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Arbeitslosigkeit in der Schweiz stark gestiegen

Montag, 9. Februar 2009 , von Freeman um 00:05

Wegen der Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit im Januar ein Zwei-Jahres-Hoch erreicht: Innert Monatsfrist stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz um fast 10'000 auf 128'430, die Quote erreichte 3.3 Prozent. Die Arbeitslosenquote bei Ausländer ist sogar doppelt so hoch, liegt bei 6.6 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit erhöhte sich um knapp 11 Prozent, 21'366 der 15- bis 24-Jährigen waren als arbeitslos gemeldet, oder 3.9 Prozent.

Zugenommen hat auch die Kurzarbeit, sowohl bei der Zahl der Betriebe wie auch bei der Zahl der Personen.

Aber der Begriff "Arbeitslos" ist sowieso eine Täuschung, denn richtig müsste es ja heissen "Anzahl Personen mit Berechtigung für Arbeitslosengeld", das ist ja was ganz anderes. Diese Zahl gilt aber als Arbeitslosenquote, was nicht die Realität widerspiegelt. Arbeitlos sind ja tatsächlich viel mehr Menschen, nur sie sind nicht berechtigt Geld zu erhalten.

Die Hürde um Arbeitslosengeld zu bekommen wird ja regelmässig erhöht. So muss zum Beispiel jemand 12 Monate gearbeitet haben, vorher waren es 6 Monate, oder alle Angestellten die eine leitende Funktion in einem Unternehmen haben, erhalten kein Geld für 12 Monate wenn sie arbeitslos werden, obwohl sie dafür eingezahlt haben. Man bezahlt für eine Versicherung, auf die man aber keinen Anspruch hat wenn der Schadensfall eintritt. Mit so was kommt nur der Staat durch.

Die Arbeitslosenstatistik zeigt nicht die wahren Zahlen. Die Politiker verschärfen das Recht auf Arbeitslosengeld immer mehr, so das immer weniger wirkliche Arbeitslose in den Zahlen erscheinen. Der reine Beschiss damit sie gut aussehen.

Theoretisch könnte man die Hürde so hoch setzen, es so viele Auflagen geben, dass niemand mehr Anspruch hat, und dann lauthals verkündet werden kann, wir haben Vollbeschäftigung, obwohl tatsächlich Massenarbeitslosigkeit herrscht.

Eine Verschärfung des Anspruches und Reduzierung der Leistung wird ihnen sowieso bald einfallen müssen, denn die Kassen leeren sich zunehmends.

SVP-Präsident Toni Brunner ist überzeugt, dass aufgrund des Volkentscheides über die Personenfreizügigkeit die Arbeitslosigkeit steigen wird. Die Verantwortung trügen nun die Befürworter, sagte er gegenüber der SDA. Auch Alt Bundesrat Christoph Blocher sieht nach der Abstimmung über die Weiterführung und Ausdehnung der Personenfreizügigkeit schwarz: Angesichts wachsender Arbeitslosigkeit müssten die Schweizer "bluten", erklärte er auf "Teleblocher".

Die Gewerkschaftseite fordert nun, dass Bundesrat und Arbeitgeber mit einer griffigen Umsetzung der flankierenden Massnahmen das schweizerische Lohn- und Sozialniveau schützen.

insgesamt 12 Kommentare:

  1. Anonym sagt:

    Aus Sicht der Kaste der "Unkündbaren" geht alles seinen geordneten Gang. Vor der Krise wurde sogar gewarnt, aber kaum einer wollte es glauben. Sie erwischt aber alle - China, USA,Russland, Island usw. und nun auch die Schweiz. Das "System" funktioniert konstanieren die Herren Berufsbeamten in Brüssel und in den anderen Machtzentralen, denn sie selbst sind ja unkündbar.
    Teile und herrsche. "DU kündbar und ICH unkündbar"
    Warum sollte die Schweiz nicht auch von dieser gesellschaftlichen Krebszelle angefallen werden?

  1. Anonym sagt:

    Jetzt hör ich das schon 40 Jahre und kann das beschissene Wort Arbeitslos nicht mehr hören.
    Versteht ihr nicht dass die Arbeitslosigkeit gewollt ist?
    Ist das so schweeer zu verstehen?

  1. Durch das FZA bleibt der Humankapitalmarkt für die Firmen liquide und Schweizer Löhne können tief gehalten werden.

    Gäbe es kein FZA, wäre wohl auch kein Schweizer arbeitslos.

    Wenn einer im RAV zwangsweise einer Betätigung nachgeht, so geht er nicht als Arbeitsloser in die Statistik ein.

    Alle Angaben ohne Gewähr!

  1. Britta sagt:

    Dass sich die Schweizer solche Regeln gefallen lassen - 12 Monate kein Geld, trotz Einzahlung für diesen Fall - spricht nicht gerade für sie...

  1. Anonym sagt:

    Tja, so ist das eben. Ein Staat der traditionell durch die - mit sicherheit nicht immer legalen, bzw. sehr grenzwertigen - Bankgeschäfte zu seinem Reichtum kommt hängt jetzt auch mit drinnen. "Mitgefangen, mitgehangen!". Auf einmal wundern sich die Schweizer. Wacht auf... glaubt ihr die Globalisierung ist auch an eurem Weißen Kreuz völlig Spurlos vorbeigezogen?

  1. dummschwätzer sagt:

    "Und wer nicht tanzen will zum Schluss, wird spüren dass er tanzen muss..."

  1. Anonym sagt:

    out of topic: aber dieser beitrag finde ich doch höchst interessant:

    quelle: infokrieg.tv

    Der Chef der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) Tom Curley erklärte aktuell, dass die Bush-Regierung mit ihrem Militärapparat eine globale Propagandamaschine etabliert habe mit einem Budget von 4,7 Milliarden $ und 27.000 Mitarbeitern.

    Foto: hdr-org.de
    Seine Agentur sei von hohen Militärs bedroht worden: man würde AP vernichten, wenn man dort an den journalistischen Grundsätzen festhalten würde. Journalisten, die versuchten, wahrheitsgemäss über Irak und Afghanistan zu berichten, seien schweren Repressionen unterworfen worden. Eine Untersuchung der Nachrichtenagentur hatte kürzlich ergeben, dass allein vom Pentagon 4, 7 Milliarden Dollar ausgegeben werden zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Hiermit sind nach der Untersuchung 27.000 Mitarbeiter befasst.

    Curley erklärte, es sei schwierig zu ermitteln, was der Propagandaapparat des Pentagons mit seinen ungeheuren Mitteln betreibe. Viele der Budget-Positionen seien als geheim klassifiziert und deren Auftrag entsprechend unbekannt. Er stellte die Frage, ob man es nötig habe, Webseiten im Propagandaauftrag zu betreiben, die erschienen, als seien sie die Homepages unabhängiger Organisationen, ob man Propaganda-Artikel in ausländischen Zeitungen platzieren müsse.

    Curley erklärte, es seien neue Regeln erforderlich für die Berichterstattung in Kriegsgebieten. Die Medien seien die einzige Kraft, die das Vorgehen der beteiligten Regierungen überprüfen und sie gegebenenfalls zur Verantwortung ziehen könne. Curley ging in seinem Referat vor der Universität von Kansas vor Journalisten auch auf die Entführungen von insgesamt 11 AP-Journalisten im Irak in den vergangenen Jahren ein. Diese seien offensichtlich eine Konsequenz unliebsamer Berichterstattung oder Recherchen und bedeuteten eine Anwendung von Folter gegenüber Journalisten.

    Die Bush-Regierung habe Journalisten der Menschenrechte beraubt. Es sei nun an der Zeit, die Regeln neu aufzurollen und die Freiheit der journalistischen Berichterstattung zu sichern.

  1. Anonym sagt:

    Moin moin!

    Freeman, du hast in dem Post folgendes geschrieben:
    "Die Hürde um Arbeitslosengeld zu bekommen wird ja regelmässig erhöht. So muss zum Beispiel jemand 12 Monate gearbeitet haben, vorher waren es 6 Monate [...]" und dann noch anfügst, dass man die ersten zwölf Monate ohnehin gar nichts bekommt.
    Finde ich insofern eigenartig, als dass du am Sonntag, den 1. Februar, noch mit folgenden Worten gegen den Vertrag skandiert hast:
    "In der Praxis sieht es sogar so aus, wer in die Schweiz kommt und nur einen Tag arbeitet, hat Anspruch auf alle Sozialleistungen, für sich und seiner ganzen Familie, für die nächsten vier Jahre, vorausgesetzt er hat vorher 12 Monate in der EU gearbeitet, obwohl nichts in die Schweizer Kassen eingezahlt wurde."

    Eigentlich solltet ihr über diese Regelung ja unheimlich glücklich sein, wenn ich das alles hier richtig verstehe, denn ganz ehrlich: Wie vielen (Ost-)Europäern ist es denn möglich, 12 Monate lang mit Familie in der Schweiz zu leben, ohne dass auch nur ein Cent in die Kasse kommt? Können ja eigentlich nicht viele sein. Unabhängig davon gelten die neu beigetretenen Staaten erst seit ihrem Beitritt als EU-Staaten (was ja irgendwie auch Sinn macht) und damit die 12-Monats-Regelung erst in einem Jahr - und selbst müssen die Leute immernoch einen regulären Arbeitsvertrag haben, was (bei entsprechender Konkurrenz) schwierig sein dürfte.
    Würde da um Klärung bitten ...
    Grüße!

  1. dummschwätzer sagt:

    @anonym16:23

    RICHTIG LESEN!
    Als SCHWEIZER hat man nur Anspruch, wenn man mind. 12Monate gearbeitet hat! Danach erhält man 70% des letzten "Versicherten" Lohnes (wenn Lohn unter Branchnedurchschnitt, dann 80%). Es gibt auch eine Obergrenze, die bei etwas über 8000.-liegt, bin mir aber nicht mehr sicher, wie viel der Betrag in FR. und Rp. genau ist....
    Ich bin mir nicht sicher, aber damit man in Genuss dieser 12mt. Sperre fällt, muss man mehr als 156000.- im Jahr "verdient" haben.
    Wg. Personenfreizügigkeit:
    JEDER der in der EU 12Mt. eingezahlt hat, hätte nach einem Tag Arbeit in der Schweiz Anrecht auf Arbeitslosenentschädigung (300 Taggelder, je nach alter mehr!), Anschliessend "bekommt" man Sozialhilfe, da man ausgesteuert wird (und nicht mehr arbeitslos ist!).
    Nein, man braucht keinen Arbeitsvertrag, WENN man selbstständig erwerbend ist! Die meisten im "horizontalen Gewerbe" nutzen diese "Lücke" aus!
    Mit der "ICH-AG" wurde ja schon in Deutschland das Gewerbe erfolgreich vernichtet, das wird nun auch bei uns möglich, aber nur, WENN WIR BÜRGER in unserer "GEIZ IST GEIL" Manier den billigen "Ausländer" bevorzugen und kurzfristig einige hundert bis tausend SFR. "sparen"! Wenn wir uns an der eigenen Nase nehmen und das heimische Gewerbe bevorzugen werden wir mittel- bis langfristig "sparen" und es wird wenig(er) Missbrauch betrieben.

  1. Freeman sagt:

    Was ist daran so schwer zu verstehen? Du zitierst meine Sätze ja richtig, aus denen die Gesetzeslage klar hervorgeht.

    Die 12 Monatsregelung gilt egal wo man vorher gearbeitet hat, entweder in der Schweiz oder in der EU.

    Hier nochmal langsam zu mitschreiben ... wenn jemand aus dem Ausland (EU) kommt, und vorher dort 12 Monate gearbeitet hat, dann nur 1 Tag in der Schweiz arbeitet und sofort arbeitslos wird, hat sofort Anspruch auf Arbeitslosengeld, obwohl nichts die Schweizer Kasse gezahlt wurde.

    Damit ist für Missbrauch Tür und Tor offen. Jeder "Freund" in der Schweiz kann seinen Kollegen aus der EU einen Arbeitsvertrag ausstellen und ihn damit ihn die Schweiz holen, für nur 1 Tag beschäftigen, kündigen, und schon hat man Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn er nachweisen kann, vorher 12 Monate in der EU gearbeitet zu haben.

    Damit wird doch die Arbeitslosenkasse in der Schweiz geplündert, ohne das diese Person jemals eingezahlt hat.

    Man muss also nicht in der Schweiz 12 Monate gearbeitet haben, das gilt nur für Schweizer, sondern irgendwo in der EU. Verstanden? Und der Nachweis der Beschäftigung wird man wohl in den korrupten EU-Ländern Bulgarien und Rumäminen gegen Baksisch leicht bekommen.

  1. Anonym sagt:

    also, wenn ihr das so genau wisst, lasst euch gesagt sein das es nicht so einfach ist mit dem Geld. Die Prüfungen sind sehr streng und der nachweis das man auch willig nach einer arbeit sucht, wird sehr genau geprüft. Es ist kein Zuckerschlecken von den Öffentlichen Kassen abhängig zu sein!!Wie ihr alle schon wisst geht es allen an den Kragen. Schlau ist der, der sich bescheiden macht, nicht viel braucht und trotzdem lacht.
    Allen die sich hier aufhalten,( ob Schweizer oder andre Welten Bürger) geht es im Verhältnis immer noch blendend...
    Stellt euch ein fach darauf ein, den Gürtel enger zu schnallen, damit wird man leichter und schleppt nicht so viel mit sich herum...

  1. Anonym sagt:

    Ich kann bestätigen, dass zumindest in meiner Branche als immer mehr Ausländer als Freelancer arbeiten und die Einheimischen weggedrängt werden. Falls man als Schweizer noch eine neue Stelle finden kann, wird man dann viel schlechter entlöhnt als vorher.
    Übrigens bin ich jetzt auch Arbeitslos. Normalerweise ist jetzt die Hochsaison.
    Ich habe das Gefühl die Schweiz soll bankrott gemacht werden. Ich erlebe da noch so einiges.
    Herzlichen Dank an Deutschland!