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Ein Putsch der keiner war und keine Führung hat

Dienstag, 19. Juli 2016 , von Freeman um 08:00

Was sich in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli in der Türkei abgespielt hat, ist wohl der merkwürdigste Staatsstreich den es je in der Geschichte gegeben hat. Ein Putsch so dilettantisch und amateurhaft ausgeführt, er war bereits "gescheitert", kaum hatte er begonnen, nach nur einer Stunde. Dieses "Versagen" der "Putschisten" in der Ausführung steht aber im totalen Widerspruch zu der perfekten Geheimhaltung ihrer Pläne. Kein einziger türkischer Geheimdienst hatte eine Ahnung, ein Putsch gegen die Regierung wird stattfinden. Weder der Millî İstihbarat Teşkilâtı (MİT), noch der Jandarma İstihbarat ve Terörle Mücadele (JİTEM) wussten was davon. Das wird uns jedenfalls erzählt.


Wir haben also ein totales Versagen aller türkischen Sicherheitsbehörden, den Putsch vorab zu verhindern, aber einen totalen Erfolg, diesen in der Ausführung sofort zu unterdrücken. Für mich stinkt das zum Himmel und bestätigt meine Vermutung, Erdogan hat den Putsch selber inszeniert. Denn, wieso tadelt Erdogan nicht dieses völlige Versagen seiner Geheimdienste? Kein Wort der Kritik ist von ihm zu hören. Es werden jetzt alle staatlichen Institutionen von den "Feinden" gesäubert, über 20'000 Staatsdiener der Justiz, des Militärs und der Polizei sind bisher entlassen oder verhaftet worden, nur keiner von den Geheimdiensten. Wieso? Eine sehr widersprüchliche Reaktion.

Es ist auch ein Putsch ohne einer sichtbaren Führung, denn niemand hat sich nach der Übernahme der TV-Sender am Freitagabend als Ersatz für Erdogan und als neuer Staatschef dem türkischen Volk vorgestellt. Kein ranghoher Offizier trat hervor, hat sein Gesicht gezeigt und hat die Gründe für eine Entfernung der Regierung erklärt. Das ist sehr merkwürdig und unüblich. Es hat sich sogar bis heute niemand als Anführer des Putsches bekannt. Was wir hören sind nur unbewiesene Beschuldigungen seitens Ankara, der 77-jährige in den USA im Exil lebende Prediger Fethullah Gülen wäre der grosse Drahtzieher und der Ex-Luftwaffenchef Akin Öztürk wäre der Anführer des Putschversuchs.

Beide weisen diese Behauptungen entschieden zurück.

Am Montag ist was sehr merkwürdiges in der Pressarbeit des Erdogan-Regimes passiert. Zuerst meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu, der Ex-Luftwaffenchef Öztürk habe seine Beteiligung am Putsch gestanden, er hätte gegenüber Vernehmungsbeamten gesagt, er hätte "mit Absicht gehandelt, den Putsch zu inszenieren". Die Nachrichtenagentur verbreitete daraufhin folgenden Tweet und die Meldung wurde von allen westlichen Medien übernommen. Anadolu zeigte dabei Öztürk in einer erniedrigenden Pose in Handschellen als Schwerstkriminellen.


Auf den Fotos sieht man Öztürk, dessen rechtes Ohr bandagiert ist und der Verletzungen im Gesicht und an den Armen hat. Er ist offensichtlich misshandelt und geschlagen worden, vielleicht sogar gefoltert.

Einige Zeit später hat die Agentur ihren eigenen Bericht zurückgezogen, den Tweet gelöscht und genau das Gegenteil gemeldet. Anadolu berichtete, Öztürk hätte in seiner Aussage bei der Staatsanwaltschaft zu dem geplatzten Coup gesagt: "Ich weiss nicht, wer ihn geplant und wer ihn geleitet hat."

Anadolu zierte Öztürk mit folgenden Worten: "Meinen Erfahrungen nach denke ich, dass die parallele Struktur (des Predigers Fethullah Gülen) diesen militärischen Putschversuch durchgeführt hat. Aber ich kann nicht ermessen, wer innerhalb der Türkischen Streitkräfte diese Sache organisiert und realisiert hat. Was das betrifft, habe ich kein Wissen. Ich habe gegen diese Struktur (Gülens) sehr gekämpft."

Warum hat das Erdogan-Regime zuerst die Schuld auf den ehemaligen Luftwaffenchef gelegt, um dann die Geschichte zu ändern? Ganz einfach, weil Erdogan selbst Öztürk 2013 zum Chef der Luftwaffe gemacht hat, weil er dessen Vorgänger nicht über den Weg traute. Er hat seine Karriere vor allem Erdogan zu verdanken und jetzt soll er angeblich einen Putsch angeführt und sich damit "auf verbrecherische Weise illoyal gezeigt" haben, wie es aus Kreisen der Regierungspartei AKP heisst.

Das wirft ein schlechtes Licht auf die Personalpolitik von Erdogan.

Nein, man hat einen besseren Sündenbock gefunden, nämlich Fethullah Gülen. Das Regime hat entschieden, es ist besser wenn Öztürk die "Gülen-Bewegung" beschuldigt, statt als Chef des Putsches hingestellt zu werden. Diese totale Kehrtwendung in der Schuldfrage zeigt, das Erdogan-Regime fabriziert die Schilderung über den Putsch wie es will, für alle sichtbar zu sehen. Noch ein Hinweis, es handelt sich um einen Pseudo-Putsch.

Der 75-jährige Gülen ist wie in Orwells 1984 "der Staatsfeind“ namens Emmanuel Goldstein. Ziel ist es, mehr Hass in der Bevölkerung gegen diese Figur auszulösen. Dieser Hass wird den Türken als Teil der allgegenwärtigen Propaganda täglich neu eingehämmert und dient dazu, die Bevölkerung durch das gemeinsame, allgegenwärtige und anscheinend übermächtige Feindbild zusammenzuschweissen und von ihrem entbehrungsreichen, von harter Arbeit geprägten Leben abzulenken.

Es gibt unsichtbare Organisatoren dieses Putsch, die eine unsichtbare "Struktur" innerhalb des Staates bilden, die von Gülen aus der Ferne aus seinem Domizil in Pennsylvania auf unsichtbare Weise geleitet wird. Dieses Märchen erzählt uns Erdogan, der damit einen Grund erfindet, den ganzen Staatsapparat von vermeintlichen Gegnern und auch Kritikern zu säubern, ohne den ordentlichen Rechtsweg zu gehen.

Noch nie von einer Unschuldvermutung gehört? Sie ist eines der Grundprinzipien eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens. Das ist offensichtlich in der Türkei nicht mehr der Fall. Jeder kann jeden als "Gülen-Anhänger" denunzieren und ab ins Gefängnis.

Laut Pressemeldungen sind 8'000 Polizisten landesweit, aber speziell in Istanbul und Ankara, von ihrem Posten entfernt worden, mit unterstellten Verdacht, sie seien am Putschversuch beteiligt gewesen. Aber die Säuberung geht sogar ausserhalb des Sicherheitsdienstes weiter, denn 1'500 Finanzbeamte sind ebenfalls entlassen worden, plus 30 Gouverneure und mehr als 50 hochrangige Staatsbeamte. 3'000 Richter und Staatsanwälte wurden bereits suspendiert.

Premierminister Binali Yildirim sagte, 7'543 Personen sind bisher verhaftet worden, einschliesslich 6'038 Soldaten. Es wurden Fotos in den Medien veröffentlicht, welche fast nackte Soldaten zeigen, die auf dem Boden von Polizeibusse und Sporthallen liegen. Viele weisen Verletzungen auf. 26 Generäle und Admirale sind ebenfalls am Montag abgeführt worden. Was Erdogan durchführt, ist eine gigantische Säuberungsaktion, so wie Stalin es machte.

Wie kann man behaupten, "das türkische Volk" stehe hinter Erdogan, wenn es so viele angebliche "Feinde" im Staat gibt? Gehören die nicht zum Volk? Ausserdem, wenn so viele Staatsbedienstete plötzlich fehlen, dann funktioniert ja der Staat nicht mehr. Wer macht die Arbeit und wo soll der Ersatz herkommen? Und was passiert mit den vielen Familien, wenn das Einkommen der Verhafteten und Geschassten fehlt?

Am Montagnachmittag ist ein Schütze ins Büro von Cemil Candas eingedrungen, dem Vizebürgermeister des Sisli-Districts in Istanbul, und hat ihn niedergeschossen. Kurz darauf erlag er seinen schweren Verletzungen. Candas gehörte der sozialdemokratischen Oppositionspartei CHP an. So brutal gehen die radikalen Eiferer Erdogans gegen die Opposition vor und der Täter wurde bisher nicht gefasst. Laut Zeugenaussagen traf der Schuss Candas in den Kopf.

Aber ein unsichtbaren Feind im Inneren zu erfinden reicht nicht, um eine Säuberungswelle durchzuziehen, es muss auch ein äusserer Feind her, damit die Massen im blinden Eifer Erdogan als Führer anhimmeln und folgen. Der äussere Feind der Türkei sind jetzt die Vereinigten Staaten, sagt Erdogan, weil Gülen dort beherbergt wird, und er wird die Beziehungen überdenken, wenn Washington nicht den Prediger ausliefert.

"Jedes Land, dass Fethullah Gülen beschützt, ist ein Feind der Türkei", hat Premierminister Yildirim am Samstag gesagt. Das kommt einer Kriegserklärung gleich und ist eine sehr schwerwiegende Aussage, dem Hauptalliierten so zu drohen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, hat Erdogan befohlen, die NATO-Luftwaffenbasis Incirlik abzuriegeln, alle Luftoperationen einzustellen und es wurde der Strom zur Basis gekappt.

Am Montag sollen sogar türkische Polizisten die Basis durchsucht haben, wie staatliche Medien berichten. Jetzt ist Incirlik nicht irgendeine Basis, sondern die wichtigste der Amerikaner und der NATO im Mittleren Osten, wo sogar Atombomben lagern. Das heisst, zum ersten Mal in der Geschichte ist den Amerikanern der Zugriff auf die eigenen Atomwaffen von Gastland untersagt worden. Das ist der Hammer!!!

Obwohl die Basis angeblich wieder den "Normalbetrieb" aufgenommen hat, ist Erdogan mit der Blockade auf Konfrontationskurs mit den USA gegangen. US-Offizielle sind über die Vorgehensweise von Erdogan nach dem Putschversuch völlig konsterniert und sagen, die zukünftigen Beziehungen sind abhängig davon, wie Erdogan die Gülen-Bewegung verfolgt und wie weit die Säuberung gehen wird.

Der Kommandant der Luftwaffenbasis Incirlik, General Bekir Ercan Van, gehört auch zu den Verhafteten.

"Wir meinen, die Türkei ist weit darüber hinausgegangen, was wir gerne sehen würden", sagte ein US-Offizieller, der anonym seine Meinung äusserte.

Kein Wunder reagiert Washington entsprechend befremdet. Nicht nur wurde bereits von US-Aussenminister John Kerry, jede Beteiligung am Putsch durch die USA aufs schärfste zurückgewiesen, die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA kündigte am Montag an, für die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Air bis Ende August den heimischen Luftraum zu sperren. Kein Maschine darf in den USA starten oder landen.

Die Begründung der FAA, nach dem Terroranschlag am Flughafen von Istanbul und dem gescheiterten Militärputsch, sei die Sicherheitslage in der Türkei nicht mehr vertrauenswürdig. Das wird Turkish Air wirtschaftlich sehr schwer treffen.

Gestern wurde die Türkei von westlichen Staatschefs gewarnt, es könnte vor einer internationale Isolation stehen, einschliesslich eine Suspendierung der NATO-Mitgliedschaft, wenn Erdogan seine Macht zu sehr ausweitet und die Säuberung weiter völlig willkürlich ohne Rechtsweg durchführt.

Widersprüchlich ist, trotz des Ultimatums der Türkei gegen Washington, Gülen auszuliefern, wurde bisher noch kein formeller Auslieferungsantrag gestellt. Dazu sind Beweise für eine strafbare Beteiligung am Putschversuch notwendig, die Washington verlangen wird, die es aber offensichtlich nicht gibt.

Ein Putsch der keiner war und keine Führung hat, sondern nur eine Inszenierung ist!

insgesamt 19 Kommentare:

  1. JT sagt:

    Erdogan entlässt mehr als 30.000 Staatsdiener aus Militär, Sicherheitsbehörden, Justiz und Verwaltung. Klingt logisch. Weil er diese Posten an getreue verteilen kann. Ob diese die Qualifikation mitbringen einen Staat zu verwalten sei mal hingestellt. Fakt ist: Damit lähmt er den Staat und was noch dazu kommt zu den 30.000 Bedienstete + x tausende angehörigen in deren Familien, die von heute auf morgen mittellos sind, werde mit Sicherheit widerstand leisten. Die werden im Untergrund gegen das Regim kämpfen. Eine Bürgerkrieg der die gesamte Türkei erfasst ist nicht auszudenken.

  1. martin50 sagt:

    Sehr guter Artikel Freeman. Sie sind auch weit und breit der Einzige, der kritisch und eigenständig DENKT.

  1. Ich glaube, das Erdogan das Ende seiner politischen Karriere nun endgültig besiegelt hat. Dieser Fake-Putsch und die völlig überzogene Massen-Säuberung ist wie ein letztes Aufbäumen vor dem unvermeidlichen Untergang. Die Anzahl seiner Erz-Feinde hat er nun in schwindelerregende Höhe getrieben. Ich gebe ihm noch 3 Monate Lebenszeit wenn er nicht sein Amt niederlegt, sich vollständig aus der Politik zurückzieht oder gleich in´s Ausland flüchtet.

  1. ... Und die Liste mit den 30.000 vom Dienst Suspendierten hat irgendjemand ganz schnell übers Wochenende geschrieben? Der angebliche Putsch kam ja ohne Vorwarnung, also kann die Liste nicht vorbereitet gesessen sein.
    ... wer's glaubt ...

  1. Chang sagt:

    Den Amis zu drohen. Wow - das wird ein eindeutig kurzes Ende haben für Sultan Erdowahn wenn er nicht bald zur Einsicht gelangt! Auch wenn ich den Weg der USA damit auf keinen Fall gutheisse! Und dann noch dem NATO-Stützpunkt den Strom zu kappen für einige Zeit. Bei allen geschäftlichen und sicherheitsstrategischem Beziehungen, dass könnte böse aussgehen für die Regierung unter Erdogan. Mir ist selbst steht noch eine Frage offen bezüglich zu Putin. Weshalb trifft er sich mit Putin und kuschelt sich wieder bei ihm an und macht kurz danach dieses selbst inzenierte Theater (Putsch) um alles zu säubern was ihm nicht passt? Glaubt er Putin würde ihm nach dem Militärmaschinenabschuss gleich wieder den Rücken decken? Daher meine darauf Schlussfolgende Frage dazu:" ist der schon so paranoid das er vor lauter Geister nichts mehr andres sieht als sein osmanisches Grossreich vor seinen Augen oder ist auch das eiskaltes Kalkühl mit der Hoffnung beide Parteien - USA und Russland auszuspielen? Im Grunde hat er gerade beide Grossmächte so ziemlich brüskiert und ist ihnen ziehmlich auf die Füsse gestanden. Ist das also Wahnsinn oder einfach nur noch blinder Wille zum Führer? Irgendwie muss mann sich wirklich fragen was geht in diesem Mann eigentlich vor? Nun es gab auch schon Diktatoren die haben sich letztlich mit allen Kräften angelegt weil sie völlig den Boden unter den Füssen verloren haben....!!!! Passiert das gerade auch mit Erdowahn? Ich wäre also nicht verwundert wenn er sich nun zu weit aus dem Fenster gelehnt hat und er bald von Aussen oder selbst von innen herhaus gestürtzt wird.......das Ganze zeigt meiner Meinung psychologisch starke Dedenzen an hin zu einer Persöhnlichkeitspaltung....

  1. dann hat ja Erdowahn alle Vorraussetzungen für einen Beitritt zur EU erfüllt

    ÜBERWACHUNG--POLIZEISTAAT--EINSCHÜCHTERUNG DER EHRLICHEN UND ANSTÄNDIGEN--PERSONENGRUPPEN
    GEGENEINANDER AUFHETZEN--TODESSTRAFE--AUSSORTIERUNG UNLIEBSAMER NICHT WILLIGER;DIE WAHRHEIT SAGENDER MENSCHEN

  1. anonym sagt:

    Ich weiß nicht ob ich die konfrontations kurs mit den amis feiern soll oder mir sorgen machen soll das die Türkei atomar gesäubert wird. Vielleicht möchte erdowahn dem SCO beitreten und versucht nun so schnell wie möglich Charlie aus dem Land zu werfen.

  1. Skeptiker sagt:

    Vielen Dank für die Berichterstattung am 15/16.7 und die kenntnisreichen Kommentare in den letzten Tagen.

  1. Jo sagt:

    Wir erleben jetzt live wie es Hitler mit uns deutschen gemacht hat, oder war das vielleicht anders, ich sehe Ähnlichkeiten.
    Nur das türkische Volk kann das regeln und sie werden er hoffentlich auch tun.
    Wenn nicht, dann versinkt alles im Sumpf, denn blinder Gehorsam endet im Chaos.

  1. Die Liste aller Putschisten hat der Erdowahn auf dem Flug von seinem Hotel nach Istanbul geschrieben. Er kennt ja auch alle Namen auswendig daher geht das auch recht schnell.

    Nun müssen wir uns auf einen Angriffskrieg der Osmanen auf die Ungläubigen Amerikaner einstellen. Die müssen jetzt nach der Erdowahn-Logik als Beschützer des größten Staatsfeindes der Türkei mit dem Erdboden gemacht werden.

    Ich glaube, der ist total bekloppt geworden. Man kann doch nicht 30.000 Menschen aus dem Staatsapparat entfernen und glauben, sie schnell und adäquat zu ersetzen.

    Auch ganz gut gedacht Freeman: was ist mit den Familien aller entlassenen ? Wie man weisst, besteht eine Türkische Familie nicht einfach aus 2+1 Menschen sondern jede Familie ist groß. Nun werden hunderttausende Menschen den Erdogan bis auf Blutrache hassen.

    Und wie, und vor allem wann, wird der Staat dann vernünftig funktionieren ? Wo sollen die Richter, Soldaten und und und herkommen ?
    Da wird es demnächst zu einer Vetternwirtschaft kommen, die es noch nie gegeben hat. Fachkräfte werden es bestimmt nicht.

    Kurz gesagt: Erdogan schafft sich selbst ab, denn das wird sich die Bevölkerung nicht lange bieten lassen. Nur wenn es einen richtiger Putsch oder Volksaufstand geben wird, dann haben wir einen Bürgerkrieg, der seines gleichen suchen wird. Und alles, weil sich ein kranker Mann seinen eigenen Staat schaffen wird.

    Zu allem Überfluß, schaut Europa zu und wird sich später bestimmt überrascht, bestürzt und hilflos zeigen.

    Man müsste jetzt - sofort - alle diplomatischen Beziehungen mit der Türkei bis zur Klärung der Lage aufkündigen. Alle Soldaten abziehen, die türkischen Botschafter aus allen EU (besser Europa und auch der Rest der Welt ) zittieren und unverzüglich nach Hause schicken. Dann 1 Woche gar nichts über Türkei berichten. Einfach ignorieren. Die Fresse von Erdowahn wäre bestimmt lustig anzuschauen. Nur das können wir einfach vergessen.

    Keiner hat die Eier in der Hose, sowas durchzuziehen.....

  1. Dieser Putsch stinkt zum Himmel und ist fast 100%ig ein Falce Flag. 30.000 oft hochrangige Beamte und Soldaten sollen involviert sein und die Geheimdienste schlafen. Wer soll das den glauben? Das schlimmste ist, dass die restliche Welt diesen Wahnsinnen gewähren lässt und sicherlich wieder Hunderte, wenn nicht Tausende, sterben müssen. Ich sehe klare Parallelen zu 1933. Da hat die Weltgemeinschaft einen Verbrecher auch nicht gestoppt. Ich kann nur hoffen, dass das türkische Volk aufwacht und den Mann zum Teufel jagt, bevor er sich entgültig in die Reihen der Superverbrecher einreiht.

  1. saratoga777 sagt:

    In Österreich gab es eine von der Polizei nicht bewilligte "Spontan-Demo" der Erdogan-Anhänger mit einem Heer aus fabrikneuen, identischen Türkei-Flaggen.

    Steht das Rot in der Flagge eigentlich für Marxismus oder für vergossenes Blut?

    Da hat die österreichische Abteilung des türkischen Geheimdienstes wieder einmal ganze Arbeit geleistet, mein Kompliment. Und vor allem so zeitnah organisiert - da hatte der türkische Geheimdienst wohl nichts besseres zu tun, man war eben schon zuvor informiert worden, das heisst vor dem Putsch.

    Und die türkischen Erdogan-Fanatiker haben alle lautstark im Chor skandiert: "Erdogan wir töten für Dich, Erdogan wir sterben für Dich."

    Ach ja, man muss sie einfach mögen, die Türken-Nazis.

    Ich denke, so viel aggressiven Fanatismus, den konnte man noch nicht einmal 1940 bei der deutschen Waffen-SS erleben.

    Wieder einmal ein Beweis für die gelungene Integration unserer türkischen Mitbürger in unsere demokratische Gesellschaft.

    Deswegen betont Merkel ja auch bei jeder Gelegenheit wie wichtig es sei noch mehr dieser Sorte nach Deutschland zu holen, zur Stabilisierung der hiesigen Verhältnisse sozusagen.

    Machen wir ein Gedankenexperiment: Angenommen, Erdogan schickt eine SMS an alle in Österreich lebenden Türken mit folgendem Inhalt:

    "Der heilige Krieg unseres heiligen Vaterlandes und des heiligen Islam gegen die ungläubigen Teufel des Westens hat begonnen, schlagt sie alle tot, tötet alle Christen in Österreich, tötet alle Ungläubigen!"

    Was würde dann wohl geschehen?

    Keine Ahnung, aber zuletzt stirbt immer die Hoffnung. Hoffen darf man, dass dann nichts geschieht, und hoffen können immer auch die dümmsten Idioten und naivsten Gutmenschen.

    Erdogan braucht keine Atomwaffen, ein solches SMS-Kommando dürfte effektiver sein als ein Nuklearschlag gegen Österreich. Massenvernichtungswaffen im Zeitalter der sozialen Netzwerke.

    Und das Geniale an der ganzen Sache ist ja, dass ein solches SMS-Kommando noch nicht einmal erteilt werden muss, alleine das Wissen der Politiker Österreichs, dass Erdogan jederzeit eine solche Todes-SMS an seine Anhänger senden könnte, alleine diese Möglichkeit reicht schon aus, um in den Köpfen der Politiker eine extreme Panik zu erzeugen, die sie dazu bringen dürfte jeder Forderung Erdogans unverzüglich nachzugeben.

    Immerhin, die Pläne Erdogans für ein gross-osmanisches Reich könnten so sogar noch in Erfüllung gehen, und Österreich dürfte schon bald die erste Erweiterung der Türkei hin gegen Westen darstellen. Die Österreicher hatten ja bereits Erfahrungen sammeln dürfen mit ihrem letzten "Anschluss".

    Wozu hatte man die Stadtmauer Wiens damals eigentlich gebaut?

    Ach ja, gegen den Islam.

  1. valjean72 sagt:

    @Chang :

    [Zitat]
    „Weshalb trifft er sich mit Putin und kuschelt sich wieder bei ihm an und macht kurz danach dieses selbst inszenierte Theater (Putsch) um alles zu säubern was ihm nicht passt? Glaubt er Putin würde ihm nach dem Militärmaschinenabschuss gleich wieder den Rücken decken? …das Ganze zeigt meiner Meinung psychologisch starke Tendenzen an hin zu einer Persönlichkeitsspaltung....“
    [Zitatende]


    Nun, ich weiß genauswenig wie sie aber ich denke man sollte grundsätzlich mit Ferndiagnosen hinsichtlich des Geisteszustandes von anderen Menschen zurückhaltend sein.

    Ich kann mir vorstellen, dass Erdogan mit diesem inszenierten Putsch einem tatsächlichen Putsch zuvor gekommen ist.

    In der westlichen Presse, die i.d.R. voll auf NATO-Linie ist - bzw. im ganzen mehr oder weniger ein Instrument der westlichen US-Kriegsführung ist - war Erdogan schon seit geraumer Zeit zum Abschuss freigegeben und wer weiß was CIA & Co. dort am Köcheln hatten?

    So wie ich das einordnen kann, räumt Erdogan nun mit diesen NATO/CIA-Strukturen im Land auf, was selbstverständlich die USA provozieren muss.

    Hier ist tatsächlich die Frage, ob er die Rückendeckung Chinas und Russlands hat. Vorstellbar wäre es, denn die Türkei aus der US-Umklammerung herauszulösen und dem „eurasischen“ Projekt (Stichwort: „Neue Seidenstrasse“) zuzuführen, liegt grundsätzlich in chinesischem und auch in russischem Interesse.

  1. Loki sagt:

    Ich gebe mal auch ein bisschen Senf dazu.

    Ich kann es mir gut vorstellen, dass Erdogan eine Annäherung zu Russland sucht (Entlassung von Davoutoglu, Entschuldigung an die Russen).

    Er hat es evtl. eingesehen, dass ihm die Zusammenarbeit mit den USA nur Ärger bringt.
    Wir wissen auch, dass die NATO in jedem Land eine Geheimarmee hat, um Anschläge zu verüben, sollte die Regierung das Spiel nicht mehr mitspielen wollen.

    In der Vergangenheit hat das Militär mehrmals den Putsch durchgeführt, als sich die türkische Regierung an Russland/UdSSR annähern wollte (das Gespräch suchen oder Kredite aufnehmen). Die CIA hat sollte Entscheidungen durch einen Militärputsch immer gekippt.

    Heute kann ich es mir vorstellen, dass Erdogan ein bisschen das Gehîrn eingeschaltet hat. Meiner Meinung nach könnte der den Putsch geplant haben, um all die Agenten in seiner Struktur zu säubern und der CIA zuvorzukommen, damit er eine eigenständige (schlecht oder gut ist hier irrelevant) führen kann.

    Warum wird in den westlichen mainstream Medien über den mögliche Inszenierung berichtet? Das habe ich bei anderen Anschlägen nicht gesehen (inkl. 9/11).

    Auf jeden Fall kann ich zur Zeit nicht durchblicken. Die Zeit wird es zeigen.

  1. Naz sagt:

    Mich kotzt das langsam alles an. Ja klar...alles wird aufgedeckt. Nichts wird aufgedeckt. Alle werden so weiter machen wie bisher. Wenn nicht noch schlimmer.
    Eine halbe Stunde nach dem sogenannten Putsch ging hier schon Rum wer der verdächtige ist.
    In der Türkei hast du zur Zeit nur noch Chancen wenn du von der AK Partei bist. Das war schon die ganze Zeit so aber jetzt wird es nur noch schlimmer.
    Die kemalisten und die aleviten werden jetzt wieder einmal den kürzeren ziehen.
    Sie werden sowieso die ganze Zeit unterdrückt aber jetzt werden unschuldige Menschen sterben. Wie damals 1937/38. Damals wurde mein Volk einfach an den Fluß Munzur gestellt und abgeknallt.
    Meine Oma erzählte das das Wasser rot floss vom Blut der aleviten. Männer Frauen und Kinder. Es machte keinen unterschied. Die Babys wurden einfach türkischen Familien übergeben damit die blutlinie stirbt. Das Trauma von damals haben die meisten nicht überwunden.
    Sorry. Bin etwas abgewichen.
    Erdoğan stellt nur noch Ak parteiler ein. Weil sie genauso wahnsinnig sind wie er. Sie wollen alle ein gottesstaat.
    Er blendet die Menschen mit Religion.
    Und die die nicht mitmachen oder gegen ihn kämpfen werden aus dem weg geräumt. Ich meine er hat ja genug dazulernen können die ganzen zehn Jahre.
    Vor 15 Jahren ungefähr da War er zu direktund landete im Gefängnis.
    Aber er hat ja von den anderen mächtigen gelernt. Obama und co.
    Er hat gesehen das man solche Dinge nicht einfach so machen kann sondern mit List durchziehen muss.
    Und ab und zu die Menschen auch belohnen sollte.
    Er hat die Menschen aufgefordert in den Straßen der Türkei wache zu halten. Und hat gesagt.....alle Fahrten sind kostenlos.
    Und die Menschen haben das getan. Sie haben nachts wache gehalten.
    Ich verstehe aber die Überraschung hier nicht das Erdoğan die USA bedroht. Das macht er doch andauert mit jedem land. Bedrohungen oder erpressen. Deutschland Israel Syrien USA. Für ihn ist es nichts besonderes. Er hat ja auch nie was zu spüren bekommen.
    Trotzdem werden sich alle an einen Tisch setzen. Weil ihr Ziele sind ja die selben. Unterdrückung! !!!

  1. sapiens sagt:

    Ich hörte jetzt ein Interview mit einem Russland-Türken, einem Nahostexperten.
    Interview (leider auf Russisch): https://www.youtube.com/watch?v=YD7DSV8GjYY

    Die wichtigste Information aus dem Interview: es gab wirklich einen misslungenen Putschversuch, aber einer der Putschisten hat den Erdogan vorher darüber informiert. Die Putschisten waren in großer Zeitnot, und mussten viel früher anfangen als geplant. Erdogan liess den Putsch geschehen, hat aber die Fallen schon vorbereitet. Die einfachen Soldaten hatten keine Ahnung, ihnen wurde erzählt, es ist eine Antiterror-Übung.

  1. Freeman sagt:

    Ach, was wissen diese angeblichen Türkei-Experten schon? Nichts, machen einen auf Allwissend, dabei saugen sich Zeug aus den Fingern und raten herum. Erdogan hat im CNN-Interview gesagt, er wurde um 22:00 Uhr am Freitagabend erstmals in Marmaris über den Putsch informiert. Das waren seine eignen Worte und nicht Hörensagen. Ausser er lügt ... aber das tut ein Präsident nie!

  1. Kojak sagt:

    Ich schreibe heute das erste Mal hier und lese schon geraume Zeit mit. Zuerst meinen Dank lieber Freeman für den hervorragenden und mutigen Job, der uns der nackten Wahrheit schneller näher bringt, wie viele der Kollegen. Selbstredend hat hier keiner Gewissheit über die tatsächlichen Abläufe und Zusammenhänge. Jedoch: Nur durch unterschiedliche Theorien und Mutmaßungen kommt der Kommissar dem Mörder näher! Hier meine Theorie: Ich glaube nicht an Wahnsinn, sondern an wohlüberlegtes und eiskaltes Kalkül, wie bei so vielen seiner Gattung auch. Vor einem möglichen Putsch wurde von vielen Seiten öffentlich gewarnt. Und zweifellos war sein Inlandsgeheimdienst beauftragt, jeden Verdacht zu prüfen. Und natürlich haben sie ihm ihre Berichte vorgelegt, politische Gegner hat er ja genug. Die riesigen Listen, die sofort abgearbeitet wurden, belegen, wie erdrückend die Situation gegen ihn gewesen sein muss. Was also tun, wenn die Dinge schon so weit fortgeschritten waren? Er hätte keine Chance gehabt, denn mit 720.000 aktiven Soldaten und 3500 Panzern hätte ein gut organisierter Ablauf alle Schaltzentralen in kürzester Zeit besetzt. Mit diesem "aufgezwungenen' Schachzug ist er seinen Zielen nun in atemberaubender Geschwindigkeit weit näher gekommen, als er sich das wohl erträumt hat. Seine Gefolgschaft ist damit noch größer und selbstbewusster geworden. Es drängen sich geradezu deutliche Parallelen zur deutschen Geschichte auf. Man kann für die türkische Bevölkerung nur hoffen, dass sich die Geschichte dort nicht wiederholt.

  1. Klaus Hagen sagt:

    Seit DWN einen neuen Teilhaber hat, sind sie sich für krude Mainstream Thesen, die sie unkritisch bringen, nicht zu schade:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/07/21/russland-soll-erdogan-in-letzter-sekunde-vor-putsch-gewarnt-haben/

    Das Erdogan die gesamte Opposition und Intelektuelle ausschaltet, scheint bei den DWN keine Rolle zu spielen. Vielleicht liegt es am Portal "Deutsch-Türkische Nachrichten" selbiger Macher und Aufbau: http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2016/07/527066/russland-soll-erdogan-in-letzter-sekunde-vor-putsch-gewarnt-haben/

    Auszug des Absurden:

    "Vor allem aber ist das Statement, dass die Putschisten in der Nacht im staatlichen Fernsehen verlesen ließen, das Gegenteil dessen, was ein Diktator seinem Volk zu Gehör bringen würde, wenn er ihnen einen Putsch von Militärs vorgaukelt. Vor allem einen Hinweis auf das Versagen im Kampf gegen den Terror und der Verweis auf die Korruption der amtierenden Regierung hätte Erdogan bei einer Inszenierung wohl nicht unbedingt unters Volk bringen wollen."

    Wie naiv ist das denn???

    Mich würde jetzt mal interessieren, was die Russen dazu sagen werden.

    Die einzigen die sich derzeit logische und sinnvolle Gedanken machen, auch Belege bringen, sind wieder mal Freeman und KOPP Online.