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Algerier planen massive Proteste

Samstag, 12. Februar 2011 , von Freeman um 15:30

Wie PressTV meldet, planen Oppositionsgruppen am Samstag, massive pro-Demokratie-Proteste in der algerischen Hauptstadt Algiers trotz eines Kundgebungsverbots in der Hauptstadt abzuhalten.

Die für Samstag geplanten Märsche werden von der 'National Coordination for Change
and Democracy' (Nationale Koordination für Wandel und Demokratie) organisiert.

Von den Revolutionen in Tunesien und Ägypten inspiriert, ruft die algerische Oppositionsgruppe 'Rally for Culture and Democracy', RCD (Marsch für Kultur und Demokratie) zum Wandel auf.

Die algerische Regierung hat die Sicherheit vor den geplanten Märschen in der Hauptstadt verstärkt, wie AFP (Agence France Presse) berichtet.

Die Algerier protestieren seit einigen Monaten schon gegen Arbeitslosigkeit, hohe Lebensmittelpreise und Korruption und verlangen den sofortigen Rücktritt des Regimes von Abdelasis Bouteflika.

Said Saadi, RCD-Chef: Die Behörden haben die Hauptstadt abgeriegelt, um zu verhindern, dass sich Menschen von ausserhalb den Samstags-Märschen anschliessen.

"Züge wurden angehalten und andere öffentliche Verkehrsmittel werden folgen", meinte er weiter.

Saadi wies darauf hin, dass 10.000 Polizeioffiziere in die Stadt verlegt wurden, um die 20.000 zu verstärken, denen es gelang, die letzten Proteste vom 22. Januar zu ersticken, als fünf Menschen getötet und mehr als 800 bei Zusammenstössen verletzt wurden.

Unterdessen ist ein arbeitsloser Mann und Vater von sechs Kindern in Ost-Algerien am Freitag gestorben, nachdem er sich am 17. Januar in Brand gesetzt hatte, berichtet seine Familie.

Mit ihm zusammen sind inzwischen vier Algerier seit Januar an den Folgen von Selbstverbrennungen gestorben.

Insgesamt haben sich mehr als ein Dutzend Algerier seit Beginn des Jahres angezündet, die sich ganz offensichtlich durch einen ähnlichen Vorfall im benachbarten Tunesien, der den Fall des autoritären Regimes bewirkte, inspirieren liessen.

insgesamt 4 Kommentare:

  1. erf sagt:

    ِIch habe letzte Zeit mit Algerien gesprochen. Sind sind nicht pauschal gegen Präsident Bouteflika, wie die Tunesier und Ägypter gegen ihre Diktatoren sondern sie sind vielmehr gegen das System, der Miltärdiktatur, das Korrupt ist und ihnen ihre legitimen Rechte und ihr Reichtum nimmt.

    Bouteflika hat nicht wirklich Macht und hat, ihrer Ansicht nach, sein Mögliches gegeben, um die Situation in den letzen Jahren abzumildern.
    Das Miltär hätte keine Probleme wenn sie ihn absetzen müssten, noch würde er sich streuen sein Amt abzugeben, wenn es das >Volk möchte.

    Es geht um das System, wo die wirklichen Machthaber ihr Gesicht nicht zeigen.

    Algerien ist extrem Reich, hat wertvolle Rohstoffe, wie Öl und Gas, es kommt aber nicht beim Volk an.

  1. davidwasser sagt:

    1992 Marodes Land, denen geht's echt sehr beschissen, anders kann mans nicht ausdrücken. Wurd aber auch Zeit, man siehts ja, hat sich nen gutes Jahrzehnt nichts verbessert.

    Ich glaub, da wirds richtig ungemüdlich. Tunesien und Ägypten von den Verletzten und Toten wirds dort ne ecke schärfer.

  1. davidwasser sagt:

    Lieber erf,

    das Volk steckt diesbezüglich in dicken schwierigkeiten.

    Auch bekomm ich langsam hass auf die im Amt sitzenden DE Politiker, die tatenlos zusehen, wie seit gut 10 Jahren ein Volk ausgebeutet wird, Lebensmittel knapp sind usw, aber fleissig Kriegsschiffe an Algerien verkauft, und bei Tunesien und Ägypten von Demokratie und Freie Meinungsäußerung heucheln. Ich krieg dabei echt richtige Hasszustände, solch ein Dreck wird immer wieder gewählt, da fragt man sich, wo steckt dieser Dreck, der immer den selben Dreck wählt?

    Ich mach schluss, krieg schon wieder dicke Eier wenn ich nur an die Fratzen da in Berlin, und die Matschgesichter im eigenen Volk denke.

    Wünsch Algerien nur alles gute... hoffentlich wirds kein Blutbad.. denn die Diktatur dort ist auch nicht ohne... wobei die in China ja die Spitze darstellt, aber eins muss man der Chinesischen Diktatur gutheißen: Dem Volk gehts Gesundheitlich/Wirtschaftlich/Rente usw gut... was schnell verschwindet, durch die ganzen Morde und Folter usw aus dem Augenschein flöten gehen.
    Man muss eben aufpassen was man sagt... naja kennwa ja....

  1. Anja sagt:

    Ich war 8 Monate in Algerien. Gerade zu der Zeit als diese Demos gelaufen sind. Man hat sehr wenig bzw. nichts davon mitbekommen. Die Leute wollen nicht Demonstrieren. Sie haben noch genug von dem Krieg mit Frankreich. Bouteflika hat so einiges bewirkt und es hat sich in den letzten 10 Jahren viel getan. Ich kann mir nicht vorstellen das sich das selbe wie in Ägypten, Tunesien oder Lybien abspielen wird.