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Irland benötigt weitere 75 Milliarden an Hilfe

Donnerstag, 10. Februar 2011 , von Freeman um 12:05

Die Aufstände in Ägypten haben die Berichterstattung über was mit den PIIGS-Ländern los ist in den Hintergrund gedrängt. Deshalb hört man wenig über die katastrophale Lage in der sich diese Länder immer mehr befinden. So sieht es in Irland überhaupt nicht gut aus. Die unter staatlicher Kontrolle stehende Anglo Irish Bank hat am Dienstag verkündet, sie wird einen Verlust von 17,6 Milliarden Euro für 2010 einfahren. Für das kleine Land ist das im Vergleich so, wie wenn eine deutsche Landesbank einen Verlust von 300 Milliarden hätte. Sagenhaft!

Dabei hat der irische Staat die Bank bereits 2009 mit einem “bail out” retten müssen und sie übernommen. Damals verzeichnete sie schon einen Verlust von 12,7 Milliarden Euro, verursacht durch einen Einbruch im weltweiten Immobilienmarkt, was zu Milliarden an faulen Krediten führte, die abgeschrieben werden mussten. Bisher hat die Bank 29,3 Milliarden an staatlicher Hilfe bekommen. Jetzt wird wohl noch mehr notwendig sein. Ein unglaubliche Zahl, die das Land nicht mehr verkraften kann.

Die irische Regierung musste bereits einem Rettungsschirm von 67,5 Milliarden Euro der EU und des IWF vergangenes Jahr zustimmen, um den Finanzsektor und die Staatsfinanzen am Leben zu erhalten.

Wegen der katastrophalen Finanzsituation des Landes hat die Ratingagentur Standard & Poor's letzte Woche die Kreditwürdigkeit wieder herabgesetzt. Auch die S&P hat dies für vier irische Banken getan, einschliesslich Anglo Irish. Damit werden die Zinsen und damit die Kreditkosten für Irland auf den internationalen Märkten noch höher auf über 9 Prozent steigen. Das ist unbezahlbar.

Wenn das schon nicht genug ist, hat der ehemalige irische Finanzminister und jetziger Vorsitzender der Anglo Irish Bank, Alan Duke, noch eine Hiobsbotschaft verkündet. Anlässlich eines Seminar in Cork am Dienstagabend sagte er über die National Asset Management Agency (NAMA), die staatliche Institution, die als „bad bank“ eingerichtet wurde:

Sie benötigt eine zusätzliche Finanzierung in der Höhe von 75 Milliarden Euro für bis zu 10 Jahre auf Basis der Amortisierung. So eine Finanzierung können die Märkte nicht liefern und muss von anderen Kanälen kommen.

Wenn Duke recht hat, dann würde das für Irland eine deutliche Verschlimmerung der dramatischen wirtschaftlichen Lage bedeuten. Die Bevölkerung leidet jetzt schon sehr stark unter den Sparmassnahmen und versteht nicht, warum sie die Zeche für die Katastrophe zahlen soll, welche die Bankster und Politiker angerichtet haben. Die Wut gegenüber dem Establishment kocht über.

Unter dem Druck der Öffentlichkeit hat die irische Regierung vergangene Woche Neuwahlen für den 25. Februar ausgerufen. Der Premierminister Brian Cowen verkündete seinen Rücktritt als Vorsitzender der regierenden Fianna Fail Partei, der eine Niederlage vorhergesagt wird. Laut neuesten Umfragen wird die bisherige Opposition der Fine Gael Partei die neue Regierung bilden.

Dann kann passieren was viele als unausweichlich halten, der "hair cut" auf alle Schulden und sogar ein Ausstieg aus dem Euro. Island könnte ein Vorbild sein, denn denen geht es nach der 50% Abwertung ihrer Währung wieder besser.

Das irische Finanzministerium hat die Aussage von Duke scharf zurückgewiesen. Allerdings haben die Vertreter der Regierung in der Vergangenheit schon zu oft die Lage beschönigt, als dass man ihnen noch glauben würde.

Wenn die EU-Staaten und die EZB nicht nochmals eine Rettung für Irland beschliessen, dann ist der Staatsbankrott unausweichlich und Deutschland zahlt wieder den Hauptteil. Die Vertrauenskrise in der Währungsunion geht weiter, die Probleme werden einfach nicht gelöst, sondern nur die Löcher gestopft. Dabei türmt sich der Schuldenberg immer mehr auf.

Wie lange wollen die EU-Politiker und speziell die deutsche Bundesregierung, egal was es kostet, das Euro-Schiff über Wasser halten? Nach Irland ist da Portugal, Spanien, Italien und Griechenland. Das dicke Ende kommt ja dort noch und geht in die Billionen. Für mich ist klar, der Euro ist entweder Geschichte oder es wird überall Aufstände geben. So schliesst sich der Kreis zu Ägypten.

insgesamt 8 Kommentare:

  1. maikT sagt:

    normalerweise hätte ich gesagt , laßt alle banken vor die wand laufen , spekulations risiko :-)))
    doch dann dauert das wieder mit dem ende des euro`s :-))))
    also ran an die bouletten , geld drucken und alles geben .....
    umso schneller haben wir den kram hinter uns ....
    ich schüttel nur noch den kopf ....
    ich muß mal bei der ezb anfragen ob ich auch die rechte bekommen kann geld zu drucken ???
    ( 1000 relle euros zu 10000 selbst gedruckte )
    gleiches recht für alle :-))

  1. Andre sagt:

    Nur ein Schelm würde glauben,dass das mit Ägypten zum richtigen Zeitpunkt "zufälligerweise" passiert! Freeman ich bin ganz nah an deiner Seite, für mich ist der Euro auch tot-es wird nur noch an der Fallrichtung getüftelt. Es muß ja schließlich gewährleistet sein, dass auch in dem Nachfolgesystem die "richtigen Eliten" partizipieren. Sobald die Entscheidung gefallen ist, präsentiert man uns dann mit freudigem Tam Tam das Ergebnis.

  1. Tja was soll man da noch sagen?
    Am ende ist es ja wieder mal die basis der Pyramide die bezahlen muss.
    Der Volkstrottel.
    Die Menschen drehen doch schon so auf der Felge.
    Und um wieviel wird sich das Leben nun wieder verteuern in Irrland?
    Spritsteuern,Zigarettensteueren,Steuern auf Lebensmittel jaja.
    Das Geld muss doch irgendwie wieder reinkommen.
    Verarmung des Volkes ist das resultat.
    Klar dass die Menschen sich das auf lange dauer nicht mehr gefallen lassen.
    Es wundert mich dass der Revolutionsfunke noch nicht auf Griechenland,Italien Spanien usw rüber gesprungen ist.
    Wird noch alles kommen.
    Also es ist klar wie Wasser.Der Euro ist am ende.Sie wissen nicht mehr ein und aus.Aber je länger das ganze in die länge gezogen wird desto schlimmer wird es.
    Man meint fast es sei so gewollt.

  1. Skeptiker sagt:

    der haircut wird immer wahrscheinlicher. da bin ich schon gespannt, welche gläubiger dann noch europäische staatsanleihen kaufen :-)

  1. Silberfürst sagt:

    Trotzdem, die Mainstreammedien bringen nicht viel zudem Thema, hier gibts nur noch Ägypten! Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass
    der Euro 2011 überlebt ohne Staatsbankrott. Aber was passiert dann nach dem offiziellen Staatsbankrott von z.B Irland, ein Flächenbrand!?

  1. Marius sagt:

    @ Ölschlürfer: Volle Zustimmung, der kleine Mann muss mal wieder ausbaden was die Bonzen verkehrt gemacht haben und je länger Geld reingepumpt wird, desto heftiger wird der Knall! Ich bin sehr gespannt wie lange das noch gut geht mit Irland und den anderen Wackelkandidaten von wegen Staatsbankrott. Der Euro wird wohl bald auseinanderbrechen und es wird Aufstände geben. Ich bin noch jung und ich werde wohl an Demos teilnehmen, aber ich möchte auch nicht nieder geprügelt/geschossen oder überfahren werden. Dazu fällt mir ein passendes und zugleich heftiges Zitat ein:
    “Zahllose Menschen werden die Neue Weltordnung hassen und bei dem Versuch sterben, gegen sie zu protestieren.” von H.G. Wells (1939).
    Mit der Neuen Weltordnung erwartet uns nichts Schönes, aber was wir versuchen können ist uns zu vereinigen, Aktionen zu starten, Menschen aufzuwecken, Flyer und DVDs verteilen, oder so wie Freeman und ich Blogs schreiben. Quasi das noch Freie Internet als alternative Medienquelle zu nutzen. Bei Interesse besucht doch mal meinen noch recht neuen Blog, indem ihr oben auf meinen Namen klickt! Wenn jemand von euch im Raum Münster / Münsterland etwas unternehmen möchte, schreibt mir eine Mail, ich bin dabei! Gruß Marius (Revolution Dude)

  1. DeeKay sagt:

    "Fianna Fail"? Ohne Shyce jetzt? Warum nicht gleich "Epic Fail"? 8)))

  1. la crise est indispensable au Nouvel ordre Mondial ! La destruction des nations par le contrôle d'une élite financière juive est en cours.