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Habt ihr gewusst, ihr macht Urlaub in einem Polizeistaat?

Dienstag, 18. Januar 2011 , von Freeman um 00:05

Es ist schon bezeichnend, wie die Profimedien über die Revolution in Tunesien und Entmachtung eines brutalen Diktators berichtet haben. Erstens, wurden sie völlig im Schlaf erwischt und wachten erst nach Wochen auf, so gepennt haben sie, obwohl es schon Mitte Dezember losging. Als die Journalie endlich nachkam, war ihre einzige Sorge, die Erlebnisse der Touristen die dort Urlaub machten und zurückkamen zu melden, aber nicht über das Schicksal der Tunesier, die von einer brutalen Staatsgewalt niedergeknüppelt und zusammengeschossen wurden.

Sie stürmten mit ihren Kameras und Mikrophone zu den Flughäfen und befragten die Ankommenden über ihre Erlebnisse aus. Dort gab es dann so Aussagen wie, „die Bars waren geschlossen, es gab nichts zu trinken“, oder „im Duty Free konnte man nichts kaufen“, wie wenn das eine wichtig Nachricht wäre und nicht, warum das wohl in Tunesien passiert.

Dann kamen die dramatischeren Geschichten der Rückkehrer über „durch die Strassen ziehende plündernde Banden, die alles zerstören, was ihnen in die Finger kommt.“ Dabei bestehen diese Gruppen aus Angestellte des Innenministerium, deren Auftrag es ist die aufgebrachte Bevölkerung ins schlechte Licht zu rücken, die zu Recht auf die Strasse gingen, um gegen den Unterdrückungsapparat von Präsident Zine El Abidine Ben Ali mit seiner Polizei und Geheimdienst zu protestieren.

Die Journalisten hätten lieber fragen sollen, „habt ihr gewusst, ihr macht Urlaub in einem Polizeistaat?“

Sicher haben die Touristikunternehmen in ihren Glanzprospekten die Urlauber nicht darauf hingewiesen. Wäre ja auch schlecht fürs Geschäft und würde die Illusion der heilen Welt zerstören. Hauptsache billig und "all inclusive".

Das deutsche Aussenministerium störte das auch nicht und hat nie eine Reisewarnung mit diesen Hinweis über Tunesien rausgegeben, obwohl das Land schon seit 23 Jahren von einem Diktator regiert wird, und vorher auch schon, wo keine Bürgerrechte existieren und kein Rechtsstaat ist. Aus Sicht Berlins durfte Ben Ali ruhig sein Volk tyrannisieren, Hauptsache Deutschland konnte seine Waren dorthin exportieren und Urlauber hinschicken. Hinter den Hotelmauern haben sie ja eh nichts mitgekriegt.

Der Westen kriegt sowieso nichts mit und ist völlig in seiner einseitigen Sichtweise der Welt gefangen. Arroganz und Überheblichkeit wo man hinschaut und Verachtung von Menschen aus anderen Kulturkreisen. Den Politikern sind die Bürgerechte der Tunesier oder der anderen von Despoten regierten arabischen Ländern völlig egal. Schliesslich sind sie „unsere“ Diktatoren, die dürfen die Pressefreiheit einschränken, die Opposition ins Gefängnis werfen, Wahlen fälschen und zensieren. Aufregen tut man sich über so etwas nur wenn es beim „Feind“ passiert, also wenn es um den Iran geht oder Nordkorea. Dann kann man sich vor lauter Empörung gar nicht erholen.

Was für eine beschämende Doppelmoral und Heuchelei.

Was in Tunesien abgeht ist der Ausdruck eines seit langem existierenden Problems. Die Menschen dort protestierten gegen eine von den USA und vom Westen gestützte Diktatur, gegen den Mangel an Demokratie und Freiheit. Sie lehnen sich gegen die Polizeibrutalität, Korruption der Herrscherfamilie und gegen die Zensur auf. Sie gingen auf die Strasse und stellten sich den Gewehrkugeln, Schlagstöcken und Tränengas, weil sie es nicht mehr aushielten, weil die Arbeitslosigkeit unerträglich ist und die Lebensmittel unbezahlbar.

Es gibt keinen Grund zu befürchten, die Islamisten übernehmen jetzt die Kontrolle. Wie denn auch? Das Ben Ali Regime hat die Ausübung der Religion völlig unterdrückt und alle die nur einen Hauch von Islamismus zeigten eingesperrt oder aus dem Land gejagt. Ein arabischer Staat der säkulärer ist als Tunesien gibt es nicht. Der Islam spielt überhaupt keine Rolle und es handelt sich um eine weltliche Revolution gegen eine Diktatur und gegen Zustände, die durch den westlichen Kapitalismus und dessen unersättliche Gier unterstützt und verursacht wurden.

Die Tunesier wollen Wahlen in den nächsten 60 Tagen, um ihre gewünschte Regierung zu wählen, ohne Einfluss und Druck von aussen. Sie wollen, dass ihre Wahl auch international akzeptiert wird und es nicht wie mit Gaza ausgeht. Die werden nämlich bis heute von Israel und dem Westen kollektiv dafür bestraft, die falsche Partei mit der Hamas gewählt zu haben. So viel zum Demokratieverständnis der Westmächte, nämlich keines.

Und wer das nächste Mal in den Urlaub fährt sollte vorher prüfen, ob man in einen Polizeistaat reist und diesen mit seinem Geld unterstützt und nicht den Ahnungslosen spielt, dem das Schicksal der Bevölkerung nicht interessiert. Unrechtstaaten müssen boykottiert werden. Das trifft übrigens auf die USA auch zu, der grösste Polizeistaat überhaupt.

insgesamt 36 Kommentare:

  1. Winfried sagt:

    Habt ihr gewusst, dass ihr aus einem Polizeistaat kommt?

  1. landbewohner sagt:

    Unrechtstaaten müssen boykottiert werden. Das trifft übrigens auf die USA auch zu, der grösste Polizeistaat überhaupt.

    kann nicht oft genug gesagt werden.

  1. Tobias1974 sagt:

    Die Ironie des Ganzen besteht doch wohl darin, dass man nicht erst irgendwohin verreisen muss, um Teil eines korrupten Systems zu sein oder dieses zu fördern - ob als Bürger oder Tourist.

    Insofern: Wenn ich hier arbeite und Steuern zahle, bin ich unweigerlich Teil eines verbrecherischen Systems und fördere es. Wenn ich als Tourist in entsprechende Staaten fahre, kann ich mir des gleichen keine vermeintlich weiße Weste erschleichen, indem ich mit geschlossenen Augen auf der Sonnenliege brutzle. Aus der Zwickmühle kommen wir nicht raus.

    Insofern fahre ich dann auch trotzdem in Länder, deren politische Systeme 'offensichtlicher' anrüchig sind. Wir haben ja gut klugschwätzen hier. Unter dem Anschein von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Hindert unsere Regierungen aber nicht daran, genau so verbrecherisch zu sein und ganz offen eine Bürokraten-Diktatur zu installieren (EU). Nur eingeübter und etwas galanter sind unsere Schauspieler auf der Regierungsbühne. Die von ihnen (und von uns) finanzierten Vasallen in den vermeintlichen Diktaturen sind halt weniger charmant – und hinsichtlich ihrer korrupten Machtausübung weniger zurückhaltend. Aber diese Hemmnisse werden hier ebenso noch fallen. Mit guten Erklärungen und ständigen Beschwichtigungen für die Spießbürgerschaft, die sich dann weiter daran aufgeilt, dass es einerseits ja nur 'die Anderen', die 'Richtigen' und 'die Woanders' treffe. Bis sie selber mal dran sein werden. Aber dann wird es zu spät sein. Und das wird schneller kommen, als zumindest ich den Entschluss fassen werde, mal nach Djerba zu reisen.

    Aber vielleicht schaffe ich es ja noch bis nach Berlin, um mir die Fassaden unseres Demokratie-Theaters anzusehen. Ich könnte die Fahrt mit einem afghanischen Freund unternehmen. Ein Freund, dessen Familie von US-Soldaten komplett ermordet worden ist. Ein Freund, der im Beisein deutscher BND-Beamter gefoltert worden ist. Wir könnten uns dann vor den Bundestag setzen und uns wenigstens am Schein erfreuen. Vielmehr interessiert ihn der 'Schein' nicht mehr allzu sehr. Er hat unter der Folter sein Augenlicht verloren. Insofern könnte ich ihn auch einfach nach Djerba fahren und ihm sagen: Ist doch egal, wo du gerade bist! Die Erde ist rund und voller Schweine! Die einen foltern und die anderen gucken weg. Die einen zahlen, die anderen führen aus. Alles nur Teil moderner Sozialarbeit und Beschäftigungstherapie. Die einen verreisen als Folterknechte und sagen später, sie hätten doch gar nicht so böse zugehauen. Die anderen verreisen als 'Aufbauhelfer-Soldaten' und wundern sich überhaupt nicht darüber, dass sie mehr kaputt machen, als dass sie mit Waffen restaurierten. Wieder andere verreisen als Touristen und bringen den Menschen vor Ort wenigstens etwas Geld mit. Aus den Mutterländern des Staatsterrors! Deutschland, Schweiz, Frankreich, Großbrittanien, USA usw. Da macht man gerne mal Urlaub. Ist zwar nicht so schön. Aber irgendwie heimeliger... ;)

  1. Andre sagt:

    Sehr guter Artikel Freeman. Ja so viel Dummheit ist schon schockierend, es gab nichts mehr zu trinken-unfassbar. Leider werden nicht viele Menschen deinem Rat folgen und auf die politischen Verhältnisse ihres Urlaubslandes schauen. Wo auch, oder gibt es bereits eine Rubrik für Urlaubsländer in der Bild? Wie du schon treffend schreibst-hauptsache billig und all inklusiv.

  1. NuID sagt:

    Top Artikel. So ist es ! Aber die Leute hier, gehen auch zufrieden für 1,50 zur Arbeit. Denken ist nicht so gut. Das Wort Kommunismus wird übrigens zurzeit überall verzerrt. Warum ? Hat jemand einen Plan?

  1. Nnn sagt:

    Ja. Sehr bezeichnend! Die professionellen Medienhuren dürfen nur schreiben, was bewilligt ist. In dieser Hinsicht unterscheidet sich unsere Presse nicht allzu sehr von den Zuständen mit Ben Ali in Tunesien, leider. Ich weiss, das klingt absurd, aber wenn man die Presse genau beobachtet und über eine gewisse Zeit, dann sieht man schnell, dass 90% Propaganda und nur 10% echte Information ist, auch wenn gut verpackt, so wie zum Beispiel auf Spiegel, als Intellektuellenbrei.

    Ich verstehe beim besten Willen nicht, wieso man für Mini-Geld in einem Land Ferien machen muss, wo man die Zustände gut erahnen kann. Meinen die Urlauber wirklich, dass mit ihren paar Euros oder Franken, von denen der Grossteil bei dem Veranstalter und bei der Fluglinie bleiben und der Rest bei korrupten Reichen, normale Löhne bezahlt werden können mit denen sich eine Familie ernähren kann? Und willst Du als Urlauber wirklich mitverantwortlich für die Zementierung eines totalitären Regimes sein? Dieselbe Frage stellt sich beispielsweise auch für Agypten, welches mit dem Ben Ali Tunesien grossteils vergleichbar ist. Tunesier vergleichen die Situation in Tunesien mit der Franco Regime in Spanien. Ich finde den Vergleich durchaus passend, wenn auch Franco wahrscheinlich noch mehr Menschen auf dem Gewissen hatte und das Spanische Volk sich nicht selbst befreit hat. Franco war nur zu alt und hat die Macht dem König übergeben und der König gnädig dem Volk. Google 'Valle de los Caídos, das 'Tal der Gefallenen' - da stehen einem die Haare zu Berge.

    Wie das Militär das Volk verteidigt und hilfe, Chaos zu vermeiden, finde ich extrem rührend. Ich hoffe, alle Militäre der Welt würden sich auf die Seite des Volkes stellen in einer ähnlichen Situation - aber ich weiss, dass dies sehr unwahrscheinlich ist.

  1. xabar sagt:

    Reisen ins 'demokratische' Ausland:

    Ich hörte neulich in einem Café ein Gespräch mit, als eine ältere Frau ihrer Freundin erzählte, dass sie sich einen Traum wahr gemacht habe und nach Israel gereist sei. Sie sei gerade wieder zurück und schwärmte von dem schönen Land. Ob sie auch in Ost-Jerusalem war, wo jeden Tag palästinensische Häuser von Bulldozern niedergerissen werden wie jetzt ein uraltes arabisches Hotel, das zum Kulturerbe gehörte? Vielleicht hätte sie dort buchen sollen, dann hätte sie hautnah die Situation dort erleben können.

    Macht Reisen dumm?

    2. Beispiel:

    Der Schulleiter der hiesigen Gesamtschule fährt mit einem Kollegen und einigen Schülern der Oberstufe nach Israel. Den Schülern wird natürlich als erstes Yad Vaschem gezeigt und sie werden sogar von 'Mr. Bomb', von Peres, empfangen, der ihnen erzählt, dass Israel nichts gegen Palästinenser habe und diese völlig gleichberechtigt seien. Israel stehe für Völkerverständigung und Toleranz. Wieder zurück halten ganz eifrige Schüler einen Reisebericht vor dem gesamten Kollegium und schwärmen von dem Land.

    Verdummen Schulleiter unsere Kinder?

    3. Beispiel

    Im Krankenhaus, wo ich letztes Jahr lag, hatte ich das Buch von Ilan Pappe (ein jüdscher Historiker), 'Die ethnischen Säuberungen in Palästina' auf meinem Tisch liegen. Auf dem Cover sieht man einen Trek mit umgesiedelten bzw. vertriebenen Menschen aus dem Jahr 1948, die aus ihrem Dorf von jüdischen Milizen vertrieben wurden. Mein junger Zimmergenosse, der sich das Buch ansah: 'Das ist bestimmt ein Buch, das gegen Israel gerichtet ist!'

    Haben Menschen Angst vor bestimmten Büchern?

  1. Justa Ment sagt:

    Nee, das hast Du (aus der Schweiz) nur noch nicht richtig wahrgenommen. Tunesien ist im Winterhalbjahr die Hartz-IV Kostengrundlage, da ein oftmals viele Wochen dauernder Aufenthalt, in einem der vielen im Winter sonst leer stehenden Hotels, preiswerter ist, als zuhause Geld für Nahrung, Heizung und Winterkleidung auszugeben.
    Es gibt viele, die bleiben zig Wochen von Anfang Dezember bis Ende Januar/Mitte Februar - für manchmal unglaubliche Preise.
    Sogar die Segler, die nicht gerade zu den Har(t)zern gehören, überwintern in tunesischen Marinas.

    Oder, in Abwandlung an USAnisches Öl in saudiarabischen Wüsten: Tunesische Hotels sind unser deutsches! Winterquartier - so wie Mallorca unser Sommerquartier.
    Hast Du das noch nicht gewusst?

    So, und jetzt erklär' mir/uns mal bitte den Unterschied zwischen einem Polizeistaat und offenem Strafvollzug [Zitat von Prof. Götz Werner], genannt Hartz IV!

    Und danach wage es noch einmal Tunesien als Ausland zu benennen!

  1. Der ganze Maghreb ist eine Ansammlung von Diktaturen...mit pseudo-sozialistischem(Lybien, pseudo-Monarchistischem(Marokko) oder Diktatorischen(Ägypten).. GESICHT!
    Ich verweise auch auf den Eisenzstat..-Bericht (USA-Maghreb-Dosier von 1999).Die Wühlarbeit der USA-Geheimdienste...
    Wie man sieht.. alles von den USA tolerierte oder unterstützte bzw. geförderte Staaten an der Leine der USA!
    Die Illusion der Freiheit wird ja gerade wieder verraten.Die alten Gesichter in der tunesischen Übergangsregierung sind z.T. die alten.
    Bei den Unrechtsstaaten, Diktaturen nicht Israel vergessen!Die freuen sich gerade das es im Maghreb kracht!
    Wenn in bälde die alten Führer in Ägypten und Lybien abtreten ...aus biologischen Gründen, da beide(Mubarak und Kadafi schwer krank sind) wird sich das politische Gesicht Nordafrikas nochmal verändern.Entweder wieder starke Despoten oder willfährige Vasallen der Anglo-Amerikaner werden das Ruder übernehmen.Aufruhr in Ägypten wird brutalst niedergeknüppelt wie eh und je.Und die EU wird weiter zusehen, denn die scheinheiligen "Politiker" hier sind ja selber auf dem Wege hin zu einem EU-Sowjetstaat!
    @Tobias 1974...ja so ist es...den Bunzelbürgern in der EU und vor allem der BRD scheint nur Urlaub, reisen, fressen saufen,Party+Dschungelcamp wichtiger zu sein.Dabei übersehen die meisten immer noch(!)das die BRD auch ein Scheinstaat ist der sich immer weiter zum Überwachungstaat entwickelt.Das die "Politiker" scheinheilig sind dürfte aber nicht mehr verwundern...siehe auch verhaftete Bild-Zeitungs-Journailisten im IRAN!

  1. IrlandsCall sagt:

    Der Deutsche mag keine Veränderungen. Darum macht er lieber in Diktaturen und Poizeistaaten Urlaub. Da fühlt er sich dann wie zu Hause. Nur keine Experimente :D

  1. David sagt:

    @ Tobias1974
    Sehe ich genau so. Ich habe in der Schweiz 428 Tage in Isolations-Beugehaft verbracht, weil ich eine "nicht zugelassene Religion" ausgeübt habe, bei der niemandem irgendein Schaden geschehen ist. 4 Jahre später bekommt ein mir völlig unbekannter Familienvater eine Razzia reingedrückt, weil er von mir eine alte Sitzgruppe über einen Bekannten als Geschenk angenommen hat, die Polizei forderte mich in Stasi-Manier auf, "das Land besser zu verlassen"... IN DER SCHWEIZ, nicht Nord-Korea, wohl gemerkt.
    Es ist immer leichter, den Polizeistaat in der Ferne zu sehen, als den Polizeistaat, in dem man lebt.
    Insofern: gut, dass es in diesem Polizeistaat genug Alk zu trinken gibt - und was hätte die Journaille fragen sollen: "Wussten sie, dass sie in einen Polizeistaat zurückkehren? Welchen Polizeistaat finden sie trinkfester? Wer stiehlt seinem Volk mehr, Ben Ali oder Ben Gutti?"
    Also, solange die Deutschen das Merklum nicht mit 1.5 Tonnen Kompost im Gepäck davonjagen lassen, heisst es: von Tunesien lernen!

  1. Freegaza sagt:

    Einerseits habt ihr Recht - andererseits braucht die Bevölkerung die Touristen - tunesien hat keine Bodenschätze! sonst wären schon lange internationale truppen im Land..
    Zurzeit gibt es keine Touristen-somit fehlen Einkünfte. Viele aus Europa unterstützen Freunde in Tunesien finanziell - und besuchen diese jährlich..
    bin übrigens tunesier.. aus einer urlaubsregion.
    die übergangsregierung ist eine farce! Die alte Garde dominiert weiterhin, die gewerkschaft ist bereits wieder ausgetreten, demonstranten werden nach wie vor niedergeknüppelt! Auf Aljazeera wird gar berichtet dass die übergangsregierung mit dem Ex-Präsi in Kontakt sei..
    Und die armee ist mit 35.000 mann zu klein um alles unter Kontrolle zu halten... mal sehen wo dies endet - diese "innertunesische angelegenheit"..
    So wie Tunesien Politisch aufgestellt war - wahrscheinlich ein Vorbild für die EU/USA! Armes Volk, reicher präsi, keine freiheiten, kontrolle...
    die Arabische welt "demokratiert sich selbst!!" - OHNE KRIEG

  1. xabar sagt:

    @IrlandsCall

    "Der Deutsche mag keine Veränderungen.."

    Kennst du das Buch von Alain Felkel, 'Aufstand. Die Deutschen als rebellisches Volk' (2009, Lübbe)? Darin beschreibt der Autor eine ganze Reihe von Revolten und Revolutionen, die die Deutschen hervorgebracht haben. Darunter:

    1. Den Aufstand des Arminius gegen die Römer;
    2. Die Geschichte des Großen Sachsenaufstands Ende des 8. Jahrhunderts;
    3. Den Deutschen Bauernkrieg unter Führung von Thomas Müntzer 1525;
    4. Den Fettmilchaufstand von 1613;
    5. Den Aufstand der Schlesischen Weber;
    6. Die 1848'iger Revolution;
    7. Die Kieler Matrosenrevolte und die Novemberrevolution und andere Revolten, die bei uns in Deutschland stattgefunden haben.

    Erwähnen könnte man auch noch den deutschen Antifaschistischen Widerstand z. Zt. des Naziregimes im In- und Ausland.

    Deine Behauptung, 'die Deutschen wollen keine Veränderungen' stimmt nicht. Man kann das historisch nachweisen, dass dem nicht so ist. Außerdem hat Deutschland den wohl größten revolutionären Theoretiker aller Zeiten, nämlich Karl Marx hervorgebracht.

    Was allerdings stimmt, ist, dass die deutsche Obrigkeit, egal ob im Feudalismus oder im Kapitalismus diese Veränderungen immer wieder zu ersticken und zu verhindern wusste, wobei sie die verschiedensten Manipulationstechniken angewendet hat, um die Deutschen davon abzuhalten, zu rebellieren - Techniken und Strategien, die heute teilweise noch angewendet werden. Diese herrschende Klasse verfügt über ein großes Instrumentarium an Unterdrückungstechniken und sie ist völlig skrupellos in der Anwendung dieser ideologischen und politischen Werkzeuge.

    Es gibt nicht 'die Deutschen', aber es gibt die reaktionäre, volksfeindliche Elite und den deutschen Mittelstand, der sich traditionell mit den Mächtigen arrangiert hat und ihnen zur Seite gesprungen ist und es gibt die verräterrische deutsche Sozialdemokratie, die z. B. die deutsche Novemberrevolution von 1918 abgewürgt hat (Ebert, Noske und Konsorten). 'Wer hat uns verraten, Sozialdemokraten!'

    Wenn aber die Deutschen in der Vergangenheit zigmal in der Lage waren, für Veränderungen einzutreten und zu kämpfen und gegen Tyrannen aufzustehen und ihr Leben zu riskieren, warum sollte das dann heute und in der Zukunft nicht wieder der Fall sein?

  1. Leider entwickelt sich vieles zu einem Polizeistaat.Siehe EU........

    Current leader-USA !

  1. Shiryuu sagt:

    ach das gibts bei uns auch schon bzw. bald.
    Bsp.:
    INDECT
    informiert euch mal nen bisschen drüber allein die Grundaufgabe dieses Projekts ist schon beängstigend

    Dann hab ich heut erst gelesen der bayrische Innenminister will enger mit Ungarn zusammenarbeiten umd Internetkriminalität besser zu bekämpfen. Das Land das grade so herrlich die Pressefreiheit eingeschränkt hat wo in Ungarn keiner der großen gemeckert hat und auch hier sehr wenig berichtet wurde und jetzt gar nichts mehr obwohl eigtl. dagegen Stimmung gemacht werden müsste.

  1. IrlandsCall sagt:

    @xabar wenn der Deutsch so veränderungswillig sein sollte frage ich mich warum sich an der Unterdrückung, am Feudalsystem, der Ausbeutung und Versklavung des grössten Teiles der Deutschen nichts geändert hat? Vielleicht haben sich die Namen und die Institutionen im Laufe der Jahrhunderte geändert, aber an der Situation des gemeinen Volkes sicher nicht. Wer glaubt in diesem Konsumterror bestimmten Land glaubt er sei frei, obwohl er im Hamsterrad durch die immerwährenden Schulden und durch fiktive Terrorangst versklavt wird, ist weit aus unfreier als ein Bauer im Mittelalter der Frondienste für den Klerus oder den Grafen abhalten musste.

  1. Franz sagt:

    Seit Jahzehnten fahren wir nach Tunesien auf Urlaub, seit Jahrzehnten ist das eine Diktatur, seit Jahrzehnten buhlen Politiker aus aller Herren Länder um die Gunst solcher Despoten, das soll ein Unrechtstaat sein?? Was ist dann unser Staat, eine Beihelfer der Unterdrückung, Mord, Krieg und was es sonst noch so an Grausamkeiten gibt! Nehmt den Mund nicht zu voll, wir sind ein Polizeistaat, allerdings ein sogenannter zivilisierter!

  1. Dieser Blog riss mir vor etwa 3 Jahren die rosarote Brille mit aller Wucht von der Nasenspitze.
    Ich fühlte schon immer das etwas nicht stimmt:

    Endlich erkannte ich die MATRIX.

    Ja, es tut verdammt weh festzustellen das
    ein ganzes Weltbild einstürzt.
    Das man sich eingestehen muß, bisher in einer Lüge gelebt zu haben.
    Jeder kann sich aber entscheiden,
    ob er mit dem Teufel tanzt oder den steinigen Weg wählt.

    Ihr alle habt mir gezeigt wie es geht:
    Durch passiven WIDERSTAND !!!!

    WENN DU DIE WELT ÄNDERN WILLST DANN
    FANG BEI DIR SELBER AN.

    Ich bin ein kleines Sandkorn im Getriebe das Kapitalismus heißt!

    Dieses System beruht nur auf Konsum:
    Deshalb kaufe ich nur gute Gebrauchtwaren.
    Es lebt nur von Zinsen:Deshalb bezahle ich nur bar.
    Es ernährt sich nur von Steuern vom
    willigem Arbeitssklaven.
    Deshalb bin ich stolzer 1 Euro Jober im Sozialkaufhaus.
    Ich hab das Radio + Tv ausgestellt,
    lese keine Zeitung mehr, sondern
    informiere mich unzensiert im www.

    Die wirklichen Fakten bringe ich dann ganz entspannt durch aktuelle Ereignisse bei einem Gespräch unter Mediengeschädigte und verweise auf Blogs wie ASR.

    Die Wahrheit ist unsere einzige
    Waffe und die NWO Teufel fürchten sie mehr wie das Weihwasser.
    Deshalb gebt niemals auf,wir werden
    siegen, denn mag der Raum noch sooooooooo dunkel sein, eine Kerze
    (das Licht = die Wahrheit)
    wird alles aufdecken.

    NUR TOTE FISCHE SCHWIMMEN MIT DEM
    STROM...

    DANKE FREEMAN..
    Gruß aus BREMEN

  1. Franz sagt:

    @kugelblitz HB

    Dann sei froh, dass es solche Idioten gibt, die konsumieren, einer "normalen" Beschäftigung nachgehen und Steuern zahlen. Nur dadurch ist es dir möglich, gebrauchte Waren zu bekommen und dein Leben zu leben! Wenn du mit dem Leben anderer nicht einverstanden bist, so nennt man das ganz einfach NEID! Wer glaubst du denn ermöglicht dir dein Leben??? Wissen ist dir eher fremd! Seit wann ist das WWW unzensiert? Jede Meinung hier unterliegt einer Zensur, in erster Linie der eigenen!

  1. Und wie definiert man Kapitalismus?

    Selbst wenn man bei Wikipedia nachguckt stellt man schnell fest dass unser System nur noch teilweise kapitalistisch ist.

    Kapitalismus = Vertragsfreiheit
    Und wo ist die bei unserem System? Doch nur bei den Kleinigkeiten die uns simulieren sollen wir würden im freiesten Land überhaupt leben.
    Und wer schränkt unsere Vertragsfreiheit ein? Der Staat. Für wen zahlen wir an wen so viel Steuern und Zwangsversicherungen die niemand von uns jemals rausbekommt? Wer wollte den Euro? Und schaut doch unsere Wahlen an: da kann ma doch gut sagen bei den Spitzenparteien: na Leute, ihr habt zwar vielleicht mehr Stimmen als andere abgesahnt aber die Mehrheit des Volkes will offenbar nicht dass ihr regiert denn ihr habt weder 51 % der STimmen und zu den 100 klafft ne breite Lücke. Sag mal einer den schwarzen gut, 40 % haben euch gewählt (das nur hypothetisch) aber 60 % wollen euch nicht!

    Es grenzt eigentlich an ein Wunder, dass es bei uns noch nicht so aussieht wie in Tunesien.

    Ich denke das Wort Kommunismus wird bei uns verzerrt weil sie immer noch die Politik der vollen Läden fahren. Gesine Schwan brachte da ein Meisterbeispiel: sie wollen "demokratischen Sozialismus" DAS war echt der Brüller denn das hatte die DDR 40 Jahre lang. Der Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunismus ist der dass du im Sozialismus verhungern darfst und im Kommunismus erschossen wirst.

    Mich graut vor dem Tag an dem die breite Masse aufwacht und realisiert dass sie von ein paar Leuten wie eine Herde Schafe zum Schlachter getrieben worden ist und damit auch noch einverstanden war.

  1. xabar sagt:

    @IrlandsCall

    Es ging um deine Behauptung, dass 'die Deutschen keine Veränderungen wollen'. Dagegen wehre ich mich. Stuttgart21, aber auch die Hunderttausend, die gegen die Castortransporte demonstriert und zivilen Ungehorsam geleistet haben, die 68iger Revolte, die Friedensbewegung von 1981 ... zeigen, dass man auch die Deutschen nicht auf Dauer ruhig stellen kann, so wie man kein Volk auf die Dauer ruhig stellen und verklaven kann.

    Die Tatsache, dass wir heute, wie du richtig sagst, neue Formen der Unterdrückung haben, ist kein Beweis für die Unwilligkeit der Deutschen, etwas verändern zu wollen, sondern zeigt, in welch fatale Richtung sich die Verhältnisse bei uns unter der Dominanz des Finanzkapitals und seiner ihm hörigen Medien entwickelt haben.

    Viele Menschen spüren das, aber es ist schwer, nicht nur für uns Deutsche, dieses System zu durchschauen und den Mut zu finden, sich dagegen aufzulehnen. Der Punkt, wo uns der Kragen platzt, wird aber auch in diesem Land bald erreicht sein, nicht nur in Tunesien.

  1. Justa Ment sagt:

    @Xabar
    1848 ein kleines bisschen, und 1918 die einzige deutsche Revolution die diesen Namen verdient, d.h. mit all' den Attributen die zu einer Revolution gehören, insbesondere Ablösung der bis dato bestimmenden Eliten.

    Dabei wird meist ein wichtiges Kriterium völlig außer Acht gelassen: Nur wenn Frau sich ganz wesentlich an einer Revolte beteiligen, und mitbestimmen, dann wird es auch eine Revolution - siehe z.B. Juli 1789. Das war zu aller erst eine Hunger-Revolte der Pariser Frauen, weil Brot unbezahlbar wurde. Deswegen haben die Frauen die Bastille gestürmt, weil sie ihre Männer für die Ernte Ende Juli / Anfang August bei den Verwandten außerhalb von Paris brauchten. Deswegen auch das berühmte Bild mit Marianne mit entblößter Brust die Barrikaden stürmend (z.B. Delacroix). D.h. bei Revolutionen wird immer auch die hauptsächliche Repression (gegen Frauen) in Fragen gestellt, deswegen auf den Bildern immer mind. eine Brust entblößt.
    Damit kannst Du selbst aus den gefälschten Nachrichtenbildern z.B. jetzt in Tunis sofort erkennen ob es sich um eine Revolution handelt oder um eine Inszenierung: solange keine Frauen zu sehen sind, und zwar in einer das bestehenden Rollenbild von Frauen negierender Weise, solange ist es eine Inszenierung und Marianne liegt leider noch immer krank darnieder.

    So und jetzt zu den deutschen Aufständen (mit der einen Ausnahme 1918): das waren immer Aufstände um endlich wieder Untertan sein zu dürfen, so wie früher. Nach dem Motto, wir wollen unseren Kaiser wieder, unseren Herzog usw.
    Deutsche genauer: die deutschen Germanen, die die bei der Völkerwanderung ängstlich gezögert haben und nicht mit aufgebrochen sind, nicht bis in die heutige Türkei gezogen sind, nicht nach Spanien und Nordafrika, die Fußkranken der Völkerwanderung, haben immer an ihrer alt-germanischen Tradition festheghalten. D.h. im Frühjahr haben die Freien Germanen auf dem Thing einen Führer gewählt und hinter dem sind sie dann hergezogen, hinter dem Herzog. Und wenn es sein sollte bis in den Tod. Diese schöne Tradition haben insbesondere die Deutschen immer bewahrt. Und wenn's schief ging haben sie im nächsten Jahr einen neuen Herzog/Führer gewählt. Ach ja, Frauen waren natürlich nicht frei und durften natürlich nicht mit wählen!
    Also, die Deutschen machen keine Revolutionen und wehe, man zwingt sie dazu! (Siehe 20er Jahre.) Manche behaupten ja 1989 sei eine deutsche (und immer wieder wird daran gemahnt, eine friedliche) Revolution gewesen? Und, wurden die Eliten ausgetauscht? Waren die Frauen wesentlich beteiligt?
    Frauen sind nämlich auch der entscheidende Schutz vor Gewaltexzessen, noch besser Kinder!

    Also eine friedliche Revolution ist ein Paradoxon, genauso wie eine deutsche Revolution. Det jibt et nich!

    Und Arminius war Krieg und keine Revolution innerhalb der germanischen Gesellschaft. Und Kohlhaas war ein dummer Bauer der überhaupt nicht daran dachte den Feudalismus aufzuheben. Und die Weber wollten Brot und Geld, aber vor allem weiterhin von Hand weben! Und 1848 war in gar keiner Weise eine Aufhebung der bestehende, monarchischen (Metternichschen) Verhältnisse! Und, und, und. Deutsche und Revolution? Vergiss es!

    In 10 Tagen ist die nächste Großdemo in Stuttgart. Wenn, wenn es denn eine Großdemo wird - ich glaub nicht daran. Den Satz gibt es nur auf deutsch: "Ruhe ist die erste Bürgerpflicht!" Frag' Heinrich Heyne!

  1. Nnn sagt:

    @xabar
    Ja, da hast Du Recht.

    Es ist schwierig, sich einem System entgegenzustellen, welches als Wolf im Schafspelz daherkommt. Bezeichnet man Deutschland als Diktatur, wird man - von der Masse - ausgelacht. Denn die Manipulation der Massen wurde in unseren westlichen 'reichen' Ländern in den letzten Jahrzenten immer weiter verfeinert.

    Ein gutes Beispiel ist dafür dieses ganze Links-Rechts Marionettentheater. Die Leute machen zu 90% mit und glauben daran, dass ihr Feind immer auf der anderen Strassenseite zu finden ist. Nur ist Links-Rechts nur ein von den Eliten geförderte Sichtweise denn 'wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte' Und mittels dieses ganzen Konstrukts aus Bildung (welches Generation nach Generation die richtigen in die richtigen Kanäle schleust) und dem Lügenbrei, mit dem uns die Medien abfüllen wird der Status Quo weiter zementiert.


    Bei Stuttgart21 hat man nur zu gut gespürt, dass es nicht nur um den Widerstand gegen den Bahnhof geht, sondern gegen ein ganzes System der Lobbyinteressen, der Machtelite-Spielchen und der Korruption in den geheiligten Hallen der Politik.

    Das System in den 'reichen' Ländern wurde in letzten Jahrzehnten so verfeinert, dass wir uns langsam, tröpfchenweise weiter versklaven lassen - ohne dass es wirklich greifbar wird. Und eben auch so, dass viele meinen, es gebe keinerlei reale Resistance.

    Aber die gibt es, und die jüngeren Ereignisse zeigen dies. Immer mehr Menschen fressen die Lügen nicht mehr unkritisch, beginnen selbst zu denken. Ob die kritische Masse der unabhängig Denkenden bald erreicht wird, weiss ich nicht. Aber die jüngsten Ereignisse machen etwas Hoffnung.

  1. IrlandsCall sagt:

    @xabar Stuttgart war doch wohl eher eine Demo mit dem Charme eines Kirmesbesuches der für die Beteiligten mit einem blauen Auge endete. Wo waren die Massen als wir in Berlin gegen den Lissabon Vertrag demonstriert haben. Da wurde unser aller Untergang vertraglich zementiert. (Fast) Kein Michel hat das bis heute registriert, oder wendet sich dagegen. Da ist es den Merkelisten doch Recht, dass sich der Untertan gegen technische Details in Stuttgart wendet und sein Augenlicht dabei verliert. Das entrüstet und beschäftigt die Untertanen, es wird medial aufbereitet, abgekocht und fein abgeschmeckt. Ist Mappus enthront? Merkel? Die Polizeiverantwortlichen? Nein. Michel geht dann lieber wieder auf die Couch zur BILD oder Matschberger oder wie die alle heissen. revolution gibt es erst wenn man sein Leben dafür einsetzen muss, denn unter dieser Anforderung werden die Apokalyptiker ihre Macht nicht aus den Händen geben.

  1. xabar sagt:

    @JustaMent

    1. Das Bild von Eugène Delacroix ('Die Freiheit führt das Volk') stammt aus dem Jahre 1830 und erinnert nicht an die Französische Revolution von 1789, sondern an die Juli-Revolution von 1830, die Louis Philippe an die Macht brachte. Als sich die Französische Revolution ereignete, lebte der Künstler noch gar nicht (Geburtsjahr 1798).

    Aber du hast Recht: Frauen hatten einen großen Anteil an der Französischen Revolution und auch an anderen Revolutionen.

    2. Die Novemberrevolution von 1918 wurde durch den Kieler Matrosenaufstand ausgelöst. Die Matrosen weigerten sich, an dem letzten Himmelfahrtskommando der deutschen Marine teilzunehmen und verweigerten die Einsatzbefehle.

    Nur ein Teil der Elite wurde durch diese Revolution oder durch diesen Revolutionsversuch entmachtet, wenn überhaupt, nämlich die deutschen Fürsten, die 1926 sogar noch entschädigt wurden. Die Revolution wurde haupsächlich von rechten Sozialdemokraten verraten.

    Immerhin brachte diese Revolution das Frauenwahlrecht, und Rosa Luxemburg oder auch Clara Zetkin sind lebende Beweise gewesen für die Beteiligung von Frauen an der sozialistischen Bewegung.

    Auch insoweit muss ich dir Recht geben, dass die Revolten und Revolutionen in Deuschland häufig niedergeschlagen wurden oder auf halbem Wege stehenblieben und insgesamt nicht erfolgreich waren.

    Dennoch:

    Man kann nicht sagen, dass die Deutschen es nie versucht hätten, die Verhältnisse zu stürzen oder für bessere Verhältnisse einzutreten.

    Der Satz 'Ruhe ist die erste Bürgerpflicht stammt natürlich von einem Deutschen, aber von einem deutschen Monarchisten und Monarchisten wie von Hindenburg stehen nicht für 'die Deutschen', sondern für die deutschen Eliten.

    Hätte es nicht so viele Deutsche im Widerstand gegen Hitler und die Nazis gegeben, warum dann die vielen KZs? Die ersten KZs waren Terroranstalten nicht gegen Juden, sondern gegen deutschen Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschafter, z. B. das von Oranienburg/Berlin schon im Jahre 1933.

    Auch dieser Widerstand zeigt, dass das Bild von den angepassten Deutschen nur teilweise richtig ist.

    Aber man muss alle Seiten einer Sache studieren. Der Würfel hat nicht nur eine Fläche.

  1. gerina sagt:

    @Justa Ment, da sind wir wieder beim Geschimpfe und Gezetere...was uns absolut nicht weiterbringt. Dazu ist noch Dein Geschichtsverständnis völlig daneben, die da besagt, eine Revolution sei nur mit Beteiligung von Frauen eine Revolution. Selbstverständlich war der deutsche Bauernkrieg im Jahre 1524/25 eine Revolution ! Die Bauern waren sehr gut organisiert und gingen mit aller Entschlossen heit gegen die Obrigkeit vor, die sie seit Jahrhunderten auspresste und unterdrückte.
    Zunächst gingen die Fürsten zum Schein auf ihre Forderungen ein, um Zeit zu gewinnen, da die Söldner gerade in Italien gebunden waren. Sobald sie zurück waren, wurden die mutigen Bauern, an deren Spitze Thomas Münzer brutalst niedergemetzelt und ihre Köpfe zur Abschreckung öffentlich aufgespießt. Danach wurden die Deutschen zum Unertan erzogen ! Aus diesem Untertanengeist gilt es, sich zu befreien. Denn wir sind der Souverän !
    Leider ist uns diese Haltung abhanden gekommen, weil sie uns uns über die Jahrhunderte hinweg ausgetrieben wurde.
    Da haben es die Schweizer besser. Sie praktizieren sei zweihundert Jahren erfolgreich die direkte Demokratie, was uns als Vorbild dienen sollte.
    Dass auch bei uns in Zukunft eine Mitbestimmung und Bürgerbeteiligung geben wird, daran können wir arbeiten.
    Dafür stehe ich mit meinen Freunden jede Woche in Köln auf der Straße und verteilen seit gut drei Jahren Flugblätter, deren Inhalt jenseits des Mainstreams ist, an die Passanten.

    Und noch etwas zu Stuttgart: Dort fand am letzten Montag die 59. Montagsdemo statt. Das hat es in Westdeutschland so auch noch nicht gegeben. Nicht zu vergessen die vielen Protestdemos in Stuttgart, wo mehrere zehntausend Bürger auf der Straße waren.
    Für Deinen Pessimismus ist also gar kein Platz.
    Wir können eine Menge tun, wenn wir nur wollen.

  1. @ Franz

    Irgendwie hast du mich da wohl falsch verstanden.

    NEID ist mir fremd.Ich bemittleide Menschen, die sich nur durch irgendwelche Statussymbole darstellen wollen + können.

    Du bist also stolz dich ewig im Hamsterrad zu drehen?!
    Damit machst du unsere ReGIERung sehr glücklich.Der deutsche Michel
    legt eben nie seine Arbeit nieder
    und geht einfach nach Hause (und zwar solange bis er ernstgenommen wird).
    Griechen, Franzosen....sind eben ganz faule Leute,die das Tabu brechen: GENERALSTREIK !!!

    Keine Angst,mit deinen Steuergeldern finanzierst du nicht mein Leben.Damit rettest du arme Banken + Weltkonzerne,spendest
    U-Boote + anderes Spielzeug für bedrohte Zionisten,hilfst du den Brunnenbauern + Mohnfeldvernichtern im Talibanland.

    Übrigens hab ich 20 Jahre auf dem 1.Arbeitsmarkt das Hamsterrad am laufen gehalten bis ich mir sagte:
    NEE..Nie mehr einen Steuergroschen von mir für solche oder andere Hilfsprojekte.
    Das ist auch passiver Widerstand.

    "Ein böses Erwachen setzt einen tiefen Schlaf voraus".

  1. Justa Ment sagt:

    @Xabar
    Wenn Du dem Link gefolgt bist, dann hast Du doch den Artikel über die französische Marianne gelesen, die bis heute nahezu jedes Jahr neu gewählt wird - oder nicht? Delacroix hat das Bild zwar, wie Du schreibst, 1830 gemalt, aber schon damals ging es um die französische Marianne, d.h. um die Frauen, die die Revolution (die Tricolore, das Banner) vorantragen. Schon damals war ganz Europa sich über die tragende Rolle der Frauen bei sowohl der 1789er als auch der nachfolgenden Revolutionen im klaren. (Und deswegen haben die Menschen sowohl in Nordamerika als auch in Europa die usanische Unabhängigkeitserklärung eben nicht als Revolution wahrgenommen, sondern als Gemauschel einiger einflussreicher Herren, was es ja auch war! Es ging um Währung und Steuern und Abgaben, nicht um Déclaration des droits des l'homme et du citoyen. Im Gegenteil, die Franzosen mussten ihnen erst noch eine Statue schicken, damit die Angelsachsen begreifen, dass es um Freiheit geht. Und weil sie (die Franzosen) wussten was sie taten, haben sie keine Statuen für Brüderlichkeit oder Gleichheit geschickt.)
    Der Punkt um den es geht (mir geht und ging): es gibt in Deutschland keine Marianne (statt dessen eine preussisch-germanische Germania), weil die Frauen traditionell viel zu ängstlich sind, als dass sie die erbärmliche Existenz der eigenen Familie für eine Revolution auf's Spiel setzen würde - zumindest allegorisch gesprochen. Sie haben damit ja auch gar nicht so ganz unrecht! Revolutionen sind gefährlich, man kann dabei umkommen! Aber über all' die Jahrhunderte kann man in Deutschland eine ausgeprägte regelrechte Angst vor Veränderungen erkennen. Lieber soll die Form der Unterdrückung der Vorväter wieder Gültigkeit erlangen als dass man sich auch nur einmal auf's offene Meer wagen würde, mal so richtig streiten würde, für eine etwas gerechtere, etwas bessere Welt. Statt dessen bewundert man lieber die Ausgeburt an alt-junkerischem Feudalismus in dem Übervater, dem Überkanzler Bismark, der ja ach so wunderbare soziale Verhältnisse geschaffen hat und im Kyffhäuser wartet man auf die Wiederkehr von Barbarossa!

    Nur eines, dass der Widerstand gegen die selbst gewählte (siehe Frühjahrsthing!) nazionalsozialistische Reichsverwesung in irgendeiner Weise zahlreich gewesen sei, das ist - Verzeihung - Unsinn! In den letzten Tagen läuft, bei aller Fragwürdigkeit! des Mediums, eine Sendung mit dem Titel "Das habe ich nicht gewusst" in der Punkt für Punkt aufgeschlüsselt wird, dass die Deutschen es eben doch gewusst haben. Die Ausstellung von Reemstma haben es als nicht mehr zu widerlegen gezeigt, die gesamte Wehrmacht war vollkommen mit einbezogen, und selbst Goebbels hat schon 1943 in aller Öffentlichkeit den Deutschen (per Zeitung und Rundfunk) gedroht, dass sie doch kaum annehmen können, dass sie (das dt. Volk) noch irgend ein Verständnis von weder Russen noch Amerikanern noch Briten oder sonst wem zu erwarten hätten.
    Und dann die heuchlerische Geschichte einer (im wesentlichen nur) Adelsrevolte, die ein national-konservatives und wenn es sein muss auch monarchisches Deutschland nur deshalb wieder herstellen wollte (Restauration!), weil das Ansehen so schwer beschädigt geworden sei.
    Und die übrigen, von Elser bis zu den Geschwister Scholl, sind ja genau deswegen nicht erfolgreich gewesen, weil es so wenige waren.

    Nee, Widerstand ist keine deutsche Tugend. Dann schon eher französisch, obwohl mir seit Jahrzehnten die Vielzahl der angeblich in der Résistance aktiv gewesenen Franzosen ziemlich spanisch vorkommt.

    Und über Zetkin und Luxenburg sind wir uns eh einig, das war eine Revolution! Und genau deswegen, damit der brave Fritz ja nichts daraus lernt, deswegen wird genau diese eine einzige deutsche Revolution wo es nur geht totgeschwiegen, verdrängt aus dem öffentlichen Bewusstsein, aus dem Schulunterricht. Es ist damit genau die eine Ausnahme, die die Regel bestätigt: Revolution in Deutschland? Niemals!

  1. Justa Ment sagt:

    @gerina
    > ... Danach wurden die Deutschen zum
    > Unertan erzogen ! Aus diesem
    > Untertanengeist gilt es, sich zu
    > befreien. ...
    Du sagst es ja selbst: Die Deutschen müssten (Konjunktiv!) sich von ihrem Untertanentum erst noch befreien - andere Völker haben das schon längst getan. Zum nicht geringen Teil schon vor Jahrhunderten.

    Und noch einmal: wenn im Zeugnis steht "er habe sich bemüht" heißt das nichts anderes, als dass er ein Versager ist! Bei einer Revolution müssen Köpfe rollen, das Ancien Régime abgelöst werden; entweder allegorisch oder per Guillotine.
    In dem von Dir genannten Beispiel war es aber genau umgekehrt! Die Aufständischen wurden geköpft und leider nicht das damalige Ancien Régime!
    Außerdem war das Müntzersche Anliegen auch nicht Revolution sondern zumindest gleichermaßen auch Religion, welche gerade das Kernelement der Erziehung zum Untertanen ist! (Müntzer war lange Zeit ein Anhänger Luthers!) Ja, es ist genau das Problem mit den Deutschen: lieber wenden sie sich mit Inbrunst der Religion zu (Luther oder 400 Jahr später eben dem Nationalsozialismus) und lassen die Fürsten in Speyer die Protestation übergeben! Und, die sich zuerst und am intensivsten in Deutschland ausbreitende Hinwendung zum Evangelium war gerade wegen der deutschen Mentalität ein zutiefst konservatives Bedürfnis nach nicht päpstlich-lasterhaftem Lebenswandel. Es ist genau die Hinwendung zu lieber der Unterdrückungsform der Vor-Vor-Väter und das komplette Gegenteil von einer Revolution zur Befreiung von Unterdrückung und Herrschergewalt. Bevor es auch nur zu den kleinsten Veränderungen kommt wird der Deutsche dann doch lieber religiös. Und wenn es sein muss werden zum Erhalt des bestehenden Unterdrückungsschemas auch Opfer gebracht, und sei es das eigene Leben. Das ist dann sicher die heldenhaftere Variante als z.B. weglaufen, nicht wahr? Aber das hatten wir ja schon: die Deutschen sind ja genau die Germanen die sich gerade nicht auf Völkerwanderung begeben hatten - lieber weiter hungern und frieren - der Herzog/Graf/Bischof usw., "der meint es doch nicht so! Schau' der hat doch sogar selbst Kinder! Das muss doch ein herzensguter Mensch sein!" Nicht wahr?
    Mit Müntzer hast Du nun gerade den paradigmatischen Deutschen, der sich mit dem (vorhersehbaren) Scheitern als Ersatz für eine womöglich blutige aber erfolgreiche Revolution zufrieden gibt, ausgewählt. Es ist auch typisch für Deutsche sich beim Thema Revolution auf gescheiterte Geschichte zu beziehen - in Frankreich erinnert man/frau sich eben mit Stolz an 1789 (auch oder gerade wegen des dabei geflossenen Blutes) - und wenig verwunderlich, die Revolution von 1789 war natürlich erfolgreich, weil die Franzosen erfolgreich sein wollten. Und in Deutschland erinnert man sich tunlichst nicht an die eine einzig halbwegs erfolgreich verlaufene Revolution. Um Gottes Willen! Die Deutschen könnten ja womöglich lernen! Dann schon lieber Müntzer, dann kommen die einfältigen Deutschen schon nicht auf dumme Gedanken!
    Du bist mit Deinem Müntzer-Beispiel also in bester deutscher Gesellschaft - nur nicht aufwachen!

  1. xabar sagt:

    @JustaMent

    Ich muss Gerina Recht geben: Geschimpfe und Gezetere bringt uns überhaupt nicht weiter.

    Wenn man will, kann man bei Ausflügen in die deutsche Geschichte immer viele Beweise von deutschem Untertanentum und Untertanengeist finden und als Beleg dafür anführen, dass die Deutschen eben so sind. Man kann, je nachdem, wohin man den Blick richtet, aber genauso viele Nachweise und Beweise von deutschem Rebellentum und Widerstand gegen die Obrigkeit finden - wenn man sich darum bemüht!

    Heute gilt es, die Menschen aufzurütteln. Das wird man nicht können, indem man ihnen erzählt, einer ihrer größten Söhne, Thomas Müntzer, sei nichts Wert gewesen, sei nicht besser als Luther gewesen etc., was einfach den geschichtlichen Tatsachen widerspricht, hatte Luther doch Müntzer in seinem Brief 'An die Fürsten zu Sachsen und wider den aufrüherischen Geist' zum Werkzeug Satans und später zum 'Mordprediger' erklärt, den er aus Zwickau ausweisen ließ. Müntzer wurde 1525, nachdem er gefoltert worden war, wegen seiner Aufstandsaktivitäten zur Zeit des Großen Deutschen Bauernkrieges hingerichtet, während Luther mit den Fürsten gemeinsame Sache machte. Hier scheiden sich die Geister: Für den einen war Glaube Buchstabengelehrsamkeit (Luther), für den anderen (Müntzer) war der entscheidende Impuls seines Glaubens, eine gerechtere Gesellschaft im Dieseits, nicht erst im Jenseits, zu schaffen. Schon früh hatte sich Müntzer von Luther getrennt und ging völlig andere Wege.

    Dieser Luther hat übrigens eine ganz wichtige Rolle gespielt, um die Deutschen zu Untertanen zu erziehen. Dein Versuch, Müntzer mit ihm gleichzusetzen, ist historisch nicht nachweisbar und meiner Meinung nach völlig falsch.

    Wir sollten uns an unsere guten, aufrührerischen Traditionen erinnern, auch an die hervorragenden Frauen, die du für Frankreich (die Marianne) ins Feld führst, aber nicht für Deutschland, obwohl wir eine Rosa Luxemburg haben, aber auch viele andere Arbeiterfrauen z. B., die im antifaschistischen Widerstand standen und durch die KZs gingen, eben die vielen Namenlosen, von denen niemand mehr spricht.

    Von ihnen - mal abgesehen, von Rosa Luxemburg - ist jedoch in unseren Medien nie die Rede, stattdessen von zweifelhaften Pop-Idolen und ihren ekelhaften Sex-Affairen. Diese hohlen, gelifteten Masken, oft auch aus adeligen Verhältnissen, sollen gefälligst unsere Vorbilder sein, damit der Untertanengeist erhalten bleibt.

  1. Und deswegen immer das Gerede davon das mehr in das Bildungs-/Lernwesen investiert werden muss. Um die nächste Generation klug zu machen? Oder um sie zu dressieren. Die aufmüpfige und ungehorsame Jugend hat noch nie einem gefallen. Man will ja Ruhe und Ordnung. Vor Allem will man Ruhe - Ruhe vor dem Sturm?

  1. Freegaza sagt:

    Wenn ich im Schweizer Tagesanzeiger folgendes Lese:
    "Auch die verbotene islamistische Partei Ennahda soll wieder zugelassen werden. Das Parlament muss dem Gesetzesentwurf aber noch zustimmen.."
    Versucht man die Islamisten in die Regierung zu drängen? Für den Westen wäre das natürlich ein traum... Aber die Tunsesier wollen Freiheit, die können mit den Islamisten nicht viel anfangen...

  1. xabar sagt:

    Was du schreibst, stimmt nicht.

    Der Westen will ja gerade verhindern, dass sog. Islamisten in die Regierung kommen. Ben Ali war ja gerade deshalb 'ihr Mann', weil er die En Nahd ('Wiedergeburt'), also die islamische Organisation blutig unterdrückte, ihre Führung verhaftete und foltern ließ bzw. ins Exil jagte. Er hat wie kein anderer den Islam unterdrückt, was ganz im Sinne der antiislamischen Agenda des Westens war.

    Ihr schlimmster Alptraum ist es, dass es zu einer islamischen Revolution kommt wie im Iran 1979. Das wollen sie auf jeden Fall verhindern.

    Islam heißt Frieden und steht in keinem Gegensatz zu Freiheit und Demokratie. Von einer Regierungsbeteiligung einer pro-islamischen Partei kann die tunesische Demokratie nur profitieren. Im übrigen sind fast 99% der Tunesier Muslime, sodass es nur logisch ist, dass eine proislamische Organisation in die Regierung kommt und was zu sagen hat.

  1. Elite7 sagt:

    Und für uns kam die Revolution aus heiterem Himmel, als endlich mal so ein Medienfutzie bemerkte: "Ach guck mal, da drüben ist grad Revolution, ja nichts wie hin." Von heut auf morgen war da also Revolution.
    Und klar, hauptsache die Armen Touristen, die eh nichts mitbekommen haben und auch nie gefährdet waren. Thomas Cook hat auch groß seine Wohltat angekündigt und seine zahlende Kundschaft von dort weggeschafft.

  1. Freegaza sagt:

    @xabar Verstehe was Du meinst und gebe Dir auch Recht. Es geht mir jedoch darum, dass versucht wird unruhe zu stiften. Es ist klar dass die Tunesier Muslime sind, was aber nicht heisst dass diese einen militanten Islamisus unterstützen... die bieten nicht mehr Freitheit als wir bis jetzt hatten.. Lädt man die Islamisten zur Regierungsbildung ein wirds aus dem Westen wohl wieder heissen tunesien fördere den Terror...
    welchen es unter Ali nicht gegeben hat..
    Auch in Europa laufen übrigens viele mit Kreuzen rum und sagen Sie sind Christen - haben aber nicht wirklich was mit Religion zu tun...

  1. xabar sagt:

    @Freegaza

    Ich glaube, dass heute den meisten Tunesiern, besonders denen, die heute auf der Straße demonstrieren, egal ist, was der Westen von sog. Islamisten denkt. Sie wollen ihre Freiheit, sie wollen, dass das alte Regime und ihre Schergen, die momentan noch die Regierung stellen, abdankt und dass ein neues Regime, freiheitliches Regime kommt, das nicht mehr von westlichem Geld abhängig ist.

    Die sog. Islamisten, also z. B. die En Nahd ('Wiedergeburt'), wohl die stärkste islamische Gruppe, hat Tausende von Opfern zu beklagen - Menschen, die vom alten Regime gefoltert und umgebracht wurden. 23 Jahre haben sie das praktiziert und die islamischen Traditionen als 'ausländisch' verhöhnt, schon der alte Staatspräsident Bourgibah tat es und bezeichnete das Kopftuch als 'ausländisch'. Und es sind immer noch einige von ihnen im Gefängnis. Sie haben ein Recht darauf, an der Regierung beteiligt zu werden. Islam und Freiheit schließen sich nicht aus, nur nach dem Verständnis des Westens und ihrer Propagandamaschinerie. Die größte Gefahr für die Freiheit geht von westlichem und zionistischem Geld aus.

    Es ist genau umgekehrt, wie viele denken: die USA arbeiten eng mit Wahabis und Al-Qaida zusammen und haben das auch am 11. September gemacht, als es eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bush-Familie und der Bin Laden-Familie gab, die trotz eines Flugverbots nach den Eregnissen ausfliegen durfte. Die USA arbeiten im Irak mit Al Qaida zusammen, sie haben in Bosnien mit ihnen zusammengearbeitet, in Afghanistan, sie benutzen den islamistischen Terror für ihre Zwecke. Al Qaida ist ein CIA-Geschöpf, Bin Laden ein CIA-Agent gewesen.

    Das Kopftuchverbot muss fallen, die Ausweispflicht für Betende in Moscheen muss fallen, die Überwachung islamischer Gruppen muss beendet werden!

    Ich selbst bin kein Anhänger des Islam, aber bin dafür, dass die Religionsfreiheit wieder eingeführt wird, weil sie Bestandteil der bürgerlichen Freiheiten ist. Alle Organisationen und Personen, die das alte korrupte Folterregime in Tunesien vertreten und unterstützt haben, darunter zahlreiche Medien, von denen jetzt eines enteignet wurde, müssen für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden und dürfen nichts mehr zu sagen haben.

    Das einfache Volk muss an die Macht und dieses Volk muss das Recht haben, seine Religion - und das ist zu 99% der Islam - frei und friedlich auszuüben, genauso wie andere Religionen dasselbe Recht dazu haben müssen, ohne Angst zu haben, von der Geheimpolizei überwacht oder von Al Qaida-Terroristen wie im Irak, die vom Westen und Saudi Arabien angeleitet und finanziert werden, in die Luft gejagt zu werden.