Bernard-Henri Lévy aus Tunesien ausgewiesen
Der "Architekt" des NATO-Bombenkrieges gegen Libyen, der französischer Journalist, Publizist und Mitbegründer der Nouvelle Philosophie Bernard-Henri Lévy, wurde am vergangenen Samstag aus Tunesien ausgewiesen, nur 24 Stunden nach seiner Ankunft. Er wollte eigentlich bis Donnerstag bleiben und sich mit dem tunesischen Islamistenführer Ghannouchi und dem libyschen Dschihadisten Belhaj treffen. Sein Besuch löste einen Sturm der Entrüstung in Tunesien aus und er wurde bereits bei seiner Ankunft am Flughafen in Tunis von Demonstranten, die den Hauptausgang des Flughafens blockierten, ausgebuht. Der Dachverband der tunesischen Gewerkschaften (UGTT) rief am Samstag zu seiner Ausweisung mit der Begründung auf, er hätte "Anarchie, Bürgerkriege und Terrorismus in der arabischen Welt angezettelt".
Wie das Foto zeigt, hetzt Lévy nicht nur gegen die arabische Welt, sondern hat auch am 16. Mai an der Uni in Kiew die Studenten aufgewiegelt. Die Zionisten haben überhaupt keine Berührungsängste gegenüber dem faschistischen Putsch-Regime und arbeiten mit den Nazis in der Ukraine zusammen. In diesem Fall gegen Russland.
Lévy verbrachte nach seiner Ankunft den ganzen Tag unter Polizeibewachung in einem Hotel in der Nähe von Tunis. Die tunesische Regierung bestritt jegliches Vorwissen über seinen Besuch und die Justiz begann eine sofortige Untersuchung, beschrieb seinen Aufenthalt als "Bedrohung der öffentlichen Ordnung".
Alarmiert durch tunesische Aktivisten in Frankreich, versammelten sich zahlreiche Demonstranten am Freitagabend am Aéroport International de Tunis-Carthage. Die Nachricht über seine Ankunft verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Medien.
In ihren Posts haben die Tunesier auf die Rolle Lévy bei der Bildung der islamischen Terrorgruppen in der Region aufmerksam gemacht und dass er Präsident Sarkozy zum NATO-Bombenkrieg gegen Gaddafi praktisch nötigte, wodurch über 80'000 libysche Zivilisten getötet, das Land in Ruinen verwandelt wurde und als gescheiterter Staat nun gilt.
Die Hauptkritik beruht aber auf seine bedingungslose Unterstützung der israelischen Kriegspolitik gegenüber den Palästinensern und den arabischen Nachbarländer. Als Anteilseigner der französischen Tageszeitung "Libération" hat er grossen Einfluss auf die Regierung in Paris und er galt als "Einflüsterer" von Sarkozy.
Die tunesischen Behörden und auch politischen Parteien verneinten jegliche Absicht sich mit ihm zu treffen. Er wollte die Anführer der libyschen Dschihadisten in Tunis treffen, mit denen er enge Beziehungen pflegt. Lévy ist der typische Beweis für die enge Zusammenarbeit der Zionisten mit den radikalen islamischen Kräften, um die arabischen Länder zu destabilisieren, alles nur zum Vorteil Israels natürlich.
Die tunesische Zeitung "Al Chourouq" bezeichnete Lévy als "Pate der Bürgerkriege" in der arabischen Welt und schrieb: "Das Ziel seines Besuchs in Tunis ist Volksverhetzung und Aufruhr zu provozieren, sowie das Scheitern der nächsten Präsidentschaftswahlen."
Der Aufbau der radikal islamischen Terrorgruppen in diversen arabischen Ländern, ob vorher Al-Kaida oder aktuell die ISIS in Syrien und Irak, ist doch nicht Marke Eigenbau, sondern es handelt sich um "Kinder" der Feinde der arabischen und moslemischen Welt, werden vom Westen rekrutiert, finanziert und bewaffnet. Sie dienen als nützliche Idioten für den Zionismus und US-Imperialismus, damit Konflikte und Kriege herrschen.
Offensichtlich sind die Tunesier aufgewacht und haben den Kriegshetzer nach Hause geschickt:
---------------------------
Cameron und Sarkozy traten vor 3 Jahren als Eroberer in Libyen auf, da die Hauptverantwortlichen für den NATO-Bombenkrieg. Wo sind sie denn jetzt, nach dem Libyen ins Chaos zerfallen ist? Ach so, das war ja die ganze Absicht hinter dem Angriffskrieg, ich meine Befreiung von einem bösen Diktator, Zerstörung und verbrannte Erde zu hinterlassen:
Welche Diktatoren unterstützt die USA noch?
Die Aufstände in Tunesien und Ägypten haben das Augenmerk auf die anti- demokratische Aussenpolitik und Doppelmoral der USA gelenkt, die schon seit Jahrzehnten von Washington praktiziert wird. In Ägypten weiss jeder, das Mubarak nur an der Macht ist und sein Terrorregime durchführen kann, weil die USA es so will und gutheist. Deswegen sind die aktuellen Aussagen des Weissen Haus, über die Notwendigkeit eines Wandels, die reinste Heuchelei. Tatsächlich würden sie es am liebsten ungeschehen machen und sie winden sich wie ein Wurm.
Mubarak war ein guter Diktator in ihren Augen, weil er in das geopolitische und strategische Konzept passte und Befehle befolgte. Seine Kooperation mit Israel gegen die Interessen der Palästinenser sowieso. Den verschiedenen US-Regierungen war die Unterdrückung der Ägypter und sein Verrat am arabischen Volk völlig egal. In Tunesien genau so.
Das Land am Nil war sogar der bevorzugte Ort, wo die CIA ihre Gefangenen, also sogenannte „feindliche Kombattanten“ die sie irgendwo auf der Welt entführten, hinverschleppten, um sie dort foltern zu lassen. Ein Outsourcing der verbrecherischen Methoden sozusagen. Der neue ernannte ägyptische Vizepräsident Ägyptens, Omar Suleiman, hat als Geheimdienstchef diese Folter sogar persönlich überwacht. Ausserdem traf er sich dauernd mit seinem Kollegen vom israelischen Geheimdienst Mossad, um gemeinsame Aktionen gegen die Palästinenser sich auszudenken und alle Friedensbemühungen zu sabotieren.
Wenn wir uns die Vergangenheit anschauen, dann gab es viele Länder die Diktatoren hatten, die entweder von USA an der Macht gehalten oder wo sogar demokratische gewählte Regierungen gestürzt wurden, um sie an die Macht zu bringen. Typisches Beispiel ist Chile, wo Präsident Allende durch einen Militärputsch abgesetzt und durch den Diktator General Pinochet ersetzt wurde. Auch die Militärjuntas von Griechenland, Portugal, Spanien, Argentinien, Südvietnam, Thailand, Indonesien und viele andere wurde von Washington getragen. Dazu noch die anderen Regime wie in Haiti, Uganda, Südafrika, Guatemala, Panama, Philipinen und Irak. Auch der Schah kam durch einen anglo-amerikanischen Coup als Diktator an die Macht und ersetze den demokratisch gewählten Präsidenten des Iran, Mossadegh.
Es ist nämlich so, die USA teilt die Welt in gute und schlechte Diktatoren auf. Die welche spuren und im Interesse Amerikas funktionieren, dürfen alles machen, auch ihr Volk unterdrücken, einsperren und töten. Nur die welche nicht nach der Pfeife der US-Regierung tanzen, kommen auf die schwarze Liste und werden bekämpft. Dann verkündet man scheinheilig mit viel medienwirksam Propaganda, wie undemokratisch sie sind und warum man einen „Regime Change“ gegen sie notfalls mit Krieg durchführen muss, wie gegen Saddam Hussein, der zuerst lange Jahre ein guter Diktator war, bis er zu einem bösen umgemünzt wurde. Bei Noriega in Panama war es genau so.
Wie sieht es heute aus? Welche Diktatoren werden von Washington an der Macht gehalten, so wie bis vor kurzem Ben Ali in Tunesien und immer noch Hosni Mubarak in Ägypten?
Da wäre zum Beispiel der König von Marroko, Mohammed der VI, dann König Abdullah Al Saud von Saudi Arabien, König Abdullah der II von Jordanien, Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan der Vereinigten Emirate, Emir Sabah Al-Ahmad von Kuwait, Hamad ibn Isa Al Khalifa von Bahrain, Qaboos bin Said Al Said von Oman, Hamad bin Khalifa von Qatar, Ali Abdullah Saleh von Jemen, Teodoro Obiang Nguema Mbasogo von Equatorial Guinea, João Bernardo Vieira von Guinea-Bissau, Paul Biya Cameroon, Idriss Déby vom Chad, Paul Kagame von Ruanda, Yahya Jammeh von Gambia, François Bozizé von der Zentralafrikanischen Republik, Sonthi Boonyaratglin von Thailand, Islam Karimov von Uzbekistan, Kurbanguly Berdymukhamedov von Turkmenistan, Asif Ali Zardari von Pakistan und die Liste kann man beliebig fortsetzen. Sie sind alle Dikatoren, welche gute Alliierten Amerikas sind und keine Demokratie zulassen.
Ausserdem benehmen sich angeblich demokratisch gewählten Präsidenten, wie Micheil Saakaschwili von Georgien oder Hamid Karzai von Afghanistan oder Jalal Talabani von Irak auch sehr autoritär und sind reine Marionetten Washingtons. Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig und trifft auf alle westlichen Staaten zu. Sie sind alle Vasallen Washingtons.
Obama hat da keinen “Change” in der Handhabung der Despoten im Vergleich zu seinen Vorgängern vollzogen.
Menschenrechte und Demokratie spielen für die USA überhaupt keine Rolle, solange die Länder ihren strategischen Zwecken dienen. Sie praktizieren es nicht mal im eigenen Land. Im Gegenteil, Demokratien sind lästig, denn das Volk kann „irrationale“ Entscheidungen treffen, die nicht erwünscht sind, Politiker wählen die nicht das machen was Washington will. Dann lieber eine kontrollierte Diktatur, die zuverlässige und korrupt ist, so wie bisher Ägypten mit Mubarak.
Deshalb sind jetzt Washington und auch Tel Aviv in Panik und befürchten, ein Wandel in Ägypten wird auf jeden Fall eine Politik- änderung bringen und nichts mehr wie vorher sein lassen. Sogar Al Baradei hat bereits angekündigt, sollte er Präsident werden, wird er die Hamas als legitme Regierung des Gaza anerkennen und die Blokade aufheben.
Welche Angst um ihren Einfluss und undemokratische Haltung die Amerikaner haben sieht man an der Aussage des Politologe Kenneth Pollack, ein frühere CIA-Analyst und jetzt Direktor des Saban-Zentrums für den Nahen Osten am Brookings Institution in Washington, in dem er vor einer zu schnellen Demokratisierung der arabischen Region warnt.
"Wenn es jetzt in Ägypten freie Wahlen gäbe, wäre das das Schlimmste, was der Demokratie passieren könnte." Also lieber die Fortsetzung der Diktatur, muss man aus seinen Worten schliessen.
Was jetzt stattfindet hat fast niemand vorhergesehen. Die Veränderungen passieren rasend schnell. Die Bevölkerung vieler Länder werden immer aufmüpfiger oder sogar revoltieren, lassen sich diese Unterdrückung nicht mehr gefallen. Der Funken der Rebellion hat sich von Tunesien auf andere Diktaturen übertragen. Es sieht aus wie wenn die bisherige Aussenpolitik Amerikas immer schneller auseinanderfällt und zum Scheitern verurteilt ist. Jetzt rächt sich der jahrzehntelange Machterhalt der Despoten gegen die Bevölkerung und die Menschen erkennen wer ihr wirklicher Feind ist.
-----------------------
Hier noch etwas interessantes. Ein ASR-Leser hat nach der Sendung von "Maybrit Illner" vom Donnerstagabend im ZDF die US-amerikanische Journalistin Melinda Crane im Chat folgendes gefragt:
Frau Crane, was ist ihre Meinung über Obama, wenn man betrachtet, dass er die Zensur von Mubarak kritisiert, wenn Obama doch selbst Zensur betreibt, wie im Falle von Wikileaks?
Melinda Crane:
Das sind für mich zwei ganz Unterschiedlichen Felder. Aus Obamas Sicht hat Wikileaks vertrauliche Dokumente geklaut, es ist keine Zensur, als geheim gestufte Dokumente weiter der Öffentlichkeit enthalten zu wollen. Die Zensur von Mubarak ist eine andere, sie verhindert die Meinungsäusserung der Bürger in der Öffentlichkeit.
Diese Antwort zeigt, Frau Crane hat entweder keine Ahnung oder verdreht die Tatsachen. Wikileaks hat nichts geklaut, sondern der eigene Soldat Bradley Manning, wenn er es war, hat seine staatsbürgerliche Pflicht erfüllt und was wir wissen sollen weitergeben. Wikileaks hat nur die Dokumente veröffentlicht, so wie eine Zeitung es macht, die etwas zugespielt bekommt. Und das soll eine professionelle Journalistin sein? Wohl eher eine Propaganda-Agentin der US-Regierung. Ach, hab vergessen, das ist ja das selbe.
ZDF - mit dem Zweiten luegt man besser!
Verwandter Artikel:
Obama gibt Mubarak Ratschläge die er selber nicht hält
Haftbefehl für tunesischen ex-Diktator
Das tunesische Justizministerium hat Interpol um Hilfe bei der Verhaftung des gestürzten Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali, seine Ehefrau Leila Trabelsi und weitere Mitglieder der Familie gebeten, die aus dem Land geflohen sind. Justizminister Lazhar Karoui Chebbi sagte bei einer Pressekonferenz, Tunesien möchte Ben Ali und seinen Klan vor Gericht bringen, wegen "dem Besitz von 'enteigneten' Eigentum und dem Transfer von Devisen ins Ausland". Einige Mitglieder der Familie die noch im Lande waren sind bereits in Haft.
Habt ihr gewusst, ihr macht Urlaub in einem Polizeistaat?
Es ist schon bezeichnend, wie die Profimedien über die Revolution in Tunesien und Entmachtung eines brutalen Diktators berichtet haben. Erstens, wurden sie völlig im Schlaf erwischt und wachten erst nach Wochen auf, so gepennt haben sie, obwohl es schon Mitte Dezember losging. Als die Journalie endlich nachkam, war ihre einzige Sorge, die Erlebnisse der Touristen die dort Urlaub machten und zurückkamen zu melden, aber nicht über das Schicksal der Tunesier, die von einer brutalen Staatsgewalt niedergeknüppelt und zusammengeschossen wurden.
Sie stürmten mit ihren Kameras und Mikrophone zu den Flughäfen und befragten die Ankommenden über ihre Erlebnisse aus. Dort gab es dann so Aussagen wie, „die Bars waren geschlossen, es gab nichts zu trinken“, oder „im Duty Free konnte man nichts kaufen“, wie wenn das eine wichtig Nachricht wäre und nicht, warum das wohl in Tunesien passiert.
Dann kamen die dramatischeren Geschichten der Rückkehrer über „durch die Strassen ziehende plündernde Banden, die alles zerstören, was ihnen in die Finger kommt.“ Dabei bestehen diese Gruppen aus Angestellte des Innenministerium, deren Auftrag es ist die aufgebrachte Bevölkerung ins schlechte Licht zu rücken, die zu Recht auf die Strasse gingen, um gegen den Unterdrückungsapparat von Präsident Zine El Abidine Ben Ali mit seiner Polizei und Geheimdienst zu protestieren.
Die Journalisten hätten lieber fragen sollen, „habt ihr gewusst, ihr macht Urlaub in einem Polizeistaat?“
Sicher haben die Touristikunternehmen in ihren Glanzprospekten die Urlauber nicht darauf hingewiesen. Wäre ja auch schlecht fürs Geschäft und würde die Illusion der heilen Welt zerstören. Hauptsache billig und "all inclusive".
Das deutsche Aussenministerium störte das auch nicht und hat nie eine Reisewarnung mit diesen Hinweis über Tunesien rausgegeben, obwohl das Land schon seit 23 Jahren von einem Diktator regiert wird, und vorher auch schon, wo keine Bürgerrechte existieren und kein Rechtsstaat ist. Aus Sicht Berlins durfte Ben Ali ruhig sein Volk tyrannisieren, Hauptsache Deutschland konnte seine Waren dorthin exportieren und Urlauber hinschicken. Hinter den Hotelmauern haben sie ja eh nichts mitgekriegt.
Der Westen kriegt sowieso nichts mit und ist völlig in seiner einseitigen Sichtweise der Welt gefangen. Arroganz und Überheblichkeit wo man hinschaut und Verachtung von Menschen aus anderen Kulturkreisen. Den Politikern sind die Bürgerechte der Tunesier oder der anderen von Despoten regierten arabischen Ländern völlig egal. Schliesslich sind sie „unsere“ Diktatoren, die dürfen die Pressefreiheit einschränken, die Opposition ins Gefängnis werfen, Wahlen fälschen und zensieren. Aufregen tut man sich über so etwas nur wenn es beim „Feind“ passiert, also wenn es um den Iran geht oder Nordkorea. Dann kann man sich vor lauter Empörung gar nicht erholen.
Was für eine beschämende Doppelmoral und Heuchelei.
Was in Tunesien abgeht ist der Ausdruck eines seit langem existierenden Problems. Die Menschen dort protestierten gegen eine von den USA und vom Westen gestützte Diktatur, gegen den Mangel an Demokratie und Freiheit. Sie lehnen sich gegen die Polizeibrutalität, Korruption der Herrscherfamilie und gegen die Zensur auf. Sie gingen auf die Strasse und stellten sich den Gewehrkugeln, Schlagstöcken und Tränengas, weil sie es nicht mehr aushielten, weil die Arbeitslosigkeit unerträglich ist und die Lebensmittel unbezahlbar.
Es gibt keinen Grund zu befürchten, die Islamisten übernehmen jetzt die Kontrolle. Wie denn auch? Das Ben Ali Regime hat die Ausübung der Religion völlig unterdrückt und alle die nur einen Hauch von Islamismus zeigten eingesperrt oder aus dem Land gejagt. Ein arabischer Staat der säkulärer ist als Tunesien gibt es nicht. Der Islam spielt überhaupt keine Rolle und es handelt sich um eine weltliche Revolution gegen eine Diktatur und gegen Zustände, die durch den westlichen Kapitalismus und dessen unersättliche Gier unterstützt und verursacht wurden.
Die Tunesier wollen Wahlen in den nächsten 60 Tagen, um ihre gewünschte Regierung zu wählen, ohne Einfluss und Druck von aussen. Sie wollen, dass ihre Wahl auch international akzeptiert wird und es nicht wie mit Gaza ausgeht. Die werden nämlich bis heute von Israel und dem Westen kollektiv dafür bestraft, die falsche Partei mit der Hamas gewählt zu haben. So viel zum Demokratieverständnis der Westmächte, nämlich keines.
Und wer das nächste Mal in den Urlaub fährt sollte vorher prüfen, ob man in einen Polizeistaat reist und diesen mit seinem Geld unterstützt und nicht den Ahnungslosen spielt, dem das Schicksal der Bevölkerung nicht interessiert. Unrechtstaaten müssen boykottiert werden. Das trifft übrigens auf die USA auch zu, der grösste Polizeistaat überhaupt.
Leila, die Regentin von Karthago
Leila, die zweite Frau des 74-jährigen Ex-Diktators, 20 Jahre jünger als er, wurde von der tunesischen Bevölkerung als "Regentin von Karthago" bezeichnet und war die wirkliche Macht hinter dem "Thron". Als ehemalige Friseurin aus bescheidenen Verhältnissen, hat sie ihre Familie der Trabelsi mit Intrigen, Skrupellosigkeit und Ehrgeiz zur mächtigsten Clique in Tunesien gemacht, die in jedem Geschäft ihr Hand drin hatte. Das führte dazu, dass sogar die Unterstützer von Ben Ali, seine Frau als untragbar hielten und hassten.
"Die ganze Macht und der Reichtum von Ben Ali wurde in der Familie konzentriert, speziell die von seiner Frau," sagte Saad Djebbar, ein arabischer politischer Analyst. "Er wurde so arrogant, er untergrub seine eigene Machtbasis, entfremdete seine Unterstützer in der Partei und in der Geschäftswelt."
Nach aussen gab sich die "First Lady" als progressivste Frau in der arabischen Welt, in dem sie Wohltätigkeitsorganisationen anführte und Feminismus und die Rechte der Frauen vertrat. Aber hinter den Kulissen führte sie ein pompöses und luxuriöses Leben, welches viele Kritiker mit dem von Imelda Marcos der Philippinen verglichen. Ausgedehnte Einkaufstouren nach Paris, Mailand und Dubai im eigenen Jet waren für sie alltäglich.
Obwohl die Tunesier die Exzesse gerüchteweise kannten, wurden viele Details unterdrückt, da die Medien des Landes unter starker Zensur litten und grösstenteils der Regentenfamilie gehört. Erst durch die Wikileaks-Berichte, welche der US-Botschafter Robert F. Godec verfasste, kamen Einzelheiten über den extravagante Lebensstiel zu Tage, verbreiteten sich wie ein Lauffeuer über das Internet, brachten das Fass zum Überlaufen. Versuche der Unterdrückung dieser Hintergründe wurden mit Widerstand quittiert, was dann in Demonstrationen endete.
So beschrieb Godec in einer Depesche, wie überschwänglich er ein Mittagessen im "Palast" des Schwiegersohnes und Milliardärs, Mohamed Sakher El Materi, erlebt hatte. Auf der Terrasse des Anwesens am Meer, das mit römischen Skulpturen und Kunstgegenständen vollgestopft ist, wurde Eiscreme und gefrorener Joghurt serviert, das extra aus St. Tropez eingeflogen wurde, einer der Lieblingsferienorte von El Materi. Sein Gastgeber hatte sogar einen Tiger als Haustier mit Namen "Pascha", der vier Hühner am Tag als Futter bekam.
Das alles im Gegensatz zu den normalen Tunesiern, die Mühe haben eine Arbeit zu finden und Essen auf den Tisch ihrer Familie zu bringen. Dazu noch die Erhöhung der Lebensmittelpreise und der Bakshish, der den Staatsdinern bezahlt werden muss, ob für das Betreiben eines Ladens, der Eintritt in eine Schule oder für den Erhalt eines Jobs.
Aber was die Bevölkerung noch wütender machte, war die offensichtliche Korruption und der Machtmissbrauch. Die Spitze des Staates verwandelte sich in eine Kleptokratie, wo der regierende Clan alles an sich riss und wie die Maden im Speck lebten. Der Unterdrückungsapparat um diese Macht aufrecht zu erhalten war allgegenwärtig zum spüren.
So baute der oben genannte Schwiegersohn, der die Tochter des Präsidenten, Nesrine, heiratete ein Imperium auf, bestehend aus Finanzen, Automobil, Tourismus, Immobilien, Medien und Landwirtschaft. Und das alles im Alter von 30 in nur 6 Jahren. Er wurde der zweitgrösste Importeur von Volkswagen nach Afrika und erhielt die offizielle Vertretung der deutschen Automarken Audi, Seat und Porsche, mit einem Umsatz von 250 Millionen Euro im Jahr. Dazu auch noch die Rechte von KIA Motors für Tunesien.
Leilas Bruder, Belhassen, besitzt eine Fluglinie, mehrere Hotels, zwei private Radiostationen und eine Montagefabrik für Autos. Der Botschafter notierte in seinem Bericht, viele ausländische Investoren fanden es sehr schwer Fuss zu fassen, ohne der regierenden Familie gezwungenermassen einen Anteil am Geschäft zu geben, genau wie bei der Mafia.
So hat McDonalds, die nicht gerade für ihre ethischen Geschäfts- praktiken bekannt sind, in Tunesien nicht landen können, weil sie sich weigerten einem Mitglied der "Familie" die Lizenz zu geben, wie in einer Botschaftsdepesche steht.
Der Präsident selber soll ein Vermögen von fast 4 Milliarden Euro haben. Wie viel davon er und die Trabelsi Familie in der Lage sein werden zu behalten, jetzt wo das Oberhaupt und seine Frau geflüchtet sind, wird man sehen.
Die tunesische Bevölkerung lässt nun seine Wut auf die „Familie“ aus, in dem sie deren ergaunertes Eigentum stürmt, durchwühlt und plündert. Mit Staunen besetzten sie die prunkvollen Villen und Anwesen, sehen den Überfluss und Luxus in denen die Geflüchteten gelebt haben. Geschäfte und Supermärkte die zum Clan gehören sind Ziel des Volkszorns geworden.
Nur, wer hat das alles jahrzehntelang gewusst und zugelassen? Es waren die USA und die europäischen Länder, mit Frankreich als ehemalige Kolonialmacht Tunesiens an der Spitze. Ausländische Tourismuskonzerne durften ihre Resorts bauen und die Urlaubssuchenden einfliegen. Industriekonzerne ihre Fabriken erstellen und die tunesischen Arbeiter mit tiefen Löhnen ausbeuten. Aus Sicht des Westens gehen Geopolitik, Kampf dem Terror und gute Geschäfte allemal vor Menschenrechte und Demokratie.
Ben Ali war ein guter Diktator der alles durfte, solange er aussenpolitisch das machte was sie von ihm verlangten. Jetzt wo ihr Partner gestürzt wurde, wird scheinheilig von Washington, London, Paris und Berlin so getan, wie wenn sie den Wandel befürworten. Widerwillig lassen sie ihn fallen wie eine heisse Kartoffel. Dabei war und ist ihnen das Schicksal des einfachen Tunesiers scheissegal.
Wir können nur hoffen, dass die Tunesier sich ihre Revolution nicht aus den Händen nehmen lassen und eine wirkliche Volksvertretung das Ruder übernimmt.
Ben Ali Familie mit 1,5 Tonnen Gold geflüchtet
Laut französischen Geheimdienst ist die Family des gestürzten tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali mit 1,5 Tonnen Gold nach Saudi Arabien geflüchtet.
Die Informationen die aus Tunis von französischen Offiziellen herausgesickert sind sagen, die von der Bevölkerung gehasste Frau des Präsidenten, Leila Trabelsi, soll zunächst zur tunesischen Zentralbank gefahren sein und hat die Herausgabe des Goldes verlangt. Der Gouverneur der Bank weigerte sich aber. Frau Ben Ali rief dann ihren Mann an, der zuerst auch nein sagte, aber schliesslich nachgab. Das Gold wurde zum Flughafen transportiert und in die Maschine verladen, mit der die Familie des Präsidenten zuerst nach Dubai flog, bevor sie in Jeddah Saudi Arabien ankam. Insgesamt sollen es 1,5 Tonnen Gold im Wert von 45 Millionen Euro sein.
Ben Ali selber glaubte nicht an so einen schnellen Sturz. Der Beweis dafür soll laut Regierungskreisen in Paris die Aufzeichnung einer Ansprache sein, die aber nicht mehr gesendet wurde. Er wollte das Land nicht freiwillig verlassen, sondern erst wenn er offiziell des Amtes enthoben wird. Aber die tunesische Armee und der Stabschef, welche sich weigerten auf die Bevölkerung zu schiessen, sollen die Hauptrolle bei der Entfernung von Ben Ali gespielt haben.
Wie Ben Ali überhaupt das Land verlies ist noch unklar. Laut einigen europäischen Botschaftern soll der lybische Geheimdienst dabei geholfen haben. Die Aussage von Muammar Gaddafi, er bedauere den Ausgang der Krise in Tunesien, bestätigt diese Vermutung.
Angeblich soll Ben Ali zunächst gar nicht gewusst haben wo er hin will und er flog mit einem Hubschrauber nach Malta, wo er dann mit seiner Maschine weiterreiste. Laut französischen Luftfahrtministerium gab es einen Flugplan von Tunis nach Paris, aber die Franzosen wollten ihn nicht haben. Ben Ali flog dann nach Doha Qatar weiter.
Die Revolution muss weiter gehen
Am Montag haben sich ca. 2'000 Demonstraten vor der Gewerk- schaftszentrale versammelt, um die Fortsetzung der Revolution zu verlangen. Sie fordern die komplette Entfernung aller Reste des alten Regimes aus der Politik. Beim Versuch zum berüchtigten Innen- ministerium vorzudringen, wurden Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstraten eingesetzt. Die Sicherheitskräfte wollen niemanden in die Nähe der Regierungsgebäude lassen.
Die Demonstraten sagen, die Macht ruht im Volk und sie werden gegen die Überbleibsel der Diktatur weiter rebellieren. Sie riefen "Freiheit!" und "nieder mit der RCD!", die Partei des gestürzten Ben Ali.
Der Premierminister Mohamed Ghannouchi will die Details einer Einheitsregierung später am Tag verkünden, um das Chaos zu beenden.
Hier Aufnahmen von der Demonstration:
Bewaffnete Deutsche in Tunis festgenommen
Tunesische Sicherheitskräfte haben am Sonntag in der Hauptstadt Tunis vier bewaffnete Deutsche festgenommen. Sie sind gemeinsam mit weiteren Ausländern in drei Taxis unterwegs gewesen. Dabei soll es sich um Franzosen und Schweden gehandelt haben. In den folgenden Videos sieht man wie die Ausländer überwältigt am Boden liegen.
In ihrem Gepäck wurden Waffen und Munition gefunden. Die schwarzen Koffer sehen aus wie für Gewehre. Sie sollen gesagt haben, sie gehen zur Jagt. Die Tunesier verdächtigen sie als Agenten, die nach Tunesien gekommen sind um Unruhe zu stiften und sie wären Scharfschützen.
In Tunis kam es am Sonntag zu mehreren Gefechten zwischen bewaffneten Anhängern des abgesetzten Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali und Sicherheitskräften der Übergangsregierung. Es herrscht deshalb eine angespannte Atmosphäre und es wurden laufend Schüsse gehört.
Es könnten tatsächlich Jäger sein, denn in Marokko und Tunesien wird Schwarzwild bejagt. Ist nur eine sehr unpassende Zeit mit Waffen durch Tunis zu fahren und bei einer Strassenkontrolle damit erwischt zu werden.
Fand die erste Wikileaks-Revolution statt?
Es gibt tunesische Beobachter die sagen, der Katalysator und Zündfunke der den Volksaufstand in Tunesien so richtig auslöste war die Veröffent- lichung der Wikileaks-Dokumente über die Lebensweise und Korruption der Präsidentenfamilie und die anschliessende Unterdrückung und Verfolgung von Internet-Benutzer durch das Regime.
Die sozialen Netzwerkmedien haben das politische Bewusstsein im Nahen Osten und Nordafrika völlig verändert, als die Tunesier die Dienste von Twitter und Facebook benutzten, um ihre Botschaften und Informationen gegen die Regierung zu verbreiten, die auf Wikileaks standen. Als das tunesische Regime versuchte diese entlarvende Information über sich selber zu unterdrücken und massiv gegen die Internet-Nutzer im Lande vorging, wurde ein Zorn und eine Wut ausgelöst, nach dem Motto, und jetzt erst recht.
Was die Zensur und Unterdrückung von Wikileaks auslösen kann, haben Amazon, MasterCard, Visa und andere hörige Konzerne des Establish- ments erlebt, als Attacken aufgebrachter Internetbenutzer ihre Seiten lahmlegten. Die Veröffentlichung der Wikileaks-Dokumente über Tunesien war nicht die Ursache des Aufstandes, sondern möglichweise der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, da die Regierung die Zensur massiv verschärfte.
Die Zeit war mehr als reif und die Menschen gingen auf die Strasse. Die Videos der Demonstrationen und Zusammenstösse mit Sicherheits- kräften wurden auf Youtube veröffentlicht und die tunesische Regierung versuchte mit allen Mitteln diese zu unterdrücken. Trotzdem gelang es den Internet-Aktivisten die Situation und die Anzahl der Opfer Minute für Minute aktuell zu berichten, was die Tunesier und die Menschen in den benachbarten arabischen Ländern in Atem hielt.
Das völlige Todschweigen der wirklichen Ereignisse durch die Medien wurde durch die Berichterstattung der unabhängigen Journalisten und einfachen Bürgern mit ihren Handys und in dem sie Online gingen unterlaufen. Ohne der Informationen aus dem Internet hätten die Massen sich nicht organisieren und solidarisieren können und es war der entscheidende Punkt für die Durchführung des Aufstandes.
Nasser Weddady, ein Menschenrechtsaktivist des American Islamic Congress, der die Ereignisse in Tunesien genau beobachtet glaubt, die sozialen Medien haben den Volksaufstand nicht verursacht, aber deren wichtige Rolle war die Verbreitung der Information darüber, im Inland wie im Ausland.
„Wenigsten in den ersten beiden Wochen wurde das Filmmaterial welches Al Jazeera und France24 über die Ereignisse zeigten exklusiv von den Internetbenutzern geliefert und von Nawaat (eine tunesische Gruppe von Dissidenten). Twitter war entscheidend in der Verbreitung der Information an die Beobachter und Journalisten im Ausland,“ sagte Weddady.
“Aber die meiste Aktivität passierte auf Facebook, in dem die Regierung auf aggressive Weise versuchte die Benutzernamen und Passwörter mit Pishing-Attacken einzusammeln und die Konten löschte, welche Videos und Information über die Ereignisse zeigten,“ sagte er.
Die sozialen Medien füllten die Lücke welche die meisten Mainstream- medien im Westen übrig liessen, da sie entweder gar nicht, zu spät und viel zu langsam berichteten. Offensichtlich wurde der Aufstand in Tunesien und die brutale Unterdrückung durch das vom Westen gestützte Regime bewusst von den Medien anfänglich ignoriert.
Wie war das aber damals im Iran? Was haben die Medien alles gemacht und sich regelrecht überschlagen mit ihrer Berichterstattung. Damals lobten sie die Nutzung des Internet aufs höchste und nutzten die Informationen und Videos welche dort erschienen in aller Ausführlichkeit und die Medien nannten es die "Twitter-Revolution". Nur, es war gar keine, sondern ein von westlichen Geheimdiensten inszinierter Protest, der im Sand verlief. Der eindeutige Beweis dafür waren die englischen Sprüche auf den Plakaten, die überall auftauchten. Also waren die Botschaften für den Westen bestimmt und nicht für die Iraner.
Wie immer kommt es darauf an wer und wo ein Aufstand passiert. Findet die Revolution gegen ein vom Westen unterstütztes Regime statt, dann wird es verschwiegen, dürfen die Zuschauer und Leser es nicht wissen. Sie könnten ja auf dumme Gedanken kommen. Gibt es aber Massen- proteste gegen ein Mitglied der sogenannten „Achse des Bösen“, dann macht das Schlagzeilen ohne Ende und die Medien können sich gar nicht vor lauter Empörung erholen, werden Helden und Martyrer geschaffen und die Unterdrücker verurteilt.
Wo ist die tunesische „Nada“ jetzt? Tote die vom Regime erschossen wurden gibt es ja leider genug. Hat irgendein westlicher Staatsführer die Tötung der Demonstraten vor der Flucht von Ben Ali verurteilt? Nein, sie machten erst zaghaft ihr Maul auf als er bereits im Flugzeug sass, wenn überhaupt. Und was machen die Medien? Sie berichten nicht positiv über die Selbstbefreiung von einem Diktator, sondern nur Negatives über Plünderungen. Das tunesische Volk ist demnach der Böse und nicht die verbrecherische Elite die jahrzehntelang wie die Maden im Speck lebten, auf Kosten der Bevölkerung.
Wie ich schon lange sage, die etablierten Medien sind unser grösster Feind. Ihre Aufgabe ist es unsere Meinungsbildung in die gewünschte Richtung zu lenken, uns mit Desinformation zu füllen und nicht über was wirklich auf der Welt passiert zu informieren. Wer diese mit seinem Besuch frequentiert unterstützt sie. Wer Whistleblower-Seiten wie Wikileaks verleumdet, ist ein bewusstes oder unbewusstes Werkzeug der Feinde der Menschheit und muss durch Verachtung bestraft werden.
Und eines will hier mal deutlich sagen, denn das geht mir schon lange auf dem Wecker. Alle Defätisten, Miesmacher, Pessimisten, Schwarz- maler und Schwarzseher, die immer alles schlecht machen, überall was böses sehen und jeden Versuch einer Veränderung in den Dreck ziehen, als "nicht machbar" und "bringt nichts" beschreiben, haben hier nichts zu suchen, sollen endlich abfahren und wo anders ihre negative Meinung und kontraproduktiven Müll abladen. Für mich sind das Looser mit denen ich nicht meine Zeit verschwenden will. Und Tschüss!
Jedenfalls herrscht jetzt ein Zustand der Eurphorie in Tunesien. Die Menschen dort haben ihre eigene Macht etwas zu verändern erkannt. Eine Diktatur ist überwindbar wenn man sich solidarisiert und protestiert. Das wird sicher als Beispiel von den anderen arabischen Ländern mit Aufmerksamkeit verfolgt. Möglichweise ist es der Beginn weiterer Veränderungen und kein Despot muss glauben er sitzt fest im Sattel.
WikiLeaks funktionierte als Katalysator und als Zündfunke für den Aufstand in Tunesien, zusammen mit den sozialen Netzwerken im Internet, was die wichtige Aufgabe dieser Aufdeckungsseite mehr als bestätigt.
Proamerikanischer Diktator flieht
Präsident Zine al-Abedine Ben Ali, die Marionette der USA flieht ins Exil aus einem blutgetränkten Tunesien, nach einer Welle von Studentenprotesten. Nach 23 Jahren Diktatur, die vom Westen aufrecht erhalten wurde, haben die Tunesier ihn endlich verjagt, der erste erfolgreiche Volksaufstand in einem arabischen Land.
Wie viele andere arabische Regime, wurde die Regierung in Tunesien von Washington gegen den Willen der Bevölkerung über Jahrzehnte an der Macht gehalten. Die Wut der Jugend wegen der hohen Arbeits- losigkeit, hohen Lebensmittelpreisen und der Korruption konnte nicht mehr unterdrückt werden. Sie gingen auf die Strasse und es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzung mit den Sicherheitskräften.
Nun hat Ben Ali Tunesien verlassen und zunächst dachte man er würde in Frankreich Zuflucht suchen, aber Sarkozy hat die Einreiseerlaubnis verweigert. Es gibt Berichte, die Maschine mit Ben Ali an Bord sei in Sardinien zum Auftanken gelandet, um danach in Richtung arabische Golfstaaten zu fliegen. Das Ziel könnte Saudi Arabien sein.
Premierminister Mohammed Ghannouchi verkündete, er würde das Amt des Präsidenten übernehmen, während die Armee die Kontrolle des Flughafens und anderer wichtiger Einrichtungen übernahm. Der Ausnahmezustand wurde ausgerufen mit einer nächtlichen Ausgangssperre.
Es begann vor Wochen zuerst auf dem Land und dann kam die Protestwelle in die Hauptstadt. Die Demonstranten ignorierten die Ausgangssperre und missachteten das Versprechen von Ben Ali, keine sechste Amtszeit ab 2014 mehr antreten zu wollen. Statt nach Hause zu gehen gingen sie auf die Strasse und bestiegen die Dächer, besetzen sogar Regierungsgebäude und das Innenministerium, schmissen Steine auf die Symbole der Staatsmacht und verlangten den Rücktritt des Diktators.
Die Polizei reagierte massiv mit Gewalt und es sollen 13 Menschen erschossen worden sein, was die Gesamtzahl der Toten auf 80 bringt. Die ganze Hauptstadt war von Tränengaswolken durchzogen. Die TV-Bilder zeigen wie Polizisten in Zivil Schüsse in die Menge abfeuerten, sich Studenten griffen und zu Boden schleuderten, wo sie von den Kollegen der Bereitschaftspolizei niedergeknüppelt und zusammengetreten wurden.
Der Auslöser des Aufstandes ist die hohe Arbeitslosigkeit. Aber die Studenten protestieren auch gegen die scharfe Zensur der Information im Lande, einschliesslich des Internet und gegen die unverschämte Bereicherung und Korruption der Familie des Präsidenten.
Sogar in den von Wikileaks veröffentlichten Depeschen berichten die US-Diplomaten aus Tunis, ihr „Alliierter“ wäre ein Polizeistaat. Eine andere Botschaftsnachricht beschrieb die luxuriöse Strandvilla des Schwieger- sohnes des Präsidenten, der sogar Tiger als Haustiere hält. Die regierende Familie wurde als Mafia ähnliche Elite beschrieben, die ihre Hand in jeder Kasse in der ganzen Wirtschaft des Landes hat.
Die Tunesier wussten über die massive Korruption Bescheid, nur die Wikileaks-Veröffentlichungen bestätigte ihre Vermutung. Die Regierung blockierte deshalb den Zugriff auf Wikileaks und suchte nach Dissidenten und Aktivisten in der Internet-Szene. Die Unterdrückung der Meinungs- freiheit machte die Jugentlichen noch wütender, war einer der endgültigen Zündfunken und es gibt Beobachter welche den Aufstand als erste "Wikileaks-Revolution" bezeichnen.
Der von Amerika gehätschelte Diktator durfte unter dem Vorwand der "Terrorbekämpfung" alles machen, wie Gewerkschaften und Opposition rücksichtslos unterdrücken, Menschen einsperren und foltern und sich und seinen Familienclan bereichern. Das Regime von Ben Ali wurde dabei auch von ganz Europa unterstützt und sie haben zu allen seinen Verbrechen jahrzehntelang geschwiegen.
Am Donnerstag Abend gab Ben Ali in einer TV-Ansprache heuchlerisch zu, er hätte nicht auf die Bevölkerung gehört und versprach Besserung, aber das stachelte die Demonstranten nur noch mehr an.
Als letzter verzweifelter Akt entliess er sein Kabinett und sagte, es würde Neuwahlen geben. Aber nicht lange danach erschien auf den staatlichen TV-Sender die Nachricht, eine „wichtige Verlautbarung“ soll verkündet werden. Dann kam Ghannouchi vor die Kameras und hielt seine Ansprache.
“Ich rufe die Tunesier aller politischen Richtungen und aller Regionen auf, Patriotismus und Einheit zu zeigen,” sagte er. Der 69-jährige Ghannouchi kündigte an, er werde Ben Ali übergangsweise an der Staatsspitze ablösen. Ben Ali sei "vorübergehend nicht in der Lage, seine Aufgaben wahrzunehmen", sagte er und er versprach, die Verfassung einzuhalten und Reformen einzuleiten. In sechs Monaten werde ein neues Parlament gewählt.
Vorher hat die Regierung das Kriegsrecht ausgesprochen und sagte: „Die Polizei und die Armee haben die Erlaubnis auf jeden Verdächtigen zu schiessen, der nicht die Anordnungen befolgt oder fliehen will.“
Die Opposition verlangt, der Wandel muss permament sein, es müssen endlich Reformen eingeleitet werden und der Wille des Volkes muss zum Tragen kommen. Mal schauen ob Amerika und die EU das zulassen. Diese verdammten, doppelzüngigen Heuchler reden dauern von Demokratie, dabei halten sie sich überall Despoten die ihr Volk versklaven. Das dürfen sie, so lange sie das machen was man ihnen befiehlt.
Die Welt aus westlicher Sicht besteht nämlich aus guten und bösen Diktatoren. Die, welche nach der Pfeife des Westen tanzen, dürfen alles machen, sogar ihre eigenen Leute ermorden. Die widerspenstigen kommen auf die Liste der "Achse des Bösen", werden mit Dreck beworfen, durch "Regimewechsel" niedergemacht und deren Länder angegriffen und bombardiert. Deshalb der Spruch, sei freundlich zu Amerika, sonst wirst du "Demokratisiert".
Wir können nur hoffen, dieser Umsturz von Unten hat Signalwirkung auf die anderen von Amerika gestützten arabischen Diktaturen, die ihr Volk unterdrücken und keine echte Demokratie zulassen. Die Despoten in Marokko, Ägypten, Jordanien, Saudi Arabien, Kuwait, Emirate ... sind alle nur an der Macht, weil sie von Washington gegen den Volkswillen dort gehalten werden.
Im folgenden Video werden die Opfer des brutalen Ben Ali Regimes gezeigt. "Freiheit für Tunesien!"

