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Wirtschaftskiller II: Der Wandel in Südamerika

Mittwoch, 21. Februar 2007 , von Freeman um 02:35

Hier die Fortsetzung meines Artikels
„Wirtschaftskiller oder wie unterwerfe ich ein Land“.

Ich möchte über Südamerika sprechen, weil was dort passiert ist sehr entscheidend und ein Zeichen von Hoffnung für die Welt. In allen 7 Ländern in Südamerika wo in letzter Zeit Wahlen stattgefunden haben, was 80% der Bevölkerung dieses Kontinents ausmacht und über 300 Millionen Wähler repräsentiert, wurden mit überwältigender Mehrheit Kandidaten zu Präsidenten gewählt, die speziell das Anti-Konzerndiktatur-Programm auf den Fahnen geschrieben haben. Diese Politiker sind nicht Antiamerikanisch eingestellt, sie heissen Amerikaner herzlich willkommen und sie lieben was Amerika vertritt, egal was der US-Präsident dauernd behauptet „Sie hassen uns, sie hassen die Demokratie und unsere Freiheit“. Das ist nicht wahr, sie lieben die US Unabhängigkeitserklärung, sie lieben die Ideale darin, sie hassen nur die Grosskonzerne die ihre Ressourcen ausplündern. Das können sie nicht ausstehen.

Was Bolivien will ist nicht eine Existenz basierend auf Kokain. Das ist absurd. Was Bolivien will ist, dass die Einnahmen aus dem Erdgas benutzt werde um den ärmsten im Lande ein besseres Leben zu ermöglichen. Was Ekuador will ist, dass das Öl den Armen hilft, das will auch Venezuela und Brasilien, das gleiche will Chile und Uruguay. Alle diese Länder sträuben sich nur vehement gegen die Konzerndiktatur, eine Regierungsform und eine Idee welche die Väter der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und der Verfassung nie im Sinn hatten, aber leider die Macht an sich gerissen hat und alles pervertiert. Deshalb verstösst diese undemokratische Konzerndiktatur gegen die guten Amerikanischen Ideale und gegen die Ideale aller westlichen Demokratien. Die Länder in Südamerika sind es leid eine Kolonie der USA zu sein und sie wollen einfach nicht, dass Amerika ihnen die ganzen Bodenschätze stiehlt. Sie bitten auch nicht um Hilfe und wollen eigentlich in Ruhe gelassen werden, um ihre Form der Demokratie zu verwirklichen. Tatsächlich helfen sie sich selber und so hat zum Beispiel Hugo Chavez die gesamten Schulden von Bolivien beim IMF beglichen. Mit diesen Wahlen haben die Südamerikaner ein lautes und deutliches Signal nach Amerika und in die Welt gesandt, sie wollen frei sein und wirkliche Demokratie erleben.

Ich will jetzt beschreiben was mit diesen neu gewählten Präsidenten in Südamerika passiert. Jeder dieser Präsidenten wird von einem Wirtschaftskiller besucht, nachdem er sein Amt antritt. Diese Repräsentanten der Konzerndiktatur sind alles Personen die der Amerikanische Präsident bestens kennt, die sich in den Wirtschafts- und Politkreisen in Washington parkettsicher bewegen, respektable Leute von der Weltbank sind oder aus den bekannten Beratungsfirmen kommen, alle mit top Harvard Abschlüssen und perfekt in Spanisch und anderen Sprachen. Wenn sie ins Amtszimmer des neuen Präsidenten eintreten sagen sie: „Herzlichen Glückwunsch Herr Präsident… und jetzt will ich sie daran erinnern….“ Und er spricht in einem sehr netten und sanften Ton „…in der linken Tasche habe ich einige hundert Millionen Dollar für Sie und Ihrer Familie, wenn sie weiterhin mit uns mitspielen, aber in der rechten Tasche habe ich eine Pistole mit einer Kugel die Ihren Name trägt, sollten Sie sich entscheiden die Wahlversprechen tatsächlich einzuhalten!“. Jeder dieser Präsidenten macht diese Erfahrung. Chavez hat über diese Begegnungen mit den Wirtschaftskillern ausführlich gesprochen und diese Dialoge sogar in Büchern festgehalten. Sie beschreiben in allen Details wie er bedroht und genötigt wurde. Aber nur die wenigsten sind so standhaft wie er.

Ein Beispiel: Lucio Edwin Gutiérrez aus Ekuador hatte eine starke Anti-Konzerndiktatur-Agenda in seinem Wahlprogramm und er gewann mit grosser Mehrheit auf dieser Basis. Er wurde von einen dieser Wirtschaftskiller besucht und innerhalb eines Monats war er in Washington und hat mit George W. Bush die Hände geschüttelt. Bei seiner Rückkehr wurde die Politik geändert und er machte wunderbare profitable Verträge mit den Ölkonzernen und er setzte die ganzen harten Auflagen des IMF und der Weltbank um, welche natürlich gegen das Volk gerichtet waren. Als die Bevölkerung das mitbekam, stürmten sie die Strassen weil sie über diesen Bruch der Wahlversprechen total aufgebracht waren. Am 15. April 2005, nach einer friedlichen Volksrevolution, haben sie ihn aus dem Amt gejagt und er flüchtete nach Brasilen und bat dort um Asyl. Überall in Südamerika ist die Stimmung so. Es werden keine Despoten, Lügner und Ausbeuter mehr toleriert, die gegen das Volk regieren wollen. Wir sehen die Auswirkungen der jahrzehntelangen verfehlten US Politik in vielen Ländern.


Jetzt versetzen sie sich in Lage eines dieser Präsidenten. Stellen wir uns vor wir hätten eine Wahlkampagne geführt an die man wirklich geglaubt hat, mit einem Programm gegen die Konzerndiktatur, um die Bodenschätze des Landes zum Wohl des eigenen Volkes zu nutzen und sie hätten mit deutlicher Mehrheit gewonnen, die Bevölkerung erwartete zukunftsfroh nun die Umsetzung des Wahlprogramms und dann würde jemand in ihren Amtssitz reinspazieren und etwas zu ihnen wie oben beschrieben sagen? Natürlich würde dies viel subtiler und weniger dramatisch formuliert werden als wie oben ausgedrückt. Aber was die ihnen wirklich sagen ist, erinnere dich an was mit Mossadegh 1953 im Iran passiert ist, mit Arbenz 1954 in Guatemala, mit Lumumba 1960 im Kongo, mit Castro 1960 in Cuba, mit Kong Le 1961 in Laos, mit Diem 1963 in Süd Vietnam, mit Goulart 1964 in Brasilien, mit Paz 1964 in Bolivien, mit Sukarno 1965 in Indonesien, mit Bosch 1966 in der Dominikanischen Republik, mit Papandreou 1967 in Griechenland, mit Sihanouk 1970 in Kambodscha, oder mit Allende 1974 in Chile, mit Bishop 1981 auf Grenada, mit Aguilera 1981 in Ekuador, mit Torrijos 1981 in Panama, mit Noriega 1989 in Panama, mit den Sandinisten 1981-90 in Nicaragua, mit Aristide 1991 in Haiti, mit Chavez 2002 in Venezuela und mit Saddam Hussain 2003 im Irak, UND DAS WIRD MIT DIR AUCH PASSIEREN!
Diese lange Liste von durch die CIA durchgeführte Putsche und Ermordungen von gewählten Präsidenten ist mehr als einschüchternd, es ist beängstigend und einfach unglaublich kriminell. Ein eindeutigeres Signal um die Botschaft unmissverständlich zu machen braucht es nicht. Es zeigt, die Konzerndikatur ist eigentlich genau so strukturiert und verhält sich genau so wie die Mafia und ihre Führer sind eiskalte Gangsterbosse. Es ist ein Verbrechersyndikat, welches mit Mord und Totschlag weltweit operiert, um ihre dreckigen Geschäfte zu machen. Die respektablen Verwaltungsräte und Aufsichtratsvorsitzende, in ihren Wolkenkratzern, in ihren Konzernzentralen und schicken Büros, die Bänker, die Industriellen, die Medienmogule, die Finanzies, die umgeben sind von einer Schar von Public Relations Leuten die ihnen die Verbrechen vertuschen helfen, die auf einer ganz anderen Ebene schweben, die kein Gewissen und keine Moral haben, sondern nur den Mammon anbeten, sowie die ganzen Helfershelfer, die winselnden Schosshunde, oder besser gesagt Bastarde, die Politiker und die Auftragsmörder die Geheimdienstchefs und Militärgeneräle, sind eigentlich nichts anderes als gemeine hinterhältige Verbrecher, gut getarnt hinter einer respektablen Fassade, aber die übelsten Gangster wie Al Capone, nur das er im Vergleich zu ihnen ein harmloses nichts war.

Was würden sie jetzt machen wenn sie gerade gewählt wurden und so ein Wirtschaftskiller spaziert in ihre Amtsräume und gibt ihnen dieses Ultimatum? Hier hast Du viel Geld und du machst was wir dir sagen, oder wir schmeissen dich aus dem Amt oder töten dich sogar? Ich glaube jeder Präsident würde sich in die Hosen scheissen vor Angst. Also was würden sie machen? Nicht viel kann dieser Präsident machen. Wie soll man gegen die Übermacht der Konzerndiktatoren mit ihren Auftragskillern von der CIA und sogar mit der geballten Gewalt der gigantischen US-Militärmaschinerie überhaupt an einen Widerstand denken? Jeder würde doch klein bei geben MÜSSEN! Nur Hugo Chavez schafft es schon seit einigen Jahren, trotz massiver Umsturzversuche und Mordanschläge durch die CIA, bis heute zu überleben. Und natürlich der dienstälteste Überlebende dutzender CIA Mordanschläge und sogar einer Invasion, Fidel Castro seit über 50 Jahren. Respekt! Wow, muss der einen Schutzengel haben. Auch Saddam Hussein hat es trotzig versucht und es sehr lange ausgehalten. Aber zu welchem Preis? Und am Schluss haben sie ihn dann doch niedergemacht, erwischt und gehängt. Die Katastrophe die daraus resultierte und die vielen hunderttausenden toten Kinder, Frauen, Männer und die Zerstörung eines ganzen Landes erleben wir jetzt schon seit 4 Jahren im Irak. Unglaublich was diese Konzerndiktatoren und ihre Marionettenfiguren die Politiker für gigantische Verbrechen und irrsinniges Leid und Elend in den letzten 60 Jahren auf der ganzen Welt angerichtet haben, um ein Weltimperium zu schaffen, mit der Macht Länder nach belieben auszuplündern, um ihre Taschen mit abartigen Summen von Trilliarden zu füllen.

Ein ziemlich trostloses und deprimierendes Bild. Aber es gibt Hoffnung. Die Opfer dieser Politik in der 3. Welt können diese pervertierte und menschenfeindliche Macht nicht ändern und ihr widerstehen. Was passieren muss ist, dass wir hier im Westen und speziell in Amerika die Sache ändern müssen. Wir dürfen diese Konzerndiktatoren nicht mehr erlauben sich so zu verhalten. Wir müssen die Demokratie überall verteidigen, nicht nur in unseren eigenen Ländern. Wir müssen die Demokratie auf der ganzen Welt verteidigen, sogar dort wo wir die Wahl des Volkes nicht so gut finden, wo der demokratisch gewählte Präsident Sachen sagt und macht die uns nicht so passen. Genau nach dem Sprichwort über Redefreiheit: „Ich bin mit dem was Du sagst überhaupt nicht einverstanden, aber ich werde Dein Recht Deine freie Meinung zu äussern mit meinem Leben verteidigen!“
Also müssen wir alle eine deutliche Botschaft an unsere Regierungen, an die Politiker und an die Konzernführer senden, dass sie die Demokratie überall respektieren müssen. Das sie sich nicht dauernd in die Angelegenheiten von souveränen Ländern einmischen dürfen. Das sie nicht gewählte Regierungen erpressen und sogar umstürzen und ermorden dürfen. Das sie die Bodenschätze der Länder nicht einfach ausplündern und stehlen dürfen. Dass sie die Bevölkerung dieser Länder nicht als billige Sklaven betrachtet dürfen, die keine Rechte haben. Wir müssen sie zwingen die gleichen Prinzipien und Regeln die wir für uns in Anspruch nehmen, auch für alle Länder der Welt anwenden. Wir müssen dieses ganze üble System umkehren. Es ist einfach unglaublich zu was für eine egoistische Gesellschaft wir hier im Westen verkommen sind, die in Saus und Braus lebt, während die Mehrheit der Menschen versklavt ist, ausgebeutet wird und verhungern muss. Jeden Tag sterben über 25'000 Menschen an Unterernährung, obwohl es mehr als genug für alle zu Essen gebe. Die USA stellen 5% der Weltbevölkerung dar, verbrauchen aber über 25% der Ressourcen der Welt. Das geht doch nur durch die brutale Ausbeutung und Unterdrückung von anderen Menschen die mit Mord und Totschlag und mit Bomben und Kanonen unterdrückt werden. Wir müssen für diesen ganzen Planeten sorge tragen, denn wir haben nur diesen einen und sitzen alle im gleichen Boot.

Jetzt wird natürlich jeder sagen, aber ich bin doch nur ein kleines Licht und wie können wir diese Weltkonzerne und die Konzerndiktatoren überhaupt zu einer Änderung zwingen? Die sind doch allmächtig, haben sogar das ganze Waffenarsenal und ihre Killer zur Verfügung. Das ist eine berechtigte Frage, sie ist aber gar nicht so schwer zu beantworten. Wie die ganzen Umweltorganisationen wie Greenpeace gezeigt haben, reagieren Konzerne sehr empfindlich auf schlechte Publicity. Und wenn sie in den Medien als Bösewichte dargestellt und entlarvt werden und gezeigt wird was sie anrichten, dann mögen sie das gar nicht. Es ist unglaublich wie solche Grosskonzerne ganz schnell ihre Politik ändern, wenn der Konsument sich entscheidet ihre Produkte zu boykottieren. Genau dort müssen wir sie treffen, im Geldbeutel. Wir müssen durch öffentliche Kampagnen die Konzerne anprangern und zu einer Verhaltensänderung zwingen, nicht nur was den Umweltschutz betrifft, sondern überhaupt ihr ganzes Verhalten wie sie mit Ländern umgehen und sie zu einer transparenten und demokratischen Institution umpolen. Genau dasselbe müssen wir mit den Politikern machen. Jeder der gewählt werden will muss es klar wissen was für eine Politik sie neue zu vertreten haben. Nicht die Interessen der Grosskonzerne, die offensichtlich alle Politiker egal welcher Partei sie angehören in der Tasche haben und korrumpieren, sondern sie müssen die Interessen der Wähler befolgen, sonst sind sie weg vom Fenster. Es liegt also an uns, jetzt wo wir wissen wie dieses üble System funktioniert und aufgeklärt sind, aktiv zu werden und den Mund auf zu machen. Es gibt keine Ausreden mehr! Wir müssen uns organisieren und zusammen tun und für eine bessere, demokratische und faire Welt kämpfen, wo wir alle Brüder und Schwestern sind, die gleiche Rechte haben, mit dem gleichen Anspruch auf Glück und Frieden.

insgesamt 2 Kommentare:

  1. Alexandre sagt:

    .. danke das jemand mal die Wahrheit ans Licht bringt !

  1. meryem sagt:

    na das ist ja mal echt armselig! hier wird ein lösungsanschlag für das ganze leid der welt gebracht, und nur ein kommentar ist hier zu finden...