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Wiederholt Amerika Roms Untergang?

Mittwoch, 25. Juli 2007 , von Freeman um 01:11

Rund um Washington gibt es eine breit angelegte Ringstrasse die Beltway heisst. Es gibt zwei Vereinigte Staaten, eins innerhalb des Beltway, in dem die Personen leben welche das Land regieren, und die anderen, welche ausserhalb sind, der ganze Rest der USA. Im antiken Rom war es genau so, es war auch durch eine heilige Grenze umrandet, bekannt als Pomerium.

Wenn man sich den Aufstieg und Untergang Roms anschaut, muss man sich fragen, wird Amerika das gleich Schicksal erleben? Rom ist eigentlich nicht untergegangen so wie es die meisten Menschen meinen, ein plötzlicher Kollaps, sondern es war eher ein Auflösen in der Geschichte, was ca. 200 Jahre andauerte.

Heute wie damals, gibt es die Annahme, weil das Imperium beeindruckend und allmächtig ist, wird es so für immer weiterexistieren. Auch die Regierenden in Amerikaner meinen den Tag des Triumphes über alle Feinde wird bald kommen. Die Römer haben gleich gedacht, denn die letzten Münzen die geprägt wurden hatten den Spruch darauf „Roma Invicta“ Rom ist unbezwingbar.

Es gibt die gleiche Abhängigkeit der Imperien von militärischer Stärke und die gleiche immer zunehmende Schwierigkeit genug Soldaten anzuheuern. Rom benötigte immer mehr „Barbaren“ und die USA immer mehr Ausländer und Söldner. Genau wie Rom lebt Amerika in Saus und Braus, völlig über seine Verhältnisse, die Arbeit machen die anderen, die Provinzen müssen immer mehr Waren abliefern, die Vasallen schützen die Grenzen des Imperiums und es werden permanent Kriege um Ressourcen und um die Unterdrückung der Aufständischen geführt.

Eine weitere erschreckende Parallele ist die selbst zugefügte Wunde, der Brand von Rom durch Kaiser Nero, um die Schuld den Christen in die Schuhe zu schieben, sie verfolgen zu können und dem Volk die Angst vor diesem "Feind" zu schüren, mit dem Ziel sich zum Diktator zu machen und die absolute Macht zu bekommen. Genau so ist es mit dem 11. September, ein selbstinszinierter Angriff auf sich selber, mit den Arabern und Muslimen als Schuldige und Feind von dem man Angst haben muss, um den "Krieg gegen den Terror" führen zu können, sich als Präsident absolute Macht zu geben und den Sicherheitsstaat zu etablieren.

Es gibt den gleichen Abstand zwischen Arm und Reich. In Rom mehr, da es gar keine Mittelklasse gab. Nur in den USA ist die Elite viel zerstörerischer am Werk weil sie selber immer unglaublich reicher wird und alle anderen immer ärmer. Die Reichen leben in ihren völlig abgeschirmten, gesicherten, perfekten Ghettos, mit privaten Golfplätzen in einer Art Disneyland, wärend die Mehrheit des Volkes zwei bis drei Jobs benötigt nur um Essen auf den Tisch zu bringen, keine Krankenversicherung hat und von der Hand in den Mund lebt. Deshalb, kann man noch an die Demokratie glauben, wenn der Widerspruch und die Ungleichheit in der Gesellschaft so gross sind?

Um das Volk bei Laune zu halten und von den Problemen abzulenken haben die Römischen Imperatoren die Massen im riesigen "Circus Maximus" mit Spielen, vor allem Wagenrennen, unterhalten, während sie sich in den Amphitheatern wie dem Kolosseum an Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen ergötzten. Nebenbei wurde die Menge von den Organisatoren der Spiele auch kostenlos verpflegt. Genau so ist es heute, die riesige Freizeitindustrie bestehend aus Film, TV, Shows, Sport sind alle darauf ausgerichtet die Menschen zu unterhalten, abzulenken, in eine Illusion zu verführen... Brot und Spiele wie damals.

Es gibt noch eine weitere Parallele was die Privatwirtschaft betrifft, in dem diese in den USA immer mehr die Aufgaben des Staates übernimmt, so auch was die Universitäten, die Spitäler und den ganzen Kulturbetrieb betrifft. Wie damals, sind die edlen Spender, die Milliardäre und Millionäre ganz heiss darauf, ihren Name in Stein gemeisselt zu kriegen. In Rom war es auch so, wo die Reichen für die Tempel, die Bäder, die Stadien und für die ausschweifenden Feste bezahlt haben.

Als Konsequenz war der Gemeinschaftssinn dadurch ausgehöhlt. In den USA wie in Rom, werden öffentlichen Vorhaben als Geschenke der Reichen entgegengenommen, dadurch wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen oder darf nicht mitbestimmen und mitverantwortlich sein.

Genau wie in Rom, wird diese Ungleichheit die Nation spalten und aussereinander reissen. Es gibt deshalb drei Horrorszenarien wie es mit Amerika weiter geht. Es gibt die Festung Amerika, in dem die Welt auf Distanz gehalten wird. Es gibt den Stadt-Staat in dem die Nation sich in Städte aufteilt die dann autonom und sich selber verwalten, wie die alten Italienischen Stadt-Staaten. Und es gibt noch die Möglichkeit der faschistischen Konzerndiktatur, wo noch mehr der staatlichen Aufgaben an Konzerne übertragen wird und diese dann das Land endgültig führen.

Die vierte Variante wäre natürlich noch, man besinnt sich den ursprünglichen Amerikanischen Tugenden, welche die Verfassungsväter und Gründer der Nation gemeint haben.

Die Amerikaner sind nicht sehr glücklich wie der Zustand des Landes ist. Sie sehen die Ungerechtigkeit, die völlige Abgehobenheit der Elite, der Politiker, der Konzernlenker, die mit dem gemeinen Volk nichts zu tun haben. Sie sehen die Verrottung des Staates, die andauernde Lügerei, die Korruption und die Raffgier, das Abhandenkommen jeglicher Moral.

Es gibt einen zunehmenden Zorn in der Gesellschaft, weil sie sehen, egal wer gewählt wird, es wird immer die gleiche Politik umgesetzt, die welche nur den Konzernen zu gute kommt. Der Unmut drückt sich dadurch aus, dass immer mehr Menschen zu Selbsthilfe einerseits greifen, aber auch nach Korrekturen und Reformen rufen. Es muss sich etwas gewaltig ändern, denn es brodelt in der Amerikanischen Gesellschaft.

Die Elite hat dies erkannt. Entweder geben sie den Druck nach und das Land wird wieder eine Demokratie, oder sie werden das Volk unterdrücken müssen. Ich persönlich glaube nicht, dass die Elite reformfähig ist. Die Tendenz den Polizeistaat einzuführen ist bereits voll im Gange. Das die USA sich in eine Diktatur verwandelt ist zum greifen nahe und leider sehr wahrscheinlich. Nur so werden sie die Massen unter Kontrolle halten können.

Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt und wir ein Amerika erleben, so wie wir es eigentlich immer gesehen haben, friedliebend, freiheitlich, demokratisch und ein Vorbild für die Welt. Leider ist es jetzt genau das Gegenteil. Es ist kriegerisch, aggressiv, arrogant, überheblich, diktatorisch, zerstörend und der Meinung die ganze Welt beherrschen und besitzen zu dürfen. Wenn die USA dabei untergeht, dann werden es wie damals mit Rom alle bezahlen, nicht nur die Römer selber.

insgesamt 7 Kommentare:

  1. Anonym sagt:

    sehr guter text!

  1. Chaos sagt:

    Na hoffen wir mal, dass sich das ganze System zur Monarchie wandelt. Das Problem ist, dass red Weg normalerweise über Diktatur führt. Demokratie ist das dummste von bekannten Systemen (wo zwei Penner mehr zu sagen haben als ein Prof). Ausserdem Rom ist auch wegen Sozialismus untergegangen. Das ständige Halten des Volkes bei Laune hat jede Menge Geld gekostet. Damit das alles bezahlt werden könnte, wurde das Geld relativ früh weich gemacht (die Münzen hatten immer geringeren Anteil an Silber/Gold).
    Und noch was: Die brennende Stadt im Jahre 69n.Ch. hatte nichts zu tun mir dem Kaiser Nero. Heute gibt es Beiweise dafür, dass es früher oder später dazu kommen musste. Das Feuer fing an (fast wie immer damals) am Markt (jede Menge Holz, leichtbrennbare Waren wie Tuch, Öl usw + Menge unachtsamen Menschen).

  1. Anonym sagt:

    @Freeman: Danke, ich bvewundere die Klarheit deiner Ausdrucksform.
    @Chaos: Wenn in einer Demokratie 2 Penner mehr zu sagen haben als ein Professor ist das ok, denn wenn der Professor sie nicht überzeugen kann dass seine Lösung die richtige ist sollte er nochmals über die Bücher. Denn wenn diese Penner nicht freiwillig Penner sind ist es keine Demokratie sondern Kapitalismus und der soziale Missstand hat schon um sich gegriffen. Die Gefahr sind nicht die Penner, sondern die die sie zu Pennern machen!

  1. KLACHÖ sagt:

    In der US-Glitzermetropole New York haben immer mehr Menschen Probleme, satt zu werden. Einer am Freitag veröffentlichten Studie der New York Food Bank zufolge fiel es im vergangenen Jahr 3,1 Millionen New Yorkern schwer, das nötige Geld für Essen aufzubringen - immerhin 40 Prozent der Einwohner.

  1. Anonym sagt:

    Sehr guter Text. Trifft genau meine Überlegungen.
    Eine weitere Analogie wäre die Mauer, die die USA zu Mexiko bauen, die Israel baut und vor allem die Mauer, die die EU um ihre Grenzen zieht. Die BRD hat das Privileg keine solchen Grenzen zu haben und steht mit sauberen Händen da. In Wahrheit fördert sie den Mauerbau. Der Limes brachte den Römern einen Aufschub, retten konnte er ihr Imperium nicht.

    Europa ist ein Teil dieses Imperiums. Die BRD ist ein Vasall der USA. Unsere Eliten (und damit die Politik) macht bei diesem Spiel mit, denn sie profitiert davon.
    Wir haben uns nicht am Irakkrieg beteiligt, Schröder und Fischer konnten so den EIndruck erwecken, sie wären souverän und verträten nur "humanitäre Kriege".
    Dass wir trotzdem auf allen Ebenen den Irakkrieg unterstützen, sollte inzwischen klar sein.
    Mehr noch: Ist es nicht egal, ob wir unsere Truppen auf den Irak und Afghanistan aufteilen oder ob wir sie "nur" auf Afghanistan konzentrieren? Es ist der gleiche Krieg!
    Wir haben kein Recht dort zu sein und Menschen in die Luft zu sprengen. Was ist der Unterschied zwischen Afghanistan und dem Irak?
    Vor allem dieser: Über Afghanistan wird kaum berichtet. Wer glaubt, dass wir dort den Menschen helfen uns Infrastruktur aufbauen, der sollte sich mal die Zahlen angucken. Der Geldbetrag der für Infrastruktur aufgewendet wird ist lächerlich, gegenüber den militärischen Kosten. Und selbst dieser geringe Betrag fließt zu 90% in den Straßenbau, dient also der Mobilität der Besatzer und dem zügigen Abtransport der Ressourcen.

    Sebastian

  1. @chaos:
    wo hast du denn diesen fragwürdigen Spruch her? Eine Monarchie ist nicht weit weg von einer Diktatur. Hättest du im Mittelalter gelebt, würdest du sicher anders darüber denken. Denn auch dort wurde der Pöpel klein gehalten, schickaniert und der letzte Cent aus den Taschen gezogen und der Adel lebte in Saus und Praus.

    Bitte überdenke solche Dinge, wenn sie dir gesagt werden. Nicht jeder der Krawatte und Anzug trägt ist gleich schlau.

    In einer Demokratie hingegen geht es darum - eigentlich(!) - dass jeder, egal aus welcher Schicht er stammt, das gleiche Recht und die gleichen Zugänge zur Bildung zu haben. Dass heute so viele dumme Menschen rumlaufen verdanken wir der Elite, die uns die Unterhaltsungsindustrie "geschenkt" hat und uns damit systematischg dumm hält. Gleichzeitg haben ärmere Menschen kaum Möglichkeit sich weiter zu bilden. Das System ist perfekt, ein Teufelskreis.
    In einer Demokratie leben nicht so unverhältnismäßig viele dumme Menschen, die zufällig alle Arm sind, gegenüber so viel gebildeten Menschen, die zufällig alle reich sind, wie heutzutage hierzulande.
    Es geht um Chancengleichheit und Mitbestimmungsrecht.

  1. Ninja sagt:

    6. Option: China übernimmt die Vasallen. Die Feinde meiner Feinde sind meine Freunde. Und Europa wird sich gerne China zuwenden, was es seit Jahren auch tut. So treue Vasallen sind wir ja nicht, um nicht unseren eigenen Profit zu suchen. Und China wäre ziemlich blöd, um Europa untergehen zu lassen. Stellt sich für mich die Frage: sind die Chinesen klüger als Amerika? Es gibt ein russ. Sprichwort: Ein Dummer lernt aus eigenen Fehlern, der Kluge aus den Fehlern anderer. Und noch eins: nur ein Dummer tretet zweimal auf den Rechen.
    Auf jeden Fall ist es eine spannende und ereignisreiche Zeit, die uns bevorsteht, außer man glaubt natürlich die Irrlehre, dass die Welt dieses Jahr zu Grunde geht. Vllt geht ja USA zu Grunde. Wer weiß...