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Hätten die Japaner nur auf ihre Vorfahren gehört

Sonntag, 10. April 2011 , von Freeman um 09:00

Es gibt eine bekannte Weisheit die lautet: "Wer aus der Geschichte nichts lernt, ist verdammt sie zu wiederholen." Genau das erleben die Japaner jetzt schmerzhaft, denn sie haben nicht auf ihre Vorfahren gehört. Sie haben auf Jahrhunderte alten Steintafeln, die nahe der Küste aufgestellt sind, Warnungen hinterlassen, auf denen zum Beispiel steht: "Erinnert euch an die grossen Tsunamis. Baut keine Häuser unter diesem Punkt."



Diesen Ratschlag haben nur wenige befolgt und ihre Häuser wurden nicht vom Unglück getroffen. Die anderen, in den niedriger liegenden Gebieten, wurden durch die Wassermassen völlig zerstört und Tausende Menschen verloren dabei ihr Leben.

Hunderte solcher Steintafeln säumen die Küstenlinie, einige sind über 600 Jahre alt. Zusammen bilden sie ein Warnsystem aus den Erfahrungen der Generationen die vor uns lebten, denn Erdbeben und Tsunamis fanden schon immer an der langen Ostküste Japans statt.

Nicht alle Tafeln zeigen an, ab welcher Höhe und Entfernung zur Wasserlinie es sicher ist zu bauen. Manche erinnern generell daran was passieren kann: "Wenn ein Erdbeben stattfindet, achtet auf die Tsunamis."

Auch auf alten Zeichnungen wurde vor den Tsunamis gewarnt:



Was wurde aber getan? Städte und Dörfer wurden trotz dieser Warnungen direkt an der Küste gebaut. Und noch viel schlimmer, die Atomkraftwerke auch, die das Meerwasser zur Kühlung benutzen. Jetzt sind sie verwüstet. So traf die 15 Meter hohe Welle des Tsunami die Atomanlage von Fukushima und zerstörte das Kühlsystem und die Notstromsysteme. Die Anlage steht nur 10 Meter über dem Meeresspiegel.

Ohne Kühlung der Reaktoren passierte das was nicht passieren darf, sie überhitzten und es fanden Explosionen statt, die das Reaktorgebäude und die Schutzhülle beschädigten. Durch die Öffnungen wird jetzt ständig Radioaktivität freisetzt und verseucht die ganze Gegend rund um Fukushima, mit Auswirkungen bis zu uns.

Das ist das Problem unserer modernen westlichen Gesellschaft. Wir sind so arrogant und überheblich geworden, meinen was unsere Vorfahren an Lebensweisheiten und Verhalten uns weitergegeben haben ist lächerlich, passt nicht in unsere Zeit und können wir ignorieren. Die Technik kann alles und ist beherrschbar. Ausserdem passiert sowieso nichts.

Das erinnert mich an die Aussage von Peter Ustinov, einer der Menschen die ich bewundere und gerne kennen gelernt hätte: "Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: Das ist technisch unmöglich!"

Wir haben zu viele sogenannte Experten, die den völlig ahnungslosen Politikern dauern einreden, was sie tun sollen und was für unsere Gesellschaft richtig ist. Dabei wissen sie gar nichts, oder vertreten völlig bescheuerte Dogmen oder sind nur bezahlte Lobbyisten von grossen finanziellen Interessen, von profitgierigen und räuberischen Grosskonzernen, denen die Nachwelt scheiss egal ist.

Wir sollten auf unsere Vorfahren hören und aus der Geschichte lernen, denn alles gab es schon mal und ist bereits passiert. Auch dass Imperien, die sich als unbesiegbar wähnten, zusammenbrachen und verschwunden sind. Der gesunde Menschenverstand ist der beste Massstab, nur der scheint völlig abhanden gekommen zu sein.

Hier sieht man Aufnahmen, wie die Welle des Tsunami das Kraftwerk trifft. Die Gischt stieg sogar höher als die Kraftwerksgebäude:

insgesamt 19 Kommentare:

  1. ....das gilt nicht nur für die Japaner :-(

  1. Sardia sagt:

    Aber sag mal:

    Spricht das nicht gegen jede forschung? Meinst du nicht, dass man noch einige neue Dinge herausbekommen kann, die uns für die Zukunft nützen?

    Denn wer kann einen gekauften Lobby-Experten von einem gemeinschaftsorientierten Forscher, der für die Zuschauer als Experte bezeichnet wird, unterscheiden?

    Bzw: wo sollen die letzteren ihre Ansichten zum Wohle aller veröffentlichen?

    Ich denke wir sollten nicht pauschal werden - denn sonst geht uns einiges an Entwicklung und Fortschritt flöten... Unsere Ahnen haben schon sehr viel gewusst - und viele junge Forscher sind damit beschäftigt, das vormals Gewusste neu zu entdecken und für die "Wissenschaft" zu belegen. Nur weil die derzeitige Machtelite allen Scheuklappen angelegt hat.

    Wo und wie sollen deiner Ansicht nach neue Erkenntnisse veröffentlicht werden, damit sie nicht als Lobby-Experten-Geschwätz abgetan werden?

  1. Jeder der für Atomkraft ist müsste wegen verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt werden.

    bei gen/klon Technik ist es das selbe...

  1. bernd sagt:

    ""Das ist das Problem unserer modernen westlichen Gesellschaft. Wir sind so arrogant und überheblich geworden, meinen was unsere Vorfahren an Lebensweisheiten und Verhalten uns weitergegeben haben ist lächerlich, passt nicht in unsere Zeit und können wir ignorieren. Die Technik kann alles und ist beherrschbar. Ausserdem passiert sowieso nichts.""


    Klare, wahre und Ehrliche Worte dem ist nichts mehr hin zu zufügen!!!Danke Freeman!!

  1. Julian sagt:

    Ich bin immer wieder erstaunt wie wenig wir als Spezies doch aus unserer eigenen Vergangenheit lernen. Uns ereilt eine Katastrophe nach der anderen (Umwelt, Krieg, Wirtschaft, etc.), irgendwie kommen wir doch durch und Jahre später begehen wir die gleichen Fehler die damals auch begangen wurden.

    Ob es nun pure Dummheit oder einfach Arroganz ist, darüber kann man streiten.

  1. dp sagt:

    Was für ein großartiges Fundstück! Allerdings hätte das ganze Desaster nicht durch besseres Wissen verhindert werden können, denn Japaner wissen schließlich sehr gut um die Gefahren und bauten dennoch dort hin. Das ist schon eher Ignoranz...

  1. najule sagt:

    Das ist wohl wahr, mit den seltsamen Ratschlägen, die die "Experten" geben.

    Gibt aber auch den anderen Fall, wenn diese mal vernünftige (klingende) Ratschläge geben, und diese dann einfach ignoriert werden.

    Daher habe ich den Eindruck, die ganzen Berater haben nur ´ne Alibifunktion. Berücksichtigt werden einfach nur Vorschläge, die die Kasse klingeln lassen. Basta.

  1. nadia sagt:

    Tja wer die Ahnen nicht ehrt ist die kleine Welle nicht wert.oO

  1. Das Kurzeitgedächnis der Menschheit erfasst gerade einmal 25 Jahre. Danach wiederholt sich die Geschichte immer und immer wieder. Von einem Langszeitgedächnis möchte ich an dieser Stelle erst garnicht sprechen - es existiert nicht.

  1. filmtipp zum thema atomkraft und störfälle: "das china-syndrom", mit jack lemmon, jane fonda, michael douglas. zu sehen u.a. auf kino.to

  1. drdre sagt:

    Völlig richtig, diese sog. Experten überschwemmen ja schon den Markt. Dauernd wird eine neue "Sau" durchs dorf getrieben und schon sitzt da ein Experte und lässt seinen Kommentar ab.
    Da frag ich mich schon seit längerer Zeit : Von wem wird dieser wieder bezahlt...

    Völlig richtig, die Sache mit dem gesunden Menschenverstand.
    Vor lauter Gier nach Geld, Macht und Einfluss vergessen einige , was dieses mit Natur und Umwelt , d.h. unserem Lebensraum anstellt.
    Die Nach uns die Sintflut Mentalität greift schon seit Jahren um sich.
    Aber es kann unserem Planeten sch..egal sein was aus der Menschheit wird. Es geht auch ohne uns weiter.

  1. boomslang sagt:

    Die schoene deutsche Sprache hat da das richtige Wort fuer dieserart Experten. "Fachidioten".
    Kuerzer und besser geht's nicht.

  1. Quantum sagt:

    Das ist o.k. mit dem 600Jahre alten Warnungen. Warum bauen dann die Menschen an den Küsten Dämme, die regelmäßig überschwemmt werden? Warum siedeln sich Menschen unterhalb von aktiven Vulkanen an? Warum siedeln Menschen noch immer in San Franzisko trotz regelmäßiger zerstörerischer Erdbeben? Werden die auch von irgendwelchen Experten dazu überredet?
    So einfach ist das nicht. Wenn ich annehmen kann, dass ich durch ein Maßnahme für mich etwas gravierend verbessern kann, so mache ich es. Sterben werden wir früher oder später alle. Es ist allemal besser in der Zeit des Lebens gut zu leben.
    Dazu braucht es keine Experten, das kann und soll jeder für sich entscheiden.
    Für uns Westler ein uralter Spruch, deswegen richtig:
    "Mit voller Hose ist leicht stinken!"

  1. wenn die menschheit aus der geschichte lernt, haben wir den nächsten evolutionsschritt geschafft. allerdings sehe ich nur wenige menschen, die fähig sind, aus den fehlern der anderen zu lernen. daher, freunde suchen und party machen, wer weiß, wie lange noch.

  1. Lia sagt:

    "...denn alles gab es schon mal und ist bereits passiert."

    Klingt fast wie ein Zitat aus Prediger 1, 9: Was früher geschehen ist, wird wieder geschehen; was man früher getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne! ;D

  1. Die Steintafeln sind ein gutes Beispiel für die heutige Entfremdung von der Natur.Wer sich gegen die Natur wendet und nicht mit dieser lebt hat doch schon verloren.Diese Fortschrittsgläubigkeit um jeden Preis rächt sich jetzt.
    Diese Art von Tafeln müssten auch bei uns an der ganzen Nordseeküste, ja Tausende vor der Holländischen Küste stehen! Nicht nur da ..auch am Rhein dessen Fluss-Schleifen über die letzten ca. 200 Hundert Jahren begradigt wurden und die Fließgeschwindigkeit erhöhten.Deswegen auch die Überschwemmungen in den Rheinstädten...
    Was die "Experten" angeht..das Geld für die Forschung kommt von Grossfirmen und "Regierungen"..siehe die CO2 -Lügen.Naja..eben Lobbyisten im Solde der Grossindustrie und Geldgeber...

  1. xabar sagt:

    In Bolivien wird jetzt ein Gesetz verabschiedet, dass die Mutter Erde auf die gleiche Stufe stellt wie den Menschen und ihren Schutz, für Politik und Wirtschaft verpflichtend macht. Damit hat dieses Land als erstes und einziges Land den Schutz der Pachamama (Name für den Geist, den diese Erde atmet) in den Rang einer Verfassungsnorm erhoben.

    Es sind glaube ich zehn Punkte, die diesen Schutz konkretisieren, wie die Gewährleistung sauberen Wassers, das Verbot der Gentechnik, den Schutz der Umwelt vor Raubbau u.a., die dieses Gesetz ausmachen.

    In Bolivien regiert die 'Bewegung für den Sozialismus' (Movimiento Por el Socialismo) unter Führung von Evo Morales, der erste indigene Präsident Boliviens, der bei den letzten Präsidentschaftswahlen mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt wurde. Er erhielt über 60% der Stimmen.

    Da soll noch jemand sagen, dass es keine Hoffnung gibt...und in Peru gibt es nach den Wahlen vom Sonntag auch Anlass zur Hoffnung! Der alte neoliberale Präsident hat die Wahlen verloren. Lateinamerika ist kein Hinterhof der USA mehr. Wenn dort, oder auch im Iran, von NWO die Rede ist, ist etwas ganz anderes gemeint: die Schaffung einer multipolaren, statt einer unipolaren Welt mit mehreren Machtzentren, darunter Brasilien und Venezuela und der ALBA - alles Länder, die nicht mehr nach der Pfeife des Imperiums tanzen.

    Diese Entwicklungen, die hoffnungsfroh stimmen, zeigen, dass es inzwischen eine alternative NWO gibt und dass der Bilderberger-NWO immer engere Grenzen gesetzt werden.

  1. xabar sagt:

    Sardia schrieb:

    "Ich denke, wir sollten nicht pauschal werden, denn sonst geht uns einiges an Entwicklung und Fortschritt flöten."

    Die Gefahr, pauschal zu werden und jeden Fortschritt oder jede Wissenschaft abzulehnen ist, besteht tatsächlich. Es ist eine verständliche, aber falsche Reaktion auf die Vereinnahmung der Hochschulen, Universitäten, der Forschung und Wissenschaft durch die Lobbyisten und Großkonzerne, die die Wissenschaften für ihre Profitinteressen instrumentalisieren und sie in enge, fachidiotische Bahnen lenken.

    Es darf nicht vergessen werden, dass es auch eine humane Wissenschaft gibt, die es jedoch heute immer schwerer hat, sich Gehör zu verschaffen, auch bedingt durch die Situation auf dem Medienmarkt. Die Wissenschaft darf nicht in Bausch und Bogen verurteilt werden, weil sie von Profitgeiern und Korporationen missbraucht und zum Werkzeug gemacht wird.

    Sie muss von diesem Missbrauch freigeschaufelt werden und in den Dienst des Menschen und des sozialen Fortschritts gestellt werden.

    Ein pauschales 'Zurück-zu-den-Vorfahren' ist nicht die richtige Antwort auf den Missbrauch der Wissenschaft, genausowenig wie eine Regression beim Menschen ein Zeichen von Entwicklung ist, wenn er aufgrund schlechter persönlicher Erfahrungen sich in sich selbst zurückzieht und vor der Welt flieht, weil er diese aufgrund bestimmter Erfahrungen als 'böse' ansieht.

    Es gilt, die humane Wissenschaft wieder zur Geltung zu bringen und die Ergebnisse für alle sichtbar zu machen, statt in Wissenschafts- und Fortschrittsfeindlichkeit zu verfallen und in Aberglauben und Esoterik zu flüchten.

    'Was du ererbt von deinen Vätern, bewahr' es, um es zu besitzen' (Goethe), aber falsch wäre es, alles, was unsere Vorfahren gesagt, gedacht und aufgeschrieben haben, unbesehen zu übernehmen. Das Erbe muss kritisch verarbeitet und auf eine höhere Stufe gehoben werden und im Blick neuerer Erkenntnisse neu bewertet werden.

  1. alva sagt:

    Nach meiner Erfahrung kann man den Japanern, die in den gefährdeten Gebieten ihre Holzhütten gebaut haben, keinen Vorwurf machen. Ich kenne das von Südamerika. Die Ärmsten bauten ihre Holzverschläge und somit ihre Viertel, die 'Slums', an Stellen, die bei starken Regenfällen regelmäßig den folgenden Erdrutschen zum Opfer fielen und sie verloren wieder alles. Jede Menge Tote waren dann natürlich auch selbstverständlich. Kann man ihnen die Schuld für ihr Schicksal geben ?