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Schweiz unterstützt keine unilateralen Iransanktionen

Donnerstag, 25. Oktober 2012 , von Freeman um 20:00

Bundesrat Didier Burkhalter und Aussenminister der Schweiz hat bei seinem Besuch in Moskau und Treffen mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow gesagt, Bern unterstützt keine unilateralen Sanktionen gegen den Iran. Er betonte am Donnerstag, die Schweiz wird keine Sanktionen von irgendeiner Allianz mitmachen, sondern nur wenn sie vom UN-Sicherheitsrat beschlossen werden. "Die Grundregel lautet, wir unterstützen nicht solche Sanktionen," fügte er hinzu.



Wenn das wirklich die Position der Schweiz ist und auch durchgehalten wird, dann ist das eine gute Nachricht. Es würde einer neutralen und unabhängigen Aussenpolitik entsprechen, die man von der schweizer Regierung zu erwarten hat.

Ganz glaube ich dieser Aussage aber nicht. Ist es wieder nur ein Fall von, je nach dem mit wem man spricht und wo man ist, sagt man was der Gegenüber gerne hören möchte? In Washington und Tel Aviv das eine und in Peking und Moskau ganz was anderes?

Diese Aussage in Moskau, keine Sanktionen mitzumachen, ausser sie sind von der UN beschlossen, wäre für mich ein 180 Grad Wandel und kommt überraschend. Liegt es möglicherweise an einem "Geschenk" das Lawrow Burkhalter zugesagt hat? Nämlich, Moskau will die Schweiz in die G20-Vorbereitung einbeziehen?

Da Russland nächstes Jahr die Präsidentschaft der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer inne hat, soll laut Lawrow das Know-how der Schweiz in Finanzfragen in die Vorbereitung zum G20-Gipfel 2013 mit einfliessen.

"Bern frohlockt über die Absicht Russlands, die Kandidatur der Schweiz für ein Mitmachen an den Arbeiten für den G20-Gipfel 2013 zu unterstützen", sagte Burkhalter an der Medienkonferenz am Donnerstagvormittag mit Lawrow. Bern wünsche bei den Arbeiten mitzumachen, und Moskau unterstütze diesen Wunsch. "Das ist ein wichtiger Schritt für die Schweiz", sagte der Schweizer Aussenminister.

Am Dienstag hat Sergej Lawrow bereits gesagt, Russland würde jegliche Resolution des UN-Sicherheitsrat verhindern, die man als Erlaubnis für eine Militäraktion gegen den Iran interpretieren könnte. In einem Interview mit einer russischen Zeitung wurde er gefragt, ob Israel oder die USA einen Militärangriff gegen den Iran durchführen werden. Lawrow antworte:

"Wie die Erfahrung mit Libyen traurigerweise zeigt, ein militärisches Szenario ist möglich. Wir werden aber keine hinterhältigen Interpretationen mehr erlauben. Wir werden dafür sorgen, das es keine Resolution mehr gibt, die offen für eine Auslegung wie es mit Libyen der Fall war. Es gibt überhaupt keinen einzigen Beweis, der Iran würde eine militärische Komponente in sein Atomprogramm aufnehmen."

Möglichweise hat Lawrow seinen Kollegen überzeugt, Russland wird im UN-Sicherheitsrat weder Sanktionen gegen den Iran noch einen Krieg gegen den Iran zustimmen und damit Burkhalter den Rücken für die Aussage gestärkt, die Schweiz unterstützt keine unilateralen Iransanktionen.

Ein weiteres Thema, welches die beiden besprochen haben, war der Waffenstillstand in Syrien, zu dem der Sondergesandte der UN und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, aufgerufen hat. Am Mittwoch stimmte die syrische Regierung dem Vorschlag zu, während des Eid al-Adha die Waffen schweigen zu lassen. Einige Mitglieder der bewaffneten Terrorgruppen reagierten positiv, nur die Salafisten der Al-CIAda weigern sich kategorisch und wollen den Kampf auch während der islamischen Feiertage fortsetzten.

Lawrow sagte nach dem Treffen mit Burkhalter, "Ich erwarte, dass die Versuche einen Waffenstillstand zu organisieren, die gerade unternommen werden, erfolgreich sind." Er fügte hinzu: "Wir sind davon überzeugt, es kann nur eine politische Lösung für die Krise geben und je früher die Gewalt endet und ein Dialog ohne Vorbedingungen beginnt, je mehr Hoffnung haben wir alle, die Krise hört mit dem geringsten Schaden auf."

Bisher hat Washington jeden Versuch einen Waffenstillstand umzusetzen torpediert. Wegen diesem Mangel an Unterstützung waren die ersten Vermittlungsversuche von Kofi Annan von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Die NATO, die Türkei und die Golfstaaten sagen sie haben nur ein Ziel, Assad muss weg, egal wie, und haben ihre angeheuerten Terroristen entsprechend massiv mit Waffen beliefert. Ausserdem haben die USA in Jordanien und in der Türkei Offiziere und CIA-Agenten stationiert, die als "Berater" die Operationen der Terrorbanden in Syrien koordinieren.

Russland und China verhindern vehemend eine Wiederholung des verbrecherischen Angriffs der NATO wie auf Libyen, der damals mit der Lüge begründet wurde, es handle sich um einen humanitäre Aktion und Schutz der Bevölkerung. Deshalb sind die westlichen Agressore total frustiert, weil der Regimewechsel in Syrien bisher nicht geklappt hat. Das gleiche gilt für den Iran. Vielleicht wacht die Weltgemeinschaft endlich auf und realisiert, wer wirklich als einziger den Weltfrieden gefährdet und ständig Länder überfallen will.

insgesamt 14 Kommentare:

  1. werner70 sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=-YWybvUehMc

    Zumindest hat der NDR seine Fehler erkannt....

  1. m. sagt:

    Ich liebe den Gedanken an eine Freundschaft mit Russland.
    Eine die man deutlich sehen kann.
    Dadurch wird die Politik in Europa anders werden...
    Europa wird friedlicher werden.

  1. Chang sagt:

    ....Und das hat auch damit zu tun das die Lust am Fragen wieder Freude macht :-))) Wir wurden Jahrtausende abgespeisst mit Märchen und wenn wir nachgefragt haben als Kinder wurde uns gesagt so sei es eben! Mann hat uns unsre kindliche und angeborene Art zu Hinterfragen einfach weg-erzogen! Das war auch Teil des Planes damit wir nicht tiefer uns mit diesen wirklichen Lügen befassen. Kein Wunder wenn mann sich herumschaut. Überall werden nur die Symptome bekämpft statt wirklich den Ursachen nachzugehen für die Dinge die Geschehen im täglichen Leben! Nun ist es wieder Zeit nachzufragen, nachzuhacken, nachzudenken, nachzuphilosophieren und das bringt die Lüge am Ende zum Einsturz dieser verdrehten Geister die glauben sie seien die Auserwählten Führer der Menschheit. Und dieses Fragen wird noch richtig an Fahrt zunehmen und immer stärker werden - also lasst uns aufstehen und wieder fragen was das Zeugs hält - dann werden wir auch eine ganze Menge Antworten bekommen :-))) Und dort oben wird es ganz schön eisig werden! Diese Anti-Frage-Impfung funktioniert immer weniger und das ist gut so....

  1. Karl Higgins sagt:

    In der Tat eine gute Nachricht - aber ich befürchte das die Schweiz sich schon bald dem Druck aus Washington beugen wird.

  1. Noswear Gun sagt:

    @m.

    Ich habe ebenfalls keine Vorurteile gegen Russland.

    Allerdings wäre ich dort auch vorsichtig.
    Russland ist nicht Mutter teresa.

    Der kalte Krieg hat eigentlich nie aufgehört. Die Frage ist:
    Würde Russland seinen Einfluss letztentlich genauso nutzen wie die USA (und Partner), wenn sie die Möglichkeit dazu hätten?

    Das was wir hier mitbekommen ist ein andauernder Kampf um Einfluss...Großmacht gegen Großmacht.

  1. axgouk sagt:

    ... derzeit kann man nur froh sein, dass es noch Regierungen, wie China und Russland gibt, welche den nahen Osten vor dem völligen versinken in chaos und Krieg verhindern ... auch wenn sie das, auch aus wirtschaftlichen Interessen.
    Zumindestens handeln sie nicht im Vasallenkostüm, wie unsere Regierung

  1. mikem777 sagt:

    Teil 1

    Als sozial orientierter patriotischer Schweizer muss ich leider sagen, dass ich diese Regierung nicht mehr ernst nehmen kann. Diese Witzfiguren wechseln ihre Ansichten doch öfters, als sie ihre Unterwäsche wechseln. Damit verspielt man dann leider seine Glaubwürdigkeit. Am Ende wird niemand mehr unsere Regierung ernst nehmen, weder das eigene Volk noch ausländische Mächte.

    Wenn zwei Nationen sich einigen möchten, dann geht das ganz leicht, dann treffen sich die Vertreter dieser Nationen und man einigt sich. Dafür braucht man keine aufgeblähten internationalen Organisationen wie die EU oder die G-20.

    Wenn es jedoch darum geht die nationale Souveränität zu unterminieren, und das Selbstbestimmungsrecht der Völker sukzessive zu demontieren, dann braucht man solche Organisationen allerdings schon. Die Grundidee besteht einfach darin, dass die nationale Gesetzgebung in solche globalistischen Strukturen ausgelagert wird, um diese so der nationalen Kontrolle zu entziehen und somit auch der jeweiligen kulturellen und nationalen Identität. Es geht also letztlich einfach darum, internationale Instrumentarien zu schaffen, die es den Eliten ermöglichen Völker und Nationen gegen deren Willen zu gewissen Entscheidungen zu nötigen, die vom jeweiligen Volk nicht gutgeheissen werden.

    Dies und nur dies allein ist der wahre Grund, weshalb man all diese aufgeblähten internationalen Machtstrukturen erschaffen muss. Es handelt sich schlicht um die systematisch geplante Versklavung der Völker dieser Erde.

    Nun haben die Schweizer Kantone gewiss auch gewisse Souveränitätsrechte an Bern delegiert, im Interesse der helvetischen Eidgenossenschaft, aber dies wird basisdemokratisch und föderalistisch geregelt, und vor allem nur dann, wenn ein Kanton auch der Ansicht ist, es sei in seinem Interesse Mitglied der Eidgenossenschaft zu sein, und es sei auch in seinem Interesse einem bestimmten Gesetz zuzustimmen. Wenn man zur Einsicht kommt, Konflikte seien ungünstig, wieso soll man sich also nicht einigen? Wieso soll ein Volk aber durch übergeordnete Machtstrukturen zu etwas gezwungen werden, wenn ein Abkommen doch angeblich in seinem Interesse sei? Ist Zwang denn nicht immer ein Hinweis auf böse Absichten?

    Bei der EU läuft das jedoch umgekehrt: "Liebe Deutsche, wir wissen, dass die EU Deutschland nur Schaden zugefügt hat, aber wenn Ihr aus der EU austretet, dann werden wir schon dafür sorgen, dass Ihr es bereuen werdet, damit Ihr dann zur Einsicht kommt, es sei in Eurem Interesse in der EU zu bleiben."

    Wenn man an vergangene helvetische Episoden in der Politik der neueren Zeit denkt, da kommen einem gewisse Affären in den Sinn, wie die leidigen jüdischen Konten, die skandalöse Kopplung des Franken an den EURO, und die medial aufgebauschten Steueraffären mit der EU und den USA. Und was soll man sagen, unsere Politiker haben sich lächerlich gemacht, und sie haben ganz gewiss nicht als Vertreter einer stolzen und selbstbewussten Nation gehandelt.

  1. mikem777 sagt:

    Teil 2

    Wenn es etwas gibt, das in der internationalen Politik einem Selbstmord gleichkommt, dann ist es dieser Verlust der Selbstachtung, und der Verlust des internationalen Ansehens. Unser Land hat nun das Image, dass man mit diesem Land machen kann, was man will, dass wir klein, ängstlich und schwach sind, dass wir erpressbar sind, dass wir hörige Befehlsempfänger auf der internationalen Tribüne sind, dass wir alles tun, egal wie demütigend es auch sein mag, damit man uns bloss nicht bestrafe. Aber wie sollte man auch jemanden demütigen können, der seine Selbstachtung längst verloren hat?

    Dieser Verlust der nationalen Selbstachtung zusammen mit dem ganzen Multikulti-Irrsinn und einer eklatanten Überfremdung, genau das ist der Weg eine einst starke Kultur-Nation zu vernichten. Ich behaupte nun, dass es die Schweiz in spätestens 20 Jahren nicht mehr geben wird, und ich behaupte dies wohl überlegt.

    Gewiss, das Territorium Namens "Schweiz" wird es noch geben, genau so wie es auch ein "Deutschland" nach Hitlers Machtergreifung noch gegeben hatte - falls wir den Dritten Weltkrieg vermeiden können - aber dieses Territorium wird keine eigenständige kulturelle und politische Identität mehr besitzen, keine eigenes genetisches Fundament, es wird bloss eine erbärmliche faschistisch-multikulturelle Verwaltungseinheit der NWO sein, eine von einem Stadthalter der EU verwaltete Provinz, die sich in ihrer Nichtigkeit und Rechtlosigkeit in keiner Weise von allen anderen Provinzen unterscheiden wird.

    Aber vermutlich wird das indoktrinierte Menschenmaterial geistig derart manipuliert sein, dass ihnen dieser Verlust nicht einmal mehr bewusst werden wird, dass sie den Verlust ihrer Freiheit kaum bemerken werden, ja dass sie ihr Sklaventum lieben werden. Es ist vergleichbar mit den in einem Schweinestall gemästeten Säuen, die sich ihrer baldigen Schlachtung ebenfalls keineswegs bewusst sind. Wer weiss, vielleicht sind es ja wirklich glückliche, sich frei fühlende Schweine.

    Nein, die Schweiz wird nicht mit einem grossen Knall enden, unsere Armee wird nicht zum Einsatz kommen, heldenhaft unser Land verteidigend, die Schweiz wird langsam aber stetig erodieren, mit einem bilateral erstickten Wimmern der wenigen Wissenden und Wachen, unscheinbar, so dass sich der Geist der Massen langsam daran gewöhnen möge, unspektakulär wird diese Transformation erfolgen, bis schliesslich nichts mehr von der helvetischen Identität übrig sein wird.

    Und eine junge Generation wird heranwachsen, die niemals etwas anderes als ihre internationalisierte sklavische Existenz gekannt haben wird, und die einstige Schweiz wird nur noch in alten, verstaubten Geschichtsbüchern existieren, deren Besitz dann streng verboten sein wird. Die wahre Schweiz wird nur noch fortbestehen als verstaubte Erinnerung im Geiste einiger altgedienter Eidgenossen, die von der Propagandamaschinerie der Neuen Weltordnung als traurige Überbleibsel eines rückständigen Anachronismus dargestellt werden.

    Und selbst die Sehnsucht nach der guten alten Schweiz wird aufgehört haben zu existieren. Und wie sollte man sich auch nach etwas nie Gekanntem sehnen können?

  1. daCosta herr sagt:

    BITTE LESEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    http://www.dw.de/brasilianische-indios-erbitten-ihre-ermordung/a-16336427

  1. xabar sagt:

    @mikem777

    Ich muss mal wieder Einspruch erheben, lieber Kollege, so oft ich dir auch zustimmen kann, aber ich finde, du treibst deinen Schweizer Patriotismus zu weit.

    Begründung:

    Es gibt kein 'genetisches Fundament' der Schweiz, genauso wenig wie es ein genetisches Fundament Deutschlands gibt. Beides sind über Jahrhunderte gewachsene, allmählich entstandene Kulturgemeinschaften, basierend auf Geschichtsmythen, die von kulturellen Eliten in die Bevölkerung hineingetragen wurden, um eine Nation, um eine Identität, um eine Lebensgemeinschaft im nationalen Rahmen zu schaffen.

    Vgl. dazu insbesondere:

    'Der Mythos der Nationen. Die mittelalterlichen Ursprünge Europas', von Patrick J. Geary oder das sehr lesenswerte Buch des jüdischen Intellektuellen Shlomo Sand, 'Die Erfindung des jüdischen Volkes'.

    Den Versuch, den nationalen Charkter eines Volkes genetisch zu untermauern und zu fixieren, hat es immer gegeben. Die Israelis sind Meister darin. Nur ist die Frage, ob man diese Versuche von Nationalisten und Zionisten mitmachen muss, statt sie kritisch zu hinterfragen.

    Auch kann ich deinen Anti-Multikulturalismus nicht nachvollziehen bzw. deine These, dass Multikulturalismus die Nation gefährdet. Das Gegenteil ist der Fall.

    Multikulti ist eine gute Sache, weil sie auf der Respektierung und der Gleichberechtigung unterschiedlicher Kulturen basiert und das Konzept einer sog. Leitkultur verneint. Keine Kultur darf sich als Leitkultur hinstellen und andere Kulturen zur Seite drängen, weil dies zur Diskriminierung anderer Kulturen und zu einem Verlust an Vielfältigkeit, gegenseitigem Verständnis und Bereicherung führt, was wiederum zu Spannungen und Uneinigkeit innerhalb eines nationalen Verbandes führen muss, was wiederum die Nation selbst gefährdet.

    Auch sind wir Bürger einer Welt mit so unendlich vielen Sprachen, Kulturen, Ethnien, Sitten, Traditionen und Gebräuchen. Wir sind alle Kinder dieser Welt, unabhängig von unserer Hautfarbe, Abstammung, sexuellen Orientierung, politischen und ideologischen, religiösen Orientierung. Wir sind alle human beings. Das, was uns als Erdenbürger verbindet ist stärker als irgendeine künstlich erzeugte Trennlinie, ob man sie Nation oder Ethnie oder Religion nennt.

    Astronauten, die aus dem Weltall zurückkehren, schildern immer wieder, welche Wandlung sie durchgemacht haben, als sie alles von oben, ohne Grenzen, ohne künstliche Barrieren erlebten. Sie wandelten sich oft hin zu Kosmopoliten.

    Der Nationalismus wie auch die großen Religionen, vor allem die monotheistischen, haben so unendlich viel Leid über unseren Planeten gebracht. Es ist höchste Zeit, zumindest den Nationalismus auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen und uns darauf zu besinnen, dass wir heute alle, egal ob Schweizer oder Deutscher, Türke oder Kurde, gemeinsam und solidarisch, Seite an Seite die uns drängenden Probleme angehen müssen und sie nur gemeinsam, aber nicht gegeneinander und auf Kosten anderer lösen können.



  1. @xabar

    Da habe ich nun lange gesucht, bis ich den Begriff “genetisches Fundament” gefunden habe: Stimmt, da stand er.
    Solch einen Begriff zu benützen ist gelinde gesagt unvorsichtig – schon aus Gründen der Begriffsgeschichte und dem zwangsläufigen Erklärungsbedarfs. Aus Respekt vor der Qualität der Beiträge von M777 würde ich diesen Gebrauch nicht noch als idiotisch bezeichnen wollen - ein Fehler eben. Also hast du recht.

    Andererseits ist der Grundgedanke ja eine Erklärung, warum die Nationalstaaten und die national geprägten Kulturen den “Internationalisten” der NWO ein Dorn im Auge sind und sie abgeschafft werden sollen. Speziell die Schweiz liegt im Auge des Hurrikans EU und die Auseinandersetzung ist – auch gelinde gesagt - hart. So ist die Warnung von M777 sehr wohl wichtig.

    Dass hier der sog. Multikulturalismus gezielt eingesetzt werden kann - instrumentalisiert – ist leider auch möglich. Wenn ich abends unterwegs bin, entsetzt mich zum Beispiel diese triste Misch-Matsch-Jugend-Kultur – dann bin ich traditioneller, als mancher Traditionalist. Und bekomme ich Post mit Werbung und schaue ich vor den Nachrichten Werbung dann verkauft sich ALDI mit Swissness und Schweizer Flagge, Mc verkauft Schweizer Rindfleisch, dabei ist dies Internationalisierung im Kern.

    Also, @Xabar, deine Vorsicht bei der Verwendung von Begriffen ist wertvoll, das Plädoyer für Föderalismus und eigenständige Entwicklung ohne kulturelle Überfremdung auch. Ist nun der Begriff “Überfremdung” auch schon gefährlich?

    Fremd heisst nicht abgewertet, eine "andere" Nation heisst nicht "minder", und heisst schon gar nicht genetische Über- oder Unterlegenheit, nur zum Sagen.

    Zurück zum Artikel: Schön wärs ja, wenn dies der schöne Didier ernst meinen würde. Leider wundert man sich dann, dass Didier schwätzelt und gleichzeitig Sanktionen durch die Medien geschleust werden: Die Schweiz verstärkt Reise- und Finanzbeschränkungen gegenüber dem “Regime” Syriens und der “Entourage”Assads – Schizo oder gezielt? Eher gezielt. Der schöne Didier sülzt, wie’s grad opportun ist - natürlich im Interesse der Schweiz. Von Moral hält er wohl wenig, sein Rückgrat hat er verschleudert, wie die Eltern zu sagen pflegten......

  1. Harald sagt:

    Blogger xabar hat gesagt...

    @mikem777

    "Ich muss mal wieder Einspruch erheben, lieber Kollege, so oft ich dir auch zustimmen kann, aber ich finde, du treibst deinen Schweizer Patriotismus zu weit."

    Eine sehr gut fundierte Antwort!

    Besonders hat mir gefallen:

    "Beides sind über Jahrhunderte gewachsene, allmählich entstandene Kulturgemeinschaften, basierend auf Geschichtsmythen, die von kulturellen Eliten in die Bevölkerung hineingetragen wurden, um eine Nation, um eine Identität, um eine Lebensgemeinschaft im nationalen Rahmen zu schaffen."

    In der Tat, wir können es tagtäglich beobachten, wie den Menschen von den Eliten und deren Dienern dem "Volke" pausenlos eine ganz bestimmte, eben von den Eliten gewünschte "Identität" ins Hirn eingepflanzt wird.
    Es geht schon los, kaum dass kleine Kinder sprechen und lesen können, mit dieser Manipulation der Menschen, setzt sich über das ganze Leben fort.
    Die herrschenden Gedanken einer Zeit, eines Landes sind immer die Gedanken vorwiegend der Herrschenden, wussten schon unsere deutschen Altmeister Goethe, Marx, Engels und noch viele heute schon Vergessene bereits vor langen Zeiten.
    Nehmen wir nur als paar kleine Beispiele die sogenannten "Hochsprachen", die vereinheitlichte Rechtschreibung, wer schuf sie, wer trichterte und trichtert sie bis heute dem Volke ein?
    Oder wer schuf einen beträchtlichen Teil des deutschen "Liedgutes" im 19.Jahrhundert? Eben, die kulturellen und ökonomischen Eliten.
    Wer "bearbeitete" zahllose alte Volksmärchen zu ihrer heutigen bekannten Gestalt?
    (Über das "Ur-Rotkäppchen" und deren "wahre Bedeutung" z.B. wurde schon so viel fachgesimpelt, bisher aber ohne verbindliche Resultate)
    Und so lief und läuft es überall, wo "Nationen" kreiert wurden, auch wenn das "Volk" hier und da auch mal Hilfsdienste leisten durfte, sein genuin eigenes Liedgut oder mündlichen Überlieferungen "Eingang fanden" in die "höhere Kultur", gesamtnational "verbindlich" , zur "Nationalkultur" erhoben wurden.

    Noch einen schönen Sonntag allen hier!

  1. xabar sagt:

    @Harald

    "Die herrschenden Ideen sind die Ideen der Herrschenden."

    Ich glaube, dass steht in der 'Deutschen Ideologie', die Marx und Engels in jungen Jahren gemeinsam verfassten - ein Buch, das ich mir in nächster Zeit mal wieder zu Gemüte führen werde.

    Wie der deutsche Nationalismus entstand beschreibt Patrick J. Geary in dem von mir erwähnten Buch.

    Es waren, man sollte es nicht glauben, ausgerechnet die Engländer, die den Anstoß gaben: Sie forderten nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts eine gesamtnationale deutsche Anstrengung gegen die Franzosen, um ihre Ostfront zu entlasten und kamen mit dem damaligen preußischen Staatsminister Freiherr vom Stein (1804-08) überein, deutsche Dichter, Schriftsteller und Professoren zu mobilisieren, um ein deutsches Nationalgefühl, einen deutschen Patriotismus zu schaffen.

    Prompt sprangen führende deutsche Intellektuelle darauf an, darunter Herder, die Göttinger Historiker, aber vor allem Fichte ('Reden an die deutsche Nation'), um eine deutsche Identität zu schaffen, die auf dreierlei basieren sollte:

    Erstens auf der 'reinen' deutschen Sprache;

    zweitens auf dem 'gemeinsamen' deutschen Territorium (von der Maas bis an die Memel...) und schließlich auf

    Gott, der immer schon auf unserer Seite war, um im multilingualen Preußen (sechs Sprachen!) eine deutsche Identität zu schaffen.

    Auf diesem Fundament konnten die Nazis bei ihren Raubzügen aufbauen und heute gibt es wieder jede Menge Nationalisten, die meinen, die Antwort auf die diktatorische EU müsse eine Wiederbelebung der alten deutschen Nation, des Deutschen Reiches und Preußens sein.

    Das ist die falsche Antwort. Die Antwort auf die EU und den Supranationalismus der Globalisten, der Bilderberger usw. ist eine Bewegung von unten gegen die Eliten, gegen die ein Prozent, ist die Mobilisierung des Klassenbewusstseins, ist direkte Demokratie, sind Bewegungen der einfachen Menschen gegen die da oben, nicht aber eine Verklärung alter Konzepte, die nichts als Unheil angerichtet haben, was nicht heißt, dass man bestimmte nationale Errungenschaften und Einrichtungen wie das deutsche Grundgesetz nicht nutzen sollte im Kampf gegen die neue Fürstenklasse, die Bankster.

    Ich wünsche dir, aber auch Hochstämmer und Mikem und natürlich Freeman einen schönen Sonntag!

  1. Harald sagt:

    xabar sagt:
    28. Oktober 2012 11:13

    @Harald

    Hallo xabar, danke für die zusätzlichen Infos und den Buchtip, ich werde es mir gleich mal bestellen.

    Noch einen schönen Sonntag!