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Haftbefehl gegen Assange aufgehoben

Samstag, 21. August 2010 , von Freeman um 17:45

Heute Morgen wurde Julian Assange noch verdächtigt in einer Vergewaltigung und einem Fall von sexueller Belästigung verwickelt zu sein und es wurde ein Haftbefehl ausgestellt. Jetzt am Nachmittag ist der Haftbefehl aufgehoben worden. Die Chefanklägerin in Stockholm, Eva Finné, sagte: "Ich glaube nicht, dass ein Grund zur Annahme besteht, er ist in einer Vergewaltigung involviert."

Als Antwort auf die Kritik, warum zuerst ein Haftbefehl ausgestellt wurde, den man wenige Stunden später wieder aufhob, sagte Karin Rosander, die Sprecherin der Justizbehörde: "Die Staatsanwältin die den Fall übernahm liegen mehr Informationen vor und deshalb hat sie die Sachlage anders beurteilt als die Person die im Pikettdienst war."

Der ehemalige Chefankläger Sven-Erik Alhem kritisiere in der Zwischenzeit die Staatsanwälte wegen ihrem "Umgang mit den Medien." Es wäre sehr ungewöhnlich und nicht gut einen Haftbefehl so zu veröffentlichen und in die Welt zu posaunen. Es gehe nicht an, eine bekannte Person einer schweren Straftat zu verdächtigen ohne sie angehört zu haben, denn die Auswirkungen wären beträchtlich.

Die falschen Anschuldigungen haben aber schon zu Konsequenzen geführt. So sollte morgen Sonntag die erste Kolumne von Assange in der Zeitung Aftonbladet erscheinen. Der Herausgeber Jan Helin hat aber beschlossen die Veröffentlichung zu stoppen und eine weitere Zusammenarbeit auf Eis zu legen, bis der Hintergrund der Anschuldigungen aufgeklärt wird.

"Jetzt ist es wichtig, dass er seine Version der Vorwürfe abgeben kann", sagte Jan Helin, der mehr von Assange wissen will, als das kurze Dementi welches er Helin heute Morgen schickte. "Ich muss einfach mehr wissen," sagte er.

Um 5:00 Uhr berichtete das schwedische Boulevard-Blatt Expressen zum ersten Mal darüber und um 10:00 Uhr ging eine erste Reaktion von Assange ein. "Natürlich sind die Vorwürfe der Vergewaltigung nicht wahr", schrieb Assange in einer E-Mail an Aftonbladet.

"Die Glaubwürdigkeit der Dokumente aus Afghanistan sind durch die Vorwürfe der Vergewaltigung natürlich nicht betroffen, aber ich habe ein Unbehagen über die ganze Situation", sagte der Herausgeber von Aftonbladet.

In einem E-Mail-Interview mit der norwegischen Zeitung Dagbladet sagte Assange, dass er das Opfer einer Verschwörung sei und dass ihm die Anschuldigungen nicht bekannt waren, bis er heute Morgen aus den Medien davon gehört hätte.

Er hat auch eine E-Mail an die Zeitung DN geschickt in der stand: "Warum kommen diese Vorwürfe zu dieser Zeit, ist eine interessante Frage. Ich bin nicht von der Polizei kontaktiert worden. Die Behauptungen sind falsch."

Die Piratenpartei steht zu Wikileaks, egal welche Vorwürfe gegen Assange erhoben werden. Die Beschuldigungen gegen eine einzelne Person haben keinen Einfluss auf die Zusammenarbeit. "Die Organisation macht eine wichtige Arbeit für die Demokratie", sagte Anna Troberg, die stellvertretende Parteivorsitzende.

"Wir werden weiterhin die Organisation unterstützen. Wikileaks Arbeit ist heute ebenso wichtig wie gestern, denn es geht um den Schutz der Demokratie in der Welt", sagte Troberg.

Kommentar: Was neben einer möglichen Verschwörung von Gegnern von Assange und Wikileaks sein kann, ist ein Kampf der schwedischen Medien untereinander. Es sieht so aus, wie wenn gewisse Zeitungen die Zusammenarbeit zwischen Assange und Aftonbladet torpedieren wollen. Entweder auf Befehl von "Aussen" oder aus purem Neid wegen der Auflage. Das ist ihnen jedenfalls im Moment gelungen.

insgesamt 14 Kommentare:

  1. true_man sagt:

    freeman...du machst mich fertig, ehrlich!

    nichts-desto-trotz freut es mich für julian.

  1. Peter.Hacke sagt:

    Wollt ich auch grad schreiben.

    Freeman war wieder schneller.

  1. Jonas sagt:

    schade ich hätte zugerne den Inhalt der Insurance Datei gelesen, aber gut das es sich geklärt hat... das zeigt das die Willkür nicht immer Siegt.

  1. Anti-Slave sagt:

    ...alle, die hier auf die gewaltsame Revolution hoffen.... Das wäre der falsche Weg, denn das wurde von ihnen vorhergesehen. Und ihr würdet euch damit als "Terroristen" outen. Dafür machen die doch dieses ganze Terrorgedönse.
    Die geben sich die größte Mühe, vorherzusehen, wie unser erster Stein geworfen wird.
    Die einzige Chance besteht in friedlichen Aktionen, indem bei Demos gegen den "schwarzen Block" selber vorgegangen wird, da es die Polizei ja nicht tun wird. Schließlich sind der "schwarze Block" Polizistenkollegen, Agents provocateur.

    Ihr müsst strategisch denken, und die öffentliche Meinung auf eure Seite bekommen - der Weg muss über die MS-Medien gehen.

    Sobald die über eine Demo berichten, die aktiv gegen vermummte Plünderer vorgeht, dann wisst ihr: WIR haben gewonnen, denn WIR sind das Volk!!!

  1. xabar sagt:

    'Aftonbladet' ist eine seriöse schwedische Zeitung, die auch den Mut hatte, letztes Jahr Donald Boströms Enthüllungen über den Organhandel israelischer Soldaten ans Licht zu bringen, und die trotz erheblichen Drucks von israelischer Seite zu den Veröffentlichungen stand. Man drohte und drohte und drohte, aber nichts passierte, weil man Angst hatte, dass noch mehr Licht in die Sache kommen würde. Israelische Soldaten hatten bei Nacht und Nebel getötete palästinensische Gefangene, denen zuvor Organe entnommen und deren Körper notdürftig wieder zugenäht worden waren (Bilder davon waren in 'Aftonbladet' zu sehen), beerdigt. Der von Tel Aviv einbestellte schwedische Botschafter wies den Israelis gegenüber, die wie immer, wenn sie bei einer Schweinerei ertappt werden, einen heuchlerischen Aufstand machen und 'Antisemitismus' schreien, auf die Unabhängigkeit der schwedischen Presse hin.

    Und diese Presse scheint tatsächlich noch etwas zu taugen, im Gegensatz zu der unsrigen (Ausnahme: Junge Welt!).

    Jener Fall beweist, dass sich 'Aftonbladet' nicht so schnell ins Boxhorn jagen lässt, und ich glaube, dass man zu Ansange stehen wird.

  1. Danke @freeman!
    Nachdem die USA renitent gegen WikiLeaks insistiert hatten, habe ich was erwartet - hingegen niemals eine Anschuldigung gegen das Gründungsmitglied und schon gar nicht wegen Vergewaltigung. Der Beitrag von heute Morgen brachte mir in der Tat einen relativ verschissenen Tag. Die Aufhebung dieses Schmierentheaters macht einiges wieder gut.

    Interessant ist für mich, dass die sog. Opfer gar keine Anzeige erstattet hatten, sondern, dass das Ganze angeblich «von Staates wegen» laufen sollte. Das zeigte mir, dass es gar nicht um die vermeintlichen Opfer, sondern nur um den vermeintlichen Täter ging.
    Ich hoffe doch sehr, dass die Schweden das insgesamt besser (als die deutschen mit Kachelmann) machen und nicht auf «… Es wird schon was hängenbleiben …» spekulieren.

    Zu Phase 3: Unfall oder Selbstermordung
    Ich hoffe doch sehr, dass diese nie eintritt. WikiLeaks ist ein Team, das in jedem Fall weitermachen würde. Das sollten sich auch Eventual-Schergen gemerkt haben.

  1. Gringo sagt:

    grausam !
    gender pur !

    halte dir jeden gegner und andersdenkenden einfach vom leib -
    - rufmord heute kein problem mehr -
    behaupte er ist ein vergewaltiger -
    - es war noch nie so einfach wie
    heute, dank juristenabschaum und
    medien, eine existenz für immer
    zu zerstören !

    bin gespannt auf den tag an dem einer unserer menloving volksverkäufer in der
    B L Ö D zeitung rumgreint,
    dass ein untertan "böhses" mit
    ihm gemacht hat.

  1. vanaric sagt:

    Wenn die Medien das wirklich torpedieren wollten, dann haben sie es zwar rausgezögert, aber wenn er schlußendlich dochschreiben darf werden sich nun nur noch mehr Leute darum reißen!

  1. Rockwater sagt:

    Wikeleks ist nicht tolerierbar. Einfach den Leuten direkt das Geschehen zu zeigen ohne Zensur ist schon fast Hochverrat. Also muss man das stoppen. Die Beste Methode ist den Herausgeber zu diskreditieren.
    Wenn er kein Dreck an der Backe hat, dann braucht man ja ihn nur mit Dreck zu beschmeißen. irgendetwas wird schon hängen bleiben.

    Die Schlafschafe zu verunsichern ist nicht erwünscht.

  1. Karsten sagt:

    Lieber Gringo,
    es war schon einmal so einfach. Und Freeman hat mehrere Artikel gebracht, in denen er aufzeigt, es ist wieder so einfach. Es braucht aber wohl für viele von uns erst ein praktisches Beispiel, um zu sehen, was Freeman gemeint hat?

    Ich hatte noch einen Geschichtslehrer in meiner Schulzeit, der noch durch die Nazizeit und durch den Krieg gegangen war. Der mußte nicht aus Büchern erzählen, wie es heutige Lehrer tun müssen. Der hat einfach aus seiner Erinnerung erzählt:
    "Später, als 1933 - 1945 schon weiter fortgeschritten war, mußtest Du einfach nur der "Überwachung" sagen, Dein Nachbar ist Jude oder hat dies oder das gemacht. Und - der wurde abgeführt. Kein Nachweis mehr. Einfach nur noch verbal anschwärzen. Und weg war eine unliebsame Person."
    Bis keiner mehr da ist, der einem selber hilft, wenn man selber aus einem nichtigen Grund abgeführt wird."

    Ich darf erinnern, was Dr. Rath in einem seiner Vorträge und auch auf seiner Website sagt:
    "Sie haben es schon mal gemacht!"

    Hier geschieht wirklich nichts Neues; mit Hilfe der neuen Technik vielleicht etwas effizienter und sie können es nicht mehr mit der Brechstange machen. Es gibt andere, bessere und subtilere Wege, und deshalb sind sie heutzutage noch gefährlicher.

  1. KPAX sagt:

    Egal : WikiLeaks ist grösser als Assange.
    Die Tür ist aufgestossen überall gibt es Insider,die nicht schweigen wollen / können und es wird ggfls eine neue Plattform dafür entstehen.
    Oder die wird von anderen weitergeführt.
    Ich hoffe an den Vorwürfen ist nichts dran,es sieht ja danach aus,daß nichts dran ist.

    Assange lebt gefährlich HUT AB !!

  1. Jetzt Assange als Staatsfeind No.1
    hier in der BRD der ehemalige SPD-Abgeordnete Tauss(heute Piratenpartei)wg.angebl. Pornopgrafie,Pädopohälie usw. dann Kachelmann (wg.angebl., weil noch nicht bewiesener Vergewaltigung).
    Immer nach dem gleichen NWO-Muster:
    Erpressen mit Geld oder Job, dann wird der Druck erhöht: Nacktfotos , Vergewaltigungs- oder Pädophälie-Vorwürfen.Dann bleibt ja nur noch Verunfallung,Veraufhängung(Richterin Heise, Berlin) oder Auftragsmord!
    Soll Schweden dei Drecksarbeit für die USA-Dienste übernehmen?Wie war das doch mal mit Olof Palme?
    Er ist den Amis auf die Füsse getreten" , genau wie jetzt Assange.
    Tauss ist gewissen "höheren Kreisen" aus Politik,Medien Millitär, Richtern, Kirchenoberen (Pädophilen Kreisen) auf den Schwanz getreten.
    Kachelmann ist Konkurenten aus dem Wetter+CO2-Millieu zu nahe gekommen.Sein Mitinhaber will die Firma.Hat Ihm bei einem Gefängnisbesuch ein Abtretungspapierchen unterjubeln wollen.Nochmal davon gekommen.Man wollte seine Häser, Firma ,Auto!Allers klar???

  1. Lenjo sagt:

    @Antisalve:
    Vermumte gegen Vermumte, Demos verkommen zum Bürgerkrieg, weil alle im Schwarzen-Block Agents provocateure sein sollen und deswegen wieder andere gegen sie vorgehen? Nein, das sind Leute, die sich leicht aufhetzen lassen ... ich würde mich nicht so aufhetzen lassen, es gibt keinen Grund dazu.

    Das Denken verändern und das Handeln verändern, freundlich-respektvoller Wandel von Beziehungen und Lebensstilen. Persönliche Konsequenz ist das Gebot der Stunde. Völlige Neuorientierung und gut informiert sein. Aber immer schön die Ruhe bewahren. Sind zwar viele Schafe, aber viele sehen nur so aus ... und wie viele, das wird sich zeigen.

    ---
    Freut mich riesig für Julian, und möchte anmerken, dass dieser Jan Helin wohl keine besondere Größe hat, wäre es doch eine super Gelegenheit gewesen hinter seinem Kolumnisten zu stehen.

  1. Fahrenheit sagt:

    Ich filtere mal das positive dieser Geschichte aus: Immer wenn Graumiesen&Co. Verunglimpfung, Rufmord oder "Unfälle" produziert kann man fast 100% sicher sein das es sich bei den Opfern um aufrichtige Streiter für Wahrheit und Gerechtigkeit handelt. So gesehen ist das die "beste" Werbung für die gute Sache, man muss es eben nur checken.
    Meinen Respekt und meine Zuneigung für alle unerschrockenen und selbstlosen Kämpfer.

    Get up stand up. Stand up for your rights!


    wikileaks wikileaks wikileaks
    (skandiert)