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Neusprech-Diktionär Ausgabe 2012

Dienstag, 21. August 2012 , von Freeman um 08:17

Wegen der Zensur in Deutschland... oh, dass darf man ja auch nicht mehr sagen, sondern ...

dem Verfahren eines Staates, einer einflussreichen Organisation oder eines Systemträgers, um durch Medien vermittelte Inhalte zu kontrollieren, unerwünschte Aussagen zu unterdrücken bzw. dafür zu sorgen, dass nur erwünschte Aussagen in Umlauf kommen

... muss man ab sofort seine Texte und Aussagen anders formulieren, um nicht beschuldigt werden zu können, das III. Reich zu verherrlichen ... oh, jetzt habe ich schon wieder so ein Wort benutzt... ich meine natürlich diese III. Gesamtheit, welche durch die in ihr geltenden Zustände, Verhältnisse und Regeln gekennzeichnet und abgegrenz ist.

Gewisse einflussreiche Organisationen und Gruppen in der Gesellschaft (deren Namen nicht genannt werden dürfen) haben da was dagegen. Wenn man sich nicht an diese neue deutsche Schreibweise hält und Wörter benutzt, die im III. Reich ... verdammt schon wieder, ich meine selbstverständlich ... das deutsche Staatswesen zwischen 1933 und 1945 ... bereits verwendet wurden, dann verliert man seinen Job, schauen einen die Menschen mit einem vernichtenden Blick an, man wird aus Fernsehsendungen geworfen und erhält vom Intendanten eine Rüge. Wenn man Glück hat, kommt man mit einem blauen Auge davon, sonst ist man fertig mit der Karriere und kann höchstens noch bei Aldi die Regale füllen.

Da man als politsch Korrekter bei der Erwähnung folgender Wörter heute zu Hyperventilieren hat und einen geistigen Herzinfarkt bekommen muss, dürfen sie nicht mehr verwendet werden: Autobahn, Dusche, Gas, Braun, Wolfsburg, Volkswagen, Familie, Berchtesgarden ... usw. Die Wörter verherrlichen das III. Dingsda, also die Zeit auf welche die deutsche Geschichte reduziert wurde.

Hier ein Beispiel, wie so ein Text in Zukunft auszusehen hat:

Gestern bin ich auf der Fernverkehrsstrasse, die ausschliesslich dem Schnellverkehr mit Kraftfahrzeugen dient, die aus zwei Richtungsfahrbahnen besteht, meistens aber auch mit zusätzlichem Standstreifen, wobei die beiden Fahrbahnen durch einen Grünstreifen, in dem oft Schutzplanken aus Stahl oder eine Betonschutzwand errichtet sind, voneinander getrennt sind, gefahren.

Ich wollte die Person besuchen, die mir nahe steht und für die ich eine gewisse Zuneigung habe.

Vorher habe ich mich mit der Nassmaschine die von oben Wasser versprüht einer schnellen, vollständigen Körperpflege unterzogen, die der Hygiene dient, durch "Beregnung" mit meist warmem Wasser, oftmals in Kombination mit einem Shampoo oder auch einem Badegel.

Ich freute mich schon auf die Speisen, die welche mir bei Ankunft versprochen wurden, die auf einem Küchengrossgerät, das der Erhitzung von Speisen dient, welches mit einem Stoff der sich mit seinen Molekülen vollkommen frei bewegen und der Körper jeden zur Verfügung stehenden Raum vollständig und gleichmässig ausfüllt, zubereitet werden.

Um der Gastgeberin eine Freude zu machen, habe ich ein Geschenk gekauft, welches ich in Papier der Farbe eingepackt habe, die man durch das Abmischen von Gelb, Orange, Rot mit Schwarz entstehen lässt.

Der Ort an dem mein Ziel sich befand, liegt in der Nähe der Stadt, deren Namen sich aus der Hundeart in der Gattung Canis und einem geschlossenen, bewohnbaren Wehrbau der Frühgeschichte, Antike und Mittelalter zusammensetzt.

Mit meinem von Rädern getragenes mehrspuriges und zumeist mehrachsiges Fahrzeug, dessen Namen aus dieser Bezeichnung besteht, plus davor noch den Begriff einer grossen Anzahl Individuen, die durch gemeinsame Merkmale verbunden sind, kam ich pünktlich an.

Die Person die mir nahe steht und für die ich eine gewisse Zuneigung habe begrüsste mich herzlichst und gab mir einen Kuss. Sie sagte, die zubereiteten Speisen ständen auf dem Tisch und sie fragte mich ob ich ein alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränk, welches durch Gärung aus den Grundzutaten Wasser, Malz und Hopfen gewonnen wird dazu haben möchte.

Da ich mich in der Wohnung einer Person befand, die sich wirksam vor den Gefahren des Tabakrauchs zu schützen verstand, genoss ich eine Zigarre nach dem Einnahme der Speisen auf dem Balkon.

Wir unterhielten uns über ihre durch Heirat begründete Lebensgemeinschaft, im westlichen Kulturkreis meist aus Eltern und Kindern bestehend, gelegentlich durch im gleichen Haushalt wohnende Verwandte erweitert ist, und ich fragte sie wie es dem Bruder ihres Vaters geht, der als Exekutivorgang eines Staates arbeitet und die Aufgaben hat, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten.

Sie antwortete mir, es ginge ihm gut und er hätte gerade seine Ferien im äussersten Südosten des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern in der Nähe von Bad Reichenhall und Salzburg zur Erholung verbracht.

So muss man heute seine Texte formulieren, ohne den politisch unkorrekten Wörtern, um ja nicht als Verherrlicher des III. Wasimmer zu gelten!

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