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Schweiz - Für einmal weise Worte aus Zollikon von Klaus Stöhlker

Sonntag, 8. Januar 2023 , von Freeman-Fortsetzung um 10:44

 



https://insideparadeplatz.ch/2023/01/06/der-grosse-crash-des-weissen-mannes/


Klaus Stöhlker:

...Wer schützt uns vor der Zuwanderung, wenn nicht die US-geführte NATO?


Letzteres kann ein grosser Trugschluss werden, denn die Amerikaner wollen unser Geld, seien es Dividenden oder Milliardengewinne der Konzerne oder US-Flugzeuge, die sie uns teuer verkaufen.


So ist es !  Glauben die Amis wirklich, wür würden ihren Schrott kaufen, wenn wir nicht die Pistole an unserer Schläfe hätten ?  Die Pistole ist bald nicht mehr da....

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Dieses Jahr fängt schlecht an, ganz schlecht sogar. Der Optimismus, den uns Bundespräsident Alain Berset zu Jahresbeginn vermitteln wollte, verdampft wie Wasser auf einer heissen Platte.


Es liegt nicht an der Schweiz, dass die Stimmung so schlecht ist; es liegt an Europa und der EU, von woher die „bad vibes“ zu uns kommen.

Es liegt an den USA, die ihren Krieg in der Ukraine gegen Russland nicht beenden wollen. Es liegt an der Angst vieler, daraus könnte auch ein Krieg der USA gegen China werden.


Es  ist eine Stimmung der Hoffnungslosigkeit, die sich wie ein Dauernebel über das Land gelegt hat. Kein Licht am Ende des Tunnels.

Unsere unersetzliche „Neue Zürcher Zeitung“ setzte dem am 5. Januar auf einer ganzen Seite ein trotziges „Das grosse Trotzdem“ entgegen. Sie hat einem emeritierten (pensionierten) Professor für Philosophie (Konrad Liessmann) das Wort überlassen.


Er sagt: „Wir leben in einer Welt, die uns zunehmend überfordert.“ Das ist nicht die gute, sondern die schlechte Nachricht zu Jahresbeginn. Und er empfiehlt uns: „Darum sollte man jene nicht verachten, die scheitern.“

Davon haben wir Hunderttausende im Land, psychisch Angeschlagene, Depressive, zunehmend Verarmende, immer mehr jene, die Unterstützung brauchen, sei es Geld für die Krankenkassen, die zu teure Energie, das nicht mehr zahlbare Wohnen.


Dazu die immer schlechteren Schulen, die Dauerstaus im Strassenverkehr, die Medien, die uns mehr verwirren als aufklären, Bundesräte und Politiker, wo man sich fragt, weshalb sie von ihren Parteien aufgestellt und gewählt wurden.


Hassmails machen Angst. Auch auf IP melden sich Menschen zu Wort, die nicht mehr wissen, was oben und unten ist.


Sie suchen Rat, aber sie finden kaum einen in ihren Familien, in ihren Gemeinden auch nicht. Und schon gar nicht bei den Repräsentanten des Landes, den Politikern, den Professoren, den Schriftstellern und den Journalisten der staatlichen und der privaten Medien.


Was ist los?


Eine total überraschende Antwort hat der von vielen geliebte und von anderen gehasste Verleger der „Weltwoche“ in der aktuellen Ausgabe geliefert.


Jürg Altwegg,, einer der letzten grossartigen Auslandjournalisten der Schweiz, hat den französischen Historiker Emmanuel Todd zum Ukraine-Krieg interviewt.


Der sagt, was  bei uns viele geahnt haben, die USA seien im Niedergang, Grossbritannien habe sich mit dem Brexit selbst zerstört und Frankreich sei unbedeutend geworden.


Die USA würden nun mit Hilfe der NATO auch Deutschland wieder zu ihrem Protektorat machen, aber Russland sei nicht zu besiegen. Russland gehe es viel besser, als es bei uns beschrieben werde.


Todd: „Nicht Russland, Amerika steckt in einer Krise.“


Zuerst stellt sich mir die Frage, warum dies viele IP-Leser anders sehen. Klar, seit zehn Monaten trommeln, angeführt von der „Neue Zürcher Zeitung“, die Schweizer Medien, in Unkenntnis von Geschichte und Geopolitik, auf die Russen ein.


Wer in der Schweiz das europäische Magazin „Lettre“ liest, weiss es seit langem besser: Die Amerikaner haben Russland seit langem eingekreist und wollten die Ukraine auch für sich.


Putin warnte und schlug dann zurück. Schrecklich um die Menschenopfer. Die wenigsten wussten, wofür sie sterben.


Was aber steht hinter diesem unseligen Krieg? Die Zeit des weissen Mannes, vor allem die des weissen Europäers, läuft in diesem Jahrhundert ab.

2’500 Jahre, vom alten Griechenland über Rom bis in die Gegenwart, herrschten die Europäer. Dann brachen, vor rund 70 Jahren, ihre Kolonialreiche zusammen.


Ein Kolonialreich der weissen Europäer überlebte bis heute: die USA.

Grossbritannien bricht derzeit in Rekordgeschwindigkeit zusammen. Frankreich, Spanien und Italien sind bedeutungslos. Deutschland ist politisch gelähmt und wird laufend schwächer.


Im Kolonialstaat USA können wir täglich beobachten, wie die Regierung der weissen Männer auch dort immer chaotischer wird.


Die Staatsschulden sind nicht mehr bezahlbar; der Absturz des US-Dollars ist nur eine Frage der Zeit.


In 30 Jahren werden dort, wie heute schon erkennbar, die Zuwanderer aus Lateinamerika und Asien die Macht übernommen haben, ganz wie heute schon in London und Dublin.


Die Araber, die Inder, viele Südamerikaner und die Afrikaner haben sich, wie die meisten Asiaten ohnehin, von den USA abgewendet. Washington ist „dead man walking“.


Was tut die nicht mehr ganz neutrale Schweiz?


Sie erklärt sich dem Westen zugehörig, klammert sich an die untergehenden Staaten und versäumt ihre Chance, durch eine gelebte Neutralität allen zu dienen. Den alten wie den neuen Mächten.


Kein Wunder, dass in den Köpfen vieler Chaos herrscht. Wo gehören wir hin? Westen, Osten?


Afrika ist eine Bedrohung, der Mittlere Osten auch. Wer schützt uns vor der Zuwanderung, wenn nicht die US-geführte NATO?


Letzteres kann ein grosser Trugschluss werden, denn die Amerikaner wollen unser Geld, seien es Dividenden oder Milliardengewinne der Konzerne oder US-Flugzeuge, die sie uns teuer verkaufen.


Sie haben keine Kraft mehr, uns zu verteidigen.


In diesem Jahrhundert, das sind nur noch 78 Jahre, wird das grosse Spiel gelaufen sein. Eines ist klar:


Wir können mit dem Westen zusammen ärmer werden oder untergehen, wie jetzt schon die Briten, oder wir bleiben unabhängig, haben offene Türen für alle.


Nur ein Optimist kann glauben, dass wir es schaffen.

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