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Die Flydubai-Boeing fiel wie ein Stein zu Boden

Samstag, 19. März 2016 , von Freeman um 10:00

Am frühen Samstagmorgen ist eine Boeing 737-800 der Flydubai, Flug FZ981, beim Landeanflug auf den Flughafen Rostow am Don mit 62 Insassen abgestürzt, von denen keiner überlebte. Die Maschine kam aus Dubai, hatte den ersten Landeversuch wegen starker Seitenwinde abgebrochen, kreiste für zwei Stunden und beim zweiten Landeversuch stürzte sie wie ein Stein vom Himmel und zerschellte in einem Feuerball neben der Landepiste. Flydubai ist eine staatliche Billigfluggesellschaft des Emirats Dubai und brachte russische und ukrainische Touristen von einem Urlaub zurück. An Bord des Billigfliegers waren 55 Passagiere, darunter vier Kinder, und sieben Besatzungsmitglieder. Mein herzliches Beilied den Hinterbliebenen.



Als Pilot habe ich mir die Aufzeichnung des Funkverkehrs zwischen der Crew von Flug 981 und dem Tower des Flughafen von Rostow angehört. Man hört wie der Pilot mehrmals nach den Wetterverhältnissen fragt. Als Antwort bekam er die Information, die Sicht wäre 6000 Meter, was mehr als genügend für eine Landung ist, nur der Wind von der Seite wäre mit Böen sehr stark, 24 Meter pro Sekunde, bis zu 80 km/h. Der Pilot kündigte dann die Landung an.



Das Video einer Überwachungskamera zeigt die letzten Sekunden des Fluges, den steilen Absturz und Aufprall mit riesigen Feuerball. In den ersten Bildern der Absturzstelle sind keine grossen Wrackteile zu sehen, nur kleine Fetzen, die über einen Kilometer verteilt sind.


Das bestätigt, die Maschine hat nicht in einem normalen Gleitwinkel zur Landung angesetzt, sonder ist fast senkrecht aufgeknallt.


Ohne voreilige Schlüsse ziehen zu wollen, der steile Absturzwinkel sagt mir als Pilot, die Maschine ist abgeschmiert, hatte nicht genug Auftrieb.

Drei mögliche Ursachen ergeben sie daraus. Die Maschine hatte nach dem Flug aus Dubai und den Warteschleifen für zwei Stunden keinen Treibstoff mehr. Die Triebwerke fielen aus und ohne Schub fiel sie vom Himmel. Oder der Pilot musste auch den zweiten Landeversuch abbrechen, zog die Maschine wieder in den Steigflug, wurde dabei zu langsam und schmierte dann ab. Oder, es gab eine äussere Einwirkung, wie zum Beispiel ein "wind shear", ein Fallwind, der die Maschine zu Boden drückte.

Ich wäre nicht zwei Stunden lang im Kreis geflogen, sondern hätte den nächsten Ausweichflughafen angesteuert, zum Beispiel im nicht so weit entfernten Krasnodar. Hatte die Maschine überhaupt genug Treibstoff, um zusätzliche zwei Stunden zur geplanten Flugdauer in der Luft zu sein? Gerade Billiglinien kalkulieren den benötigten Treibstoff für den Flug aus Spargründen sehr knapp. Insgesamt war die Boeing 737 sechs Stunden in der Luft.


Übrigens, zur gleichen Zeit, als die Flydubai-Maschine im Kreis flog, ist eine andere Maschine, die aus Moskau kam, nach einem vergeblichen Landeversuch in Rostow nach Krasnodar geflogen und ist dort erfolgreich gelandet. Die Entscheidung, ob am Zielflughafen gelandet wird oder auf einem Ausweichflughafen, trifft immer alleine der Pilot, jedenfalls solange wie die Landebahn nicht geschlossen wird.

Hier noch eine andere Möglichkeit: Da der Flughafen von Rostow in der Nähe der ukrainischen Grenze liegt, könnte es sich auch um einen Abschuss durch die Feinde Russlands handeln. Wir dürfen nicht vergessen, vor zwei Tagen fand der zweite Jahrestag des Krim-Referendums statt. In dem am 16. März 2014 durchgeführten Referendum über den Status der Krim sprachen sich bei einer Wahlbeteiligung von 83,1 % dem amtlichen Endergebnis zufolge 96,77 % der Abstimmenden für einen Anschluss an Russland aus.

Ukrainische Nazis könnten den Jahrestag als Anlass für eine Rache verwendet haben.



Es ist alles selbstverständlich Spekulation, nur, im Video der letzten Sekunden sieht man, die Maschine könnte bereits gebrannt haben. Es ist deutlich eine Leuchtspur zu sehen.

Die beiden Backboxen sind mittlerweile gefunden worden. Die Auswertung wird mehr Auskunft über die Absturzursache geben. Am Flughafen betreuen 25 Psychologen die Hinterbliebenen der Opfer in ihrem Schock und ihrer Trauer.


UPDATE: Ein Sprecher des russischen Katastrophenschutz bestätigte meine oben genannte Vermutung am Nachmittag. Die Maschine sei "senkrecht gefallen, praktisch im Sturzflug in den Boden geknallt. Die Trümmer sind auf begrenzten Gebiet verteilt und sehr klein", sagte er. Am Sonntag soll in Anwesenheit von internationalen Experten mit der Auswertung der Datenschreiber begonnen werden.

UPDATE2: Wie ich oben als einer der Absturzgründe vermutet habe, war die Maschine bei der Landung zu langsam und schmierte ab. Die Ursache war nach einer ersten Auswertung des Sprachrekorders ein verhängnisvoller Streit im Cockpit. Der Pilot wollte die Landung abbrechen und durchstarten, der Co-Pilot die Landung fortsetzen. Diese unterschiedliche Manöver führten schlussendlich zum Absturz. Sehr ungewöhnlich, denn im Cockpit darf nur ein Pilot das Kommando haben und nicht beide, die dann widersprüchliche Aktionen durchführen.

insgesamt 28 Kommentare:

  1. Chang sagt:

    Ganz kurz - herzliches Beileid auch von meiner Seite an alle Betroffenen! Ich kenne selbst einen Freund der Pilot ist und Leute mit einer alten Lissunow Li-2 rumfliegt. Er hat mich schon eingeladen in der Zukunft mal mit ihm mitzufliegen. Er klährt mich oft auch immer wieder über das fliegen im Allgemeinen auf. Wer schon mal mit einer Airbus A380 gefolgen ist, wird sich wohlmöglich schon mal gefragt haben wie es möglich ist das solch ein schwerer Vogel überhaupt abheben kann? Bin sehr gespannt auf die weiteren Analyse von Freeman über dieses Unglück......Mögen diese Seelen und all ihre Hinterbliebenen Frieden finden...! Wie tragisch so sterben zu müssen....:-(

  1. Skeptiker sagt:

    Auch mein Beileid an die Hinterbliebenen. Furchtbar, wenn die schönsten Tage des Jahres ein solch tragisches Ende nehmen.
    Wollen wir hoffen, dass es sich hierbei um einen schrecklichen Unfall handelt. Alles andere, würde die ohnehin fragile Situation in der Region und in der Welt deutlich verschärfen. Für einen Abschuss käme meines Wissens nur das schon im Zusammenhang mit MH-17 bekannt gewordene Buk Fla- Raketensystem in Frage. Modernere Boden- Luft_ Raketen hat die Ukraine nicht. Bleibt die Frage, ob die Reichweite dieses Flugabwehrsystems ausreicht, um dieses Verbrechen zu begehen? Wie gesagt, hoffentlich nur ein tragischer Unfall.

  1. saratoga777 sagt:

    Hier an eine Frage an Dich, Freeman von einem Laien: Ist es bei einer Boeing 737 möglich, falls der Treibstoff aufgebraucht worden ist, den Anflugwinkel so steil zu wählen, dass die Strömung, die den Auftrieb verursacht, nicht abreisst, und eine Landung quasi im Segelflugmodus gemacht wird, oder muss ein solch schweres Flugzeug immer wie ein Stein runterfallen, wenn der Treibstoff aufgebraucht worden ist? Hat ein sehr erfahrener Pilot dann überhaupt noch eine Chance auf eine gute Landung?

    Und könnte es sein, dass man das Flugzeug absichtlich so lange in eine Warteschleife gebracht hat, damit der Treibstoff vorzeitig ausgeht? Könnte es sein, dass man dem Piloten verboten hat einen anderen Flughafen anzusteuern?

    Ich kann nicht ganz verstehen wie man einen Piloten dazu bringen kann seinen Treibstoff komplett aufzubrauchen.

    Ist es überhaupt üblich einen Piloten dazu zu nötigen so lange in einer Warteschleife zu fliegen?

    Und weiss die Ground Crew überhaupt wie viel Treibstoff dem Piloten noch zur Verfügung steht?

    Müsste dem Flugzeug bei akutem Kerosinmangel nicht eine Notfall-Landepriorität eingeräumt werden?

    Die siehst schon, ich habe mir eine Menge Hollywood-Filme mit Fluzeugkatastrophen angeschaut;-)

  1. Freeman sagt:

    Du hast eine falsche Vorstellung vom Luftverkehr. Niemand am Boden kann einen Piloten zu irgendwas nötigen. Der Pilot ist immer der Chef und trifft alle Entscheidungen in der Luft. Die Fluglotsen geben nur Empfehlungen und keine Befehle. Es war also die Entscheidung des Piloten für zwei Stunden zu kreisen. Es liegt auch alleine in der Verantwortung des Piloten die Treibstoffmenge laufend zu prüfen. Wenn der Pilot es für notwendig erachtet zu landen, dann landet er, egal was der Boden sagt. Oder umgekehrt, er landet nicht und fliegt zu einem anderen Flughafen. Wie ich sagte, er ist der alleinige Chef und alleine verantwortlich für seine Passagiere und Maschine, niemand am Boden nimmt ihm diese Verantwortung ab. Ich selber habe auch gegen das was der Boden sagt mal entschieden, weil ich es für falsch gehalten habe. NEGATIV, war meine Antwort. Ausserdem, wenn ein Pilot eine EMERGENCY erklärt, dann hat seine Maschine absolute Priorität.

  1. Eckart sagt:

    Das RT Video zeigt die Flugbahn während der letzten Sekunden vor dem Aufschlag.

    Die hellen punktartigen Lichterscheinungen mit einem Neigungswinkel von ca. 45° halte ich für die Lande-Scheinwerfer an den ausgefahrenen Fahrwerken.

    Beachten sollt man die relativ ruhig stehen Bäume. Also ein ausgewachsener Sturm der Stärke Bft.8 hat zu dem Zeitpunkt wohl kaum geherrscht.
    Meine Wetterinfos für diese Zeitpunkt für diesen Ort besagen, dass dort Wind aus WSW um Bft.5-6 geherrscht hat.
    Die Landebahn konnte mit Wind von vorn angeflogen werden, weil sie sich in dieser Richtung erstreckt.

    Nach meiner Meinung muss es zu einem Pilotenfehler beim Abbruch des 2. Landeanfluges gekommen sein. Er hat die Maschine wohl aus einem unerfindlichen Reflex plötzlich überzogen.

    Welche Folgen so ein Steuerfehler nach sich zieht, kann man z.B. auf diesem Video sehen.

    https://www.youtube.com/watch?v=hTbn2AkIzDU

    Eine mögliche Blendung mit einem LASER kann man ausschließen, denn es herrschte Starkregen und da funktionieren diese Teile nicht sonderlich gut.

  1. Kunterbunt sagt:

    Da der Feuerball doch etwas gräßer war, scheint noch Treibstoff an Bord gewesen zu sein. Selbst wenn er ausgeht, kann man noch etwas fliegen, bei Reiseflughöhe hat es mal ein A330 (Air-Transat-Flug 236) auf 120km Segelstrecke gebracht und ist sicher gelandet. Kurz vor der Landung hatte es mal eine 777 erwischt, welche das Rollfeld nicht mehr erreichte und vorher runterging. Sie brannte aber nicht aus und fast alle überlebten.

    Das mit dem Strömungsabriß halte ich am wahrscheinlichsten, vor allem wenn der Pilot nicht frontal in den Scherwind dreht, sondern, warum auch immer, mit ihm fliegt. Dadurch verliert er sofort 80km/h, welche ihm bei der grenzwertig gehaltenen Landegeschwindigkeit buchstäblich das Genick brechen. Da müßte man mal schauen, woher der Wind kam und in welche Richtung der Pilot für die nächste Platzrunde wollte.

  1. Ralf Urban sagt:

    Ein Abschuss ist unwahrscheinlich. Welchen Zweck soll er erfüllen. Zudem ist die Grenze zur Ukraine mehr als 100 km von der Flugroute entfernt. Die Reichweite einer BUK beträgt im günstigsten Fall 50km.

    Bei einem Landeanflug ist die Geschwindigkeit (ca. 140-150 kn) des Flugzeuges zu gering, um in einen kontrollierten Segelflug überzugehen. In der Folge bricht bei Verlust des Schubes der Auftrieb an den Tragflächen sofort zusammen und das Flugzeug fällt wie ein Stein.

    Betrachtet man die Flugbahn etwas genauer (anhand der roten Linien) sieht man schon, das es annähernd eine Parabel ist, vorsichtig ausgedrückt.

    Die Auflösung der Cam ist gering und es kommt zu Überstrahlungen infolge des hohen Kontrastes durch die starken Landescheinwerfer.

    Bei annähernd leeren Tanks gibt es in den Tanks Gase. die beim Aufprall explodieren. Hier einen Rückschluss auf Treibstoffreserven zu ziehen, ist Spekulation.

  1. Michael F sagt:

    Auf dem Video sieht man recht gut, das die Maschine mit geschätz 90° bank Richtung Boden steuert. Wenn man ein bewußtes Flugmanöver ausschließt, muss das Flugzeug auf Grund Strömungsabriß über eine Tragfläche (die, die zu erst den Auftrieb verliert) abgekippt sein. Das Flugzeug ist somit in einem unkontrollierbaren Flugzustand .. in geringer Höhe ist man da chancelos.
    Die große Frage ist die nach dem WARUM? Könnte vereisung zu einer zu niedrigen Geschwindigkeit geführt haben? Mögliches Szenario: Man bricht den Landeanflug erneut an > Go arround wird durchgeführt > man fährt schrittweise die Klappen wieder ein, auf Grund nicht bemerkter Vereisung ist jedoch die benötige Geschindigkeit zu niedrig und somit würde man mit dem einfahren der Flats sein schicksal besiegeln. Mangels Funkspruch, muss die Situation recht überraschend eingetreten sein.

  1. Es ist schon das zweite Flugzeugunglück dieses Jahr mit russischen Touristen, welche im arabischen Raum Urlaub machten. Einmal stürzte eine Maschine kurz nach dem Start über Sinai ab, nun eine andere Maschine, die aus Dubai kam, kurz vor der Landung in Südrussland. Das finde ich bedenklich. Ist das nur ein Zufall? Vielleicht sollten die Russen davon Abstand nehmen, in arabische Länder zu fliegen? Mein Beileid allen betroffenen Familien, den Angehörigen und Hinterbliebenen.

  1. JackSky sagt:

    - Da wie auf dem Video zu sehen ist der Feuerball relativ groß ist, muss noch ausreichend Kerosin in den Tanks vorhanden gewesen sein.
    - Die Windverhältnisse am Boden (Betrachtet durch die Baumbewegungen) können wenig bis garkeine Rückschluss auf Windgeschwindigkeiten im höheren Luftraum geben.
    - Einen Strömungsabriss bei deratigen Windgeschwindigkeiten halte ich für plausibel, da die Angriffsfläche durch Böen oder Fallwinde und dadurch plötzlicher Höhenverlust bei durch ausgefahrene Landeklappen am größten ist.
    - Einen Terroranschlag ergibt für mich im Anbetracht der Uhrzeit/Lage und Wettersituation keinen Sinn.

  1. Falls zwei Stunden lang gekreist wurde, um lebensgefährliche Landeversuche zu unternehmen, während andere Maschinen auf einem Flughafen in der Nähe bereits sicher gelandet waren und von dort die zwei Stunden ausreichend gewesen sein könnten, um - wenn das der Grund war - mit einem Bus zurück nach Rostow zu kommen, wäre dann nicht, warum die Piloten der Flydubai-Boeing keine den bisherigen Meldungen zufolge sichere Variante wählten, eine der ersten Fragen, die zu beantworten sein würden?

  1. Ja, veritas point! Ich finde dieses lange, erfolglose Kreisen in der Luft auch eigenartig. Kein erfahrener Pilot würde so etwas tun. Vom Tower wurden sicher andere Flughäfen als Alternativen angeboten. Warum sind die FlyDubai-Piloten nicht dorthin ausgewichen, wie alle anderen vernünftigen Piloten auch? War hier ein Selbstmörder-/Mörderkommando im Cockpit tätig? Fragen über Fragen ...

  1. skywalk sagt:

    zwischen go-arround (positiv climb) und absturz lag laut flight radar über 1 Minute Zeit:

    00:40:48 UHR Entscheidung für goarround bei 1550ft --- 129 ground speed
    00:41:12 UHR Positiv climb 2700ft --- 150 ground speed
    00:41:38 UHR Positiv Climb 3975ft --- 185 ground speed
    00:41:50 UHR Crash 975ft

    das entspricht einem Vertical Speed (Steigrate) von 2400ftm (fuß/minute) - was völlig normal ist. Die Geschwindigkeit nimmt zu, ein Strömungsabriss ist nicht zu sehen.

    Anschließend verlor die Maschine innheralb von 12 Sekunden 2900 Fuß.


    Folgende Porcedures werden beim go-arround durchgeführt:
    4. Two Engines Go-Around
    Press TOGA - Set Go-Around Thrust
    Flaps 15
    Positive Climb - Gears UP
    Verify Missed Approach Altitude Set
    ...
    ...

    Also wurde bei positiv Climb das Fahrwerk bereits eingefahren. Das Hautplandelicht bei der 738 befindet sich am Bugfahrwerg. Müsste also nicht sichtbar sein auf dem Video.
    Die anderen zwei Hauptlichter befinden sich an der inneren Seite des Flügels. Dürften aber bei einem Sturzflug aufgrund des Winkels fast nicht auf der Kamera zu sehen sein.

    Der Pilot hat sich beim go-arround höfflich mit Bye Bye verabschiedet.

    Fazit: Eine plötzliche Explosion, dadurch auch das grelle licht auf dem zweiten Video vor dem Aufschlag, ist garnicht so abwegig!

  1. robroynatur sagt:

    Hi Freeman, ich habe neulich mit einem amerikanischen Piloten geredet der Cargo-Maschinen fliegt. Der sagte mir daß, er grundsätzlich auf Autopilot schaltet wenn das Wetter schlecht wäre. Er meinte daß, der Autopilot meistens es besser schafft beim schlechten Wetter sicher zu landen als der Pilot selbst. An sich könnten die Flugzeuge starten und landen ohne Pilot, ferngesteuert oder Zielflughafen schon vorprogrammiert. Ich weiss nicht ob Du was dazu sagen könntest?

  1. SnakeTD sagt:

    Hier mal noch ein anderes Video, das mMn zeigt, dass es nur die Landing Lights waren und kein Feuer, wie manche vermuteten.

    https://www.youtube.com/watch?v=-AlAjy7hg_Y

  1. Freenet sagt:

    Vor vielen Jahren habe ich als Passagier einen Sturzflug in Rostov am Don beim Flug mit Aeroflot Don (diese Fluggesellschaft gibt es glaube ich nicht mehr) miterlebt. Es war voll krass. Die Landebahn und Häuser kamen auf uns regelrecht zu und ich dachte es pickelt uns jetzt in den Boden. Ich sagte zu meiner Sitznachbarin "so, das war's dann wohl". Ich hatte seltsamerweise dabei eine Ruhe die ich sonst nie kannte. Also das absolute Gegenteil von Panik was man denken würde. Die Sitze waren nur zum Teil belegt. Dort wo keiner sass kippten die Rücklehnen wie Dominobausteine nach vorne. Durch die ganze Maschine. Schräg hinter mir spielte sich noch ein anderes Drama ab. Da war ein Schweizer Ehepaar. Der Mann war gerade von der Toilette gekommen als dieser Sturzflug begann. Der Mann konnte sich nicht mehr auf den Füssen halten und fiel. Er klammerte sich an dem unteren Teil vom Sitz fest und die Frau versuchte ihn zu sich heran zu ziehen. Aber der Winkel war so steil, dass er eben nicht konnte. Irgendwie hat er sich dann doch hochziehen können. Aber es war alles voll schräg. War wie man sich so einen Stucka-Angriff vorstellen würde. Und da könnte auch die Ursache liegen. Als ich nämlich dann mal rumfragte, hies es, dass im zivilen Bereich MILITÄRPILOTEN eingestellt würden. Dann hiess es, dass z.B. in Afghanistan damals (also als die Russen dort waren) es üblich war, dass die Flugzeuge im Sturzflug gelandet wurden um die Angriffsfläche bzgl. möglicher Raketenangriffen so niedrig wie möglich zu halten. Ich hatte dann später auch nochmals solche "Militärpiloten Fälle". In Budapest z.B. startete ein Pilot schon die Maschine bevor sie überhaupt auf der geraden Start / Landebahn war. Der startete die Maschine also schon aus der Kurve raus in die Bahn. In einem weiteren Fall war ein Pilot meiner Meinung nach besoffen. Er schrie in einer Art ins Micro dass es schwer nach Alkohol sich anhörte. Draussen eisige Temperaturen und Schnee. Wir flogen schon im Schnee ab. Ein tolles Erlebnis. Dann kam dieses klassische "Schaukelstuhl". Damit meine ich dieses seltsame Verhalten der Piloten aufs Gas zu gehen und danach die Maschine wieder absacken zu lassen. Dann wieder Gas geben, absacken, Gas geben, absacken. Ich weiss nicht was dieser "Schaukelstuhl" soll, aber oben auf dem Flightradar meine ich genau dieses Schaukelstuhl-Verhalten 9 mal hintereinander zu sehen. Es sieht aus, als wolle er ein 10tes Mal schaukeln. Man sieht noch die gelbe Linie hoch gehen. Aber dann kommt es zu diesem starken Abfall der gelben Linie. Eigentlich wundert es mich dass er nochmals Gas gibt als wolle er noch einen 10. Schaukelstuhl hinlegen. Bei dem Piloten von dem ich meine er habe gut Alkohol gehabt, war diese Schaukelstuhlbewegung besonders stark ausgeprägt.

    Was ich sagen will: Man geht davon aus, dass die Maschinen bei Billiglinien billig sind. Warum sollen nicht auch die Piloten billig sein? Bzw. Piloten die vorher im Militär geflogen sind und etwas andere Flugvorstellungen haben. Warum soll nicht genau jener Pilot, der in dieser Dubai Maschine geflogen ist, nicht auch der gewesen sein, der in der Aeroflot Don damals Sturzflüge geflogen ist. Und nachdem ich meine auch einen stark alkoholisierten Piloten erlebt zu haben, halte ich alles für möglich. So ein Pilot ist doch wie ein Autofahrer auch. Der hat vermutlich gar nicht mehr die richtige Peilung und Orientierung. In diesem Fall würde ich wirklich mal die Historie dieses Piloten genauer untersuchen. Und wenn der damals bei der Aeroflot Don eingestellt war, dann würde ich sagen: Prima, das war vermutlich genau der mit dem wir damals beinahe in den Boden gepickelt sind. Der hat wirklich die Maschine erst last second hoch gerissen. Also Sturzflug wie irre und dann die Maschine im letzten Moment hochgerissen. Kann es sein, dass Militärpiloten meinen dass man das bei einer kurzen Landebahn so machen müsste. Dass also bei Unsicherheit bzgl. der Landebahn kürzer besser ist. Also Sturzflug runter, Nase hochreissen und dann maximal wenig Landeplatz brauchen?

  1. Otto Ulli sagt:

    An Skywalk
    Könnte es sein, dass dort wegen Sandsturm ein Triebwerk ausgefallen, beschädigt od. gar im Steigflug Explodiert ist?
    Was hat so ein Flugzeugmuster Boing 737/800 für eine Querwindkomponente?

    Mir scheint, dass der Go Aroung nach Deinen Schilderungen normal abgelaufen ist!
    Wen ich mir die Sinkgeschwindigkeit anschaue ! Happige 14550 ft./Min.
    Triebwerke Explosion unter Vollast?

  1. Olivia Kroth sagt:

    Diese Geschichten von Militärpiloten und betrunkenen Piloten bei Billigfliegern finde ich sehr interessant. Ich fände sie sogar amüsant, wenn nicht so viele Menschenleben davon abhingen. Deshlab möchte ich nochmals betonen: ich finde, die Russen sollten patriotischer werden und innerhalb der Russischen Föderation ihren Urlaub verbringen, nicht ins Ausland fliegen, und schon gar nicht in arabische Länder, wo die Russen zurzeit in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt sind. Ausserdem sollte man, wenn es billig sein soll, nicht Billigflieger wählen, sondern eine Busreise oder eine Reise mit dem eigenen PKW (falls vorhanden) in nahe gelegene Ziele.

    Der russische Präsident reist grundsätzlich nie ins Ausland zum Urlaub. Im Sommer macht er Urlaub in Sotschi, im Winter läuft er Ski im Kaukasus, so wie unser lieber Freeman auch. Die Russen sollten sich ein Beispiel daran nehmen. Wozu sich von einem betrunkenen oder unerfahrenen Araber aus Dubai bei Rostow am Don in den Tod "schaukeln" lassen? Dieses abwegige Urlauberverhalten ist mir völlig unverständlich, ebenso wie mir das Reiseverhalten jener Billigurlauber aus Sankt Petersburg unverständlich ist, die mit einem Billigflieger nach Ägypten flogen und mit dem selben Billigflieger zurückwollten. Nur schafften sie es nicht bis nachhause, sondern stürzten über dem Sinai ab. Wären sie im heimischen Russisch-Karelien zum Skilaufen gefahren, würden sie heute noch leben.

  1. A350 sagt:

    Schon jetzt warden ein paar Dinge klar:
    Fatigue - Ermüdung spielte sicherlich eine große Rolle. Als das Flugzeug abstürzte waren die Piloten bereits 6-7 Stunden im Einsatz und das mitten in ihrem WOCL (Window of carcadian low - mitten in der Nacht).
    Der FO (copilot) hatte die letzten 11 Tage gearbeitet mit nur einem Tag Pause dazwischen.
    2 Stunden Warteschleife fliegen ist auch sehr ermüdend.
    So jetzt etwas zu der operativen Seite:
    Ein Jet kann auch ohne Schub fliegen. Praktisch jeder Sinkflug wird im Leerlauf geflogen. Erst wenn Landeklappen und Fahrwerk ausgefahren sind wird wieder Schub benötigt um die Geschwindigkeit und den relativ flachen Gleitwinkel von 3 Grad fliegen zu können.
    Zur Entscheidung des Kapitäns 2h im Holding zu bleiben: prinzipiell will man immer dort landen wo man auch hin will. Herrscht schlechtes Wetter und man hat nicht genügend Treibstoff dabei um zu warten wird zum ausweichflughafen geflogen welcher am Flugplan nominiert wurde und für welchen immer Treibstoff an Bord sein muss.
    Offensichtlich hatte die Crew aber genügend getankt um 2h warten zu können (so viel extra Treibstoff mitzuführen ist nicht normal und auch teuer und man mancht das nur wenn man davon ausgeht das es bei der Landung zu Verspätungen kommen kann).

    Jetzt dazu was vielleicht passiert ist: die 737 hat die Tendenz bei sehr leeren Tanks im Falle eines go-arounds (durchstarten) eines Engine Flame outs (Treibstoffzufuhr wird unterbrochen da das Kerosin durch das hochziehen nach hinten in die Tanks rinnt) sollte das bei nur einem Triebwerk passieren und das andere gibt vollen Schub und dann kommt noch ein kleiner Flugfehler des Piloten dazu und man kommt under die VMCA (Minimum Geschwindigkeit um das Flugzeug mit nur einem Triebwerk auf Kurs halten zu können) dreht sich die Maschine auf den Rücken bzw stürzt mit einer Neigung von 90 grad ab. Das geschieht noch bevor dem Stall (abschmieren).

    Das erscheint mir als das Wahrscheinlichste.

  1. JackSky sagt:

    @snaketd:
    Das Video wurde entfernt.
    https://www.youtube.com/watch?v=HsHSWvzPibI

  1. BeAGoD2010 sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=ifJ9osyLRqQ

    Sieht nach einem kontrollierten Absturz aus. Fakt ist: USA sind in der lage Steuerungen der Flugzeuge zu kappen und das Ruder zu übernehmen, man erinnere sich an 9/11, gesteuerte Flugzeuge... Außerdem können die Amis auch Autosteuerung kappen und " Selbstmorde " inszenieren um umliebsame Personen zu beseitigen, was schon oft so der Fall war.

  1. Eckart sagt:

    @ BeAGoD2010 , dieses Video https://youtu.be/ifJ9osyLRqQ lässt tatsächlich den Verdacht aufkeimen, dass die Boeing "fremdbestimmt" vom Himmel geholt wurde.

    Bekannt ist, dass alle Flugzeuge die eine Flugnutzungsgenehmigung für den US Luftraum haben wollen mit einer Steuereinheit ausgerüstet sein müssen, die man >uninterruptible Autopilot< nennt.
    Mit Hilfe solcher Baueinheit ist es möglich von außerhalb dem Piloten vollkommen die Kontrolle über seine Maschine entziehen.
    Das wurde mit der Begründung eingeführt, dass es an Bord gelangeten Terroristen nicht möglich wird ein Flugzeug als fliegende Bombe zu missbrauchen.

    Wie sich nun zeigt, können "böse Buben" jetzt auch selbst Unfug damit treiben.

    So wie diese Maschine mit eingeschaltetem Landelicht aus den Wolken kommt, macht schon nachdenklich. - Man sollte uns aber nicht schon wieder einen Suizidpiloten servieren!!!

    An zu harten Wind hat es offenbar nicht gelegen, denn die Explosionswolke würde sonst anders auswehen. Die Sicht unter der Wolkendecke war auch ausreichend, und auch hoch genug.
    Die Lichtstriche vor der Video-Kamera lassen auf leichten Schneeregen schließen. Wettertechnisch also keine dramatischen Bedingungen. Die Grid-Daten sagen auch Bft.5-6

    Die Datenschreiber werden ja hoffentlich in Moskau ausgewertet.

  1. skywalk sagt:

    @Otto Ulli - Nach Analyse des Videos https://www.youtube.com/watch?v=HsHSWvzPibI sehe ich tatsächlich Landelichter und kein brennenendes Flugzeug. Eine Explosion der Triebwerke halte ich wegen der Leistungszunahme für ausgeschlossen. Wahrscheinlicher ist eine Vereisung der Tragflächen und dadurch fehlender Auftrieb bei der geringen Geschwindigkeit. Da der Pilot beim go-arround die flaps von 30-40° auf 15° zurückfährt und dem Fluggerät im Verhältnis zum Speed den Auftrieb nimmt um ausreichend fahrt aufzunehmen, bescheunigen zu können. Das Verhältnis muss aber stimmen und kommt bei Vereisung in ein ungleichgewicht. Die 738 hat zwar ein Ice Detection System welches den Piloten frühzeitig darauf hinweist die Enteisung beim Flugbetrieb einzuleiten, allerdings kann auch diese keine Wunder vollbringen wie die Katastrophe einer AE zeigt. Gefrierender Regen, der auf den Tragflächen zu Eis erstarrte, ließ sich nicht durch die Enteisungsvorrichtungen entfernen. Infolge des Eisansatzes und der gestörten Profilumströmung kam es zu einer Querruder-Momenten-Umkehr, die das Fluggerät in eine unkontrollierte Lage brachte. Die Piloten konnte die Maschine nicht wieder unter Kontrolle bringen.

    Allerdings ist das alles nur Spekulation.

    Schönen Abend

  1. WESTOST sagt:

    @ BeAGoD2010
    Hallo Eckhart, Fremdbestimmt vom Himmel geholt? "Außerirdische" oder wer hat daran ein Interesse? - wer hat ein Motiv, Menschen durch einen Aufprall, wie in Frankreich in Stücke zu zerreißen? Die Leichenteile werden hoffentlich den Angehörigen übergeben...

  1. WESTOST sagt:

    Hallo Eckhart @ BeAGoD2010

    Fremdbestimmt vom Himmel geholt? wer hat daran ein Interesse, "Außerirdische" oder wo
    ist ein Motiv erkennbar?
    Ich hoffe, dass die zerschmetterten Leichenteile "wie in Frankreich..." den Angehörigen übergeben werden, damit diese sich würdevoll verabschieden können.

  1. Ja das Flugzeug brannte vorher schon, gibt noch andere Kameraaufnahmen außerhalb des Flugplatzes, da kann man es gut erkennen.

  1. Eckart sagt:

    @ Westost,
    Cui bono , diese Frage darf in solchen spektakulären Fällen allemal gestellt werden. Wer allerdings mit so albernen Argumenten wie "Außerirdische" in die Diskusion einsteigt und in Betroffenheitsmanier martialisch mit Leichenteilen verbal um sich wirft, der lässt doch ohnehin nur sein eigenes Zeug gelten.
    Aber das trifft man gar nicht selten, wer selbst nichts gilt, lässt auch nichts gelten.Au

  1. Otto Ulli sagt:

    Neue Version zum Flugunfall !

    http://www.anderweltonline.com/wissenschaft-und-technik/luftfahrt-2016/fly-dubai-unfall-in-rostow-legt-eine-kette-von-systemfehlern-offen/


    Fazit:
    -Strömungsabriss
    -wenig Flugerfahrung unter extremen Wetterbedingungen ein solche Maschine zu fliegen
    -Uebermüdung
    -Autopilot nicht auf dem neuesten Stand
    -Business vor Sicherheit

    Wenn man doch solch ein alter Autopilot, der nicht auf dem neuesten Stand im Flugzeug hat, der bei solchen extremen Wetterbedingungen den Geist auf gibt, würde ich die Maschine von Hand landen. Beim go around Geschwindigkeit über alles ! Jetzt hätten die Piloten doch Gelegenheit gehabt dies zu üben, Seitenwindlandung. Stattdessen verfliegen sie unnötig Treibstoff. Seitenwind z.Zt. des Unglücks 80Kmh
    Start und Landung Boing 737:

    Aus der Praxis, Techn. Daten der Masch.
    -Rückenwind -> maximal 15kt rund 28 kmh
    -Seitenwind -> maximal 36kt rund 67 kmh
    -Heute Nacht hatten wir im Anflug Windböen bis zu 110 kmh, da kommt dann
    -schon Arbeit auf.

    Liegt die durch starke Winde verursachte Gefahr eher im Start oder der
    Landung?
    -Beide Flugphasen sind natürlich bei extremen Winden mit der entsprechenden
    -Vorsicht zu behandeln. Vom Gefühl her würde ich eher sagen die Landung ist
    -das Anspruchsvollere.