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Greenspan - Die EU ist zum Scheitern verurteilt

Mittwoch, 26. Oktober 2011 , von Freeman um 00:05

Der ehemalige Chef der Federal Reserve Bank (Fed), Alan Greenspan, hat in einem Interview mit CNBC gesagt, die Europäische Union wird auseinanderfallen, weil die Differenzen zwischen Norden und Süden zu gross sind. Sie sei zum Scheitern verurteilt.

"Am Anfang, als der Euro 1999 eingeführt wurde, gab es die Erwartung, dass die südlichen Länder der Eurozone sich so verhalten würden wie der Norden; die Italiener so sein würden wie die Deutschen. Das passierte aber nicht," sagte Greenspan. "Stattdessen musste der Norden den Südeuropäern ihren exzessiven Konsum subventioniert, das heisst, ihren Haushaltsdefizit."

"Die Auswirkung der unterschiedlichen Kulturen in der Eurozone wurde sträflich unterschätzt," fügte er hinzu. "Der einzige Weg wie man verschiedene Währungen von unterschiedlichen Ländern zusammenfügen kann ist, wenn ihre Kulturen sich ähneln, so wie Deutschland, die Niederlande und Österreich. Wenn sie es nicht sind, dann funktioniert es einfach nicht."

Greenspan sagte, die US-Märkte werden von Europa stark gesteuert. "Es gibt einen integrierten globalen Aktienmarkt." Er befürchtet, die Krise in Europa, zusammen mit dem Versagen das US-Staatsdefizit zu lösen, könnte eine Krise bei den Staatsanleihen verursachen, wenn die Märkte entscheiden, die USA ist in der gleichen Situation wie Griechenland.

Auf die Frage, wie gefährlich die Situation in Europa sei, antworte Greenspan: "Ich glaube die Situation ist sehr gefährlich!"














Good Morning Mr. Grünspahn, kommst du erst heute drauf? Das sage ich schon seit Jahren. Der Unterschied in der Mentalität und in der Wirtschaftsleistung ist zu gross, um den Euro über alle Länder zu stülpen. Dazu hat Deutschland massiv die Löhne gesenkt, bzw. trotz enormer Teurung nicht erhöht. So sind die Länder im Süden nicht wettbewerbsfähig. Früher konnten sie durch Währungsabwertung kompensieren, aber durch die Einheitswährung und Verlust der Souveränität über ihre Finanzpolitik geht das nicht mehr.

Wenn Greenspan so etwas sagt, dann müssen die verbohrten Euroturbos endlich aufhorchen und aufwachen, denn er ist ja nicht gerade ein Nobody. Die Märkte werden ganz sicher aufschrecken. Wie ich schonmal sagte, das Euro-Experiment ist gescheitert, das muss doch der letzte endlich kapieren. Sie sollen aufhören mit immer teuereren Pflastern das Ding zu retten. Da ist nichts mehr zu retten. Entlässt endlich die Südländer aus dem Euro oder Deutschland muss raus. Aber die basteln weiter am Konstrukt das auseinanderfällt.

Die EU-Führung beleidigt sich gegenseitig

Egal was die EU-Kasper bis Mittwoch sich an "Rettungsmassnahmen" einfallen lassen, eines muss uns klar sein, am Schluss zahlen wir den Preis dafür. Wer denn sonst. Es ist auch egal ob man in der Eurozone lebt oder ausserhalb, die Rechnung wird von allen beglichen werden müssen. Das ist die Folge aus der engen Vernetzung der Kapitalmärkte und der globalisierten Wirtschaft. Es gibt kein Entkommen. Auch die USA wird davon betroffen wenn die Eurozone pleite geht.

Deshalb hat sich auch am Sonntag der britische Premierminister David Cameron aufgeregt und eine Beteiligung aller 27 EU-Mitgliedstaaten an den Rettungsgesprächen gefordert und nicht nur die 17 Länder die den Euro haben. Er befürchtet, die Dummköpfe der Eurozone werden Massnahmen beschliessen, die sich negativ auch auf London auswirken werden.

Sarkozy massregelte Cameron und sagte zu ihm: "Sie haben eine gute Gelegenheit verpasst den Mund zu halten" während einer hitzigen zweistündigen Debatte. Dieses gegenseitige Ankeifen zeigt, die Stimmung ist mies und die Nerven liegen blank.

Wie respektlos diese EU-Affen miteinder umgehen, zeigte das "Lachen" von Sarkozy und Merkel bei einer gemeinsamen Presskonferenz, als sie gefragt wurden, ob sie noch Vertrauen in Berlusconi haben. Nun fragt sich ganz Italien: Machen sich Merkel und Sarkozy über Berlusconi lustig - oder gar über die Italiener an sich?

Berlusconis Koalition ist sich einig, alleinige Schuld an der dramatischen Lage sind die Franzosen und die Deutschen. Koalitionspartner Bossi sagte: Er könne nicht das Rentenalter anheben, "nur um den Deutschen einen Gefallen zu tun". Die Forderungen aus der EZB nach Reformen nannte er einen "Anschlag auf Berlusconi". Und überhaupt: Was die Europäer wollten, sei doch, die Regierung Berlusconi zu stürzen. Ist ja toll die Stimmung unter den Partnern.

Die Versager haben das Treffen abgesagt

Das für Mittwoch geplante Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel ist kurzfristig abgesagt worden. Der gross angekündigte Befreiungsschlag für die Eurozone – er wird auch am Mittwoch nicht gelingen. Die Versager können sich einfach nicht einigen, wie der Schuldenschnitt für Athen aussehen soll, wie genau der Rettungsfonds EFSF „gehebelt“ wird und andere idiotische Massnahmen.

Die Banken fürchten sich vor einem grossen Schuldenschnitt, weil es zu einem gefährlichen Präsendenzfall dann kommt, speziell für Italien. Aber alle anderen Pleitekandidaten werden sich auch dumm vorkommen, wenn sie weiter die Schulden bedienen, aber Griechenland lässt man raus.

Privatinvestoren halten griechische Anleihen in Höhe von 206 Milliarden Euro. Wenn 50 bis 60 Prozent davon abgeschrieben werden müssen, wie Merkel es fordert, dann sind die 103 oder mehr Milliarden tödlich für viele Banken. Was ist erst wenn die anderen Länder auch eine Entlassung aus den Schulden wollen? Das geht in die Billionen. Wie die Banken dabei nicht pleite gehen und das ganze System kollabiert, ist die grosse Frage.

Dafür sollten eigentlich die EU-Finanzminister eine Lösung erarbeiten und am Mittwochvormittag so weit vorbereiten, dass es die Staats- und Regierungschefs am Abend verabschieden können. Doch in letzter Minute musste das Finanzministertreffen abgeblasen werden. Dabei wurde das Treffen bereits von Sonntag auf Mittwoch verschoben.

Wenn man alles retten will, werden sagenhafte 55 Billionen benötigt. Dabei scheitern sie schon 400 Milliarden oder eine Billion zusammenzukriegen. Diese inkompeteten Flaschen wollen sich gnadenlos blamieren oder was? Dabei haben sie gesagt, zum G-20-Gipfel Ende kommender Woche in Cannes wollen sie nicht ohne handfeste Beschlüsse anreisen. So ein Chaos-Verein macht sich nur noch lächerlich und Greenspan hat recht, die EU ist zum Scheitern verurteilt.

Mit falschen Klischees über Griechenland aufräumen:

insgesamt 12 Kommentare:

  1. drdre sagt:

    Völlig richtig, die Warnungen kamen ja schon viel früher. Leute wie Prof. Hankel und Prof. Schachtschneider wurden als Antieuropäer gescholten. Heute haben wir den Salat. Nicht nur die von Dir angesprochenen Kriterien, sondern auch die Gier der Institute haben einen Teil der Schuld an dieser Misere zu Lasten des Bürgers. Nicht zuletzt sind die Reaktionen aus London und die von Sarkozy u. A.Merkel der Anfang etwaige Schuldige im Vorfeld auzumachen. Das grosse Dreschen hat schon begonnen. Der Euro ist Geschichte und somit auch das Europa der Banken und Konzerne. Es wird Zeit für ein Europa der Bürger.

  1. Der Ifo-Chef warnt ebenfalls:

    http://www.shortnews.de/id/923642/ifo-Chef-Hans-Werner-Sinn-Kommt-der-Schuldenhebel-bricht-Europa-auseinander

    während wir Deutschen unseres Goldes beraubt werden könnten:

    http://www.shortnews.de/id/923641/Angela-Merkels-Schuldenhebel-Verliert-Deutschland-am-Ende-sogar-seine-Goldreserven


    Ein sehr guter Film absolut empfehlenswerter Film ist btw:
    The margin Call-Der große Crash
    http://www.imdb.com/title/tt1615147/

    Eines wollte ich einmal, völlig wertungsfrei, noch festhalten. Die Politiker übersehen zur Zeit etwas recht gefährliches, die Wut wächst. Damit meine ich nicht die friedlichen Demonstranten sondern die die auch andere Mittel in Betracht ziehen. Wir haben in Deutschland den Artikel 20 GG, Absatz 4. Dieser darf laut Völkerrechtlern bis zum Tyrannenmord gehen. Und wer viele Foren und Kommentare unter News liest wird wissen was ich meine. Die Forderung nach Lynchjustiz wachsen.

  1. IrlandsCall sagt:

    die bürger europas sollten sich allmählich aufmachen. Es muss klar werden, dass die verschiedenen Bürger der europäischen Länder solidarisch zueinanderstehen. Damit ist nicht der monetäre Beistand gemeint. Wir, die Bürger haben in allen Ländern nichts mit der Spaltungspolitik unserer Regierungen gemein. Wir wollen uns nicht gegeneinander aufhetzen lassen und uns nicht in einen neuen Krieg in Europa treiben lassen. Denn genau das schein der Plan dieser Prollitiker in Europa zu sien. Sie treiben mit Chaos, Armut mittels der Medien die Bürger wieder dahin wo sie vor dem 2. Weltkrieg gestanden haben. Sind wir so blöd uns wieder für eine Handvoll Psychopathen und Kriminelle gegenseitig anzufeinden und zu bekämpfen, evtl wieder abzuschlachten?
    Ich schlage vor, dass die alternativen Blogs sich international locker vernetzen um sich ihrer gegenseitigen Solidarität zu bekräftigen. Wir wollen keinen Krieg.

  1. Spartacus sagt:

    Am Montag lief im Propaganda-TV "Planetopia" (von der Produktionsfirma "News and Pictures" dessen Geschäftsführer der alles andere als unumstrittene Josef Buchheit ist) auf Sat1, vor einer ausführlich inszinierten Werbung für den freiwilligen Wehrdienst und die dolle Bundeswehr, ein Beitrag über die Möglichkeit einer Währungsreform zur D-Mark, und die enormen Zusprüche der Bürger.
    Die Weichen werden gestellt, so funktioniert unsere "Demokratie"

  1. Hayian sagt:

    Komisch, man kan sich das Interview mit Greenspan of CNBS nicht mehr anschauen. Folgende Nachricht wird im Player als Fehlermeldung angezeigt.

    "The video you are trying to access is unfortunately unavailable at the moment.

    A message has been sent to our customer care team so that we may fix the problem.
    We apologize for any inconvenience."

    Was für ein Theaterspiel ganze doch ist!

  1. alaus sagt:

    JEDESMAL wenn Pluto im Steinbock ist (das passiert ca. alle 250 Jahre) werden massive Revolutionen erzeugt. Letztes Mal: Französische Revolution, vorletztes Mal: Luther Reformation. Auch weiter zurück in der Geschichte dieselben Tendenzen. Ein paar Monate vor dem Börsencrash 2008 ist Pluto nun wieder in den Steinbock gezogen und verweilt dort bis 2023.......REVOLUTIONEN sind angesagt. Weltweit. Und nicht etwa auf die Schnelle. Jahrzehntelange Machtkämpfe.....

    Und um die heimliche, globale Elite (die Jesuiten) einzubeziehen: Während der Luther Reformation wurde der millitärische Jesuiten-Orden gegründet. Und vor ca. 250 Jahren haben die Jesuiten die Revolution heimlich angeführt und die Demokratien nach ihrem Wunsche eingerichtet.....Es ist gut möglich, dass ihre Weltherrschaft, die sie während 500 Jahren ausgebaut haben, nun in den nächsten Jahrzehnten ein Ende findet. D.h. wenn es den unterdrückten Völkern gelingen wird, sie zu stürzen.

    Die Jesuiten wollen ihr viertes Reich, ihre neue Weltordnung, und die Völker wollen Freiheit. Ein massiver Aufprall von Interessen ist bombensicher.

  1. reeno1982 sagt:

    vllt ist das auch ein zeichen das die eurozone jetzt von den schattenregierungen fallen gelassen wurde bzw keine verfahrensanweisungen mehr kommen und jetzt alle nurnoch versuchen ihren kopf aus den schlingen zu ziehen indem sie andere der schuld bezichtigen.

    ps: allein die rothschilds sollen auf 200 billionen(nicht dollar) sitzen.

  1. Freenet sagt:

    @alaus

    >> Es ist gut möglich, dass ihre Weltherrschaft, die sie während 500 Jahren ausgebaut haben, nun in den nächsten Jahrzehnten ein Ende findet.

    Deine Thesen von den Jesuiten hört sich schon sehr schräg an. Den letzten Jesuiten den ich getroffen habe, das war als Jugendlicher.

    Als Laie gewinnt man eher den Eindruck die sind ausgestorben? Oder meinst Du die wären alle so heimlich unter uns und wir wüssten es nur nicht, also quasi wie bei so Alienfilmen?

  1. Ella sagt:

    Greenspan wird sicher wissen von was er redet, er gehoert ja zu den Raetelsfuehrern des geplanten Zusmmmenbruchs des Weltfinanzsystems.

    Zu Zeiten von Billy Boy und als er Fed Sprecher war, wurde der Glass Stegall act der alles in Motion setzte begonnen.

  1. Buddha sagt:

    es ist einfach traurig, schon in den 70ern warnten wir vor zuviel europa, auch die einheitswährung wurde damals von uns auf ds heftigste kritisiert! der witz damals, die cdu nahen wähler beschimpften uns als rote genossen, die spd nahen als braune hemden!
    wie dem auch sei, wir haben die unterschiedlichen lebensgewohnheiten zur sprache gebracht, unter den für uns auch die mentalität fällt! und zur mentalität gehört auch ein nationales selbstbewußtsein! wenn ein franzose englisch sprechen kann wird er es im eigenem lande niemals tun, ebenso gilt die für alle anderen sprachen, und die engländer handeln genauso, ... ! es war von anfang an so, die politiker wollten dies nicht das volk! wenn die regierende nicht das volk hören sondern etwas tun von dem die reichen (bilderberger und co) überzeugt sind, dann wird alles ausgeblutet! ich habe damals schon gesagt irgendwann wird deutschland die schulden der eu zahlen müßen! wir sind soweit!!!
    europa wird nicht nur von den reichen zerschlagen sondern leider auch durch die unterschiedlichen mentalitäten der anderen länder!
    ehrlich, ich find das zum kotzen! das einzige was wirklichen helfen könnte wäre, alle bürger europas gehen an ein und demselben tag auf die straße!
    die eu ist meiner meinung nur dann zum scheitern verurteilt, wenn das eu-volk sich nicht vereinigt! schaffen wir es unsere probleme auf volksniveau zu lösen und schaffen wir es uns zu einigen, und treten wir den regierenden mal kräftig in den"allerwertesten" dann stirbt europa nicht!

  1. Stefan sagt:

    Da spricht gerade der Richtige. Wenn in 20 oder 30 Jahren einmal zurückgeblickt wird, dann wird man sagen. Alles begann mit der (fast) null Zins Politik von Greenspann. Billiges Geld will noch mehr billiges Geld machen - wie ist egal und weils billig ist schaut man nicht so genau hin. Die Ergebnisse hat sieht man nun. Was wird jetzt getan? Das Geld noch billiger machen, quasi hinterherwerfen. Was passiert dann?- Zeitgewinn bis zum Megacrash. Den Griechen kann man überigens gratulieren. die habens hinter sich - die letzten werden die ersten sein. Oder anders gesagt wenn die anderen sich längst wieder berappelt haben muß Deutschland als letztes die Hand heben. Klar das dann alle helfen ;-)
    Mein Resüme ist:
    Geldpolitik ist ein Unwort. Sobald Politik Währungen manipuliert führt das zu Verwerfungen die immer größer werden. Jede Währung hat ihren natürlichen Preis -basta-Und Greenspann ist ein Amateur - sorry!

  1. Du hast ja völlig recht Freeman....
    Aber du kennst auch die Mechanismen mit denen diese "Leute" - Menchen mag ich sie nicht nennen- agieren.
    Solange nicht überall in Europa Millionen von Menschen auf die Strasse gehen und laut schreien "Stop" machen die einfach weiter,die gute van Rumpoy Strategie.Und da sie sehr gut spalten können ,Uran,Dervivate und nicht zuletzt Meinungen ,gibt es leider keine geschlossene Front gegen diese Verbrecher.Zwar gibt es jede menge Menschen auf der Strasse aber jeder demonstriert für etwas anderes.Der eine gegen den Rettungsschirm,der nächste gegen die Nationalen Sparmassnahmen,der dritte gegen den Krieg usw.,so wird das nichts und das wissen diejenigen die spalten auch ganz genau.