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Juden im Iran fühlen sich dort zuhause

Sonntag, 15. März 2015 , von Freeman um 09:00

Bereits 2012 habe ich die Frage gestellt: "In welchem Land leben die meisten Juden im Gebiet des Mittleren Osten und Asien? Antwort: IRAN. Ja, da staunt der von unseren Medien gehirngewaschene Konsument, der jeden Tag mit Anti-Iran-Propaganda berieselt wird." Siehe "Wie Juden im Iran behandelt werden". In diesem Artikel geht es um die jüdische Gemeinde in der drittgrössten Stadt des Iran, im wunderschönen und historischen Isfahan.



Die Hauptsynagoge steht am Palästina-Platz, mitten im Zentrum der Stadt. Es gibt öffentliche Gebete mehrmals am Tag, an dem mehr als Hundert Menschen teilnehmen.



Die jüdische Gemeinde im Iran versteckt nicht ihre Herkunft und Kultur. In der Synagoge wird der Gottesdienst von Michael Malakon abgehalten. Er sagt, er ist stolz auf seine jüdische Identität. Und obwohl er in einem Land lebt, das angeblich feindlich gegenüber Israel gesinnt ist, sagt Malakon, kann er seinen Glauben frei ausüben und er hat viele Freunde unter den Moslems.

"Ich verkehre mit allen möglichen jungen Leuten und ich habe viele moslemische Freunde", erzählt Malakon, nachdem er sein Mittagsgebet abgeschlossen hatte. Ungefähr 20 Gläubige waren anwesend, meistens von den Geschäften rund um die Synagoge. Keiner versucht die Tatsache zu verheimlichen, dass sie Juden sind und innerhalb der Synagoge wird der Davidstern stolz an vielen Stellen gezeigt, neben Auszügen aus der Tora.

Geschichtlich gesehen, gibt es im Iran Juden schon seit 2'500 Jahren. Viele haben das Land nach der islamischen Revolution 1979 verlassen, die Ayatollah Ruhollah Khomeini als Staatsoberhaupt und Religionsführer an die Macht brachte, aber die Zahl hat sich stabilisiert. Obwohl Iran und Israel sich seitdem feindlich gegenüberstehen, hat Khomeini damals eine Fatwa verkündet, eine religiöse Anweisung, die iranischen Juden wären Teil der Islamischen Republik.

Die iranischen Juden sehen sich nicht als israelische Juden, deshalb tangiert die "Feindschaft" zwischen Israel und Iran sie nicht. Sion Mahgrefte ist das Oberhaupt der jüdischen Gemeinde in Isfahan. Er will sich zu der politischen Diskussion zwischen den beiden Ländern nicht äussern. Er sagt, die Mitglieder der Gemeinde fühlen sich sehr zuhause im Iran.

"Israel und Iran sind Länder", sagte er. "Und wir sehen uns als iranische Juden, nicht israelische Juden. Deshalb betreffen uns die Feindseligkeiten zwischen Israel und Iran nicht."

Wie ich im oben erwähnten Artikel bereits berichtet habe, gibt es einen jüdischen Abgeordneten im iranischen Parlament. Diese Vertretung der Juden ist in der iranischen Verfassung garantiert.

Für die lebendige jüdische Gemeinde in Isfahan gibt es 13 Synagogen in der Stadt. Auch mehrere christlich orthodoxe Kirchen, die einer grösseren christlichen Gemeinde für ihren Glauben zur Verfügung stehen. Die garantierte Religionsfreiheit im Iran ist eine Tatsache, die kaum im Ausland bekannt ist.

Die Heilige Bethlehem Kirche der armenisch orthodoxen Christen in Isfahan habe ich bei meiner ersten Reise durch den Iran besucht:





Die meisten Juden in Isfahan sind Geschäftsleute. Im Zentrum der Stadt gibt es ein Einkaufszentrum, bekannt als "Jüdische Passage" bei den Einheimischen, da viele Geschäfte Juden gehören. Juden und Moslems kommen ohne Probleme miteinander aus.

Einer davon ist Said Shemyon, Besitzer eines Kleiderladens. Seine Freunde nennen ihn “Mordechai”. Wie die meisten, will Shemyon nicht über die Ansprache von Netanjahu vor dem US-Kongress einen Kommentar abgeben. Er meint, diese Politik hat keinen Platz hier.

"Wir wollen nur Frieden", sagt er. "Wir hoffen wirklich, alle diese Probleme werden eines Tages gelöst, so Gott will. Wir hoffen auf Einheit und Frieden."

Es gibt ca. 1'500 Juden in Isfahan. Für den Nachwuchs organisiert die Gemeinde religiöse Studien. Sion Mahgrefte betont, es gebe keine Probleme mit seinen schiitischen Nachbarn. Er sagt aber, Freunde machen sich Sorgen.

"Natürlich sind Leute, die wir kennen und in Israel oder sonst wo leben, besorgt um uns, und sie sagen, wir wären verrückt, hier zu leben", sagt er. "Aber wir erzählen ihnen, wie es wirklich ist, und dann beruhigen sie sich."



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Diesen Bericht habe ich, man höre und staune, von CNN übernommen und übersetzt. Ja, vom Propagandasender der CIA. Was sagt uns das? Offensichtlich will das Obama-Regime unbedingt die Beziehungen mit dem Iran verbessern und zeigt statt Lügen, wie bisher, wie es wirklich im Iran zugeht.

Ein Bericht über die jüdische Gemeinde in Isfahan bei CNN ist für mich ein Schienbeintritt gegen Netanjahu, den Obama offensichtlich nicht ausstehen kann. Washington hat eine Neuausrichtung vollzogen. Der Iran ist nicht mehr der Böse, sondern jetzt ist es Russland. Deshalb die positive Berichterstattung über den Iran und die krasse negative über Russland.

Man muss sich vorstellen, das zionistische Regime will unbedingt den Iran mit Atomwaffen angreifen, auch die Stadt Isfahan bombardieren. Dabei würden auch die Juden, die dort leben, getötet. Daran sieht man, wie menschenverachtend und kriminell dieses Regime ist.

insgesamt 13 Kommentare:

  1. Haniel sagt:

    Danke Freeman für diesen Beitrag!
    Ich habe die Rede des vormaligen iranischen Präsidenten Ahmadinedjad vor der UN gehört, seitdem ist mein Bild vom Iran völlig verändert. Ich habe im österreichischen Hörfunk ein Interview mit einer amerikanischen Journalistin gehört, welche alle arabischen Länder bereist hatte und dort gewohnt und gearbeitet hat. Für sie war der Iran das für Frauen beste arabische Land. Am untersten Ende der Skala stand Saudi-Arabien. Aus Gründen des guten Geschmacks verzichte ich hier auf Einzelheiten.
    Die Juden, welche ich in meinem Leben kennengelernt hatte, waren allesamt ehrlich und tüchtig. Natürlich arbeiten sie mehr als wir, und sie haben Erfolg. Und Dirigent Bahrenboim unterhält in Israel ein Orchester aus Juden Christen und Mohammedanern. Alle musizieren zusammen, und geben sich der Gemeinsamkeit hin!

    Woher wissen wir denn, dass die Menschen in Israel dieses System mit den unendlichen Kriegen nicht mindestens genau so ablehnen wie die gesamte restliche Menschheit? Die Finsternis mag auf dem lang ersehnten Höhepunkt der Macht sein, aber sie hat praktisch die gesamte Menschheit gegen sich. In allen Prophezeiungen siegt das Licht über die Finsternis. Und dieser Sieg wird tausend Jahre anhalten.

  1. Ich muss sagen der Islam ist nicht so gewaltätig wie immer dargestellt wird, da kann ich nur die Islamische Republik loben, trotz sonstigen Gesetzgebungen die Menschenfeindlich sind interesant aber das dort qoutenmässig die Meistenfrauen arbeiten und ihnen alle Berufe zustehen im gegen Satz zu Saudi Arabien wo man pinnelug wird wenn eine Frau einen Fremden mann ansieht, Was soll den das für eine Religion sein in Saudi Arabien??? Das ist für mich Satansscheisse, schade haben wir hier auch Islam Prediger dieser Sorte in der Schweiz die kein Zusammenleben (IZRS) wollen, ich finde jeder der Solchen Müll verbreiten gehört Ausgewiesen. Kann ja nicht sein das der Ruf des Islams so beschädigt wird dank dieser Wahabi Affen, die Andere Religionen Verachten.

    @Haniel ich würde es gut finden wenn du doch ein Paar Einzelheiten Preisgeben würdest wie es in Saudi Arabien Läuft. Und Iran ist nicht Arabisch sondern Persisch. Vielleicht meintest du ja auch Islamisch.


    Und Israelis wollen sicher keinen krieg gegen den Iran noch gegen Sonst irgendwenn, es sind nur die Spinner in Tel Aviv die sowas wollen!!!!!!!

  1. Freeman sagt:

    Was viele nicht verstehen, ist der grosse Unterschied zwischen der schiitischen (Iran, Syrien und Libanon) und der sunnitischen Variante des Islam (alle arabischen Länder, Türkei und die islamischen Länder in Asien). Die ganzen Terrororganisation sind Sunniten, oder berufen sich darauf. Ganz schlimm sind die Wahhabiten, ein abartiger Zweig der Sunniten, also die Saudis. Sie zerstören die ganze islamische Geschichte aus der Zeit von Mohammed in Mekka und Medina, reissen die alten Gebäude, Schreine und Moscheen ab und bauen Hotels und Supermärkte drüber. Das saudische Königshaus besteht nicht aus echten Moslems, sondern aus Satanisten, die den Gott Mamon anbeten. Sie sind diejenigen, welche die Kopfabschneider finanzieren, die im Irak und Syrien wüten.

  1. hairesis sagt:

    kidslife sucht wohl noch seinen Nuggi.

    Danke für deine fachlichen Erkenntnisse Freeman.Ein weiterer Einblick in die Realität.

    Es ist höchste Zeit dass nun auch die primitivsten unter euch langsam erwachen dürften.

    Gruss von einem Primate...

  1. Öl-Schleich sagt:

    Betreff Neu-Ausrichtung mordamerikanischer + westlicher Außen-Politik:

    Ob es Zbigniew Brzezinski, oder eine andere Denkfabrik war, die ungefähr während der letzten Präsidentschafts-Wahl im IRAN (Mitte 2013) den Kurswechsel der westlichen Medienpropaganda beschwor - das tut wenig zur Sache.

    http://www.rtdeutsch.com/9308/international/sicherheitsberater-brzezinski-mit-dem-islam-gegen-russland/

    Man versucht jetzt, sich mit islamischen Ländern anzufreunden, um ehemalige Feinde umzustimmen und als Verbündete zu gewinnen.
    Andersherum wurde das schon in den 1980er jahren erfolgreich praktiziert, siehe Irak + Afganistan, Persien/Iran...

    Fakt ist, daß westliche Medien bereits im Herbst 2013 begannen - mit subtilen Untertönen und missliebigkeit das neue Feindbild (diesmal Russland) herbei zu reden.

    Wer wirklich sehr misstrauisch ist, der erkennt diesen Kurswechsel Mitte 2013 in Zusammenhang mit den unmittelbaren letzten Vorbereitungen westlicher "Nicht"-Regierungs-Organisationen zum gewaltsamen Putsch in der Ukraine Anfang 2014.
    Leider merken wir sowas immer erst hinterher.

    Wer sich in die Denkweise einflussreicher westlicher Gehirn-Akrobaten (aggressiv) hineinversetzen kann, der kann sich die nächsten Schritte, Aktionen und nächsten Propaganda-Lügen schon fast ausmalen.

    Zbigniew Brzezinski und Windson Churchill haben viele Gemeinsamkeiten, stelle ich langsam fest.

    Aber:
    Wenn Bibi Netanjahoo am 17. März 2015 durch einen gemäßigten Diplomat abgelöst wird (es sind immer die, die als gemäßigt gelten die die Wind-Fähnchen sind) dann wird Usrael wieder als das Gelobte Land publiziert werden.
    Und die Lobby im US-Senat + Repräsentantan-Haus macht genau das Gleiche - wie seit Jahr und Tag ...

  1. An Haniel,

    schau bzw.lies mal in der isrealisch, Regierungs kritischen Tageszeitung Ha`aretz, dann werden sie feststellen, dass die meisten Israelis keine Zionisten und gegen das Regime von Netanjahu sind. Ja sie wollen nur den Frieden.
    Ich habe hier vor zwei Jahren einen Beitrag von dieser Zeitung zitiert und verlinkt. Wurde von allen Foren unserer Qualitätsmedien gelöscht. Es ging darum, dass sämtliche Intelektuelle und Nobelpreisträger Israels eine Demonstration und eine Unterschriftensammlung gegen das zionistische Regime gestartet hat mit dem Hintergrund, dass sie Frieden mit Palästina wollen und gegen den Landraub sowie die Bombadierungen waren.
    Viele Stimmen waren sogar für einen palästinensischen Staat !!!
    Nur im antidemokratischen, Medien gesteuerten Deutschland war davon nichts zu vernehmen.
    Deutschland avanciert zu einem transatlatischen Regime im Fahrwasser der USA und hinter dem Deckmantel der "Demokratie" und den viel zitierten westlichen "Werten", die auf Raub, Enteignung, Krieg, Diktatur, Putsch, Erpressung, Konflikte kurz um auf einer Doktrin des Imperialismus basieren. Leider zu Gunsten einiger weniger und zu Lasten ganzer Völker und Generationen.

    MfG

  1. Freenet sagt:

    dass die Amis mit dem Iran plötzlich schmeichelt? Nun, vielleicht ist ihnen die Allianz mit Russland das grosse Problem was mit allen Mitteln verhindert werden muss. Iran ist ja auch ein kaspischer Anreihner. Hoffe die Iraner werden den Russen im Süden jetzt nicht ins Kreuz fallen. Das ist ja schätzungsweise der US-Plan?

  1. Ella sagt:

    Hier wieder mal zur Erinnerung und passend zu Freemanns Artikel:

    http://www.nkusa.org

    Neturei karta - international Jews united against Zionism

    Fuehrer dieser Gruppe sassen im palestinischen Parlament unter Jassir Arrafat.
    Es gibt auch Bilder wie einer ihrer Rabbies den ehemaligen Premierminister Ahmadineschad umaramt.

    Sie erkennen den isralischen Staat nicht und sehen sich auch nicht als Buerger desselben.


    Hier noch eine weitere Gruppe die mit Israel, Nethanju oder Zionismus nichts am Hut hat:

    http://www.truetorahjews.org

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
  1. Ich habe in den zurückliegenden Jahren den Iran mehrmals besucht und kann den Bericht aus eigener Erfahrung bestätigen. Das gilt im übrigen auch für die christlichen Gemeinden, die ich persönlich in Teheran kennengelernt habe.

  1. Folgt dem Geld, folgt den Banken, folgt den Zentralbanken und deren führenden Kreaturen, die wahren Verbrecher der letzten Hundert Jahre werden wie Huren vor euch liegen.

  1. Was für ein Zufall.
    Heute im RTL Nachtjournal soll es einen "erstaunlichen" Bericht über eine jüdische Gemeinde im Iran geben.

  1. Gurtblut sagt:

    Ich wunderte mich gestern Nacht ebenfalls, als im Nachtjournal, RTL, darüber in derselben thematischen Reihenfolge wie in Freeman's Artikel berichtet wurde. Freeman gibt an, den Artikel von CNN nur übersetzt zu haben, kein Problem. Aber wenn man auf den Link geht (http://edition.cnn.com/2015/03/11/middleeast/iran-jews-esfahan/index.html) und oben den Autor Frederik Pleitgen bemerkt, ist es bemerkenswert, dass dieser Journalist mal eben zwei inhaltlich gleiche Beiträge für CNN und RTL macht.
    Verboten? Nein, bestimmt nicht. Aber alles andere als vertrauenswürdig. Eine Nachricht, mehrere gleichgeschaltete Kanäle...