Toyota suspendiert Autoproduktion in Japan
Was die Welt nicht so mitbekommen hat, die vielen Erdbeben der letzten Tage auf der japanischen Insel Kyushu haben schwerwiegende Folgen für die japanische Wirtschaft. Der Autohersteller Toyota hat verkündet, es wird seine Autoproduktion in Japan vorübergehend anhalten, weil kritische Teile ihrer "just in time" Logistik wegen der Erbeben fehlen. Die Fabriken der Zulieferer sind schwer beschädigt worden.
Der Autohersteller wird die gesamte Produktion an seinen vier eigenen Montagewerken stilllegen und in Schritten auch die in anderen Unternehmen der Toyota-Gruppe. Laut Toyota handelt es sich um die Werke in Takaoka, Tsutsumi und Tahara from 19. bis 23. April, gefolgt von den Montagelinien in Tahara und Motomachi von 20. bis 23. April.
Das heisst, fast die ganze Autoproduktion von Toyota liegt dann mehrere Tage still. Laut Schätzungen werden dadurch 50'000 Fahrzeuge weniger hergestellt. Dies trifft auf die populären Modelle hybrid Pryus, Land Cruiser und Lexus zu.
"Die Entscheidung über eine Wiederaufnahme der Produktion in den japanischen Werken wird auf Basis der Verfügbarkeit der Teile gemacht", sagte eine Sprecher des Autokonzerns.
Die Firma Aisin Seiki, ein wichtiger Zulieferer von Karosserieteilen, Bremsen und Motoren für Toyota, hat eine Niederlassung in der Kumamoto-Prefektur, die massiv von den Erbeben betroffen wurde. Die Erschütterungen zerstörten viele Gebäude, tötete Dutzende und verletzte 2000 Menschen. 250'000 Bewohner sind obdachlos.
Viele Strassen, Brücken und Tunnel in Kumamato sind schwer beschädigt, was auch den Verkehr und Transport von Gütern sehr behindert.
Was sagt uns die Produktionspause von Toyota? Wie abhängig und fragil die heutige Wirtschaft und damit die moderne Gesellschaft ist. Wenn der Transport und die Zulieferung nicht mehr funktionieren, stehen die Fabriken still und die Regale in den Supermärkten sind leer.
Die westlichen Medien sprechen nur von Erdrutsche, die sich durch die Erbeben ereignet haben sollen, dabei ist die genauere Beschreibung der Konsequenzen, es haben sich riesige Risse und Gräben aufgetan. Es sieht aus wie wenn sich die Insel Kyushu durch die Mitte spaltet.
Die Grafik stammt von der U.S. Geological Survey und zeigt den Mittelpunkt aller Erbeben von 2,5 und grösser. Man sieht eine gerade Linie quer über die Insel. Bricht sie in zwei Teile auf?
Aber nicht nur Japan wurde jetzt von schweren Erbeben heimgesucht, der ganze "pazifische Ring" scheint in Aufruhr zu sein, mit aktuellen Erdbeben in Ecuador und Vulkanausbrüche in Mexiko.
525 Tote, 4605 Verletzte und zahlreiche Vermisste: So lautet die vorläufige Bilanz nach dem Erdbeben, das Ecuador vor fünf Tagen mit einer Stärke von 7,8 heimgesucht hat.
Am 18. April ist der bekannte 5462 Meter hohe Vulkan Popocatépetl wieder ausgebrochen, der rund 70 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernt liegt:
Überhaupt hat sich die Anzahl der Erbeben weltweit seit 2014 verdoppelt, im Vergleich zum Durchschnitt von 1979 bis 2013.
"Wir haben in letzter Zeit eine Periode erlebt, mit der höchsten seismischen Aktivität und der Erbeben die je aufgezeichnet wurden", sagte der Geophysisker Tom Parson von der U.S. Geological Survey (USGS) in Menlo Park, Kalifornien.
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Noch ein Naturereignis passierte über Südengland. Am 20. April rauschte ein grosser glühender Meteorit über den Himmel:
Ecuador will eigene digitale Währung einführen
Ecuador hat keine eigene Landeswährung sondern benutzt den US-Dollar als Zahlungsmittel. Um sich von der amerikanischen Finanzpolitik zu emanzipieren hat die Regierung beschlossen, die erste digitale Währung der Welt die durch eine Zentralbank herausgegeben wird in Umlauf zu bringen. Geplant ist ab Dezember damit zu beginnen. Einen Namen für die digitale Währung gibt es noch nicht, aber Offizielle haben ausgesagt, es wird keine Kryptowährung wie Bitcoin sein. Gustavo Solorzano, der Vizedirektor der Zentralbank sagte, die neue Währung wird speziell für die 2,8 Millionen armen Menschen des Landes geeignet sein, die 40 Prozent der Bevölkerung ausmachen, die sich kein Bankkonto leisten können und der Zahlungsvorgang wird über das Mobiltelefon ablaufen. Das heisst, die Menschen können egal wo sie sich befinden am Handy innerhalb von Sekunden Zahlungen vornehmen oder empfangen.
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| Beispiel eines Zahlungssystems über Handy in Kenia |
Ecuadors Präsident Rafael Correa beklagte, die Umsetzung des Planes für eine digitale Währung hätte zu lange gedauert und er verteidigte diesen Schritt gegen "Pseudoanalysten die in den Medien auftreten und es schlechtmachen." Correa betonte, es gebe keine Absicht den US-Dollar zu ersetzen, obwohl Experten meinen, genau das ist das langfristige Ziel der Regierung.
Die neue digitale Währung hat einen wichtigen Nachteil. Im Gegensatz zu Bitcoins, von denen es nur eine beschränkte Menge geben wird, kann die digitale Währung Ecuadors in beliebiger Menge in Umlauf gebracht werden, was das Risiko einer Inflation mit sich bringt. Die Nutzung von Bitcoins ist übrigens von der Nationalversammlung vergangenen Monat verboten worden.
Ecuador führte im Jahre 2000 den US-Dollar ein, nach dem eine massive Bankenkrise das Land traf. Ecuador ist mit 11 Milliarden Dollar verschuldet, hauptsächlich wegen Kredite die das Land von China erhalten hat.
Es gibt bereits erfolgreiche Anwendungen von Zahlungssysteme über das Handy-Netz. Wie zum Beispiel in Kenia und andere afrikanische Staaten, wo es kein ausgebautes Bankennetz gibt. Mobiltelefon haben aber viele Menschen dort. Seit 2007 gibt es in Kenia den M-Pesa, M für Mobil und Pesa ist Suaheli für Geld. So können die Kenianer Geld von der Stadt in die abgelegenen Dörfer zu ihren Verwandten schicken, im Prinzip ohne Kosten und augenblicklich.
Man tippt den Betrag und den Namen des Empfängers ins Handy ein und sofort wird der Betrag gutgeschrieben. Mittlerweile gibt es 65'000 M-Pesa-Agenten im Land, wo man mit dem digitalen Geld einkaufen oder es in die Landeswährung umtauschen kann. Zusätzlich akzeptieren viele Geschäfte M-Pesa. 19 Millionen der 44 Millionen Einwohner Kenias nutzen das digitale Geld. Ein Viertel der Wirtschaft des Landes läuft mittlerweile damit. Ist sicher ein Vorbild für Ecuador und viele andere Länder die das Bankensystem umgehen wollen oder müssen.
Maduro gewinnt knapp die Wahl in Venezuela
Am Sonntag waren die Bürger Venezuelas sechs Wochen nach dem Tod des Präsidenten Chávez dazu aufgerufen, einen Nachfolger zu wählen. Als Favorit galt der von Chávez zum Wunschkandidaten ernannte Maduro. Der 50-jährige frühere Aussenminister übernahm nach Chávez' Tod am 5. März übergangsweise die Regierungsgeschäfte. Sein Herausforderer war der 40-jährige Oppositionsführer und Gouverneur Henrique Capriles, der Chávez bei der Präsidentschaftswahl im Oktober unterlegen war. Laut Wahlkommission hat Nicolas Maduro nun die Wahl mit knappen 50,8 Prozent gewonnen.

Sozialismus oder Kapitalimus, so haben die Medien die Auswahl für die Bürger verkürzt hingestellt. Von den 19 Millionen Stimmberechtigten haben eine knappe Mehrheit sich für die Fortführung der Revolution von Chávez ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 78 Prozent.
Schon vor der Wahl hat die Opposition mit ihrem Kandidaten Capriles von Manipulation gesprochen und jetzt durch ihre Niederlage noch mehr. Nach dem knappen Ausgang des Votums forderte sie eine Neuauszählung der Stimmen. Es habe zahlreiche Unregelmässigkeiten gegeben, wird behauptet. Deshalb werde die Opposition die Ergebnisse der Wahlbehörde nicht anerkennen.
Da im Vorfeld die Umfragen einen überwältigenden Sieg für Maduro ankündigten, deutet der knappe Ausgang auf eine Manipulation hin, aber auf eine durch die Anhänger von Capriles. Der Vertreter Washingtons ist jetzt der schlechte Verlierer weil es nicht geklappt hat.
Chávez war ein Freund der Kapitalisten
Es mag absurd klingen, aber Hugo Chávez war eigentlich ein Freund der Profitgeier an der Wall Street. Er hat wohl mit seiner sozialistischen Revolution viele Unternehmen verstaatlicht, aber die Investoren in die Staatsanleihen von Venezuela immer schön brav bedient und ihnen Traumrenditen beschert. Bis zu 14 Prozent pro Jahr. Er ist den Verpflichtungen was die Rückzahlung der Schulden und der Zinsen betrifft immer nachgekommen. Chávez war nehmlich in einer Zwangslage.
Nach aussen hat er den grossen Kritiker des Raubtierkapitalismus gespielt, der Südamerika ausgeplündert hat, was ja auch stimmt, aber hinter den Kulissen konnte er nicht die Beziehungen zu den Finanzhaien kappen. Hätte er die Schulden nicht anerkannt, die Tilgung und Zinszahlungen gestoppt, hätten die Besitzer der Staatsanleihen sofort alle Öleinnahmen und das Eigentum Venezuelas im Ausland gepfändet, wie zum Beispiel die Raffinerien und die US-Tankstellenkette Citgo Petroleum Corp.
Aber nur durch die Einnahmen aus dem Ausland von schätzungsweise 80 Milliarden Dollar pro Jahr konnte er seine Revolution finanzieren. Die Bondbesitzer haben oder hatten sehr viel Freude an Chávez, weil er wohl medienwirksam auf die Pauke gehauen hat und sie heftig als Ausbeuter kritisierte, aber den Verpflichtungen ihnen gegenüber ist er immer nachgekommen. Einen besseren Schuldner gab es nicht. Was zeigt uns das? Den Sozialismus bekommt man nicht umsonst, sondern kann man nur ohne Eigenleistung mit den Krediten der Finanzmafia finanzieren.
Die Frage lautet jetzt, wie wird sein Nachfolger handeln? Wird er die Linie fortsetzen oder einen neuen Kurs einschwenken? Wirklich frei ist man nur wenn man völlig unabhängig ist und niemanden was schuldet. Sonst ist man ein ewiger Sklave und erpressbar, was ja der ganze Sinn des Kredit- und Zinssystems ist.
In Memoriam Hugo Chávez
Folgendes Interview habe ich am 17. Juli 2007 anlässlich des Starts von Press TV übersetzt und veröffentlicht. Es soll an Hugo Chávez erinnern, wie er gedacht hat und was seine Einstellung war.
In der Vergangenheit hatte Venezuela gar keine Kontrolle über seine eigene Aussenpolitik, diese wurde von Washington diktiert. Wir waren eine Kolonie der USA.
In einem Interview mit dem Iranischen Press TV in Teheran, hat der Venezolanische Präsident Hugo Chavez über die Aussenpolitik seines Landes und über den Iran gesprochen. Hier der Text des Interviews:
Reporter: In seinem Kommentar auf der Internet-Seite Globovision, hat der ehemalige Botschafter Venezuelas für Süd Korea, Julio Cesar Pineda sie für die Entwicklung von Beziehungen mit Russland, Weissrussland und dem Iran kritisiert. Er forderte sie auf Beziehungen mit den USA und der EU zu entwickeln. Was meinen sie dazu?
Chávez: Sie beziehen sich auf unser Vorgehen mit dem Imperialismus. Enge Beziehungen mit dem Westen war Teil der Aussenpolitik vor der Revolution. In der Vergangenheit hatte Venezuela gar keine Kontrolle über seine eigene Aussenpolitik, diese wurde von Washington diktiert. Wir waren eine Kolonie der USA. Heute sind wir unabhängig und haben eine eigenständige Politik entwickelt, völlig souverän. Wir halten die Beziehungen zu Russland, Weissrussland und dem Iran für fundamental und wichtig.
Reporter: Was für eine Wirkung meinen sie werden die Beziehungen Venezuelas zum Iran auf die unabhängigen Staaten haben?
Chávez: Sie wird ein Vorbild für andere Länder sein. In diesem Jahr haben wir 164 Kooperationsabkommen über Energie, Industrie, Politik, Kultur, Wissenschaft, Ausbildung, Gesundheit unterschrieben. Alle diese Abkommen zielen auf Solidarität, Spiritualität und Kooperation. In dieser Weise werden die Resultate die wir aus diesen Beziehungen erhalten einen starken Einfluss auf andere Länder haben, zum Beispiel in Latein Amerika, Nahen Osten, Asien und Afrika. Iranische Technologie und Industrie wird jetzt in Venezuela eingesetzt, Venezolanische Techniker werden im Iran ausgebildet und Iranische Experten werden in Venezuela geschult. Wir waren arme Leute, meistens Analphabeten. Jetzt haben wir Fortschritt. Die Verbindungen mit dem Iran sind ganz anders wie die Beziehungen die wir mit kapitalistischen Ländern hatten. Unsere revolutionäre Wirtschaft dient den Menschen. Jetzt sprechen Iran und Bolivien über dieselbe Beziehung. Das gleiche passiert im Falle von Nicaragua. Die Beziehungen haben einen starken moralischen, politischen und wirtschaftlichen Einfluss auf andere Länder. Die Beziehungen zwischen dem Iran und Venezuela haben einen Einfluss auf die ganze Welt. Deswegen sind die Imperialisten so besorgt darüber.
Reporter: Ich habe gehört die Sendelizenz für den privaten TV Kanal RCTV, welcher der Venezolanischen Opposition gehört, wurde durch ihre Regierung nicht erneuert. Meinen sie nicht, dies wäre eine Verletzung der freien Meinungsäusserung in ihrem Land?
Chávez: Die Privatwirtschaft ist ein Teil des westlichen Kapitalismus. Durch diesen Kanal haben sie Gift gesendet, welches durch die Augen der Zuschauer in die Seele der Menschen gedrungen ist und einen sehr schlechten Einfluss auf die Individuen und der ganzen Bevölkerung verursacht hat. Die Vereinsamung, der Verlust menschlicher Werte, der Individualismus, Egoismus, alles ist gegen die menschliche Natur. Die Kapitalisten haben diesen TV Sender betrieben um die Natur der Massen zu pervertieren. Im Westen kann man beobachten wie sie den Nahen Osten, Araber und Muslime als brutale Menschen darstellen. Die Menschen im Westen glauben alles was man ihnen erzählt. Sie meinen die USA und Europa ist das Kriterium für Modernisierung und Zivilisation, die Medien dort stellen den Iran und den Nahen Osten als die schlimmsten Terroristen dar.
Wir wissen aber, dass die alten Zivilisationen aus dieser Region stammen, als es noch gar keine USA gab.
Wenn jemand eine tiefe Spiritualität erfahren will, dann soll man nach Persien gehen, aber einige TV Sender versuchen ein barbarisches Bild zu malen über die Menschen in dieser Region.
Die wirklich barbarische Region ist das Land von Bush. Der barbarische Imperialismus sitzt in den USA und hört nie auf den Iran einzuschüchtern. Heute zerstört die USA den Irak und spaltet Palästina auf, als Teil seines imperialistischen Komplotts. Der Krieg zwischen Irak und Iran war ja auch in Washington geplant und inszeniert.
Die Operationen gegen Palästina werden auch durch Washington gesteuert und die Gräueltaten gegen die Palästinensische Bevölkerung haben ihre Wurzeln in der Politik Washingtons.
Die USA bedrohen auch Kuba und Venezuela und demnach ist es offensichtlich, dass die USA der wirkliche Barbar ist.
Der Nord Amerikanische Imperialismus hat eine Mediendiktatur entwickelt, aber Dank des neu gestarteten Sozial TV hat Venezuela überlebt.
Letzten Abend habe ich ein Fussballspiel geguckt zwischen Mannschaften von Venezuela und Peru auf Sozial TV, aber das Wetter war schlecht und das Signal war nicht gut. Am Schluss habe ich das Spiel auf dem Iranischen TV Kanal geschaut, welches es übertragen hat.
Reporter: Vor einigen Tagen haben sie über eine globale Revolution gesprochen. Können sie mehr darüber sagen.
Chávez: Ich habe immer gesagt, wir sind in einer Übergangszeit. Vor zwei Tagen diskutierte ich über diese Tatsache mit einer Gruppe von Abgeordneten. Eine neue internationale Ordnung wird geformt und die Islamische Revolution und die Venezolanische Revolution spielen eine Schlüsselrolle in diesem Prozess.
Der Iran hat eine sehr wichtige strategisch geopolitische Situation und Venezuela wird als das wichtigste Land in Latein Amerika betrachtet. Wir können sagen, dass die zwei Revolutionen zu einem dynamischen Übergang beitragen.
Ich glaube neue Teilnehmer werden zu der Bewegung einer globalen Revolution dazu kommen, welche aus den Nationen in Arabien, Latein Amerika, Karibik, Europa und sogar Nord Amerika sich erwartungsgemäss entwickeln werden.
Ich glaube diese Bewegung wird die Welt von der Bedrohung die aus dem Nord Amerikanischen Imperialismus kommt retten.
Reporter: Und Herr Präsident, warum haben sie entschieden in Russland zu sprechen, wenn sie wissen Russland hat seine eigenen Beziehungen mit den USA, speziell im Hinblick darauf, dass beide Länder Mitglieder des G8 sind?
Chávez: Ich habe Russland nicht gewählt. Die Aussenpolitik Venezuelas entwickelt sich in alle Richtungen und wir respektieren die internationale Politik aller Länder.
Gestern hat der Russische Präsident Vladimir Putin gesagt, Russland hat Beziehungen mit den USA, aber die USA muss die freundschaftlichen Beziehungen Russland zu Venezuela respektieren.
Russland wird als Weltmacht angesehen. Aber nicht nur Präsident Putin, sondern auch andere Russische Offizielle wie der Bürgermeister von Moskau Yuri Luzhkov sprechen sich lautstark gegen den US Imperialismus aus. Wir hatten auch ein Treffen mit Herrn Primakov, jetzt Vorsitzender der Handels- und Industriekammer. Ich hörte seine Ansprache gegen den Imperialismus. Das ist sehr positiv.
Reporter: Warum versuchen die USA und Europa den Iran davon abzuhalten die friedliche Nutzung eines Atomprogramms zu entwickeln und ist Venezuela an einer nuklearen Kooperation mit dem Iran interessiert?
Chávez: Das ist ein Vorwand den der Nord Amerikanische Imperialismus benutzt um den Iran unter Druck zu setzen. Wir beide haben das Recht Atomenergie zu entwickeln, da die Ölressourcen bald verbraucht sein werden. Venezuela könnte in der Zukunft damit arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt ist es zu früh für uns. Ich bin geehrt, dass dieses Interview gleichsam mit dem Start von Press TV stattfindet.
Reporter: Vielen Dank eure Exzellenz
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Julian Assange ist in die Botschaft Ecuadors geflohen
Am 25. Mai habe ich noch über das Interview von Julian Assange mit dem Präsidenten von Ecuador Rafael Correa berichtet und auf Deutsch übersetzt. Darin klagte er gegenüber dem Präsidenten, er stünde schon seit 500 Tagen ohne Anklage unter Hausarrest. 
Correa ermutigte ihm am Schluss des Gespächs mit den Worten: "Es war ein Vergnügen sie zu treffen, Julian, wenigsten auf diese Weise und Kopf hoch! Willkommen im Klub der Verfolgten."
Wahrscheinlich hat sich da eine Beziehung aufgebaut, die Assange jetzt genutzt hat, denn am Dienstag ist der Wikileaks-Gründer in die Botschaft Ecuadors in London geflohen, um die drohende Auslieferung nach Schweden zu verhindern. Assange habe politisches Asyl beantragt, teilte Ecuadors Aussenminister Ricardo Patiño auf einer Pressekonferenz in Quito mit.
Der Aussenminister verlas die Begründung für den Asylantrag und sagte, Assange fühle sich von seinem Heimatland Australien im Stich gelassen. Er werde verfolgt, weil er Informationen veröffentlicht habe, die die Mächtigen kompromittierten, weil er die Wahrheit publiziert habe und damit Korruption und ernste Menschenrechtsverletzungen in aller Welt enthüllt habe, heisst es in der Begründung.
Am meisten fürchtet sich Assange vor der Auslieferung in die USA durch Schweden, wo er im Verdacht steht, zwei Frauen sexuell belästigt und in einem Fall vergewaltigt zu haben. Er will das gleiche Schiksal des mutmasslichen Whistleblower Bradley Manning vermeiden, der seit Mai 2010 im Militärgefängniss sitzt und dem die Todesstrafe für die Weitergabe der Diplomatendepeschen angedroht wurde.
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Venezuela hat die grössten Ölreserven der Welt
Der Ölkonzern BP hat in seiner jährlichen Studie über die Energie- ressourcen der Welt die gerade veröffentlicht wurde festgestellt, Venezuela hat jetzt die grössten nachweisbaren Ölreserven der Welt, mehr als Saudi Arabien. Die Lagerstätten des lateinamerikanischen Landes haben sich im Vergleich zum Vorjahr auf schätzungsweise 296,5 Milliarden Fass erhöht, mehr als die des bisherigen führenden Landes auf der arabischen Halbinsel mit 265,4 Milliarden Fass.
Das heisst, bei einer Produktion von ca. 3 Millionen Fass pro Tag, die Venezuela zur Zeit fördert, reichen die Reserven für über 270 Jahre! Oder in Geld ausgedrückt mit aktuellen Preis gerechnet, sitzt der venezolanische Staat auf einem Vermögen von fast 30 Billionen Dollar!
Dieser enorme Schatz ist nicht unbemerkt in Washington registriert worden und möglicherweise ändert sich jetzt der Fokus im "Krieg gegen den Terror" auf Südamerika. Die Al-Kaida taucht ja erstaunlicherweise immer genau dort auf, wo es für die USA gerade strategisch interessant ist und man dann militärisch intervenieren muss. Alles nur Zufall natürlich.
Laut der BP-Studie haben sich die globalen Reserven um 1,9 Prozent von 1,62 Billionen Fass auf 1,65 Billionen erhöht. Die Ölvorkommen in Venezuela machen jetzt 17,9 Prozent der gesamten bekannten Reserven der Welt aus, wobei Saudi Arabien 16,1 Prozent hat und Kanada als Dritter 10,6 Prozent.
Der sozialistische Präsident Venezuelas, Hugo Chavez, hat am vergangenen Mittwoch deshalb verkündet, er will die Ölförderung des Landes bis 2019 verdoppeln und der Bevölkerung die Mehreinnahmen noch mehr wie bisher zu gute kommen lassen, sollte er im Oktober wiedergewählt werden.
In dem Venezuela jetzt an der Spitze der Ölländer steht, wird sich Chavez wohl auf noch mehr Attentats- und Sturzversuche der CIA gefasst machen müssen, als er bisher schon erlebt hat. Seine aktuelle Krebserkrankung, zusammen mit anderen südamerikanischen Staatsführern, wird auch von einigen Beobachtern als nicht zufällig eingestuft.
Interessant ist, wie überhaupt die Ölvorkommen der Welt ständig steigen. Überall findet man noch grössere und noch ergiebigere Ölfelder, wie in Afrika mit dem Beispiel Uganda. Das man deswegen plötzlich eine Jagt auf die afrikanische Version von Osama Bin Laden macht, in dem man Josef Kony mit gigantischer Propaganda als den Bösewicht schlecht hin darstellt, ist kein Zufall. So lässt sich Africom und der Einmarsch von US-Truppen dort rechtfertigen.
Diese Tatsache, man findet überall mehr und mehr Öl, obwohl es in immer grösseren Mengen schon seit über 100 Jahren gefördert wird, muss den Vertretern der „Peak Oil“ Theorie sauer aufstossen. Sie behaupten ja schon seit Jahrzehnten, das Öl geht zur Neige und wird es bald nicht mehr geben. Sie verkünden regelmässig, in 10 Jahren sitzen wir auf dem Trockenen. Wenn ihre Vorhersage nicht eintrifft, dann verlängern sie ihre Prognose einer Endzeit wieder um ein Jahrzehnt und so weiter. Das läuft schon seit den 20ger Jahren des vorherigen Jahrhunderts so.
Das diese Typen bei ihrer ständigen Fehleinschätzung es überhaupt noch wagen den Mund aufzumachen, ist schon eine Frechheit. Das ständige Verkünden des Endes des Ölzeitalters ist doch als reine Panikmache entlarvt worden. Sie sind völlig unglaubwürdig. Genau so unglaubwürdig wie die Vertreter der lächerlichen Behauptung, Erdöl wäre aus organischen Lebewesen nur ein Mal vor 500 Millionen Jahren entstanden und wäre deshalb endlich.
Wie ich schon oft geschrieben und belegt habe, ist Erdöl abiotischen Ursprungs, wird ständig im Erdinneren durch chemische Prozesse unter hohem Druck und Temperatur produziert. Deshalb findet man überall Öl, speziell dort wo Erdspalten sind und das Öl in die Nähe der Erdoberfläche gelangen kann. Wir schwimmen auf Öl, die neuen und immer grösseren Funde sind der Beweis dafür.
Wie können denn sonst die Ölreserven der Welt von einem Jahr zum anderen um fast 2 Prozent steigen, wenn man es gleichzeitig laufend aus der Erde pumpt? Die Behauptung, Öl ist nur ein Mal aus Dinosauriern oder was immer für Lebewesen in der Erdgeschichte entstanden, ist doch lächerlich. So viel Biomasse, um das Öl zu produzieren was alleine bereits gefördert wurde, hat es niemals gegeben. Von dem was noch im Boden ruht gar nicht zu reden.
Frage: Welche Elemente kommen im Universum am häufigsten vor? Neben Wasserstoff (1. Stelle) ist es Kohlenstoff (6. Stelle). Die Bausteine für alle Varianten von Kohlenwasserstoffe sind also die am häufigsten vorkommenden Elemente im Universum. Wie alle Chemiker wissen, hat Kohlenstoff wegen seiner Elektronenkonfiguration die besondere Eigenschaft zur Bildung von komplexen Molekülen und weist von allen chemischen Elementen die grösste Vielfalt an chemischen Verbindungen auf, wie sie eben im Erdöl vorhanden sind.
Laut Professor Vladimir Kutcherov, dem führenden Wissenschaftler im Studium über das Verhalten von komplexen Kohlenwasserstoff-Systeme, hat es noch nie Experimente gegeben, welche die ganze Kette der Entstehung von Erdöl oder Erdgas durch Fossilien beweisen. Die ganze bisherige Lehrmeinung über die Entstehung von Erdöl beruht nur auf einer unbewiesenen Behauptung!
Deshalb, die Vertreter von „Peak-Oil“ und der fossilen Entstehungs- theorie liegen völlig im Irrtum und sollten endlich die Fakten zur Kenntnis nehmen. Meldungen über Neuentdeckungen von Öl und Gas überschlagen sich ständig, wie zum Beispiel:
Norwegen entdeckt riesiges Öl-Vorkommen, es handelt sich um einen der grössten Funde seit Jahrzehnten. Oder vor Brasilien sind abermals grosse Öl- und Gasvorkommen gefunden worden. In einer Meerestiefe von 2.800 Metern sei man auf eine "Spitzenquelle" gestossen. Oder im östlichen Mittelmehr im Levantinischen Becken sind "gigantische Gasvorkommen" vorhanden. Jetzt soll Venezuela mehr Öl als Saudi Arabien haben.
Es würde mich nicht wundern, wenn in Venezuela demnächst die südamerikanische Version von Osama Bin Laden und Al-Kaida auftaucht, damit das Pentagon das Land von Terroristen "befreien" kann. Oder Chavez unterstellt man, er ist ein ganz böser Diktator und bastelt an einer Atombombe, gefährdet damit die ganze Welt. Diese Lügen kennen wir schon zu genüge von anderen Schauplätzen der westlichen verbrecherischen Eroberungs- und Kriegspolitik.
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Julian Assange interviewt den Präsidenten Ecuadors
Präsident Rafael Correa ist das Musterbeispiel eines gut ausgebildeten, selbstbewussten, linksgerichteten südamerikanischen Politiker, der sein Land so unabhängig wie möglich zum Wohle der Bevölkerung führen will. Sein Programm besteht aus der Beteiligung breiter Bevölkerungs- schichten an der Entscheidungsfindung und dem Reichtum im Lande, gegen den übermächtigen Einfluss inländischer wirtschaftlich-politischer Eliten einerseits und ausländische Einflüsse in Politik und Wirtschaft durch Weltbank, IWF und die USA auf der anderen Seite. Er lehnt Fremdeinmischung ab und befürwortet die lateinamerikanische Solidarität.
Correa ist seit 2007 Präsident und wurde 2009 für eine zweite Amtszeit gewählt. Er hält einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften und war Professor an verschiedenen Universitäten vor seiner politischen Karriere. Am 30. September 2010 kam es zu einem gewalttätigen Aufstand von Polizisten und Soldaten gegen den Präsidenten wegen Lohnkürzungen. Correa löste den Ausnahmezustand aus und sprach von einem Putschversuch gegen ihn, der vom Ex-Präsidenten Lucio Gutiérrez organisiert worden sei. Als grössten Gegner bezeichnet er aber die privaten Medien des Landes, die im Besitz reicher Familien und Konzerne sind und die Interessen der Elite vertreten. Die Mehrheit der Bevölkerung steht aber hinter ihrem Präsident.
Hier die 6. Folge aus der Interview-Reihe von Julian Assange, die ich auf Deutsch übersetzt habe mit dem Titel:
"Auf der Suche nach revolutionären Ideen, welche die Welt von Morgen ändern kann".
Siehe Interview-Video unten:
Correa: Wo sind sie? In England?
Assange: Ich bin in England unter Hausarrest schon seit 500 Tagen ohne Anklage.
Correa: 500 Tage!
Assange: Was ist die Perspektive aus Sicht Ecuadors auf die Vereinigten Staaten? Wie sehen die Menschen den Einfluss der USA in Südamerika und in Ecuador?
Correa: Das einzige Land welches keinen Umsturz erleben kann sind die Vereinigten Staaten selber, weil sie keine US-Botschaft haben.
(beide lachen)
Jedenfalls möchte ich sagen, einer der Faktoren die zur Unzufriedenheit der Polizei führte war die Tatsache, wir unterbanden die Finanzierung der US-Botschaft für sie. Vor und nach dem wir das Amt antraten dauerte es eine Weile, um das zu korrigieren. Es gab ganze Polizeieinheiten, Schlüsseleinheiten, die komplett von der US-Botschaft bezahlt wurden, dessen kommandierende Offiziere vom US-Botschafter ausgewählt wurden. Und so haben wird die Bezahlung der Polizei erheblich erhöht. Aber, da ihre Gehälter von wo anders kamen, haben sie es nicht gemerkt. Wir haben das alles erledigt, aber es gibt einige die diese Zeiten zurück wollen, die nie mehr sein werden.
Was die USA betrifft, unsere war immer eine Beziehung basierend auf Zuneigung und Freundschaft, aber in einem Rahmen von gegenseitigem Respekt und Souveränität. Ich lebte vier Jahre in den USA und habe zwei akademische Titel von dort. Ich liebe und bewundere die US-Bevölkerung sehr. Glauben Sie mir, anti-US ist das letzte was ich bin. Aber ich nenne das Kind beim Namen und wenn es internationale US-Politik gibt, die schädlich für unser Land ist, und für Lateinamerika, dann werde ich sie scharf verurteilen und werde niemals die Verletzung der Souveränität meines Landes dulden.
Assange: Ihre Regierung hat die US-Militärbasis in MANTA geschlossen (US-Luftwaffenstützpunkt im September 2008). Können Sie erzählen warum Sie das gemacht haben?
Correa: Würden Sie eine ausländische Basis in Ihrem Land akzeptieren Julian? Jedenfalls, es ist ganz einfach, wie ich es damals sagte, es gibt kein Problem mit einer US-Basis in Ecuador, so lange wir die Erlaubnis bekommen eine ecuatorianische Militärbasis in Miami zu errichten.
(da Assange darüber lacht)
Haben Sie viel Spass bei diesem Interview Julian? Ich auch.
Assange: Ich geniesse ihr Witze sehr, ja. Präsident Correa, warum haben Sie uns die Erlaubnis gegeben, alle Depeschen zu veröffentlichen?
(es geht um die Diplomaten-Depeschen des US-Aussenministeriums die von der US-Botschaft in Ecuador stammen)
Correa: Wir haben nichts zu verbergen. Wenn überhaupt, die Wikileaks haben uns stärker gemacht, da die Hauptbeschuldigungen welche die Botschaft äusserte, wegen unseren ausgeprägten Patriotismus waren und der Verteidigung unserer Souveränität der Regierung von Ecuador. Selbstverständlich sind wir Patrioten und selbstverständlich verteidigen wir die Souveränität unseres Landes.
Auf der anderen Seite, viele der Wikileaks-Depeschen sprachen über die Interessen der Medien des Landes, über die Machtgruppen die nach Unterstützung und Beziehungen bei ausländischen Botschaften suchen und von den Kontakten zu den Botschaften profitieren. Wir haben nichts zu befürchten, lasst sie alles über die Regierung Ecuadors veröffentlichen. Aber Sie werden sehen, wie viele Sachen über die, welche die Volksrevolution in Ecuador verhindern, ans Licht kommen, Sachen die mit Opportunismus, Verrat und Selbstbereicherung zu tun haben.
Assange: Als Konsequenz aus der Veröffentlichung der Depeschen durch Wikileaks, haben Sie die US-Botschafterin aus dem Land geworfen. Warum haben Sie das gemacht? Ich würde meinen, da Sie sahen wie Sie denkt, wäre es nicht besser gewesen den Teufel zu behalten den Sie kennen?
Correa: Es wurde ihr das gesagt. Aber die war so voller Arroganz, sie sagte sie hätte nichts zu rechtfertigen. Sie war eine Frau völlig gegen unsere Regierung, eine Rechtsgerichtete die zurückgeblieben ist im Kalten Krieg der 60-Jahre. Und der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte war Wikileaks, wo sie berichtete, ihre eigenen Kontakte in Ecuador hätten ihr gemeldet, einer der Faktoren die zur Unzufriedenheit der Polizei geführt hätten war, der Polizeichef den sie selber den Posten gegeben hätte wäre korrupt, im vollen Wissen er war korrupt, um ihn kontrollieren zu können. Die Botschafterin wurde kontaktiert und gebeten eine Erklärung abzugeben, aber mit ihrer Überheblichkeit, Arroganz und imperialistischen Gehabe, die sie an den Tag legte, sagte sie, sie hätte nichts zu rechtfertigen. Und da wir Verantwortung für unser Land tragen haben wir sie rausgeschmissen.
Dazu möchte ich sagen, vor einem Monat oder mehreren Monaten, nach fast einem Jahr an Untersuchungen, wurde Kommandant Hurtado - der in den Depeschen durch die Botschafterin falsch beschuldigt wurde - als völlig unschuldig aller Klagen befunden und alle Untersuchungen die man deswegen gegen ihn führte sind eingestellt worden. Dies zeigt wie böswillig die US-Offiziellen waren, wegen ihrer Feindschaft gegenüber progressiven Regierungen, die eine Veränderung suchen, die alles berichten was grundlos ist, basierend auf Gerüchten und Klatsch, was ihnen durch Kontakte zugetragen wurde, die für gewöhnlich gegen unsere Regierung sind.
Assange: Präsident Correa, wie fanden sie es mit den Chinesen zu verhandeln? Die sind eine Grossmacht. Tauschen Sie einen Teufel mit dem anderen aus?
Correa: Erstens verhandeln mir nicht mit Teufeln. Wenn jemand als Teufel zu uns kommt dann sagen wir ihm einfach, vielen Dank. Zweitens, sie sehen etwas an Ausverkauf, Versnobtheit, sogar Neokolonialismus in gewissen Medien. Als 60% unseres Handels und Investitionen hauptsächlich aus den USA kamen und wir nur 20 Cent bekamen, um Entwicklung zu finanzieren, war es kein Thema. Jetzt wo wir ein Land sind, wo das meiste chinesische Investment in der Region stattfindet, die Chinesen weder gross, noch rot, noch leuchtende Augen haben, jetzt ist es ein Thema - sie sind Teufel und so weiter. Aber sogar die USA werden von China finanziert. Wie schön ist es wenn sie Ecuador finanzieren. Wie wunderbar ist es wenn sie die Ölsuche finanzieren, oder den Bergbau und Wasserkraftwerke. Wir erhalten nicht nur chinesische Mittel, sondern auch welche aus Russland und Brasilien. Wir haben unsere Märkte erweitert und auch unsere Finanzierungsquellen. Aber es gibt Leute die mit einem Joch um den Hals geboren wurden, die es vorziehen mit der bisherigen Abhängigkeit weiterzumachen. Das ist alles.
Assange: Präsident Correa, für viele Jahre habe ich einen Kampf für die Meinungsfreiheit geführt, für das Recht der Menschen zu kommunizieren, für das Recht wahre Information zu veröffentlichen. Wie werden ihre Reformen nicht zu einer Unterdrückung echter Informationen führen?
Correa: Na ja Julian, Sie sind ein gutes Beispiel wie die Presse ist, wie auch die Organisation wie die Inter American Press Association, ein Zusammenschluss der Zeitungsbesitzer in Lateinamerika. Viele Bücher sind über Wikileaks in Lateinamerika geschrieben worden, das letzte von zwei argentinischen Autoren, wo es eine Analyse nach Ländern gibt und im Falle von Ecuador zeigt es, die Medien haben auf schamlose Art die Depeschen und Nachrichten die sie betrafen nicht veröffentlicht. Zum Beispiel die Auseinandersetzungen zwischen den Nachrichtenmedien. Am Schluss, um sich nicht zu diskreditieren, haben sie sich geeinigt keine eigene dreckige Wäsche zu veröffentlichen.
Ich lese ihnen einer der Wikileaks vor, welche die Presse von Ecuador nie veröffentlichte. "Die Presse fühlt sich frei die Regierung zu kritisieren, aber da sie nicht in der Lage ist es mit einem flüchtigen Banker zu tun und seinem Familienunternehmen, spricht es Bände in welchen Händen die Macht in Ecuador sich befindet." Das sind Nachrichten die Wikileaks an die Öffentlichkeit brachte, aber die Press nie gezeigt hat. Damit sehen sie mit was wir es in Ecuador und Lateinamerika zu tun haben. Wir glauben, lieber Julian, dass die einzigen Sachen die gegen Informationsaustausch geschützt werden müssen, sind die welche in internationalen Verträgen festgeschrieben sind, in der interamerikanischen Konvention der Menschenrechte; die Würde und den Ruf von Personen und die Sicherheit der Menschen und des Staates. Für den Rest, je mehr Leute etwas herausfinden je besser.
Sie haben die Befürchtung geäussert, die Journalisten im guten Glauben wiederholen, die aber Stereotypen sind, die Angst der Staat wird die Meinungsfreiheit einschränken. So etwas ist fast nie passiert in Lateinamerika. Das sind nur Mythen. Bitte denken Sie daran, hier war die Medienmacht, und sie ist wahrscheinlich immer noch, stärker als die politische Macht. Tatsächlich hat es für gewöhnlich eigennützige politische und soziale Macht, insbesonders, informative Macht. Die welche die Medien kontrollierten waren die grossen Wähler, die mächtigen Gesetzesmacher, die gewaltigen Richter und sie haben Regierungen unterdrückt, wie auch Präsidenten und die Justiz. Lasst uns mit dem Image von armen und mutigen Journalisten aufhören, von heiligen Medien die versuchen die Wahrheit zu verkünden und Tyrannen, Autokraten und Diktatoren die das verhindern wollen. Es ist nicht wahr. Es ist genau umgekehrt. Die Regierungen versuchen etwas für die grosse Mehrheit zu tun, die von den Journalisten verfolgt wird, die denken sie haben ein Tintenfass und ein Mikrophon, dabei sind wir ihnen völlig gleichgültig. Oft beleidigen und verleumden sie nur aus Abneigung; Medien die den privaten Interessen dienen. Bitte, lassen Sie die Welt wissen was in Lateinamerika passiert.
Es gab keinen einzigen staatlichen TV-Sender, sie waren alle privat und fünf davon gehören Banker. Sie können sich vorstellen, wenn ich etwas gegen Banken unternehmen möchte, um etwa die Krise und den Missbrauch der in Europa und speziell in Spanien stattfindet zu verhindern, werde ich von einer gnadenlosen TV-Kampagne konfrontiert, welche die Interessen ihrer Besitzer verteidigt, die Eigentümer dieser TV-Sender, die Banker sind. Machen wir uns nichts vor. Julian, es ist genau umgekehrt wie Sie sich das vorstellen. Diese Leute, verkleidet als Journalisten, versuchen Politik zu machen, um unsere Regierungen zu destabilisieren, damit es keine Veränderungen in unserer Region gibt, aus Angst sie verlieren die Macht, die sie immer paradiert haben.
Assange: Präsident Correa, ich stimme ihrer Beschreibung der Medien zu. Wir haben es immer wieder gesehen, wie grosse Medienorganisationen mit denen ich gearbeitet habe, wie der Guardian, El Pais, New York Times und der Spiegel, unser Material zensiert haben gegen unsere Abmachung, aus politischen Gründen oder weil sie Oligarchen schützen, wie Julia Timoschenko aus der Ukraine, die ihr Vermögen in London versteckt, oder grosse italienische Ölfirmen die in Kasachstan tätig sind. Wir können das beweisen, weil wir die Originaldokumente haben und vergleichen können, was die Medien daraus entfernt haben. Für mich ist der Weg wie man mit diesen Monopolen und Kartellen fertig wird, entweder in dem man sie zerstückelt oder in dem man es leicht macht für neue Teilnehmer in den Markt zu kommen. Sollten sie nicht Rahmenbedingungen schaffen, damit es leichter ist für neue Verleger und gleichzeitig Individuen geschützt sind und die grossen zerteilt werden?
Correa: Das versuchen wir ja Julian. Seit über zwei Jahren hat es eine Debatte gegeben über ein neues Kommunikationsgesetz, damit das Spektrum des Radio und Fernsehens sich verändert, also nur ein Drittel aller Radio und TV-Sender privat sind und Profit machen können, ein Drittel gemeinnützig und im Eigentum der Gemeinschaft sind und der Rest im staatlichen Besitz. Nicht nur durch die Zentralregierung, aber auch durch lokale Behörden, Städte und Gemeinden. Obwohl es sich um eine Verfassungsartikel handelt, der 2008 durch eine Wahl genehmigt wurde, von der Bevölkerung Ecuadors getragen wird, trotz alle dem ist dieses neue Gesetz systematisch von den Medien blockiert worden. Sie haben Abgeordnete im nationalen Parlament bestochen, die ihre Interessen verteidigen und bezeichnen es als "Maulkorberlass". Das versuchen wir zu machen: die Information zu demokratisieren, die soziale Kommunikation, den Besitz der Medien, aber wir stehen einer heftigen Opposition von Medienbesitzern gegenüber und ihren Sprechern in der politischen Arena von Ecuador.
Assange: Ich habe kürzlich mit dem Präsidenten von Tunesien gesprochen und ihn gefragt, war er überrascht wie wenig Macht ein Präsident hat um etwas zu verändern? Erleben sie ähnliches?
Correa: Schauen Sie, sie haben sogar versucht die Führer zu dämonisieren. Einer der Hauptkrisen in Lateinamerika während der 90 und am Anfang dieses Jahrhunderts, während der langen und traurigen neuliberalen Nacht, war die Führungskrise. Was ist Führung? Die Gabe andere zu beeinflussen. Man kann gute Führung haben, welche diese Eigenschaft benutzt um andere zu dienen, oder schlechte Führung. Leider haben wir viel von dem in Lateinamerika, Führung die andere ausnutzt. Ich glaube Führung ist etwas sehr wichtiges, besonders wenn man Veränderungen durchführen will.
Kann man sich die Unabhängigkeit der USA ohne grosse Führer die dahinter standen vorstellen? Kann man sich den Wiederaufbau Europas nach dem II. WK ohne grosse Führer vorstellen? Aber um diese neuen Veränderungen zu verhindern, gehen sie her und nennen die Führer Tyrannen, die Populismus betreiben, wie wenn es etwas schlechtes wäre. Und diese Art von Führung ist um so wichtiger ... Julian, lassen Sie mich die Idee fertigdenken ... in Ecuador, in Lateinamerika, verwalten wir nicht ein System, sondern verändern es. Weil das was wir über die Jahrhunderte hatten, hat total versagt. Es hat uns in die ungleiche Region der Welt verwandelt, eine Region voll mit Armut und Leid, dabei haben wir alles was es benötigt um am wohlhabendsten im Universum zu sein. Es ist nicht wie in den USA. Was ist der Unterschied zwischen Republikaner und Demokraten? Ich meine, es gibt mehr Unterschied in dem was ich am Morgen und was ich am Nachmittag denke; weil sie nur ein System managen. Hier verändern wir ein System und man benötigt Führung, legitime demokratische Macht, um die institutionellen Strukturen in unserem Land zu ändern, zum Vorteil der Mehrheit.
Assange: Es sieht für mich so aus, wie wenn Präsident Obama nicht in der Lage ist, die immensen Kräfte die um ihn herum sind zu kontrollieren. Ist das nicht der Fall bei allen Führungen? Wieso sind sie in der Lage so viel zu ändern in Ecuador? Ist es der Zeitgeist, ist es ihre persönliche Führungsstärke, ist es ihre Partei? Was ist die Kraft die ihnen erlaubt etwas zu tun, was Barack Obama nicht machen kann?
Correa: Erlauben sie mit dem Ende anzufangen. Der Kompromiss, der Konsens ist etwas wünschenswertes, aber es ist nicht das Ende selber. Für mich wäre es ganz einfach einen Kompromiss einzugehen, zu diesem Konsens, aufgeben und einknicken, und es würde viele Leute glücklich machen, aber es würde nichts verändern. Es würde die Mächte in diesem Land gefallen, aber alles würde gleich bleiben. Manchmal ist es unmöglich einen Konsens zu finden. Manchmal ist es essenzial sich auseinanderzusetzen. Mit der Korruption, mit dem Machtmissbrauch, das müssen wir angehen, oder die Lügen. Soziale Laster wie diese, die so schädlich für unsere Gesellschaft sind, dürfen wir nicht dulden.
Was wir in Ecuador erreicht haben ist nicht nur wegen mir. Das ist ein Missverständnis. Die Leute selber verändern. Länder verändern sich nicht nur wegen der Führung. Die koordinieren vielleicht, aber es kommt auf den Willen aller Menschen an. Was uns zur Macht führte war die Empörung der Bevölkerung von Ecuador. Ich glaube das ist was in den USA notwendig ist, damit Präsident Obama die wirklichen Veränderungen im Land vornehmen kann. Die Empörung, die durch "Occupy Wall Street" in der Bevölkerung zum Ausdruck kam, ist der Protest gegen das System der stärker wird, mehr organisch, mehr dauerhaft und ermöglicht Obama die notwendigen Veränderungen durchzuführen.
Assange: Ich möchte schauen wo Ecuador langfristig hingeht. Es sieht so aus wie wenn grossartige Sachen in Südamerika passieren, der Lebensstandard hat sich erhöht, der Einfluss der Vereinigten Staaten und anderen Ländern ausserhalb ist zurückgegangen. In welche Richtung geht es in 10 oder 20 Jahren?
Correa: Sie sagen, der US-Einfluss geht schrittweise zurück und das wäre gut. Deshalb haben wir gesagt, Lateinamerika verändert sich vom Konsens mit Washington zu einem Konsens ohne Washington. Und das ist grossartig, denn die Politik die der Norden uns diktierte, hatte nichts mit unseren Bedürfnissen in Lateinamerika zu tun, sondern den Interessen dieser Länder. Ausserdem waren sie nur für die finanziellen Interessen dieser Länder. Wenn man eine Analyse der Wirtschaftspolitik macht, in aller Bescheidenheit, da ich etwas davon verstehe, zeitweise war diese Politik gut oder schlecht, aber sie hatte eine gemeinsamen Faktor, sie waren nur zu Gunsten ihrer finanziellen Interessen. Und glücklicherweise verändert sich das. Ich habe grosse Hoffnung und bin aber realistisch. Obwohl wir ein grosses Stück des Weges zurückgelegt haben, gibt es noch eine lange Strecke vor uns. Ich weiss, der zurückgelegte Weg ist noch nicht umkehrbar. Ich weiss, wenn wir die gleichen Leute die wir hatten wieder die Länder führen lassen, dann kehrt alles wieder zurück wie es war.
Aber ich bin optimistisch. Wir glauben Lateinamerika verändert sich und wenn wir weitermachen auf diese Weg der Veränderung, dann wird diese für immer sein. Es ist keine Epoche der Veränderung, es ist eine Veränderung der Epoche, die Lateinamerika durchläuft und wenn wir diese souveräne Politik fortsetzen, mit einer Wirtschaftspolitik, wo die Gesellschaft den Markt bestimmt und nicht der Markt die Gesellschaft, die Menschen und das Leben in Ware und Produkte verwandelt. Wenn wir mit der Politik der Gerechtigkeit und sozialer Gleichheit weitermachen, die vielen Ungerechtigkeiten der Jahrhunderte überwinden, unsere indigene und Afro-Abkömmlinge etc. respektieren, dann wird Lateinamerika eine grosse Zukunft haben und es ist die Region der Zukunft. Wir haben alles was es braucht für eine prosperierende Zukunft. Wir haben es noch nicht erreicht, wegen schlechter Führer, schlechter Politik und schlechten Regierungen und das ist aber was in unserem Amerika sich verändert.
Assange: Danke Präsident Correa.
Correa: Es war ein Vergnügen sie zu treffen, Julian, wenigsten auf diese Weise und Kopf hoch! Willkommen im Klub der Verfolgten.
Assange: Passen Sie auf sich auf, lassen Sie sich nicht ermorden.
Correa: Wir versuchen das jeden Tag zu vermeiden.
Kommentar: Die Veröffentlichung der Diplomaten-Depeschen durch Wikileaks hat dazu geführt, dass die US-Botschafterin in Ecuador ihre Koffer packen und das Land verlassen musste. Heather Hodges wurde zur 'persona non grata' erklärt. Kein Wunder hat Washington ein "Kopfgeld" auf Assange ausgesetzt. Es ist tatsächlich so, in den meisten Ländern ist die US-Botschaft die heimliche Regierung und erteilt die Befehle. So war es nicht nur in den meisten Ländern Lateinamerikas, sondern auch im Iran während der Schah-Diktatur.
Aus dem Interview kommt auch die Erkenntnis, wie die Medien das Material selektiv veröffentlicht haben, gegen die Vereinbarung mit Julian. Sie habe nur das gebracht was banal war und nicht den Regierungen oder Bonzen schaden konnte. Jetzt verstehen wir auch warum speziell die deutschen Medien so ein Theater wegen der Timoschenko machen, die 200 Millionen ausser Landes brachte, sie aber als Heilige darstellen. Assange vorzuwerfen, er wäre ein Teil der Vertuschung oder würde sogar für die CIA arbeiten, ist auch wegen der 500 Tage Hausarrest völlig absurd.
In Chile gehen die Studentenproteste weiter
Seit Monaten protestieren Studenten gegen die Bildungspolitik der Regierung von Präsident Sebastián Piñera. In der Hauptstadt Santiago sind bis zu 100.000 Menschen auf die Strassen gegangen, um friedlich ihren Unmut zu zeigen. Wie in der Vergangenheit hat anschliessend eine Gruppe von 200 maskierten Personen Autos angezündet und errichtete brennende Barrikaden. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, mehr als ein Dutzend Demonstranten wurde festgenommen.
Camila Vallejo, eine der Sprecherin der Studenten, distanzierte sich von dem gewalttätigen Mob. “Wir demonstrieren friedlich, Gewalt geht von unserer Protestbewegung nicht aus”.
Atacama - eine Wüste erstickt im Schnee
Die Atacama gilt als die trockenste Wüste der Erde. Sie liegt in Südamerika im Norden Chiles. Es gibt Wetterstationen in der Atacama, die in ihrer Geschichte nicht einen Tropfen Niederschlag verzeichnet haben. Jetzt ist dort bis zu 80cm Schnee gefallen.
Die Temperatur in der Hauptstadt Santiago fiel auf -8°C am Mittwoch. In benachbarten Argentinien und Uruguay gab es auch Temperaturen unter Null.
Die Satelittenaufnahme zeigt die riesige Schneefläche:
Infrarot ist die Schneefläche (rot) noch besser zu erkennen:
Auch in Chile demonstrieren die Studenten
Nicht nur in den nordafrikanischen Ländern sind die Jugendlichen mit dem "arabischen Frühling" auf die Strasse gegangen und haben eine Veränderung gefordert. Auch in Europa verlangen die Studenten wie in Spanien und Grossbritannien mehr Geld für die Bildung. Jetzt werden auch in Südamerika die Proteste laut.
Auf dem Transparent steht: "Alarm - Öffentliche Ausbildung ist in Gefahr!"
In Chile haben tausende Schüler und Studenten für ein besseres Bildungswesen demonstriert. Fast 20.000 junge Menschen gingen in der Hauptstadt Santiago de Chile auf die Strasse. Die Demonstranten fordern unter anderem eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie eine bessere Ausstattung der staatlichen Schulen. Diese bleiben gegenüber den renommierten Privatschulen, die sich nur ein Zehntel der Schüler leisten können, immer weiter zurück.
Der Aufstand der Jugend scheint ein weltweites Phänomen zu sein und sie haben allen Grund dazu. Keine Zukunftsperspektive, Arbeitslosigkeit trotz guter Ausbildung oder es wird wegen der Schuldenkrise am Schulsystem massiv gespart. Nur für die Sprösslinge der Reichen die es sich leisten können gibt es gute Schulen. Im folgenden Video sehen wir die Strassenschlachten die in der Hauptstadt Santiago de Chile abliefen:
Schnee in Brasilien
Seit mehreren Tagen fällt Schnee in den südlichen Regionen von Brasilien. In den betroffenen Gebieten von Rio Grande do Sul und Santa Catarina sahen die Menschen schneebedeckte und eisige Strassen und sie mussten ihre Autos von der weissen Pracht befreien. Der südliche Teil von Südamerika ist von einem Polartief bedeckt, welches Temperaturen unter Null gebracht hat.
Mindestens 33 Städte im Süden von Brasilien erlebten Schneestürme. Das brasilianische Wetteramt sagt voraus, die Schneefälle die Anfang der Woche begannen werden bis zum Wochenende anhalten. In Cambará do Sul (Santa Catarina) erreichten die Temperaturen -3,6°C und Bom Jesus (Rio Grande do Sul) -3°C. In Urubici mussten die Lokalbehörden Unterkünfte für die Obdachlosen einrichten, damit sie nicht erfrieren.
Auch Argentinien ist durch die Kälte stark betroffen. In 12 der 24 Provinzen und in der Hauptstadt Buenos Aires fiel Schnee. In Patagonien entlang der Anden, wo etwas Schnee eigentlich normal ist, sind aber jetzt viele Dörfer von der Aussenwelt abgeschnitten, mit Schneehöhen von über einen Meter, was zu Verlusten bei den Viehbestände führt. Die Temperaturen fielen dort unter -10°C.
In Bolivien sind in den tropischen Gebieten im Osten die Temperaturen unter Null gefallen, was zu „Millionen von toten Fische“ in den Flüssen geführt hat, die sonst eine warme Umgebung von 20 Grad gewöhnt sind.
Der Gouverneur von Santa Cruz, Ruben Costas, warnte die Bevölkerung, wegen des „grossen Umweltdesasters“ durch verfaulende Fische, sollen sie kein Wasser aus den Flüssen entnehmen und er versprach, Tankwagen mit Trinkwasser würden in die Gebiete geschickt.
“Das letzte Mal wo so etwas dieser Grössenordnung passierte war vor 47 Jahren,” sagte Costas.
Ein ASR-Leser aus Bolivien hat mir dazu folgendes geschrieben:
Ich lebe in Santa Cruz in der Tropenregion Boliviens. Durch die Kälte sind nicht nur Millionen Fische gestorben, sondern auch alle empfindlichen Tropenbäume. Insbesondere alle Noni-Bäume und Acerola, ebenso wie Cashew und Guapuru sind abgestorben. Eine Katastrophe ungeahnten Ausmasses.
Ich selber bin Hersteller von Noni-Saft. Es gibt momentan weder in Peru, noch in Bolivien mehr Noni zu kaufen. Auch in Brasilien hat die Kältewelle alle Pflanzungen vernichtet. Momentan sind wir auf der Suche in Kolumbien und Ecuador, mal sehen ob wir fündig werden.
Weitere Fotos über den Schneefall in Brasilien gibt’s hier.
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Wer sich für's Skifahren im Sommer interessiert, dann ab nach Australien. Die Skiorte dort melden Rekordschneehöhen, mit 60 cm Neuschnee in 48 Stunden am vergangenen Sonntag auf Montag, was fast einmalig für Australien ist. Die Temperaturen in ihrem Winter waren generell sehr kalt. Das grösste Skigebiet in Australien, Perischer in New South Wales, meldet bis zu 3 Meter Schnee.
Und wer es ganz exotisch will kann mit seinen Skiern nach Südafrika fliegen. In Afri-Ski Lesotho liegen bis zu 70 cm Schnee und die Pisten sind bis zum Mittag gut befahrbar, danach wird es etwas sulzig.
Die Skiorte in Argentinien und Chile melden beste Bedingungen, nur es ist sehr kalt, mit bis zu -15°C. Da wird man wohl eher den Einkehrschwung üben ;-)
Zurück in Europa, auch die Gletschergebiete in den Alpen melden Neuschnee. In Zermatt und Saas Fee sind 8 cm gefallen und die Temperaturen sind um den Gefrierpunkt. In Saas Fee sind vier Pisten offen, sowie die Halfpipe und der Park.
Val Senales in Italien hat 5 cm Neuschnee erhalten und 8 Kilometer Pisten sind offen. Ähnlich sieht es in Passo Stelvio und Cervinia aus.
Wir haben den 5. August und hier wo ich wohne sind es nur 14 Grad im eigentlichen Hochsommer, die Heizung ist angesprungen.
Südamerika erlebt historische Kältewelle
Ganz Südamerika erlebt einen harten und historisch kalten Winter, der bisher 80 Todesopfer gefordert hat. Die Kälte ist sogar bis in den Amazonas gelangt und die brasilianischen Bundesstaaten wie Acre und Rondonia erlebten Temperaturen von nur 7 °C.
Sogar in Boa Vista, der Hauptstadt von Roraima, an der Grenze zu Venezuela, wurde die ungewöhnliche Kälte gespürt, eine Stadt die 2 Grad nördlich des Äquators liegt. Nördlich! Das muss man sich mal vorstellen. Das wäre genau so wie wenn bei uns die Kältewelle von Europa über Nordafrika bis runter den Äquator überquert und in den Kongo geht, völlig undenkbar.
Hier Meldungen über was im Winter der südlichen Erdhalbkugel passiert, um den “Wetter ist nicht Klima” Dummschwätzern den Mund zu stopfen.
Auf dem ganzen südamerikanischen Kontinent sind die Temperaturen seit über einer Woche weit unter den üblichen Werten. In der Region Aysen in Chile erlebten die Einwohner den schlimmsten Schneesturm in 30 Jahren, mit fast 2 Meter Schnee in Balmaceda und die Armee musste die Eingeschlossenen retten.

In Argentinien wurde die Region Mendoza, bekannt für ihren berühmten Wein, von so viel Schneefällen betroffen, die Meteorologen sprechen von den schwersten seit Dekaden. Am 16. Juli wurden in Buenos Aires mit -1,5 Grad die tiefsten Temperaturen seit 1991 gemessen. Argentinien verbrauchte so viel Energie, sie mussten Strom aus Brasilien importieren. Viele Fabriken im Lande sind wegen Gasmangel geschlossen.

In allen Provinzen Argentiniens hat es geschneit, ein sehr seltenes Ereignis. Schnee gab es sogar am Meer im Badeort Mar del Plata und die Bewohner wachten am Morgen des 15. Juli mit weissen Stränden auf.

In Santiago Del Estero sahen die Menschen zum ersten mal Schnee überhaupt in ihrer Erinnerung. In der Provinz Tucuman fiel die weisse Pracht seit 1921 zum ersten Mal wieder.

In Uruguay gab es Berichte über Schneeregen und Schnee aus Städten im Süden und Osten des Landes, sogar in der Hauptstadt Montevideo. Es kam zu Todesfällen wegen der Kälte und die Spitäler sind voll mit Patienten die unter Lungenbeschwerden leiden.

In Paraguay sind mindestens 9 Menschen wegen der niedrigen Temperaturen in nur drei Tagen gestorben. Über Tausend Rinder verendeten an Lungenentzündung.

In Bolivien starben Dutzende Menschen ebenfalls an der Kälte. In einigen Regionen des Landes waren die Temperaturen so tief wie seit 15 Jahren nicht mehr. Es schneite sogar im Chaco von Bolivien, einer der wärmsten Regionen von Südamerika, wo die Einheimischen noch nie Schnee gesehen haben. Schulen wurden in Bolivien geschlossen, um weitere Todesfälle zu vermeiden.

Auch der Süden von Brasilien wurde durch die kalte Luftmasse vom Südpol betroffen. In der Stadt Urupema und San Catarina sanken die Temperaturen auf -7,8 °C. In Rio Grande do Sul fiel die Temperatur in Cambara auf -4,9 °C. Im Bundesstaat Paranà sogar auf -6 °C.
Auf dem Gipfel de 1800 Meter hohen Morro da Igraja im Staate Santa Catarina lag Schnee.
Auch das Zentrum von Brasilien in den Tropen hat eine lange Periode von kalten Tagen erlebt. Es war so kalt, Tausende Rinder verendeten, obwohl das Gebiet an das Amazonasbecken angrenzt. Und wie oben bereits gemeldet, überschritt die Kaltfront sogar den Äquator, eine völlig bizarre Situation.
Es handelt sich nicht um eine lokales Ereignis, sondern ganz Südamerika ist von der Kälte heimgesucht.

Und es ist nicht nur in Südamerika so, die ganze südliche Halbkugel ist von kalter Luft betroffen. Wir sahen es während der WM in Südafrika, wo Spiele bei knapp über Null stattfanden und die Zuschauer mit dicken Jacken, Schals und Wollmützen sich vor der Kälte schützten. Auch Australien erlebt eine sehr kalten Winter auf dem ganzen Kontinent.
Ach ja, und wie sieht es mit der Nordhalbkugel aus? Hier eine Satellitenaufnahme des Nordpol von heute 23.7.2010 mitten im Hochsommer:

Ziemlich grosse Eisfläche. Keine Nordwest- oder Nordostpassage möglich. Und die Medien wie der Schmiergel erzählen uns, wir können im Sommer dort segeln und schwimmen, weil es kein Eis mehr gibt. Unglaublich diese Lügerei und Panikmache.
Kaum erleben wir einige warme Tage bei uns, schon geht das Geschrei mit der Lüge los: „Das wärmste Jahr seit je“, dabei hat es bis Juni in den Alpen geschneit, schon vergessen? Ich hab schon Sommer in der Schweiz vor 20 Jahren erlebt, da war es so warm, ich musste im Keller schlafen und der See vor meiner Haustür war zu warm zum Baden und wir gingen hoch zu den kühleren Bergseen. Das musste ich schon lange nicht mehr machen und diesen Sommer erst recht nicht.
Wir haben Juli und es sind gerade 18 Grad, mit Baden wird heut nix.
UPDATE - 24.07.10 - Peru verhängt Kälte-Notstand
Die peruanische Regierung hat wegen des ungewöhnlich strengen Winters in weiten Teilen des Landes den Notstand ausgerufen. Bisher sind mehr als 100 Menschen der Kälte zum Opfer gefallen. Der Notstand gilt für 17 der 25 Regionen des südamerikanischen Landes. Die Massnahme soll die Bereitstellung von Lebensmitteln, Decken und Medikamenten erleichtern, berichteten nationale Medien am Samstag. Besonders kritisch sei die Lage in den Hochlagen der Anden im Süden des Landes, wo die Temperaturen auf bis zu minus 23 Grad gefallen sind. Und in den tiefer gelegenen Urwaldgebieten, wo die Menschen auf Temperaturen von normalerweise 30 Grad eingestellt sind, wurden nur noch 10 Grad gemessen. Aber auch die Hauptstadt Lima mit ihrem normalerweise milden Klima bibbert bei Temperaturen von nur etwa acht Grad. So kalt war es dort seit 46 Jahren nicht mehr.
Oliver Stones neuer Film – South of the Border
Der neueste Dokumentarfilm vom bekannten Regisseur und Oscar-Preisträger Oliver Stone läuft ab heute in 30 Ländern in den Kinos an. Er heisst „South of the Border“ und beschreibt wie die Medien in den USA das Erscheinungsbild über Südamerika „beeinflusst“ haben und Stone rückt dieses falsche Bild zurecht. Der Film beginnt mit Szenen über den versuchten Sturz des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez durch die CIA. Stone zeigt, wie die USA mindestens 55 Mal in den lateinamerikanischen Ländern „interveniert“ haben.
In einem Interview mit Robert Greenwald erzählt Stone die Hintergründe des Films, was sich in Südamerika so abspielt und wie die Presse dort funktioniert:
„Die amerikanische Strategie war immer schon, jeden anzugreifen der Reformen in Südamerika durchführen wollte, entweder militärisch oder mit einem Coup d'Etat. Wir haben viele lateinamerikanische Länder besetzt, einschliesslich Haiti und das am längsten. Wir haben jeden Reformer zerstört, weil wir immer gegen Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte waren. Alle unsere Konzerne, von United Fruit Company über Wal-Mart, haben Süd- und Mittelamerika wegen der Rohstoffe und der billigen Arbeitskräfte ausgenutzt. Sie wollen keinerlei Arbeiterreform und auch keine Landreform, denn von den spanischen Kolonialtagen her gehören grosse Landstriche den sehr reichen Familien, genau wie die Presse auch.
Die Medien in Südamerika sind im völligen Privatbesitz und die meiste davon, im Gegensatz zu dem was die Amerikaner glauben, gegen jegliche Reform. Jeder der kommt und versucht etwas zu verändern wird von der Presse niedergemacht. Chavez ist ein Beispiel dafür, in dem sie ihn töten, jeden Tag. Die Medien sind aufsässig, in Opposition, verlangen seinen Rücktritt, nennen ihn einen Verrückten und manchmal rufen sie nach dem Sturz der Regierung. Das passiert jeden Tag. Und wir in Amerika behaupten aber es findet dort Zensur statt. Wir sind verrückt. Wenn wir solche Medien hätten, wäre es wie Fox News auf Steroide.
Die einzigen Alliierten die wir dort übrig haben ist Peru und Kolumbien. Beides Bösewichte, weil wir haben ihnen 6 Milliarden Dollar gegeben, um den sogenannten „Krieg gegen Drogen“ zu führen. Die paramilitärischen Kräfte haben dort bis zu 200'000 Menschen in den letzten 20 Jahren getötet, wir wissen die genau Zahl gar nicht. Es ist ein schrecklicher Krieg. In Venezuela wurde niemand getötet, aber wir behandeln das Land wie wenn sie das schlimmste Ding seit der Sowjetunion wären. Es ist eine sehr befremdende Doppelmoral.
Seit 2001 hat sich aber der Wind gedreht. Chavez ist dreimal hintereinander gewählt worden. Castros Vorhersage, es wird eine grosse Veränderung in der Welt geben, wird wahr. Ich denke, Amerika ist auf der falschen Seite der Geschichte und steht völlig Abseits, aber völlig.
Ich hoff dieser Film wird etwas bewirken.“
Hier das Interview zwischen Robert Greenwald und Oliver Stone:
Der Film South of the Border, eine Anspielung auf alles was südlich der Grenze von Texas liegt ist der Hinterhof der USA, ist eine einmalige Sicht auf Lateinamerika, wo eine stille Revolution stattfindet, wo demokratisch gewählte Präsidenten es wagen die Macht der USA zu trotzen, in dem sie das Geld für den „Krieg gegen Drogen“ und die aufgezwungenen Strukturveränderungen des Internationalen Währungsfonds ablehnen und damit Geschichte schreiben.
Oliver Stone hat Lula da Silva aus Brasilien, Argentiniens Christina Kirchner und ihren Ehemann und ex Präsidenten Nestor Kirchner, Ekuadors Rafael Correa, Fernando Lugo aus Paraguay, Evo Morales aus Bolivien, Fidel Castro aus Kuba und Hugo Chavez aus Venezuela ausführlich interviewt und zu Wort kommen lassen, alles Staatsführer die sich dazu verpflichtet haben, die Wirtschaft ihre Länder zu stärken, ohne die Einmischung der USA.
Hier der Trailer zum Film:
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Neu Beweise zeigen, Kissinger war im Mordkomplott involviert
Was man schon lange vermutet hat, kann nur bewiesen werden. Als US-Aussenminister war Henry Kissinger an der Operation Condor indirekt beteiligt und hat Warnungen an drei südamerikanische Länder, die Mordaufträge NICHT auszuführen, verhindert. Das hat eine private Forschungsgruppe in Dokumenten aus dem Jahre 1976 herausgefunden. Fünf Tage später wurde der chilenische Dissident und ehemalige chilenische Aussenminister Orlando Letelier und sein Kollege Ronni Karpen Moffitt in Washington DC durch einen Autobombenanschlag ermordet.
Das Dokument mit Datum 16. September 1976 wurde unter zehntausend anderen als geheim eingestuften des Aussenministeriums im National Security Archive durch eine gemeinnützige Forschungsorganisation gefunden, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.
Im Jahre 1976 haben die faschistischen Diktaturen, welche von Washington gestützt wurden, Chile, Argentinien und Uruguay, ein Programm zur „Ausschaltung“ von Dissidenten durchgeführt, welches unter dem Namen „Operation Condor“ lief. Dabei wurden die Führer der politischen Opposition in Lateinamerika, Europa und den Vereinigten Staaten gezielt ermordet.
Das im Archiv gefundene Dokument führt eine Reihe von Instruktionen von Kissinger an seine obersten Berater für Südamerika auf.
Laut der Depesche aus dem Jahre 1976, hat das US-Aussenministerium die drei oben genannten Länder gewarnt, keine Morde mehr auszuführen. Der Text sagt, ABER, „der Aussenminister verweigert die Erlaubnis die Nachricht an Montevideo weiterzuleiten und hat befohlen, dass keine weiteren Massnahmen in dieser Sache ergriffen werden sollen.“
Zu diesem Zeitpunkt machten sich die Killer nach Washington auf den Weg.
„Die Depesche vom 16. September ist das fehlende Glied im historischen Puzzle über die Rolle von Kissinger in der Aktion und Nichtaktion der US-Regierung, nach dem sie vom Condor Mordkomplott erfuhr,“ sagte Peter Kornbluh, der leitende Analyst für das National Security Archive was Chile betrifft ist und Autor des Buches: "The Pinochet File: A Declassified Dossier on Atrocity and Accountability."
“Das Dokument bestätigt, dass es in Kissingers völlige Verantwortung lag, den Befehl zum Aufhören und Beenden der Mordaufträge an die Condor-Killer von ihm verhindert wurde,“ sagte Kornbluh. Es war Kissinger der den Befehl gab alle diplomatischen Bemühungen zu beenden, um die Demarche auszuhändigen und ein Ende der Condor Mordoperation zu verlangen.
In einer Verlautbarung als Antwort sagte Kissinger, Kornbluh würde die Bedeutung des Telegrams „verdrehen“ und es wäre nicht so gemeint wie von ihm beschrieben.
Am 21. September 1976 haben Agenten des chilenischen Generals Augusto Pinochet eine Bombe unter das Auto von Letelier gelegt und es in den Strassen von Washington DC gezündet, der einer der lautstärksten Kritiker der Pinochet-Diktatur war.
In einem Leserbrief vom 17. Dezember 2004 an die Los Angeles Times schrieb Leteliers Sohn Francisco, dass der Mord an seinem Vater Teil der Operation Condor gewesen sei, den er als geheimdienstliches Netzwerk von sechs südamerikanischen Diktaturen dieser Ära beschrieb, die ihre Dissidenten eliminierten. Darin hob er hervor, dass Pinochet niemals für seine Beteiligung an der Operation Condor angeklagt wurde. Francisco Letelier betonte: „Der Mörder meines Vaters war Teil der Operation Condor.“
Der abgesprungene Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad, Victor Ostrovski, berichtete in seinem Buch "Der Mossad", dass chilenische DINA-Agenten, vor dem Mord an Letelier, in Israel in Terror-, Verhör- und Foltermethoden ausgebildet worden waren. Diese Ausbildung fand auf der ehemaligen Luftwaffenbasis Kfar Sirkin bei Tel Aviv statt. Als Verbindungsmann zwischen der chilenischen Diktatur und dem Mossad diente der Chef der DINA, General Contreras.
Wegen seiner aktiven Verhinderung des Mordanschlages und anderer Verbrechen im Zusammenhang mit den Taten der faschistischen Diktaturen in Südamerika und dem Putsch der Militärjunta gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Chiles, Salvador Allende, gibt es schon lange die Forderungen der Anwälte von Opfern, Kissinger müsste an die südamerikanischen Länder ausgeliefert werden, um sich für seine Mitbeteiligung zu verantworten.
Der BBC-Film "Trials Of Henry Kissinger - Die Verfahren gegen Henry Kissinger"
zeigt die grössten Verbrechen dieses internationalen Kriminellen auf:
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Haiti hat riesige Ölreserven und Uran
Jetzt wissen wir warum die Amerikaner möglicherweise so einen Aufwand wegen Haiti betreiben und eine ganze Armee dort hingeschickt haben, das Land hat riesige Ölreserven und andere wichtige Rohstoffe. Bereits am 19. Oktober 2008 berichtete ich „Grosse Ölreserven in Kuba gefunden" und Haiti liegt ja nur 80 Kilometer von Kuba entfernt, durch die Winward-Passage getrennt. Es sieht so aus, wie wenn die beiden Karibikinseln auf einem riesigen Ölfass sitzen und deshalb das Interesse der US-Regierung und des Pentagon so gross ist den Haitianern zu "helfen".
Die beiden Wissenschaftler Daniel und Ginette Mathurin haben im Januar 2008 ausgesagt, unter Haiti gibt es grosse Erdölvorkommen, sowie strategisch wichtige Erze. Könnte diese Tatsache das wirkliche Motiv für die „Besetzung” und Übernahme der Kontrolle durch 10'000 US-Soldaten sein?
Der Artikel erschien am 28. Januar 2008 auf der haitianischen Webseite von RadioMetropol. Ich versuche es aus dem Französischen zu übersetzen. Dort steht:
Haiti ist voller Öl sagen Daniel und Ginette Mathurin
Die Wissenschaftler Daniel und Ginette Mathurin haben darauf hingewiesen, dass unter dem haitianischen Boden es sehr viel Erdöl gibt, das von haitianischen und ausländischen Experten entdeckt wurde. „Wir haben 20 Stellen mit Ölvorkommen identifiziert“ sagt Daniel Mathurin und meint, dass 5 davon von Experten und Politikern als sehr wichtig angesehen werden.
Das Zentralplateau, einschliesslich der Region Thomond, -der Ebene Cul-de-sac und die Bucht von Port-au-Prince, sind voll von Erdöl, sagt er und fügte hinzu, dass die Ölreserven von Haiti grösser seien als die von Venezuela. „Haiti habe zum Vergleich so viel mehr Erdöl als Venezuela, wie ein Glas Wasser und ein olympisches Schwimmbecken.“
Venezuela ist zur Erinnerung einer der grössten Ölproduzenten der Welt.
Daniel Mathurin sagt, dass die Untersuchungen von mehreren früheren Regierungen es ermöglicht haben, die Existenz dieser grossen Vorkommen an Öl zu überprüfen. Er erinnert an ein Dokument der Lavalas-Partei, welche im Jahr 2004 an die Macht kam, wo die Zahl der Standorte für Kohlenwasserstoffe in Haiti angegeben waren.
Laut Daniel und Ginette Mathurin, enthält die Seenregion bei den Städten Thomazeau und Cornillon auch grosse Vorkommen an Öl.
Auf die Frage, warum diese Gebiete noch nicht ausgebeutet wurden, sagte Ginette Mathurin, dass diese Ablagerungen als strategischen Reserven der Vereinigten Staaten von Amerika angesehen werden. Er äusserte sein Unverständnis für diese Situation, erinnert aber daran, dass die Karibik als der Hinterhof der Vereinigten Staaten gelten.
Daniel und Ginette Mathurin weisen darauf hin, dass die US-Regierung im Jahre 2005 die Nutzung der strategischen Reserven der Vereinigten Staaten erlaubt hätten. Dieser Zugang muss von haitianischen Politikern für Verhandlungen mit den US-Konzernen genutzt werden, um die Lagerstätten auszubeuten, fügt Daniel Mathurin hinzu.
Experten sagen, dass die Regierung von Jean Claude Duvalier die Existenz der grossen Ölfelder in der Bucht von of Port-au-Prince kurz vor ihrem Sturz bestätigt hätten.
Dazu kommt noch, so Daniel und Ginette Mathurin, dass auf Haiti es Uran 238 und 235 in verschiedenen Regionen gäbe, einschliesslich Zirconium im Jacmel Gebiet. Uran wird für Atomkraftwerke zur Stromproduktion verwendet.
Anmerkung: Eine wichtige Verwendung für Zirconium sind die aus Zircaloy hergestellten Hüllen der Uran-Brennelemente in Kernkraftwerken.
Jetzt ist die Frage berechtigt, wenn die Regierungen von Haiti schon lange wissen, das Land sitzt auf riesigen Ölreserven, warum haben sie es nicht schon längst gefördert, damit das Land und die Bevölkerung endlich aus der Armut kommt?
Antwort: Weil die USA es ihnen nicht erlauben!
Ich erklär euch jetzt die geopolitische Strategie Washingtons, die komplett von den Ölkonzernen und Wall Street dominiert wird. Wenn die USA ein Land wegen der Bodenschätze erobert, dann geht es NIE darum das Öl zu holen, sondern darum, dass es NICHT gefördert wird. Es ist genau umgekehrt wie man denkt. Es gibt mehr als genung Öl auf der Welt. Deshalb darf nicht jeder der Öl hat es einfach fördern und verkaufen. Das verdirbt den Ölpreis und ausserdem wären dann die Länder unabhängig und reich. Das darf nicht sein.
Wer sich nicht an diese Regel hält wird platt gemacht. Also müssen sich die Länder entweder daran halten und sich von Amerika dominieren lassen, wie die Emirate, Saudi Arabien, Nigeria usw., oder sie werden "demoraktisiert", heisst die Marines marschieren ein. Venezuela und der Iran lassen sich nichts vorschreiben, deshalb sind sie die "bösen" und werden bedroht.
Das war der Fehler von Saddam Hussein und deshalb musste er weg. Seit dem die USA den Irak überfallen haben, ist die Ölförderung auf ein Drittel gesunken. Nicht weil es technisch nicht möglich wäre, sondern weil es nicht gewollt ist. Saddam überflutete den Markt und der Ölpreis war auf einem Rekordtief von unter 25 Dollar. Ausserdem akzeptierte er nur noch Euros. Das war aus Sicht Washingtons existenzbedrohend.
Genau so ist es in Afghanistan. Es geht dort schon um eine Pipeline vom Kaspischen Meer zum Indischen Ozean, aber nicht darum sie zu bauen, sondern sie NICHT zu bauen. Die Taliban wollten 2001 mit den Chinesen diese errichten, das musste verhindert werden. Wenn es den Amerikanern wirklich um den Bau ginge, dann hätten sie es in den 9 Jahren der Besatzung schon längt realisiert, tun sie aber nicht.
Die US-Regierung tut auch alles um die Pipeline vom Iran über Pakistan nach Indien und China zu verhindern, so wie sie die Northstream von Russland nach Deutschland sabotieren. Im Gegenzug schaffen die Chinesen in einer Rekordzeit von nur einem Jahr eine Pipeline von Kasachstan nach China zu bauen, die gerade eröffnet wurde.
Die Länder der Welt müssen von den amerikanischen Ölkonzernen abhängig sein und die hohen Marktpreise die sie alleine bestimmen zahlen ... und das noch in Dollars. Jeder der aus der Reihe tanzt wird bestraft.
Und mit den strategischen Ölreserven der USA läuft es so, die werden im Boden gelassen. Amerika hat viele Felder, wie in Alaska, die nicht angezapft werden. Ein Feld dort könnte alleine die USA für 200 Jahre versorgen. Auf ihren eigenen Öl sitzen sie, das rühren sie nicht an.
Die Amis sind ja nicht so blöd und verbrauchen ihr eigenes Öl. Das bleibt schön drin für später. Die nehmen sich das Erdöl viel lieber von weither und bezahlen mit wertlosen Dollars, die sie selber drucken. Damit bekommen sie es gratis. Gleichzeitig erschöpfen sie die Quellen der anderen. Am Schluss haben sie alleine nur noch Reserven. Und Haiti vor der Haustür wird als Teil dieser Strategie betrachtet.
Es geht bei allem was auf der Welt passiert nur um Geld, Macht und Kontrolle.
Wie heuchlerisch die US-Hilfe für Haiti ist
Es ist schon bemerkenswert, was für einen militärischen Aufwand die US-Regierung wegen Haiti auf die Beine stellt, wegen einer angeblichen Hilfe für Haiti. Man muss dem venezolanischen Präsident Chavez und französischen Kooperationsminister Alain Joyandet in ihrer Aussage Recht geben, es geht den Amerikaner wirklich nur um einen strategischen Schachzug, um eine Eroberung und nicht wirklich um Katastrophenhilfe für die notleidenden Menschen.
Der US-Machtapparat macht nichts aus Selbstlosigkeit, haben sie noch nie, sondern immer mit einem Hintergedanken ... und die Rosinenbomber der Berliner Luftbrücke gehören dazu, nur dass das mal klar ist. Noch so ein Märchen über Selbstlosigkeit.
Schauen wir uns die bisherige Entwicklungshilfe der US-Regierung für Haiti an, eines der ärmsten Länder der Welt, vor der Haustür sozusagen, ein Nachbar, um den man sich eher kümmern müsste als andere Länder.
Hier eine Grafik des USAID und US-Aussenministeriums über die geleistete Entwicklungshilfe für das Jahr 2008:
Was sehen wir?
Israel steht an 1. Stelle mit fast 2,4 Milliarden Dollar. Die sind ja auch wirklich sehr arm und unterentwickelt, deshalb ist das völlig berechtigt. Dazu kommt noch die ganze Rüstungshilfe in zweistelligen Milliarden an Israel, weil sie ja durch die Steinschleudern und besseren Feuerwerksraketen der Palästinenser so bedroht sind. Und dann noch die Kreditgarantien der USA und sonstigen Geschenke.
Das heisst, von den 26 Milliarden Dollar welche die USA an alle 290 Länder der Welt im Jahre 2008 verteilte, bekam Israel fast 10 Prozent. Wenn man alle Zahlungen zusammenrechnet, ist der Anteil erheblich grösser. Warum diese ausserordentliche Bevorteilung? Gibt es in Israel dauernd Naturkatastrophen, die alles zerstören oder leben die Menschen in bitterer Armut?
Nein, in Gaza wurde alles durch einen Bombenhagel durch Israel zerstört, mit amerikanischen Waffen. Und die Hilfslieferungen an die Palästinenser werden systematisch blockiert, die leben völlig im Elend. Diese unmenschliche Blockadepolitik Israels wird dann noch von den USA und Deutschland unterstützt.
Deutschland gab 2008 übrigen ca. fast 14 Milliarden Dollar aus und steht damit geldmässig an zweiter Stelle auf der Welt. Wie viel davon nach Israel geht wollen wir dieses mal gar nicht beleuchten. Sicher mehr als genug.
Am meisten Entwicklungshilfe pro Nationaleinkommen gibt übrigens Schweden aus, mit 0,98 Prozent. Deutschland nur 0,38 Prozent und die USA noch weniger mit 0,18 Prozent.
Und wie viel bekam Haiti von den USA?
Lächerlich wenig Entwicklungshilfe, nur insgesamt $287 Millionen und steht nicht mal unter den ersten 15 auf der Liste der Empfangsländer. Das heisst, für die USA war Haiti nie eine Priorität, stand ganz weit hinten. Aber jetzt plötzlich ein riesen Theater, in dem gleich drei Präsidenten, ja drei, Obama, Clinton und Bush, sich um diese armen Menschen kümmern und das Pentagon eine ganze Armee und eine Flotte hinschickt.
Wenn man sich die Liste anschaut, dann sind das hauptsächlich Länder wo die US-Regierung globale strategische Interessen hat, wie Georgien oder der Sudan, oder wo sie Kriege führt. Eindeutig geht es nicht nach Bedürftigkeit oder Armut.
Und genau so verhält es sich was Haiti betrifft. Die Amerikaner haben sich nie wirklich im positiven Sinne um das Land gekümmert. Negativ schon, durch Ausbeutung und Aufrechterhaltung von blutrünstigen und korrupten Diktatoren. Die US-Regierungen sind die Hauptschuldigen für den katastrophalen Zustand von Haiti, bereits vor dem Erdbeben.
Jetzt haben sie einfach die Gelegenheit beim Schopf gepackt und nach Naomi Kleins These der "Schockdoktrin", eine permanente Eroberung vor, die Errichtung einer Sprungbasis für militärische Operationen gegen Südamerika.
Wir wissen seit dem II. WK, wenn man die Amis mal als "Befreier" im Land hat, dann wird man sie nie mehr los. Deutschland, Japan, Südkorea usw. können ein Lied davon singen. Nach 60 Jahren hocken die immer noch da. Was machen die 75'000 US-Besatzungssoldaten noch in Deutschland? Von wem müssen sie die Deutschen beschützen? Die böse Sowjetunion und die kommunistische Bedrohung gibst ja schon seit 20 Jahren nicht mehr. Und die Deutschen bezahlen auch noch ihre eigene Besatzung. Nicht zu fassen! Deshab ist die Ausrede wegen "Arbeitsplätze" völliger Blödsinn. Das Geld das man einspart kann man für etwas besseres verwenden und Souveränität ist sowieso das höchste Gut.
Deshalb, die "Hilfe" der USA jetzt für Haiti ist eine riesen Heuchelei, hat mit wirklicher selbstloser Katastrophenhilfe nichts zu tun. Sie haben den perfekten Grund gefunden ohne den üblichen Krieg ein Land zu erobern und können sich noch als "Menschenfreunde" verkaufen.
Für die Haitianer ist die Präsenz von US-Soldaten nichts ungewöhnliches. Zuletzt kamen die US-Marines 2004 ins Land, als der damalige Präsident Jean-Bertrand Aristide inmitten gewaltsamer Unruhen und Korruptionsvorwürfe gegen seine Regierung aus dem Amt gedrängt wurde. Und Haiti war übrigens von den USA schon mal besetzt. US-Präsident Woodrow Wilson befahl 1915 die Besetzung des Landes, die bis 1934 andauerte.





