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Mit Lieberman begibt sich Israel auf den Kriegspfad

Sonntag, 22. Mai 2016 , von Freeman um 17:00

Na ja, das zionistische Konstrukt ist seit der Entstehung durch die gewaltsame Vertreibung der Palästinenser schon immer im Krieg. Zuerst mit Terroranschlägen gegen die britische Zivilverwaltung Palästinas, ab 1948 mit Völkermord gegen die heimische arabische Bevölkerung und dann mit Kriege gegen die Nachbarländer. Nur, Netanjahus Ernennung des Rassisten, Rechtsradikalen und Faschisten Avigdor Lieberman zum Kriegsminister ist jetzt eine krasse Steigerung und Wende zu noch mehr Gewalt. Hier ein Beispiel, welche Einstellung er hat. Im Zusammenhang mit dem Wahlkampf 2015 äusserte Lieberman: "Bei denen, die gegen uns sind, kann man nichts machen, wir müssen eine Axt nehmen und ihnen den Kopf abhacken." Diese Worte könnten auch von den radikal islamischen Kopfabschneidern der ISIS stammen. Ein Politiker mit dieser extremen Einstellung ist jetzt wieder Minister im israelischen Kabinet??? Deshalb hat seine Ernennung heftigen Protest am Wochenende in Israel ausgelöst.

Lieberman und Netanjahu

Der Vorgänger von Lieberman, Mosche Jaalon, ist zurückgetreten, weil er schon länger mit der Politik Netanjahus gegen die Palästinenser nicht einverstanden ist. Er betonte, Militäroffiziere sollten ihre "freie Meinung äussern", wenn sie mit dem was sie als Besatzungsmacht in den besetzten Gebieten tun nicht einverstanden sind. Jaalon verteidigte damit die Aussage des stellvertretenden Stabchef Generalmajor Yair Golan, der gesagt hatte, "Frauen, Kinder und unbeteiligte Zivilisten zu töten ist unakzeptable. Die Anwendung von Gewalt in zivilen Gebieten muss immer unter Kontrolle bleiben und auf ein Minimum eingeschränkt werden."

Golan bezog sich damit auf die Praxis der israelischen Armee, Häuser von Palästinensern zu sprengen und platt zu walzen, die verdächtigt werden, an Angriffe auf Israelis beteiligt zu sein. Durch diese Racheakte verlieren Familien, einschliesslich Frauen und Kinder, ihr Zuhause, die dort leben und keine Verbindung zu den mutmasslichen Angreifern haben. So eine Kollektivstrafe ist generell laut UN-Charta verboten und ohne Beweise und gerichtlichem Urteil sowieso. Golan verglich diese Vergeltungspolitik Israels zu dem Vorgehen der Nazis gegen die Partisanen in den besetzten Gebieten im II. Weltkrieg.


Anlässlich einer Rede zum Holocaust-Gedenktag hatte Generalmajor Golan auch gesagt: "Es ist beängstigend, die schreckliche Entwicklung die in Europa stattfand, jetzt hier zu sehen. Was in Deutschland vor 70, 80, 90 Jahre passierte, passiert jetzt unter uns im Jahre 2016. Der Holocaust, meiner Meinung nach, muss zu einer tiefen Seelensuche über die Natur des Menschen führen. Es muss dazu führen, die Verantwortung unserer Führung und die Qualität unserer Gesellschaft zu überprüfen. Es muss zu einem fundamentalen Umdenken führen, wie wir hier und jetzt gegenüber den anderen uns benehmen."

"Es gibt nicht leichteres und simpleres als Angstmacherei und Drohungen. Es gibt nichts leichteres und simpleres als sich wie eine Bestie zu benehmen, moralisch korrupt zu werden und scheinheilig zu handeln", sagte Yair Golan.

Mit dieser Einsicht über das eigene Fehlverhalten gegenüber den Palästinensern, hat Golan natürlich bei den Nazionalisten und Rassisten in Israel ins Wespennest gestochen. Und deshalb musste Mosche Jaalon als sein Unterstützer gehen, auch weil er die Leichen, der durch die israelische Armee getöteten Palästinensern, den Familien übergeben lies, mit der Auflage an die Angehörigen, die Toten ohne grosses Aufheben schnell zu beerdigen. Das passte den Rechten auch nicht, denn sie wollen die getöteten ermordeten Palästinenser irgendwo anonym vergraben.

Jaalon sagte nach seinem Rücktritt: "Ich habe mit all meiner Kraft gegen Erscheinungen von Extremismus, Gewalt und Rassismus in der israelischen Gesellschaft gekämpft, die ihre Stärke bedrohen und auch in die Streitkräfte einsickern, wo sie schon Schaden angerichtet haben." Mit Lieberman ist genau das Gegenteil von Jaalon jetzt fürs israelische Militär zuständig, ein Extremist und Rassist der schlimmsten Sorte.



Nach der Ernennung von Avigdor Lieberman als neuen Kriegsminister haben am Samstag hunderte sich versammelt und gegen den Rechtsrutsch der Regierung protestiert. Wie oben bereits gesagt, hat dieser in Moldawien geborene und nach Israel eingewanderte ehemalige Türsteher und Saalordner eine brutale Einstellung gegenüber allen Nichtjuden. Aktivisten sagten, Netanjahu stellt jetzt Israel damit auf den Kriegspfad.

Die Demonstranten kamen auf den HaBima Platz in Tel Aviv und brachten zum Ausdruck, mit der Ernennung von Lieberman als Chef des israelischen Militärs hat Netanjahu "die rechts-radikalste Regierung in der Geschichte Israels zusammengestellt". Laut Jerusalem Post hat ein Organisator der Protestaktion gerufen: "Wir meinen, diese Regierung ist ein Desaster für unser Land." Und dann weiter: "Es gibt keine Zukunft oder Vision."

Demonstranten hielten Plakate hoch auf denen stand: "Bibi, du hast versagt ... Bibi, hau ab." Und: "Wir wollen keine Opfer mehr. Lieberman ist ein Minister des Krieges".

Die Opposition in der Knesset ist völlig aufgebracht durch die Ernennung von Lieberman, sagte dabei, es wird zu einer Politik führen "an der Schwelle zum Wahnsinn."

Tamar Zandberg, ein Mitglied der linken Meretz-Partei, sprach an der Demonstration und betonte den Grad an Extremismus in den Reihen der Regierung. "Diese Woche haben wir neue Höhen des Extremismus erreicht und eine noch rechtsradikalere Regierung", rief sie der Menge zu. Zandberg nannte Lieberman auch "korrupt" und einen "Rassisten".

Am vergangenen Freitag hat Ehud Barak, der ehemalige Minister fürs Militär, auf den Rücktritt von Jaalon reagiert und gegen die Ernennung von Lieberman gewarnt. Er sagte, die Regierung "zeigt Anzeichen des Faschismus", und er fügte hinzu, "der Rücktritt von Jaalon sollte ein rotes Warnlicht für uns alle sein, über was in der Regierung vorgeht."

UPDATE 22.05.16 - Die israelische Zeitung Haarez berichtet, die Todesstrafe, die Avigdor Lieberman in Israel für "Terrorakte" einführen will, soll nicht für Juden gelten. Es gibt nämlich einen wichtigen Unterschied, wie Terror in Israel behandelt wird. Palästinenser werden von einem Militärgericht abgeurteilt. Juden die Terroranschläge gegen Palästinenser verüben aber nicht, denn die kommen vor ein Zivilgericht. Eine Todesstrafe sollen "nur" Militärgerichte verhängen können, also nur gegen Palästinenser. Wieder ein Beweis, wie rassistisch das zionistische Regime ist.

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insgesamt 11 Kommentare:

  1. NEO sagt:

    Sehr umsichtig, zurückhaltend und gemäßigt von Dir Freeman Mosche Jaalons Rücktritt nicht mit dem Abschu... äh Absturz der Egypt Air Maschine in Verbindung zu bringen. Aber Du weißt, Deine Leser werden es tun. Zu offensichtlich ist die zeitliche Nähe und die Wortwahl Jaalons bei seinem Rücktritt. Was mich bei diesen Hardcore Zionisten zusätzlich ärgert ist der deutsche Nachname: Liebermann, Friedmann, Blumberg, Grünspan, Blankfein, Eppstein, Rotstein, Zuckerberg, Silbermann etc. etc. --> www.youtube.com/watch?v=GSrhJGGDqx0

  1. Und dann fragt man dich, wie die Welt heute aussehen würde, hätte HITLER die Atombombe 2 Jahre früher als die USA gehabt?? Und welche Zielkoordinaten haben die Israelischen U-Boote gespeichert ? Und wer erpresst dann wen?? Gibt es überhaupt noch irgendwelche Tabus auf dieser Welt oder gibt es nur noch Interessen und Skrpuellosigkeit? Ab welchem Grad von Skrupellosigkeit spricht man von "Menschenverachtung" oder bei "staatlich geregelter Hülle" von Faschismus?

    Ist Israels kollektives Trauma soweit instrumentalisierbar, dass der Staat jeglichen Masstab verloren hat? Ist die kollektive Psyche - wenn es dieses überhaupt gibt - ist diese Stimmung in diesem Land noch umkehrbar, oder wird ISRAEL in extremis zum Feind der Menschheit - ein psychopathisches Land? Oder ist es nur ein Land mit faschistoiden Psychopathen in der Regierung? Kibbuzim wacht auf! Ohne die Veränderung aus Israel heraus gerät Israel und mit ihm die Welt in eine fürchterliche Spirale. Die ist den Israelis und sämtlichen Menschen beileibe nicht zu wünschen und sie beginnt in Europa z.B. bei den geplagten Flüchtlingen aus der Region.

  1. Peter Vogl sagt:

    Keine Angst, Mutti Merkel kniet auch vor Avigdor Lieberman und streut ihm Rosen. Wie lieeeb.

  1. migeha sagt:

    Wie mögen die Zustände in den besetzten Gebieten wirklich sein, wenn bereits ein hoher Militär der eine gnadenlose und harte Ausbildungung und Auslese der IDF durchlaufen hat solche Skrupel und Worte gebraucht.

    Gottes Mühlen mahlen langsam...

    und die Hoffnung (auf gerechten Frieden) stirbt zuletzt.

  1. Ggin Giwdeh sagt:

    Je eher der Unrechtsstaat verschwindet, desto besser für die ganze Menschheit !

  1. reisfresser sagt:

    Egal wer in Israel kommt oder geht,Israel bleibt ein Terrorstaat der von allen unterwürfig hofiert wird, u.a von Putin ,Obama und allen anderen Speichelleckern.
    Mutti Merkel ist die Anführerin.
    Israel kann sich alles erlauben,weil es von einer Lüge gedeckt ,von allen anderen Staaten mitleidig als unantastbar anerkannt wurden.

  1. Skeptiker sagt:

    Jeder unvoreingenommene Besucher Israels wird rasch feststellen, dass das Land überwiegend von gastfreundlichen, hilfsbereiten und friedliebenden Menschen bewohnt wird. Israelis lieben politische und religiöse Analysen mit Gästen, die in ihrer Offenheit überraschen. Dabei stellt man fest, dass der Wunsch nach Frieden und Erhalt des eigenen Lebensniveaus, wie in den anderen Ländern auch, im Vordergrund stehen. Kritisch hinterfragt wird die Berechtigung der Sonderrolle der Ultraorthodoxen (z. Bsp. Befreiung vom Wehrdienst).
    Das Problem ist in Israel, wie in den meisten anderen westlichen Ländern auch, dass die Regierenden sich einen Dreck um die Wünsche der Mehrheit ihrer Wähler scheren, nur sind die Auswirkungen für den Weltfrieden im Brennpunkt Israel verhängnisvoller, als das beispielsweise bei Portugal der Fall ist.
    Die Ablösung von Verteidigungsminister Jaalon durch Lieberman lässt nichts Gutes ahnen, sowohl für die armen, geschundenen Palästinenser als auch für uns.

  1. Danke für den realistischen Artikel, Freeman. Ich greife nur einen Satz heraus, Lieberman,s radikale Einstellung gegenüber Nichtjuden. Dieses ganze Israel ist eine religiöse und biblische Lüge. Der Gott der Juden(lt. dem alten Testament Jehowa, ein Gott der seinen Anhängern so manches Verbrechen als Glaubensbeweis abverlangt)hat angeblich einen Teil Palästinas seinen auserwählten Volk zuerkannt, wenn sie spuren. Sprich, den Bann ausführen und mit der Schärfe des Schwertes auch Frauen und Kinder nieder machen. Und genau das Land haben jetzt vorwiegend Atilla-Abkömmlinge(Khazaren, Ashkenasen) in Besitz genommen und vertreiben emsig die wahren Semiten aus Palästina bzw. rauben deren Land. Das diese ehemaligen Phallus-Anbeter gegen 800-900 den jüdischen Glauben annahmen, hat mit der Bibel rein nichts zu tun. Wenn dieser Lieberman etwas gegen Nichtjuden hat, sollte mit der Axt in Israel anfangen. Das ein Kritiker dieser Geschichtslüge als Antisemit bezeichnet wird ist der absolute Schwachsinn und ein Paradox !!

  1. xabar sagt:

    Lieberman bekleidet ja nicht zum ersten Mal Ministerposten. Er war schon unter Ehud Olmert Minister und stellvertretender Ministerpräsident und später auch unter Netanyahu Außenminister und ich glaube auch stellvertretender Ministerpräsident. Als Israel Ende Dezember 2008 (Operation Cast Lead) Gaza überfiel und tagelang bombardierte, sprach er sich für den Einsatz von Atomwaffen gegen die Enklave aus, so als ob die israelischen Terrorangriffe nicht schon genug Schaden anrichteten. 300 Kinder verloren damals ihr Leben in Gaza.

    Lieberman ist immer mit seinen radikalen Sprüchen an die Öffentlichkeit gegangen, aber dann hat er sich auch mal wieder für eine Zweistaatenlösung eingesetzt. Dann ist er wieder ins Gegenteil verfallen und hat sich für die Aussiedlung der israelischen Araber (20% der Bevölkerung in Israel, vor allem im Norden des Landes ansässig), also für ethnische Säuberungen eingesetzt, was selbst bei einem Faschisten wie Ariel Sharon (der Beirut platt machte und im Süden des Libanon KZs für Mitglieder der PLO bauen ließ) auf Ablehnung stieß.

    Seine Partei Ysrael Beiteinu (ich glaube, es heißt 'israelisches Haus') setzt sich aus russisch stämmigen Immigranten zusammen, die in den 90iger Jahren unter Jelzin aus Russland ausreisen durften. Es war Mikhail Gorbatschow, der die Ausreisewelle schon Ende der achtziger Jahre ermöglicht hatte und deshalb bei den Israelis hoch angesehen ist.

    Also dieser Lieberman ist kein unbeschriebenes Blatt, und ich glaube nicht, dass sich Großartiges an der israelischen Politik durch seine Ernennung zum Kriegsminister ändern wird. Wenn Netanyahu, sein Busenfreund, ihn dazu ernannt hat, dann zeigt das, dass dieser Netanyahu unangefochtener Chef im Ring ist. Alles wird so weiter gehen: Die Landnahmen, die Inhaftierung von palästinensischen Kindern im Rahmen der administrativen Gefangennahmen, das Plattmachen von palästinensischen Häusern, die Absperrung der Al Aqsa-Moschee, die Unterstützung des IS in Syrien, die Luftschläge gegen die Hisbollah und die gezielten Tötungen. Erst kürzlich haben sie wieder einen Hisbollah-Kommandeur gezielt getötet.

    Israel ist ein rassistischer Apartheidstaat und wer wie Frauke Petry dort hin pilgert, um sich lieb Kind zu machen, entlarvt sich selbst, genauso wie sich damals viele CDU-Politiker entlarvt haben, die sich mit dem südafrikanischen Apartheidsregime eingelassen haben.

  1. Petra M. sagt:

    @xabar,
    ich finde Ihre Auftritte als sehr lehrreich!

  1. lieberman.. mein gesunder Menschenverstand piepst mir ins Ohr, das kurz vor dem großen aus, sich jeder noch mal ans Steuer setzten will