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SNB - Wechselkursverluste von 21,2 Mrd. Franken

Samstag, 13. November 2010 , von Freeman um 10:00

Mit dem Versuch auf der einen Seite den Schweizer Franken nicht zu stark ansteigen zu lassen und auf der anderen den Euro zu "retten", hat die Schweizer Nationalbank (SNB) einen Wechselkursverlust in den ersten drei Quartalen 2010 von 21,2 Milliarden Franken eingefahren. Nur durch den Anstieg des Goldpreises, Zinserträge und Gewinn aus Wertpapier- beständen konnte sie den Verlust per Saldo auf 8,5 Milliarden reduzieren.

Die SNB kaufte im ersten Halbjahr 2010 zur Stützung der Europäischen Einheitswährung über 100 Milliarden Euro auf den Märkten. Das nütze aber nichts, der Euro sackte trotzdem ab. Am 1. Januar 2010 lag der Kurs bei 1,4920 und fiel dann kontinuierlich auf 1,2766 am 8. September ab, dem diesjährigen Tiefpunkt, ein Verlust von fast 15 Prozent. Im Moment liegt der Kurs des Euro bei 1,3420, auch nicht viel besser.

Im zweiten Quartal hatte die SNB Euro-Bestände in Höhe von 120,6 Milliarden Franken, die im dritten auf 90,6 Milliarden zurückgefahren wurden. Der Anteil des Euro an den gesamten Devisen-Anlagen sank von 70,6 auf 55,9 Prozent. Der Wertverlust des Dollars trug neben dem Euro auch noch zu den gesamten Währungsverlusten bei.

Den Wechselkursverlust konnte die Nationalbank durch Zins- und Dividendenerträge teilweise ausgleichen, wodurch der Verlust auf den gehaltenen Fremdwährungen 14,7 Milliarden Franken betrug.

Im Gegenzug profitierte die SNB vom rekordhohen Goldpreis und konnte dadurch einen Buchgewinn von 4,6 Milliarden Franken auf ihren 1'040 Tonnen Gold ausweisen.

Durch die Rettungsaktion der UBS hatte die SNB Schrottpapiere im Wert von 39,1 Milliarden von der Bank übernommen. Diese wurden auf einen Risikobestand von 17,5 Milliarden mittlerweile reduziert. Daraus konnte sie einen Ertrag von 1,2 Milliarden Franken erwirtschaften, der den Verlust auf der Währungsseite etwas ausglich. Ein Darlehen an die UBS in Höhe von 14,3 Milliarden Franken ist aber noch offen.

Per Saldo nach Abzug der Gewinne von den Verlusten verbuchte dadurch die SNB einen Rekordverlust per dritten Quartal von 8,5 Milliarden Franken. Vor einem Jahr hatte die SNB im gleichen Zeitraum noch einen Gewinn von 7,1 Milliarden Franken ausgewiesen.

Die berechtigte Frage an die Führung der SNB lautet, warum wurde überhaupt der Versuch unternommen den Euro zu retten? Jeder der sich mit den Devisenmärkten auskennt hätte ihnen sagen können, ein Kauf von "nur" 120 Milliarden bringt ausser Verluste gar nichts, verhindert keinen Wertzerfall. Eine Nationalbank kann nicht gegen den Markt und internationale Spekulaten ankämpfen und was ausrichten, ist bei dem Volumen das täglich läuft ein Tropfen im Ozean und deshalb unverantwortlich. Hat die Bank of England auch schon schmerzhaft erleben müssen, als gegen den Pfund gewettet wurde. Alle Versuche scheiterten und sie musste aufgeben.

Was hat die SNB mit ihren Euro-Käufen bewirkt? Nichts, der Kurs ist trotzem tief. Eigentlich müsste die SNB-Führung deshalb bei so einem Rekordverlust der vorhersehbar war zurücktreten. Am 22. Mai schrieb ich bereits dazu, als die ersten Interventionen für den Euro anliefen: "... die Handlungsweise der SNB ist eine völlig falsche Politik, ja sogar Landesverrat, denn damit setzt sie uns ins gleiche Boot, das voller Löcher ist und egal was sie machen, so oder so untergehen wird."

insgesamt 7 Kommentare:

  1. IrlandsCall sagt:

    also bei uns in deutschland bekommen manager die ihre eigenen konzerne runter- und kaputtwirtschaften mehr gehalt und mehr boni ausgezahlt. beispiel dazu gibs genug. warum soll das in der schweiz anders sein? :D

  1. Das verhalten der SNB ist eine schande für die Schweiz, bin auch der Meinung das diese Aktionen der SNB schon nahezu Landersverrat sind. Aber mit sicherheit sind die nicht zum wohle des Schweizer Volks, wie auch schon die Goldverscherscherbelung dies nicht war!
    Diese Zahlen und die SNB machen mir schlecht. Auftrag der SNB laut
    Schweizer Verfassung "http://www.admin.ch/ch/d/sr/1/101.de.pdf" 11.2010(auszug)
    "Art. 99 Geld- und Währungspolitik
    1 Das Geld- und Währungswesen ist Sache des Bundes; diesem allein steht das
    Recht zur Ausgabe von Münzen und Banknoten zu.
    2 Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank eine Geld und
    Währungspolitik, die dem Gesamtinteresse des Landes dient; sie wird unter
    Mitwirkung und Aufsicht des Bundes verwaltet.
    3 Die Schweizerische Nationalbank bildet aus ihren Erträgen ausreichende Währungsreserven;
    ein Teil dieser Reserven wird in Gold gehalten."
    (noch)
    Dass die SNG die über 1400t Gold seit 2000 verscherbeln konnte war schlieslich auch nur durch eine Verfassungsänderung möglich. Eines kann man aber nicht abstreiten, das es "Währungspolitik" ist (dieses Wort gehört aus der Verfassung entfernt!mmn)
    Mfg

  1. Blacky sagt:

    @Tellerrandgrenzverstösser

    das wird wohl an der systemrelevanz der EU liegen.denn egal ob der dollar abstürzt oder der euro - dank globalisierung werden die folgen weltweit verheerend sein...

    fällt der dollar, fällt der euro, fällt der yen und andersrum...

    wir befinden uns eben im endgame und es geht um alles oder nichts...
    und die mächtigen haben nicht nur angst ihre macht zu verlieren sondern auch ihr kopf hat eine ungewisse zukunft nach dem crash...

    denn bevor wir alle verhungern, verdursten, erfrieren oder ein nuklearer winter uns platt macht wird der mob es geniessen sich vor allem an politikern und bankern zu rächen...

    und da sitzen sie und wir alle im selben boot - egal in welchem land...

  1. @Tellerrandgrenzverstösser, du schreibst das es in der Schweiz eine Verfassungsänderung gegeben hat.Dann wundert mich garnichts mehr.Die Schweiz ist somit dann wohl auch kein Bollwerk gegen die NWO mehr!
    Nun, auch die UBS und andere Banken mit Fillialen in der Schweiz werden schon den Bankenstandort kaputtmachen.
    UBS-Warburg...hat ja eine lange Tradition.....siehe 1+2 Weltkrieg..
    Schiff,Baruch,Warburg,Rothschild.

    Empfehle wärmstens ein Buch:"Die Bankierverschwöhrung" von Eustace Mullins + Roland Bohlinger.Verlag für ganzheitliche Forschung Teil I.
    1950(!) und neu überarbeitet 1980.

    "Die Stunde hat geschlagen für die Hochfinanz,öffentlich Ihre Gesetze für die WELT zu diktieren, wie sie es bisher im Verborgenen getan hat...Die Hochfinanz ist berufen, die Nachfolge der Kaiserreiche und Königtümer anzutreten, mit einer Autorität, die sich nicht nur über ein Land, sondern über den ganzen Erdball erstreckt."
    Erklärung anläßlich d.Gründung d.internationalen Bankenallianz 1913(!)in Paris

  1. Kassandra sagt:

    Sehr riohtig, Freeman:
    Wer oder was hat die SNB überhaupt
    zu dem Irrsinn veranlaßt oder ver-
    leitet, den maroden Euro zu retten?
    Zum Glück gehört die Schweiz doch
    nicht zum EU-Kartell. Wurden die
    Manager unter Druck gesetzt? Die
    Schweizer Banker gelten doch als
    nüchterne schlaue Zahlenmenschen.
    Da drängt sich ein schlimmer Ver-
    dacht auf, aber es bleibt Verrat
    am Volk und dessen Vertrauen in
    seine soliden Vermögensverwalter.
    Wer steckt dahinter? Soll die
    Schweiz mit in das sinkende Boot
    gezogen werden?

  1. Iris Niebach sagt:

    Danke, Herr Friedmann für Ihren so wichtigen und aufschlußreichen Blog. Ich bin dabei, alles zu lesen, stundenlang und auch jedes Kommentar, bevor diese Art von Blogs verboten oder gelöscht werden. Seit ich ihren Blog lese, ist meine Internet-Verbindung schlecht geworden und ich bin mir nicht sicher, ob das ein Zufall ist!

  1. MastaFu sagt:

    @Götz v. Berlichingen

    "Die Schweiz ist somit dann wohl auch kein Bollwerk gegen die NWO mehr!"

    Die Schweiz war doch nie gegen die NWO?!

    Frage: Wieso wohl ist DER Irre im 2. Weltkrieg nicht in die Schweiz einmarschiert und hat die Schweiz "verschont"? Wenn ich vorhätte die komplette Europa einzuverleiben, dann mache ich doch kein Halt vor der Schweiz! Die Neutralität spielt da keine Rolle...!

    Antwort: Weil die Schweiz DER Treffpunkt für die NWO war, ein "Rückzugzsgebiet" wo sie ihre "Operationen" planen und durchführen konnten, ihre Meetings machen konnten und über die Schweiz die Möglichkeit hatten ins Ausland zu "fliehen".