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GPS funktioniert um den Kreml herum nicht

Samstag, 22. Oktober 2016 , von Freeman um 19:00

Es scheint wie wenn die Russen den GPS-Empfang um den Kreml herum in Moskau absichtlich verändern, denn die Koordinaten werden nicht richtig angezeigt. Wer ein Navi verwendet, wie zum Beispiel Taxifahrer, hat diese "Anomalie" gemerkt. Auch Spieler von Pokemon Go laufen verwirrt herum, weil ihr Smartphone falsche GPS-Koordinaten zeigt. Benutzer der GPS-Funktion haben in den letzten Monaten auf den sozialen Medien sich darüber beschwert, denn wenn sie sich in der Nähe des Kreml befinden, hört die Funktion auf oder es werden die Koordinaten von Moskaus Vnukovo Flughafen gezeigt, 29 Kilometer weit vom Stadtzentrum entfernt.

Auf dem Roten Platz wird man 29 km weit weg gebeamt ;-)

Vergangenen Monat während des Moskau-Marathon am 25. September haben zahlreiche Läufer auch reklamiert, ihre Apps würden nicht mehr richtig anzeigen, wie weit sie gelaufen sind. Dies passierte als sie am Kreml vorbei kamen.

"Ich bekam 40 Kilometer zusätzlich zu meiner Distanz addiert. Es passierte am Kreml", hat der Marathonläufer Andrey Yegorov auf Facebook geschrieben, als Teil einer Diskussion von Sportlern darüber.

Grigory Bakunow, ein IT-Experte der russischen Internetfirma Yandex, meinte am vergangenen Donnerstag, seine Recherche hätte gezeigt, es gibt ein System zur Blockierung des GPS-Empfangs innerhalb der Kreml-Mauern, der gut bewachte russische Regierungssitz und die offizielle Residenz von Präsident Putin.

Er meint, die "Umleitung" auf den Flughafen Vnukovo könnte mit der Absicht zu tun haben, Drohnenflüge über den Kreml zu verhindern. GPS soll nämlich automatisch Drohen darin hindern, in der Nähe von Flughäfen zu fliegen, wegen der Gefährdung des Flugverkehrs.

Der Flughafen Vnukovo

Die erste Anomalie wurde im Juni festgestellt, wie die russischen Medien berichten. Sie behaupten, die Störung der GPS-Signale kommt und geht regelmässig. Der Sprecher des Präsidenten, Dimitry Peskow, sagte am vergangenen Donnerstag, er weiss nicht warum die Störung passiert. Er gab zu, er würde die gleichen Probleme mit seinem Navi im Auto haben.

Peskow hat die Frage an den russischen Sicherheitsdienst weitergeleitet, der die Verantwortung für den Schutz des Kreml und für ranghohe Persönlichkeiten trägt. Wahrscheinlich betreiben sie einen Störsender, der die GPS-Signale verändert und umbiegt.

Ein Offizieller mit Wissen über die russischen Sicherheitssysteme hat der Zeitung Vedomosti erzählt, das Gerät im Kreml könnte ähnlich wie “ShipovnikAERO” sein, ein System zur elektronischen Kriegsführung vom Verteidigungsministerium entwickelt.



Das Shipovnik-System generiert ein starkes Störsignal, welches komplett die Kontrollsignale für eine Drohne unterdrückt und sie durch eigene Steuersignale ersetzt. Das System verändert völlig die Koordinaten und so fliegt eine Drohne ganz woanders hin.

Die Russen sind ja bekanntlich Experten in der elektronischen Kriegsführung und technisch dem Westen weit voraus. Ich meine, die Verhinderung von Überflüge durch Drohnen ist sicher ein Grund. Nicht nur wegen unerwünschter Aufnahmen aus der Luft, sondern weil sie eine Bombe abwerfen könnten.

Man muss aber wissen, auch die sogenannten Smart-Bomben, die Marschflugkörper und die Interkontinentalraketen des Westens, finden ihr Ziel durch den Empfang der GPS-Signale und rechnen die eigene Position und die Koordinaten des Ziels aus.



Das könnte heissen, der Kreml schützt sich gegen den Angriff dieser Waffen, in dem er unsichtbar wird, bzw. die Geschosse ins 29 Kilometer entfernte Flughafengelände von Vnukovo umleitet und dort einschlagen lässt.

Man kann selbstverständlich jeden anderen Ort kurzfristig simulieren und den Feind so täuschen. Sogar den Abschusspunkt und die Waffe wie einen Bumerang zurückschicken, grins.

Die Russen haben ein eigenes "Globales Satellitennavigationssystem" (GLONASS), das vom Verteidigungsministerium betrieben und finanziert wird, und benutzen nicht das amerikanische GPS, das im Kriegsfall übrigens ebenfalls die Koordinaten verändert.

Siehe dazu auch meinen Artikel, "Nach Scheinangriff US Navy völlig demoralisiert", wo russische Su-24 mit dem Einsatz von elektronischer Kriegsführung das Aegis-Luftabwehrsystem des amerikanischen Zerstörers USS Donald Cook im Schwarzen Meer ausgeschaltet haben.

Anfang Mai war ich auf dem Roten Platz vor dem Kreml, siehe hier.  Von dieser GPS-Veränderung hab ich nichts gemerkt, aber damals war das Störsystem noch nicht in Betrieb.

insgesamt 12 Kommentare:

  1. Sollte es doch nochmal zu einen Waffengang kommen und das Netz abgeschaltet wird, dürfte es für viele problematisch werden. Ich denke einige finden das Klo nicht mehr bzw. die Arbeitsstelle. Wenn man die Zombies auf den Straßen laufen sieht kann einem nur noch schlecht werden. Diese Deppen brauchst du nur noch in die nächste Kloake leiten !!

  1. Ich habe an anderer Stelle gelesen, dass die russische Regierung sich darüber beschwert, US-amerikanische "Diplomaten" seien häufig in der Nähe militärischer Einrichtungen in Russland anzutreffen. Was wollen die "Diplomaten" dort? Schnüffeln? Trüffeln sammeln?

    Ich denke, die oben beschriebenen elektronischen Ablenkmanöver in der Nähe des Kreml dienen dazu, US-Spione und sonstige 5. Kolonne an der Spionage zu hindern, insbesondere in der Nähe des russischen Regierungssitzes.

    Ich glaube nicht, dass Dmitri Peskow die Anfragen wirklich weitergeleitet hat. Das sagt er, weil er es sagen muss. In Wirklichkeit hält sich die russische Regierung komplett bedeckt, was Spionageabwehr angeht. Das muss so sein. Das ist in völlig in Ordnung.

  1. pacino sagt:

    Thomas Hessel, Du sprichst mir aus dem herzen!
    zum gps: früher haben die flugzeuge auch ihren weg ohne gps gefunden, als alternativsystem bestimmt heute auch noch zu gebrauchen, mit den entsprechend gefütterten daten findet ne drohne auch ohne gps ihren weg, bestimmt! und noch ausgefeilter als vor 100 jahren zu zeiten der koppelnavigation.wie auch immer, es ist ne enorme einschränkung ohne gps, umd das ist gut so!

  1. Igor sagt:

    Die 20 Deutschen Schreibmaschinen der Marke Olympia die die FSO vor 3 Jahren bestellt hat sind bestimmt fleißig am Glühen.

  1. Na, allfällige Bomben und Cruise-Missiles ausgerechnet auf den Flughafen umzuleiten, halte ich nun auch nicht für besonders intelligent.

    Ansonsten könnte die US-Botschaft (wenn Sie in Kreml-Nähe ist) ständig Ihre Position bestimmen und um die Entfernung korrigiert die aktuellen GPS-Koordinaten des Kremls verbreiten.

    A pro pos, in Greenwich soll man auch ein Wunder erleben, der Nullte Längengrad, der durch die optische Achse des Teleskops definiert ist, wird mit GPS ein paar hundert Meter daneben angezeigt.

  1. tox92 sagt:

    Wir waren vom 22.07-30.07 in Moskau anlässlich einer ingress-Anomaly (auch ein Niantic Spiel) und konnten deraetige GPS-Ausfälle nicht feststellen. Rund um den Kreml und den roten Platz ging es wunderbar.

  1. Large sagt:

    Dann werden im Kriegsfall ja alle GPS Satelliten ein 1A Angriffsziel sein. Sind diese ausgeschaltet, dann finden die Raketen des Westens nicht mehr ihren Weg.
    Wir können uns schon einmal darauf einstellen, dass Wege wieder mit einer alten Straßenkarte gefunden werden müssen.

  1. Jo sagt:

    @pacino und andere
    dazu gibt es noch folgendes zu sagen,
    https://de.sputniknews.com/meinungen/20140421268324381-Russische-Su-24-legt-amerikanischen-Zerstrer-lahm/
    Mag eine Drohne oder Rakete ohne GPS ihr Ziel finden, aber ohne Elektronik NIEMALS und das können die Russen und die Iraner und noch einige mehr.
    Wir wissen gar nichts was abgeht.
    Es geht hier um eine Technologie, die anders ist, so anders, dass viele Menschen es nicht glauben wollen, total anders.
    Diese Technologie besitzt Intelligenz und funktioniert nicht, wenn sie GEGEN Menschen, Tiere und Natur gerichtet ist.
    Nun sind wir wieder beim verstehen, mir ist klar, das geht in den meisten Köpfen nicht rein, weil viele Menschen nicht wissen wer sie sind.
    Übrigens, die Geräte auf dem Zerstörer funktionieren heute immer noch nicht, das habe ich von einen Insider, Beweisen kann ich es nicht, es wurde mir so gesagt.

  1. Dieter sagt:

    @Jo
    Sehr interessant. Die USS Donald Cook war aber dieses Jahr in der Ostsee, Provokation vor der rusischen Grenze. Hatt sie da neue Elektronik bekommen? Sollte diese wieder gegen die Störsender geteste werden? Die Russen haben Ihnen diesmal nicht den Gefallen getan.

  1. STRATOCIRRUS sagt:

    GPS wurde erst in den letzten Jahren so genau weil die USA den sogenannten 'bias' zurückgenommen haben. Dieser bias wird von den USA kontrolliert und könnte jederzeit wieder angehoben werden sodass die Genauigkeit wieder nur auf ein paar Kilometer ist.
    Elektronische Kriegsführung ist nichts Neues.
    Langstreckenraketen besitzen zusätzlich noch ein IRS (inertial reference system) welches permanent die eigene Position bestimmen kann solange man einen genaue start Koordinaten eingegeben hat. Das System rechnet sich die Position durch Beschleunigungssensorsen aus. GPS dient nur als Update bzw. um das Ziel genauer zu beschreiben.
    Im Prinzip nichts anderes als Navigation von Flugzeugen.

  1. boombang sagt:

    fällt mir JEDES mal auf, wenn ich aus Sachsen nach Berlin fahre ... an mehreren Stellen in Brandenburg fängt das an. Plötzlich kann mein Navi auf der Autobahn den Satelliten nicht finden.
    Zuerst dachte ich noch mein Handy (S5) hat ne Meise, hab ich gewechselt gegen HTC, dann gegen LG ... jedes Mal wieder die selben Stellen, jedes Mal keine nennenswerte Bewölkung oder sonstige Sichtbehinderung (und Signalbehinderung durch Bauten ist auf der Autobahn ja nun wirklich ausgeschlossen :-)
    in Berlin Autobahnring das gleiche Spiel - komischerweise hängt das Navi da aber nur, wenn`s zur Demo geht ...

  1. Hans Meiser sagt:

    na dann gleich umlenken, zurück zum Absender :-)