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Gold durchbricht 1700$ wegen Dragis Aufkaufprogramm

Donnerstag, 6. September 2012 , von Freeman um 09:30

Mario Dragi, Goldman Sachs Befehlsempfänger und Chef der EZB, wird heute seinen Plan zum unlimitierten Aufkauf von Staatsanleihen präsentieren. Aber Investoren haben scheinbar dadurch kein Vertrauen gewonnen die Krise wird damit behoben, denn der Goldpreis schoss am Morgen durch die 1'700 Dollar pro Unze Marke, der höchste Preis seit März.



Ist ja auch klar warum, Dragi muss die Notenpresse dafür anwerfen, um die Schulden der Pleitestaaten zu übernehmen. Obwohl behauptet wird, die Aufkauf wird "neutral" erfolgen, also durch eine Reduzierung auf einer anderen Seite, ist das nur kosmetische Augenwischerei, damit die Bundesregierung und die Bundesbank dieser Massnahme zustimmt. Bin ja gespannt wie er Bundesbankchef Jens Weidmann beruhigen will, der offen dagegen opponiert, dass die EZB überhaupt aktiv eingreift.

Ab 14:30 Uhr wissen wir mehr, wenn Dragi bei einer Pressekonferenz seinen Plan vorstellt.

Mittlerweile gehen die Arbeitlosenzahlen in der Eurozone munter weiter nach oben. In Frankreich haben sie mit 10,2 Prozent im zweiten Quartal ein 13-jähriges Hoch erreicht. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg sogar auf 23,5 Prozent. In Griechenland sieht es noch schlimmer aus. Dort stand die Arbeitslosenquote bei 24,4 Prozent im Juni. Wegen der bekannten Schönfärberei der Zahlen kann man diese verdoppeln, um die echte Situation zu erahnen.

In Griechenland laufen die absurdesten Sachen wegen der angespannten Lage ab. So kämpft die Polizei gegen die Polizei. "Sie lassen uns gegen die eigenen Brüder vorgehen," sagte ein Bereitschaftspolizist, weil sie mit Kollegen konfrontiert werden. Die griechische Regierung plant die Kürzung der Beamtenbezüge in einer neuen Runde von Sparmassnahmen, die 12 Milliarden bringen soll. Heute gehen aufgebrachte Polizisten, Feuerwehrleute und Mitglieder der Küstenwache auf die Stasse, um dagegen zu protestieren und die Bereitschaftspolizei muss sie vor Ausschreitungen abhalten.

Die OECD hat ihre Wachstumsprognose für die EU bekanntgegeben. Für Deutschland wird eine Rezession erwartet und der Rückgang für das 3. Quartal soll -0,5 Prozent und im 4. Quartal sogar -0,8 Prozent betragen. Na Angie, wie willst du das mit deiner ewigen Mantra über ein notwendiges "Wachstum" hinkriegen? Viel Spass bei deinem Ausflug ins krisengeschüttelte Spanien heute und Treffen mit Mariano Rajoy.

Hier gibts dann den Live-Stream von der EZB:



Der Live-Stream war um 15:30 Uhr zu Ende.

Dragi verkündete das Resultat der EZB-Sitzung:

- Der Zinssatz bleibt bei 0,75% unverändert
- Es wird mit einer Inflation von 2% gerechnet
- Die Geldmenge (M3) stieg um 3,5%
- Der Euro ist irreversibel
- Er nennt ein neues Werkzeug - Outright Monetary Transactions (OMT)
- Die EZB wird Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt kaufen
- Damit liegt die EZB innerhalb ihres Mandats
- Der Ankauf auf dem Primärmarkt wäre eine Verletzung
- OMT wird nur unter gewissen Bedingungen durchgeführt
- Die Länder müssen strenge Fiskalreformen umsetzen
- Neue Staatsanleihen zwischen 1 und 3 Jahren werden gekauft
- Papiere mit einer Restlaufzeit bis zu 3 Jahren werden auch gekauft
- Die Menge die gekauft wird ist unbegrenzt
- Monatlich wird berichtet von welchen Ländern Anleihen gekauft wurden
- OMT wird über den EFSF/ESM Programm durchgeführt
- Der IWF wird auch involviert
- Die Entscheidung war nicht einstimmig, 1 Ratsmitglied war dagegen

Der spanische Aktienindex IBEX fiel dramtisch während Dragis Ansprache. Wahrscheinlich weil im Oktober eine Menge Anleihen fällig werden und man nicht weiss ob das Ankaufprogramm dann schon steht und weil Spanien erst um Hilfe ersuchen muss, bevor die EZB handelt, was aber Rajoy bisher ausgeschlossen hat.

Dragi erklärte nicht wie die sogenannte "Sterilisierung" der OMT-Ankäufe ablaufen soll. Damit soll was zur Bilanz der EZB dazukommt irgendwo wieder abgehen, sonst bläht sich ja der Laden bis ins Unermässliche auf, was wahrscheinlich passieren wird. Auf Deutsch gesagt, wie will er die Aufblähung der Geldmenge und damit die Inflation einschränken?

Ob die Märkte diesen OMT-Käufe als die ausreichende Massnahme betrachten, die notwenig ist um den Euro zu retten, werden wir sehen. Ich kann mir vorstellen, die Haie werden die EZB testen, wie unbegrenzt die Kaufbereitschaft tatsächlich ist. Ausserdem, die Südländer werden möglichweise damit zufrieden sein, weil dadurch ihre Zinsen sinken, aber ob Deutschland damit glücklich wird, wenn dort die Zinsen steigen. War Weidmann die Gegenstimme?

Wir kommen wieder zu der Frage: Und, was bringt uns das was Dragi verkündet hat? Eigentlich nichts, ausser es wurde wieder etwas Zeit gekauft. Die EZB übernimmt die Schulden der Pleiteländer und die Krise geht weiter. Linke Tasche, rechte Tasche. Die Überschuldung und die Probleme des Euros wurden damit nicht gelöst. Der Rückfall in eine Rezession schon mal gar nicht, mit steigender Arbeitslosigkeit und Verarmung.

Übrigens, nur um zu beweisen, dass Mario Dragi wirklich ein Befehlsempfänger von Goldman Sachs ist, alles was er heute erzählt hat, stand gestern schon auf Bloomberg, die es wiederum von einem Goldman Memorandum entnahmen, in dem die Bank schon vor Wochen alles entschieden hatte. Die EZB bekommt ihre Marschbefehle von der Krake mit den allumfassenden Tentakeln.

insgesamt 26 Kommentare:

  1. Hi Freeman

    Was mich schon länger beschäftigt:

    Weil Goldman Sachs angeblich die Welt regiert (Mario Draghi, Monti , Papademos, etc) frage ich mich wer eigentlich Goldman Sachs regiert. Lloyd C.Blankfein i­st ja nur angestellt. Als offizieller Chef. Und Goldman Sachs ist an der Federal Reserve beteiligt. Diese wiederum ist nach dem Muster der Bank of England (1694 gegründet) aufgebaut. Und von wem wurde die USA 1776 "unabhängig" ? --> von den Briten. Bedenkt man, dass der britische Finanzdistrikt - die City of London - NICHT zur EU gehört und seit Jahrhunderten eine EIGENE Rechtsstaatlichkeit besitzt,und die Queen sich anmelden muss, wenn sie diesen Bereich betreten möchte,und zuerst den Lord Mayor begrüßen "muss".
    Im PRIVATBESITZ der Queen befinden sich übrigens unter anderm die Steueroasen Jersey, Isle of Man und Guernsey, auf welchen die ganzen Trusts und Hedgefonds und Briefkastenfirmen residieren. Stell dir vor Angela Merkel gehört die Schweiz und deren Banken!
    Ich persönlich glaube, dass die USA und die Wallstreet nur der Panzer ist, der von den Briten gesteuert wird. Immerhin war (bzw. ist) das British Empire das Mächtigste was die Welt je gesehen hat. Ich kann mich aber auch irren.
    Auf eine Antwort, Zustimmung, Einschätzung oder Negierung würde ich mich richtig freuen.
    Grüße, Andreas
    andreasvonlinden@gmx.de

  1. Freeman sagt:

    Wer die Goldmänner regiert ist schwer zu sagen, weil der Aktienbesitz so verschachtelt ist. Die grössten Aktionäre sind Investmentfonds und andere Banken, wie Berkshire Hathaway, die Vanguard Gruppe, State Street Corporation, Citi Bank, JPMorgan Chase etc. Sicher haben die Rothschilds und Rockefellers erheblichen Einfluss über Fonds.

  1. Die Goldmann Sachs Gruppe ist bei diesen Top 50 an 18ter Stelle vermerkt mit der Anmerkung: Goldman Sachs Group Inc historisch verwachsen mit Rothschild –FED
    Rothschild dominiert !

    Der Name Rothschild, der reichsten Familie der Welt mit der gleichnamigen weltgrößten Privatbanken-Gruppe, taucht bei vielen der Top 50 der ETH-Studie
    auf. Einerseits im Management, wie Rothschild-Schwiegersohn Marcus Agius als Chef von Barclays, Steven M. Rothschild bei Capital Research, Edmond de Rothschild bei State Street, Simon Rothschild bei Resona, James Rothschild bei
    Capital Group oder Lord Jacob Rothschild bei Standard Life. Andererseits findet sich der Name Rothschild unter den Aktionären oder verbundenen Unternehmen wie Rothschild GmbH bei AXA, NM Rothschild bei FMR (Fidelity Investments), Legal & General Group, Natixis, Lloyds TSB, Massachusetts Mutual Life, ING Group und Northern Trust; Rothschild Asset Management bei Vanguard, Legg Mason und
    Wellington; Rothschild Fund Management bei Franklin; Banque Privée Edmond de Rothschild bei Mitsubishi UFJ; Rothschild Investments bei Dodge & Cox;
    Rothschild Group bei Nomura; Rothschild North America bei Deposit Insurance Corp. of Japan etc.

    "Enthüllt – das kapitalistische Netzwerk, das die Welt regiert" berichteten Andy Coghlan und Debora MacKenzie über eine brisante Studie von drei renommierten Wissenschaftern der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Diese stellten fest, dass 737 Konzerne eine 80-prozentige und 147 mehrfach miteinander vernetzte Unternehmen eine rund 40-prozentige Beteiligung an den 43.060 transnationalen Konzernen (TNCs) besitzen, die ihrerseits rund 400.000 Beteiligungen ausweisen. Den vielfach vernetzten inneren Kern der Weltwirtschaft repräsentieren 1.318 Firmen, die im Durchschnitt jeweils 20 Verbindungen untereinander haben und selbst einen Umsatzanteil von 20 Prozent repräsentieren. Über direkte und indirekte Beteiligungen, darunter die „Blue Chips“, also die größten und ertragsstärksten Konzerne der Welt und vor allem der Industrie, kontrollieren sie zusätzlich nochmals 60 Prozent der globalen Umsätze. "Letztlich kontrolliert weniger als ein Prozent der Firmen 40 Prozent des ganzen Netzwerks", fasst James Glattfelder vom ETH-Team zusammen. Unter den Top 50 finden sich die Machtblöcke der internationalen Hochfinanz.

    siehe PDF / Quelle
    http://www.dragaonordestino.net/Drachenwut_Blog_DragaoNordestino/NWO/Eine-Reihe-interessanter-Beitraege-die-sich-gegen-die-Marktkonformitaet-der-Demokratie-stemmen_arquivos/Finanzkonzerne.pdf

    Und bei den Top 50 dominieren
    die Rothschild - Bandidos

    http://www.dragaonordestino.net/Drachenwut_Blog_DragaoNordestino/NWO/Eine-Reihe-interessanter-Beitraege-die-sich-gegen-die-Marktkonformitaet-der-Demokratie-stemmen.php#finanzkonzerne

  1. neocomp sagt:

    Danke für den Livestream. Leider schade das man uns wieder nur Lügen auftischt. Alles wird mal wieder schön geredet und eigentlich ist doch alles in Ordnung ! Lach :-)

  1. LinQ sagt:

    Wie will Draghi den Zaubertrick hinbekommen, die Länder mit unmengen Geld auszustatten ohne dabei die Inflation zu schüren, das hat er bis jetzt verschwiegen.

  1. SigmaEpsilon sagt:

    Also, eine moderne Druckmaschine laeuft locker 15-20.000 Druck pro Stunde. Wenn man das mal schnell hochrechnet, dann produziert so eine Maschine ca. 50 Millionen pro Tag, in 50 Euro Scheinen. Eine Maschine! Wenn man dann die Zahl aller Maschinen in allen Bundesdruckereien Europas zusammenzaehlt, schnell mal ein paar Nullen im Computer drangehaengt, und diese Nullen mit dem bedruckten Papier in Verbindung bringt, dann schafft es Dragi sicher einige Milliarden pro Tag aufzubringen... :)
    Nullen regieren die Welt. In jeder Hinsicht.

  1. Freeman sagt:

    Der Begriff "Geld drucken" ist nur symbolisch gemeint, denn tatsächlich passiert das nicht wirklich. Es werden Zahlen mit vielen Nullen in den Computer getippt und das auert nur Sekunden. So läuft das heute. Deshalb ist deine Ausführung völlig überholt und schon seit der Einführung von Computer vor über 60 Jahren ein alter Hut.

  1. drdre sagt:

    Du liegst völlig richtig mit Deiner Einschätzung Freeman. Aber wer kann den Wahnsinn stoppen. Merkel will es nicht. Nein, die wollen den ESM und die Verschuldung noch erhöhen. Dabei wäre jetzt ein schneller Ausstieg aus dem Euro für den Bürger kurzfristig schmerzhafter, aber langfristig billiger. Die Parallelvariante liegt ja auch noch im Bereich des möglichen. Aber die Umverteilung von unten nach oben ist der CDU wohl lieber. Da winken bei Abschied von den Sesseln der Macht ja noch die Aufsichtsratsposten. Ausserdem will man nicht auf gut dotierte Eu Posten verzichten. So bleibt letztendlich nur noch der Bürger als Zahlmeister.

  1. So ist es Freemann, warum erst Geld drucken...wenn man es als Giralgeld endlos ausdehnen kann (mit Nullen natürlich) was aber kein gesetzliches Zahlungsmittel ist.
    Ich möchte gerne mal die , tatsächliche Geldmenge M3 wissen, wie hoch die wirklich ist, wird aber schon seit Jahren nicht mehr veröffentlich.
    Was Dragula heute verkündet hat, ist alter Käse, als Beruhungsmittel, da kommt sowieso nichts dabei raus, nach dem Motto "was interessiert mich das Geschwätz von gestern".

  1. LinQ sagt:

    eigentlich stieg nicht der Goldpreis, sondern der Euro verliert an Wert und deshalb braucht man mehr EUROS um das gleiche Produkt zu kaufen.
    Ich schluck immernoch an den Worten: "Der Euro ist unumkehrbar."
    Ich habe den zwingenden Drang die EU zu verlassen.

  1. xabar sagt:

    Diese Politik bringt keine langfristige Lösung des Problems, sondern gewährt nur für ein paar Monate einen Aufschub, kicking the can further down the road.

    Immer mehr Verschuldung durch etwas billigeres Geld (durch Aufkauf von Schulden durch die EZB) bedeutet immer mehr Austeritätspolitik in den betroffenen Staaten. Immer mehr Austeritätspolitik, sprich Rentenabbau, Lohnkürzungen, höhere Arbeitslosigkeit, höhere Studiengebühren, Privatisierungen und dergleichen, führt zur Umverteilung von Volksvermögen von unten nach oben, was die eigenliche Absicht hinter den sogenannten Rettungsprogrammen ist. Es ist Klassenkampf von oben pur.

    Aber die Folge davon ist eine immer größere Kluft zwischen arm und reich. Die sozialen Gegensätze spitzen sich immer mehr zu und das bereitet den Nährboden für soziale Proteste, ja für soziale Revolutionen und die Destabilisierung ganzer Regionen. Das bereitet den sozialen Nährboden für den Zerfall der EU, die man ja gerade um jeden Preis erhalten will.

    Das heißt, diejenigen, die die Verschuldung immer weiter hochtreiben und dafür das Volk bluten lassen, graben langfristig ihr eigenes Grab. Sie sind ihre eigenen Totengräber, ohne es zu ahnen.

    Macht nur weiter so! Ihr sägt an eurem eigenen Ast.



  1. humanity sagt:

    "- Es wird mit einer Inflation von 2% gerechnet" (zu M. Draghis übersetzter aussage)

    pro tag, pro woche oder pro x?!





  1. boomslang sagt:

    Meiner Ansicht nach, ist es nicht die Inflation die man fuerchten soll, sondern die DEflation. Wir kauften uns vor 20 Jahren einen Subaru Justy fuer C$14,00.00 Erstaunlicher weise kann man heute fuer das gleiche Geld einen funkelnageneuen Ford Fiesta die selbe Klasse. Haeuser hier in Victoria B. C. werden billiger. Nur in Vancouver sind Hauspreise obzoen hoch, verursacht durch asiatische Kaeufer dene der Preiss Wurst ist , solange sie ihr Geld hier sicher anlegen koennen.
    Deswegen druecken dieZentralbanken die Zinsen tief nach unten, und machen dann 'quantitative easing' . Das heisst uebersetzt, eine kuenstliche Inflation verursachen, weil sonst alles erstarrt.

    Die grosse Depression der dreissiger Jahren koennte man auch 'Die grosse Deflation' nennen.

    Davon haben sie alle Angst.

  1. Ropeka sagt:

    Hallo allerseits,
    ich möchte Euch mal was zum Denken vorwerfen: Was ist eigentlich Geld?
    Ich behaupte: Geld als solches sind lediglich Bargeld und das Zentralbankguthaben der Banken.
    Guthaben bei Banken auf Sichteinlagen, Spar- und Termineinlagen sind Forderungen, die bei Bedarf gegen Bargeld umgetauscht werden. Nur blöd, wenn die Menschen ihre Forderungen in richtiges Bargeld umwandeln wollen. Ergo stellt für mich allein Bargeld tatsächliches Geld dar, der Rest sind Forderungen, die per Knopfdruck verändert (oder gelöscht werden können).
    Nun denkt mal darüber nach, was die Finanzkabale wohl machen kann?
    Meiner Meinung kann sie Forderungen (Konten) einfach entwerten.
    Wie ist Eure Meinung dazu
    Ropeka

  1. Noswear Gun sagt:

    Letztendlich,wie man dem Text entnehmen kann und schon fleißig kommentiert wurde, passiert nichts anderes als eine Umschichtung und Augenwischerei.

    Grundsetzlich stellt sich irgendwann die Frage: Kann unser System eigentlich etwas anderes?

    Europa vertritt Kapitalismus. Wir vertreten Kapitalismus.

    Simpel gesagt steht Kapitalismus für kontinuierlichen Wachstum und zwar überall.
    Wir leben allerdings auf einem Planeten der nicht größer wird.

    Unser Wirtschaftswachstum ist begrenzt. Es geht nicht anders.
    Aber unser System sagt "mehr Wachstum, mehr Produktivität und immer mehr mehr und mehr."

    Egal ob Würschtelbude Heinz oder Deutsche Bank, alles will nach vorne.

    Stehen wir nicht irgendwo in einer Sackgasse?

    Eigentlich muss es immer wieder alles zusammenfallen oder umgeschichtet werden, damit wieder Platz für den allseits geliebten Wachstum ist, oder nicht?

    Wenn man genauer drüber nachdenkt komme ich zumindest sehr ins Grübeln.

    Wie immer toller Beitrag Freeman, danke!

  1. Freeman sagt:

    Ich höre immer wir leben im Kapitalimus und der wäre an der Krise schuld. Ach ja? Ich sehe nirgendswo den Kapitalismus, sondern nur eine sozialistische faschistische Planwirtschaft. Wenn wir wirklich im Kapitalimus leben würden, dann gebe es keine Bankenrettung, dann gebe es keine Aufkäufe von Staatsanleihen, dann gebe es keine ständigen Interventionen in die Märkte, keine Kursfixierung der Währungen und keine Troika die den Staaten diktiert was sie zu tun haben. Das sind alles zentralistische Eingriffe in die Wirtschaft. Im echten Kapitalismus oder in einer freien Marktwirtschaft würden die Banken sterben wenn sie nicht lebensfähig sind, weil sie sich verzockt haben, würde sie keiner mit Billionen auf Kosten der Steuerzahler retten. Es ist absurd und völlig falsch zu behaupten, es liegt am Kapitalimus. Das ist wieder ein völlige Verdrehung der Tatsachen. Wir erleben eine Perversion der freien Marktwirtschaft, wo die Gewinne privatisiert werden, aber die Verluste werden sozialisiert. So etwas heisst richtigerweise Faschismus.

  1. Karl Higgins sagt:

    "LinQ sagt:
    Wie will Draghi den Zaubertrick hinbekommen, die Länder mit unmengen Geld auszustatten ohne dabei die Inflation zu schüren, das hat er bis jetzt verschwiegen."
    Das ist eigendlich kein Zaubertrick...
    Die EZB "druckt" Geld und kauft damit Staatsanleihen. Das Geld bekomme die Staaten die es ihrerseits wieder an die Banken geben um ihre fällig werdenden Kredite zu zahlen.
    Bei Rückzahlung der Kredite verschwindet das FIAT-Geld quasi wieder.
    Da diese Gelder also fast garnicht in den normalen Wirtschaftskreislauf kommen haben sie keinen Einfluss auf die Inflation.

    Zudem sei gesagt das wir auch eher ein Problem mit Deflation haben - das Inflationsschreckgespenst wird nur so gerne von Politikern genutzt um ihre neoliberalen Parolen begründen zu können.

  1. schalun sagt:

    Was ganz interessantes!
    Der Goldpreis schießt gerade durch Dir Decke!

  1. xabar sagt:

    Wir leben im Kapitalismus, denn das Grundgesetz des Kapitalismus ist nicht 'die freie Marktwirtschaft' oder die 'Konkurrenz' oder die Möglichkeit pleite zu machen, sondern das Profitprinzip. Im Spätkapitalismus ist es das Prinzip der Erzielung eines Maximalprofits. Wo dieser nicht mehr erzielt werden kann, wird der Laden dichtgemacht (auch wenn er einen normalen Profit erzielt) und die Bude ins Ausland, nach China oder Rumänien verlegt, wo die Löhne niedriger sind und damit die Gewinne höher.

    Im letzten Stadium des Kapitalismus, den man auch als Monopolkapitalismus bezeichnen kann, herrschen die großen Kartelle, Konzerne und Korporationen, die von den Banken kontrolliert werden, die den Wettbewerb untereinander ausschalten, die Märkte und die 'rates' manipulieren, um eben diesen Maximalprofit für sich einzustreichen.

    Es ist Monopolkapitalismus gepaart mit staatlicher Planung, wenn Bankenrettungen, Sozialisierung der Verluste und systematische Privatisierung von Staatseigentum hinzutreten. Dieses System kann man auch als Staatskapitalismus bezeichnen. Er bringt ständig Kriege hervor, weil der Krieg ein Mittel ist, um den Maximalprofit auf dem Sektor der Rüstung zu erzielen oder dadurch, dass andere Länder, z. B. ihre Öl- nd Gasreserven, hemmungslos ausgeplündert werden.

    Aber Sozialismus ist etwas anderes: Das Grundgesetz des Sozialismus ist nicht die staatliche Planung, sondern dass für das Allgemeinwohl produziert wird, dass die erwirtschafteten Erträge nicht einigen privaten steinreichen Eignern zukommen, sondern über den Staat an die Gesellschaft zurückgegeben werden, in Form besserer Sozialleistungen, höherer Renten, sozialem Wohnungsbau usw. Dieser Sozialismus setzt voraus, dass sich die staatliche Macht in den Händen des Volkes oder seiner Vertreter befindet und nicht mehr in den Händen von Banken oder Konzernen wie es heute der Fall ist. Venezuela unter Hugo Chavez befindet sich auf diesem Weg.

    Das Missverständnis, dass wir angeblich im Sozialismus leben, entsteht dadurch, dass auch im Sozialismus die Wirtschaft staatlich geplant wird. Aber das Entscheidende ist, dass dort die staatliche Planung nicht einigen kapitalkräftigen Reichen zukommt, sondern der Allgemeinheit (im idealen Sinne wohlgemerkt).

    Und Faschismus entsteht auf dem Boden des Kapitalismus. Er ist dann vorhanden, wenn der Staat wie im Monopolkapitalismus sich in den Händen der großen Konzerne befindet und die staatliche Macht alle rechtsstaatliche Hindernisse in den Wind schlägt und mit blanken Terror regiert, um den Widerstand in der Bevölkerung angesichts sich zuspitzender sozialer Gegensätze niederzuhalten. Dieser Situation nähern wir uns.

    Aber das hat mit Sozialismus im eigentlichen Sinne nichts zu tun, weil dieser nicht die Macht der großen Korporationen zum Ausdruck bringt, sondern (im idealen Sinne wieder), die Macht des Volkes, zudem selbstverständlich auch kleine und mittlere Kapitalisten gehören.

  1. InfoEcho sagt:
    Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
  1. humanity sagt:

    @ schalun

    viell liegts auch mit daran, wie goldnet24 schreibt:

    "Goldschmucknachfrage ist wichtiger Treiber im September

    Das wichtigste Ereignis ist dabei die Diwali, die im Oktober beginnt. Die Diwali ist ein bedeutendes hinduistisches Fest in Indien mit der Wichtigkeit etwa von Weihnachten in Europa.

    Auch die Hochzeitssaison beginnt in Indien traditionell im Oktober, da nun die Monsunzeit vorbei ist. Dabei muss man beachten, dass Indien der weltgrößte Konsument von Gold ist und Goldschmuck ein überaus beliebtes Geschenk zur Diwali und zu den Hochzeiten ist.

    In der muslimischen Welt stand Anfang August das Ende des Ramadan bevor. Am Ende des Ramadan wird das Fest des Fastenbrechens gefeiert und es ist der höchste islamische Feiertag. Zugleich ist dieser Feiertag auch ein Tag des Schenkens, wobei in der muslimischen Welt gerne Gold verschenkt wird."

    ...kann natürlich auch andere gründe haben...

  1. kieselsteine sagt:

    am Samstag ist Demo gegen Nahrungsmittelspekultation auf dem Paradeplatz von der occupy Zürich.
    http://www.occupyzuerich.ch/2012/08/sa-1-september-2012-13-30-17-h-mit-essen-spielt-man-nicht/
    Von 13 30 bis 17Uhr
    Das Wetter ist ja ideal, um sich wieder einmal etwas zu treffen und zu plaudern.

  1. games4 sagt:

    Ich finde es mehr als richtig, dass die EZB die Staatsanleihen kauft als dauernd nur den Banken Geld zu leihen, damit diese damit Staatsanleihen kaufen und noch fette Gewinne absahnen.

  1. Freeman sagt:

    Du hast wohl nicht verstanden was Dragi verkündet hat. Der Kauf von Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt heisst, die EZB gibt den Banken Geld damit sie Anleihen kaufen, die sie mit Gewinn an die EZB verkaufen. Direkt auf dem Primärmarkt ohne Banken darf die EZB keine kaufen. Das findest du mehr als richtig? Kopfschüttel.

  1. Weidenfrau sagt:

    Q Karl Higgins
    "Bei Rückzahlung der Kredite verschwindet das FIAT-Geld quasi wieder." Ach ja? Das ist zwar technisch korrekt aber wie wir alle wissen können die Kredite niemals zurück gezahlt werden. Ergo verschwindet das Fiat-Geld auch nicht.
    Nebenbei bemerkt: Der Goldpreis korreliert immer mit der Geldmenge M1. Es ist also folgerichtig, dass der Goldpreis jetzt steigt. Vergleicht die Goldpreisentwicklung mit den Ankündigungen der QEs und ihr werdet fündig.

  1. kieselsteine sagt:

    Hier noch ein paar Bilder von der Demo gegen Nahrungsmittelspekulation am Paradeplatz.

    http://kieselsteine.blogspot.ch/2012/09/demo-gegen-nahrungsmittelspekultation.html