Tag4 Olympiade in Sochi
Am Dienstag hatte ich vor, den Olympic Park mir näher anzuschauen. Speziell alle Veranstaltungen die nichts mit Sport zu tun haben, sondern mit Unterhaltung und Information. Also fuhr ich mit dem Zug von Sochi die 40 Minuten am Meer entlang zum Park. Zum Bahnhof nahm ich den Bus und auf dem Weg zur Haltestelle kam ich an einem Skater Park vorbei, wo die Jugendlich mit Skateboards, Rollerblades und Bikes ihren Spass hatten.
An der Endstation angekommen ging es zum Eingang des Olympic Park:
Die Kurzentschlossenen können im Park Eintrittskarten zu den Veranstaltungen kaufen die in den Hallen stattfinden, wie Eiskunstlaufen, Eisschnelllaufen, Eishockey und Curling.
Wie sollen die Russen das penetrante Russland-Bashing der deutschen Politiker und Medien verstehen, wenn auf der anderen Seite deutsche Firmen ihre Produkte ausstellen, wie Volkswagen und Audi?
Für Jung und Alt ist an vielen Ecken und Bühnen für Unterhaltung gesorgt.
Die Studios der TV-Medien aus aller Welt die live aus dem Park übertragen sind rund um den zentralen Platz zu sehen. Ständig laufen Kameraleute rum und filmen die Ereignisse auf den Plätzen. Wenn man es genau nimmt sind die Spiele fürs Fernsehen gemacht.
Das grösste Studio an privilegierter Stelle erhöht gleich neben dem Eishockeystadium betreibt der amerikanische Sender NBC. Die Moderatoren sitzen mit dem Rücken zur olympischen Flamme, welche die TV-Zuschauer im Hintergrund dann sehen.
Hier das Studio der Kanadier:
Andere Länder haben kleinere Kabäuschen als Studio:
Die Geschichte welche die Runde in Sochi macht, ist die verzweifelte Suche der Medien nach schlechten Sachen über die man berichten kann. So haben die Besucher der bekannten Schwulenbar in Sochi erzählt, sie werden von westlichen Medien bestürmt und ständig gefragt, ob sie drangsaliert werden? Ihre Antwort lautet, die einzigen die sie belästigen und nerven sind die Journalisten selber, die eine negative Aussage von ihnen wollen aber nicht kriegen.
Die gleiche anti-russische Propaganda damals wie heute. Das Titelbild des Time Magazine gegen die Sommerolympiade 1980 in Moskau und jetzt von Bloomberg Businessweek gegen Sochi 2014 benutzt den bösen Bär als Motiv.
Der nächste Austragungsort der Winterspiele hat einen Pavillon im Park. Pyeong Chang in Südkorea macht bereits Werbung für 2018 und zeigt was sie auf die Beine stellen wollen. Der Ort liegt auch am Meer:
Gibt's dann auch ein Südkorea-Bashing? Sicher nicht, denn dabei handelt es sich um ein besetztes Land der Amerikaner und gehört zu den Kolonien wie Deutschland.
Der Schweizer Goldmedaillengewinner in der Halfpipe, Iouri Podladtchikov, kam ins Schweizer Haus und lies sich von den Fans feiern und mit ihnen fotografieren.
Fortsetzung hier ...
Tag3 Olympiade in Sochi
Am Montag legte ich eine Pause ein und ruhte mich aus. Das viele Rumlaufen und die langen Distanzen sind anstrengend. Ausserdem hat sich bereits so viel Bildmaterial angesammelt, ich muss Zeit finden um es zu sichten und zu veröffentlichen. Mittlerweile sind mir auch einige Fragen von ASR-Lesern gestellt worden, die ich gerne beantworte. Wie zum Beispiel, gibt es eine persönliche Atmosphäre? Ja, viele Russen kommen als Familie mit Kindern zum Olympic Park und schauen sich die Unterhaltung und den Sport an. Der Park ist aber riesig und es gibt keine kleinen "intimen" Räume um zu verweilen. Sitzgelegenheiten sind eher spärlich verteilt.
Wie sind Speis und Trank? Kommt ganz darauf an wo man hingeht. Im Olympiagelände selber und im Public Viewing gibt es das Dreckszeug der Konzerne, die sich die Exklusivrechte gekauft haben, wie Coke, Nestle, Mars usw. Die Preise sind wie bei Veranstaltungen hier, also hoch. Ausserhalb in den Lokalen und Läden kosten die Sachen viel weniger, sind billiger als in Europa. Kaffee, Tee und Mineralwasser sind günstig, eine Dose Bier gibt es für umgerechnet 1 Franken.
Spricht man auch Französisch, Englisch, Deutsch? Sehr wenige Russen sprechen eine Fremdsprache, in der Bevölkerung praktisch niemand, weder in den Geschäften, Restaurants oder Hotels. Es kommen ja auch sonst keine westlichen Touristen nach Sochi, ausser jetzt zur Olympiade. Wenn man Glück hat dann gibt es an den Infoständen und unter den Helfern jemand der etwas English spricht. Aber die Verständigung funktioniert irgendwie doch plus mit einigen Brocken Russisch die man lernt.
Ich kann euch ein Erlebnis erzählen. Als ich am Sonntagabend am falschen Bahnhof ausgestiegen bin, statt am Olympic Park zu früh am Olympic Village, da sprach ich einer der Helferinnen an, die überall rumstehen und Auskunft geben, was ich jetzt tun muss. Das freundliche Mädchen sprach auch noch Englisch und zeigte mir den Weg, begleitete mich die ganze Strecke bis ich den richtigen Eingang fand. War sehr nett von ihr und ich merkte, sie freute sich mich als Besucher helfen zu können.
Wer sind die Touristen und wie sind die so drauf? Besucher gibt es aus fast allen Ländern, Hauptsächlich natürlich aus denen die auch an der Olympiade teilnehmen. Die meisten Schweizer, Österreicher und Deutsche die ich getroffen habe bleiben nur wenige Tage, besuchen ein oder zwei Sportwettkämpfe und reisen wieder ab. Das wundert mich, aber offensichtlich muss man sparen und bekommt nicht genug Zeit frei. Hab Holländer getroffen die angetrunken waren, nach Gewinn der ersten Medaillen.
Neben den Besuchern trifft man aber auch viele aus Europa die hier für die Olympiade arbeiten. Zum Beispiel die ganze Technik der Eröffnungsfeier wurde von Engländern gemacht. Manche sind schon bald eine Jahr hier und bleiben bis April für den Abbau. Dann die Zeitnehmer, die TV-Techniker, die Pistenmacher, Liftbauer, Transporteure und viele mehr. Was die Medien verschweigen, wenn sie über die hohen Kosten schlechtschwätzen, am meisten profitiert haben ja westliche Firmen mit den Grossaufträgen die sie ausführen durften und die Jobs die damit geschaffen wurden.
Siemens hat die ganze neue Bahnverbindung und Transportsystem gebaut, die Technik und die Wagen geliefert. War sicher ein Grossauftrag von 1 Milliarde. Wie kann man dann als verblödeter ami-höriger deutscher Politiker die Spiele boykottieren? Wegen der Pro-Schwulen-Politik der NWO? Die Russen werden sich das sicher merken und in Zukunft Aufträge jemand anders vergeben. Ich würde es tun. Das viele Geld nehmen und dann die Spiele für die man das Geld bekommen hat in den Dreck ziehen. Pfui!
Kriegt man was von der antirussischen Hetze überhaupt mit? Nein, denn die findet nur hauptsächlich in den westlichen bzw. deutschen Medien statt. Mittlerweile hat sich herausgestellt, das Foto mit den zwei Kloschüsseln ist ein Fake, welches durch die Medienwelt ging. Es wurde VOR der Fertigstellung der WC-Anlage gemacht, als noch keine Trennwand montiert war und die Medien haben es ungeprüft für ihr Russland-Bashing verwendet. Ausserdem, auch wenn es so wäre wie gezeigt, wie wenn es in Deutschland keinen Pfusch am Bau gibt, wie am BER, oder Stuttgart 21 oder die Elbphilharmonie.
Das dumme und neidische Geschwätz der deutschen Medien über die Kosten ist sowieso pure Heuchelei. Erstens geht es uns überhaupt nichts an wie viel Geld Russland ausgibt, ist doch alleine ihre Sache. Zweitens, zur Erinnerung an die Spiele 1972 in München, ohne diese gebe es gar kein U- und S-Bahnnetz in der bayrischen Hauptstadt. Diese Infrastruktur plus die Stadien wurden auch wegen der Olympiade errichtet und werden bis heute genutzt, genau so wie in Sochi in Zukunft.
Ich bin auch mal was einkaufen gegangen und habe einen Supermarkt besucht. Damit ihr seht wie hinterwäldlerisch, völlig primitiv und mit leeren Regalen diese ausgestattet sind, zeige ich euch folgende Fotos:
Fortsetzung hier ...
Tag2-2 Olympiade in Sochi
Sonntag den 9. Februar, der zweite Tag der Spiele und mein erster einen Wettbewerb zu besuchen. Am Morgen ging es früh um 8:00 Uhr in Sochi los. Zuerst mit dem Bus zum Bahnhof und dann mit der Bahn nach Krasnaja Polyana. Der Zug war schon voll mit Zuschauern aller Nationalitäten als ich einstieg. Nach einer längeren Fahrt kamen wir um 9:45 Uhr an der Endstation an. Vor dem Bahnhof warteten die Busse, um die Fans zu den jeweiligen Veranstaltungen zu bringen. In meinem Fall zur Talstation der neuen Gondelbahn die hoch in die Skiarena der alpinen Skiwettbewerbe fährt. Bis wir endlich oben angekommen sind dauerte es nochmal eine Stunde, wegen der vielen Zuschauer und Wartezeit am Eingang und der langen Wege zu Fuss.
Wow, die Tribüne die aufgebaut wurde ist gigantisch. Ganz hoch oben sind die Sprecherkabinen der Sportreporter. Die Sicht für die Zuschauer perfekt. Weil viele noch nicht angekommen waren, wurde der Start um 15 Minuten verschoben. Das Stadion füllte sich erst wegen dem Rennen und war voll.
Um 11:15 Uhr ging's los und hier ist der Film den ich über den Abfahrtslauf der Herren gemacht habe.
UPDATE: Das Internationale Olympische Komitee hat veranlasst, das mein Video gelöscht wurde. Warum? Weil ich die Grossleinwand für die Zuschauer im Bild habe? Unglaublich!
"This is to notify you that, as a result of a third-party notification by International Olympic Committee claiming that the material is infringing, we have removed or disabled access to the material that appeared at http://www.vimeo.com/86371151 (video title: "Sochi2014 - Herren Abfahrtslauf").
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