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Nach der Wahl ist alles nur noch schlimmer

Montag, 18. Juni 2012 , von Freeman um 11:00

Es hat sich durch die Wahl in Griechenland nichts verändert. Die Eurozone ist genau dort wo sie am Freitag war, was die Pleitestaaten betrifft. Die 10-jährigen Staatsanleihen Spaniens sind heute Vormittag auf einen Rekord von 7,1 Prozent gestiegen. Ein Zins der untragbar ist und die Insolvenz bedeutet. Die Zinsen für die italienischen Anleihen sind ebenfalls bei weit über 6 Prozent angelangt. Eine wirkliche Beruhigung der Märkte ist nicht eingetreten, da kein Problem gelöst ist.


Demo vom 31. März in Karlsruhe vor dem Bundesverfassungsgericht

Die 10-jahrigen Anleihen von Portugal müssen sogar mit über 10 Prozent verzinst werden, sonst kauft sie keiner. Kein Wunder hat der portugisische Wirtschaftsminsiter Alvaro Santos Pereira heute verkündet, sein Land hat Liquiditätsprobleme, was nur eine andere Beschreibung für "völlig pleite" bedeutet.

Während sich alle auf das griechische Wahlresultat konzentrieren und in Euphorie schwelgen, ist die Frage aller Fragen eine andere. Wo soll das Geld herkommen, um Spanien und Italien zu retten? Es ist nämlich gar nichts vorhanden, bzw. das Konstrukt dazu existiert gar nicht.

Weder der IWF, die EZB, der EFSF, noch der ESM haben genug Mittel um Italien und Spanien zu retten. Es ist sogar so, den ESM gibt’s noch nicht, da von den meisten Ländern nicht ratifiziert, obwohl der Europäische Stabilitätsmechanismus bis zum 1. Juli stehen sollte.

Dann müssen ja die 17 Länder der Eurozone jeweils ihren Anteil am ESM noch einzahlen. Damit fängt es aber wirklich an absurd zu werden. Die Länder welche man mit dem ESM retten will, müssen erst Geld einzahlen, damit sie gerettet werden können. Hallo!!!

Italien muss 18 Prozent und Spanien 12 Prozent beitragen, zusammen also 30 Prozent. Dabei haben die Parlamente beider Länder den ESM-Vertrag noch nicht mal ratifiziert!!!

Das heisst, Spanien und Italien müssen irgendwoher Geld zu horrenden Zinsen aufnehmen (siehe oben), um damit ihrem Anteil von 30 Prozent im ESM füllen zu können, damit sie wiederum vom ESM Geld zu niedrigeren Zinsen als Rettung bekommen.

Im konkreten Fall, der spanische Staat muss sich Geld zu 7 Prozent Zins leihen, um Banken zu retten welche von der EZB Geld zu 1 Prozent bekommen, damit sie es dem spanischen Staat zu 7 Prozent verleihen, damit dieser die Banken retten kann.

Wer sich dieses Konstrukt ausgedacht hat ist völlig bescheuert.

Der Anteil Deutschlands am ESM ist 27 Prozent. Sogar dann mit zusammen 57 Prozent reicht es nicht. Bisher haben nur 4 der 17 Länder dem ESM zugestimmt. Frankreich, Niederlande, Griechenland und Slowenien. Frankreich ist ja selber praktisch pleite und die Niederlande steht kurz davor.

Eine Schuldenunion, in der die meisten Länder die in den ESM einzahlen sollen selber total verschuldet sind, kann nicht funktionieren. Ausser Deutschland trägt die gesamte Last, was aber Merkel strikt ablehnt. Oder wird sie demnächst folgende Frage an die deutsche Bevölkerung stellen:

"Wollt ihr die totale Verschuldung? Wollt ihr sie, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir sie uns heute überhaupt erst vorstellen können?"

Leute, egal was die Experten in Brüssel und die Politiker in Berlin und Paris sich ausdenken, die Eurozone ist am Arsch. Von den Mitgliedsländern Geld für den ESM zu verlangen, damit dieser die selben Länder wiederum aus der Patsche helfen kann, ist doch Schwachsinn. Faktisch bedeutet das, es ist kein Geld vorhanden und das Ding ist gelaufen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis die Eurozone auseinanderbricht.

Zurück zu Griechenland. Ein Sprecher der Citigroup kommentiert den Ausgang der Wahlen am Montag so: Die Wahrscheinlichkeit eines Austritts aus der Eurozone in den nächsten 12 bis 18 Monaten bleibt bei 50 bis 75 Prozent. Der ehemalige Chef der Zentralbank Zyperns sagt, die Wahlen in Griechenland "beenden nicht die Krise". Auch da hat sich nach Einschätzung der Insider nichts geändert.

insgesamt 12 Kommentare:

  1. lueden.de sagt:

    Du weißt doch selbst: Die sich den ESM ausgedacht haben sind nicht "bescheuert", sondern verrucht. Sie nutzen die Täuschung zu ihrem Vorteil und unsere regierigen können so bescheuert garnicht sein, dass sie es nicht durchblicken würden (mal von einigen Hinterbänklern im Bundestag/Bundesrat abgesehen, denen nehme ich sogar ab, dass sie es nicht blicken).

  1. Isabela sagt:

    Leute die Ampel ist auf Rot aber unsere Politik Gelaber Rababa.Die wissen es auch das balt die Lampe aus ist . Nachrichten werden nicht gesendet ,und Zak kommt wieder mal EXPERTE der uns sagt alles O.K. keinne panik zahlt einfach weiter und und alles wir Irgenwann Gut aber wann ????

  1. Skeptiker sagt:

    Die "Märkte" hat die Griechenlandwahl jedenfalls nicht beruhigt gggggg

    Der Zinssatz für 10 jährige Spanische Anleihen steigt heute auf 7,15% :-)

    http://pigbonds.info/

  1. 3DVision sagt:

    Ich sag nur noch eins.

    Avanti mit der Vorsorge.

  1. archelys sagt:

    Satansknechte

    Während sie mit Truggeduld
    lügend unser Sein gestalten,
    wird die Masse eingelullt
    und mit Schund auf Kurs gehalten.
    HM 18.6.12

  1. Kassandra sagt:

    Griechenland brachte einst die be-
    kannten Geistesgrößen hervor. Un-
    vorstellbar,daß die heutigen Grie-
    chen in ihrem Überlebenskampf ihre
    Schlächter wirklich selbst gewählt
    haben sollen!
    Fakt ist: Da die astronomischen
    Schulden nicht rückzahlbar sind,
    haben die Finanzverbrecher jetzt
    freie Bahn u. können (statt auf
    tote Euros zu warten) fette Beute
    machen:Griechenlands Boden, Immo-
    bilien, Häfen, Kulturgüter u. das im Meer entdeckte Öl!
    Ausverkauf einer Nation, Übereig-
    nung aller realen Werte!
    Ein stolzes Land wird zu einem
    Bankster-Protektorat, die Bewohner
    zu Sklaven.
    Wer ist der nächste Kandidat?
    Die Völker haben nur noch eine
    Wahl: Sie müssen sich erheben u.
    ihre Hochverräter ABWRACKEN.
    Es gibt nur 2 Wege: Freiheit oder
    Sklaverei!

  1. hallo100 sagt:

    die wirtschaftskrise in ganz europa wird weitergehen und sich mit der tatkräftigen hilfe der welt finanz-eliten, dem iwf, uno, nato, goldmann sach und anderen bankstern vergrössern. den usa ist das nur recht, es stärkt ihre position und ihren dollar und sie können sich auf kosten europas von ihrer miserablen wirtschaftlichen lage erholen. schon der zweite weltkrieg wurde damals von den usa finanziert und mitiniziert. das gleiche wiederholt sich wieder in form eines wirtschaftskrieges. Und unsere regierungen in allen ländern europas sind entweder zu doof das zu durchschauen oder sie sind korrumpiert und zu machtbesoffen.die bilderberger standen am anfang des europaprojektes vor ca. 50 jahren und bei der gründung waren europäer, wie auch amerikaner beteiligt und die idee ist aus europa das gleiche wie die usa zu machen. Die geschichte hat aber immer wieder gezeigt, dass grosse reiche mit viel zentralismus nicht überleben werden. zentralismus und zentrale planung hemmen die eigeniniziative, fördern die bürokratie und den überwachungsstaat.nun man könnte noch vieles über diese entwicklung schreiben.

  1. IrlandsCall sagt:

    "Wer sich dieses Konstrukt ausgedacht hat ist völlig bescheuert."
    Das ist nicht bescheuert, das ist genial. Denn auf diese Weise werden alle Länder nach und nach heillos verschuldet sein, bis zu letzt der letzte Schulder , und das ist Deutschland, alles privates und öffentliches Eigentum an die Banken verpfändet haben. Und das ohne Gegenleistung. Wenn das mal nicht genial ist. Und der Michel ist zu blöd um das zu begreifen. LOL

  1. hallo100 sagt:

    @IrlandsCall
    wenn man sich mit den hintergründen der wallstreet krise 1929 befasst, dann wird man sehen, dass diese damals auch von den bankstern ausgelöst und manipuliert wurde und sie durch diese krise immens reich geworden sind. zu schnäppchenpreisen haben sie sich grundstücke, immobilien, firmen,aktien und beteiligungen gekauft und nach jahren riesige profite gemacht. wir haben es mit den gleichen eliten von damals in jüngerer generation zu tun sowie mit neu hinzugekommenen.

  1. AU AU WEIA sagt:

    besucht mal Schwindelpedia ...

    Der Anteil der Nichtwähler, der bereits bei den vorangegangenen Wahlen ständig angestiegen war, stieg erneut auf 37,5 %.
    also 100 % - 37,5 % = 62,5 %
    das ist bald fast die hälfte, wäre nicht die Pflicht zu wählen in Giechenlande, wer würde wohl noch wählen gehen ...

    http://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahl_in_Griechenland_Juni_2012

  1. drdre sagt:

    Völlig richtig gesehen und die Forderung der USA wie die FED Geld zu drucken wird höchstens die Inflation vorantreiben. Natürlich weiss Merkel, dass weder EFSF noch der undemokratische ESM die Schuldenlast werden stemmen können, daher verhält diese sich auch so. Letztendlich wird es die Bürger die als letzte in der Nahrungskette stehen am härtesten treffen. Machen wir uns nichts vor. Der Traum vom Europäischen Verbund des Grosskapitals ist ausgeträumt und nur noch eine Frage der Zeit. Die Umverteilung von unten nach oben ist abgeschlossen. Der Euro wird Geschichte

  1. holzmichl sagt:

    Auch am Samstag gab es eine Demo in Karlsruhe gegen den ESM - für direkte Demokratie. Es gab allerdings keinen einzigen Medienbericht, obwohl alle relevanten Redaktionen früh genug informiert waren. Hier der Blogbeitrag des Aktionsbündnisses:
    http://eurodemostuttgart.wordpress.com/2012/06/18/500-demonstranten-gingen-erneut-gegen-den-esm-auf-die-strase
    Hier noch ein Bericht:
    http://www.politicool.de/2012/06/euroshima-in-karlsruhe.html
    Mehr habe ich auch im Web nicht gefunden. Es war in diesem Jahr die 5. Demonstration gegen den ESM (nach Karlsruhe, Stuttgart, München und Berlin). Auffällig ist, dass dort mehrere kleine Organisationen mit geringem Budget mitgemacht haben. Also definitiv "echte" Opposition.
    Es werden noch Unterstützer und Helfer gesucht für eine Demonstration am 29. Juni in der Nähe vom Reichstag.
    Danach dürfte erstmal Sommerpause sein, is ja auch anstrengend sowas ...