasaweb.google.com/royabarrette/IranNature#slideshow

  1. Rolf sagt:

    Es freut mich die Kommentare zu lesen. Es zeigt das viele objektiv die Artikel und Beiträge von Freeman lesen und ebenso objektive Kommentare abgeben. Auch her trennt sich die Spreu vom Weizen. Wir sind auf dem richtigen Weg wenn wir ohne marktschreierische Hetze sachlich diskutieren können

  1. xabar sagt:

    Was in dem Interview nicht angesprochen wurde, was ich aber sehr wichtig finde, ist, dass der Iran den Widerstand im Libanon und den der Palästinenser auf der West Bank und in Gaza gegen Apartheid-Israel tatkräftig unterstützt.

    Als Ahmadinejad vor einigen Monaten den Libanon auf Einladung des Präsidenten besuchte, wurde er im Südlibanon von Zehntausenden stürmisch empfangen. Also der libanesische Widerstand gegen Israel, das sechs Kriege gegen das Land vom Zaun brach, zuletzt den 33Tage-Krieg vom Juli 2006, weiß die Haltung der iranischen Regierung zu schätzen.

    Beim letzten Hilfskonvoi für die in Gaza eingeschlossene Bevölkerung, der in New Delhi startete, beteiligten sich auch Iraner an der Solidaritätsaktion. Ihnen wurde dann willkürlich von der ägyptischen Regierung untersagt, in den Streifen einzureisen. Solche Angst haben sie vor dem Iran in Kairo! Auch die iranischen Stromgeneratoren durften nicht übergeben werden, obwohl es dringend benötigte Geräte waren.

    Während das Mubarak-Regime, das jährlich über eine Milliarde an Subventionen von den USA erhält, alles tut, um Israel zu Gefallen zu sein und jetzt sogar eine Mauer bauen lässt, um den einzigen Zugang für Lebensmittel durch die Tunnel am Rafah-Grenzübergang, der von Ägypten kontrolliert wird, zu verhindern, unterstützt der Iran tatkräftig den anti-zionistischen Widerstand. Wäre die sog. grüne Bewegung an die Macht gekommen, wäre dieser Pfeiler des Widerstands gegen Israel weggebrochen. Das war einer der Hauptgründe, weshalb diese Bewegung von den imperialistischen Ländern gesponsert wurde. Man wollte den Widerstand treffen.

  1. Kama sagt:

    Interessantes Interview, danke für die Arbeit, ich würde dem netten Herrn gerne glauben.
    Nur leider tut er auch nur die Propaganda seiner Seite runterleiern.
    Nicht falsch verstehen, ich bezweifle nicht das er versucht die Wahrheit wieder zugeben (zumindest mehr als was wir vom Westen als Wahrheit verkauft bekommen), die ist jedoch mit viel Optimismus und Halbwahrheiten verschönert.
    Aber das macht nix, schlussendlich tut doch die eigene Seite (für mich z.B. der Blog hier) immer zu den Guten gehören (bzw. muss) und die andere da, das sind die Bösen. Von der anderen Seite aus gesehen ist es jedoch genau anders herum, da sind wir die Bösen und sie selber sehen sich auch als Gute, ein verherrender Kreislauf..
    Wenn mans aber mal realistisch betrachtet, dann gibt es eigentlich gar keine Guten oder Bösen, optimistisch gesagt gibt es nur Menschen die alle gleich viele viele Fehler machen (pessimistisch gesagt sind alle gleich böse), es aber nie eingestehen wollen und es auf einen real oder künstlich erzeugtes Feindbild als Sündebock schieben, traurig eigentlich...

  1. xabar sagt:

    @Nnn

    Das, was unlogisch ist und nicht auf nachprüfbaren Fakten beruht, ist falsch, als bloße Propaganda oder subjektive Meinung zu bewerten.

    Zum Thema Drogenbekämpfung:

    1. Zur Zeit des Taliban-Regimes in Afghanistan - ein Regime (1996-2001), das übrigens zeitweilig von den USA unterstützt wurde - wurde der Drogenanbau stark zurückgefahren, kam fast zum Erliegen. Inzwischen sieht das schon wieder ganz anders aus. Viele Warlords finanzieren ihren Krieg durch den Drogenhandel und die Nato tut nichts, um den Anbau einzuschränken. Ganz im Gegenteil! Er ist um das 700fache seit Oktober 2001 (Fall des Talibanregimes) angestiegen.

    2. Der Iran ist neben Russland eines der Länder, die sehr stark von der Einschleusung von Drogen betroffen sind. Die Grenzen zu Pakistan und Afghanistan sind deswegen teilweise befestigt und mit einer Mauer versehen worden, um den Drogenbanden das Handwerk zu legen. Dennoch sind diese Grenzen kaum zu kontrollieren, wovon die Drogenbanden natürlich profitieren.

    Im letzten Jahr starben laut PressTV über tausend iranische Polizisten im Krieg gegen die Drogenbanden. Hat man darüber schon mal in unserer 'freien Presse' ein Sterbenswörtchen gehört? Wäre eigentlich angebracht, denn von diesem Kampf, für den der Iran von der UN gelobt wurde, profitiert auch z. B. Europa, weil der Iran auch Durchgangsland für den Drogenschmuggel ist.

    Inzwischen gibt es aber ein koordinierteres Vorgehen. Erst unlängst trafen sich Vertreter Irans, Pakistans und Afghanistans, um gemeinsam das Problem zu lösen. Nur durch diese verstärkte regionale Zusammenarbeit lassen sich die Probleme lösen.

  1. Nnn sagt:

    @xabar
    Ich fand das auch unglaubwürdig. Es ist nicht total auszuschliessen, dass Heroinproduktion im Iran stattfindet, aber m.M. unmöglich in diesem Ausmass. Es zeugt vom Ausmass der Propaganda, welche gegen zurzeit den Iran abläuft. Und die Medienh.ren spielen nett mit - und werden auch gut bezahlt dafür. Es muss einfach alles als Kriegsgrund herhalten. Bezüglich Afghanistan sehe ich das auch so. Es ist schon SEHR erstaunlich wie die massive Präsenz internationaler Truppen in Afghanistan seit Jahren und die extrem exponentielle Zunahme (*700!) der Opiumproduktion zusammenpassen sollen. Ich frage mich, was diese Soltaten dort tun und wen sie schützen. Und doch scheint das Thema, z.B. in Deutschland, nicht aufzuschrecken. Man negiert es oder sieht es als 'Kollateralschaden'? Das ist doch eine Schulbubenrechnung, dass da was total nicht aufgeht...

  1. Fatima sagt:

    Superinterview, danke freeman für die Mühe, all das aufzuschreiben, es war ja recht lang.

    Jemand bemerkte, zur Schahzeit sei Iran "gut entwickelt" gewesen. Ja klar, aber nur für eine verschwindend geringe Oberschicht! Es sind dort auch vornehmlich die Reichen, die ständig meckern, wie schlecht es ihnen geht. Im Fernsehen gabs mal eine vergleichsweise objektive Doku über Dr. Ahmadinejad. Was der teilweise für Briefe bekommt...da beschwerte sich jemand allen Ernstes, weil die Erdbeeren zu teuer waren. Gehts noch?

    Die Revolution hat viele Opfer gefordert, zweifellos. Aber das hat die Französische Revolution auch, und die wird auch in Frankreich jährlich groß gefeiert.
    @Mirko: Ich kenne wenige Länder, wo die Frauen so eine gute Stellung genießen wie im Iran! Weißt du eigentlich, was Sharia ist, oder wirfst du nur wieder einen Kampf- und Schreckensbegriff ein?
    @Skywalker, Mastafu und andere : Ich kann jedem nur raten, den Iran zu besuchen, ihr werdet es nicht bereuen! Die Menschen sind sehr gastfreundlich und zuvorkommend, aber das gilt für viele orientalische Länder, auch für die Türkei und die anderen, die ich bereist habe, das waren so viele ja auch noch nicht. Lediglich die Omanis habe ich als etwas reserviert erlebt. Im Iran herrscht aber eine ganz besondere Atmosphäre. Nur einen Rat: Wenn ihr Hitze nicht gut vertragt, dann lieber im Herbst oder Frühjahr dort Urlaub machen.

  1. xabar sagt:

    @Götz von Berlichingen

    "Unter dem Schah sind nachweislich weniger Menschen umgekommen."

    Dann führe den Nachweis!

    Man muss bei Revolutionen aber Folgendes sehen:

    Fast nie gibt es friedliche Revolutionen, die ohne Blutvergießen auskommen. Auch die tunesische Revolution, die gerade im Gange ist, hat über hundert Opfer gefordert, meist von der Polizei Erschossene.

    Wenn du dir die Situation im Iran vor 1979, vor der Islamischen Revolution ansiehst, dann wirst du feststellen, dass das alte vom Westen gestützte Regime ein blutrünstiges Regime, mit einer blutrünstigen Geheimpolizei namens SAWAK war.

    Durch diese Geheimpolizei und ihre zahlreichen Spitzel wurde fast die gesamte iranische Gesellschaft, aber auch die Presse und die Literatur, vor allem die politische kontrolliert. Tausende von Oppositionellen, darunter Linke, Marxisten, islamische Geistliche, liberale Kritiker des Schahregimes landeten in den Folterkellern des Regimes. Selbst im Ausland wurden die iranischen Studenten an den Unis bespitzelt und beobachtet.

    Man spricht heute von etwa 50.000 politischen Gefangenen, die willkürlich verhaftet wurden und die von Militärtribunalen abgeurteilt wurden, die kein Recht auf einen eigenen Anwalt hatten. Todesurteile wurden durch Erschießen vollstreckt.

    Nach der Revolution waren es in erster Linie hohe Militärs des Schahregimes und SAWAK-Leute, die exekutiert wurden, also die alten Folterknechte des Regimes.

    Dann kam 1980 der Überfall des Irak auf den Iran und die innenpolitische Situation des Landes spitzte sich noch einmal zu.
    Dieser Aggressionskrieg wurde vom Westen, von Saudi Arabien und anderen arabischen Ländern, aber auch von der damaligen Sowjetunion unterstützt.

    Ist es da ein Wunder, dass es angesichts einer solch delikaten Lage auch zu Ungerechtigkeiten gekommen ist?

    Den Iran zu verurteilen ist leicht. Ich will auch nicht alles gut reden. Aber man muss wirklich die konkreten Zeitumstände und Verhältnisse betrachten, bevor man ein Urteil fällt.

    Nach ein Hinweis: Israel belieferte damals den Iran mit Waffen gegen Saddam Hussein, etwas, das heute niemand im Iran erwähnt, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen!

  1. Elite7 sagt:

    Wirklich klasse Interview, vielen Dank. Dieser Mann wirkt mit seinen Antworten so erlich und aufrichtig, da kann es kaum einen Zweifel geben, dass wir Tag und Nacht über die Situation des Irans belogen werden. Natürlich sind wir nicht damit einverstanden, dass die Religion als Gesestz dient, dass Religion und Staat nicht getrennt sind, dass dort andere Regeln herrschen und die Menschen dort anders denken als wir, dass sie religiös sind, sich sittenhaft verhalten, weil es einfach anders ist als bei uns :D Wir sind schließlich auch nur Sklaven Amerikas und Co. Ich kann diesen Mann gut verstehen.

  1. Skeptiker2 sagt:

    In seinem Buch "Allah ist mit den Standhaften" ("Allahu maa es sabirin", Sure 2 Vers 153), von Peter Scholl-Latour (1983) erfährt man einiges über die Zeit vor, während und nach der Revolution von 1979 im Iran. Aber auch die Situation in Algerien, Tunesien, Marokko, d.h. dem Maghreb, oder auch in Jordanien, Afghanistan, Israel oder in Ägypten wird gut beschrieben (etwa in der Zeit von 1955 bis 1982).

    Es ist wirklich zu empfehlen.

  1. Deadman sagt:

    Iran - Land der Arier

    Eine kleine Einleitung

    Als es das Persische Reich gab hat Europa geschlafen.
    Die Geschichte eines Landes erzählt uns wie es vorher war, wie es jetzt ist und wie es sein wird.
    Der Iran wird sicht nie Unterkriegen lassen.
    Die Leute sollten wissen das Persien den ersten Imperator dieser Welt hatte. Die ERSTE Religion war die der Perser, Die erste Menschenrechts-Charta (Als der König "Xerxes" befahl die Sklaverei abzuschaffen), Sein name steht in der Bibel, er befreite die Juden aus der Gefangenschaft.

    Fast 300 Jahre haben die Iraner gegen die Araber gekämpft nicht "Islamisiert" zu werden und bis heute ist es das einzige Islamische Land das seine Sprache behalten hat!

    Wer das Spiel "Assassins Creed" kennt, müsste wissen das es der Perser "Hassan as Sabbah" war der die Sekte gründete und Politische Morde beging von seinem sitz aus Alamut, in Iran, um gegen die Seldschuken, Araber, und die Europäer zu kämpfen.

    Iran würde nur dann untergehen wenn die Perser Ihre Rasse nicht achten. Denn Derjenige der aus den Ländern kommt in dem der Prophet weilte, scheint euch ein weitaus wertvoller Mensch zu sein.
    Die heutigen Iraner sind die Nachfahren Rostams und Suhrabs, Minutchehers und Feriduns, Erben der Könige des alten Persiens, eines Khosrow, eines Ferhad, der parthischen Fürsten! Söhne des Zarathustras.

    Die Sprache der Iraner ist die des Firdusi, Ansari und so vieler anderer Dichter. Shakespeare selbst adaptierte sein Stück "Romeo und Julia" von dem Persischen Dichter Nezami Ganjavi mit dem Titel "Leila und Madschnun".

    Das Problem von Iran heute ist, das sie sich der geistigen Herrschaft der Araber unterworfen haben

    Die Araber selbst sagen Iran sei eine Schlange der man den Kopf abschlagen muss und Ahmadineschad kämpft im namen der Araber bzw. Palistiner. Was geht dich das an du Penner ? Setz dich hin und kümmer dich um dein eigenes Land! Seine Jüdische Herkunft verrät uns schon einniges.

    Der Iran ist ein Vielvölker Staat. Als Beispiel: Haben es Kurden nirgendswo besser als im Iran, weil Sie da in ruhe gelassen werden. bis zu 8 verschiedene Völker leben im Iran.

    Wer Urlaub dort machen will hat den Vorteil in ein 4 Jahreszeiten Land zu Reisen. Im Norden den Schnee mit bergen usw. und im Süden am Strand.

    Es gibt noch viel mehr was ich erwähnen sollte aber Informiert euch selber.
    Was ich hier sagen will ist das Iran sich niemals so leicht Unterkriegen lässt, denn nicht die Regierung ist wichtig sondern das Volk. Und das Volk wird sich gegen jede Ungerechtigkeit auflehnen wie man gesehen hat.

    Es ist ganz offensichtlich das Die Religon dazu beiträgt das Land von innen langsam zu zerstören. Die macht der Religion beruht im wesentlichen auf die verblendung Ihrer Anhänger.
    Je nach Ihrer befähigung nehmen die Menschen auf dieser Welt Ihren rang ein. je Niedriger das Bewußtsein einer Gruppe ist, desto Größer ist der Fanatismus, der sie bewegt.

    Und alle 3 Weltreligionen sind gleich!!! Nur komischer weise...weiß niemand das alle 3 Religionen die Griechische Mythologie wiederspiegeln.

  1. pacino sagt:

    Wenigstens mal ein land das nen arsch in der hose hat, da kann sich die ganze europäische riege einen großen anteil mal abgucken wie es geht und nicht den speichellecker spielen.
    Ich wette wenn die europäer das alles wüssten was da genau gespielt wird wären wir einer revolution ein wenig näher…
    Im grunde ist das die richtige handlungsweise wie sie es machen, gar nicht agressiv gegensteuern, sondern das eigene ding durchziehen, sollen doch die anderen machen was sie wollen, aber lasst uns bloß in ruhe mit eurem scheiß, so isses recht.
    Und das tolle ist, die berufen sich echt auf gott dem sie wohl echtes vertrauen schenken, nicht wie die meisten christen, die fadenscheinig behaupten an gott zu glauben aber deren taten eine andere sprache sprechen.
    Die die den iran bekämpfen sind das übelste auf erden.
    Der grösste depp müsste doch inzwischen kapieren was da gespielt wird, ja aber die die es wissen sind die die bei asr etc. pp. informiert sind, die schlafschafe hängen vor der verblödungskiste und hetzen mit.
    An der iranischen demokratie wo de volkswille auch durchgestzt wird, kann sich ganz europa ein scheibchen abschneiden, dann wärs schon etwas besser…nach den worten des botschafters zumindest, obs wirkich alles stimmt?
    Ich schäme mich inzwischen für unsere demokratie, eine farce, reine verarschung!
    Wär ja toll wenn bei der nächsten iran-demo zwischen den englischen schildern auch die asr-webseite auf schildern zu sehen wäre! So müssten die iranis darauf vorbereitet sein.
    Tolles interview…

  1. Daniel sagt:

    Interessantes Interview. ein bisschen zu sehr Pro-Lastig. Ich kann mir vorstellen, dass der Botschafter eine sehr warmherzige Ausstrahlung hatte und deshalb auch sehr überzeugend rüberkam. Sicherlich ist er auch von dem überzeugt, was er sagt, nur die Bevölkerung sieht das nicht immer so. Ich habe schon mit vielen Iranern gesprochen, die die Politik ganz und garnicht demokratisch erleben. Die in einem Land lebend sich als unterdrückt beschreiben, dies aber aushalten, weil sie ihr Land lieben. Viele von denen, die ich kennen gelernt habe sind frustriert und enttäuscht, weil der Islam seine Versprechen nicht hält in diesem Land und haben deshalb dieser Religion den Rücken gekehrt. Andere sind Christen geworden und leben nun unter ständiger Angst, bestraft zu werden. Manche waren schon mehrmals in Haft aufgrund ihres neuen Glaubens, aber nehmen diese Gefahr gerne auf sich, weil sie in Jesus Christus den wahren Gott kennen gelernt haben und eine Liebe und Sicherheit, die ihnen der Iran/Islam nicht geben konnte. Es kommen tägl. unzählige Moslems zum Glauben an Jesus und die Regierung sieht das garnicht gerne. Diese Seite wird leider öffentlich nicht so erwähnt. Das Land ist eine Schatztruhe und es gibt unheimlich viele liebenswerte Menschen dort. Aber selbst für Touristen kann es gefährlich werden. Dort gibt es sowenig Touristen, dass es dem Staat leicht fällt jeden auf Schritt und Tritt zu beobachten. Und wenn man dann noch einheimischen Kontakt bekommt, fallen auch diese unter das Beobachtungsgesetz. So haben viele Angst entdeckt zu werden, wenn sie mit Leuten aus dem Westen in Kontakt kommen. Ganz besonders, wenn sie gläubig sind. Denn diese Leute könnten ihnen ja eine Bibel oder soetwas geben. Das sollte man nur auch mal bedenken. Iraner im Westen vermissen einerseits ihre Heimat, aber sind sehr gefrustet über die Entwicklung in den letzten 32 Jahren. Ich frage mich, ob der die Regierung früher wirklich eine Diktatur war, denn glaubt man dem Fußvolk, so wurden sie seit der Machtübernahme vor 32 Jahren zwangsislamisiert, zwangsvermummt, und vieler Freiheiten beraubt. Jeder steht irgendwie unter Beobachtung. Es ist schön zu erleben, dass die Menschen teilweise noch immer sehr Gastfreundlich sind.Die Fundamentalistischen Iraner allerdings wirken auf mich eher wie eine Bedrohung in ihren schwarzen Kutten, wenn sie auf die Strassen gehen und Israel und USA die Elimination wünschen. Ja jedes Land hat wohl zwei Seiten. Ich wollte mal noch kurz die andere erwähnen. Ich finde es jedoch klasse, dass Du das Interview mit dem Botschafter gesucht hast, denn nur durch Beziehung und echtes Interesse aneinander können Völker, Rassen und Einzelne tatsächlich Brücken bauen. Das war für den Botschafter sicherlich auch eine Wohltat, Verständnis zu erfahren.

  1. Fatima sagt:

    @Daniel:

    das ist ja ein völlig anderer Iran, den du da beschreibst. Den habe ich ganz anders gesehen...

  1. tielp-tahli sagt:

    @Daniel
    Hi Haniel,
    leider hattest du, wie viele andere Menschen aus dem Westen nur Kontakt mit Exil- bzw. westlich orientierten Iranern, die jedoch nur eine Minderheit bilden. Viele von ihnen, sind bis Heute Anhänger einer Monarchie und haben schon vor vielen Jahren ihre einheimischen Normen aufgegeben und sich dem Westen orientiert, da sie dies als moderner ansahen. Jedoch stellen diese Iraner nur einen kleinen Teil der Bevölkerung, was du jedoch nicht wissen kannst, da die Mehrheit des Irans (die ärmere und ländliche Bevölkerung) in den Medien keine Beachtung findet.

  1. f0a6mln sagt:

    @freeman

    1A!!!

    @xabar

    Ich habe den Eindruck, dass viele moderne, junge Iraner - städtisch, gebildet und "Generation Facebook" - in die gleiche Falle tappen, wie die deutsche Nachkriegs-Generation. Die deutliche Parallele: auch hier investierte der CIA Unsummen, um die Gesellschaft, insbesondere Intellektuelle und Künstler zu unterwandern und so die gesellschaft unzuformen (Doku "Germany Made in USA", bzw. SPON: 400 Millionen für CIA wg. Iran). Man kann es jenen Iranern wohl nur begrenzt vorwerfen, dass sie den süßen Heilversprechen des "Goldenen Westens" auf den Leim gehen. Umso wichtiger sind investigative Artikel, die dem Imperium die Maske vom Gesicht reißen, aber auch Interviews wie dieses, die zumindest ein gewisses Gegengewicht zu der allgegenwärtigen imperialen Propaganda-Berieselung darstellen.

    Und völlig klar: ich bin absolut gegen die Todesstrafe, egal ob in den USA, in China oder im Iran! Was ich aber wie die Pest hasse, ist diese seichte Propaganda, die Mussawi als westlich-lupenreinen Demokraten darstellt! Deren Urheber sollten mal ein wenig Nachhilfe in Geschichte nehmen, dann würden sie sehen, dass ihr "Friedensengel" einer der größten Schlächter der iranischen Geschichte ist. Unter seiner Regierungszeit als Premierminister und damit unter seiner Verantwortung wurden Tausende (nach manchen Angaben sogar unvorstellbare 30.000) politische Gefangene hingerichtet.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Massenhinrichtung_politischer_Gefangener_im_Iran_von_1988


    P.S. Auch interessant: "Verstehen Sie Ahmadinedschad?"

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/22/verstehen-sie-ahmadinedschad

    Schon etwas älter, aber auch lesenswert, dieser kritische aber nicht verblendete Artikel über Ahmadinedschad.

  1. SatyrChris sagt:

    In meinen Augen ist der Botschafter des Irans nicht ehrlich. Seine Aussage das Islam übersetzt "Frieden" bedeuten würde ist schlichtweg falsch. Salam bedeutet Frieden und Islam bedeutet richtig übersetzt Unterwerfung.
    Ausserdem bin ich auch überrascht das viele Infokrieger vollkommen kritiklos über den Islam und die damit verbundene menschenverachtende Ideologie hinweg sehen.
    Der Islam ist weltweit die einzigste Religion in der es ausdrücklich für seine Anhänger erlaubt ist jegliche Vereinbarungen mit Nichtmuslimen jederzeit zu brechen, Nichtmuslime anzulügen wenn es der Verbreitung des Islams dient und noch vieles unrechtliches mehr.

  1. Fatima sagt:

    SatyrChris:

    Lügen werden nicht dadurch wahrer, dass sie ständig wiederholt werden. Tip: Unterhalten Sie sich mit Muslimen im REALEN Leben und lesen Sie weniger PI. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

  1. xabar sagt:

    @SatyChris

    Islam bedeutet 'Hingabe an Gott', vgl Sure 3/19, Fußnote in der Übersetzung von Murad Wilfried Hofmann.

    Diese Hingabe an Gott kann man durchaus mit der Hingabe an den Frieden und an die Idee der Gerechtigkeit, die der Islam hochhält, in Verbindung bringen:

    Im Koran gibt es unzählige Verweise auf den Frieden, was darauf hindeutet, wie wichtig er für die Muslime ist. Zum Beispiel in der 4. Sure:

    "Wenn sie (gemeint die Gegner des Islam) sich von euch fernhalten, ohne euch zu bekämpfen, und euch Frieden anbieten, gibt euch Allah keine Erlaubnis, gegen sie vorzugehen."

    Also eine ausgestreckte Friedenshand auch von Gegnern des Islam verpflichtet zum Friedensschluss.

    Oder:

    "Kein Gläubiger sollte einen anderen Gläubiger töten."

    "Wer einen Menschen zu Unrecht tötet, tötet die gesamte Menschheit."

    Sure 4/94:

    "Oh, ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr auf Allahs Weg auszieht, dann seid umsichtig und sagt zu keinem, der euch den Friedensgruß entbietet: 'Du bist ja gar kein Gläubiger!'

    Das heißt, dass für den gläubigen Moslem schon jemand als 'Gläubiger' und Bruder gilt, der den Friedensgruß entbietet.

    In der Praxis:

    Hat der Islam, z. B. in Südspanien, in Andalusien oder wo auch immer schon in der Vergangenheit bewiesen, dass er eine Bastion der Toleranz gegenüber Andersgläubigen und Andersdenkenden ist. Die Juden wurden in Spanien im 15. Jahrhundert erst nach der Besiegung des Islam von der katholischen Kirche verfolgt und vertrieben. Unter der islamischen Herrschaft, so auch heute im Iran, haben sie alle Rechte gehabt und in Frieden leben können.

    Daraus ergibt sich, dass der iranische Botschafter dennoch Recht hatte, als er sagte, dass Islam Frieden bedeutet. Aber er bedeutet auch Gerechtigkeit. Beides geht zusammen. Da wo es keine Gerechtigkeit gibt, kann es auch keinen Frieden geben.

  1. Fatima sagt:

    @xabar: Danke, besser könnte ich es gar nicht erklären. Muss aber ehrlich sagen, dass ich k eine Lust mehr dazu hatte, immer und immer wieder die gleichen PI-Platitüden zu widerlegen.

  1. xabar sagt:

    @Daniel

    Du hast keine Veranlassung in den Iranerinnen, die 'schwarze Kutten', das heißt, ihre religiöse Tracht tragen, eine Bedrohung zu sehen.

    Diese Bedrohung gibt es nicht. Sie wird künstlich von den Mainstream-Medien erzeugt, um Islamophobie und Iranophobie zu betreiben. Darauf solltest du nicht hereinfallen.

    Die Rufe 'marg bar amrika' (Tod Amerika) kann ich gut verstehen. Man muss dazu wissen, was die USA dem Land seit Jahrzehnten angetan haben. Hier nur eine kurze Aufzählung:

    1. Sie haben den Schah und seine Geheimpolizei Sawak, die Zehntausende Iraner, die im Widerstand standen, gefoltert hat, mit Milliarden Dollar unterstützt, um sich den Zugang zum iranischen Öl und Gas über eine willige Monarchie zu sichern;

    2. Sie haben 1953 einen erfolgreichen Putsch inszeniert, um die frei gewählte Mossadegh-Regierung zu stürzen. Federführend war die CIA unter dem Kommando von Rosevelt junior, dem Enkel des einstigen Präsidenten Theodore Rosevelt;

    3. Heute finanzieren die USA und ihre Dienste Terroranschläge in verschiedenen Teilen des Iran, denen oft Dutzende Menschen zum Opfer fallen, wie zuletzt in Sistan-Beluchistan. Sie finanzieren z. B. die Terrorgruppe Jundullah und richten ihnen Operationsbasen im Irak, in Pakistan und in Afghanistan ein. Eine andere Gruppe, die MKO, wird ebenfalls von den USA unterstützt, die Tausende Iraner auf dem Gewissen hat.

    4. Sie führen einen Cyber-War gegen den Iran und arbeiten mit Computerviren, um das iranische Atomprogramm zum Scheitern zu bringen (Stuxnet-Virus);

    5. Sie haben 1980 Saddam Hussein gegen den Iran aufgehetzt und ihm chemische Massenvernichtungswaffen geliefert, Senf- und Nervengas, das 1988, kurz vor Ende des Krieges, gegen iranische Dörfer und Städte eingesetzt wurde, mit Zehntausenden von Toten, darunter viele Frauen und Kinder. Noch heute leiden etwa 60.000 Menschen an den Spätfolgen.

    Die Liste ist bei weitem nicht vollständig.

    Nicht umsonst unterhält der Iran keine diplomatischen Beziehungen zu den USA, weil dieses Land eine Regierung hat, die alles dransetzt, einen 'regime change' im Iran gegen den Willen der Bevölkerung zu inszenieren nach einem Modell, das sie in der Ukraine und in Georgien erfolgreich angewandt haben ('Farbenrevolutionen').

    Rund um den Iran haben die USA ihre Basen plaziert.

    Die Bedrohung geht nicht von 'schwarzen Kutten' aus, sondern von der imperialistischen und arroganten Politik der USA und ihrer Verbündeten.

  1. nImA_1987 sagt:

    bin selber iraner und es freut mich dass die regierung sich nichts von außen ausbeuten lässt, aber diemehrheit der iraner möchte das regim nicht, denn es ist keine demokratie, man darf nur muslimischkonservative leute wählen, die widerrum in einem gremium bestimmt werden. außerdem kann er nicht von freiheit sprechen, wenn die frauen z.b. koftücher tragen müssen in den bzssen und u-bahnen männer- und frauenabteilungen getrennt sein müssen. des weiteren hat die jugend keine freiheit, man darf keine beziehung haben ohne verheiratet zu sein. man darf nicht zusammen in schwimmbad, auch wieder geschlechtergetrennt. außerdem ist die korruption im iran sehr hoch, aber da muss man ahmadinejad mal loben, denn er geht wirklich dagegen vor. alles in allem ist der iran auch nicht demokratischer oder freier als hier, allein schon die zensurwillkür dort.
    trotzdem betreibt der westen eine antipropaganda gegen den iran, wie es seit dem kalten krieg in keinem anderen land gegeben hat. das bildungsniveau im iran ist sehr hoch, da es da viele studenten bzw solche mit einem erfolgreichem abschluss gibt, leider jedoch haben diese keine chance daraus einen vorteil zu ziehen, da die arbeitslosigkeit dort sehr hoch ist, weshalb viele iraner unteranderem auswandern bzw depressiva haben. leider viel propaganda was der herr dort erzählt, aber auch wahrheit.
    wollte damit nur den hype bremsen, der iran sei das traumland für freiheitsdenker usw.
    lg nima

  1. Null sagt:

    PS: Bahai ("religiöse Minderheit") haben zB keinen Zugang zu Hochschulen, sie werden tw. enteignet, die Führung der Bahai wurde vor ca. 2 Jahren vollständig und bis heute ohne ehrliches Verfahren inhaftiert und kürzlich zu 20 Jahren (Amnesty und andere beobachten das intensiv) verhaftet.

    Wenn Du als Bahai im Aufnahmebogen der Hochschulen ankreuzt, Du bist Muslim, wirst Du aufgenommen. Kreuzt Du an, Du bist Bahai, gehen die Restriktionen los. Auch Enteignungen, Plünderungen nach Razzien von Bahai Wohnungen/Geschäften, Zerstörungen von Gräbern und, und, und.

    S. zB. hier: http://iran.bahai.de

    Dieses Verhalten der Regierung ist ein ausgezeichneter Anzeiger um die wirkliche Situation im Land anzuzeigen!

    Gruß,

    Isa