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Dominique Baettig als Wahlbeobachter in Abchasien

Samstag, 27. August 2011 , von Freeman um 15:16

Gestern den 26. August fanden in der Republik Abchasien die Präsidentschaftswahlen statt und Schweizer Nationalrat Dominique Baettig ist als internationaler Wahlbeobachter dort. Hier mein erster Bericht als sein journalistischer Begleiter über was am Wahltag abgelaufen ist.

Vielen meiner Bekannten und Freunden denen ich gesagt habe, ich geh jetzt nach Abchasien, um über die Präsidentschaftswahlen zu berichten und um das Land näher kennen zu lernen, reagierten erstaunt mit der Frage: "Abchasien? Wo liegt denn das? Hab ich noch nie was von gehört." Tatsächlich ist diese Republik zwischen dem Kaukasus und Schwarzen Meer für viele im Westen völlig unbekannt. Hiermit will ich euch dieses wunderschöne Land etwas näher bringen und über was ich dort erlebe mit folgenden Bildern beschreiben.

Das Klima an der Küste ist subtropisch mit Palmenstränden, Pinienwäldern und es wachsen Orangen, Zitronen, Bananen und alle Arten von Früchten wie in einem Paradies. Im Hinterland erhebt sich das Kaukasus-Gebierge bis über 4'000 Meter, mit von Schnee bedeckten Gipfeln und mit Wiesen und Wäldern, die an die Alpen erinnern. Auf den Almen blüht der Einzian und die Kühe grasen, man meint in der Schweiz zu sein. Das faszinierende und einmalige ist die enge Verbindung zwischen der warmen Meeresküste und dem Hochgebirge im Hintergrund.

Die Riviera des Schwarzen Meer:





Aber es geht um die Wahlen und warum Nationalrat Baettig hier ist. Er sagt zu seiner Tätigkeit als internationaler Wahlbeobachter: "Ich unterstütze jede Demokratiebestrebung und möchte mich vom korrekten Ablauf überzeugen. Die Präsidentschaftswahlen sind die Gelegenheit dazu den demokratischen Prozess zu beobachten und um zu sehen, ob in Abchasien dieser eingehalten wird. Das Land hat viele Gemeinsamkeiten mit der Schweiz, da ebenfalls klein, mit den Bergen wie unsere Alpen, was die Topographie betrifft, nur wir haben kein Meer wie sie. Auch die Ideale sind gleich, mit dem Kampf nach Unabhängigkeit und Souveränität. Im gewissen Sinne könnte man Abchasien die Schweiz des Kaukasus nennen, oder es könnte so werden."

Zur Erläuterung des Wahlprozedere, es standen drei Kandidaten mit jeweils ihrem Vize zur Auswahl, Alexander Ankvab (bisher Vizepräsident), Sergey Shamba (bisher Premierminister) und Raul Khadjimba (ehemaliger Vizepräsident). Es gibt ein Wahlregister der berechtigten Wähler, die dann mit ihrem Pass zum Abstimmungslokal gehen. Dort wird ihnen der Stimmzettel ausgehändigt und im Pass mit einem Stempel die Teilnahme an der Wahl bestätigt. In der Wahlkabine werden die Kandidaten durchgestrichen die man nicht will, dann der Stimmzettel gefaltet und in eine durchsichtige und versiegelte Urne gelegt. Gewählt werden konnte von 8:00 bis 20:00 Uhr am Freitag.

Wir fuhren in die Stadt Gali, am östlichen Ende von Abchasien, in der Nähe zur georgischen Grenze, und besuchten dort insgesamt 6 Wahllokale. Wir waren frei in jedes Stimmlokal zu gehen, um dort den Ablauf zu beobachten, Fragen zu stellen und alle Unterlagen einzusehen.

Dominique Baettig beobachtet den Wahlvorgang:



Der Andrang seine Stimme abzugeben war gross:



Prüfung an Hand des Wahlregister:



Durchführen der Wahl in der Kabine:



Einwurf des Stimmzettel:





Prüfende Fragen zum Vorgang wurden gestellt:



Andere Wahlbeobachter bei der Arbeit:



Vor einem Wahllokal ich habe mit meinem Kamerateam dann die Reaktionen eingefangen. Hier den Wahlbeobachter aus Italien:



Der Wahlbeobachter aus Armenien schilderte seinen Eindruck:



Zurück in der Hauptstadt Suchum wurde NR Baettig vom abchasischen TV live interviewt. Links stand die Dolmetscherin, welche die Fragen und Antworten übersetzte:



Bericht von Russia Today mit NR Baettig:



Um 20:00 Uhr schlossen die Wahllokale und es begann die Stimmenauszählung:



Jeder der drei Kandidaten hatte eigene Wahlbeobachter in jedem Stimmlokal, welche den Wahlvorgang und die anschliessende Zählung genau überwachten:



An Hand der Grösse der drei Stapel die sich bildeten, konnte man den Trend bereits erkennen. Alexander Ankvab würde der wahrscheinliche neue Präsident sein:



Beim Abendessen zusammen mit Umweltminister Dr. Roman S. Dbar (links), Nationalrat Dr. Dominique Baettig (mitte), Aussenminister Maxim Gundjia (rechts stehend) und den Vertreter von Nordzypern Prof. Dr. Mehmet Çağlar (rechts):



Nach meinen Beobachtungen und laut Aussagen von NR Baettig und den anderen internationalen Wahlbeobachtern war die Wahl nicht zu beanstanden und sehr transparent. Jeder Schritt war überprüfbar und für uns offen zu sehen. Es war definitiv eine korrekte Wahl, die den demokratischen Regeln entspricht. Das Resultat spiegelt den Wunsch der Abchasier, wer ihr neuer Präsident sein soll.

Fortsetzung folgt ...

insgesamt 7 Kommentare:

  1. матиас sagt:

    Oh, das finde ich aber gut, dass Du über Abchasien berichtest. Ich denke, eine positive Berichterstattung über die Kaukasusregion (nicht nur Abchasien) tut wirklich not.

    Die Menschen dort müssen nicht arm sein, denn diese Region hat wirklich viel zu bieten. Nicht nur als Vorlage für russische Witze.

    Das Wahlprozedere finde ich eigentlich ganz ehrlich, man streicht einfach das schlimmste Übel weg :)

  1. start190263 sagt:

    Die Nato wird die Präsidentschaftswahlen in Abchasien nicht anerkennen, sagte der Generalsekretär der Nordatlantikallianz, Anders Fogh Rasmussen, am Samstag.

    was braut sich da denn wieder zusammen..bekommen diese natogeier den hals nicht voll und wollen sich noch mit russland und dem osten anlegen..ich glaube ich spinne. diese natoverbrecher gehören vor gericht und nicht in die verantwortung.

  1. Die NATO will die Wahlen nicht anerkennen?Soso,ist die neue Regierung dort zu ostlastig orientiert und unsere westlichen Kapitalgeier sehen schon die sicher geglaubten Beute entfliehen.Zeter und Mordio rufend üben sie also Druck aus wo es nur geht,hmm?Oder ärgert es die NATO das man sie nicht ins Land lassen will,das geht natürlich nicht,was bilden die sich ein diese Osteuropäer.Selbstbestimmung ist für die NATO schon aus historischer Sicht ein Fremdwort.Für die Kapitalisten sowieso,eine gefährliche Symbiose bahnt sich da an.

    PS:schön mal wieder von dir zu hören Freeman,hab´schon angefangen mir Sorgen zu machen ;)

  1. Johnny sagt:

    http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/abchasien_ankwab_praesidentenwahl_1.12170914.html

    ...schön Freeman etwas von dir zu hören. Dein Leben ist echt spannungsgeladen ;-)

  1. Freenet sagt:

    Gerade hatte ich eine Diskussion über alternative Medien, Tenor der Gesprächspartner: Sie seien nicht sachlich genug, erzählten zu oft chaotisch quer durch's Gemüsebeet und nähmen vielfach zu viel politisch tendenziös Stellung. DAS sei ja dann wohl kein glaubwürdiger "moderner Journalismus". Ich entgegnete, dass ein Internet-Blog historisch eher als persönliches Tagebuch und Eindruck einer Person, des Bloggers eben, und nicht als eine Redaktion im herkömmlichen Sinne zu verstehen sei. Der Vergleich hinke also.

    Bei Dir Freeman, kommt im Blog das entscheidende sachliche Element jedoch immer gut durch, sicher mit persönlicher Note, aber mit klarer Darstellung der Fakten. Andere könnten sich ein Beispiel nehmen. Man denkt sich: Was muss Freeman zurücknehmen von dem was er seit Jahren geschrieben hat, weil es jetzt womöglich nicht mehr stimmt. Und ich komme zu dem Schluss, dass es wenn, dann so wenig ist, dass ich es nicht aus dem Stehgreif sagen könnte. Jemand anderer Meinung?

    Dieser Beitrag rund um 888, dem Ereignis das ja schon damals von Freeman (in klar konträrer Sicht zu den konventionellen Medien und westlichen Politikern) sehr gut und korrekt dargestellt wurde, zeigt erneut deutlich, dass es auch im Internet möglich ist, sachlich über Ereignisse vor Ort zu berichten. Würde dies mehr geschehen, dann müssten sich viele konventionelle Medien und Manipulatoren warm anziehen.

  1. Tristan sagt:

    Schön dass Du wieder da bist Freeman, ich hatte mir schon Sorgen gemacht. Wir leben in einer verrückten Zeit, da muss man immer mit allem rechnen. Ich weiss, dass meine Seele unsterblich ist, aber es ist mir wirklich ein Rätsel, wie es die armen Menschen, die bloss glauben ein kleiner Körper zu sein, es auf diesem Planeten überhaupt aushalten. Auf diesem Bild siehst Du ja richtig photogen aus, Freeman. Jemand scheint Deine Aura aufpoliert zu haben - vielleicht war es ja Dein Schutzengel. Du strahlst ja richtig.

    Im Grunde sind den NATO-Oligarchen diese zarten Pflänzchen der Basisdemokratie ein Dorn im Auge, aber das Böse ummantelt sich eben immer gerne mit einer Schicht von Ethik, um dessen böse Taten gut aussehen zu lassen. Böse Menschen tun böse Dinge, und damit sich ihnen niemand in den Weg stellt, behaupten sie für das Gute zu kämpfen. Böse Taten werden kognitiv uminterpretiert, indem man behauptet, man tue Böses um damit Gutes zu erreichen, was natürlich gelogen ist. Diese Leute tun Böses, um so noch mehr Böses zu erreichen - bis hin zur Weltdiktatur.

    Man muss ja schon ein ziemlich verblendeter Idiot sein, um zu glauben in Libyen gehe es wirklich um Demokratie. Aber manche Menschen lassen sich eben gerne belügen, denn die Wahrheit ist ziemlich hässlich, und es kann sehr unangenehm werden sich den Tatsachen der Wirklichkeit stellen zu müssen. Mancher kann den Gedanken einfach nicht aushalten erkennen zu müssen, dass der Westen nicht mehr zu den Guten gehört, wie er immer geglaubt hat.

    Es ist einfach erstaunlich Freeman, dass ich aus Deinem Blog mehr lerne als aus all den verlogenen Zeitungen da draussen. Da gibt es nun in Europa hunderte von angeblich renommierten Zeitungen mit tausenden von angeblich qualifizierten Journalisten, und kein einziger dieser Leute scheint bemerkt zu haben, dass 9-11 ein Inside-Job war, obwohl es doch so offensichtlich ist - das ist doch wirklich ganz erstaunlich.

    Da soll noch jemand behaupten, dass in Europa keine Technik zur mentalen Kontrolle angewendet wird. Vielleicht merken diese Journalisten überhaupt nicht wie sehr sie gedanklich manipuliert sind, vielleicht glauben sie den Müll ja wirklich, den sie schreiben.

    Sind diese Journalisten alle korrupt, sind es alles Logenbrüder oder Mitarbeiter der Geheimdienste - oder leiden sie einfach an einem Lebensentwurf, der auf Lüge und Heuchelei basiert? Schliesslich wird man doch nicht Journalist, um Lügen zu propagieren und damit Geld zu verdienen. Wo ist die Selbstachtung dieser Leute geblieben?

    Jemand hat mal behauptet, dass sämtliche Chefredakteure in den USA Mitarbeiter der CIA seien. Da soll mal jemand das Gegenteil beweisen. Immerhin würde das so einiges erklären. Genug Personal dafür hätten sie ja, und dass die CIA Methoden der Mentalkontrolle anwendet, ist ja hinlänglich bekannt.

    Die Welt kommt mir vor wie ein Schnellzug, der unaufhaltsam auf eine Mauer zu rast, und keiner will hinschauen. Die heutige Menschheit hat gewiss ein absolutes Höchstmass an Verblendung, Eitelkeit und Verlogenheit erreicht. Wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe. Aber denken wir positiv, auch wenn es nicht leicht ist.

    So long.

  1. MuzWa sagt:

    Erstaunlich ! Das die Wahl so gut erlaufen ist. Ich kenne mich live mit solchen Dingen nämlich auch aus. Soweit ich weiss, haben die USA die Wahl nicht anerkannt.