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François Hollande der 'Gauche Caviar'

Samstag, 12. Mai 2012 , von Freeman um 14:06

Dass Politiker Wasser predigen und selber Wein saufen ist uns hinlänglich bekannt. Sie verlangen von den Bürgern, sie sollen den Gürtel enger schnallen und sich mit einem bescheideneren Lebensstil zufrieden geben. Selber sind sie nicht bereit Opfer zu bringen oder sich einzuschränken. So ist es auch bei Frankreichs neuen "sozialistischen" Präsidenten, der seine Wahl mit den Aussagen zum Teil gewonnen hat, er könne die Reichen "nicht ausstehen" und er will sie mit höheren Steuern zur Pflicht nehmen. Jetzt stellt sich heraus, François Hollande ist selber kein armer Schlucker, sondern besitzt drei Liegenschaften an der Côte d'Azur in Cannes.

Seine Immobilien haben einen Wert von 1,17 Millionen Euro, wie laut französischen Gesetz das Vermögen eines neuen Präsidenten veröffentlicht werden muss. Er hat ein Haus in Mougines im Wert von 800'000 Euro, eine prestigeträchtige Hügellage über Cannes, wo auch Pablo Picasso mal lebte. Dann zwei Eigentumswohnungen in der Stadt im Wert von 230'000 und 140'000 Euro jeweils.

Interessant ist, Hollands Immobilienbesitz liegt gerade unter dem Wert von 1,3 Millionen Euro, wo die Vermögenssteuer einsetzen soll. Hollande griff im Wahlkampf regelmässig Sarkozy an, unter anderem mit dem Argument, sein Vorgänger wäre ein "Bling Bling" Präsident. Dabei muss sich Hollande jetzt den Vorwurf aussetzen, er wäre ein "Gauche Caviar' oder Champagner Sozialist.

Zusätzlich zu seinen Immobilien in Cannes, lebt Hollande in einem grosszügigen Apartment in Paris, zusammen mit seiner Lebensgefährtin Valerie Trierweiler. Obwohl er angekündigt hat, er wird sein Gehalt um 30% kürzen, wenn er das Amt antritt, wird er immer noch 156'000 Euro pro Jahr bekommen, plus alle luxuriösen Zulagen und Vergünstigungen eines Präsidenten mit Einzug in den 365 Zimmer Élysée-Palast.

Apropos Palast, ich hatte mal die Gelegenheit in einer "Datscha" von Josef Stalin zu übernachten, wo er seine Sommerferien am Schwarzen Meer verbrachte. Der Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion liess sich insgesamt 20 oder mehr dieser "Residenzen" bauen. Was ich erlebte war ein Schloss, mit riesiger Parkanlage, Repräsentationsräume, Festsaal, Hallenbad, Privatkino, Billardraum, 8 Schaftzimmer mit jeweils einem Badezimmer und Privatzugang zum Meer.

Noch mehr übertrieben hat es ausgerechnet Michail Gorbatschow von allen kommunistischen Parteiführern. Alleine die Fläche seines ehemaligen Sommerdomizil war 1'000 Hektar, inmitten eines Naturschutzgebiet, mit eigener Zugangsstrasse und Dorf ausserhalb für die Bediensteten, komplette mit elektrischen Stacheldrahtzaun und Wachtürmen umgeben. Neben mehreren Gebäuden mit allen erdenklichen Luxus hatte er auch einen eigenen Bootshafen. Ich habs mit eigenen Augen gesehen.

Das Ex-Sommerdomizil von Gorbatschow am Schwarzen Meer:



Ja, einige "Sozialisten" liessen es sich richtig gut gehen als sie an der Macht waren, residierten in Luxus den sogar Royals arm aussehen lässt. Mal schauen ob der "linke" Hollande das Gebaren des möchtegern "Napoleon" und Kriegsverbrecher Sarkozy fortsetzt oder das tut was er von den Franzosen an Einschränkung und Bescheidenheit verlangt.

insgesamt 15 Kommentare:

  1. Thinkloss sagt:

    wenn die politik stimmt gönne ich jedem seinen luxus

  1. xabar sagt:

    Man kann die Glaubwürdigkeit von Persönlichkeiten, besonders von Politikern, aber auch von Geistlichen, daran abmessen, wie sie privat leben.

    Aufschlussreich ist auch das Buch von Thomas Grimm, 'Das Politbüro privat', in dem Angestellte der Wandlitzsiedlung im damaligen Ost-Berlin von ihren Erfahrungen mit den dort wohnenden SED-Funktionären berichteten, darunter Gert Schmidt, der 'Butler' von Wandlitz und andere, Köche, Bodyguards, Putzhilfen...

    Willi Stoph, der damalige Staatsratsvorsitzende der DDR zum Beispiel setzte regelmäßig NVA-Leute (NVA-Nationale Volksarmee) ein, um seine Äpfel zu ernten oder um Neubauten, z. B. Ferienhäuser zu errichten, besaß ein stattliches Jagdrevier, wo er sich die meiste Zeit während der Woche aufhielt und ging dort seiner Jagdleidenschaft nach. Nur an drei oder vier Tagen nahm er an Sitzungen teil.

    Die Wandlitzsiedlung, die Walter Ulbricht nach dem Berliner Volksaufstand vom 17. Juni 1953 errichten ließ, um vor dem eigenen Volk sicher zu sein, war von einer grünen Mauer umgehen, und wurde rund um die Uhr von der Stasi bewacht. Schalck-Golodkowski, Honeckers späterer Unterhändler im Westen, der auch für den BND arbeitete (Deckname Schneewittchen), der Anfang der 80iger Jahre für die Beschaffung zweier Milliardenkredite im Westen sorgte, sorgte auch dafür, dass die Bewohner der Siedlung ständig mit Westwaren eingedeckt waren, die für die normale Bevölkerung nicht zugänglich waren.

    Was Josef Stalin angeht, so betonen Stalinisten bis heute seine Bescheidenheit, und wie bescheiden er doch in seiner Moskauer Wohnung und in seiner Datscha in Kunsewo bei Moskau, gelebt habe, ohne dabei seine vielen Datschen, und Feriensitze zu erwähnen, von denen im Artikel die Rede ist.

    Auch über den Großen Vorsitzenden, sprich Mao Zedong, gibt es ein gutes Buch, das seines Leibarztes Li, in dem dieser von Maos 'kommunistischen' Lebensgewohnheiten berichtet, u.a. darüber, dass er sich in der Verbotenen Stadt unter dem medizinischen Personal einen kleinen Harem hielt. Mao nahm es mit der ehelichen Treue nicht so genau und schickte drei oder vier seiner Frauen in die Wüste, darunter eine schon während des Langen Marsches in den 30iger Jahren.

    Andere, vor allem seine Gegner hatten es da schon schwerer: Auf endlosen Kritiksitzungen hatten sie sich für alles Mögliche zu rechtfertigen und mussten schriftliche Selbstkritiken verfassen, und versprechen, sich zu 'bessern'. Taten sie es nicht, galten sie als 'Konterrevolutionäre'.

  1. nichts von alle dem können sie ihre grabstätten mitnehmen!
    und das ist verdammt gut so!
    nur ihr unreines gewissen nehmen sie mit....
    mal sehen was sie damit anfangen können.....nichts ausser leid. diese großkotzmäuler.

    mit großer macht, folgt große verantwortung.
    mit großem vermögen, folgt große bescheidenheit.
    daran können die menschen gemessen werden.

  1. 3DVision sagt:

    "Zit Thinkloss.
    Wenn die Politik stimmt gönne ich jedem seinen Luxus"


    Sie sollen nicht mehr Luxus haben als das normale Volk.
    Denn mehr steht ihnen nicht zu.

  1. minusmaximus sagt:

    Wie weit muß sich ein Mensch von sich selbst entfernt haben, daß er sich so wichtig nimmt und anderen Menschen gnadenlos ins Gesicht lügt und verlangt den Gürtel enger zu schnallen?
    Pure Selbsterhöhung und ein krankhaftes Ego. Diese kranken Egos haben schon viel Leid in der Welt verrichtet.
    Der Abgang wird dann umso härter, wenn sie diese Welt verlassen müssen und gefragt werden, was sie denn mit ihren Fähigkeiten gemacht haben.
    Das sind ganz erbärmliche Hunde, die es nicht geschafft haben Mensch zu werden.

  1. Legendarisk sagt:

    Es sollte heißen: "Wenn die Politik stimmt HAT jeder seinen Luxus!"
    Wenn jemand dafür sorgt, dass keiner mehr unter der Armutsgrenze dahinvegetieren muss dann hab ich eigentlich auch kein Problem damit wenn er irgendwo eine Villa stehen hat. Solange die anderen Menschen, das Volk, genug zu leben haben können sich die Staatsoberhäupter gerne mit Phallussymbolen brüsten. Wenn sie es denn nötig haben... Zum Ausdruck gebracht sollte denke ich nur der unverschämte, extreme Gegensatz zwischen arm und reich. Wenn es jedoch keine Armen mehr geben sollte, sprich es allen gut geht, können sich die die dafür gesorgt schon mehr gönnen. Neid ist nur angebracht wenn man weniger hat als man benötigt. Wenn man sich den Kopf zerbrechen muss wie man über die Runden kommt. Die Kinder ernährt. Die Heizung oder gar die gesamte Miete bezahlt. Ansonsten wäre Neid auch nur einer von vielen psychischen Abarten des Menschen.

  1. joggler sagt:

    Eigentlich sind die Bürger die Herren eines Saates und die Regierungen ihre Diener. Ich kenne keinen einzigen Politiker Weltweit, auf den das zutreffen würde, sicherlich nicht was Einkommen und Vermögen betrifft. Und die Menschen nehmen das hin ohne zu Murren. Dann müssen sie eben auch damit leben, dass diese 'Politiker' in Saus und Braus leben und das gemeine Volk ums Überleben kämpft.

  1. El. sagt:

    Übersetzt auf Deutsch

    'Gauche Caviar' übersetzt auf Deutsch bedeutet "Genosse der Bosse".

    Das kennen wir aus Deutschland vom Schröder, beide wurden auf die Posten von ihren Auftraggeber geschickt, um die Zerschlagung des sozialen Rechte unter der roten Fahne zu exekutieren. Die Gewerkschaften und die Genossen von SPD, haben in Deutschland die Urteile der "Finanz-Weltgemeinschaft" fröhlich vollstreckt, mit den Konservativen wäre das nich so simpel.

    Solche Parteien wie SPD oder Sozialisten in Frankreich werden von den o.g. Gemeinschaft als "Schläfer" unterhalten, um sie zum Sozialabbau einzusetzen. Es ist wichtig, dass die Parteien genug von den nützlichen Idioten rekrutieren bzw. zu den Wahlen überreden.

    'Gauche Caviar' oder andersherum "Er hat das Herz links und die Brieftasche rechts.", das lernen die Kandidaten bei ENA, die Jahr für Jahr spuckt, das man nicht sagt kotzt, genug vom 'Gauche Caviar'.

    Das ist keine Überraschung, natürlich, schliesslich
    "Nach den Wahlen wird sich gar nichts verändern"

    Die "Finanz-Weltgemeinschaft" liess einem Zombie verkünden ihre Botschaft:

    "Yes, we can!"

    Ja, sie können das, sie haben die ganze Palette der "politischen" Parteien zur Verfügung, die Aufgabe der Bürger ist, ihre Parteien zu wählen. Zu dem Zweck werden auch die Wahlkämpfe zur Belustigung des Pöbels veranstaltet.

    Signed El.

  1. drdre sagt:

    Natur der Sache, egal wer regiert, erstmal wird sich an den Trögen bedient. Erst waren es die Könige und Fürsten, dann kamen die Bürgerlichen Eliten. Auch diese wussten nur von der Masse können einige wenige gut leben. Da hat man von den Grafen und Fürsten gelernt.

  1. noswear sagt:

    Ich denke man sollte nicht zu vorschnell Urteilen. Der Immobilienbesitz von Herrn Hollande ist für mich nicht besonders beeindruckend oder moralisch verwerflich. Ob er jetzt privat 2 oder 5 "Räumlichkeiten" zur Verfügung hat ist doch völlig egal. Ob er dafür hart gearbeitet hat kann man nicht sagen und ist auch unerheblich.

    Seine grundsätzliche Idee finde ich gut. Ob das umgesetzt wird und funktioniert ist ein anderes Thema.

    Man darf jedoch nicht vergessen, dass die Menschen in Frankreich eine andere Mentalität haben als beispielsweise in Deutschland. (Ich bin Deutscher)

    Franzosen als Volk stehen eher auf und machen sich Stark für ihre Interessen.

    Herr Hollande hat kräftig ins Horn geblasen. Falls es nichts weiter als heiße Luft gewesen ist wird es ungemütlich.

    Zumindest ungemütlicher als in meinem Land.

    Wir leben in einer schwierigen Zeit(auch wenn der alltägliche "Luxus" die Warnehmung trübt.)

    Unsere Welt, Gesellschaft und Lebensart wird sich in Zukunft verändern. Nicht nur zum negativen, da bin ich mir sicher.

  1. xabar sagt:

    @noswear

    Im Grunde hast du Recht. Das sind alles kleine Fische, wenn man bedenkt, was die Finanzterroristen an der Krise von 2008 verdient haben, z. B. über die ihnen zugestandenen Bailouts und Bonuszahlungen, und nicht zu vergessen Larry Silverstein, der jüdische Besitzer des World Trade Center, der an der kontrollierten Sprengung von drei Gebäuden -auch 9/11 genannt - Milliarden verdient hat. Er hatte seine Gebäude rechtzeitig gegen zwei Terroranschläge versichert und kassierte dann einige Jahre nach dem Ereigniss, das fast dreitausend Amerikanern das Leben kostete, die Versicherungssumme.

  1. noswear sagt:
    Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
  1. xabar sagt:

    Wie leben die Assads, Bashar al-Assad mit seiner Frau Asma und seiner Familie in Damaskus?

    Nachlesen kann man dies in David W. Lesch's Buch 'The New Lion of Damaskus', 'Der neue Löwe von Damaskus'. Der Titel bezieht sich auf die Bedeutung des Wortes Assad, das Löwe bedeutet.

    "Sie (gemeint die Assad-Familie) zogen 1973 um in ein Haus drei Jahre, nachdem Hafiz (Bashars Vater) an die Macht gekommen war.

    Das neue Haus war fast genauso bescheiden wie das alte, obwohl es im eher gehobenen Viertel von Malki/Damaskus liegt, wo sich eine ganze Reihe von Botschaften und Konsulaten befinden (einschließlich der US-Botschaft), sowie die Wohnungen vieler hoher syrischer Beamter.

    Hier in diesem Haus, wiederum im dritten Stock eines dreistöckigen typischen Bürgerhauses von Damaskus, lebt Bashar mit seiner Familie heute noch."

    Wie die Familie das alte Haus erwarb:

    "Die Assad-Familie kaufte das Haus 1964 durch ein Darlehen, das sie von einer Bank des Militärs erhielten, also im Prinzip durch ein Militärdarlehn."

    "Bashars Familienhaus, in dem er als Kind lebte, war ziemlich bescheidenen Zuschnitts, wenn man bedenkt, dass sein Vater ein sehr mächtiger Mann in Syrien war...Sie wohnten im dritten Stock des dreistöckigen Hauses..."
    (Ebd., S. 9).

  1. La Gauche caviar est un concept qui a été inventé dans les années 85-90, pour moquer cette gauche bourgeoise grotesque (souvent d'origine achkénaze) qu'incarnait le plus le ministre de la culture Jack Lang !