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USA wollen die sozialen Medien der Einreisenden

Freitag, 21. Oktober 2016 , von Freeman um 16:00

Wer in Zukunft in die USA einreisen will, wird seine ganzen Konten bei den sozialen Medien den US-Behörden vor der Einreise angeben müssen. Die U.S. Customs and Border Protection (CBP), oder Zoll- und Grenzschutzbehörde der Vereinigten Staaten, will alle Informationen der Online-Präsenz der Einreisenden sammeln und auswerten, aus den Ländern die kein Visum benötigen, wie Europa. In der Zolldeklaration werden neue Felder vorgesehen sein, die "provider/platform" und "social media identifier" heissen und ausgefüllt werden sollen. Die Vorschrift für Reisende in die USA könnte ab Dezember bereits wirksam werden, wenn der Aufwand vom "Office of Management and Budget" genehmigt wird, da die Datensammlung und Datenauswertung mit zusätzlichen Kosten für die CBP verbunden ist.

Wie auf folgenden Foto zu sehen, fotografiert die Grenzschutzbehörde jetzt schon jeden Einreisenden und registriert die Fingerabdrücke. Die Prozedur beim Grenzübertritt ist ähnlich wie die Aufnahme in ein Gefängnis. Tatsächlich sind die USA ein Polizeistaat, der alles wissen will und alles überwacht. Demnächst auch die Gesinnung und Meinung, die man auf den sozialen Medien äussert.



Gruppen die sich für den Schutz der Privatsphäre einsetzen haben die Idee kritisiert und sagen, dies könnte die Meinungsfreiheit einschränken, wenn die Heimatschutzbehörde (DHS) und die CBP bestimmen, welche Form von Online-Aktivität "ein Risiko für die USA" darstellen.

Der Sonderberichterstatter der UN für die Meinungsfreiheit hat vergangenen Monat geschrieben, der Umfang der Information die gesammelt wird sei "vage und mit offenen Ende" und er wäre deshalb "besorgt" über diese Kompetenzerweiterung, denn "Behörden hätten uneingeschränkte Macht persönliche und sensible Informationen über Reisende und ihre online Verbindungen zu sammeln, sie zu analysieren, mit anderen zu teilen und zu speichern."

Das heisst sogar, wenn ein "follower" eines Einreisenden bei den Behörden einen "Alarm" auslöst, dann kann dem Antragsteller sogar die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert werden. Nur, wer weiss schon ob die "follower" des eigenen Twitter- oder Facebook-Kontos als Terroristen in den Augen der US-Behörden eingestuft sind?

Ich gebe mal ein Beispiel. Justin Timberlake hat 56,9 Millionen "follower" auf Twitter, wie ich gerade bei @jtimberlake nachgeschaut habe. Bei der gigantischen Menge an "Fans" sind sicher auch Kriminelle und Terroristen dabei. Kann er dann deswegen nicht mehr in die USA einreisen?

Ein Sprecher der CBP sagte, die Sammlung der Daten aus den sozialen Medien "kann dabei helfen, potenzielle Bedrohungen zu entdecken, denn die Erfahrung hat gezeigt, Kriminelle und Terroristen, ob bewusst oder nicht, haben Informationen über ihre wahren Absichten in den sozialen Medien bekannt gemacht."

"Die Sammlung der Daten aus den sozialen Medien sollen nicht dazu verwendet werden, um Reisen zu verhindern, basierend auf politische Ansichten, Rasse oder Religion", schränkte der Sprecher ein.

Der Sprecher hat aber nicht klargestellt, ob das weglassen der Informationen auf dem Antrag, negative Auswirkung auf die Entscheidung hat, ob die Person einreisen darf oder nicht, und ob die Person dann zu einer gesonderten Befragung zur Seite genommen wird.

Was mit den Daten auch vorgenommen wird, ist nicht nur die "bösen Typen" heraus zu filtern, sondern auch die "guten Typen", nämlich potenzielle Informanten, die dann das FBI und die CIA rekrutieren kann.

Indem man die Kontakte der Einreisenden prüft, und dann die Kontakte der Kontakte, können die Behörden ein vollständiges Beziehungsnetz daraus konstruieren, was ungeahnte Möglichkeiten den Polizeibehörden und Geheimdiensten bietet.

"Wir wissen, dass sie es für 'Kontakt-Verkettung' nutzen werden", sagt Nathan White von Access Now, eine Gruppe die sich für die Freiheit im Internet einsetzt. "Wenn man das auf die sozialen Medien ausdehnt und man sich vorstellt, sie sind an einem Freund des Freundes des Reisenden interessiert, um ihn als Informant zu rekrutieren. Sie würden alle diese Verbindungen sehen."

Die Periode der Vernehmlassung ist jetzt zu Ende gegangen, in der man Einsprache gegen die Einführung dieser neuen Regel hat einreichen können, und wie oben gesagt, entscheidet das "Office of Management and Budget" in den kommenden 60 Tagen, ob die Sammlung der Daten über die sozialen Medien der Einreisenden in Kraft tritt.

insgesamt 9 Kommentare:

  1. Man sucht angeblich die Nadel im Heuhaufen und kippt aber im Sekundentakt mehrere Haufen Heu dazu. Wer's glaubt.... Es geht farum eine elegante Methode zu konstruieren jeden x beliebigen Menschen zu sanktionieren. Und sei es mit einem eigenen Follower den man dem jenigen in den Korb legt.
    Zumindest wird wieder viel Geld bewegt und Posten vergeben. Das schafft Arbeitsplätze und volle Taschen. Die soz. Medien verselbstständigen sich. Wahrheiten treten in den Vordergrund. Das ist gefährlich.

  1. Quasuramex sagt:

    Die USA sind das letzte Land in das ich reisen würde auf der Welt. Mich wundert eigentlich nur das keine nach unten gedrehte Pentagramme in der Öffentlichkeit angebracht sind, oder man mit Blut unterschreiben muss. Die Leute die fort die Politik steuern steuern sie auch bei uns. Jeder kann dort Waffen tragen und leicht an Waffen kommen. Dort ist der Sitz von den schlimmsten Sekten, keine zehn Pferde bekommen mich dort hin. Sie kontrollieren und sammeln nicht nur Daten ihrer Bevölkerung sondern auf der ganzen Welt und die meisten Politiker sind bescheuert genug ihre Völker ausspionieren zu lassen und zu verraten, statt von äußeren Mächten zu schützen, hätten die USA und ihre gekauften europäischen Diener nicht alle möglichen islamischen Länder destabilisiert abgeschlachtet und in Schutt und Asche gelegt , bräuchte man uns nicht vor Terroristen zu schützen.Wir bezahlen und arbeiten für alles was die USA zerstören, an Scheiße bauen und in den Sand setzen. Und dann kontrolliert man uns über das Internet, eigentlich müssten WIR SIE kontrollieren , denn SIE töten, destabilisieren und foltern , nicht wir , das allgemeine Volk muss man wie Häftlinge behandeln.

  1. Imagine sagt:

    Amerika. Das Land der unmöglichen Beschränktheiten. Ein weiterer Grund, niemals dorthin zu reisen. Mir tut es leid für jene, die aus familiären oder geschäftlichen Gründen in dieses Land müssen.

  1. Vinov sagt:

    Ha nicht das ich noch welche bräuchte aber das ist noch ein grund vom sich vom oberen teil des amerikanischen kontinents fernzuhalten...

  1. Job Killer sagt:

    Es mag Euch wie 'ne bescheuerte Frage vorkommen ... aber was wollt Ihr in den USA? Mal wieder richtig Geld verlieren, wie die Mehrzahl deutscher Unternehmen?

    Ich habe einen bis zur letzten Seite vollgestempelten Paß, aber Nordamerika fehlt aus Prinzip. Die waren früher schon so richtig scheiße.

  1. notarfuzzi sagt:

    Gott, wer reist denn in die USA?

  1. ...und was soll man angeben, wenn man in keinem der sogenannten sozealen Netzwerke mitmacht und nur einen E-Mail Account hat, in dem nur Belanglosigkeiten stehen?

  1. cartoonage sagt:

    Als ich kürzlich ein CT machen lassen musste und in die Röhre geschoben wurde, fragte eine innere Stimme mich, wie lange es wohl dauern würde, bis auch die Gedanken mitgelesen werden könnten ;-)
    Schade, daß die drüben so eine beschissene Regierung haben und eine noch viel beschissenere Macht dahinter, viele US Bürger sind nämlich total in Ordnung und auch besorgt und ratlos über die Entwicklung sowohl im eigenen Land als auch bezüglich der betriebenen Aussenpolitik.

  1. kukulcan sagt:

    Die sollen machen, was sie wollen. Ich reise seit über 25 Jahren nicht mehr in dieses gelobte Land, ich kriege schon länger das Kotzen davon.
    Wird Zeit, dass die USA zerfällt......kommt bald, denke ich. Nur die normalen guten Bürger tun mir Leid, vor allem die, die nicht wissen was kommen wird.