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Die Iran-Sanktionen kosten den USA $175 Milliarden

Dienstag, 15. Juli 2014 , von Freeman um 10:00

Als Fortsetzung meines vorhergehenden Artikels will ich die neueste Studie über welchen Schaden die Sanktionen gegenüber dem Iran in den Vereinigten Staaten angerichtet haben zitieren. Die "National Iranian American Council" hat in ihrer aktuellen Studie folgendes festgestellt: Die Vereinigten Staaten sind bei weitem der grösste Verlierer unter den Ländern die Sanktionen verhängen. Von 1995 bis 2012 hat die US-Wirtschaft zwischen 134.7 und 175.3 Milliarden Dollar an potenzielle Exporteinnahmen mit dem Iran verloren. Diese Schätzung zeigt nur den Verlust den die Exportindustrie erlitten hat und schliesst nicht den nachteiligen Effekt anderer Faktoren ein, wie einen höheren Ölpreis für die US-Wirtschaft. In Europa ist Deutschland am meisten von den Sanktionen gegen den Iran betroffen.


Sanktionen sind ein Schuss in den eigenen Fuss

Zu den Verlusten der Exportwirtschaft in reinen Zahlen kommt noch der menschliche Faktor hinzu. Im Durchschnitt gingen durch das entgangene Exportgeschäft in den USA zwischen 51'043 und 66'436 Arbeitsplätze jedes Jahr verloren. 2008 erreichte die Anzahl an Jobs die nicht geschaffen wurden laut der Studie sogar 214'657 bis 279'389.

Für Deutschland beläuft sich der Exportverlust zwischen 23.1 und 73.0 Milliarden Dollar nur zwischen 2010 und 2012. Italien und Frankreich folgen mit 13.6 bis 42.8 und 10.9 bis 34.2 Milliarden Dollar jeweils. Zwischen 2010 und 2012 waren die Kosten der Sanktionen für die EU doppelt so hoch wie für die USA, wie die Studie aufzeigt.

Laut iranischen Botschafter in Bern entgeht der schweizer Wirtschaft ein Exportgeschäft von mehr als 3 Milliarden Franken pro Jahr. Teheran würde gerne kaufen, die schweizer Firmen gerne liefern, dürfen aber nicht, weil die "Weltarroganz" es verbietet. Das kommt davon wenn man als "neutraler Staat" aus Mangel an Rückgrat sich den illegalen Sanktionen der USA und EU anschliesst. Wir wissen schon lange, das EDA ist von der NATO okkupiert und der Bundesrat ein folgsamer Schosshund.

Mit einer Bevölkerung von 76.5 Millionen wäre der Iran ein sehr lukrativer Markt für westliche Produkte. Durch die seit 35 Jahren verhängten Sanktionen ist der Iran gezwungen worden, alles was es vorher aus dem Westen importierte durch eigene Produktion zu ersetzen und ist mittlerweile zu über 90 Prozent Selbstversorger. Deshalb, Sanktionen schaden am meisten den der sie verhängt und nicht das Zielland, speziell wenn es gross genug ist und reichlich Ressourcen hat, um eine eigene Produktion als Ersatz auf die Beine zu stellen.

Der ursprüngliche Grund für den Beginn der amerikanischen Sanktionen gegen den Iran ist praktisch in Vergessenheit geraten und wurde über die Jahre immer neu erfunden. Am 4. November 1979 hat eine Gruppe von iranischen Studenten die US-Botschaft in Teheran besetzt, weil Washington sich weigerte den brutalen Diktator Schah Reza Pahlavi auszuliefern, der in den USA weilte. Die Studenten hielten das Botschaftspersonal ergebnislos als Druckmittel, bis eine Freilassung vereinbart wurde, die im Januar 1981 erfolgte.

Washington brach deswegen die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab, beschlagnahmte alle iranischen Vermögen in den USA, verhängte Sanktionen, bezeichnet das Land als "Schurkenstaat" und stellte es auf die Liste der "Achse des Bösen". Nicht zu vergessen ist aber, die US-Botschaft war die Zentrale der eigentliche Schattenregierung während der Schah-Zeit und kontrollierte das Land, speziell die Ölindustrie im Interesse der westlichen Ölkonzerne.

Siehe unseren Besuch der ehemaligen Geheimzentrale innerhalb der US-Botschaft in Teheran. Ist jetzt ein öffentliches Museum.

Nach der iranischen Revolution und Absetzung des Schah wurde die Ölindustrie verstaatlicht und das Land emanzipierte sich generell vom amerikanischen Einfluss, von der Kontrolle und der Kolonialherrschaft. Das ist der eigentliche Grund für die Sanktionen, dass der Iran es wagt sich nicht dem US-Imperialismus zu unterwerfen. Wer die grössten Gas- und Ölquellen der Welt hat, darf sicher nicht frei darüber entscheiden.

Alle Länder der Welt müssen Washington gehorchen, bzw. sich von den Finanzkriminellen der Wall Street und City of London ausbeuten lassen. Wer es nicht tut wird mit Sanktionen bestraft oder mit einem Krieg überzogen. Dazu erfindet man Kriegsgründe. Wer sich nicht wehren kann wird überfallen und ein "Regimewechsel" unter dem Vorwand der "Demokratisierung" vollzogen. Siehe Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien.

Später kam dann die Beschuldigung dazu, der Iran würde ein Atomwaffenprogramm betreiben. Schon seit über 25 Jahren behauptet Washington, in 12 Monaten hat Teheran die Atombombe. Dann vergeht diese Zeit, nichts was vorhergesagt wurde trifft ein, aber die Behauptung wird ständig wiederholt. Jedes Jahr wieder und am meisten vom zionistischen Regime. Eine erfundene Gefahr und ein Feindbild, um die Drohungen gegenüber dem Iran rechtfertigen zu können.

Nur, diese Sanktionen als Strafe für die Weigerung sich dem Imperium zu unterwerfen haben ihren Preis und kosten wie aufgezeigt Amerika und Europa am meisten. Da aber der Westen in einer tiefen Wirtschafts- und Finanzkrise steckt, mucken die globalen Konzerne schon länger auf und beschweren sich über das entgangenen Geschäft. Die Mantra des notwenigen Wachstum, den die westlichen Politiker einschliesslich Merkel ständig von sich geben, erreicht man nur durch neue Märkte.

Deshalb scheint man sich in Wien bei den Atomgesprächen langsam zu einigen, um aus der Sackgasse zu kommen. Washington muss einen "Kompromiss" finden, den es als Grund für die dauerhafte Aufhebung der Sanktionen präsentieren kann. Teheran wiederum sagt, es verfolgt seit jeher nur die friedliche Nutzung der Atomenergie, warum einknicken? So muss jede Seite sein Gesicht waren und darüber wird gerade gefeilscht.

insgesamt 10 Kommentare:

  1. reubenprowse sagt:

    Was sind schon 175 Milliärdchen über 34 Jahre, im Vergleich zu der Kohle die beim nächsten Crash verbrennt oder in Anbetracht von 17 Billionen Staatsschulden.....

    Ein paar mehr Waffen, Humvees und Medikamente zu exportieren hätte dieses kranke System auch nicht retten können ;o)

  1. Freeman sagt:

    Nicht in 34 Jahren sondern nur 17 Jahren, denn die Studie beginnt mit 1995 und geht bis 2012.

  1. LinQ sagt:

    zusätzlich wird die deutsche Wirtschaft durch die Russlandboykotte geschwächt. Derweil will die USA 500 Mio EU-Kunden über TTIP an die USA binden.
    Den USA schwimmen die Felle weg, zudem sich weltweit eine Anti-Dollar-Allianz bildet.
    Warum setzen wir auf ein totes Pferd, Frau Merkel?
    Zumal der Gaul sehr neugierig ist, und nichts Gutes für Europa und Deutschland in petto hat.

  1. saratoga777 sagt:

    Hätten wir keine geistig dementen Gartenzwerge im Bundesrat, sondern tapfere Eidgenossen, richtige Männer also, dann würde man die Beziehungen zur UdSSR und zur USSA, die uns ja ständig nur erpresst und gedemütigt haben, sofort auf Eis legen, und im Gegenzug dafür die Beziehungen zu Russland, China, dem Iran und Südamerika massiv intensivieren.

    Dort liegen die "emerging markets", die aufblühenden Märkte. Aber unsere Politmafia zieht es offenbar vor, auf ein lahmes Pferd zu setzen.

    Manche Idioten und ewig Gestrige sind eben in einem antiquierten Weltbild verhaftet, manche Idioten haben die Zeichen der Zeit eben noch nicht erkannt.

    Was sich bindet an das Alte und an das Morsche, an das Dekadente und an das Verkommene, der wird damit untergehen müssen.

    Historiker werden, wenn es dann noch Historiker geben wird, einmal darlegen, wie die Bindung des Franken an den Euro der Anfang vom Ende der Eidgenossenschaft war.

    Und bald werden hundert Franken nur noch 5 Franken wert sein, und einst reiche Schweizer werden sich das Leben nehmen, weil sie alles verloren haben.

    Manche lernen eben nur aus Leid und Schmerz. Wer seinen Geist der Stimme der inneren Wahrheit und Weisheit nicht zu öffnen vermag, der ist dazu verdammt in den Chor der Narren einzustimmen.

    Und vornehm geht die Welt zu Grunde.

  1. Karsten sagt:

    Ist jemand schon mal auf den Gedanken gekommen, das mit den Sanktionen vielleicht tatsächlich die USA getroffen werden sollen? Die und die noch produzierenden EU-Länder?
    Wer sich darüber freut, hat bestimmte Zusammenhänge nicht verstanden.

  1. @LinQ:

    Frau Merkel reitet das tote Pferd, weil sie selbst schon lange eine leblose, ferngesteuerte Hülle ist.
    Normalerweise kann jeder nur ansatzweise integere Mensch mit einer manifesten, ostdeutschen "Ausbildung" (*Indoktrination trifft's eher...) sich nicht wenige Jahre danach als Rauten-BundeskanzlerInnen-Puppen-Plagiat von Washingtons Gnaden hinstellen & den Ober-Trollo markieren... Der ganze Polit-Popanz in dem Besatzungs-Konstrukt BRD® stinkt um die Wette mit dem chemtrailverseuchten Himmel. Verrat am deutschen Volk, durch Schuldkult, Verdrängungs-Siedlungspolitik, Verarmung der Massen, völkerrechtwidrige Auflösung der Nationalstaaten, aufkommende Kriegslüsternheit deutscher USraelischer-Atlantikbrücken-Vasallen... Ekelhaft Hoch³

  1. LinQ sagt:

    @ sivispacemcoleiustitiam

    so ist es.
    Dabei ist es eine Frage der Mathematik.
    Russland und China haben zusammen 8 mal mehr potentielle Kunden als die Falschgeldschleuder USA. Wo wäre denn unsere Autoindustrie ohne den chinesischen Markt?
    Im Eimer!
    Das gleiche gilt für unsere Maschinenbauer, etc.
    Das schmeckt den USA natürlich nicht. Die Anti-Dollar-Allianz ist
    eine Chance für die Welt, die USA zu isolieren und den Petrodollar in die Hölle zu schicken.
    Irgendwann wenn die Amerikanische Union, von Alaska bis Feuerland, wieder zur Gesinnung gekommen ist, dürfen sie sich vielleicht der Eurasisch-Indischen Wirtschaftsunion, bestehend aus Europa, Russland, Indien, Südostasien und China, anschliessen.

  1. Ella sagt:

    @Karsten

    Genau so sehe ich es auch.

    Die Ratten bzw. die Overlords, die internationalen Cooperationen brauchen die US nicht mehr.

    Die Heuschrecken haben alles abgegrast und ausgelaugt was zu holen ist, durch Bailouts, Kriege, usw. und ziehen nun weiter. Es fehlt nur noch der Collapse des Dollars. Wie es land und Leuten geht ist ja bekannt.

    Die Finanzkrake hat ihre Arme weltumspannend und laengst um auszubeutende Ziele wie z.B. Indien, China und wahrscheinlich auch Russland gelegt Der Wuergegriff wird spaeter kommen, die denken in langen Zeitraeumen.

  1. freethinker sagt:

    Terrorstaat USA:
    http://www.youtube.com/watch?v=wQ9iNBytKWo

  1. freethinker sagt:

    Und wenn nun noch keiner mehr den Dollar haben will, dann geht es bald noch schneller abwärts mit dem US-Terrorregime:
    http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2014/07/503526/dollar-ade-erdogan-will-eine-allianz-mit-putin-schliessen/