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Die Niederländer verlassen Afghanistan am Wochenende

Freitag, 30. Juli 2010 , von Freeman um 11:23

Der Einsatz der niederländischen Armee in Afghanistan endet am Sonntag nach vier Jahren und die Truppen gehen nach Hause. 1950 Soldaten treten die Heimreise an und in der südlichen Provinz Oruzgan werden Einheiten aus Australien, Slowakei und Singapore sie ersetzen.

Der Krieg in Afghanistan hat den niederländischen Steuerzahler 1,4 Milliarden Euro gekostet und 24 niederländische Soldaten verloren ihr Leben seit 2006.

Oruzgan ist einer der ärmsten und abgelegensten Provinzen in Afghanistan. Es ist auch die Gegend mit der höchsten Opiumproduktion. Die niederländische Mission wurde als 3D Handlungsweise bekannt, (defence, development und diplomacy) oder Verteidigung, Entwicklung und Diplomatie.

Mit Hilfe von NGOs ist die Entwicklungsarbeit von 6 auf 50 Projekte gestiegen, wie die niederländische Botschaft in Kabul verkündete. 50'000 Kinder besuchen die Schule in Oruzgan, viermal mehr als 2002. Eine Million Obstbäume wurden an die Bauern in der Provinz verteilt, um eine alternative Einkommensquelle zu den Mohnfeldern anzubieten. Die Botschaft meldet weiter als Erfolg, sie haben auch dabei geholfen eine Strasse zwischen den zwei grössten Städte der Provinz, Chora und Tarin Kowt, zu bauen, um den Handel zu fördern.

Sie haben auch 3'000 afghanische Soldaten ausgebildet, die „jetzt unabhängig Einsätze durchführen können,“ wie der oberste Kommandeur der niederländischen Streitkräfte General Peter van Uhm sagte.

Wir haben der Mehrheit der Bevölkerung relative sichere Lebensbedingung und Fortschritt in der Gesundheitsversorgung, Ausbildung und Handel gegeben,“ sagte van Uhm als Hinterlassenschaft in Oruzgan. „Wir haben spürbare Resultate erreicht, auf die die Niederlande stolz sein kann,“ verkündete er bei einer Presskonferenz am Donnerstag.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat bereits den Einsatz der Niederländer als Musterbeispiel für andere bezeichnet.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai bedankte sich bei den Niederländern “für die Arbeit welche die niederländischen Soldaten und Entwicklungshelfer geleistet haben und noch leisten, um das Land aufzubauen.

Ein Sprecher der niederländischen Regierung sagte, alle ihre ISAF-Soldaten werden bis September zurückkehren, einschliesslich der vier F-16 Kampfflugzeuge bis Ende des Jahres.

Kommentar: Das ist eine gute Nachricht und zeigt, es geht also doch. Die anderen Länder sollen sich nicht nur ein Beispiel an der Vorgehensweise der Niederländer in den letzten vier Jahren in Afghanistan nehmen, sondern auch wie sie, ihre Truppen sofort abziehen und endlich den Angriffskrieg den sie seit 10 Jahren dort führen beenden. Jetzt macht eine Regierung mal was richtig, ist aufgewacht und geht.

Es ist ja schlimm genung, dass die Niederländer sich auch in den Krieg gegen Afghanistan haben reinziehen lassen, aber wenigstenst haben sie es kappiert, es ist falsch dort zu sein und gehen, trotz massivem Druck der sogenannten Partner. Die anderen NATO-Staaten sind völlig verblödet und nur Befehlsempfänger Washingtons, so wie Deutschland, verteidigen den verbrecherischen Krieg auch noch und verstärken ihre Präsenz.

insgesamt 10 Kommentare:

  1. Amelie sagt:

    bitte Freeman, darf ich hier noch einmal die Petition für Bradley Manning einsellen?
    Hier ist eine Petition für Bradley Manning, wenn ihr möchtet unterzeichnet bitte auch, ich habe es bereits getan
    http://www.petitiononline.com/manning1/petition.html

    bitte gebt den Link weiter an alle die Bradley helfen möchten.
    Vielen Dank

  1. Von Deutschland können wir diesen Schritt nicht erwarten!
    Merkel war ja sogar für den Irakkrieg...!
    Die Niederländer haben sich richtig entschieden. An Afghanistan zerbrechen Imperien, aber man versuchts immer wieder. Hat schon etwas pathologisches!



    Redpill Community

  1. Ella sagt:

    @Amelie:
    Gute Idee, die Petition zu posten.
    Es gibt uebrigens noch die Website
    "Help Bradley Manning"
    Hier wurde inzwischen auch ein Donation Link eingerichtet.

    Es wird erwartet, dass die Verteidigung zwischen 50.000 bis 200.000 Dollar kostet.
    Wikileaks soll uebrigens auch eine Spende dafuer zugesagt haben.

    Da er und seine Familie diese Moeglichkeiten nicht haben, wird befuerchtet, dass er sich fuer den Puplic Defender sprich Militaery Lawyer entscheidet.
    (Interessenkonflikt anyone?)

    Er sei auch nach dem MSNBC Artikel aus dem ich Auszuege im Thread to Freemans Artikel " Der Bote ist jetzt der Taeter" gepostet habe, unter Suizid watch.
    Das kann jedoch auch nur bedeuten dass er unter 24/7 strenger
    ( Einzel)bewachung steht.


    Zum Artikel:
    Ist schoen, dass die Niederlaender aufgewacht sind oder ist ihnen endlich das Geld zur Kriegsbeteiligung ausgegangen?

  1. wheezzl sagt:

    Gratulation an die Oposition in den Niederlande die diesen Rückzug möglich machte. Es wurde auch langsam Zeit das mal eine Regierung aufwacht und das richtige tut. 24 Tote Soldaten sind ja wohl 24 zu viele. Ganz zu schweigen von den Afghanen die bei den Einsätzen ums Leben kamen.

    Wenn die 3000 Afghanen gleich ausgebildet wurden wie im folgenden Video, dann kann man das ja kaum als Erfolg bezeichnen :)

    http://www.youtube.com/watch?v=AzAl33b8QBU

    Ich hoffe es folgen noch andere Nationen dem Beispiel von Holland und die USA und GB stehen bald alleine dort!

  1. Harald sagt:

    Könnte es nicht sein, dass sich die Niederländer von diesem Krieg keinen besonderen Gewinn mehr versprechen, vielleicht eher gar Nachteile für ihre Wirtschaft in der dortigen Region?
    Die so oft zitierte Stimmung im Lande kann es ja allein nicht sein, denn diese ist in Deutschland eben so negativ gegenüber diesem Krieg, ohne dass unsere All-Parteienkoalition auch nur im Traum an einen schnellen Abzug der BundesWehrmacht dächte.

  1. cato sagt:

    soll ich als pazifist nun vor den niederländern auf die knie fallen?

    cato

  1. Amin sagt:

    Gratulation an die Holländer! Es war ein großer Fehler aus US-Gehorsam Truppen nach Afghanistan zu schicken. Müsste aber auch Konsequenzen für die dortige Ami-Lobby haben.
    Brd leider noch fremdbestimmt!

  1. drdre sagt:

    Es ist richtig und bleibt auch richtig, aus Afghanistan raus zu gehn. Und zwar so schnell als möglich.
    Denn nicht nur dass es den Steuerzahler Milliarden gekostet hat sodern auf Beiden Seiten auch Menschenleben.. ferner stützen wir da mit auch die Verseuchung des Bodens und der Flüsse durch Uranangereicherte Monition der US Truppen.
    Dies alles werden wir uns als Volk vorhalten lassen müssen.
    Diese Vorhaltungen hören wir ja auch heute noch im Falle des Holocaustes und das nicht zu Unrecht.
    Daher müsste von öffentl. Seite noch viel mehr Druck auf die willfährigen Politiker gemacht werden..
    Was ich aber hier im Moment noch nicht sehe. Viele Gläubige der Mainstreammedien glauben ja heute noch , dass die Freiheit und Demokratie am Hindukusch verteidigt wird.
    Und dies kann weder bei einer Regierung Kasai noch bei einer möglichen Nachfolgeregierung mit Gewissheit sagen.

  1. Looking sagt:

    Sehe das auch eher skeptisch. Was steckt wirklich dahinter?
    Das mit den gepflanzten Bäumen anstatt von Opium erscheint mir doch als ziemlicher fake, nicht umsonst ist ja die Opiumproduktion dort um ein Vielfaches angestiegen, seid USA und Kumpane dort sind.
    Schön, dass sie abziehen, dennoch erscheinen mir die Gründe bissl schräg.

  1. Qumaira sagt:

    Drei Minuten Gehör will ich von euch, die ihr arbeitet-!
    Von euch, die ihr den Hammer schwingt,
    von euch, die ihr auf Krücken hinkt,
    von euch, die ihr die Feder führt,
    von euch, die ihr die Kessel schürt,
    von euch, die mit treuen Händen
    dem Manne ihre Liebe spenden -
    von euch, den Jungen und den Alten - :
    Ihr sollt drei Minuten inne halten.
    Wir sind ja nicht unter Kriegsgewinnern.
    Wir wollen uns einmal erinnern:

    Die erste Minute gehöre dem Mann.
    Wer trat vor Jahren in Feldgrau an?
    Zu Hause die Kinder - zu Hause weint Mutter...
    Ihr: feldgraues Kanonenfutter -!
    Ihr zogt in den lehmigen Ackergraben.
    Dort saht ihr keinen Fürstenknaben:
    der soff sich einen in der Etappe
    und ging mit den Damen in die Klappe.
    Ihr wurdet geschliffen. Ihr wurdet gedrillt.
    Wart ihr noch Gottes Ebenbild?
    In der Kaserne - im Schilderhaus
    wart ihr niedriger als die schmutzigste Laus.
    Der Offizier war eine Perle,
    aber ihr wart nur "Kerle"!
    Ein elender Schieß- und Grüßautomat.
    "Sie Schwein! Hände an die Hosennaht -!"
    Verwundete mochten sich krümmen und biegen:
    kam ein Prinz, dann hattet ihr stramm zu liegen.
    Und noch im Massengrab wart ihr die Schweine:
    Die Offiziere lagen alleine!
    Ihr wart des Todes billige Ware...
    So ging das vier lange blutige Jahre.
    Erinnert ihr euch?

    Die zweite Minute gehöre der Frau.
    Wem wurden zu Hause die Haare grau?
    Wer schreckte, war der Tag vorbei,
    in den Nächten auf mit einem Schrei?
    Wer ist es vier Jahre hindurch gewesen,
    der anstand in langen Polonaisen,
    indessen Prinzessinnen und ihre Gatten
    alles, alles, alles hatten - -?
    Wem schrieben sie einen kurzen Brief,
    dass wieder einer in Flandern schlief?
    Dazu ein Formular mit zwei Zetteln...
    Wer musste hier um die Renten betteln?
    Tränen und Krämpfe und wildes Schrein.
    Er hatte Ruhe. Ihr wart allein.
    Oder sie schickten ihn, hinkend am Knüppel,
    euch in die Arme zurück als Krüppel.
    So sah sie aus, die wunderbare
    Große Zeit - vier lange Jahre...
    Erinnert ihr euch -?

    Die dritte Minute gehört den Jungen!
    Euch haben sie nicht in die Jacken gezwungen!
    Ihr wart noch frei! Ihr seid heute frei!
    Sorgt dafür, dass es immer so sei!
    An euch hängt die Hoffnung. An euch das Vertraun
    von Millionen deutschen Männern und Fraun.
    Ihr sollt nicht strammstehen. Ihr sollt nicht dienen!
    Ihr sollt frei sein! Zeigt es ihnen!
    Und wenn sie euch kommen und drohn mit Pistolen -:
    Geht nicht! Sie sollen euch erst mal holen!
    Keine Wehrpflicht! Keine Soldaten!
    Keine Monokel- Potentaten!
    Keine Orden! Keine Spaliere!
    Keine Reserveoffiziere!
    Ihr seid die Zukunft!
    Euer das Land!
    Schüttelt es ab, das Knechtschaftsband!
    Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei!
    Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!
    Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!
    - Nie wieder Krieg -!

    Kurt Tucholsky, Republikanische Presse, 29.07.1922, Nr. 6