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Deutscher Ingenieur wegen Spionage für Israel im Libanon verhaftet

Mittwoch, 28. Juli 2010 , von Freeman um 00:05

Ein deutscher Ingenieur wurde am Dienstag in Talia im Libanon wegen Verdacht der Spionage für Israel vom militärischen Geheimdienst verhaftet. Diese neueste Aufdeckung ist Teil einer Aktion des Landes, die zahlreichen Kollaborateure die im Libanon für Israel tätig sind unschädlich zu machen.

Der mutmassliche Spion heisst Manfred Peter Mog 58 und war Angestellter der „Liban Lait“ Molkereifabrik in der Nähe von Baalbeck im Bekaa-Tal im Osten des Libanon und er war zuständig für die Wartung der Anlagen. Ihm wird vorgeworfen, mit hochtechnischen Funkgeräten wichtige Informationen an seine Auftraggeber übermittelt zu haben.

Libanesische Sicherheitsorgane stürmten die Büros der Firma, nach dem sie verdächtige Radiosignale aus dem Büro oder dem Haus von Mog aufgefangen hatten. Mehr wurde nicht über den Grund für seine Verhaftung erzählt, ausser darauf hingewiesen, die Enttarnung von vielen Spionen in den letzten Jahren erfolgte durch die Überwachung von Radiosignale zum Zweck der geheimen Informationsübermittlung.

Die deutsche Botschaft in Beirut hat auf Anfrage weder bestätigt noch dementiert, ob der deutsche Staatsbürger bei ihnen registriert ist und im Libanon arbeitet. Botschaftsangehörige anderer Länder bestätigen aber die Aktion.

Ein Sicherheitsbeamte der anonym bleiben will sagte, das wäre das erste Mal, dass ein Ausländer der in Libanon wohnt, der Spionage für Israel angeklagt wird.

"Es wird als sehr ungewöhnlich und sehr heikel betrachtet. Offensichtlich ist es besorgniserregend, wenn man die Beziehung mit Deutschland ansieht," sagte der Offizielle.

Deutschland ist der Hauptbeitragszahler für die Finanzierung der UNO-Truppen im Libanon und ein Unterstützer der Modernisierungs- und Reformanstrengungen der libanesischen Regierung. Es wird befürchtet, die Verhaftung könnte die Beziehungen der beiden Länder belasten.

"Wir müssen sehr vorsichtig sein wie wir vorgehen," sagte der Offizielle. "Es muss eine ernsthafte und gründliche Untersuchung stattfinden, eine die keine Fehler macht oder an die Medien was durchsickern lässt (in Bezug auf die deutsche Verbindung)."

Ein weiterer Spion konnte aus dem Libanon noch rechtzeitig nach Frankfurt flüchten. Der Verdächtige heisst Rasan al-Jud, ein ehemaliger Offizier der libanesischen Arme. Er wird beschuldigt, zusammen mit Angestellten des Mobiltelefonanbieters Alfa, Israel geholfen zu haben.

Das deutsche Aussenministerium sagt, sie haben keine Kenntnis von diesem Vorfall und von einer Einreise von al-Jud nach Deutschland.

Eine ganze Reihe von Angestellten der Alfa, einschliesslich zwei Kadermitglieder der Firma, sind in letzter Zeit wegen ihrer geheimdienstlichen Tätigkeit für Israel verhaftet worden. Alfa hat die Lizenz das Mobilfunknetz im Libanon zu betreiben. Vermutet wird, mit Hilfe der Insider konnte Israel Gespräche abhören, den Standort von Personen bestimmen und sich ins Netz hacken.

Die Namen der verhafteten Alfa-Manager lauten, Tareq Raba'a und Charbel Qazzi. Die libanesischen Behörden sagen, die Aufdeckung der beiden Agenten bedeutet ein grosser Schlag gegen die Spionagetätigkeit Israels im Lande. Mit ihrer Hilfe konnte Israel Ziele während des Kriegs gegen Libanon 2006 identifizieren.

Die Sicherheitsbehörden beschreiben Raba'a als einen Kommunikationsingenieur, der seit 1996 für Alfa arbeitet. Er wird verdächtigt, seit 2001 für den israelischen Geheimdienst tätig zu sein. Zweimal im Monat reiste er ins Ausland und kam jeweils mit 10'000 Dollar in Bar als Entlohnung für seinen Verrat zurück.

Die Verhaftungswelle begann im April 2009 und es wurden bisher über 70 Personen in Arrest genommen. Die Aktion startete, als ein libanesischer Armeegeneral und zwei Oberst als Spione aufgeflogen sind. Ein dritter Offizier konnte nach Israel flüchten.

Die Offiziere und vier andere Verdächtige werden beschuldigt, im Auftrag Israels an der Ermordung des Hisbollah-Kommandeurs Ghalib Awali im Jahre 2004 beteiligt gewesen zu sein.

In der Vergangenheit hat sich Israel wiederholt in die libanesischen Fernseh-, Radio- und Handy-Netze einklinken können und Propagandabotschaften darüber verbreitet.

So sahen die Zuschauer im Jahre 2006 mitten in der allabendlichen TV-Nachrichtensendung plötzlich eine Video-Botschaft der israelischen Regierung, in der die Zuschauer im Libanon aufgefordert wurden, nicht der Hisbollah zu glauben. Ausserdem erhielten tausende Handy-Besitzer SMS-Nachrichten und Nachrichten auf ihrer Combox, in dem ihnen eine Belohnung versprochen wurde, wenn sie Israel Informationen zuspielen.

Israel hat sich auch in Radiostationen gehackt und statt dem normalen Programm wurde die Sendung durch eine Propagandaansage unterbrochen. Solche Einbrüche in die Kommunikationssysteme können nur stattfinden, wenn Techniker als Insider den Zugang ermöglichen.

Die libanesische Regierung will eine Beschwerde über Israel wegen Spionage beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einreichen, wie der Informationsminister Tareq Mitri sagte.

Laut libanesischen Strafgesetz können verurteilte Spione zu einer lebenslangen Haft oder mit der Todesstrafe verurteilt werden, wenn durch ihren Verrat Menschen getötet wurden.

Ein Gericht hat vergangene Woche einen 58-jährigen Libanesen zum Tode verurteilt, weil er für Israel spioniert hat. Das Militärgericht fand Hassan Ahmed al-Hussein für schuldig, Israel wichtige Informationen über den Aufenthaltsort der Hisbollah-Führung weitergegeben zu haben.

Hussein wurde verurteilt, weil er den israelischen Geheimdienst kontaktierte, nach Israel ohne Erlaubnis reiste und Waffen illegal besass. Das Urteil wird vom obersten Gericht des Libanon überprüft. Das Todesurteil ist das dritte welches ein Militärgericht wegen Spionage für Israel gefällt hat.

Wegen der grossen Anzahl an Spionen die im Libanon verhaftet wurden, hat der Anführer der Hisbollah, Hassan Nasrallah, bereits im vergangene Jahr die Todesstrafe für alle verurteilten Mitglieder des Spionagerings verlangt.

Ich rufe zur Todesstrafe für alle Agenten auf, angefangen mit den schiitischen Agenten,“ sagte er bei einer TV-Ansprache. Er warnte, die Spione geben nicht nur Informationen weiter, sondern „führen Operationen aus.“ Nasrallah sagte weiter, „20 Kilo TNT wurden im Haus eines Agenten gefunden. Damit stellen sich viele Fragen.

Verwandter Artikel: Israelische Cyber-Krieger wieder am Werk

Hintergrund Info:

Liban Lait, dessen deutscher Mitarbeiter als mutmasslicher Spion verhaftet wurde, ist der grösste Milchverarbeiter im Libanon und wurde 1997 gegründet. Während des israelischen Krieg gegen Libanon 2006, wurde die Fabrik von israelischen Flugzeugen bombardiert und schwer beschädigt. Liban Lait hat den Vertrag, den Friedenstruppen der "United Nations Interim Force in Lebanon" (UNIFIL) mit Milch zu versorgen. Vorher hatte eine israelische Firma den Liefervertrag.

Interessant ist auch, die libanesische Mobilfunkfirma Alfa, wo viele Angestellte wegen Spionage für Israel verhaftet wurden, gehört zu Orascom, eine ägyptische Geschäftsgruppe, die 1972 von Onsi Sawiris gegründet wurde. Geschäftsfelder sind die Telekommunikationsbranche, das Bauwesen und das Hotelgewerbe. Das Vermögen der Familie Sawiris wird auf 20 Milliarden Dollar geschätzt.

Der Sohn von Onsi, Samih Sawiris, hat mit einem Tourismusprojekt in Andermatt in der Schweiz begonnen. Auf dem ehemaligen Militärgelände der Schweizer Armee mit einer Fläche von 1,46 Quadratkilometern beabsichtigt Sawiris für eine Milliarde Franken mit seiner Hotelgruppe Orascom einen grossen Urlaubsresort zu bauen. Das Gelände in Andermatt war ein Teil der erfolgreichen Schweizer Verteidigungsstrategie im Zweiten Weltkrieg, genannt Schweizer Reduit.

Für mich ist klar, Samih baut da ein Refugium für die Bonzen wenn es kracht.

insgesamt 7 Kommentare:

  1. Amin sagt:

    Also irgendwie habe ich das dunkle Gefühl das die Brd-Institutionen Israels geheime Terroroperationen unterstützen. Da waren doch vor kurzem schon die BRD-Pässe für die Israels Mördertruppe in den VAE.
    Sieht so bedingungslose Solidarität zu Israel aus?

    Interessant auch das die Ami-Armee wohl sehr effektiv gegen unbewaffnete Zivilisten in Afghanistan vorgeht (Link).

    Traurig für Deutschland!

  1. wiba sagt:

    Nicht nur ein Deutscher, sogar dieser Typ arbeitet für Israel:

    http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=7245

  1. drdre sagt:

    Es läuft immer so ab, wie auch im gestrigen Beitrag lets make money im ersten erwähnt. Die amerikanischen Wirtschaftskiller werden tätig. Wenn das nichts nützt, greift man auf Agenten zurück die jeweiligen Machthaber zu elemenieren. Sollte das nichts nützen schickt man die Army. Wie im Fall Sadam Hussein. Da er den Ölpreis vom Dollar abkoppeln wollte und nicht einsichtig war, hat man ihn beseitigt.
    Und damit gleich den Tod von Millionen Zivilisten billigend in Kauf genommen.
    Mit den bekannten verheerenden soz. Folgen.
    Raubtierkapitalismus as usual..

  1. sAYF sagt:

    Libanon....die "Hure" des nahen Osten, wird für viele perverse Dinge ausgenutzt.

  1. Flo sagt:

    Die Milch machts!

  1. Flo sagt:

    Leute,...

    ...ich hab das stumpfe Gefühl, daß die friedliche Zeit in Mitteleuropa sehr sehr bald vorbei sein wird...

    ...ich weiß auch nicht, ich kanns irgendwie im Tageslicht erkennen und in der Luft riechen...

    ...ich schieb keine Panik, ich mach mir nur Sorgen um die ganzen AKWs rund um mich herum,...verdammt ich schätze daß ich mit meiner Freundin bald hier weggehen werde...hab schon länger kein gutes Gefühl mehr...(Österreich/Wien)

    ...alle diese NEWS, ob von freeman oder sonstwem kommen mir mittlerweile sehr zielgerichtet vor...

    ...sorry, soll keine Anschuldigung sein, nur der Ausdruck meines schlechten Gefühls...

    ;( ... ... we will see! ! !

    Ps.: immer wieder das PW zweimal,...ich komm nicht drauf warum...verdammt...?!?

  1. Turbo sagt:

    Flo, worum machste Dir Sorgen? Haste etwa keinen liebevollen Heiland, der Dir Deinen Seelenfrieden dazu frei heraus schenken könnte? Ich habe und seitdem auch keine Sorgen mehr bezüglich Sabotage, Spionage und anderem Kram, der rund um uns tobt.
    Versuch es sorgfältig, genau - oder laß es, die Konsequenzen daraus trägst Du.