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Mali zeigt wieder die Doppelmoral des Westens auf

Dienstag, 15. Januar 2013 , von Freeman um 00:05

Warum interveniert Frankreich mit breiter Zustimmung der westlichen Regierungen in Mali? Warum werden Soldaten und Panzer ins Land geschickt und warum bombardiert die französische Luftwaffe Städte im Norden von Mali? Offiziell heisst es, die Regierung des afrikanischen Landes hätte um Hilfe gebeten, um das Vordringen bewaffneter, islamistischer und terroristischer Gruppen in den Süden von Mali aufzuhalten. Das ist ja interessant. Also der Westen unter Federführung Frankreichs bekämpft islamistische Terroristen in Mali, die womöglich auch noch für Frankreich und sogar für ganz Europa gefährlich werden können. Ach so ist das und darum geht es.

Das Gebiet von der Grenze zu Algerien im Norden bis zur Stadt Mopti im Süden steht unter der Kontrolle der Aufständischen, also 2/3 des Landes. Diese bestehen aus Tuareg der MNLA und aus Islamisten der Ansar Dine und der MUJAO:



Die radikalen Islamisten der Ansar Dine und MUJAO haben die Tuareg der MNLA aus den wichtigsten Städten im Norden Mails vertrieben. Die Islamisten rücken weiter nach Süden vor und haben gestern die Stadt Diabali, 400 km nördlich der Hauptstadt Bamako, im Kampf gegen malische und französische Soldaten eingenommen.

Ja aber dann mal eine blöde Frage. Wieso werden die islamistischen Terroristen in Mali von der NATO bekämpft, aber in Libyen und Syrien werden die gleichen Gruppierungen von der NATO gefördert und unterstützt? Das ist doch ein totaler Widerspruch. Offensichtlich gibt es aus Sicht des Westens gute und böse Terroristen, je nach dem in welchem Land sie gerade wüten und Bomben hochgehen lassen.

Stellen wir doch den Fraktionschef der Grünen, Jürgen Trittin, diese Frage. Warum begrüsst er die Militäroffensive der Franzosen ausdrücklich und fordert ein entschiedenes deutsches Engagement, um einen weiteren Vorstoss der Islamisten in Mali zu stoppen? Aber anderseits findet er das Stoppen des Vorstoss der gleichen Islamisten in Syrien durch Assad völlig indiskutable. Islamisten in Mali bekämpfen = gut, Islamisten in Syrien bekämpfen = schlecht.

Die Terroristen der Al-Kaida oder „Verteidiger des Glaubens“ wie sie sich selber nennen wollen Mali erobern, die Regierung stürzen und ein radikal islamisches Regime einführen, Genau das gleiche haben sie in Libyen bereits gemacht und machen es gerade in Syrien. Wieso sind die Terroristen in Mali die Bösen die jetzt bekämpft und bombardiert werden, aber in Libyen und Syrien sind sie die Guten, welche das Land befreien?

Dabei, hinter allen Terrorgruppen egal in welchen Ländern stehen die Wahhabiten aus Saudi-Arabien mit unlimitierten Geldmitteln, um mit ihren angeheuerten Dschihad-Söldnern ihre extremistische Auslegung des Koran zu verbreiten. Dem saudischen Königshaus geht es doch nicht darum, die Menschen in Libyen, Syrien und in Mali von einem unterdrückenden Regime zu befreien und Demokratie oder Menschrechte einzuführen. Das ist absurd und lächerlich, denn Saudi-Arabien ist selber die kriminellste und übelste Diktatur der Welt.

Wir haben hier zwei unterschiedliche Interessen. Einerseits der NATO-Staaten und die der religiösen Extremisten der Wahhabiten. Der Westen wollte Gaddafi entfernen und will Assad stürzen, nutzt deshalb die radikal islamischen Terroristen als Werkzeug dazu. Die westlichen Medien und Politiker bezeichnen sie als Freiheitskämpfer, die heldenhaft nur gutes in Libyen und Syrien tun.

In Mali ist es ganz was anderes. Dort werden die gleichen islamistischen Terroristen mit Bomben bekämpft und man versucht sie zurückzudrängen. Präsident Assad darf das nicht machen und ist wenn er es tut ein Kriegsverbrecher. Präsident Hollande darf es tun und Bomben auf Zivilisten abwerfen, er wird ausdrücklich dazu animiert und ist ein Held. Das verstehe einer. Sehe nur ich hier eine völlige Doppelmoral und zweierlei Standards?

Saudi-Arabien interessiert in allen Fällen nur eines, ihre Form des pervertierten Islam zu verbreiten. Überall wo ihre angeblichen „Verteidiger des Glaubens“ auftauchen wird die historische islamische Kultur zerstört, niedergebrannt und in die Luft gesprengt. Darüber habe ich schon mehrmals berichtet, dass sogar in Mekka und Medina alte Moscheen und Schreine aus der Zeit Mohammeds dem Erdboden gleichgemacht wurden. So auch in Libyen, Syrien und jetzt in Mali, wo alles was „ketzerisch“ ist oder mit Sufi zu tun hat vernichtet wird.

Zum Beispiel haben die vom Ausland eingedrungenen Islamisten in Timbuktu das berühmte Tor zur Moschee die aus dem 15. Jahrhundert stammt niedergerissen und zerstört. Laut den islamischen Gelehrten der Stadt und der religiösen Tradition muss das Tor bis um Ende der Welt geschlossen bleiben, bis der Mahdi erscheint. Timbuktu war über Jahrhunderte das Zentrum der islamischen Studien, des Lernens, der Schriften und des Rechts.

Obwohl die Stadt und seine historischen religiösen Bauten von der UNESCO als ein schützenswertes Weltkulturerbe eingestuft sind, haben die radikalen Islamisten die antike Sidi Yahya Moschee angegriffen und versucht alle Spuren von dem was sie als unislamische Bildverehrung bestimmen auszuradieren.

Die gleiche Zerstörungswut üben sie überall aus wo sie einfallen, wie in Ägypten, Libyen und Syrien bereits geschehen. Die ganze islamische Geschichte und Kultur die seit Jahrhunderten existiert wird von dieser kranken Ausgeburt der Wahhabiten ausgelöscht.

Im folgenden Bericht sieht man wie Mitglieder der Ansar Dine in Timbuktu historische islamische Bauten zerstören. Sie behaupten, der Koran befiehlt ihnen diese Beseitigung von Gebäuden, die aber schon seit 500 Jahren stehen und nie von islamischen Gelehrten beanstandet wurden. Es handelt sich um eine völlig neue und pervertierte Auslegung des Koran durch die Salafisten:



Ich frage deshalb alle Muslime die hier lesen, warum protestiert ihr nicht gegen diese kleine radikale sektiererische Gruppe der Wahhabiten, die erst seit kurzer Zeit eine Vernichtungsorgie gegen die islamische Historie durchführen, eine völlig widersprüchliche Auslegung des Koran haben und alle unter ihrer Kontrolle mit drakonischen Strafen belegen, alles Sachen die es in den 500 Jahren vorher nie gegeben hat?

Und dann, warum regt ihr euch fürchterlich über dumme Karikaturen und Filmchen auf, meint sie würden den Propheten beleidigen, wenn gleichzeitig eine viel grössere Schändung eures Glaubens aus den eigenen Reihen kommt?

Es sind keine Christen und Juden die eure Moscheen in die Luft sprengen. Es sind die Wahhabiten und ihre extremistischen Schergen der Salafisten, die auch noch behaupten, sie verteidigen damit den Glauben. Seit wann dominieren, kontrollieren und bestimmen die saudischen Wahhabiten alleine wie der Koran gelesen wird und was richtig und falsch ist? Sie verbreiten doch Lügen und eine gewaltverherrlichende Botschaft.

Ach so, weil die Saudis mit ihren Petrodollars finanziell die moslemischen Gemeinden weltweit kontrollieren und ausstatten, deshalb traut sich kein Imam was zu sagen. Ausserdem hat man Angst nicht in Saudi-Arabien einreisen und nicht den Hadsch machen zu dürfen, deshalb hört man nichts von euch.

Nicht nur die westlichen Regierungen sind die totalen doppelzüngigen Heuchler, stufen die radikal islamischen Terroristen mal als Verbündete und mal als Gegner ein, sondern die Mehrheit der Sunniten auch, die nicht den Mund aufkriegen und sich nicht gegen die wirklichen Feinde des Islam wehren. Nur dazusitzen und zu sagen, das sind keine echten Moslems und Islam bedeutet Frieden, ist nicht gut genug.

Jedenfalls ist die Intervention in Mali wieder die Neueröffnung eines Krieges den die NATO in einer ganzen Reihe führt. Zuerst wird das Probleme geschaffen, um dann die Lösung zu liefern. Das Problem erschafft man in dem man den Saudis die Geld- und Waffenlieferungen an die islamistischen Terroristen gestattet und sie in Libyen zum Sturz von Gaddafi einsetzt. Wenn sie dann nach erledigten Mordauftrag weiter ins Nachbarland Mail ziehen, um das gleiche Chaos wie in Libyen anzurichten, wird überrascht getan. Dann muss die Lösung eines Bombenkrieges her, um sie zu bekämpft.

Aber der Westen und in diesem Fall Frankreich führen keinen Krieg nur aus Nächstenliebe und einfach selbstlos. Die Bevölkerung von Mali ist ihnen doch scheiss egal. Da stehen nur handfeste strategische und wirtschaftliche Gründe dahinter mit neokolonialen Absichten. Mali hat einer der grössten Goldvorkommen Afrikas und überhaupt viele begehrenswerte Mineralien, wie Uran, Kupfer und Bauxit. Zufällig wird Uran für die 58 Atomkraftwerke Frankreichs benötigt. Wichtigstes Exportland ist China, was ca. ein Drittel der Ausfuhren Malis aufnimmt. Das kann der Westen nicht dulden.

Mit dem Einmarsch und Krieg wird am Schluss eine dem Westen freundlich gesinnte Marionettenregierung installiert, welche die Ausbeutung der Ressourcen durch die Konzerne erlaubt. Ausserdem ist Krieg das beste Geschäft und darf deshalb nie enden.

insgesamt 24 Kommentare:

  1. Ella sagt:

    Guter Artikel Freeman und die richtigen Fragen.

    Der Oberhammer ist jedoch, dass die BRD Regierung auch wieder dabei ist und "Hilfe" humanitaerer, medizinischer oder logistischer Art senden will.

    logistische Hilfe? klingt ja so harmlos. etwa so wie die Hilfe der BRD fuer die Tuerkei an der syrischen Grenze Ha!!!

    Bin gespannt in welche Sch....e sie noch als Mitglied der Nato greifen wollen.

    Ich hoffe, auch dass es in Frankreich Proteste gegen den Militaereinsatz geben wird, es leben genuegend Nordafrikaner im Land.
    Die Algerier z.B. sollten sich an die Tage der franzoesischen Besetzung ihres Landes, aeh Kolonie erinnern und ihren malischen Nachbarn Loyalitaet zeigen.

    Soll hier eventuell ein weiterer verdeckter Kriegsschauplatz gegen China eroeffnet werden?

  1. Dani Roth sagt:

    Nun, das was in Mali geschieht ist in erster Linie ein Kampf um Macht, der Glaube hat damit wenig zu tun. Diese Kämpfer sind keine gebildete Menschen, sie lassen sich benutzten. Viele dieser Kämpfer kämpfen seit der Kindheit. In Afrika gibt es sehr viele Kindersoldaten.

    Die Geldgeber benutzten sie, diese Saudis sind für das Schicksal vieler Sunniten auf der ganzen Welt verantwortlich. Dieser Beduinenstamm hat sich, wie wir ja alle wissen, mit Hilfe der USA an die Macht geputscht, seit dem geht die verherrlichung dieser primitiven Denkweise steil nach oben.

    Warum wir nichts gegen Sie tun?

    In Marokko und Algerien sind die Haftanstalten überfüllt. Wir kämpfen in unseren eigenen Länder gegen sie. Algerien hat wegen dieser Salafisten einen blutigen Bürgerkrieg hinter sich, hundert von Künstler wurden ermordet (cheb Hasni). In Marokko gibt es keine Stadt in der keine Strassensperren aufgestellt werden (Anschläge von Casablanca, Marakesch).

    Viel interessanter finde ich, warum haben diese Leute viele Anhänger?

    Die Mehrheit füllt sich ungerecht behandelt, in Algerien nehmen sich die Eliten alles, der kleine Mann hat nichts von dem Reichtum seines Landes, Marokko hat sich in den letzten 10 Jahre stark verändert aber es reicht nicht. Um auf den Punkt zu kommen, es ist die Armut und die koloniale Politik der letzten Jahrzente.

  1. Lara Soft sagt:

    Auf der Landkarte von Mali wird ein Baumwollgebiet ausgewiesen. Sicher könnte man doch durch die Hilfe der Nato für US-amerikanische Geheimdienste eine große Drogen Plantage betreiben. Damit man geheime Projekte durch Geldwäsche an der Wall Street weiter intensivieren kann. DIe sind sicher etlliche Milliarden $ Dollars drin

  1. Guy Fawkes sagt:

    Mali ist der 3. größte Goldproduzent Afrikas! Deswegen ist Frankreich sicher nicht gewillt, seinen direkten Einfluß im Sahel zu verlieren!
    Weil diese Goldbestände in Gefahr ist, schickt die Grande Nation die Legion Etrangere, ihre Bluthunde! Zusammen mit Deutschland, das seit mittlerweile drei Jahrzehnten ein enger Bündnispartner ist.
    Menschenrechte gehen denen am Arsch vorbei, die wollen das Gold!

  1. xabar sagt:

    Ich finde, dass der Artikel keine exakte Analyse der Situation in Mali darstellt. Aus folgendem Grunde:

    Man kann die Rebellen in Mali, die einen Teil des Nordens unter ihrer Kontrolle halten, nicht unbesehen und ohne genau hingesehen zu haben, alle als 'Al Qaida-Terroristen' und 'Wahabis' bezeichnen.

    Hier ist aufschlussreich, was WSWS, eine sozialistische Internetseite aus den USA, die von der Partei für Soziale Gleichheit betrieben wird, schreibt:

    Dass ein Teil der Rebellen Tuareqs sind, pro-Gaddafi-Anhänger, die aus Libyen vertrieben wurden. Sie haben nichts mit Wahabismus am Hut. Ein anderer Teil sind islamische Kämpfer, die sich jedoch, so ihr Sprecher Boamana, von Al Qaida ausdrücklich distanzieren.

    Diese Distanzierung kann taktischer Natur sein, zugegeben, sie kann aber auch echt sein. Wir wissen es nicht. Bevor wir es nicht genau wissen, können wir nicht einfach alle unter einen Kamm scheren und sagen:

    'Alles Wahabis! Also alles islamistische Terroristen!'. So einfach ist das nicht.

    Worum geht es in Mali?

    Es geht um Neokolonialismus. Es geht darum, ganz Nord-Afrika zu rekolonisieren.

    Mali war lange Zeit eine französische Kolonie (von 1892 bis 1960) und soll es wieder werden, ganz Afrika soll es wieder werden.

    Frankreich ist auch wieder in Senegal, in der Elfenbeinküste sowie in Burkina Faso aktiv.

    Es geht um die Ausplünderung Malis, das sehr reich an Bodenschätzen ist, aber auch um eine strategische Position, um von hier aus den Tschad und andere Bereiche Nord-Afrikas vollständig im Interesse des Imperialismus zu kontrollieren.

    Ob das französische Projekt, das inzwischen von den USA, Kanada, Großbritannien und sogar von der deutschen SPD unterstützt wird, gelingt, ist die große Frage. Die ersten Massaker wurden bereits angerichtet, und zwar in Konna und Gao, Nord-Mali, wo die Leichenhallen voll sein sollen. Bei den Luftangriffen auf Konna sollen einhundert Zivilisten getötet worden sein.

    Die Zivilbevölkerung ist also jetzt schon das erste Opfer dieser Intervention, die der Pseudosozialist Hollande als Unterstützung des 'Rechts der malischen Bevölkerung auf Freiheit und Demokratie' hinstellt. Es ist die Freiheit, von den französischen Imperialisten abgeschlachtet zu werden.

    Der Sprecher der Rebellen, Sanda Ould Boamana:

    "Mali wird Frankreichs Afghanistan!"

  1. Freeman sagt:

    Die Tuareg haben sehr wenig mehr zu sagen. Die radikalen Islamisten der Ansar Dine und MUJAO haben die Tuareg der MNLA aus den wichtigsten Städten im Norden Mails vertrieben. Die Islamisten sind die treibende Kraft und rücken weiter nach Süden vor. Gestern haben sie die Stadt Diabali, 400 km nördlich der Hauptstadt Bamako, im Kampf gegen malische und französische Soldaten eingenommen.

  1. Hallo Freeman.
    Habe eine Seite gefunden (AbundantHope.net) die eine "these" aufstellt woher die Saudis & Wahabiten ersprungen sein könnten?!
    Ich habe es bis jetzt noch nicht überprüft, ob es stimmt deshalb bitte ich Dich dies unter der Lupe zu nehmen falls Du interesse daran hast.
    (Und natürlich auch für alle anderen gilt es genauso)
    ...Wenn das stimmen sollte, dann schliesst sich der Kreis für mich
    und es wundert mich gar nichts mehr!!
    Link: http://abundanthope.net/pages/German_49/Aufschlussreiche-Abstammung-von-Saudis-und-Wahabiten_printer.shtml

  1. skywalker sagt:

    @ freeman
    ja sehr guter Artikel!
    Wie ich bereits einmal schrieb, wissen die allermeißten moslems doch garnicht was diese wahabitischen Terroristen anrichten und Kulturbauten zerstören, es wird ja von alldem im Mainstream TV nix gezeigt.
    Wie allseits ja bekannt ist, wird der Einflussbereich der Saudis nicht nur mit Geld sondern vor allem mit der Hilfe der weltgrössten Streitmacht USA gefördert, nach dem Motto: wenn du nicht unserem Diktat folgst stürzen wir dein Land ins Chaos, inszenieren Revolutionen, üben Anschläge aus usw, das volle Programm eben, ich meine wieviele Wahabitische Staaten haben wir denn bisher, ja doch immer noch nur eins: Saudi Arabien. Der Wahabismus wird sich auch nicht verbreiten, den Terror den die Bestien veraanstalten wird zurück auf sie und die Hintermänner fallen, ein Gesetz der Resonanz. In der Türkei wird der Wahabismus nie und nimmer sich ausbreiten können.

    @ Wassermann
    über den wahren Hintergrund der Sauds: ja das ist im Orient ein offenes Geheimnis. Daher kooperiert auch Israel und USA (Wirtsland) mit Saudi Arabien ...

  1. CS sagt:

    Eine kleine Ergänzung zu diesem guten Artikel: Es gibt wohl zwei Gruppen "Ansar Dine". Eine 22 Jahre alte Sufi-Gemeinschaft mit etwa 2 Millionen Mitgliedern, die friedlich sind, und eine neue Gruppe selben Namens, die so wie es aussieht aus extremistischen Wahabiten besteht.
    Hier ein Interview dazu mit Chérif Ousmane Haidara:
    http://de.qantara.de/Das-ist-nicht-Scharia-sondern-Banditentum/20383c22306i0p15/index.html

  1. Chang sagt:

    Kein Wunder das sie ausgerechnet die Sufi auch mit auslöschen wollen. Ich kenne jemand der sehr mit den Sufi in Kontakt steht. Äusserst intressante Relligion und dazu noch sehr sprituell einfach wie viele indigene Relligionen die uralt sind. Als mann die Schwarzen aus Afrika nach dem Westen verschiffte hat mann auch zuallerst die Priester umgebracht oder sie auf die Schiffe verladen nach dem Prinzip stehle den Menschen ihre Spiritualität und Verbundenheit und sie verlieren ihre Wurzeln somit sind sie einfacher zu kontrollieren! Der Sufismus ist sehr tief und uralt und vermutlich sogar älter als der Islam? Jedenfalls versucht mann hier die Menschen wie überall von ihrem eigenen kulturellen Erungenschaften und Philosophien abzuschneiden. Traurig und immer das gleiche Werk wirklich raffinierter teuflischer Inteligenz! Es wiederholt sich noch wie lange? Ich vermute die saudische Prinzen sind dieselben Faustos die denselben Pakt mit dem Teufel treiben wie das westliche Dämonenpack an der Macht!

  1. Fatima sagt:

    Nee, der Artikel ist nicht der allerbeste, da muss ich xabar Recht geben. Aber auch aus anderen Gründen.
    Immer dieses "radikal-islamisch", "Dschihad" im Zusammenhang mit Wahabiten.
    Warum man nichts von "uns" hört? Weil die Wahabiten die Kettenhunde der USA sind!Wir sind in erster Linie wütend auf USA und GB, die diese Kreaturen fördern und päppeln.
    Man braucht die Wahabiten aber, um die Befreiungstheologie des Iran zu verhindern, so ähnlich hat es auch de Maiziere ausgedrückt, auch wenn er von der "Stabilität Saudi-Arabiens" faselte, die unbedingt aufrecht erhalten werden müsse. Aus seiner Sicht ist es natürlich nicht auszudenken, wenn im Zentrum der islamischen Welt islamische Revolutionäre an die Macht kämen. Dann doch lieber Steinzeigwahhabiten.
    Außerdem stimmt das nicht, dass kein Imam was sagt, es gibt eine Menge Imame, die gegen Wahabiten gesprochen haben. Z.B. Imam Khomeini der das eine "basislose Religion" nannte. Einen größeren kenne ich nicht. Oder meinst du die Sunniten?
    Es geht mir zunehmend auf den Nerv, wie diese Spinner immer mit "radikalislamisch", "islamistisch" oder "Dschihad" betitelt werden. Der Einzige, der das begriffen hat von nicht-muslimischen antiimperialistischen Blogs, ist "mein Parteibuch".

  1. MastaFu sagt:

    Wenn der Westen Assad stürzen wollte, hätten sie das schon längst gemacht! Aber anscheinend wollen sie ihn gar nicht stürzen! Aber was ist der Grund? Der Westen will keine „Niederlage“ wie in Ägypten einfahren und damit Israel gefährden! Deswegen kann der Westen in Syrien nicht absehen, wer nach Assad „kommen“ soll oder könnte! Bis diese Frage nicht geklärt ist, stellt Assad keine Gefahr für Israel dar und darum wird er nicht gestürzt!

    Wir sehen doch, dass der Westen ruck zuck dort einmarschiert – Libyen, Mali etc. - wo sie es für nötig halten. Die Entscheidung darüber, ob militärisch interveniert wird oder nicht, hängt davon ab, wie man das Risiko und die Gefahr für Israel minimal halten kann!

    Assad hat bis jetzt nur palästinensische Flüchtlinge aufgenommen. Aber, hat er jemals Israel verbal angegriffen? Israel als einen Terrorstaat bezeichnet? Nein. Darum wird der Westen Assad erst dann stürzen , wenn sie einen „Ersatz“ für ihn gefunden haben!

  1. couchlock sagt:

    Krass ist, dass diese Widersprüche vielen gar nicht mehr auffallen!
    Wer gibt Frankreich das Recht, sich dort einzumischen und Bomben zu werfen?
    Und Trittin ist doch einfach nur noch zum Kotzen. Wer sich erinnert, warum und wofür die Grünen gegründet wurden und ihn dann hört....
    Der war bei den Bilderbergern!

  1. Hallo Freeman,

    ich lese nun schon seit 2007 deinen Blog, aber habe bis jetzt noch nichts dazu beigetragen, da ich eigentlich kein Freund davon bin, im Internet meinen Senf zu hinterlassen.
    Als überzeugter Muslim sehe ich mich nun aber verpflichtet, dir eine Antwort auf deine mehr als berechtigte Frage zu geben. Nun warum wehren wir Muslime uns nicht gegen die Ausläufer des Wahabismus und des Ale-Saud-Regimes. Auf diese Frage viel mir auch direkt eine Antwort ein. Vorab möchte ich sagen, dass ich eine Untätigkeit damit nicht rechtfertigen will, sondern den Ursprung, den Grund dieser Untätigkeit seitens der Muslimischen Gemeinschaft ve rdeutlichen möchte. Dazu zitiere ich aus einer islamischen Quelle, einem Hadith (authentische Überlieferung), welcher diese Thematik meines Erachtens ziemlich deutlich beschreibt. Man möge bedenken das diese Prophezeiung aus der Zeit des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) entspringt. Nach dieser authentischen Überlieferung berichteten Abu Dawud und andere, dass der Prophet Muhammad (Segen und Frieden auf ihm)sagte: "Bald werden Nationen andere einladen. Sie werden über euch herfallen und euch zerstören, wie bei Leuten, die andere einladen und über eine Speise herfallen." Die Gefährten des Propheten fragten: "Oh Gesandter Allahs! Wird dies geschehen, weil wir zu jener Zeit gering an der Zahl sein werden?". Der Prophet sagte: "Nein, eure Anzahl wird groß sein, jedoch werdet ihr wie der Schaum auf dem Meer und schwach wie Stöcke und Strohhalme sein! Allah, erhaben ist er, wird die Furcht und die Angst der Feinde gegenüber euch aus ihren Herzen entfernen und er wird eure Herzen mit 'Wahn'(Schwäche) füllen". Die Gefährten fragen: " Was ist 'Wahn'?" Der Prophet antwortete: " Die Liebe für die Welt und die Abscheu vor dem Tod!"

  1. xabar sagt:

    Ich muss Fatima wieder einmal Recht geben. Sie ist die einzige hier auf dem ganzen Blog, die einen klaren Blick hat.

    Wahabiten sind keine Muslime und dürfen nicht mit dem Islam in Verbindung gebracht werden. Sie sind die Fünfte Kolonne gegen den Islam und mit einer solchen Kolonne haben sie damals, vor 20 Jahren, auch den Kommunismus kaputt gemacht: von innen. Nur hießen die damals anders: Reformkommunisten, Marktsozialisten oder Gorbatschowianer... Sie machen es von innen heraus UND durch Druck von außen.

    Diese entseelten Killer und Faschisten sind die Kettenhunde der USA, die das Ansehen des Islam, die Ausstrahlungskraft dieser großen Religion für die unterdrückten Menschen und Völker überall auf der Welt zunichte machen sollen.

    Ich sage das als Nicht-Moslem, der jedoch viele Sympathien für den Islam hat, vor allem aber wenn ich sehe, wie die Schiiten zusammen mit den Sunniten in Bahrain King Hamad, Saudi Arabien und dem Westen die Stirn bieten. Für mich sind die Frauen, die dort jeden Tag auf der Straße sind, Heldinnen und mir ist es egal ob sie Christen, Muslime oder Buddhisten sind! Widerstand, Charakter und Unbestechlichkeit sind entscheidend.

    Der eigentliche Gegner ist der Iran, der vorlebt, was Islam ist: Einsatz für Gerechtigkeit, Wertlegen auf Unabhängigkeit, Frieden, Einsatz für Arme, Respekt vor anderen Religionen, gelebte Bescheidenheit (siehe Ahmadinedschad - ein großes Vorbild) und eine moralische Lebensführung.

    Eigentlich alles, was ich immer mit wahrem Kommunismus verbunden habe. Ich finde, dass Kommunisten und Schiiten sich eng die Hände drücken sollten, über alle ideologischen Zäune hinweg!

    Diese Befreiungsideen sind der große Gegner des westlichen Imperialismus - damals wie heute. Sie setzen ihm Grenzen, sie sind die Alternative, vor ihnen haben sie Angst. Den Leuten, die das vertreten (und ihre Biografien werden vorher genau studiert), werden von Obama Drohnen nach Hause geschickt, um sie lautlos unschädlich zu machen: in Pakistan, im Jemen, in Somalia, in Mali und anderswo, vielleicht sogar in den USA selbst, siehe der Fall des jungen Bloggers Swartz, den man ganz offensichtlich in New York zwar nicht erdrohnt, dafür aber geselbstmordet hat.

    Und warum sollte nicht auch solche 'Islamisten' in Mali aktiv sein, warum dürfen dort nur 'islamistische Terroristen' am Werk sein?




  1. IrlandsCall sagt:

    "Ich frage deshalb alle Muslime die hier lesen, warum protestiert ihr nicht gegen diese kleine radikale sektiererische Gruppe der Wahhabiten,"
    Ich denke mal, dass die Moslem in den betreffenden Ländern noch schlechter informiert sind als der Michel hier. Und der rafft schon nix. Zweitens kann ein Grund sein, dass den "informierten" eine "abartiger" Moslem noch lieber ist, als ein "Ungläubiger". Oder auch Schadensfreunde, wenn ein Moslem wieder mal Caucasier/Christen/Atheisten etc. massakriert?

  1. Isa Saidi sagt:

    An meine geliebten Glübigen Brüder und Schwestern im Islam :-)
    Redet (schreibt) nicht ohne Wissen in der Religion und versucht inshALLAh unsere Mitmenschen nichts zu erklären was ihr selbst nicht versteht.
    Ich sehe hier leider keine Frage bzw Erklärung wie,was oder woher diese Mythen Wahabissmus,(Moahmmed ibn Abdel Wuahab)Salafissmus,(Salaf a Salih) eingegangen und erklärt wird.
    Ohne dieses Wissen gibt es für mich keine Basis für einen Dialog und schon garnicht eine Meinung oder Urteil.
    Ps.Sure 2 Vers 120

  1. skywalker sagt:

    zusätzlich zu meinem vorherigen comment sei angemerkt, wie zB die globalen Mainstream Medien über so einen unbedeutenden US Pfarrer berichteten der den Koran verbrannte, das wurde global auf allen TV Sendern ausgestrahlt, oder der dänische Karikaturist der ja sogar von Kanzlerin Merkel ausgezeichnet wurde nur um noch mehr Medienpräsenz zu erzeugen..., ich meine wieviele Künstler gibt es denn auf der Welt und warum berichten alle Zeitungen und TV Sender weltweit über diese eine Karikatur!? Doch nur um das absichtlich hochzuschaukeln, warum konnte Sarrazin sein Buch "Deutschland schafft sich ab" so erfolgreich verkaufen, ja weil er monatelang im Jahre 2010 von einer Talkshow in die andere getragen wurde, natürlich wurde er dort auch hart angegangen und fand Zuspruch, jedoch war das die beste TV Werbung für ihn und der breiten Masse wurde so ein Blitzableiter eingebaut um von den wahren Problemen und Verbrecher-Bankstern abzulenken.

    Würde man die gleiche globale Medienpräsenz den wahabitischen Verbrechen schenken, ich glaub dann wären die Saudis und ihre verbrechen am Arsch...

  1. Mezian sagt:

    Diese Nachricht möchte zu Isa Saidi richten. Du bist mit deinem Text ein originaler Wahhabist. Ich habe dich deutlich an deinem Text erkannt. Immer den Menschen den Furcht erwecken, sie wissen nichts, sie dürfen nichts, sie haben nichts, sie können nichts, sie sind nichts, und wer ist: das bist du und dein Gottlosen Herren.
    Gott schützt uns vor Menschen wie du für Ewig, Ahmen!

  1. Fatima sagt:

    @ skywalker: Also bitte, wie kannst du nur über den armen, bedauernswerten Sarrazin, den Rettungs(b)anker Deutschlands, so herziehen? Er hat doch nur ausgesprochen, was das Volk denkt.
    Man wird doch wohl noch sagen dürfen...und die blöde Political Correctness gehört schleunigst abgeschafft, denn du weißt ja sicher auch, dass diese Musels an allem Schuld sind, oder etwa nicht? Die sind Schuld an der Finanzkrise, dran, dass die gebildeten deutschen Frauen keine Kinder mehr wollen, während Cindy aus Hellersdorf 5 Kinder von 5 verschiedenen Männern hat, an der hohen Scheidungsrate, an Teenagerschwangerschaften, an den Abtreibungen, am Berliner Flughafen-Debakel, am Verblödungsfernsehen, einfach an allem, sogar am Wetter. Endlich sagts mal einer, jawohl!
    Und es wurde doch sooo eine Hetzjagd auf den armen Mann veranstaltet *schluchz*, in dem er von Talkshow zu Talkshow gehetzt wurde.Und dann kommst du und bist so böse zu ihm, ts.

  1. skywalker sagt:

    @ Fatima
    ja genau, das musste mal raus, der Sarrazin hat mehr Schaden angerichtet, d.h. Deutschlands Ansehen in der Welt geschadet, als ihm lieb ist. Die Unternehmen die Waren aus Deutschland kaufen wissen, das die allgemeine Ausländerfeindlichkeit in den Jahren 2010, also nach der Veröffentlichung des "Deutschland schafft sich ab" Buches extrem gestiegen ist, es gab zurecht natürlich unbequeme Fragen... Die Wirtschaft war sowieso zu dem Zeitpunkt extrem schwach wegen der Lehmann-Bankster-Krise in den Jahren 2008-2009, sodass sich das bis ins Jahr 2010 zog, damit nicht alle Stricke reißen und der Arbeitsmarkt kollabiert, hatte Berlin/Merkel Regierung dann die Abwrackprämie und Niedriglohnproduktion eingeführt. Naja, den Rest kennst Du ja wie die Sarrazin Fans in anderen Blogs schreiben, sobald es den Leuten wirtschaftlich schlecht geht sind es die Ausländer Schuld, es ist wie ein Dejavú, gleicher Film bzw. Regie wie in den 30er Jahren.........wahrscheinlich auch der gleiche Regisseur von damals...

  1. Fatima sagt:

    ".wahrscheinlich auch der gleiche Regisseur von damals... "

    Genau! Und wie jetzt wohl in Mali und anderen Ländern auch.

  1. Ella sagt:

    Und hier ist wohl der "offizielle" Grund fuer das Eingreifen der Amis in Mali:
    Washington Post schreibt heute:
    " U.S. citizens among hostages seized in Algeria as France battles Islamists" in neigbhoring Mali"

    Und weiter im Artikel:
    " United States vowed to take all necassary steps to deal with what is called a terrorist act.

    How convienent , Here we go again.


    Es gab ja schon einige Zeit Geruechte, dass das Militaer sich auf Einsaetze in Afrika vorbereiten wuerde.
    Was fuer mich auf Grund der Situation in Syrien und Iran wenig Sinn machte.
    Nun hier ist wieder ein Teil des Puzzles.

    @Fatima: sehe ich genauso mit den Franzosen, selbst schuld,
    Bin gespannt wie die vielen Nordafrikaner in Frankreich reagieren werden.

  1. Fatima sagt:

    Paris (IRNA/IRIB) – Der Botschafter der IR Iran in Frankreich, Ali Ahani, hat am Donnerstagabend die ambivalente Haltung des Westens bezüglich des Terrorismus und der al-Kaida in verschiedenen Ländern kritisiert und gesagt:

    "Sie können nicht einerseits Terroristen, die wie in Syrien Menschen töten, unterstützen und diese verteidigen und andererseits gegen diese, wie in Mali, militärisch vorgehen."

    http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/216044-irans-botschafter-in-frankreich-kritisiert-ambivalente-haltung-des-westens-zu-syrien-und-mali