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Warum die Privatsphäre wichtig ist

Sonntag, 12. Oktober 2014 , von Freeman um 18:00

Es ist interessant wie die meisten Opfer eines Einbruchs nicht den materiellen Schaden als schlimm empfinden, sondern die psychischen Probleme mit denen sie kämpfen, weil jemand Fremdes in ihre Privatsphäre eingedrungen ist. Es kommt erstmal zum Schockzustand, da durch das Durchwühlen des Privaten fühlen sich Menschen häufig verletzt, beschmutzt und empfinden Ekel. Dieses Eindringen wird oft als Vergewaltigung empfunden und genau wie Vergewaltigungsopfer werden sie anschliessend ängstlich, unsicher und schämen sich gleichzeitig auch für das, was da passiert ist. Sie denken, sie sind am Einbruch schuld und hätten ihn durch Massnahmen verhindern können. Offensichtlich ist der Schutz der Privatsphäre was das Heim betrifft für viele sehr wichtig und die Verletzung des selben etwas schlimmes.


Diese Einstellung steht im krassen Gegensatz zur Einstellung, was die Verletzung der Privatsphäre durch staatliche Organe im Internet betrifft. Oft bekomme ich zu hören, "da ich nichts zu verbergen habe ist es mir egal wenn Geheimdienste, die Behörden oder Konzerne mich ausspähen und alles über mich wissen." Wieso ist die eine Verletzung der Privatsphäre unakzeptabel und die andere nicht? Wieso unternimmt man etwas um die Privatsphäre in einem Fall zu schützen und im anderen nicht? Keiner würde seine Haustür und Fenster sperrangelweit offenlassen und nackt herumlaufen, auf dem Klo sitzen, duschen oder Verkehr haben, damit alle es sehen, aber wenn es um das Internet geht machen es die meisten Internetbenutzer. Sie surfen völlig nackt und ungeschützt im Internet herum, sind damit komplett sichtbar und offen wie ein Buch. Dabei kann man sich auch da schützen.

Menschen können schon behaupten, die Privatsphäre im Internet ist ihnen egal, aber das tatsächliche Verhalten spricht dagegen. Jeden Tag entscheiden wir, was wir für alle zu hören sagen und zu sehen handeln und was wir nur vor vertrauenswürdigen Personen tun und äussern. Wenn wir zu Hause sitzen und ein Buch lesen, weiss das fast niemand. Wenn wir aber ein Buch im Internet bestellen oder lesen, wissen das viele. Zum Beispiel, wenn man sich über die Geschichte informieren und nicht vorgekaute Meinungen übernehmen will. "Ach sie haben ‚Das Manifest der Kommunistischen Partei’ von Karl Marx gelesen? Was sind sie? Ein Kommunist?" Und die Konsequenz daraus könnte sein wenn der Staat oder eine Firma das herausbekommt: "Damit sind sie ungeeignet für uns zu arbeiten und bekommen die Stelle nicht."

Wir als menschliche Wesen, auch wenn wir die Wichtigkeit der Privatsphäre nach aussen abstreiten, verstehen instinktiv, wie wichtig sie ist. Auch wenn wir als soziale Wesen unserer Umwelt gegenüber zeigen was wir denken und tun, ist es wichtig einen intimen Bereich zu haben, wo wir eben nicht beobachtet werden, denn nur dort können wir frei reden und handeln. Es gibt einen Grund warum wir diesen Schutzraum suchen, weil wir alle, nicht nur Kriminelle und Terroristen, ja wir alle haben etwas zu verbergen. Es gibt Sachen über uns die wir nur einem Arzt, Anwalt, Psychologen, Partner oder Freund erzählen und diese wissen dürfen, aber niemals die Öffentlichkeit. Der Grund warum wir diese Privatsphäre benötigen ist einfach. Wenn man weiss alle können zuhören und man wird beobachtet, handelt man anders als wenn man es nicht ist.

Die Art und Weise wie man handelt und spricht verändert sich erheblich und wird eingeschränkt, wenn man weiss man wird beobachtet. Das ist eine Tatsache der menschlichen Natur die wissenschaftlich belegt ist. Menschen die beobachtet werden handeln konform, gefügig, nachgiebig und gefällig. Deshalb treffen Menschen die in einem Zustand der Beobachtung stehen andere Entscheidungen, nämlich die welche von aussen von einem erwartete werden und nicht die, die man wirklich selber will. Warum meint ihr wurden Grossraumbüros und gläserne Büros eingeführt? Behauptet wird, wegen der Verbesserung der internen Kommunikation und des Klimas, aber tatsächlich geht es um Verhaltenskontrolle. Wer den ganzen Tag beobachtet werden kann handelt anders, hält sich an Regeln, ist folgsam und konform.

Dieses Modell der Beobachtung und Kontrolle wurde dann für die ganze westliche Gesellschaft übernommen. Das raffinierte daran ist, man muss damit keine diktatorische oder gewaltsame Regierungsform durchsetzen, die Dissidenten und Gegner verhaftet und einsperrt, sondern Massenüberwachung schafft ein Gefängnis im Denken, eine viel subtilere und effektivere Art wie man die Bevölkerung dazu bringt sich einem System zu unterwerfen, viel besser als brutale Gewalt es tun könnte. Das beste Beispiel wie der Mangel an Privatsphäre und der massenhafte Einsatz von Überwachung die Menschen kontrollieren kann hat George Orwell in seinem Buch "1984" beschrieben. Diese Buch ist zu einem Klischee geworden und jedes Mal wenn man es als Beispiel nennt wird es als nicht zutreffend für unsere Situation abgewiesen.

Wenn man "1984" zitiert dann wird behauptet, im Buch wird eine Gesellschaft beschrieben, in der jede Wohnung überwacht und jede Handlung kontrolliert wird, das hat mit unserer Form der Überwachungsgesellschaft nichts zu tun. Das ist natürlich eine völlige Verkennung der Warnung die Orwell mit seinem Buch uns geben wollte. Was Orwell uns beschreibt ist nicht ein System, dass uns zu jeder Zeit überwachen kann, sondern dass die Menschen den Eindruck bekommen, sie könnten jederzeit überwacht werden. Die Menschen sollen glauben, es gibt keinen einzigen privaten Moment in ihrem Leben. So erzwingt man den Gehorsam zum Regime. Der Sinn ist, eine Gesellschaft die weiss sie wird überwacht, produziert Menschen die Untertanen sind und folgen. Deshalb wollen alle Herrscher so ein System haben, egal ob sie brutale Diktaturen sind oder subtile agierende "Demokraturen" so wie die in der wir leben.

Auf der anderen Seite, das Vorhandensein eines Ortes der Privatsphäre, wo wir unsere Gedanken äussern und wo wir unbeobachtet handeln können, wo wir ungehemmt und kreativ agieren können, wo wir auch Kritik am System ausdrücken können, ist das Zeichen von Freiheit einer Gesellschaft. Deshalb ist die Aussage völlig falsch, "Menschen welche Privatsphäre wollen und diese schützen, sind nur Kriminelle und Terroristen die böse handeln". Oft hört man dann den Satz: "Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten." Wer hat diesen Satz geprägt und als Ausrede benutzt? Es war Josef Goebbels 1933 bei der Machtübernahme der Nazis und Einführung des Polizeistaates. Wer heute so spricht und argumentiert, speziell Politiker die sich für mehr Überwachung einsetzen, sind für mich Nazis die ein totalitäres System wollen.

Unsere westlichen Regime meinen mit "bösen Handlungen" nicht unbedingt Kriminalität und Terrorismus, sondern sie meinen, Handlungen die ihre Macht untergraben und Opposition zu ihrer Autorität darstellen. Wie ich schon Mal sagte: "Der Sinn der totalen Überwachung ist nicht Terroristen zu fangen, sondern der Sinn ist Zeugen zu identifizieren und zu eliminieren, welche die Verbrechen der Regierungen und ihrer Hintermänner aufdecken und verraten.“ Ganz schlimm dabei ist die Einstellung von Menschen, wenn ich mich nach aussen ganz harmlos gebe, alles offen darlege, überhaupt keine Bedrohung für die Machthaber darstelle, nur dann werde ich verschont. Nur wer seine Privatsphäre schützt hat etwas befürchten. Der Massstab einer Gesellschaft ist aber nicht, wie sie ihre folgsamen Untertanen behandelt, sonder wie sie mit ihren Oppositionellen umgeht.

Es ist falsch zu glauben, wer Schutzmassnahmen was das Internet betrifft vornimmt und seine Daten verschlüsselt, macht sich besonders verdächtig. Genau das will die Obrigkeit uns glauben lassen. Am wichtigsten ist dabei zu realisieren, Massenüberwachung unterdrückt unsere Freiheit zu denken und zu handeln wie wir eigentlich wollen. Nur in einem geschützten Raum können wir uns verändern, können wir wachsen, kreativ sein, frei denken, bessere Menschen werden und für die Gesellschaft was bewegen. Rosa Luxemburg hat mal gesagt: "Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht!" Das heisst in diesem Fall, wer nichts tut um seine Privatsphäre zu schützen, ist ein Gefangener. Genau wie man die Privatsphäre in seinem Heim vor der Verletzung durch Einbrechern schützt, sollte man es auch was das Internet betrifft tun. Wir haben alle was zu verbergen und deshalb ist die Privatsphäre wichtig.

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Die schlimmste Form der Zensur ist die Selbstzensur, weil man meint im Internet überwacht zu werden. Oder auf der anderen Seite, man ist fahrlässig und gibt alles über sich im Internet preis. Aus den oben genannten Gründen ist es sicher ratsam sich gegen Ausspähung, der staatlicher Überwachung und Speicherung der gesamten Aktivitäten im Internet zu schützen. Dann ist man frei. Deshalb schaut Euch den umfangreichen Schutz der Privatsphäre welche die ENIGMABOX bietet an. Geht auf die Seite von enigmabox.net und informiert Euch über die tollen Möglichkeiten des anonymen Surfens und des verschlüsselten Datenverkehrs.

insgesamt 7 Kommentare:

  1. Warum es so ist?
    Ganz einfach, weil der Staat die Menschen (Opfer) seit jahrzehnten mit allen ihm zur Verfügung Medien und Mitteln (Schule Ausbildung, Geschichtsverfälschung etc. dazu erzogen hat, ohne dass ihnen das bewust ist oder bei den Meisten Scham oder Ähnliches auslöst, was eigentlich mehr als normal währe.
    Unsere Eltern wiederum, bringen den meisten Kindern Schamgefühl bei was, im besten Fall auch das ganze Leben anhält und eigentlich zu unseren modernen Instinkten gehört.
    Was man an deiner Feststellung gut ablesen kann ist, wie weit die geistige Selbstversklavung vorangeschritten ist und glaube mir, diese Menschen sehen uns als nicht politisch korekt an und sind überzeugt dass der Staat dies darf und verlangen es auch von ihren andersdenkenden Mitmenschen auch, ansonsten ist man ja ein: "VERSCHWÖRUNGSTHEORETIKER" buhh ahhhhhh. Der etwas zu verbergen hat oder, noch schlimmer, er ist Andersdenkender ahhh ohhhhhh.
    LG an alle!

  1. Hallo Freeman,
    du wirst zwar Zustimmung bekommen was die Privatsphäre angeht, nur ehrlich gesagt kann sich die Enigma Box kaum einer leisten können. Also wie du bereits festgestellt hast tun zwar die Deutschen es geht ihnen gut aber die Realität sieht anders aus. Alle Rechnungen zu bezahlen, Essen, Trinken, Bus Ticket oder Autokosten und die täglichen Bedürfnisse zu befriedigen schaffen die meisten nicht mal, weil das System so aufgebaut ist das es der "kleine" Mensch eigentlich nicht schaffen kann. Ich wohne in einer guten Gegend in Berlin und ich sehe täglich:
    Müllkramer, Pfandsammler, Leute die mit Taschenrechner einkaufen gehen müssen, wenn ich mit der U-Bahn unterwegs bin sehe ich Bettler an fast jeder Ecke und auch ohne U-Bahn stehen sie an vielen Stellen, wie die Leute sich um die billigen Wohnungen reißen (die Wohnungslage in Berlin ist katastrophal und in den anderen Bundesländern sieht es sicher nicht anders aus), die meisten Menschen sind verschuldet damit sie wenigstens ein "tolles" Handy haben, Klamotten werden für ein paar Euro gekauft und ewig angezogen und ich könnte noch einige weitere Beispiele nennen... Jedenfalls wie soll sich der normale Mensch mit diesen täglichen Problemen noch diese Enigmabox leisten? Vorallem die laufenden Kosten sind abschreckend. Wenn beim Kauf einer Enigmabox keine Folgekosten entstehen würden oder ganz umsonst (beispielweise durch Werbeverträge, da etwas Werbung bei der Leistung keinen stören würde) dann würden sie die Box wahrscheinlich aus den Händen reißen, so sehe ich bei den heutigen Verhältnissen kaum Chancen eine breite Masse der Zielgruppe zu etablieren. Leider!

  1. Freeman sagt:

    Kaum einer leisten? Es gibt 50 Millionen Internetnutzer in Deutschland. Klar das Leute die auf der Strasse leben kein Internet haben. Wer sich das Internet leistet, aber nicht den passenden Schutz dazu, ist wie einer der sich ein Auto leistet, aber kein Geld fürs die Versicherung gegen Diebstahl ausgeben will und gleichzeitig die Türen nicht abschliesst.

  1. blacky white sagt:

    1) An den dummen Nazispruch "wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten"
    konnten sich meine Eltern zur Gestapozeit noch sehr gut erinnern. Der Spruch bedeutete
    in der Praxis "Wer was zu verbergen hat, soll und WIRD was befürchten". Schon damals
    konnte man Leute abholen lassen, in dem man Falschinformationen über sie verbreitete.
    Heute kann man u.a. durchs Internet noch leichter aus einem deutschen Mainstreammenschen
    eine terroristische Gefahr mit Kinderschänderhintergrund basteln. Man schickt dem Opfer
    manipulierte Mails aus einem antiwestlichen Staat, von einem Kinderporno- oder Drogenring
    und hinterlässt auf kritischen Blogs gewaltaufrufende Kommentare mit dessen E-Mail Adresse.
    Gleichzeitig schickt man ihm per Post Sexspielzeug, Drogen, fotografiert ihn mit
    islamistisch aussehenden Personen, jugendlichen Homos und verbreitet Gerüchte in der Nachbarschaft.
    Wenn der Staat das Opfer abholt sagen die Nachbarn : " Das an dem was faul ist haben wir
    schon immer gewusst; der hatte ja auch immer staatsfeindliche Zeitungen im Briefkasten.
    2) Da es kein Bankgeheimnis mehr gibt, kommt jede Behörde an all Deine Kontoinformationen.
    Ja, besonders an die Infos Deiner Konten im europäischen Ausland. Wenn aber der kleinste
    und erpressbare oder überschuldete Behördenangestellte an die Infos kommt, gibt er die
    bei Bedarf auch gerne an Kriminelle weiter. Ist doch toll, wenn Verbrecher wissen, dass
    Du ein paar hunderttausend Euronen auf der Bank hast.

  1. Ich habe nicht von Obdachlosen gesprochen, wenn Leute betteln, müssen sie nicht zwangsläufig obdachlos sein.
    Nein auch die normalen Menschen wie ich die oft rechnen müssen damit alles bis zum Ende des Monats passt. Wie gesagt ich lebe in einer guten Gegend in Berlin, hab alles nötige was ich brauche und kann mir diese Enigma Box nicht leisten. Ich möchte die Box damit nicht schlecht machen nur leider ist dieses System nicht für alle zugänglich.

  1. Rick Bayer sagt:

    @mama von herzen - ziemlich krass was du da schreibst …und damit meine ich nicht die Obdachlosen, sondern deine Aussage wegen der Box. Die sogen. Deutschen, welche du ansprichst kaufen wie die Irren teure iphones, haben Mobilverträge, Kabel-TV und Video-On-Demand Verträge, Autos, Flugreisen, Fernreisen, Marken Klamotten, Edel Schuhe, Uhren Schmuck, bis zum abwinken teuer usw… und da willst Du mir sagen dass die kein Geld haben für elementare Sicherheit. Dann liebe Schreiberin wirst du eines Tages feststellen, dass du die falschen Prioritäten gewählt hast. Jedem was er verdient!

    …und Werbung um die Box zu verbilligen geht gar nicht … Du hast offenbar nichts von den Zusammenhängen verstanden, über die hier Freeman jeden Tag aufklärend schreibt. Ich für meinen Teil will kein Fernsehen mit Werbung, dann lieber kein Fernsehen, und will kein Internet mit Werbung, dann lieber kein Internet usw.-.. die Sch… - Werbungen gehen mir kräftig auf den Geist, und die Massverblödung, welche durch diese immense konzertierte Gehirnwäsche gefördert wird, ebenso.

    Verwendet wenigstens einen TOR Browser, wenn ihr schon die Box verschmäht.

  1. Marco Moock sagt:

    Schönstes Beispiel: Ein Lehrer von mir.
    Der ist in der SPD. Er findet Überwachung toll. Er glaubt, was unsere Tagessausprecher sagen. Er weiss nicht, was ein Poxy, VPN oder das TOR Netzwerk ist. Er findet, Verschlüsselung soll illegalisiert werden. Dann mache ich halt was illegales. Das ist mir in diesem Fall egal.
    Und Politiker verar***** uns doch nur noch. In ganz einfachen sachen wie Maut. Merkel: " Mit mir gibt es keine Maut" und jetzt, gibt es doch ne Maut. Solchen Leuten traue ich überhaupt nicht mehr.
    Meine Tante hat eine EnigmaBox. Das ist eine gute Idee.
    Ich habe auch schon über die Anschaffung nachgedacht.