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Irland ist am Ende und wird erpresst

Montag, 22. November 2010 , von Freeman um 00:05

Wir kennen alle den Spruch, egal was man macht, es ist falsch. Genau in dieser Situation befindet sich der irische Premierminister Brian Cowen, links. Denn das Land ist am ertrinken und von allen Seiten kommt jetzt Druck. Die EU und der IWF verlangen als einer der ersten Massnahmen um das Hilfspaket in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro zu bekommen, die irische Regierung muss die niedrige Unternehmens- steuer verdoppeln, denn damit werden die anderen EU-Länder konkurrenziert und Irland ist zu attraktiv als Firmenstandort. Auf der anderen Seite haben eine Reihe von internationalen Konzerne die irische Regierung bereits gewarnt, sollten sie die Steuer erhöhen, dann werden sie abwandern.

Sich von der EU retten zu lassen bedeutet schlussendlich der massive Verlust an Firmen, Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen. Die Zukunfts- aussichten sehen schlimm aus. Ohne Rettung ist es aber genau so düster. Jetzt kann die irische Regierung wählen auf welche Erpressung sie eingeht.

Die Warnung kam aus der Führungsetage von Microsoft, Hewlett-Packard, Bank of America Merrill Lynch und Intel. Sie sprachen von einem “verheerenden Schlag” auf Irlands Möglichkeit “Investitionen zu gewinnen oder zu behalten”, sollte die Unternehmenssteuer von den jetzigen 12,5 Prozent erhöht werden.

Obwohl der irische Finanzminister Brian Lenihan angekündigt hat, Irlands Firmensteuer, einer der niedrigsten in der Eurozone, wird nicht erhöht, sagen viele Regierungen, welche das Geld für den Rettungsschirm liefern, ohne Steuerhöhung gibt es kein Geld. Deutschland und Frankreich, mit Unternehmenssteuern von 29,8 und 34,4 Prozent jeweils, sind schon lange auf Irland sauer, weil ein überwiegender Teil der internationalen Konzerne Irland hauptsächlich aus Steuergründen als Standort gewählt haben. Sie wollen jetzt die Chance nutzen und einen lästigen Steuerkonkurrenten endlich loswerden.

Lionel Alexander, der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Irland, schrieb einen Brief an die Regierung mit der Warnung über die Konsequenzen einer Steuererhöhung und wies darauf hin, die ausländischen Investitionen machen 110 Milliarden Euro aus oder 70 Prozent aller Exporte alleine durch US-Firmen und beschäftigt 100'000 Arbeiter.

Die Firmenchefs, welche den Brief unterzeichneten, drohen nicht mit einem sofortigen Wegzug, aber sie deuten damit an, die irische Unternehmenssteuer mag für die Eurozone niedrig sein, aber nicht im internationalen Vergleich mit Singapore, Indien und China.

Wie wir die Weltkonzerne kennen, können die sehr schnell dicht machen und wo anders eröffnen. Dafür wurde ja die Globalisierung extra gemacht und sie profitieren reichlich davon.

Davon abgesehen hat der Chef von Google Europa in Dublin, John Herlihy, der Zeitung The Belfast Telegraph gesagt, “alles was die Wettbewerbsfähigkeit Irlands beschädigt wird für Google ein grosses Ding sein.

Ausserdem hat der Chef von PIMCO, Mohamed A El-Erian, dem grössten Bond-Investor der Welt dem britischen Sunday Telegraph gesagt, das vorgesehene Rettungspaket könnte gar nicht ausreichen, um die irischen Finanzen zu retten. Der Betrag von 100 Milliarden wäre nur eine kurzfristige Lösung. Er sagte, „Irland und seine Partner müssen eine kurzfristige Liquiditätslösung in eine langfristige Lösung umwandeln, welche die Zahlungsfähigkeit, das Wachstum und die wirtschaftliche Restrukturierung anspricht.

Neben der Bitte um Hilfe von bis zu 100 Milliarden Euro, hauptsächlich zur Stabilisierung des Bankensystems, will die Regierung in den nächsten Tagen neue einschneidende Massnahmen beschliessen, die 15 Milliarden Euro an Ausgaben einsparen soll. Das wird die Bevölkerung noch wütender machen als sie jetzt schon ist. Die sind ausser sich, weil sie für die Verbrechen der Banken bluten und noch mehr leiden müssen.

Die irische Bevölkerung reagierte geschockt auf die Nachricht, das Land benötigt doch Hilfe. Brian Cowen hatte noch am Mittwoch gesagt, er habe keine Hilfen aus Brüssel beantragt, das Land sei bis Mitte 2011 durchfinanziert. Jetzt kam die Bittstellung, die erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen wird. Die irischen Medien bezichtigen die Regierung der Lüge und forderten sie zum Rücktritt auf. "Ihr habt gelogen. Ihr habt uns enttäuscht. Tretet zurück", titelte die Zeitung Sunday Independent unter einem Foto aller Kabinettsmitglieder.

Ein weiteres Ungemach kommt auf die Iren zu. Unter dem Druck der Bankster sollen gewisse Kronjuwelen verscherbelt werden, damit Geld in die Kasse kommt, wie die nationale Fluggesellschaft Aer Lingus, die Lizenz für die Landeslotterie und sie Gas- und Stromversorgung.

Irland ist am ertrinken und wird von allen Seiten erpresst.

Wie viele Griechenland und Irland kann die EU noch verkraften, bevor der Euro platzt und nur noch Klopapier ist? Das sind doch bisher kleine Fische im Euro-Teich die nach Luft schnappen. Was ist erst wenn die grossen Länder wie Spanien und Italien gerettet werden müssen? Danach sieht es ja aus. Dann sind 100 Milliarden Euro „Peanuts“, wie Hilmar Kopper, ehemaliger Obermacker der Täusche Bank, sagen würde und es werden Billionen notwendig sein. Ja, Billionen!!!

Apropos Täusche Bank, Schmiergel TV Magazin hat sich einen kleinen Scherz erlaubt und schickte einen Reporter zum Bankenkongress nach Bankfurt am Wochenende. Unter dem Motto „Solidarität mit Irland“ ging er mit einem Sparschwein rum und bat um Spenden für Irland. Die ganzen Bankster hatten aber kein Mitleid mit Irland, wie Rolf Breuer, Helmut Kopper und andere die nichts spendeten. Der frischgekürte „Bankster des Jahres“, Sepp Ackergaul, gab auch nichts. Dabei fliesst ja ein Teil der 100 Milliarden Euro die der Steuerzahler wieder berappen muss zu den deutschen Banken zurück, die den irischen Banken Kredite gegeben haben. Insgesamt kamen ganze 12,50 Euro zusammen. Lächerlich. Die wurden dann dem irischen Botschafter Daniel Mulhall der auch anwesend war übergeben, aber der wollte sie nicht und war „not amused“.

insgesamt 14 Kommentare:

  1. Geschichte Irlands ..Hintergründe

    http://translate.google.de/translate?hl=de&langpair=en|de&u=http://www1.xe.net/~mbone/webtree/history-ir.htm

  1. AVIREX sagt:

    Den Bericht hatte ich auch gesehen.
    Da durfte der Medienpöbel mal losziehen und sich zum Affen machen.
    Obwohl die Idee mit dem Sparschwein nicht so schlecht war.
    Wie entgeistert die alle geschaut haben, frei nach dem Motto:
    Kann den nicht mal einer bei Seite nehmen und rausschmeißen...oder...
    Rufen Sie(Sekretär-in) bitte morgen mal bei dem
    Spiegelredakteur an...so geht das nicht!
    Oder dieser eine schmierige Banker, der, nachdem er schlechtgeredet wurde, doch noch
    10 Euro hergab.

    Pfui !!!

  1. Naguziel sagt:

    Ich hätte schon Griechenland nichts gegeben. Ist doch genau so wie mit der Bank hier in Deutschland, investiert und aus den roten Zahlen sind sie trotzdem nicht raus gekommen.
    Schwachsinn da was zu retten, vor die Wand fahren lassen und bei 0 neu anfangen kann nur die einzige Lösung sein, und zwar ohne den Euro.

  1. Qumaira sagt:

    „Es ist eigenartig, wie das Geld sowohl Charaktere als auch ganze Verhältnisse zu verschleiern vermag.“

    Erpressung und wenn man nach Luft schnappt, wird der Kopf gleich nach unten gedrückt.

    Ich kann es immer noch nicht nachvollziehen, wenn mit bloßen Zahlen spekuliert wird, man mehr Geld bekommt, als wenn eine Krankenschwester, einen Kranken wieder gesund pflegt.

    Meinen Kindern kann ich nur eins auf den Weg geben, hütet Euch vor den Wölfen, aber habt keine Angst und beobachtet Sie, den Sie haben nur Schwächen, keine Stärken !

  1. drdre sagt:

    Eins wird immer klarer, die durch Finanzmanipulationen ausgelösten Krisen, haben die Eu Staaten immer mehr in Abhängigkeit des nicht demokatisch gewählten EU-Führungsriege gebracht , welche die Interressen des Grosskapitals , hauptsächlich der USA vertreten. Somit einen weiteren Meilenstein zur Ausplünderung der Bürger und dem Abbau der Bürgerrechte gegeben.
    Durch geschürte Terrorhetze auf Stammtischniveau und der weiteren Forderung von MDB Wiefelspütz nach der Vorratsdatenspeicherung und deren Ausweitung ist der Weg in den Kapitalfaschismus vorgezeichnet.

  1. In der 3. Welt ist die Industrialisierung das Mittel der Versklavung, hier ist es der Euro.

    Nach dem Motto: Wer seine Souveränität und Bürgerrechte bewart wird vom Bankenkartell kaltgestellt.

    Was sich da Springer TV wieder als "Komödie" leistet ist schon wirklich absurd. Die machen sich im Namen der Quote auch noch lustig über die erpresste Situation Irlands.

    Es wird Zeit für das große "Reinemachen" ! Ich hoffe sehr, dass möglichst viele am 07.12.2010 beim StopBanque mitmachen.

  1. :raven: sagt:

    Offensichtlich machen alle, die am langen Hebel sitzen, mit der Unterstützung unsere Politiker richtig Kasse, über die Staaten hinweg... dank der Globalisierung.
    Und wenn alle Realgüter und Geldscheffel-Lizenzen verteilt sind, wird mit einer Währungsreform resetet, wobei die Schuldner erfahrungsgemäß stets schlechter davon kommen.
    Man kann es drehen und wenden wie man möchte, der normale Steuerzahler wird verarscht.
    Und wenn man das ganze gierige System herunterbricht ist es auch der normale Steuerzahler, der erpresst wird.

    Ich habe gerade das Buch "Der Deutschland-Clan" von Jürgen Roth gelesen. Nicht mehr ganz aktuell, aber die Denkweise und Mechanismen der Gauner verständlich gut zusammengefasst. Jede Schweinerei muss nur kompliziert genug sein, damit der Normalbürger die Komplexität der Machenschaften nicht ohne Fleiß durchblicken kann und die Organe der Strafverfolgung überfordert werden. Kombiniert man diese Komplexität mit Seilschaften durch die Entscheidungsinstanzen, ist das Hase-und-Igel-Spiel perfekt.

    Die Steuerzahler und Schuldner sind die Hasen, die sich die Lunge aus dem Leib rennen... und zum Schluss doch noch abgeknallt werden.

  1. ..78oe sagt:

    @ AVIREX: das ganze hat xtra3 damals auch schonmal gemacht...

    http://www.youtube.com/watch?v=cXU0S4XJ5lg

  1. ..78oe sagt:

    ach und ääh - ist es nicht eigentlich sinnlos über solche themen zu debattieren? wenn immer wieder behauptet wird, das geld existiert ja gar nicht und ist nur heiße luft, dann sollte man die schulden genau so behandeln. und wenn die konzerne anfangen zu erpressen, dann sollte man sie loswerden - am besten an die konkurenz - wenn die so weitermachen möchte die am ende gar keiner mehr...

  1. SR sagt:

    Banken-Monopoly, dieses alles verschlingende „schwarze Loch“ geht in seine Endphase. Abgesichert mit polizeistaatlichen/faschistischen Unterdrückungsmethoden, stellen sich diese Verbrecher vor, jeden Lohnsklaven rund um die Uhr für immer weniger Lohn schuften zu lassen. Nur haben sie es nicht mehr mit den kurzsichtigen Privatinteressen kleiner Lehnbauern wie einst der Feudalherr zu tun, sondern mit einem vernetzten Heer von Arbeitskräften; die, wenn endlich organisiert und nicht mehr von pseudo-linken, „links“-radikalen, grünen etc. Apparatschiks und verräterischen Gewerkschaftsfunktionären an die Hundeleine genommen, die Fähigkeit besitzen, durch Wischmopp in die Ecke stellen, Zündschlüssel abziehen, „power off“ - Knopf drücken etc., innerhalb weniger Stunden die gesamte Weltwirtschaft eischließlich seines Unterdrückungsapparates zum Stillstand zu bringen – wohin übrigens dieses „schwarze Loch“ nicht weniger rasch führt.

  1. Am Ende haben wir wenigstens genug Klopapier ;-) Dann bekommt der Spruch >> Große Geschäfte macht man mit Millionen <<, wenigstens eine echte Bedeutung. ;-)

  1. Justa Ment sagt:

    Deinem Post fehlt ein wenig der Blickwinkel:

    1. Im 19. Jhd. hat IE einen relativ zur Bevölkerungszahl unvorstellbaren Aderlass erlebt! Mehr als 1/3 starb oder wanderte aus. Der 30jährige Krieg in D war lächerlich im Vergleich!

    2. Im 20. Jhd. hätte IE beinahe einen noch extremeren Bevölkerungsaderlass erlebt, weshalb sich IE vor 37 Jahren dazu entschloss, Teil der EU und etwas weniger abhängig von UK zu werden. (Ich war in den letzten 10 Jahren sechs Mal länger in IE: mehr als einmal habe ich eine Dankeschön wegen des II.WK (gegen UK) gehört!) Les' mal Irisches Tagebuch und Du kannst erahnen warum Böll so problemlos mit seiner ganzen Familie in IE sich niederlassen konnte.

    3. Wenn die Iren dann doch nicht ausgewandert sind und das allgemeine Preisniveau - gerade auch bei Immobilien die oftmals noch immer den Namen nicht verdienen - deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen, ist vor allem das der Grund, warum die Iren ihre Insel dann doch nicht endgültig verlassen haben.

    4. Bezahlt haben dieses Preis- und Lohnniveau (-Steigerung) die anderen Europäer - nicht so sehr durch Subventionen (z.B. für Kerry Gold), als vielmehr dadurch, dass mit großer Absicht (damals der EG), IE ermöglicht wurde, damit der Celtic Tiger überhaupt mal zum Sprung ansetzt, die Körperschaftssteuer so erbärmlich gering zu halten. Wer weiß, vielleicht wäre Google Europa sonst heute mit Hauptsitz in ... Karlsruhe (deutsche Internethauptstadt)?

    5. Selbstverständlich sind 3. und 4. hauptsächlich zum Profit der Bankster erfunden worden. Aber wenn nicht durch die irische Profitschleuse dann wäre es eben durch eine andere, z.B. in Portugal passiert. - Schlussendlich ist es Zufall, dass man IE seit spätestens dem II. WK überall das (grundsätzlich verhasste) Englisch spricht und in Portugal halt nicht. So fiel die Wahl der Bankster halt auf IE.

    6. Der Punkt 5. ändert aber nichts daran, dass der Hauptantrieb für den entstandenen und mittlerweile alt und gebrechlich gewordenen Celtic Tiger, der Punkt 2. ist. In D gibt es seit 20 Jahren den sog. Solidarzuschlag, damit die Ossis Ossis bleiben. (Davor gab' es z.B. von F.J.Strauß Milliardenkredite, damit die Ossis möglichst den Antifaschistischen Schutzwall stehen lassen.) Wessis zahlen also dafür, dass die Ossis in der Zone bleiben, dort die Preise steigen und die Bankster Profite machen. (Der Einzige der das mal so richtig in Frage gestellt hat, war ein gewisser Schneider - aber auch nicht aus mangelnder Profitgier!)

    7. Auch wenn es der dramatisch geringere (Profit-) Anteil ist: es ist durchaus verständlich, dass die Menschen in D, in der EU, die Steuerzahler, nicht so wirklich Lust haben, immer und immer weiter irgend einen Solidarzuschlag zu zahlen, nur damit aus Mecklenburg-Vorpommern ein halbwegs attraktive Parklandschaft wird, oder aus IE. Der Moor hat seine Schuldigkeit getan und wir ziehen mit dem Spaten, ins Moor, ins ...

    Anders gesagt: es geht darum, dass
    a) die Iren Iren bleiben, was offensichtlich trotz Banksterprofiten gelungen ist, sonst würden die Iren nicht so wie jetzt ihren Besitzstand wahren wollen

    b) Volkswirtschaftliches Gesamteinkommen wieder stärker in Relation zur tatsächlichen industriellen Wertschöpfung steht, und die ist auch in IE deutlich geringer als es durch das nominelle BIP zum Ausdruck zu kommen scheint.


    Und wenn die Iren jetzt gezwungenermaßen weniger Saufen können, ist das durchaus zu ihrem Vorteil! Vielleicht bekommen sie dann mal für fünf Minuten einen klaren Kopf und schmeißen endlich die sog. Katholische Kirche aus ihrem Land. Das wäre von weit größerem Vorteil (Profit) als jetzt durch die künstliche Schuldenkrise verloren zu gehen scheint. Und wie gesagt: ich fahren gerne nach IE!

    Céad míle fáilte

  1. Rockwater sagt:

    Dahinter steht Methode. Erst wirst du ausgeraubt und dann entmündigt. Zu guter letzt abgeschafft. So wird jedes Land in der Eurozone entnationalisiert und dann aufgelöst. Eine Europäische Zentralregierung übernimmt dann die hoheitlichen Aufgaben und so hat man dann ein versklavtes Europa was dann den US Imperialismus endgültig einverleibt wird.

  1. ost_block sagt:

    Heute Abend in Rumänische ProTV Chanel, angeblich Spanien hat schon 1 Trilliard Euro schulden. Keine Maßnahme ist genug für so ein finanziele Loch...