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Katar hat aufs falsche Pferd gesetzt

Freitag, 5. Juli 2013 , von Freeman um 12:05

Eines zeigt die Entfernung von Präsident Mohammed Mursi in Ägypten, mit Geld kann man doch nicht alles kaufen. Katar hat damit eine aussenpolitische Niederlage erlitten, denn sie haben auf die Muslimbruderschaft in den vergangenen Jahren gesetzt. Katar hat in der Ära nach Mubarak 8 Milliarden Dollar in die von den Muslimbrüdern geführte Regierung investiert. Das jähe Ende der Präsidentschaft von Mursi durch die Armee, die ihren Mann aus dem Amt putschte, hat die Muslimbrüder wieder an den Rand der Gesellschaft in Ägypten gedrängt. Die Mehrheit der Bevölkerung will keine Islamisierung. Dohas Unterstützung der islamistischen Gruppen seit Beginn des sogenannten Arabischen Frühling hat nicht die gewünschten Resultate gebracht. Katar hat damit aufs falsche Pferd gesetzt und ist der grosse Verlierer.

Mursi mit seinem Zahlmeister, den Emir von Katar

Auch das verbrecherische Abenteuer in Syrien ist gescheitert und die 3 Milliarden Dollar die Katar den radikal islamischen Terroristen bisher auszahlte hat nicht zum Sturz von Assad geführt. Im Gegenteil, die Bevölkerung in Syrien hat durch die Gräueltaten und Massaker der Terroristen erkannt, ein Machtwechsel und die Einführung der Scharia kann nur der absolute Horror für sie bedeuten. In den bisher von ihnen kontrollierten Gebieten werden alle abgeschlachtet die in den Augen der Extremisten "ungläubig" sind. Deshalb geniesst Assad verstärkt Unterstützung im Volk und in der Armee, die ausländischen Mörderbanden werden zurückgedrängt und grosse Teile Syrien sind wieder befreit worden.

Aber nicht nur Katar konnte mit Geld sich nicht gegen den Willen der Bevölkerung in Ägypten und Syrien durchsetzen und seine Marionetten an der Macht halten oder bringen, sondern die US-Regierung auch nicht. Doha befolgt ja nur die Befehle Washingtons und ist der Financier der "Regimewechsel". Das auf den ersten Blick paradoxe ist ja, dass die Vereinigten Staaten überall in den arabischen Ländern die extremen islamischen Kräfte an die Macht bringen will, die sie sonst vorgeben zu bekämpfen. Der Kampf gegen den Terror ist ja in Wirklichkeit einer FÜR Terror. Wer hat denn die Taliban in Afghanistan an die Macht gebracht? Es war Washington. Wer hat Osama Bin Laden und die Al-Kaida erschaffen? Die CIA. Hillary Clinton hat es ja zugegeben.

Völlig schockiert über die Entwicklung in Ägypten reagierte Obama erst Stunden nach dem Machtwechsel von Kairo und kritisierte das Militär. Während die Menschen auf Kairos Tahrir-Platz den Sturz von Mursi feierten, sass Barack Obama mit seinen Sicherheitsberatern stundenlang im Weissen Haus zusammen und überlegte, wie der Scherbenhaufen ihrer Politik zu erklären ist und wie es weitergehen soll. Er droht jetzt die finanzielle Hilfe für Ägypten zu streichen, jene 1,3 Milliarden Dollar, mit denen die USA jedes Jahr Ägyptens Militär unterstützen. Aber wie gesagt, mit Geld kann man nicht alles kaufen und der Einfluss Amerikas auf die Entwicklungen in Ägypten ist geschwunden.

Überhaupt erkennen immer Menschen auf der Welt, wer der wirkliche Schurkenstaat ist, wer für alle Kriege verantwortlich ist, wer ständig lügt und falsch spielt, wer nur Tod, Leid und Zerstörung über den Planeten bringt. Der Prism-Skandal und die Einstellung der US-Regierung, die angeblichen Partner und Alliierten ausspionieren zu müssen, hat viele auch in Deutschland aufgeweckt. Die Illusion ist am bröckeln, die Amis sind unsere Freunde. Waren sie noch nie. Für sie sind die Europäer, aber speziell die Deutschen, nur nützliche Idioten die man kontrolliert und für die imperialistische Kriegspolitik ausnutzt. Ohne der landesverräterischen Kooperation Berlins könnte Amerika gar keine Kriege führen.

Nicht nur die europäischen Völker müssen erkennen, wer ihr wirklicher Feind ist. Die arabischen Länder sowieso. Die amerikanische Politik war schon immer, einen Diktator der nicht ihre Befehle befolgt mit einen der es tut zu ersetzen. Es gehe Washington um Demokratie, ist doch ein lächerliches Märchen für Naivlinge. Das haben die Ägypter jetzt mit Mursi auch erkannt. Obama steht damit auf der falschen Seite der Geschichte, in dem er auf Mursis Muslimbruderschaft setzte, genau wie Katar diese Fehleinschätzung machte.

Die nächste Marionette die von Katar finanziell abhängig ist und der eine Entfernung droht ist Erdoğan, auch ein Fan der Muslimbrüder. Den Ausbau seiner staatlichen Religionsbehörde Dinayat strebt er vehement voran. Erdoğan besuchte Ägypten im September 2011 und die Muslimbrüder boten ihm ein herzliches Willkommen, einschliesslich Bussi hier und Jubel dort. Dies Teil einer Tour durch die arabischen Umbruchstaaten. Nach dem arabischen Frühling wollte er die Türkei als Wirtschaftsmacht und als politischer Player mit regionaler Ausstrahlung positionieren.

Nur, seine verbrecherische Politik gegenüber Syrien zeigt, von wem er gesteuert wird und welchen Grössenwahn er unterliegt. Die Demonstrationen in der Türkei und die Rolle des ägyptischen Militärs beim Umsturz seines Freundes Mursi haben Erdoğan jetzt in Panik versetzt. Das Regime in Ankara arbeitet fieberhaft daran, das Militärdienstgesetz zu ändern. Damit soll zukünftig verhindert werden, dass das Militär einen Staatsstreich durchführt. Das soll nun durch eine Anpassung des Artikels 35 anders werden.

Der Artikel 35 des Militärdienstgesetzes besagt: „Es ist die Pflicht der Türkischen Streitkräfte, das türkische Staatsgebiet und die durch die Verfassung ausgerufene Türkische Republik zu schützen.“ Patriotische Offiziere könnten damit die Regierung entfernen, wenn sie wie das ägyptische Militär der Meinung sind, so den Volkswillen umzusetzen und das Land von einem Diktator zu befreien. Der Text soll dahingegen abgeändert werden, dass das türkische Militär nur noch für „Bedrohungen und Gefahren aus dem Ausland“ zuständig ist.

Die Ausrede, Mursi und auch Erdoğan wären demokratische gewählt, gilt überhaupt nicht, speziell wenn sich herausstellt, wer sie wirklich sind, wessen Interessen sie vertreten, wie sie das Land islamisieren wollen und die Wähler nur getäuscht haben. Wer vor den Wahlen etwas verspricht und danach was ganz anderes tut, ist nicht legitimiert, sondern ein Betrüger. Das Militär eines jeden Landes muss grundsätzlich gegen alle äusseren aber auch inneren Feinde das Land schützen. Wenn Erdoğan jetzt das Gesetz ändert und eine Einschränkung vornimmt, dann zeigt es deutlich auf welcher Seite er steht.

Die Menschen in der Türkei haben die Bevormundung durch die regierende AKP satt. Sie wollen die antidemokratischen Dekrete Erdoğans, die Einschränkung der Pressefreiheit und Gleichschaltung der staatlichen Medien nicht mehr hinnehmen. Sie wollen die Vertreibung der Armen zu Gunsten riesiger Konsumtempel nicht mehr akzeptieren und sie lehnen sich gegen die Gewaltexzesse der türkischen Polizei auf, die mit allen Mitteln versucht, die Ausweitung der Proteste auf weitere Bevölkerungsteile zu verhindern.

Wie gesagt, Katar hat viele Milliarden ausgegeben und damit versucht die Politik in den arabischen Ländern zu steuern, hat damit islamistischen Gruppen quer über Nordafrika und den Nahen Osten unterstützt und Einfluss gegeben. Aber die Entfernung von Mursi und damit auch der Muslimbrüder von der Macht in Ägypten ist der Höhepunkt des Scheiterns dieser Politik des "mit Geld kann man alles kaufen." Die Bevölkerung in Ägypten ist offensichtlich nicht bestechlich, im Gegensatz zu den machthungrigen Politikern.

insgesamt 9 Kommentare:

  1. FfmAuenz sagt:

    Ein erstklassiger Artikel,

    ich hoffe nur, dass das feige türkische militär endlich auch was gegen erdogan unternimmt, bevor er das gesetz ändert.

    aber ich glaub das wird nicht passieren da er ja die ganzen "Nicht-Marionetten" aus dem türkischen Militär schon vor jahren inhaftiert hat und prozesse mit gefälschten beweisen geführt.

  1. Chris GG sagt:

    Warten wir es ab.
    Ich bin immer noch kritisch - obwohl nun ganz und gar kein Freund der Muslimbrüder.
    Aber die Nagelprobe aussenpolitischer Art für das ägyptische Militär wird m.E. die künftige Haltung Ägyptens zum Syrien Konflikt sein.
    Das wird spannend.
    Innenpolitisch gibt es ohnehin genug zu tun - auch das wird nicht einfach.

    Ich wünsche Ägypten als Nation und dem ägyptischen Volk Glück - aber sie werden hart darum ringen müssen.

  1. ...ich versteh es nicht: seit wann ist die Intervention einer Armee im Landesinneren gut? Aus gutem Grund haben sich die Armeen dem Primat der Politik unterzuordnen, gibt es Wehrpflichtigen-Armeen, damit eben die Soldaten nicht gegen das eigene Volk marschieren?

  1. Unknown sagt:

    Demo für Mursi in der Türkei in allen großen Städten

    http://www.youtube.com/watch?v=DBdSdxoi8nE

  1. freethinker sagt:

    Tja, das Pendel schlägt nun in die andere Richtung. Und das ist auch sehr notwendig. Wenn die Menschen im ölreichen arabischen Raum sehen wer was macht, werden sie zusammenhalten und die Feinde verdrängen. Die syrische Bevölkerung und auch die iranischen Bevölkerung und viele mehr, haben es bereits verstanden.

  1. Freeman sagt:

    Von was redest du? In Ägypten hat sich die Armee nicht gegen sondern für das Volk eingesetzt. Das fing schon unter Mubarak an, wo sie die Demonstranten vor der Polizei beschützt haben.

    Ausserdem, wo gibt es eine echte Demokratie? In den USA und in Europa kann man wählen wen man will, wenn an der Macht machen doch alle Parteien das selbe. Sie vertreten doch nur die Interessen der Bankster und der Elite.

    In Griechenland hätte die Armee schon längst intervenieren müssen und die ganzen Landesverräter die nur die Befehle der Troika umsetzen, gegen das Volk arbeiten und alle verarmen, des Amtes entheben müssen. Mit dem Wahlzettel geht das nicht.

    Der innere Feind in Form von verräterischen Regierungen ist schlimmer als der äussere. Dieses Primat der Politik gilt doch nur wenn die Politiker auch wirklich für das Volk arbeiten.

  1. erik sagt:

    @freeman gut analysiert. Die Politiker vertreten nicht das Volk sondern Interessengruppen. Doch mich wundert wer den Schwenk in Ägypten provoziert hat, damit meine ich nicht die handelnden Marionetten in Armee und Staatsaparat, der nicht von den Muslimbrüder kontrolliert wird. Wer hat diese 3 Kids mit den Mitteln ausgestattet per Facebook Twitter und Plakaten die Konterrevolution auszulösen und Mursi wegzuputschen? Aus meiner Sicht sollte man die Persona ingrata George Sorros und die gnostischen Illuminaten genau beobachten. Ins Auge sticht auch die Aussage von Zbigniew Kazimierz Brzezinski rechte Hand von David Rockefeller und Co. von Henry Alfred Kissinger sprich graue Eminenz bei CFR und Trilateral Commission. Brezinski hat vor einem Eingreifen der US-Armee in Syrien gewarnt genauso wie General Martin Dempsey vom Pentagon. Ben Fullford, dem ich bei seine Aussagen stets kritisch lese, hat es in einem seiner letzten Inforbriefen vorhergesagt, dass in Ägypten das Rad zurückgedreht wird. Mächtige Interessensgruppen hinter den Kulissen schieben also gewaltige Bühnenstücke hin und her. Aus meiner Sicht ist die Nazifraktion der Illuminaten mit Vorturnen wie Bush dem Älteren, Bush dem Jüngeren, allesamt bekennende Satanisten, deren Buddy John Kuhn alias Kerry von Scull&Bones sowie Bill&Hillary Clinton als 33Grad Freimaurer, samt ihren Helfeshelfern aus der Fraktion der Crooks in Action vorerst gescheitert Amagadedon im nahen Osten herbeizuführen. Ägypten ist wegen der lebensnotwendigen Öltankerstrasse Suez Kanal ein Schlüsselstaat in der Region.
    Dass dem abgetretenen Emir von Katar die Flügel gestutzt wurden und er mit seinen Milliarden für die Todesschwadronen in Syrien nichts erreicht hat und mit den Muslimbrüdern auf das falsche Pferd setzte, geschieht ihm recht, die Milliarden werden ihn auch nicht schmerzen. Gas- und Ölquellen sprudeln ja weiterhin reichlich. Für mich ist die Konterrevulution ein neues Puzzelstück im Teile und Herrsche Globalisierungsmonopoly. Leider betrifft der Putsch wieder mal die notleidende Bevölkerung, denn die hat von diesen Machtspielchen gar nichts. Im Gegenteil die Bankster haben einen der Ihren an die Spitze der von Rotschilds kontrollierten ägyptischen Zentralbank gesetzt, der die Zinsen hochdrehte, was die Muslimbrüder als unfähige Ökonomen übersehen haben. Damit stieg der Brotpreis und für andere Grundnahrungsmittel weiter an. Die Korruption wird also nicht durch den Staatsstreich gestopt, weil jetzt nur andere Marionetten das Zepter schwingen. Wir können jedoch was tun und beispielsweise Kräuter der Firma SEKEM des Vordenkers Ibrahim Abouleish(SEKEM heisst gemäß einer altägyptischen Hieroglyphe Lebenskraft aus der Sonne) kaufen, einer vorbildlichen Kooperative, die auch Schulen in Ägypten baut, die Leute dort nachhaltig stärkt. Ihr könnt mit Euren Franken oder Euro-Scheinen also was konket für die Leute am Nil tun! Schönes erholsame Wochenende allen ASR-Bloglesern

  1. freethinker sagt:

    Die US-Strategie ist stets dieselbe: Man unterstützt verschiedene Gruppen in einem Staat den man lenken will. Dann hetzt man diese Gruppen gegeneinander auf und unterstützt diese mit Logistik, Propaganda, Geld, Waffen und Ausbildung zum Terror, z. B. als Söldner und Militärberater usw. Gibt es Wiederstand des Volkes, wie in Syrien, so schließt die US-Regierung alle Gruppen zusammen, um sie gegen z.B. das syrische Volk zu treiben. (Freie syrische Armee, nach der orwellschen Sprechart, an der man die US-Vertreter auch gut erkennen kann.) Das Ziel ist eine Zersplitterumg der Staaten, was über eine Zerstörung der Ordnung, also eine Vernichtung der Infrastruktur und eine Schwächung bzw. Vernichtung der Wirtschaft erreicht wird. Mit dem Zerfallen dieser zerstörten Staaten erreicht die US-Regierung die gewünschte Dominanz.
    Das es dabei keine Rolle spielt ob dabei Millionen Zivilisten getötet werden ist längst bewiesen. In Vietnam, Korea, Irak usw. wurden die durch die US-Regierung längst bewiesen.

  1. Bosna sagt:

    Ein Punkt wird nirgends erwähnt;und zwar die 'Sicherheit' Israels,denen ein eiskalter Schauer über den Rücken lief,als die ersten iranischen Schiffe den Suez-Kanal durchquerten.Ich kann mir nicht vorstellen,dass die Zionisten die letzten Monate einfach still dasaßen und abwarteten,was passiert!
    Sicherlich haben sich die Muslimbrüder um Mursi nicht allzu geschickt angestellt,aber der Westen wollte einfach nicht abwarten,ob sich der politische Islam in Ägypten noch weiter entwickelt und jetzt tun sie so,als ob der Sturz Mursis nur eine bittere Niederlage für die Demokratie sei!