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Wirtschaftskiller II: Der Wandel in Südamerika

von Freeman am Mittwoch, 21. Februar 2007 , unter , , , , , , | Kommentare (2)



Hier die Fortsetzung meines Artikels
„Wirtschaftskiller oder wie unterwerfe ich ein Land“.

Ich möchte über Südamerika sprechen, weil was dort passiert ist sehr entscheidend und ein Zeichen von Hoffnung für die Welt. In allen 7 Ländern in Südamerika wo in letzter Zeit Wahlen stattgefunden haben, was 80% der Bevölkerung dieses Kontinents ausmacht und über 300 Millionen Wähler repräsentiert, wurden mit überwältigender Mehrheit Kandidaten zu Präsidenten gewählt, die speziell das Anti-Konzerndiktatur-Programm auf den Fahnen geschrieben haben. Diese Politiker sind nicht Antiamerikanisch eingestellt, sie heissen Amerikaner herzlich willkommen und sie lieben was Amerika vertritt, egal was der US-Präsident dauernd behauptet „Sie hassen uns, sie hassen die Demokratie und unsere Freiheit“. Das ist nicht wahr, sie lieben die US Unabhängigkeitserklärung, sie lieben die Ideale darin, sie hassen nur die Grosskonzerne die ihre Ressourcen ausplündern. Das können sie nicht ausstehen.

Was Bolivien will ist nicht eine Existenz basierend auf Kokain. Das ist absurd. Was Bolivien will ist, dass die Einnahmen aus dem Erdgas benutzt werde um den ärmsten im Lande ein besseres Leben zu ermöglichen. Was Ekuador will ist, dass das Öl den Armen hilft, das will auch Venezuela und Brasilien, das gleiche will Chile und Uruguay. Alle diese Länder sträuben sich nur vehement gegen die Konzerndiktatur, eine Regierungsform und eine Idee welche die Väter der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und der Verfassung nie im Sinn hatten, aber leider die Macht an sich gerissen hat und alles pervertiert. Deshalb verstösst diese undemokratische Konzerndiktatur gegen die guten Amerikanischen Ideale und gegen die Ideale aller westlichen Demokratien. Die Länder in Südamerika sind es leid eine Kolonie der USA zu sein und sie wollen einfach nicht, dass Amerika ihnen die ganzen Bodenschätze stiehlt. Sie bitten auch nicht um Hilfe und wollen eigentlich in Ruhe gelassen werden, um ihre Form der Demokratie zu verwirklichen. Tatsächlich helfen sie sich selber und so hat zum Beispiel Hugo Chavez die gesamten Schulden von Bolivien beim IMF beglichen. Mit diesen Wahlen haben die Südamerikaner ein lautes und deutliches Signal nach Amerika und in die Welt gesandt, sie wollen frei sein und wirkliche Demokratie erleben.

Ich will jetzt beschreiben was mit diesen neu gewählten Präsidenten in Südamerika passiert. Jeder dieser Präsidenten wird von einem Wirtschaftskiller besucht, nachdem er sein Amt antritt. Diese Repräsentanten der Konzerndiktatur sind alles Personen die der Amerikanische Präsident bestens kennt, die sich in den Wirtschafts- und Politkreisen in Washington parkettsicher bewegen, respektable Leute von der Weltbank sind oder aus den bekannten Beratungsfirmen kommen, alle mit top Harvard Abschlüssen und perfekt in Spanisch und anderen Sprachen. Wenn sie ins Amtszimmer des neuen Präsidenten eintreten sagen sie: „Herzlichen Glückwunsch Herr Präsident… und jetzt will ich sie daran erinnern….“ Und er spricht in einem sehr netten und sanften Ton „…in der linken Tasche habe ich einige hundert Millionen Dollar für Sie und Ihrer Familie, wenn sie weiterhin mit uns mitspielen, aber in der rechten Tasche habe ich eine Pistole mit einer Kugel die Ihren Name trägt, sollten Sie sich entscheiden die Wahlversprechen tatsächlich einzuhalten!“. Jeder dieser Präsidenten macht diese Erfahrung. Chavez hat über diese Begegnungen mit den Wirtschaftskillern ausführlich gesprochen und diese Dialoge sogar in Büchern festgehalten. Sie beschreiben in allen Details wie er bedroht und genötigt wurde. Aber nur die wenigsten sind so standhaft wie er.

Ein Beispiel: Lucio Edwin Gutiérrez aus Ekuador hatte eine starke Anti-Konzerndiktatur-Agenda in seinem Wahlprogramm und er gewann mit grosser Mehrheit auf dieser Basis. Er wurde von einen dieser Wirtschaftskiller besucht und innerhalb eines Monats war er in Washington und hat mit George W. Bush die Hände geschüttelt. Bei seiner Rückkehr wurde die Politik geändert und er machte wunderbare profitable Verträge mit den Ölkonzernen und er setzte die ganzen harten Auflagen des IMF und der Weltbank um, welche natürlich gegen das Volk gerichtet waren. Als die Bevölkerung das mitbekam, stürmten sie die Strassen weil sie über diesen Bruch der Wahlversprechen total aufgebracht waren. Am 15. April 2005, nach einer friedlichen Volksrevolution, haben sie ihn aus dem Amt gejagt und er flüchtete nach Brasilen und bat dort um Asyl. Überall in Südamerika ist die Stimmung so. Es werden keine Despoten, Lügner und Ausbeuter mehr toleriert, die gegen das Volk regieren wollen. Wir sehen die Auswirkungen der jahrzehntelangen verfehlten US Politik in vielen Ländern.


Jetzt versetzen sie sich in Lage eines dieser Präsidenten. Stellen wir uns vor wir hätten eine Wahlkampagne geführt an die man wirklich geglaubt hat, mit einem Programm gegen die Konzerndiktatur, um die Bodenschätze des Landes zum Wohl des eigenen Volkes zu nutzen und sie hätten mit deutlicher Mehrheit gewonnen, die Bevölkerung erwartete zukunftsfroh nun die Umsetzung des Wahlprogramms und dann würde jemand in ihren Amtssitz reinspazieren und etwas zu ihnen wie oben beschrieben sagen? Natürlich würde dies viel subtiler und weniger dramatisch formuliert werden als wie oben ausgedrückt. Aber was die ihnen wirklich sagen ist, erinnere dich an was mit Mossadegh 1953 im Iran passiert ist, mit Arbenz 1954 in Guatemala, mit Lumumba 1960 im Kongo, mit Castro 1960 in Cuba, mit Kong Le 1961 in Laos, mit Diem 1963 in Süd Vietnam, mit Goulart 1964 in Brasilien, mit Paz 1964 in Bolivien, mit Sukarno 1965 in Indonesien, mit Bosch 1966 in der Dominikanischen Republik, mit Papandreou 1967 in Griechenland, mit Sihanouk 1970 in Kambodscha, oder mit Allende 1974 in Chile, mit Bishop 1981 auf Grenada, mit Aguilera 1981 in Ekuador, mit Torrijos 1981 in Panama, mit Noriega 1989 in Panama, mit den Sandinisten 1981-90 in Nicaragua, mit Aristide 1991 in Haiti, mit Chavez 2002 in Venezuela und mit Saddam Hussain 2003 im Irak, UND DAS WIRD MIT DIR AUCH PASSIEREN!
Diese lange Liste von durch die CIA durchgeführte Putsche und Ermordungen von gewählten Präsidenten ist mehr als einschüchternd, es ist beängstigend und einfach unglaublich kriminell. Ein eindeutigeres Signal um die Botschaft unmissverständlich zu machen braucht es nicht. Es zeigt, die Konzerndikatur ist eigentlich genau so strukturiert und verhält sich genau so wie die Mafia und ihre Führer sind eiskalte Gangsterbosse. Es ist ein Verbrechersyndikat, welches mit Mord und Totschlag weltweit operiert, um ihre dreckigen Geschäfte zu machen. Die respektablen Verwaltungsräte und Aufsichtratsvorsitzende, in ihren Wolkenkratzern, in ihren Konzernzentralen und schicken Büros, die Bänker, die Industriellen, die Medienmogule, die Finanzies, die umgeben sind von einer Schar von Public Relations Leuten die ihnen die Verbrechen vertuschen helfen, die auf einer ganz anderen Ebene schweben, die kein Gewissen und keine Moral haben, sondern nur den Mammon anbeten, sowie die ganzen Helfershelfer, die winselnden Schosshunde, oder besser gesagt Bastarde, die Politiker und die Auftragsmörder die Geheimdienstchefs und Militärgeneräle, sind eigentlich nichts anderes als gemeine hinterhältige Verbrecher, gut getarnt hinter einer respektablen Fassade, aber die übelsten Gangster wie Al Capone, nur das er im Vergleich zu ihnen ein harmloses nichts war.

Was würden sie jetzt machen wenn sie gerade gewählt wurden und so ein Wirtschaftskiller spaziert in ihre Amtsräume und gibt ihnen dieses Ultimatum? Hier hast Du viel Geld und du machst was wir dir sagen, oder wir schmeissen dich aus dem Amt oder töten dich sogar? Ich glaube jeder Präsident würde sich in die Hosen scheissen vor Angst. Also was würden sie machen? Nicht viel kann dieser Präsident machen. Wie soll man gegen die Übermacht der Konzerndiktatoren mit ihren Auftragskillern von der CIA und sogar mit der geballten Gewalt der gigantischen US-Militärmaschinerie überhaupt an einen Widerstand denken? Jeder würde doch klein bei geben MÜSSEN! Nur Hugo Chavez schafft es schon seit einigen Jahren, trotz massiver Umsturzversuche und Mordanschläge durch die CIA, bis heute zu überleben. Und natürlich der dienstälteste Überlebende dutzender CIA Mordanschläge und sogar einer Invasion, Fidel Castro seit über 50 Jahren. Respekt! Wow, muss der einen Schutzengel haben. Auch Saddam Hussein hat es trotzig versucht und es sehr lange ausgehalten. Aber zu welchem Preis? Und am Schluss haben sie ihn dann doch niedergemacht, erwischt und gehängt. Die Katastrophe die daraus resultierte und die vielen hunderttausenden toten Kinder, Frauen, Männer und die Zerstörung eines ganzen Landes erleben wir jetzt schon seit 4 Jahren im Irak. Unglaublich was diese Konzerndiktatoren und ihre Marionettenfiguren die Politiker für gigantische Verbrechen und irrsinniges Leid und Elend in den letzten 60 Jahren auf der ganzen Welt angerichtet haben, um ein Weltimperium zu schaffen, mit der Macht Länder nach belieben auszuplündern, um ihre Taschen mit abartigen Summen von Trilliarden zu füllen.

Ein ziemlich trostloses und deprimierendes Bild. Aber es gibt Hoffnung. Die Opfer dieser Politik in der 3. Welt können diese pervertierte und menschenfeindliche Macht nicht ändern und ihr widerstehen. Was passieren muss ist, dass wir hier im Westen und speziell in Amerika die Sache ändern müssen. Wir dürfen diese Konzerndiktatoren nicht mehr erlauben sich so zu verhalten. Wir müssen die Demokratie überall verteidigen, nicht nur in unseren eigenen Ländern. Wir müssen die Demokratie auf der ganzen Welt verteidigen, sogar dort wo wir die Wahl des Volkes nicht so gut finden, wo der demokratisch gewählte Präsident Sachen sagt und macht die uns nicht so passen. Genau nach dem Sprichwort über Redefreiheit: „Ich bin mit dem was Du sagst überhaupt nicht einverstanden, aber ich werde Dein Recht Deine freie Meinung zu äussern mit meinem Leben verteidigen!“
Also müssen wir alle eine deutliche Botschaft an unsere Regierungen, an die Politiker und an die Konzernführer senden, dass sie die Demokratie überall respektieren müssen. Das sie sich nicht dauernd in die Angelegenheiten von souveränen Ländern einmischen dürfen. Das sie nicht gewählte Regierungen erpressen und sogar umstürzen und ermorden dürfen. Das sie die Bodenschätze der Länder nicht einfach ausplündern und stehlen dürfen. Dass sie die Bevölkerung dieser Länder nicht als billige Sklaven betrachtet dürfen, die keine Rechte haben. Wir müssen sie zwingen die gleichen Prinzipien und Regeln die wir für uns in Anspruch nehmen, auch für alle Länder der Welt anwenden. Wir müssen dieses ganze üble System umkehren. Es ist einfach unglaublich zu was für eine egoistische Gesellschaft wir hier im Westen verkommen sind, die in Saus und Braus lebt, während die Mehrheit der Menschen versklavt ist, ausgebeutet wird und verhungern muss. Jeden Tag sterben über 25'000 Menschen an Unterernährung, obwohl es mehr als genug für alle zu Essen gebe. Die USA stellen 5% der Weltbevölkerung dar, verbrauchen aber über 25% der Ressourcen der Welt. Das geht doch nur durch die brutale Ausbeutung und Unterdrückung von anderen Menschen die mit Mord und Totschlag und mit Bomben und Kanonen unterdrückt werden. Wir müssen für diesen ganzen Planeten sorge tragen, denn wir haben nur diesen einen und sitzen alle im gleichen Boot.

Jetzt wird natürlich jeder sagen, aber ich bin doch nur ein kleines Licht und wie können wir diese Weltkonzerne und die Konzerndiktatoren überhaupt zu einer Änderung zwingen? Die sind doch allmächtig, haben sogar das ganze Waffenarsenal und ihre Killer zur Verfügung. Das ist eine berechtigte Frage, sie ist aber gar nicht so schwer zu beantworten. Wie die ganzen Umweltorganisationen wie Greenpeace gezeigt haben, reagieren Konzerne sehr empfindlich auf schlechte Publicity. Und wenn sie in den Medien als Bösewichte dargestellt und entlarvt werden und gezeigt wird was sie anrichten, dann mögen sie das gar nicht. Es ist unglaublich wie solche Grosskonzerne ganz schnell ihre Politik ändern, wenn der Konsument sich entscheidet ihre Produkte zu boykottieren. Genau dort müssen wir sie treffen, im Geldbeutel. Wir müssen durch öffentliche Kampagnen die Konzerne anprangern und zu einer Verhaltensänderung zwingen, nicht nur was den Umweltschutz betrifft, sondern überhaupt ihr ganzes Verhalten wie sie mit Ländern umgehen und sie zu einer transparenten und demokratischen Institution umpolen. Genau dasselbe müssen wir mit den Politikern machen. Jeder der gewählt werden will muss es klar wissen was für eine Politik sie neue zu vertreten haben. Nicht die Interessen der Grosskonzerne, die offensichtlich alle Politiker egal welcher Partei sie angehören in der Tasche haben und korrumpieren, sondern sie müssen die Interessen der Wähler befolgen, sonst sind sie weg vom Fenster. Es liegt also an uns, jetzt wo wir wissen wie dieses üble System funktioniert und aufgeklärt sind, aktiv zu werden und den Mund auf zu machen. Es gibt keine Ausreden mehr! Wir müssen uns organisieren und zusammen tun und für eine bessere, demokratische und faire Welt kämpfen, wo wir alle Brüder und Schwestern sind, die gleiche Rechte haben, mit dem gleichen Anspruch auf Glück und Frieden.

Wirtschaftskiller oder wie unterwerfe ich ein Land

von Freeman am Donnerstag, 8. Februar 2007 , unter , , , , , | Kommentare (3)



Viele meinen George W. Bush sei das Problem, aber er ist es nicht alleine. Es geht eigentlich viel tiefer als wer gerade regiert, welche Partei den Präsidenten stellt oder wer die Mehrheit im Kongress hat. Es ist die Gruppe von Personen die die Grosskonzerne führen und über den Politkern stehen, diese sind das wirkliche Problem. Man könnte sie Plutokraten nennen, die Reichsten die alle Macht in Händen halten, aber der richtige Begriff für diese Gruppe oder besser wie sie Kontrolle ausüben heisst in Englisch Corpocracy oder auf Deutsch, die Konzerndiktatoren mit ihrer Konzerndiktatur, eine Regierungsform die ausschliesslich durch, von und für multinationale Konzerne gemacht wird. Deshalb, nur in dem man jemand anderen in die Regierung wählt, ändert sich gar nichts. Man muss schon tiefer gehen.

Wenn man sich die Geschichte der Welt anschaut, dann muss man feststellen, dass Amerika seit dem II. WK ein Imperium aufgebaut hat, und wenn man es genau betrachtet, dann hat Amerika das erste wirklich globale Imperium geschaffen. Es ist das erst in der Geschichte der Welt und es ist das erste welches ohne militärische Eroberung, jedenfalls zum grössten Teil, geschaffen wurde. Es wurde durch die Wirtschaft erobert, genau genommen durch so genannte Wirtschaftskiller.

Ein Killer ist auf Neudeutsch ein Auftragsmörder. Wenn ich also von Wirtschaftskillern spreche, dann beschreibt dies einen Wirtschaftsberater der als Auftragsmörder in ein Land geschickt wird. Nicht um einen Menschen umzubringen, obwohl das am Ende oft doch geschieht, sondern um die Wirtschaft des Landes auf den Kurs des Auftraggebers zu bringen. Eine andere Beschreibung dafür wäre Economic Hit Man oder Ökonomische Auftragsmörder. Das Militär steht im Hintergrund als Bedrohung da und ist parat, bereit für den Fall wenn die Wirtschaftskiller versagen.

Aber das Imperium wurde hauptsächlich ökonomisch geschaffen. Was auch einmalig in der Weltgeschichte ist, dieses erste Weltimperium hat keinen Imperator. Dieser wurde ersetzt durch die Konzerndiktatoren, einer kleinen Gruppe welche die grössten Weltkonzerne leiten. Diese kontrollieren die US-Regierung und alle wichtigsten Regierungen der Welt. Sie sind der Ersatz für den Imperator, und sie kontrollieren alles, egal ob Demokraten oder Republikaner im Weissen Haus, oder welche Parteien in den anderen Parlamenten regieren. Sie haben immer die ganze Macht und die Kontrolle. Gewiss, einige Sachen können sich je nach Partei ändern, aber soweit es den Aufbau des Imperiums betrifft, es wächst unverändert egal wer am Ruder ist.

Wie funktionieren die Wirtschaftskiller? Meistens wird zuerst ein Land in der III. Welt ausgesucht, welches interessante Rohstoffe hat, die welche die Grosskonzerne gerne haben möchten, wie Öl zum Beispiel. Dann wird für das Land ein riesiges Darlehen arrangiert von Organisationen wie die Weltbank. Aber dieses Darlehen geht nicht an das Land, sondern an die Grosskonzerne, und sie bauen damit gigantische Infrastrukturprojekte, wie Kraftwerke, Häfen, Strassen, Autobahnen, Industrieparks, alles Sachen die nur den Reichen des Landes etwas bringt, denen die mit den Konzerndiktatoren kooperieren. Es nützt den Armen wenig. Das Land hat dann einen gigantischen Schuldenberg am Hals, so gross es kann diesen niemals zurückzahlen. Dann kommen die Wirtschaftskiller und sagen der Regierung, ihr könnt eure Schulden und Zinsen nicht zahlen, also müsst ihr euch von etwas trennen, wie Rohstoffe, Souveränität oder Freiheit. Ihr müsst euer Öl an unsere Konzerne billig verkaufen, oder ihr müsst bei der nächsten wichtigen UNO Abstimmung für uns wählen, oder ihr müsst Truppen zur Unterstützung irgendwo in die Welt schicken etc. So wurde das Amerikanische Imperium geschaffen.

Manchmal hat diese Methode versagt, nicht oft, aber wenn es passiert ist, dann kamen die Schakale, die Auftragsmörder der CIA, des Militärs, der Special Forces und der anderen vielen geheim operierenden US-Dienste ins Spiel und übernahmen den Job. Die Schakale stürzen Regierungen, so wie vor kurzem in 2002 der Versuch Hugo Chavez in Venezuela los zu werden, oder sie ermorden den Präsidenten eines Landes, wie zum Beispiel Roldos Aguilera 1981 in Ekuador oder Omar Torrijos im gleichen Jahr in Panama. Nur wenn die Schakale es auch nicht schaffen, dann kommt das US-Militär und erledigt die Drecksarbeit. Das passierte mit Noriega in Panama, oder mit Saddam Hussein im Irak.

Anfang der 70er Jahre waren die OPEC Länder sehr empört über wie der Westen und die USA, die aggressive Politik Israels gegenüber den Palästinensern und den arabischen Nachbarn vorbehaltlos unterstützten. Also beschloss OPEC das Öl als Druckmittel zu benutzen um eine Politikänderung im Westen zu erreichen. Wir erinnern uns noch an die leeren Autobahnen, an die autofreien Sonntage und an die langen Schlangen vor den Tankstellen. Der Westen hatte Angst durch die Ölknappheit würde eine Rezession eintreten. Deshalb holte das amerikanische Finanzministerium die Wirtschaftskiller und sagt zu ihnen, wir können nicht länger hinnehmen, dass OPEC uns erpresst. Ihr Jungs müsst euch etwas einfallen lassen, einen Plan erstellen damit dies nie wieder passiert. Die Wirtschaftskiller wussten, dieser Plan musste das wichtigste Mitglied der OPEC, Saudi Arabien, einschliessen, denn es hatte mehr Öl als alle anderen. Und sie wussten, die saudische Königsfamilie ist korrupt und korrumpierbar. Also machten sie einen Vertrag mit ihnen. Die Saudis mussten alle Einnahmen aus dem Öl wieder zurück in die US-Wirtschaft pumpen und amerikanische Staatsanleihen kaufen. Die Zinsen aus diesen Anleihen wurden benutzt um Milliarden von Dollars an die Grosskonzerne zu zahlen, für gigantische Infrastrukturprojekte, wie Petrochemische Anlagen, Entsalzungsanlagen, Verladehäfen, Pipelines, ja ganze Städte wurden aus dem Boden gestapft, und natürlich folgten dann alle anderen Ikone der US-Wirtschaft, wie McDonalds welche den American Way of Life darstellen. Die Saudis willigten auch ein, den Ölpreis in einer für die Ölkonzerne akzeptablen Bandbreite zu halten. Und was am wichtigsten und der Knüller darstellte, sie verpflichteten sich für immer ihr Öl nur gegen US Dollars zu verkaufen und in keiner anderen Währung.

Dies passierte alles Anfang der 70’er Jahre, gerade nach der Abkoppelung des Dollars vom Goldstandart, weil die USA eigentlich bankrott war, wegen dem Rennen zum Mond, Vietnamkrieg und wegen dem Wettrüsten mit der Sowjetunion. Die USA konnten ihre Schulden nicht mehr zahlen und das Versprechen Dollars gegen Gold einzutauschen nicht mehr einhalten. Deshalb nahm Nixon den Dollar weg vom Goldstandart.

Die USA waren dadurch plötzlich in der Situation, wer würde nach der Abkoppelung vom Gold noch Dollars in der Weltwirtschaft benutzen? Ein grosses Problem für die USA. Aber mit der neuen Vereinbarung mit Saudi Arabien wurde der Dollar praktisch an den Ölstandart gebunden, der Petrodollar wurde geboren. Man konnte nur noch Öl kaufen, in dem man Dollars hatte. Dies war natürlich sehr wichtig für die amerikanische Wirtschaft, denn sie waren dadurch das einzige Land welche das Öl gratis bekam. Denn die USA mussten nur Dollarnoten auf Papier drucken, aber alle anderen Länder der Welt mussten etwas produzieren und exportieren um Dollars zu verdienen, um ihre Ölrechnung bezahlen zu können. Was für ein Geschäft Öl umsonst zu bekommen!

Das war natürlich ein unglaublicher und genialer Schachzug der Wirtschaftskiller und sehr zum Vorteil für die US Volkswirtschaft und für die Konzerndiktatoren. Als Gegenleistung musste die USA „nur“ versprechen, die saudische Königsfamilie für immer an der Macht zu halten und zu beschützen. Es war ein unglaublicher Vertrag, das Geschäft des Jahrhunderts, es war von historischer Bedeutung, und sehr weit reichend, ….und es hat bis heute gehalten.

Natürlich gab es auch Nachteile aus diesem Jahrhundertvertrag. Diese waren was die CIA Blowbacks nennt, ungewollte Konsequenzen. Wie zum Beispiel, der ganze Einfluss der US und westlichen Wirtschaft und Kultur auf die saudische Gesellschaft wurde von allen Moslems auf der ganzen Welt als Aggression gegen den Islam verstanden. Sie sahen wie das Land Saudi Arabien, welches als Hüterin der islamischen Tradition und der heiligen Städte Mekka und Medina war, von dekadenter, unmoralischer, gotteslästernder westlichen Kultur unterwandert und zerstört wurde. Sie waren richtig angepisst und sehr zornig deswegen. Daraus entstand später der radikale Islamismus und es wurden die ganzen Vertreter dieser Ideologie geboren, wie Bin Laden, welche dann den Kampf gegen den Westen als Gegenreaktion anführten und alle bekannten Probleme die wir heute haben verursachen. Aber die Konzerndiktatoren waren damals überglücklich über diesen Erfolg und die Wirtschaftskiller hatten in ihren Augen einen tollen Job geleistet.

Also beschlossen die Konzerndiktatoren so etwas Ähnliches müsste auch Saddam Hussein akzeptieren. Jetzt muss man wissen, Saddam war schon seit langer, sehr langer Zeit ein CIA Agent, bereits als Student. Der Präsident des Iraks, Abd al-Karim Qasim, 1958 bis 1963, hatte die sehr “revolutionäre” Idee, das irakische Öl sollte dem irakischem Volk zu Gute kommen. Was für uns normal und vernünftig klingt, war aber eine Frechheit für die Konzerndiktatoren und sie hörten das gar nicht gerne. Er erhob höhere Steuern von den Ölkonzernen und drohte ihnen mit Verstaatlichung. Mit diesen Mehreinnahmen wurden tatsächlich viele neue Projekte im Irak ermöglicht, wie ein Gesundheitssystem, Altersversorgung und ein gutes Schulsystem, es kam der Bevölkerung wirklich zu gute. Die Konzerndiktatoren entschieden aber Qasim muss weg. Die CIA sandte ein Mordkommando in den Irak und sie durchlöcherten das Auto von Qasim mit Kugeln in den Strassen von Bagdad, aber sie verfehlten ihn. Der Kopf dieser Mordbande wurde verwundet und flüchtete nach Syrien. Sein Name war Saddam Hussein. Er war damals Agent und Auftragsmörder für die CIA.

Nach seinem Versagen sandte die CIA ein weiteres Team und sie unterstützten die Baathisten in einem Umsturz von Qasim im Februar 1963, bei dem über 5'000 Kommunisten und Qasim Anhänger getötet wurden. Sie machten Saddams Verwandten zum Präsidenten und Saddam wurde Vizepräsident und für die Staatssicherheit zuständig. Er war ein Sohn und Zögling der CIA und damit unter der Kontrolle der Konzerndiktatoren. Als er später Präsident wurde, haben sie ihm alles verkauft, Panzer, Kampfflugzeuge, Waffen aller Art, Fabriken, Raffinerien, Nukleartechnologie und Giftgas und sie unterstützen ihn im Krieg gegen den Iran. Sie entschieden, Saddam müsste den gleichen Vertrag wie mit den Saudis akzeptieren, der so erfolgreich war. Denn die Konzerndiktatoren wollten den ganzen Nahen Osten und das Öl dort kontrollieren, weil es hauptsächlich nach Europa, nach Japan und China geht. Und wenn die Konzerndiktatoren diese Quelle kontrollierten, dann kontrollierten sie die grössten potentiellen Konkurrenten und Rivalen auf der Welt. Es war sehr wichtig dies zu tun.

Es wurden die Wirtschaftskiller in den Irak geschickt und auf Saddam angesetzt. Aber er hat nicht eingelenkt. Er war wohl ihr Junge, aber er hat nicht mitgespielt. Hätte er es gemacht, dann würde er heute noch Präsident sein. Aber er hat sich geweigert, weil er im Grunde ein Nationalist und Patriot war. Also wurden die Schakale geschickt um ihn zu beseitigen. Aber sie schafften es nicht, weil seine Sicherheit zu gut war. Er hatte viele Doppelgänger. Man muss nämlich wissen, die Standartmethode wie die CIA Präsidenten ermordet ist, in dem sie einen der Bodyguards dafür engagieren. Schliesslich kommt niemand anders so nahe an die Zielperson ran mit einer Waffe in der Hand. Aber im Falle von Saddam, er war ihr Junge, er kannte die CIA Methoden, deshalb war er vorbereitet, er wusste wie er sich schützen musste. Einer dieser Methoden war durch Doppelgänger und durch den Einsatz loyaler naher Verwandte in seiner Umgebung. Nur wenn man als Bodyguard nicht weis wen man gerade beschützt und dadurch den Doppelgänger tötet, ist dass das dümmste was man tun kann. Die Lebenserwartung von dieser Person und seiner ganzen Familie wäre sehr kurz.

Sie konnten ihn nicht erledigen und dadurch wurde Plan C ausgelöst und das US-Militär kam 1991 zum Einsatz mit dem 1. Irakkrieg. Aber auch da hat man ihn nicht komplett erledigt. Sie haben ihn an der Macht gelassen, weil die Konzerndiktatoren solche starken Führer gerne haben, die welche das Volk und auch die Nachbarstaaten unter Kontrolle halten können. Sie dachten, wenn wir ihn nur bestrafen und ihm sein Militär zerstören, dann wird er schon den Vertrag unterschreiben. Also kamen die Wirtschaftskiller wieder auf ihn zu, in den 90gern, und machten ihm das Angebot. Aber sie schafften es wieder nicht ihn zu überzeugen. Also musste wieder das Militär eingreifen und das ist der Grund für den Krieg 2003.

Was ich hier nicht erwähnt habe, sind die erfundenen Gründe die man der Weltöffentlichkeit präsentiert hat um die beiden Kriege „offiziell“ zu begründen. Dies ist eine ganz andere Geschichte. Hätte Saddam den Vertrag akzeptiert, so wie die Saudis, mit Ölpreisbindung, Verkauf nur gegen Dollar usw. dann würde er noch heute leben und regieren. Man hätte ihm alles gegeben und gebaut. Jetzt werden die Sachen auch gebaut aber unter einem anderen Regime. Das sind die wirklichen Gründe für die ganzen Kriege. Wenn man es genau nimmt ist der Irak ein klassisches Beispiel dafür, was passiert wenn die Wirtschaftskiller und die Schakale in ihrer Arbeit versagen. Dann muss das Militär einmarschieren und die Dreckarbeit erledigen.


Die Konzerndiktatoren üben die wirkliche Macht auf der Welt aus um das Weltimperium zu etablieren (Globalisierung) und bestimmen was die Regierungen und somit die Politiker als Marionetten tun oder lassen dürfen. Um ihre Konzerndiktatur weltweit durchzusetzen stehen ihnen neben viel Geld, drei Ressourcen zur Verfügung. Die erste sind die Wirtschaftskiller die versuchen mit Verlockungen einerseits (Zuckerbrot) und Drohungen auf der anderen Seite (Peitsche) die Regierungen oder Machthaber auf Linie zu bringen, damit sie ihr Land im Prinzip verraten und ausbeuten lassen. Wenn das nicht funktioniert werden die Schakale geschickt um die Regierung oder den Führer zu beseitigen. Und wenn das alles immer noch nicht klappt, steht die ganze gigantische Militärmaschinerie zur Verfügung, und dann wird das Land einfach platt gemacht.

Wie man die Konzerndiktatoren aufhalten kann und wie man sie zu einem Wandel zwingen kann, werde ich in einem späteren Essay beschreiben:
Wirtschaftskiller II: Der Wandel in Südamerika
Es ist tatsächlich möglich und ich möchte mit dieser positiven Vorrauschau enden.