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Erdogan darf den Putsch niederschlagen, Assad nicht

von Freeman-Fortsetzung am Donnerstag, 21. Juli 2016 , unter , | Kommentare (10)



Es geht hier nicht darum, ob der Putsch in der Türkei echt war oder nicht, ihr kennt meinen Meinung dazu, sondern darum, wie der Westen es Erdogan erlaubt, den "Putschversuch" niederzuschlagen, aber wenn es um den Putsch gegen die syrische Regierung geht, darf Assad es nicht. Alle westlichen Staatschefs und Politiker sagen, die "demokratisch gewählte" Regierung von Präsident Erdogan wird unterstützt und die Putschisten müssen ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Dabei ist Präsident Assad genauso demokratisch gewählt wie Erdogan. Wieso darf Assad seine Regierung nicht vor einem Umsturz verteidigen und der Westen sagt unisono, er muss weg? Wieso wird wieder mit zweierlei Mass gemessen?

Als die Familien Erdogan und Assad noch befreundet waren

Liegt es daran, die Türkei ist ein NATO-Mitglied und Syrien nicht? Liegt es daran, Erdogan macht alles was man ihm befiehlt und Assad nicht? Es ist doch für jeden der nicht blind ist zu erkennen, Erdogan tut nur so, wie wenn er ein Rebell innerhalb der NATO-Allianz ist, nur um die türkische Bevölkerung zu täuschen, speziell die Islamisten. Tatsächlich ist die Türkei die Zentrale für alle Kriege, welche der Westen in Nordafrika und Mittleren Osten gegen die Moslems führt.

2014 hat Baschar al-Assad bei den Wahlen mit 24 Kandidaten, darunter 2 Frauen, eine überwältigenden Sieg errungen, mit 88,7 Prozent der Stimmen und einer Wahlbeteiligung von 73,42 Prozent. Internationale Wahlbeobachter konnten dabei keine Unregelmässigkeiten feststellen. Die einzige Kritik die vorgebracht wurde, die Wahlen fanden innerhalb den von der syrischen Regierung kontrollierten Gebieten statt.

Diese Kritik ist fadenscheinig, denn in den vom Islamischen Staat und anderen radikal islamischen Terrorgruppen besetzen Gebieten konnten bestimmt keine Wahlen durchgeführt werden. Die ISIS-Fanatiker hätten jeden den Kopf abgeschlagen, der Wahllokale errichten und wählen hätte wollen.

Die Unterstützung von Assad in der syrischen Bevölkerung hat seit 2014 nicht nachgelassen. Eine Ende 2015 durchgeführte Umfrage durch die französische Zeitung Le Figaro hat herausgefunden, 72 Prozent der Syrer wollen Assad weiter als Präsident haben. Damit hat Assad mehr Rückhalt in der Bevölkerung als Erdogan in der Türkei.

Denn bei den Wahlen im Juni 2015 in der Türkei bekam die AKP 40,9 Prozent der Stimmen, ein Minus von 8,9 Prozent. Mit diesem Resultat konnte Erdogan keine Verfassungsänderung erzwingen, um das Präsidialamt von einer repräsentativen Funktion auf eine mit exekutiver Allmacht zu verändern.

Unzufrieden mit dem Resultat inszenierte Erdogan einen auf Terror und die Farce einer Wahl wenige Monate später am 1. November 2015 brachte der AKP 49,5 Prozent der Stimmen, immer noch nicht die absolute Mehrheit. Das heisst, nur knapp die Hälfte der Türken sind für Erdogan und die andere Hälfte gegen ihn.

Man kann daraus schliessen, deshalb musste der inszenierte Putsch her, um das, was er mit Wahlen nicht erreichen kann, mit einer Säuberungsaktion und Ausnahmezustand erreicht. Aber wie oben gesagt, das ist hier nicht das Thema.

Wenn Erdogan "demokratisch gewählt" wurde, wie Obama, Merkel und Co. behaupten, warum muss Erdogan die Presse und die Meinungsfreiheit in der Türkei so massiv einschränken, jeden der es wagt nur die leiseste Kritik zu äussern, bestrafen und einsperren? Dieser "lupenreine Demokrat" verfolgt sogar Künstler im Ausland, weil sie ein Gedicht über ihn geschrieben haben, wie der Fall Böhmermann zeigt.

Was hat aber Präsident Assad sich alles an Kritik, Beleidigungen und Schmähungen gefallen lassen müssen? Er wurde alles an Negativen genannt, was man sich vorstellen kann, bis zum Vergleich mit Hitler. Hat er wie Erdogan einen auf "beleidigte Majestät" gemacht und die Verleumder im Ausland angezeigt? Nein! Es bewahrheitet sich der weise Spruch, nur getroffene Hunde bellen, oder, nur wen der Stachel der Kritik berechtigt trifft, der fühlt sich schuldig und jault auf!

Woher nehmen die westlichen Staatschefs die Frechheit her zu entscheiden, wer demokratisch gewählt wurde und wer nicht, wer sich gegen einen Putsch verteidigen darf und wer nicht? Seit fünf Jahren wird durch vom Ausland eingeschleuste Terroristen versucht Präsident Assad zu stürzen. Am meisten mit Hilfe des Erdogan-Regimes, dass die Terroristen der ISIS und Al Nusra etc. unterstützt, ausbildet und bewaffnet, sowie mit ihnen Geschäfte macht.

Wie demokratisch legitimiert ist das brutale Regime in Saudi-Arabien? Überhaupt nicht, wird aber honoriert und an der Macht gehalten. Wie legitimiert sind die westlichen Staatschefs selber? Bei der letzten Bundestagswahl in Deutschland hat die Union 41,5 Prozent der Stimmen erhalten, bei einer Wahlbeteiligung von 71,5 Prozent. Das heisst, nur ein Teil der Deutschen wollen Merkel als Kanzlerin und sie hat erheblich weniger Legitimation als Präsident Assad!

Grossbritannien floriert nach Brexit

von Freeman-Fortsetzung am , unter , , , | Kommentare (10)



Am 23. Juni, am Tag der Abstimmung über den Brexit, habe ich als Kommentar über das Ja-Resultat geschrieben: "Die Angstmacherei der letzten Wochen hat doch nicht gewirkt, von wegen, die britische Wirtschaft wird einen erheblichen Schaden bei einem Ausstieg aus der EU erleben. Jetzt können die Briten raus aus der Gefangenschaft der EU, was die britische Wirtschaft blühen lassen kann." Jetzt ist meine Prognose bestätigt worden, die britische Wirtschaft blüht nach dem EU-Ausstieg. Die ganzen Untergangpropheten kann man ignorieren. Die neuesten Wirtschaftsberichte von Gestern zeigen positive Zahlen.


Am erfreulichsten sind die Arbeitsmarktzahlen, denn der Beschäftigungsgrad ist auf einem Rekordhoch und dementsprechend ist die Arbeitslosigkeit auf ein Tief wie seit acht Jahren nicht mehr gefallen. Das Durchschnittseinkommen ist um 2,3 Prozent in den letzten 12 Monaten gestiegen. Der Londoner Aktienindex FTSE der top 100 britischen Firmen stieg auf ein 11-Monats-Hoch und schloss über der Marke von 6'700 zum ersten Mal seit August 2015.

Die Bank of England, dessen Gouverneur Mark Carney noch im Mai gewarnt hat, der Brexit "wird negative Auswirkungen haben", berichtet, keine solche Auswirkung ist zu erkennen.

Das gleiche mit dem IWF. Am Dienstag hat der IWF, dessen Chefin Christine Lagarde im Mai noch gewarnt hat, die Konsequenzen eines Brexit würden "ziemlich schlecht bis sehr schlecht sein", ein Wachstum für 2017 von 1,3 Prozent prognostiziert, das beste in Europa, vor Frankreich und Deutschland.

31,7 Millionen Menschen haben einen Job im zweiten Quartal, 176'000 mehr als im ersten. 1,65 Mio Menschen sind arbeitslos, ein Rückgang um 54'000 im letzten Quartal und um 201'000 im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent ist die tiefste seit 2005.

In Deutschland im Vergleich war die Zahl der Arbeitslosen im Mai 2,664 Millionen und die Arbeitslosenquote lag bei 6,0 Prozent.

Über 2,6 Millionen Menschen mehr als 2010 haben eine Arbeit in Grossbritannien, die Zahl an Stellenangebote ist auf 750'000 gestiegen und die Einkommen auch.

Es findet auch keine Flucht von Banken aus London statt, was viele vorhergesagt haben. Im Gegenteil, die amerikanische Grossbank Wells Fargo hat diese Woche bekanntgegeben, sie wird 300 Millionen Pfund in eine neue Zentral investieren, als ein weiteres Vertrauensvotum für den Standort.

Viele Unternehmen fangen an zu realisieren, wie eingeschränkt sie durch alle Tarife und Regeln der EU sind, die ihnen Brüssel aufzwingt. Sie sind froh diese Hürden bald loszuwerden, was sie konkurrenzfähiger machen wird.

Die meisten sogenannten Wirtschaftsexperten liegen mit ihren negativen Prognosen völlig daneben. Entweder sind sie inkompetente Idioten, die keine Ahnung haben was läuft, oder sie haben mit den Brexit-Gegnern sich verschworen, die Menschen in Angst zu versetzen, damit sie für den Verbleib in der EU stimmen.

Was jetzt passieren muss, die Briten müssen sich nicht nur vom Diktat des EU-Molochs befreien und ihren eignen freien Weg gehen, sondern auch vom Diktat der Banker. Ihre Übermacht muss unbedingt gebrochen werden. Sie müssen in allen Belangen die Souveränität zurückgewinnen.

Auch wenn der Brexit noch nicht vollzogen ist, die Stimmung im Lande ist positiv, denn die Zukunft sieht ohne EU besser aus, und darauf kommt es an.

Die Briten haben sich mit einem Volksentscheid und mutigem JA befreit. Was passiert aber in Deutschland? Bundespräsident Joachim Gauck hat sich in einem Interview mit der Bild-Zeitung gegen Volksentscheide ausgesprochen. Den deutschen Bürgern politische Fragen auf Bundesebene zur Abstimmung in Referenden vorzulegen sei falsch, meint er.

Laut Gauck sind die Deutschen zu blöd, um über eine Reihe von Themen wie etwa Sicherheit, Steuern und Währungspolitik selber direkt zu entscheiden. Das sagt ausgerechnet Gauck, der nicht vom Volk gewählt wurde und deshalb keinerlei demokratische Legitimation besitzt.

Deutschland hat das grösste Demokratiedefizit überhaupt in Europa. Die Deutschen sind völlig entmündigt, werden wie Kinder behandelt. Sie können weder den Präsidenten, den Kanzler, noch die Ministerpräsidenten direkt wählen. Nur Abgeordnete dürfen sie ihre Stimme geben, die dann wie Eltern für sie alles entscheiden.

Gauck soll seinen Mund halten, denn Deutschland braucht nicht weniger Demokratie, sondern mehr, in Form von Volksentscheide und Direktwahl. Das jetzige politische System hat Deutschland nur Sklaverei, Besatzung und Kulturzerstörung gebracht. Es wir Zeit sich zu emanzipieren, die Politiker zum Teufel zu jagen und die direkte Demokratie zu verlangen.

Symptomatisch für die Wirtschaftslage Deutschlands ist der Zustand der Deutschen Bank. Alles nur Fassade und darüber kreist der Pleitegeier nach einem Verlust von 7 Milliarden Euro für 2015. Jetzt hat die Bank verkündet, in den kommenden Monaten 188 der 723 Filialen landesweit zu schliessen, mehr als ein Viertel. Ausserdem sollen 3'000 Mitarbeiter entlassen werden. Es ist alles nur Schein, so wie der gefälschte Lebenslauf der Bundestagsabgeordneten Petra Hinz.

Erdogan-Regime schliesst 626 Privatschulen

von Freeman-Fortsetzung am Mittwoch, 20. Juli 2016 , unter , | Kommentare (31)



Die Nachrichtenagentur des Erdogan-Regimes meldet, die Behörden werden 626 Privatschulen und andere Institutionen schliessen. Anallulu oder wie diese Nachrichten-Kloake heisst meldete, das türkische Unbildungsministerium hätte die Entscheidung getroffen und die Schulen stünden unter dem Verdacht, "Verbrechen gegen die verfassungsmässige Ordnung" begangen zu haben, ohne diesmal die immer gleiche Leier zu bringen, sie hätten Verbindung zum Prediger Fethullah Gülen.

Gestern wurden 1577 Rektoren entlassen. Heute legte die Polizei Süleyman Büyükberber die Handschellen an, dem Rektor der Gazi-Universität in Ankara. Die Beamten nahmen ihn im Garten der Universität fest.

Die Unis und Schulen hab ich jetzt auch gesäubert.
Wo könnten sich noch Feinde verstecken?

Auf dem Finanzsektor bekommt Erdogan die Quittung für seine Säuberungswelle. Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit der Türkei auf "Schrott" herabgestuft und nennt die politische Unruhe als Grund. Die Kredit-Ratingagentur reduzierte die Staatsanleihen der Türkei von BB/B auf BB+/B, beide Bewertungen werden als Ramsch bezeichnet. S&P erwartet eine Periode der erhöhten Unberechenbarkeit im Lande und unterhält eine negative Aussicht, was weitere Herabstufungen möglich macht.

"Die negative Aussicht reflektiert unsere Meinung, dass die wirtschaftlichen, fiskalischen und schuldnerischen Kriterien der Türkei sich verschlechtern könnten, über dem was wir erwarten, wenn die politische Unsicherheit zur weiteren Abschwächung des Investitionsklimas beiträgt."

Tatsächlich flüchten die Investoren in Scharen die Türkei und ziehen ihr Geld ab. Deshalb verliert die türkische Lira an Wert und fiel auf ein Allzeittief von 3.10 gegenüber dem Dollar. Der Aktienindex stürzte seit Montag um 10,6 Prozent ab.

Die belgische Regierung hat den türkischen Botschafter heute einbestellt, um Aussagen der Botschaft zu erklären, belgische Behörden hätten exzessive enge Beziehungen mit Gegnern von Erdogan. Premierminister Charles Michel berichtete dem Parlament, dass er "den türkischen Botschafter aufgefordert hat, am Nachmittag ins Aussenministerium zu kommen, um die Situation zu erklären. Das wäre der erste Schritt."

Er fügte hinzu: "Danach wird die Regierung entscheiden, welche Schritte es unternimmt, für etwas was inakzeptable ist."

Sieht so aus, wie wenn alle türkischen Regierungsvertreter unter Verfolgungswahn leiden und überall nur noch Feinde sehen.

Auch Gebäude müssen wegen der krankhaften Paranoia daran glauben. In Istanbuls Eyup-Distrikt wird die Stadtverwaltung ein Hotel demolieren, in dem angeblich die Putschisten sich getroffen haben. Der Abbruchbefehl für das Halit Paşa Konağı wurde am 18. Juli beschlossen.

Apropos Demolierung, die türkische Luftwaffe bombardiert weiter laufend das irakische Territorium im Krieg gegen die Kurden. Alleine am Mittwoch wurden im Norden des Irak 20 Rebellen dabei getötet. F-16 Kampfjets zielten auf Stellungen der PKK in der Hakurk-Region.

Erdogan führt Krieg im Inland und Krieg im Ausland, die Wirtschaft serbelt ab, die Währung verliert an Kaufkraft, die Börse crashed, 60'000 Staatsbedienstete sitzen im Gefängnis oder sind entlassen worden, Akademiker dürfen nicht mehr ins Ausland reisen, TV- und Radiosender sind eingestellt worden, ... eine tolle Zukunft erwartet die Türken mit ihrem Sultan.

Am Mittwoch nach einer Sitzung des türkischen Sicherheitsrat hat Erdogan den Ausnahmezustand für die nächsten drei Monate verhängt. Damit sind die Grundrechte der Verfassung aufgehoben und Erdogan kann diktatorisch per Dekret regieren. Gegen seine Dekrete kann nicht vor dem Verfassungsgericht vorgegangen werden.

Jetzt hat er sein Ziel erreicht, jetzt ist er El Supremo!

Wisst ihr woran man türkische Hohlköpfe erkennt? An den Stirnbändern, die ihre leeren Schädel zusammen halten:

Mein Führer, ich tue alles für dich
Ein Wort von dir, und wir töten!
Ein Wort von dir, und wir sterben!
Ich bin nur das Haar an deinem Hintern!

Erdogan verhängt Ausreiseverbot für Akademiker

von Freeman-Fortsetzung am , unter , | Kommentare (6)



Der staatliche TV-Sender TRT berichtet, das Erdogan-Regime hat allen Universitätsangehörigen die Reise ins Ausland verboten. Die Mitarbeiter von Universitäten, die sich zu Forschungszwecken oder aus anderen Gründen im Ausland aufhalten, sollen "so schnell wie möglich" in die Türkei zurückkehren. Mit dem Reiseverbot soll verhindert werden, dass Unterstützer des "Putschversuchs" ins Ausland flüchten, erklärte ein Sprecher des Regimes.



Wie von mir bereits hier berichtet, hat das Bildungsministerium 15'200 Lehrer im ganzen Land entlassen; das Innenministerium 8'777 Angestellte und die Hochschulbehörde 1'577 Universitätsrektoren. Dazu hat der Staat 21'000 Lehrern von Privatschulen die Zulassung entzogen.

Der Hochschulrat rief alle Hochschulrektoren auf, ihre Mitarbeiter im Lehrbetrieb und in der Verwaltung auf Verbindungen zur Gülen-Bewegung zu überprüfen. Das gelte auch für ausländisches Lehrpersonal. Ihre Berichte würden bis zum 5. August erwartet.

Ist doch super ... jetzt verwandelt sich die ganze Türkei in ein Gefängnis!

Wenn die Säuberungswelle so weitergeht, dann wird es wohl bald einen Flüchtlingsstrom aus der Türkei in die EU geben, Hunderttausende Menschen die dann Asyl beantragen. Asylgrund: Opfer der Säuberungswelle und politische Verfolgung in der Türkei durch das Erdogan-Regime!

Strom zur Incirlik-Basis immer noch abgestellt

von Freeman-Fortsetzung am , unter , , | Kommentare (6)



Wisst ihr, dass der Strom zur NATO-Luftwaffenbasis von Incirlik nicht nur Freitagnacht vom Erdogan-Regime abgestellt wurde, sondern bis heute vier Tage später immer noch gekappt ist? Das Pentagon verkündete, es hat den Betrieb der Basis bisher mit Stromgeneratoren aufrecht erhalten können, aber warnt, es wird schwierig werden, es unbegrenzt zu tun.


Der Diesel für die Generatoren kann wohl von aussen hergebracht werden, aber es wird dann zu teuer und zu aufwendig werden, die Luftangriffe gegen die ISIS aufrecht zu erhalten, heisst es. Das Pentagon versuchte bisher ohne grosses Aufsehen die Türken zu zwingen, den Strom wieder einzuschalten. "Wenn sie es nicht machen, dann kann man mit Sicherheit sagen, es wird ein einschränkender Faktor", was die Operationen der Basis betrifft, sagte Peter Cook, der Pressesprecher des Pentagon.

Die Türken haben noch keine deutliche Begründung gegeben, warum sie den Strom zur Incirlik-Basis ursprünglich abgestellt haben und seit Tagen abgestellt lassen. Offensichtlich wollen sie damit zeigen, die Amerikaner und die NATO sind von der Türkei abhängig und können so Druck ausüben. Zum Beispiel, um Fetullah Gülen auszuliefern. Mal schauen ob sich Washington erpressen lässt.

Mein Kommentar dazu: Hoffentlich brauchen die gelagerten 90 "heissen" Atombomben keinen Strom für die "gekühlte" Aufbewahrung.

Wikileaks veröffentlicht E-Mails der AKP

von Freeman-Fortsetzung am , unter , | Kommentare (8)



Seit Dienstagabend 23:00 Uhr Ankara-Zeit hat Wikileaks einen Teil der E-Mails der AKP-Partei, der regierenden Partei von Erdogan, online gestellt. Es handelt sich um fast 300'000 Mails die mit Anhängen in einer Datenbank gespeichert sind und nach Stichworten durchsucht werden können. Die neueste Mail stammt vom 6. Juli 2016 und die älteste geht zurück auf das Jahr 2010. Teil 1 der Veröffentlichung umfasst 762 Mail-Konten, die von A bis I gehen.


Laut Wikileaks wurde das Datenmaterial eine Woche vor dem Putschversuch der Enthüllungsplattform zugespielt. Wegen der Säuberungswelle gegen alle vermeintlichen "Staatsfeinde" und wegen der massiven Verfolgung aller Kritiker, die Erdogan und seine AKP vehement durchführt, hat Wikileaks das Datum für die Veröffentlichung der Mails vorgezogen.

Es wurde die Quelle überprüft und es besteht keinerlei Verbindung zu den sogenannten "Putschisten", zu einer rivalisierenden Partei oder zu einer ausländischen Regierung.

Wegen der Aktualität der Veröffentlichung sind noch keine brisanten Erkenntnisse daraus gekommen. Vielleicht können türkischsprechende ASR-Leser die Mails nach Stichworten durchsuchen, den Inhalt analysieren und uns wissenswerte Fakten melden.

Hier der Link zu Wikileaks-AKP-Mail ...

Als vor zwei Tagen Wikileaks die Veröffentlichung ankündigte, begann sofort ein massiver Cyber-Angriff auf ihren Server. In einem Tweet schreibt Wikileaks: "Unsere Infrastruktur steht unter einem andauernden Angriff. Wir sind uns der Herkunft des Angriffs unsicher. Der Zeitpunkt suggeriert, eine Fraktion der türkischen Staatsmacht oder ihrer Alliierten. Wir werden obsiegen und veröffentlichen."



Offensichtlich wollen die AKP-Anhänger die Bekanntmachung der Mails verhindern. Das gleiche trifft auf alle anderen Webseiten zu, die es wagen, die Politik von Erdogan aufzuzeigen und zu kritisieren. Auch die Bedrohung gegenüber Journalisten und Blogger war vorher schon gross, aber jetzt hat sie massiv zugenommen, einschliesslich Todesdrohungen!!!

Das Erdogan-Regime hat offiziell angeordnet, in der Türkei muss der Zugriff auf Wikileaks und den 300'000 Mails blockiert werden. Wer von der staatlichen Zensur in der Türkei betroffen ist, kann einen Proxy verwenden oder direkt die IP https://141.105.65.113/akp-emails/ eingeben.

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Hier noch eine interessante Hintergrundinformation über den ehemaligen Bürgermeister von London, den neuen britischen Aussenminister und massgebenden Brexit-Befürworter, Boris Johnson, weil es die Türkei betrifft. Johnsons türkischer Urgrossvater Ali Kemal (1867-1922) war der letzte Innenminister des Osmanischen Reiches und veranlasste in dieser Funktion die Verhaftung Kemal Atatürks, des Begründers der Republik Türkei. Johnsons Grossvater Osman Ali floh nach London und nahm dort den Namen "Wilfred Johnson" an.

Erdogan entlässt 15'200 Lehrer und 1'577 Rektoren

von Freeman-Fortsetzung am Dienstag, 19. Juli 2016 , unter , | Kommentare (17)



Die Säuberung in der Türkei zieht immer grössere Kreise und wird auf alle Bereiche des Staates ausgeweitet. Die türkischen Medien kommen gar nicht mehr nach, die Entlassungen von Staatsbediensteten zu melden. Das Bildungsministerium hat 15'200 Lehrer im ganzen Land entlassen; das Innenministerium 8'777 Angestellte und die Hochschulbehörde 1'577 Universitätsrektoren. Das ist noch nicht alles, der Staat hat 21'000 Lehrern von Privatschulen die Zulassung entzogen. Der angebliche Putschversuch durch Gülen-Anhänger wird für die Säuberung als Begründung verwendet.

Offensichtlich will Erdogan das ganze säkulare Schulsystem durch islamische Madrasas ersetzen.

Lesen und Schreiben lernt man nur,
um den Koran studieren zu können

Auch Mitarbeiter der Regierung werden gefeuert, wie 257 die für den Premierminister arbeiten. Dann das Ministerium für religiöse Angelegenheiten verkündete die Entlassung von 492 Mitarbeiter, einschliesslich Geistliche, Prediger und Religionslehrer. Das türkische Familien und Sozialministerium sagte, es hat 393 Personen entlassen.

Diese Zahlen kommen auf die bereits 30'000 Offiziere, Soldaten, Polizisten, Richter, Staatsanwälte und sonstige Personen, die entweder verhaftet oder entlassen wurden.

Erdogan hat auch seine Drohung wahr gemacht, wie im CNN-Interview angekündigt, Sender zu bestrafen. Die Telekommunikationsbehörde RTÜK hat insgesamt 24 Radio- und Fernsehstationen die Sendelizenz entzogen. Die Behörde teilte mit, bei den Sendern sei festgestellt worden, dass sie Verbindungen zur Gülen-Bewegung hätten.

Nicht zu glauben, diese zigtausenden an unsichtbaren Geister von Gülen sind überall und man hat sie erst jetzt mit dem Pseudo-Putsch entdeckt. "Das Ungeziefer muss ausgerottet werden ...", ach nee, dass hat ja Goebbels gesagt.

Eintausend Pro-Regierungs-Demonstraten versammelten sich in Istanbul am Dienstag, schwenkten Flaggen und riefen Parolen und Gesänge, mit denen sie Erdogan lobten. Die Demonstranten kamen im konservativen Distrikt von Fatih zusammen und verlangten die Todesstrafe für die Verantwortlichen des Putsch.

Ich muss lachen, denn das ist genau der, den sie loben, Erdogan selber.

Bin gespannt, wann die ersten Konzentrationslager eingerichtet werden, bei so vielen "Feinden", die Erdogan aus dem Staatsapparat und der Gesellschaft entfernen und loswerden will.


Vielleicht kommt noch der Tag, an dem die Türken aufwachen und vor lauter Wut Erdogan dann kopfüber aufhängen, so wie die Italiener den Mussolini, oder standrechtlich erschiessen, wie die Rumänen den Ceaușescu.


Am 1. Januar meldete der britische Guardian, Erdogan hat bei der Begründung für mehr exekutive Macht als Präsident und für die notwendige Verfassungsänderung gesagt, ein Beispiel für ein effektives Präsidialsystem sei "Deutschland unter Adolf Hitler".

Wer jetzt noch zweifelt, was Erdogan will und wo die Reise hingeht, der ist blind und taub und ein Realitätsleugner. 

CNN-Interview mit Erdogan

von Freeman-Fortsetzung am , unter , | Kommentare (5)



Der US-Nachrichtensender CNN hat exklusiv ein Interview mit Erdogan geführt. Den ersten Teil habe ich übersetzt und kommentiere seine Aussagen.


Hier das Interview:



CNN: Bevor wir über das Ergebnis dieses versuchten Putsch sprechen, erzählen Sie mir, was in dieser Nacht passiert ist. Wo waren Sie, was haben Sie gemacht und wie haben Sie es erfahren?

Erdogan: Zunächst, am 15. war ich mit meiner Familie zusammen, wir waren auf Urlaub für fünf Tage, wir waren in Marmaris und in dieser Nacht, ungefähr um 22:00 Uhr, habe ich einige Nachrichten erhalten, sie haben wir gesagt was los ist und ich wurde informiert, in Istanbul, in Ankara und einigen anderen Orten gebe es irgendwelche Bewegungen. Also entschieden wir uns zu gehen. Ich hatte meine Frau, meinen Schwiegersohn, meine Enkelkinder, zusammen bei mir, als dies passierte und deshalb war es sehr ernst, wenn sie so wollen.

Aber bevor wir gingen wollte ich die Kameras reinlassen, die Medien reinlassen und ich wollte die ganze türkische Bevölkerung erreichen via den TV-Sendern. Aber der nationale Sender hat nicht die Menschen erreicht, die Wohnungen der Leute, so mussten wir auf Plan-B umschalten. Also haben wir Smartphones benutzt und wir gingen via Live-TV über die privaten Sender und luden die Menschen ein, auf die Strassen zu gehen und auf die Plätze ihrer Städte. Und die erste Reaktion die ich bekam nach dieser Einladung, die Menschen kamen in Massen auf die Strassen.

Das war sehr wichtig, denn die einzige Sprache, die diese Putschisten verstehen, ist ein Gegen-Putsch durch die Menschen und das haben sie erreicht.


Interessant was uns Erdogan hier verrät. Erst um 22:00 Uhr bekam er die erste Information, ein Putsch wäre in Gange? Da habe ich es ja vorher erfahren, denn ab 21:30 Uhr fing ich an darüber zu berichten, als die Meldung kam, F-16 Kampfjets würden über Istanbul und Ankara fliegen.

(Ja 21:30 Uhr, denn Moskau-Zeit ist die selbe wie in Istanbul im Sommer.)

Was mir aber am verdächtigsten erscheint, ist seine völlig unnatürliche Reaktion. Statt seine Familie, einschliesslich Enkelkinder, sofort in Sicherheit zu bringen, war seine erste Priorität, die Kameraleute, die offensichtlich draussen parat standen, für eine Ansprache an das türkische Volk reinzuholen.

Macht man das, wenn man erfährt, ein Putsch findet statt, wobei man ein Ziel erster Priorität sein wird?

Nachdem TRT von den "Putschisten" übernommen wurde, hat er seelenruhig auf Plan-B umgeschaltet (also hat es einen Plan gegeben, die Medien zu nutzen) und via Smartphone seine Botschaft über die Privatsender verkündet. Ausgerechnet über die Tochter eines amerikanischen Nachrichtensenders zuerst. Wir wissen, CNN ist ein CIA-Sender, heisst nicht umsonst CIA NEWS NETWORK.


Jederzeit hätten doch die Putschisten zuschlagen können, während er in die Kamera spricht, statt sich zu schützen und verstecken. Wenn die Medienleute dort waren, dann war ja sein Aufenthaltsort nicht geheim, sondern allgemein bekannt.

Offensichtlich sah er keine Gefahr für sich. Ein weiterer Beweis für mich, der Putsch war eine Inszenierung!


CNN: Sie gingen bei unserem Partnersender auf Sendung, CNN TURK, in dem Sie Facetime benutzten und Ihre Unterstützer aufforderten, auf die Strassen zu gehen. Das war ein Schlüsselmoment, das war das erste Mal, dass irgendwer Sie gesehen hat. Sind Sie damit einverstanden, es gibt einen Moment der Ironie hier. Ihr Anruf in einem in Privatbesitz befindlichen unabhängigen Kanal, war der Schlüsselmoment in diesem Fall. Haben Sie jetzt eine bessere Wertschätzung für die freie Presse und den sozialen Medien seit dieser Erfahrung?

Erdogan: (lächelt) Selbstverständlich haben wir immer Achtung vor den privaten Medien gehabt. Im Zuge unserer Regierung, unserer 14 Jahre als Regierung, haben wir sie immer unterstützt und einige Hürden weggeräumt und diese Unternehmer unterstützt. Und als CNN das mit uns machen wollte in dieser Nacht, zuerst vier Ansprachen waren mit Privatsendern, zuerst mit CNN, dann mit (nicht verstanden), mit NTV und dann mit (nicht verstanden).

CNN: In dem Sie die Gelegenheit bekamen, Ihre eigene Meinungsfreiheit in dieser Nacht in Anspruch zu nehmen, verpflichten Sie sich jetzt zu einer freien Presse in einer Demokratie, die vorwärts macht?

Erdogan: Was die freie Presse betrifft, habe ich nie irgendwelche Belange mit ihnen gehabt. Wenn es einige Leute gibt die sagen, die Presse ist immer noch nicht frei in der Türkei, dann möchte ich ihnen folgendes sagen: Es hat ein Putschversuch stattgefunden in der Türkei und es gibt Leute die mit den Putsch-Anstiftern sind. Und es gibt Medien, die gegen den Putsch-Versuch sind. Mein Frage deshalb, wird es juristische Schritte gegen die Medien geben, die sich für den Putsch ausgesprochen haben? Selbstverständlich.

Warum? Denn wenn wir diesen Versuch unterdrücken wollen, dann müssen wir die, welche sich auf der Seite dieses Versuchs stellen, an den richtigen Ort bringen, die richte Behandlung geben. Sonst werden die Bürger durch Desinformation getäuscht. Auf der anderen Seite, wir reden über eine Situation, wo 280 Menschen ihr Leben verloren haben, mehr als 1'500 wurden verletzt, mehr als 150 sind in einem kritischen Zustand. Die Menschen brachten mich in diese Position. Wenn ich nichts unternehme, muss ich mich später dafür rechtfertigen.

Und dann gibt es die Operation gegen mich in Marmaris, wo zwei meiner engsten Leibwächter Märtyrer wurden, getötet wurden. Wäre ich 10 oder 15 Minuten länger dort geblieben, wäre ich ebenfalls getötet oder gefangen genommen worden. Aber wir trafen eine Abwägung zwischen uns und unseren Freunden und kamen zur Entscheidung, den Ort zu wechseln. Das hat den Plan verhindert uns gefangen zu nehmen. Ich will alle 280 Märtyrer ehren und allen Verletzten eine schnell Genesung wünschen.

Mir kommen gleich die Tränen vor lauter Bewunderung, wie Erdogan die Presse und die Meinungsfreiheit in der Türkei verteidigt und unterstützt. Dabei hat die Türkei die unehrenvolle Auszeichnung, die meisten Journalisten auf der Welt pro Kopf im Gefängnis zu haben.

Dann, was haben die angeblichen Putschisten sich Zeit gelassen und Erdogan Zeit gegeben? Er konnte über VIER private TV-Sender seine Botschaft verbreiten und seine "Einladung" ans türkische Volk schicken, einen Gegen-Putsch zu unternehmen. Und dann hatte er noch 10 bis 15 Minuten Zeit, bis die Putschisten den vergeblichen Angriff durchführten, als er schon weg war.

Was sind denn das für inkompetente Militärs und Putschisten? Die hätten doch vor allen anderen Aktionen, Erdogan habhaft werden oder ausschalten müssen. So wie es von Staufenberg mit dem Attentat gegen Hitler versuchte. Dann wurde erst Operation Walküre, also der Staatsstreich, ausgelöst und die Wehrmacht in Gang gesetzt, um die SS und SD zu verhaften. Ist doch logisch.

Als Erdogan hätte ich nicht so gelassen reagiert, wenn es ein überraschender echter Putsch gewesen wäre, sondern meine Frau und Enkelkinder geschnappt und einen sicheren Ort aufgesucht. Botschaften ans Volk verschicken kann man dann später, wenn man in Sicherheit sich befindet. Diese Gelassenheit deutet daraufhin, man wusste was passieren wird und sah keine Gefahr.

Das erinnert mich an die Reaktion von George W. Bush am 11. September 2001, der, als er im Klassenzimmer einer Schule in Florida sass, die Nachricht bekam, "Amerika steht unter Angriff", seelenruhig 20 Minuten weiter gelesen hat, statt sofort sich in Sicherheit zu bringen und als Oberbefehlshaber das Kommando über die Verteidigung zu übernehmen.

Bush ging auch zuerst seelenruhig vor die Kameras mit einer Botschaft an die Amerikaner und dann erst wurde er mit der Air Force One weggebracht.

Was am 15./16. Juni passierte, war das türkische 9/11, die gleiche False Flag, der gleiche inszenierte Angriff auf sich selber, um wie Bush, alle Machtbefugnisse durchzusetzen.

Übrigens, den Soldaten die geschickt wurden, um Erdogan in Marmaris zu verhaften, wurde der Befehl erteilt, "einen wichtigen Terror-Chef zu fangen", wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet. Sie wussten nichts von einem Putsch.

Na ja, der Befehl stimmt doch, Erdogan ist ein Terror-Chef!

Im 2. Teil des Interviews erklärt Erdogan, wie der Flug von Marmaris nach Istanbul ablief und was bei der Landung passierte.

Fortsetzung folgt ...

Ein Putsch der keiner war und keine Führung hat

von Freeman-Fortsetzung am , unter , | Kommentare (20)



Was sich in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli in der Türkei abgespielt hat, ist wohl der merkwürdigste Staatsstreich den es je in der Geschichte gegeben hat. Ein Putsch so dilettantisch und amateurhaft ausgeführt, er war bereits "gescheitert", kaum hatte er begonnen, nach nur einer Stunde. Dieses "Versagen" der "Putschisten" in der Ausführung steht aber im totalen Widerspruch zu der perfekten Geheimhaltung ihrer Pläne. Kein einziger türkischer Geheimdienst hatte eine Ahnung, ein Putsch gegen die Regierung wird stattfinden. Weder der Millî İstihbarat Teşkilâtı (MİT), noch der Jandarma İstihbarat ve Terörle Mücadele (JİTEM) wussten was davon. Das wird uns jedenfalls erzählt.


Wir haben also ein totales Versagen aller türkischen Sicherheitsbehörden, den Putsch vorab zu verhindern, aber einen totalen Erfolg, diesen in der Ausführung sofort zu unterdrücken. Für mich stinkt das zum Himmel und bestätigt meine Vermutung, Erdogan hat den Putsch selber inszeniert. Denn, wieso tadelt Erdogan nicht dieses völlige Versagen seiner Geheimdienste? Kein Wort der Kritik ist von ihm zu hören. Es werden jetzt alle staatlichen Institutionen von den "Feinden" gesäubert, über 20'000 Staatsdiener der Justiz, des Militärs und der Polizei sind bisher entlassen oder verhaftet worden, nur keiner von den Geheimdiensten. Wieso? Eine sehr widersprüchliche Reaktion.

Es ist auch ein Putsch ohne einer sichtbaren Führung, denn niemand hat sich nach der Übernahme der TV-Sender am Freitagabend als Ersatz für Erdogan und als neuer Staatschef dem türkischen Volk vorgestellt. Kein ranghoher Offizier trat hervor, hat sein Gesicht gezeigt und hat die Gründe für eine Entfernung der Regierung erklärt. Das ist sehr merkwürdig und unüblich. Es hat sich sogar bis heute niemand als Anführer des Putsches bekannt. Was wir hören sind nur unbewiesene Beschuldigungen seitens Ankara, der 77-jährige in den USA im Exil lebende Prediger Fethullah Gülen wäre der grosse Drahtzieher und der Ex-Luftwaffenchef Akin Öztürk wäre der Anführer des Putschversuchs.

Beide weisen diese Behauptungen entschieden zurück.

Am Montag ist was sehr merkwürdiges in der Pressarbeit des Erdogan-Regimes passiert. Zuerst meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu, der Ex-Luftwaffenchef Öztürk habe seine Beteiligung am Putsch gestanden, er hätte gegenüber Vernehmungsbeamten gesagt, er hätte "mit Absicht gehandelt, den Putsch zu inszenieren". Die Nachrichtenagentur verbreitete daraufhin folgenden Tweet und die Meldung wurde von allen westlichen Medien übernommen. Anadolu zeigte dabei Öztürk in einer erniedrigenden Pose in Handschellen als Schwerstkriminellen.


Auf den Fotos sieht man Öztürk, dessen rechtes Ohr bandagiert ist und der Verletzungen im Gesicht und an den Armen hat. Er ist offensichtlich misshandelt und geschlagen worden, vielleicht sogar gefoltert.

Einige Zeit später hat die Agentur ihren eigenen Bericht zurückgezogen, den Tweet gelöscht und genau das Gegenteil gemeldet. Anadolu berichtete, Öztürk hätte in seiner Aussage bei der Staatsanwaltschaft zu dem geplatzten Coup gesagt: "Ich weiss nicht, wer ihn geplant und wer ihn geleitet hat."

Anadolu zierte Öztürk mit folgenden Worten: "Meinen Erfahrungen nach denke ich, dass die parallele Struktur (des Predigers Fethullah Gülen) diesen militärischen Putschversuch durchgeführt hat. Aber ich kann nicht ermessen, wer innerhalb der Türkischen Streitkräfte diese Sache organisiert und realisiert hat. Was das betrifft, habe ich kein Wissen. Ich habe gegen diese Struktur (Gülens) sehr gekämpft."

Warum hat das Erdogan-Regime zuerst die Schuld auf den ehemaligen Luftwaffenchef gelegt, um dann die Geschichte zu ändern? Ganz einfach, weil Erdogan selbst Öztürk 2013 zum Chef der Luftwaffe gemacht hat, weil er dessen Vorgänger nicht über den Weg traute. Er hat seine Karriere vor allem Erdogan zu verdanken und jetzt soll er angeblich einen Putsch angeführt und sich damit "auf verbrecherische Weise illoyal gezeigt" haben, wie es aus Kreisen der Regierungspartei AKP heisst.

Das wirft ein schlechtes Licht auf die Personalpolitik von Erdogan.

Nein, man hat einen besseren Sündenbock gefunden, nämlich Fethullah Gülen. Das Regime hat entschieden, es ist besser wenn Öztürk die "Gülen-Bewegung" beschuldigt, statt als Chef des Putsches hingestellt zu werden. Diese totale Kehrtwendung in der Schuldfrage zeigt, das Erdogan-Regime fabriziert die Schilderung über den Putsch wie es will, für alle sichtbar zu sehen. Noch ein Hinweis, es handelt sich um einen Pseudo-Putsch.

Der 75-jährige Gülen ist wie in Orwells 1984 "der Staatsfeind“ namens Emmanuel Goldstein. Ziel ist es, mehr Hass in der Bevölkerung gegen diese Figur auszulösen. Dieser Hass wird den Türken als Teil der allgegenwärtigen Propaganda täglich neu eingehämmert und dient dazu, die Bevölkerung durch das gemeinsame, allgegenwärtige und anscheinend übermächtige Feindbild zusammenzuschweissen und von ihrem entbehrungsreichen, von harter Arbeit geprägten Leben abzulenken.

Es gibt unsichtbare Organisatoren dieses Putsch, die eine unsichtbare "Struktur" innerhalb des Staates bilden, die von Gülen aus der Ferne aus seinem Domizil in Pennsylvania auf unsichtbare Weise geleitet wird. Dieses Märchen erzählt uns Erdogan, der damit einen Grund erfindet, den ganzen Staatsapparat von vermeintlichen Gegnern und auch Kritikern zu säubern, ohne den ordentlichen Rechtsweg zu gehen.

Noch nie von einer Unschuldvermutung gehört? Sie ist eines der Grundprinzipien eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens. Das ist offensichtlich in der Türkei nicht mehr der Fall. Jeder kann jeden als "Gülen-Anhänger" denunzieren und ab ins Gefängnis.

Laut Pressemeldungen sind 8'000 Polizisten landesweit, aber speziell in Istanbul und Ankara, von ihrem Posten entfernt worden, mit unterstellten Verdacht, sie seien am Putschversuch beteiligt gewesen. Aber die Säuberung geht sogar ausserhalb des Sicherheitsdienstes weiter, denn 1'500 Finanzbeamte sind ebenfalls entlassen worden, plus 30 Gouverneure und mehr als 50 hochrangige Staatsbeamte. 3'000 Richter und Staatsanwälte wurden bereits suspendiert.

Premierminister Binali Yildirim sagte, 7'543 Personen sind bisher verhaftet worden, einschliesslich 6'038 Soldaten. Es wurden Fotos in den Medien veröffentlicht, welche fast nackte Soldaten zeigen, die auf dem Boden von Polizeibusse und Sporthallen liegen. Viele weisen Verletzungen auf. 26 Generäle und Admirale sind ebenfalls am Montag abgeführt worden. Was Erdogan durchführt, ist eine gigantische Säuberungsaktion, so wie Stalin es machte.

Wie kann man behaupten, "das türkische Volk" stehe hinter Erdogan, wenn es so viele angebliche "Feinde" im Staat gibt? Gehören die nicht zum Volk? Ausserdem, wenn so viele Staatsbedienstete plötzlich fehlen, dann funktioniert ja der Staat nicht mehr. Wer macht die Arbeit und wo soll der Ersatz herkommen? Und was passiert mit den vielen Familien, wenn das Einkommen der Verhafteten und Geschassten fehlt?

Am Montagnachmittag ist ein Schütze ins Büro von Cemil Candas eingedrungen, dem Vizebürgermeister des Sisli-Districts in Istanbul, und hat ihn niedergeschossen. Kurz darauf erlag er seinen schweren Verletzungen. Candas gehörte der sozialdemokratischen Oppositionspartei CHP an. So brutal gehen die radikalen Eiferer Erdogans gegen die Opposition vor und der Täter wurde bisher nicht gefasst. Laut Zeugenaussagen traf der Schuss Candas in den Kopf.

Aber ein unsichtbaren Feind im Inneren zu erfinden reicht nicht, um eine Säuberungswelle durchzuziehen, es muss auch ein äusserer Feind her, damit die Massen im blinden Eifer Erdogan als Führer anhimmeln und folgen. Der äussere Feind der Türkei sind jetzt die Vereinigten Staaten, sagt Erdogan, weil Gülen dort beherbergt wird, und er wird die Beziehungen überdenken, wenn Washington nicht den Prediger ausliefert.

"Jedes Land, dass Fethullah Gülen beschützt, ist ein Feind der Türkei", hat Premierminister Yildirim am Samstag gesagt. Das kommt einer Kriegserklärung gleich und ist eine sehr schwerwiegende Aussage, dem Hauptalliierten so zu drohen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, hat Erdogan befohlen, die NATO-Luftwaffenbasis Incirlik abzuriegeln, alle Luftoperationen einzustellen und es wurde der Strom zur Basis gekappt.

Am Montag sollen sogar türkische Polizisten die Basis durchsucht haben, wie staatliche Medien berichten. Jetzt ist Incirlik nicht irgendeine Basis, sondern die wichtigste der Amerikaner und der NATO im Mittleren Osten, wo sogar Atombomben lagern. Das heisst, zum ersten Mal in der Geschichte ist den Amerikanern der Zugriff auf die eigenen Atomwaffen von Gastland untersagt worden. Das ist der Hammer!!!

Obwohl die Basis angeblich wieder den "Normalbetrieb" aufgenommen hat, ist Erdogan mit der Blockade auf Konfrontationskurs mit den USA gegangen. US-Offizielle sind über die Vorgehensweise von Erdogan nach dem Putschversuch völlig konsterniert und sagen, die zukünftigen Beziehungen sind abhängig davon, wie Erdogan die Gülen-Bewegung verfolgt und wie weit die Säuberung gehen wird.

Der Kommandant der Luftwaffenbasis Incirlik, General Bekir Ercan Van, gehört auch zu den Verhafteten.

"Wir meinen, die Türkei ist weit darüber hinausgegangen, was wir gerne sehen würden", sagte ein US-Offizieller, der anonym seine Meinung äusserte.

Kein Wunder reagiert Washington entsprechend befremdet. Nicht nur wurde bereits von US-Aussenminister John Kerry, jede Beteiligung am Putsch durch die USA aufs schärfste zurückgewiesen, die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA kündigte am Montag an, für die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Air bis Ende August den heimischen Luftraum zu sperren. Kein Maschine darf in den USA starten oder landen.

Die Begründung der FAA, nach dem Terroranschlag am Flughafen von Istanbul und dem gescheiterten Militärputsch, sei die Sicherheitslage in der Türkei nicht mehr vertrauenswürdig. Das wird Turkish Air wirtschaftlich sehr schwer treffen.

Gestern wurde die Türkei von westlichen Staatschefs gewarnt, es könnte vor einer internationale Isolation stehen, einschliesslich eine Suspendierung der NATO-Mitgliedschaft, wenn Erdogan seine Macht zu sehr ausweitet und die Säuberung weiter völlig willkürlich ohne Rechtsweg durchführt.

Widersprüchlich ist, trotz des Ultimatums der Türkei gegen Washington, Gülen auszuliefern, wurde bisher noch kein formeller Auslieferungsantrag gestellt. Dazu sind Beweise für eine strafbare Beteiligung am Putschversuch notwendig, die Washington verlangen wird, die es aber offensichtlich nicht gibt.

Ein Putsch der keiner war und keine Führung hat, sondern nur eine Inszenierung ist!

Der Beweis, der Putsch war inszeniert

von Freeman-Fortsetzung am Sonntag, 17. Juli 2016 , unter , | Kommentare (56)



Es ist nicht zu fassen, der Beweis, der Putsch wurde von Erdogan inszeniert, lag mir schon am Samstagfrüh vor, nur ich hab das jetzt erst realisiert. Dazu kommt noch, Erdogan hat den Beweis selber geliefert. Aber alles der Reihe nach, den der Beweis ergibt sich aus dem Zeitablauf und wann Erdogan nach Istanbul aufgebrochen ist.

Wer meinen Live-Bericht gelesen hat, der hat gesehen, ich beobachtete den Luftraum über der Türkei mit Flightradar24 und habe entsprechende Bilder gezeigt. Der Grund war, ich überprüfte die Meldung, der Flugverkehr über dem Flughafen Atatürk in Istanbul wäre eingestellt worden. Tatsächlich war es so, keine Maschine war auf Flightradar24 zu sehen.


Neben der laufenden Berichterstattung über den Ablauf des Putsch, beobachtete ich mit einem Auge weiter, was sich in der Luft über der Türkei abspielte. Plötzlich fiel mir eine Maschine auf, die vom Flughafen Dalaman um 1:40 Uhr gestartet war (Lokalzeit). Es handelte sich um eine Gulfstream 4 der türkischen Regierung mit der Flugnummer TK8456.


Moment mal, dachte ich, mitten während des Putsch startet eine Maschine von Dalaman? Das ist doch der Flughafen in der Nähe von Marmaris, wo laut Meldungen, Erdogan sich aufhalten soll. Ich beobachtete die Maschine weiter und sah, sie flog nach Norden in Richtung Istanbul.

Daraufhin habe ich 1 und 1 zusammengezählt und geschrieben:

"Sieht aus wie wenn Erdogan mit einem Regierungsjet von Mamaris nach Istanbul unterwegs ist. Die Maschine kreist schon seit einiger Zeit südlich vom Marmarameer."

Tatsächlich flog sie dann nach mehreren Umkreisungen nach Istanbul und landete dort um 3:19 Uhr (Lokalzeit).

Hier die ganze Route des Fluges, mit der Erdogan von Dalaman nach Istanbul geflogen ist:


Mittlerweile war bekannt geworden, der Putsch wäre gescheitert, die Menschen wurden aufgefordert zum Flughafen Atatürk zu gehen, um Erdogan dort zu empfangen.

Jetzt schauen wir uns den Zeitablauf an:

Am Freitag den 15. Juli kurz vor 23 Uhr Ortszeit wurden Militärflugzeuge über der Hauptstadt Ankara beobachtet. Im Hauptquartier des Militärs wurde der Generalstabschef Hulusi Akar von Militäreinheiten festgesetzt. Die Putschisten besetzten die Zentralniederlassung der regierenden AKP und forderten die Anwesenden zum Verlassen des Gebäudes auf.

Erdogan sagte am Samstag, als der Putsch sich abspielte, haben die Putschisten versucht ihn in seinem Urlaubsort Marmaris anzugreifen und bombardierten den Ort, wo er sich gerade aufgehalten hatte. Er wäre "dem Tot nur um Minuten entkommen", sagte er. "Wenn ich 10 oder 15 weitere Minuten dort geblieben wäre, ich wäre getötet worden oder man hätte mich geschnappt."

Ob das stimmt oder nur ein Heldenmärchen ist, wissen wir nicht.

Der Flughafen Dalaman liegt ca. 1 1/2 Stunden Fahrzeit von Marmaris entfernt.

Erdogan muss also spätestens den Entschluss, nach Istanbul zu reisen, um Mitternacht gefällt haben, bereits eine Stunde nach Beginn des Putsch. Kaum hatte der Staatsstreich begonnen, war Erdogan schon siegesgewiss. Wie ist das so schnell möglich?

Das heisst, er muss sich so früh schon sicher gewesen sein, der Putsch stellt keinerlei Gefahr für ihn dar und er kann ohne Probleme, ohne von den Putschisten am Boden und in der Luft angegriffen zu werden, nach Istanbul reisen, um sich dort als Sieger über den Putsch feiern zu lassen.

Er hat sich nicht irgendwo an einem sicheren Ort versteckt und hat das Resultat abgewartet, sondern ist offen mit Auto und Flugzeug gereist. Ja, er hatte sogar Frau und Enkelkinder dabei, um die er sich keine Sorgen machte und machen musste.

Zur Erinnerung, um Mitternacht waren überall in Istanbul und in Ankara schwere Gefechte in Gange, die Brücke über den Bosporus war besetzt, der Flughafen Atatürk auch, auf dem Taksim-Platz standen Panzer und Soldaten, in Ankara wurde das Parlament beschossen, über der Türkei flogen F-16 Kampfjets und Helikopter der Putschisten.

Um Mitternacht wurde auch seine Maschine, die Gulfstream 4 mit der Kennung TC-ATA, von Izmir nach Dalaman befohlen. Der Jet hob um 00:18 Uhr in Izmir ab und landete um 00:40 Uhr in Dalaman.


Wie konnte Erdogan wissen, er kann jetzt schon sicher nach Istanbul reisen? Ist er Hellseher???

Der Putsch hatte doch erst angefangen und um Mitternacht wusste Erdogan schon, er ist gescheitert, obwohl er gerade angeblich bombardiert wurde und knapp dem Tode entronnen war?

Nach dem Start in Dalaman dauerte der Flug nochmals 1 Stunde und 37 Minuten.

Das heisst, Erdogan war diese ganze Zeit schutzlos den Kampfjets der Putschisten ausgesetzt.

Oder war er es wirklich???

Die Nachrichtenagentur Reuters meldet:

"Am Höhepunkt des türkischen Putsch, hatten Jets der Rebellen Erdogans Flugzeug im Fadenkreuz. Trotzdem konnte er weiter fliegen."

"Warum sie die Maschine von Erdogan nicht abgeschossen haben, ist ein Rätsel", schreibt Reuters.

Für mich ist das kein Rätsel, und für Euch, lieber Leser, auch nicht, nach diesen Fakten.

Es ist doch jetzt eindeutig bewiesen, Erdogan ist so früh mitten während des "Putsch" nach Istanbul los, weil er wusste, es besteht keine Gefahr. Der Putsch war gar keiner, sondern ein inszeniertes Theater, um so auszusehen.

Deshalb ist er auch auf dem Weg zum Flughafen Dalaman und während des Fluges nach Istanbul nicht angegriffen worden. Die Putschisten waren gar keine, sondern sollten nur so tun als ob. Haben etwas herumgeballert und das war es dann gewesen.

Die Todesopfer auf beiden Seiten ist ein notwendiges Übel und der Zweck heiligt die Mittel.

Laut Aussagen der Soldaten und auch Offiziere, meinten sie, sie wären für ein Manöver losgeschickt worden. Von einem Putsch hätten sie nichts gewusst.


Weil er es so eilig hatte in Istanbul am Flughafen anzukommen, aufzutreten und gefeiert zu werden, hat er sich selber verraten, hat er selber den Beweis geliefert, der Putsch war inszeniert!

Überlegen wir doch, bei einem echten Putsch hätte Erdogan nicht so früh gewusst, er kann jetzt aus Marmaris losfahren und er hätte sich nie der Gefahr ausgesetzt, abgeschossen zu werden. Bei einem echten Putsch hätte er sich logischerweise in einem Bunker verstecken oder ins Ausland flüchten müssen.

Genau wie ich den Flug entdeckt und auf Flightradar24 verfolgen konnte, konnten die "Putschisten" es auch und noch viel besser. Erdogan war für Stunden eine Zielscheibe, es ist ihm aber nichts passiert, weil er gar nicht unter Gefahr stand.

Erdogan hat sogar erzählt, als er die erste Nachricht über einen Putsch erhielt, hat er die am Urlaubsort in Marmaris wartenden Kameraleute und Journalisten ins Haus gebeten, damit er eine Botschaft an türkische Volk richten kann. Statt sich und seine Familie in Sicherheit zu bringen, hat er seelenruhig Propaganda betrieben.

Erdogan hat den türkischen Volk ein tolles Theater vorgeführt, eine riesige Verarsche abgezogen, und sie sind naiv und gutgläubig darauf reingefallen, das Militär wollte ihn stürzen. Warum hat er es gemacht? Weil, wie ich in vorherigen Artikel es aufgezeigt habe, er dadurch alle Gegner beseitigen und damit seine Macht vollständig ausbauen kann.

Ist es nicht passend, am 13. Juli, zwei Tage vor dem "Putschversuch", hat Erdogan ein Gesetz unterschrieben, dass den türkischen Soldaten Immunität vor Strafverfolgung bei inländischen Sicherheitsoperationen gewährt. Das heisst doch, denen passiert gar nichts und eine Bestrafung kann es gar nicht geben, denn sie haben nur Befehle befolgt.

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Laut neuester Meldung soll Erdogan die Anweisung gegeben haben, 8'000 Polizisten zu entlassen und ihnen die Waffen abzunehmen. Säuberung nicht nur beim Militär und der Justiz, sondern auch bei der Polizei. Jetzt werden alle ausgetauscht, die nicht ganz auf Erdogan-Linie sind. Der wirkliche Staatsstreich ist genau andersrum. Erdogan macht einen Putsch gegen den säkularen Staat.

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Die Lügner des Bundesregimes winden sich wieder, denn in der Türkei war es ein Putsch oder Putschversuch, in Ägypten war es keiner:



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ARD und ZDF haben wegen Putsch total versagt

von Freeman-Fortsetzung am , unter , | Kommentare (12)



Als ich kurz nach 21:30 Uhr meiner Zeit (Moskauer Zeit) am Freitagabend die erste Meldung über einen möglichen Putsch in der Türkei hörte, habe ich sofort meine Berichterstattung darüber begonnen. Ich begann einen Artikel zu schreiben und zu veröffentlichen mit der Überschrift, "Findet ein Militärputsch in der Türkei statt?" Darin habe ich dann chronologisch die Meldungen aufgeführt, so wie ich sie aus vielen Quellen recherchierte. Meine Absicht war, die ASR-Leser zeitnah und bestmöglich über dieses ausserordentliche Ereignis zu informieren. Für die nächsten SIEBEN Stunden meldete ich kontinuierlich was in der Türkei passierte.


Um mich zu informieren, habe ich auch übers Internet die ARD und das ZDF abgefragt, um zu sehen was diese grossen Sender berichten. Zu meinem Erstaunen (oder auch nicht) gab es nichts darüber zu sehen, keine Sondersendung, keine Programmunterbrechung, einfach nichts über den Putsch in der Türkei. Andere Sender wie die BBC oder CNN oder Al-Jazeera oder Fox oder RT unterbrachen sofort ihr Programm und begannen mit der Live-Berichterstattung.

Auf der anderen Seite für den deutschsprachigen Raum hat sogar Phoenix, der öffentlich-rechtliche Nachrichtensender von ARD und ZDF, kaum was über den Putsch gebracht. Die hatten sogar die Frechheit in einem Tweet um 23:44 Uhr zu schreiben: "Wir berichten morgen (Samstag) um 9:00 Uhr wieder zum #Militärputsch in der #Türkei". Die ganze Nacht war Funkstille!

Ich habe kurz vor 4:00 Uhr aufgehört zu berichten, als klar wurde, der Putsch war gescheitert und Erdogan war in Istanbul gelandet. Ich hab dann geschrieben, ich muss mich jetzt auf Ohr legen. Nach sieben Stunden ununterbrochener Berichterei musste ich eine verdiente Pause machen. Ausserdem war der Putschversuch eh gelaufen. Ab 8:00 Uhr am Samstag hab ich dann über die Folgen des gescheiterten Putsch berichtet und das Thema fortgesetzt.

Was will ich damit sagen? Ich finde es eine bodenlose Frechheit, dass die mit Zwangsgebühren finanzierten Staatssender, ihrer Informationspflicht nicht nachgekommen sind. Sie haben einen gigantischen Apparat mit Tausenden Medienschaffenden, der sagenhafte 8 Milliarden Euro pro Jahr kostet, und sie bringen nichts zeitnahes und live über so ein wichtiges Ereignis? Nicht nur ist was in der Türkei passiert von grossem Interesse für die Deutschen, es leben 3 Millionen Türken in Deutschland, die auch die GEZ zahlen müssen.


Aber die hochbezahlten Profijournalisten der ARD und des ZDF haben lieber am Freitagabend und Samtagfrüh gepennt oder waren auf Party, statt alles liegen und stehen zu lassen, um ihren Job zu machen. Offensichtlich gibt es in den Nachrichtenredaktionen keinen Pikettdienst der sofort schaltet und arbeitet. Was heisst das für mich? Die Penner sind überflüssig und die Sender sollte man einstellen. Wenn sie überhaupt mal Nachrichten bringen, lügen sie eh ständig und verzerren die Tatsachen.

Für diese sogenannten Journalisten der Staatsmedien mit Beamtenmentalität haben Ereignisse tagsüber stattzufinden. Was nach Feierabend passiert interessiert sie nicht. Deswegen bewegen sie ihren Hintern nicht ins Studio und fangen an zu berichten. Ein Putsch der am Abend anfängt wird erst am nächsten Tag behandelt, wo alles schon gelaufen ist. Was ist das für eine unprofessionelle Einstellung?

Ich kleiner Blogger als Einmannshow war mehr auf Zack als die milliardenschweren deutschen Riesensender, die aber für sich in Anspruch nehmen, vollumfänglich die Bevölkerung zu informieren. Deshalb muss man sie auch mit den Zwangsgebühren finanzieren, sagen sie. Auf uns alternative Medien, die nichts für die Informationsarbeit bekommen, schauen sie dabei herab und beschimpfen uns als lächerliche Amateure, als Dilettanten und Verschwörungsspinner.

Ich stelle mir vor, was könnte ich erst für gute Informationen bringen, wenn jeder ASR-Leser nur 1 Euro pro Monat bereit wäre zu spenden? Einen lächerlichen Euro!!! Damit könnte ich ein tolles Team beschäftigen mit entsprechender technischer Ausstattung vom feinsten, um eine Berichterstattung auf die Beine zu stellen, so wie sie sein sollte, ausführlich, 24 Stunden am Tag und immer am Ball.

Meine Artikel über den Putschversuch wurden jeweils über 120'000 Mal gelesen, also gab es ein grosses Interesse und Bedarf nach alternativen Informationen.

Erdogan geht den Weg der brutalen Rache

von Freeman-Fortsetzung am Samstag, 16. Juli 2016 , unter , | Kommentare (24)



Nach dem gescheiterten Putsch hat Erdogan zwei mögliche Wege die er gehen kann. Entweder den der Versöhnung und Befriedung, oder den der brutalen Rache und der Säuberung. Er hat offensichtlichen Rache gewählt, denn sein Staatsapparat reagiert mit einer Verhaftungswelle, nicht nur gegen die Putschisten, sondern gegen alle Gegner. Mehr als 2'800 Militärs sind verhaftet und 2'700 Richter und Staatsanwäte sind entlassen worden. Es gibt auch Berichte von blutiger Lynchjustiz. Was da ablief ist für mich ein Pseudo-Putsch und eine typische Operation unter falscher Flagge.

Hass, Rache und Vergeltung treiben Erdogan jetzt

Wenn Erdogan ein Demokrate wäre, würde er sich fragen, warum gibt es eine Opposition gegen seine Politik und er würde Selbstkritik üben. Er würde versöhnlich sein und für Frieden sich einsetzen. So zeigt er sich aber was er wirklich ist, ein machtgeiler brutaler Diktator, der die Situation nutzt, um alle Kritiker und Gegner zu eliminieren. Er hat sogar zwei Verfassungsrichter festnehmen lassen, Alparslan Altan und Erdal Tezcan. Beide werden beschuldigt, am Putschversuch beteiligt gewesen zu sein.

Die Justiz wird jetzt gesäubert!

Wie ich bereits am Freitagabend, kurz nach Beginn des Putsch, gesagt habe, handelt es sich für mich um keinen echten Putsch, denn dafür war er viel zu schlecht organisiert und bewusst zum Scheitern verurteilt. Ich bin der Meinung, dieser Pseudo-Putsch wurde von Erdogan selber inszeniert. Warum? Genau um das umsetzen zu können was er jetzt angekündigt hat und durchführt, "das Militär zu säubern", wie er nach seiner Ankunft in Istanbul verkündete.

Er versprach den Putschisten, sie werden den höchsten Preis zahlen, was den Tod bedeutet. Nur er hat vom Putsch profitiert, in dem er jetzt seine Macht noch mehr ausbauen und konsolidieren kann. Erdogan spricht nur noch von Rache und hetzt die Menschen auf, statt sie zu beruhigen. In der aufgeheitzten Stimmung ist es deshalb zu Gewaltakten gegen Soldaten gekommen, sie wurden vom Mob verprügelt und es kam sogar zu noch schlimmeren Verbrechen, einschliesslich Köpfen.

Erdogan beschuldigt den in die USA emigrierten Geistlichen Fethullah Gülen hinter dem Putsch zu stecken. Ursprünglich ein Verbündeter von Erdogan hatte sich Gülen mit diesem 2013 überworfen. Auch Gülen hält es für möglich, dass der Putschversuch inszeniert war. Erdogan beschuldigt Gülen des Terrorismus und der Unterwanderung des türkischen Staates durch seine Anhänger. Jetzt fordert er direkt von Obama, die Auslieferung oder Festnahme des Predigers.

Gülen schreibt auf seinem Blog: "Für jemand der unter mehreren militärischen Umstürzen in den letzten fünf Jahrzehnten gelitten hat, ist es besonders beleidigend beschuldigt zu werden, irgendwelche Verbindungen zu so einem Versuch zu haben. Ich weise kategorisch diese Vorwürfe zurück."

Erdogan ist ein typischer Agitator und Volksaufhetzer, der das sagt, was die bildungsfernen Volksmassen hören wollen. Er erschafft ständig Feinde als Sündenböcke, um von den gravierenden Problemen in der türkischen Gesellschaft abzulenken, Feinde die an allem schuld sind und bekämpft werden müssen. In ihrer Einfältigkeit verlangen seine Anhänger einen Führer den sie anhimmeln können. Die Geschichte wiederholt sich und die Türkei wird bitter darunter leiden müssen.

Erdogan reagiert auf diesen historischen Moment auf die falsche Weise und verpasst die einmalige Gelegenheit, Frieden und Einheit in der Türkei zu schaffen. Stattdessen ist er ein Unruhestifter und Spalter. Wie gesagt, ich bezweifle ob dieser Putsch überhaupt einer war. Denn die Planung und Ausführung dieses Staatsstreiches ist bestenfalls sehr verdächtig und wenn man es genau nimmt völlig amateurhaft und lächerlich.

Was man ihm mindestens vorwerfen kann, Erdogan hat vom Putsch gewusst und hat bewusst nichts dagegen getan. Haben alle seine Geheimdienste und Spitzel versagt, weil sie nichts über die Planung und Vorbereitungen im Militär mitbekommen haben? Das will er uns erzählen? Wenn sie wirklich alle versagt haben und er völlig ahnungslos war, wieso sagt er es nicht und feuert die Versager? So war es aber nicht, denn er wusste Bescheid.

Warum soll er sonst den Putschversuch einen "Segen Gottes" nennen? Ja warum wohl? Interessant ist, die bei der Aktion beteiligten Soldaten sagen, sie haben Befehle befolgt und gingen von einem Manöver oder einer Antiterrorübung aus. Deshalb wurden die strategisch wichtigen Punkte besetzt. Das sagen auch die acht Offiziere, die nach Griechenland geflohen sind. Von einem Putsch hätten sie erst über die Medien erfahren.

Wer profitiert von dieser Inszenierung? Nur einer. Verstehen das die Türken nicht? Erdogan hat jetzt die zwei letzten Hürden auf dem Weg zur absoluten Macht ausgeschaltet und weggeräumt. Die Justiz und die Armee. Es gibt keine inländische Opposition mehr, keine einzige, und er ist der Alleinherrscher. Alles schon mal in der Geschichte passiert. Ein Volk, ein Reich und ein Führer ist wieder auferstanden. Heil Erdogan und das 1000-jährige osmanische Reich!

Wir wissen was damit passiert ist, nach nur 12 Jahren war das Jahrtausend mit einer fürchterlichen Katastrophe zu Ende.

Dass Erdogan so schnell die missliebigen 2745 säkularen Richter nur wenige Stunden nach Ende des Putsch suspendierte und auch 2800 Militärs verhaften liess zeigt, es muss eine von langer Hand vorbereitete schwarze Liste gegeben haben. Ohne Untersuchung und Ermittlungsverfahren, ohne Gerichtsurteil, ob sie wirklich daran beteiligt waren, wurden sie sofort entfernt. Deshalb, Erdogan ist alles zuzutrauen, auch einen Pseudo-Putsch gegen sich selber, um die absolute Macht zu erlangen.

Das ist jetzt eine echte False Flag, wenn man sich selber angreift und die Gülen-Bewegung als Täter hinstellt, um alle seine "Feinde" eliminieren zu können. Der Tag wird noch kommen, wo sich die Mehrheit der Türken eine Militärregierung wünschen werden, welche die Verfassung wiederherstellt und die Diktatur Erdogans wegfegt.

Abschliessend, ist es nicht wieder typisch, wie der Westen auf diesen Putschversuch heuchlerisch und mit zweierlei Mass reagiert? Eine Marionette nach der anderen hat diesen verurteilt und den Respekt vor der "demokratische gewählten" Regierung verlangt. Obama hat alle Seiten zur "Achtung des Rechtsstaats" aufgefordert und Merkel verurteilte den Putschversuch "auf das Schärfste".

Was war aber mit dem Militärputsch in Ägypten vor drei Jahren? Schon vergessen?

Präsident Mursi wurde von General as-Sisi gestürzt

Der durch die ersten freien Präsidentschaftswahlen Ägyptens im Juni 2012 zum Staatspräsidenten gewählte Mohammed Mursi, wurde am 3. Juli 2013 durch einen Militärputsch abgesetzt. Aus Sicht des Westen war dieser Putsch durch das Militär gegen den gewählten Präsidenten völlig in Ordnung und der Verteidigungsminister und Militärratschef Abd al-Fattah as-Sisi wurde der Diktator Ägyptens, wird von Obama, Merkel und Co. empfangen und hofiert.

Merkel empfängt den durch einen Putsch an
die Macht gelangten Diktator as-Sisi

Am 15. Mai 2015 wurde Mursi wegen Geheimnisverrats zusammen mit mehr als 100 Mitangeklagten zum Tode verurteilt. Nach heftigen Protesten gegen das Urteil wurde erst vor einem Monat am 18. Juni 2016 Mursi zu einer vierzigjährigen Haftstrafe verurteilt. VIERZIG JAHRE!!! Nichts hört man von Obama wegen Rechtsstaat in diesem Fall. Ein Militärputsch ist also für den Westen relativ. Wenn in der Türkei wird dieser verurteilt, wenn in Ägypten wird er gutgeheissen.

Militärputsch in der Türkei gescheitert

von Freeman-Fortsetzung am , unter | Kommentare (33)



Nach einer langen Nacht, in der ich live über den Putschversuch in der Türkei berichtet habe, und nach einem kurzem Schlaf, hier der Stand der Dinge am Morgen. Der Militärputsch gegen die türkische Regierung scheint gescheitert zu sein. Erdogan hat die Gülen-Bewegung für den Umsturzversuch verantwortlich gemacht, obwohl diese sich von Anfang an gegen den Putsch ausgesprochen hat. Er kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Putschisten an. Erdogan erklärte, die Aufständischen "werden einen hohen Preis bezahlen". Die Armee werde nun gesäubert, sagte er. Wie bereits in meinem Live-Bericht angekündigt, landete Erdogan um 3:19 Uhr mit einer Gulfstream 4 Regierungsmaschine auf dem Istanbuler Flughafen und wurde von hunderten jubelnden Unterstützern begrüsst. Davor hatten sich bereits Dutzende Soldaten den Polizeikräften ergeben.


Wie das türkische Justizministerium mitteilt, hat sich die Totenzahl im Zusammenhang mit dem Putsch mittlerweile auf mindestens 90 erhöht. Laut aktuellem Stand sind 754 Militärangehörige, die sich am Putschversuch beteiligt hatten, festgenommen und fünf Generäle und 29 Oberste ihrer Funktionen enthoben worden. Die Putschisten-Gruppe nannte sich in einer E-Mail "Bewegung für Frieden in der Heimat". Generalstabschef Hulusi Akar, der von Putschisten festgesetzt wurde, ist offenbar befreit worden. Das Hauptquartier des türkischen Militärs ist nach Angaben eines hochrangigen Regierungsvertreters unter der Kontrolle von Regierungstruppen. Eine kleine Gruppe leiste aber noch Widerstand. Die Putschisten hätten noch einige Hubschrauber unter ihrer Kontrolle, aber keine Kampfjets.

Der islamische Prediger Fethullah Gülen hat den Umsturzversuch von Teilen des türkischen Militärs verurteilt und die Anschuldigungen des mit ihm verfeindeten Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurückgewiesen. Er habe in den vergangenen Jahrzehnten selbst mehrere Militärputsche in seinem Heimatland miterleben müssen, daher sei die Behauptung, er sei in den Staatsstreich verwickelt, "besonders beleidigend", erklärte der in den USA lebende Geistliche in der Nacht zum Samstag.

"Ich weise solche Anschuldigungen kategorisch zurück", betonte Gülen. Er verurteile den Putschversuch "auf das Schärfste". Er bete dafür, dass sich die Lage in der Türkei schnell und friedlich kläre, fügte Gülen hinzu.

Nach meiner Beobachtung und Analyse des Ablaufs des Putsch und was daraus geworden ist komme ich zur Überzeugung, Erdogan hat diesen selbst inszeniert, um als Held dazustehen und um seine Macht zu erweitern. Es kann ja nicht sein, dass echte Putschisten so naiv waren und so amateurhaft vorgegangen sind. Es waren zu wenig Soldaten im Einsatz, um das Land wirklich zu kontrollieren. Und dann die Schnelligkeit, wie der Putsch zusammengebrochen ist, innerhalb von wenigen Stunden. Nein, das war kein echter Umsturz, sondern eine Erdogan-Show!

Wenn man wirklich gegen das Staatsoberhaupt putschen will, dann muss man als erstes das Staatsoberhaupt festnehmen und aus dem Verkehr ziehen. Das ist nicht geschehen und es zeigt, das war kein echter Putsch. Wie will man mit nur 1'500 Soldaten einen Staatsstreich durchziehen? Ist doch lächerlich. Den einfachen Soldaten wurde gesagt, sie nehmen an einer Antiterrorübung teil, die wussten gar nicht, es soll ein Putsch sein. Man muss nur fragen, qui bono, wer profitiert von dieser Aktion? Doch nur Erdogan!

Wenn man seine Popularität verliert, muss man was tun, also sich als Opfer böser Mächte hinstellen und als siegender Held hervorkommen. Das ist jetzt passiert. Leider werden viele Türken darauf reinfallen und noch mehr Erdogan anhimmeln. Dabei, es gibt sehr viele Menschen in der Türkei, die gegen Erdogan sind. Diese werden jetzt rücksichtslos verhaftet und eingesperrt. Wenn er die halbe Türkei einsperren will, die Gefängnisse platzen jetzt schon aus allen Nähten. Es geht um eine Säuberungsaktion, im Militär und sonst überall.

Leider sind die Erdogan-Anhänger blinde, völlig überemotionale und radikale Fanatiker. Die werden jetzt triumphieren und den Andersdenkenden noch mehr drohen als bereits geschehen. Ich werde ständig von diesen Irren bedroht, sogar mit dem Tot, denn über ihren "Führer" darf man nichts kritisches sagen.

Intellektuelle, Wissenschaftler und Journalisten werden nach dem Putsch mehr denn je der Beleidigung des Staatsoberhaupts bezichtigt und vor Gericht gezogen, wenn sie sich kritisch zu Erdogan äussern.

Der Künstler Carlos Latuff, ein vehementer Erdogan-Kritiker, der von Erdogan und seinen Schergen verfolgt wird, hat schon das passende Bild gezeichnet.

Der Putsch in der Türkei? Fakt oder Fiktion?


Laut neuester Meldung haben bereits 1'563 Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Putschversuch stattgefunden. Jetzt geht die Verhaftungswelle los und die Ausrede dafür ist perfekt. Das ganze erinnert sehr an den gescheiterten Putsch gegen Hitler und die Machtübernahme der SS über die Wehrmacht und überhaupt über alle Bereiche. Jetzt wird der Laden aufgeräumt und jede Opposition plattgemacht.

Heute tritt das türkische Parlament zu einer Sondersitzung zusammen. Ich gehe davon aus, die Abgeordneten werden Erdogan diktatorische Vollmachten geben, so wie Hitler nach dem Reichstagsbrand sie bekam und die Alleinherrschaft an sich riss. Das klassische Vorgehen, wie auch in Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith gezeigt. Senatorin Padmé Amidala: "Und so geht die Freiheit zugrunde - mit donnerndem Applaus" als Kanzler Palpatine die Vollmacht bekam und sich zum Imperator Darth Sidous verwandelte.

Es geht schon los. Vize-AKP-Chef Mehmet Müezzinoglu will die Todesstrafe wieder einführen, die erst 2004 wegen des möglichen EU-Beitritts abgeschafft wurde.